Anlässlich des Bundesjägertages veröffentlicht der DJV ein Papier mit Fakten zur Fuchsjagd. Grundlage sind ein Dutzend aktuelle Veröffentlichungen. Tierschützer behaupten regelmäßig: Die Natur regelt sich selbst. Das Fazit von Wissenschaftlern: Fuchs, Waschbär und andere Raubsäuger haben einen negativen Einfluss auf bedrohte Arten, Jagd hilft.

Die Jagd auf Raubsäuger wie Fuchs, Marder oder Waschbär ist in Deutschland ein probates Mittel, um bedrohten Arten zu helfen. Anlässlich des Bundesjägertages hat der Deutsche Jagdverband (DJV) einen Faktencheck veröffentlicht und hierfür ein Dutzend relevante Studien mit Unterstützung von Wissenschaftlern ausgewertet. Fazit: Neben der Verbesserung von Lebensräumen ist die Jagd auf Raubsäuger eine wichtige Stellschraube, um bedrohten Arten zu helfen.  Insbesondere am Boden brütende Vögel verlieren zu viele Eier und Küken durch Prädation, wenn Fuchs, Marder, Marderhund, Mink oder Waschbär präsent sind.

"Schöner wohnen allein reicht nicht, wenn wir bedrohte Arten schützen wollen. Wir müssen die Zahl der Raubsäuger reduzieren", sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer. Projekte wie das europaweit bedeutende „Wiesenbrüterschutz im Bremer Blockland“ zeigen dies eindrucksvoll: Seit 2014 hat sich dort die Anzahl der Wiesenbrüter mehr als verdoppelt - seitdem Füchse intensiv mit Lebendfallen bejagt wurden. 2018 gab es erstmals mehr als 500 Brutpaare. Besonders erfolgreich ist der Kiebitz mit 350 Brutpaaren. Eindrucksvoll ist die Entwicklung beim Großen Brachvogel: Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der brütenden Vogelpärchen von 10 auf 50 gestiegen.

"Die Natur regelt sich selbst", behaupten Jagdgegner regelmäßig. Der Mensch hat allerdings zum Selbstschutz bereits massiv in die Natur eingegriffen und erfolgreich das tödliche Tollwut-Virus beim Fuchs bekämpft. In der Folge haben sich die Fuchsbestände in Deutschland seit den 1980er Jahren vervielfacht. Eine Selbstregulation der Fuchsbestände wurde erst ab einem unnatürlich hohen Vorkommen von 10 Tieren pro Quadratkilometern in der Stadt London nachgewiesen. Innerartlicher Stress sowie Krankheiten wie Räude und Staupe dezimieren dann die Bestände.

Die Geburtenrate bewegt sich wie bei anderen Säugetieren innerhalb einer genetisch vorgegebenen Bandbreite, eine Füchsin bringt durchschnittlich 4 bis 6 Welpen jährlich zur Welt. Entscheidend sind Nahrung und Gesundheitszustand - nicht die Jagd, wie Kritiker behaupten. In Mitteleuropa sind Jagd und der Straßenverkehr die hauptsächlichen Todesursachen für den Fuchs. Jagd kann also helfen, Bestände deutlich zu reduzieren - im Sinne des Artenschutzes.

Wolf, Wildschwein, invasive Arten: Die Schwerpunkte auf der diesjährigen Delegiertenversammlung in Berlin sind vielfältig. Experten diskutieren zudem über Jagd in den sozialen Medien. Neu gewählt wird der DJV-Präsident, Hartwig Fischer tritt nach acht Jahren im Amt nicht mehr an.

Unter dem Motto „Waidgerechtigkeit 2.0“ lädt der Deutsche Jagdverband (DJV) am 6. und 7. Juni zum Bundesjägertag nach Berlin ein. Insgesamt 400 Delegierte der 15 Landesjagdverbände, Landes- und Bundespolitiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen aus ganz Deutschland werden am Freitag erwartet. Bundesministerin Julia Klöckner MdB begrüßt die Teilnehmer der Delegiertenversammlung.

Inhaltlich geht es auf dem Bundesjägertag unter anderem um den Wolf: Der Dachverband der Jäger fordert ein aktives Wolfsmanagement auf Basis einer wildökologischen Raumplanung: Unter anderem sollten territoriale Wolfsrudel in Deichnähe, urbanen Gebieten oder alpinen Regionen nicht geduldet werden. Weitere Themen sind Prävention und Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest sowie die Bejagung von Waschbär, Fuchs und anderen Raubsäugern für den Artenschutz.

Nach acht Jahren im Amt tritt DJV-Präsident Hartwig Fischer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Die Delegierten wählen am Freitag einen neuen Präsidenten sowie mehrere Vizepräsidenten und einen Schatzmeister. Am Nachmittag geht es um die Jagd in den sozialen Medien. Experten diskutieren über die Vor- und Nachteile von Facebook, Instagram oder Twitter. Nicht zuletzt seit den US-Wahlen stehen diese Medien in der Kritik weil Angst- und Wut-Themen forciert werden. Ab 15 Uhr ist eine Live-Übertragung der Podiumsdiskussion auf der DJV-Facebook-Seite geplant. Der DJV berichtet laufend über den Bundesjägertag in den sozialen Medien unter dem Hashtag #bjt19.

Bereits am Donnerstag vergibt der DJV erstmalig der Sonderpreis Kommunikation. Dabei geht es um innovative Projekte der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbandsmitgliedern, Hegeringen und Kreisgruppen. Der Preis ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert. Ebenso vergibt der DJV den Journalistenpreis »Wildtier und Umwelt«, der seit 1995 im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen wird.

Weitere Informationen zur diesjährigen Veranstaltung gibt es hier.

Einen Mitschnitt der Podiumsdiskussion können Sie hier ansehen.

Presseobleute in den Jägerschaften sind oftmals erste Ansprechpartner der Medien. Professionelle Mitteilungen verfassen, die Vielfalt der jagdlichen Themen vermitteln und kritische Anfragen beantworten: Das DJV-Presseseminar macht fit. Willkommen sind Teilnehmer aus allen DJV-Mitgliedsverbänden.

Mit Laptop und Lodenjacke: Pressearbeit für Jagd und Jäger

Pressearbeit in der Jägerschaft organisieren und umsetzen ist das Thema des DJV-Presseseminars in Zusammenarbeit mit dem LJV Schleswig-Holstein. Die Schreibpraxis steht im Vordergrund: Jeder Teilnehmer kann sich an Statements oder Meldungen versuchen und erhält Tipps von Profis. Experten vermitteln zudem, wie Journalisten richtig angesprochen und informiert werden müssen. Dabei geht es um Arbeitsabläufe in Redaktionen, den Aufbau von Pressetexten und die Zusammenarbeit mit Redaktionen. Plus: Jede Menge Informationen und Praxistipps von den Presseverantwortlichen des DJV und des LJV.

Die Inhalte im Überblick:

  • Schreibwerkstatt: Wie schreibe ich eine Pressemeldung?
  • Zusammenarbeit mit Redaktionen
  • Organisation der Pressearbeit
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Jagdverbände
     

Seminarleitung: Werner Hinse, Journalistenzentrum Haus Busch in Hagen sowie Pressemitarbeiter von DJV und LJV

Termin: 20. bis 21. September 2019 (Beginn freitags 13 Uhr, Ende samstags 16.30 Uhr)

Ort: LJV Schleswig-Holstein, Flintbek bei Kiel

Teilnahmegebühr: 200 Euro (abzüglich 75 Euro nach LJV-Bewilligung). Inklusive Übernachtung und Verpflegung.

Anmeldung: bildung@jagdverband.de

Anmeldefrist: 10. Juli 2019

Botswanas Regierung hebt das seit 2014 bestehende Jagdverbot für Elefanten auf. Grund hierfür sind ausufernde Mensch-Tier-Konflikte. DJV und CIC begrüßen die sachliche und demokratische Entscheidung.

Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland wird endgültig aufgehoben, teilte das botswanische Umwelt- und Tourismusministerium gestern mit. Zur Begründung hieß es, dass die ausufernden Konflikte zwischen Mensch und Tier ein aktives Management insbesondere der Elefanten notwendig machten. Seit Februar 2018 kamen in Botswana 14 Personen durch Elefanten ums Leben. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die souveräne Entscheidung des südafrikanischen Staates.

Botswana beherbergt mit rund 135.000 Tieren die größte Elefantenpopulation Afrikas. Nach Expertenmeinung übersteigt diese Zahl die Kapazität der botswanischen Ökosysteme deutlich. Außerhalb von Schutzgebieten vernichten Elefanten binnen weniger Stunden ganze Jahresernten und damit die Existenzgrundlage der Bevölkerung. "Weltweit ist regulierte, nachhaltige Jagd Teil erfolgreichen Wildtier-Managements. Aufgabe ist die Vermeidung und Reduktion von Schäden in Land- und Forstwirtschaft und der Schutz von Menschen. Sachlich macht es keinen Unterschied, ob Rotwild im Schwarzwald oder Elefanten im Chobe-Nationalpark bewirtschaftet werden", so Dr. Wolfgang Bethe, DJV-Vizepräsident.

Die Jagd auf Elefanten war 2014 unter dem damaligen Präsidenten Khama verboten worden. Dagegen gab es massive Kritik, weil Jagdlizenzen für Einheimische eine wichtige Einnahmequelle darstellten. Wildtiere verloren dadurch ihren Wert, wodurch die Wilderei zunahm und Lebensräume für Wildtiere durch Viehhaltung verloren gingen. "Die Regierung unter Präsident Masisi schlägt mit der Wiedereinführung nachhaltigen Wildtiermanagements den richtigen Weg ein. Anders als Kenia, das seit seinem Jagdverbot außerhalb von Privatland und seiner Nationalparks quasi als wildfrei gelten muss", so Hannes Siege vom Vorstand des CIC in Deutschland. Kenia hat seit dem Jagdverbot 1977 landesweit über die Hälfte seiner Wildtiere verloren.

In einer Rede reagierte Botswanas Präsident Masisi jüngst harsch auf die westliche Berichterstattung zum demokratischen Entscheidungsprozess zur Wiedereinführung der Jagd: „Für sie sind wir keine Menschen. Sie reden über uns als ob wir Bäume wären. Für sie leben wir in einem großen Zoo und sie sind die Zoowärter“.  

Weitere Infos zu nachhaltiger Jagd als Instrument des Artenschutzes:

Jagd generierte vor dem Jagdverbot im Jahr 2014 laut einer Studie der Universität von Botswana landesweit einen Umsatz von 20 Millionen US-Dollar jährlich. Knapp 50 Prozent des so erzielten Einkommens ging direkt an die Menschen vor Ort. Mittel aus dem Fototourismus erreichen die Bevölkerung nur zu 27 Prozent. Durch das Jagdverbot waren 600 Jobs verloren gegangen, wodurch indirekt knapp 5.000 Familienangehörige betroffen sind. Die streng überwachte Jagd hatte eine Schlüsselrolle beim Wildtierschutz außerhalb von Nationalparks und dort, wo Alternativen wie Fototourismus nicht möglich sind.

Friedel Lossau ist Kitzretter. Sein ständiger Begleiter vor Ort: Drohne "Bambi". Im DJV Interview verrät er, welche Intention hinter dem Netzwerk Kitzrettung steht, wie eine solche abläuft und welche Erfolge bereits erzielt wurden.

Friedel Lossau ist Vorsitzender des niedersächsischen Hegerings Sottrum und leitet eine Kfz-Werkstatt. Fast täglich klingelt im Mai sein Wecker um 4 Uhr, damit er rechtzeitig um 4.30 Uhr auf der Wiese steht. Seine Herzensaufgabe: Wildtiere retten. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen des Netzwerks Kitzrettung sucht er während der Setz- und Aufzuchtzeit Felder ab, die gemäht werden sollen. Mit dabei: Eine Drohne inklusive Wärmebildkamera. Sie spürt Kitze auf, die der geübte Drohnenpilot auf dem Bildschirm als weiße Flecken in der Wiese erkennt. Wie läuft die Tierrettung im Detail ab? Wir haben nachgefragt.

DJV: Wie kam die Idee, das Netzwerk Kitzrettung zu gründen?

Lassau: Die Kombination aus Drohne und Wärmebildkamera hat mich interessiert, ich wollte den Praxistest machen. Doch zunächst war das finanziell nicht möglich. Also haben wir das Projekt den Stadtwerken vorgestellt. Diese waren sofort begeistert und finanzierten eine Drohne. Mit einem Freund zusammen haben wir das Projekt „Netzwerk Kitzrettung“ in der Unternehmenszeitung publik gemacht und die Aktion auf einer Jagd im Dezember letzten Jahres angekündigt. 18 Drohnenpiloten haben sich freiwillig gemeldet. Zwei Jäger waren dabei, der Rest kam von außen. Das zeigt die Akzeptanz in der Bevölkerung. Anschließend habe ich alle zu einem Infoabend eingeladen und wir haben uns gegenseitig kennengelernt.

Und in diesem Frühjahr haben Sie einfach Kitze gerettet?

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Großartiger Erfolg: Neun Kitze in sieben Tagen gerettet!

Nein, so einfach war das alles leider nicht. Es gab viele Hürden und Anläufe. Wann darf man fliegen? Wo darf man fliegen? Wie ist der Abstand zur Bahn? Davon darf man sich aber nicht entmutigen lassen. Der große Vorteil war, dass wir einen Informatiker in unserer Truppe haben. Er hat die beste Drohne und die beste Technik rausgesucht. Es hat lange gedauert bis das System ausgetüftelt war. Mal ist der Funkkontakt abgebrochen, mal gab es einen Totalausfall. Aber schließlich hat es geklappt.

Wie läuft die Kitzrettung ab?

Einen Tag vor der Mahd werden die Koordinaten vom Landwirt durchgegeben. Unser Programmierer erstellt dann eine Flugroute für die Drohne - das geht so ähnlich wie bei Googlemaps. Am nächsten Tag fliegt diese ihre vorprogrammierte Mission. Ist der Akku leer, der gut zwanzig Minuten hält, kommt sie von selbst zum Ausgangspunkt. Wir sind dann zu zweit oder zu dritt, also Drohnenpilot und ein bis zwei weiteren Personen, die ebenfalls einen Monitor in der Hand halten und ein Auge auf die Wärmebildkamera werfen. Das kann wirklich anstrengend sein! Durchschnittlich fliegen wir etwa bis 9 Uhr. Danach ist es zu warm, die Kamera kann dann beispielsweise einen Maulwurfshügel nicht mehr von einem Wildtier unterscheiden.

Was tun Sie, wenn Sie ein Kitz finden?

Fällt eine Wärmesignatur auf dem Bildschirm auf, steuert einer unserer Drohnenpiloten manuell den Punkt an. Je näher die Drohne kommt, desto besser ist auf dem Bild zu erkennen, ob es sich um ein Jungtier handelt oder nicht. Bei so einem kleinen Kitz sieht man sogar das Herz auf dem Wärmebild pochen. Die Helfer laufen zum Punkt, an dem die Drohne in der Luft steht. Oft ist das Tier direkt vor uns - und wir sehen es trotzdem nicht. Kitze sind einfach so gut getarnt! Haben wir das junge Reh, stülpen wir einen Wäschekorb drüber, den wir mit Gras abdecken, damit sie es schön schattig haben. Ist die Mahd vorbei, kontaktiert uns der Landwirt und wir lassen das Rehkitz wieder frei. Gestern haben wir das neunte Kitz innerhalb einer Woche gerettet. Wir sind hochmotiviert durch diesen tollen Erfolg!

 

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Ein IT-Experte programmiert vor dem Einsatz die Flugstrecke.

In Ihrem Netzwerk treffen Technik-Freaks auf Naturburschen. Wie klappt das?

Wir wollen alle das Gleiche – Kitze retten! Was meinen Sie, wie begeistert die Landwirte sind, wenn Sie die Drohnen am Himmel fliegen sehen und anschließend die geretteten Kitze. Wir sprechen jetzt schon davon, eine zweite Drohne anzuschaffen, da wir leider schon einige Einsatzanfragen absagen mussten. Manchmal müssen wir auch absagen, weil die Landwirte sehr spontan sind. Wir sind eben alle berufstätig. Jäger und Landwirte leisten manchmal auch schon gute Vorarbeit: Sie vergrämen Wiesen am Vorabend mit flatternden Fahnen und knisternden Alufolien. Dann bringt die verunsichterte Ricke ihren Nachwuchs meist in Sicherheit und wir treffen keine Kitze mehr an. 

 

Gesetzesnovelle geplant: Entnahme von Wölfen soll vereinfacht werden. DJV bemängelt das Fehlen eines umfassenden Konzepts und kritisiert das Vorgehen: Für eine Stellungnahme ließ das Bundesumweltministerium nur wenige Stunden Zeit.

Das Bundesumweltministerium hat gestern einem Referentenentwurf zu Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt und mit einer rekordverdächtig kurzen Frist von wenigen Stunden eine Verbändeanhörung durchgeführt. Laut Entwurf sollen Wölfe und Wolfshybriden künftig unter erleichterten Voraussetzungen entnommen werden dürfen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden, dass dies zwingend erforderlich ist, wird allerdings im Gesetzentwurf nicht klar. Außerdem soll das Füttern von Wölfen ausdrücklich verboten werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in seiner Stellungnahme den Gesetzesentwurf zwar als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt, bemängelt aber weiterhin das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzepts.

Insbesondere die Vorgehensweise des Ministeriums kritisiert der DJV scharf. "Ernst gemeinter Dialog mit den Betroffenen sieht anders aus", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Bereits seit Anfang 2019 liege dem Bundesumweltministerium ein Handlungskonzept der Nutzerverbände zum Wolf vor, eine Antwort stehe noch immer aus. Auch der Runde Tisch Wolf des Bundesumweltministeriums, in dem alle betroffenen Verbände vertreten sind, habe seit Beginn der Legislaturperiode unter Bundesumweltministerin Svenja Schulz noch nicht getagt.

Der DJV hat die Bundesregierung aufgefordert, beim künftigen Umgang mit dem Wolf das seit Anfang des Jahres vorliegende Handlungskonzept "Wildtiermanagement Wolf" umzusetzen, das das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) gestern bei einer Pressekonferenz erläutert hat. In seiner Stellungnahme hat der DJV seine Forderung wiederholt, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen und den europäischen Schutzstatus herabzusetzen. Spielräume der europäischen FFH-Richtlinie sollte Deutschland vollständig ausnutzen, fordert der DJV.

Im Fall Finnland hat der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof kürzlich Stellung genommen: Demnach könne Finnland von den strengen Schutzbestimmungen für den Wolf abweichen, wenn es Ziel sei, die illegale Tötung von Wölfen zu verhindern, Hunde zu schützen oder das allgemeine Sicherheitsgefühl der Menschen in Wolfsgebieten zu verbessern.  

Der Gesetzentwurf soll bereits morgen von der Bundesregierung beschlossen werden und vor der Sommerpause beim Bundestag eingebracht werden.

Aktionsbündnis Forum Natur fordert aktives Wolfsmanagement

 

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt exponentiell mit erheblichen Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung. Die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr. „Willkommen Wolf alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) und Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Erschreckend sei, dass die Umweltministerkonferenz keine Fortschritte erzielt habe. Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn. „Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, so von Elverfeldt. Das AFN habe einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement vorgelegt. Von Elverfeldt startet im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative des AFN „Wolf bleibt Wolf“ mit der gleichnamigen Internetseite.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes hält es für unrealistisch, alle Weidetierhaltungsregionen einzuzäunen, zumal es keine wolfsicheren Zäune gebe. „Der ländliche Raum kann kein vollverdrahteter Hochsicherheitsraum werden“, sagt Krüsken. Der Konflikt zwischen Wolf und Weidetierhaltung lasse sich auch nicht mit dem Scheckbuch lösen. Die Wolfspolitik dürfe sich nicht allein darauf stützen, Kosten für Herdenschutz und gerissene Schafe zu entschädigen. „In dicht besiedelten Regionen oder Gebieten mit ausgeprägter Weidewirtschaft sowie auf Almen und an den Küsten ist kein Platz für den Wolf“, bekräftigt Krüsken. Die aktuell diskutierte Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes an das EU-Recht sei ein MUSS, aber auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wonach die Schadenshöhe als Auslöseschwelle einen Abschuss eines Wolfes abgesenkt werde. Es bedürfe einer Regulierung des Wolfsbestandes.

Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbandes, hob hervor, dass die rasante Zunahme des Wolfes zu Artenschutzkonflikten führe. So habe der Wolf das älteste Mufflonvorkommen in Deutschland (Göhrde) innerhalb von drei Jahren ausgelöscht. Hinsichtlich der dringend erforderlichen Entnahme von Wölfen lehnt Dr. Wellershoff ein „Sondereinsatzkommando Wolf“ ab. „Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, müssen Jäger vor Ort die ersten Ansprechpartner sein. Ein mobiles bewaffnetes Sondereinsatzkommando Wolf ohne Ortskenntnis kann nur versagen.“ Daher fordert Wellershoff die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht.

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ist ein Zusammenschluss aus neun Spitzenverbänden, die sich zum Ziel gesetzt haben, sowohl für die wirtschaftlichen als auch für die naturschützenden Belange des ländlichen Raumes einzutreten. Die im AFN zusammengeschlossenen Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer – Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Winzer, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Reiter und Fischer – sind überzeugt, dass nur durch die nachhaltige Naturnutzung die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Arten und Biotopen erhalten bleiben kann.

Noch nie war Jagd gesellschaftlich so transparent wie heute. Ein Großteil unserer Öffentlichkeitsarbeit findet auf sozialen Plattformen wie Instagram, YouTube, Facebook und Co. statt. Anlass für den DJV, jagende Bloggerinnen und Blogger einzuladen.

 

Der Deutsche Jagdverband lädt 15 Jägerinnen und Jäger zum Jagdblogger-Camp am 11. und 12. Juli 2019 nach Berlin ein. Im Mittelpunkt stehen Austausch und Vernetzung. "Wir müssen eine moderne, transparente und positive Darstellung der Jagd in den sozialen Medien forcieren", sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer, der in den vergangenen acht Jahren maßgeblich den Anschluss des Verbandes an die sozialen Medien vorangetrieben hat. "In einer Gesellschaft, die mehr denn je Wert auf nachhaltige Nutzung, artgerechte Haltung, Artenschutz und regionales, gutes Essen legt, können wir nur punkten - wenn wir zusammen an einem Strang ziehen. Jede Jägerin und jeder Jäger sind Botschafter der Jagd."

Jäger, die auf Instagram, Facebook, YouTube oder Twitter unterwegs sind, können sich bis zum 17. Juni per E-Mail an pressestelle@jagdverband.de bewerben. Ein kleines Motivationsschreiben, Kurz-Lebenslauf und Angaben zu Aktivitäten in den sozialen Medien reichen, um sich für den zweitägigen Workshop in der DJV-Geschäftsstelle in Berlin zu bewerben. Neben Einblicken in die Arbeitsweise des größten und ältesten Jagdverbandes in Deutschland, dürfen sich die Teilnehmer auf Impulsreferate zu den Themen Bild, Video und Text freuen und in Workshops Themen für die Öffentlichkeitsarbeit entwickeln. Am zweiten Tag erhalten die Teilnehmer Interview- und Kameratrainings. Besonderer Höhepunkt zum Abschluss: die Verleihung des Sophie-Awards, des ersten YouTube-Jagdfilmpreises, im Berliner Kant-Kino. An- und Abreise ist von den Camp-Teilnehmern selbst zu organisieren und zu zahlen. Übernachtung und Logis sowie Eintrittskarten für den Filmwettbewerb übernimmt der DJV.

Ein detaillierter Ablaufplan für das erste DJV-Jagdblogger-Camp wird in Kürze auf www.jagdverband.de veröffentlicht.

Ulrike Theuner ist Jägerin und Imkerin aus Leidenschaft im Kreis Segeberg. Im Interview verrät sie anlässlich des Weltbienentags, warum wir Insekten brauchen und gibt Tipps und Tricks für Hobbygärtner.

 

Naturschutz durch nachhaltige Nutzung: Ulrike Theuner aus Schleswig-Holstein geht mit gutem Beispiel voran – die Jägerin unterhält mit ihrem Mann 15 Bienenvölker. Sie erntet nicht nur den Honig, sondern kümmert sich auch um die Pflege der Insekten. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Artenvielfalt. „Ohne uns Imker würde es vermutlich keine Bienen mehr geben“, so Ulrike Theuner. Der DJV hat anlässlich des Weltbienentags am kommenden Montag mit Ulrike Teuner über Insektenparadiese im Feld, auf dem Balkon und im Garten gesprochen.

DJV: Warum sind Bienen unverzichtbar für die Artenvielfalt?

Ulrike Theuner: Die Honigbienen haben zusammen mit allen anderen Blüten bestäubenden Insekten eine entscheidende Funktion im Ökosystem. Sie sichern und steigern nicht nur die Erträge von Kulturpflanzen, sondern erhalten durch die Bestäubung vieler Wildpflanzen die Vielfalt der Natur.

Warum bist Du Jägerin und Imkerin geworden?

Ich bin Jägerin und Imkerin geworden, weil ich die Natur liebe, die Tiere, die darin leben, und ich gerne von der Natur leben möchte – sprich dem Honig und dem Wildbret. Jagd und Imkerei sind zwei sehr ursprüngliche und nachhaltige Formen der Naturnutzung und gehen quasi Hand in Hand. Wenn das Bienenjahr nach der Sommerblüte zu Ende ist, beginnt die Hochjagdsaison.

Was fasziniert Dich besonders an der Imkerei?

Imkern schult das Auge für Abläufe in der Natur. Es ist ein tolles Gefühl, den Jahreszyklus der Bienen mitzuerleben und die Zusammenhänge und elementaren Bedürfnisse eines Bienenvolkes zu verstehen. Viele Menschen empfinden Honig als teuer. Nur die wenigsten wissen, welcher Arbeitsaufwand dahinter steht.

Wie wird man zum Hobby-Imker?

Interessierte sind am besten beim regionalen Imkerverein aufgehoben. Dort finden regelmäßig Versammlungen statt, zu denen Gäste herzlich willkommen sind. Natürlich bieten die meisten Vereine auch Schulungen an. Der beste Einstieg für Neulinge ist die Patenschaft durch eine erfahrene Imkermutter oder einen Imkervater. Die Profis stehen im ersten Bienenjahr mit Rat und Tat zur Seite, stellen gegebenenfalls Ausstattung leihweise zur Verfügung und geben Bienenvölker ab.

Wie sind moderne Landwirtschaft und Schutz von Bienen und anderen bestäubenden Insekten miteinander vereinbar?

Landwirte haben viele Möglichkeiten, die Honigbiene – und natürlich auch andere wildlebende Insekten – zu fördern: beispielsweise durch die Anlage von ein- und mehrjährigen Blühflächen, den Anbau von Zwischenfrüchten oder Wildpflanzen zur Biogasproduktion. Agrar-Umweltprogramme bieten finanzielle Unterstützung.

Was können Landwirte darüber hinaus tun?

Pflanzenschutzeinsätze sollten während der Blütezeit nur in den Abendstunden stattfinden, wenn der Bienenflug beendet ist. Pestizide stören die Orientierungsfähigkeit und schädigen das Immunsystem der Insekten. Ein regelmäßiger Austausch zwischen Imkern und Landwirten kann dazu beitragen, Bienenschäden zu vermeiden. Darüber hinaus bringt eine Zusammenarbeit für beide Seiten Vorteile: Landwirte profitieren von der Bestäubungsleistung der Bienen, Imker haben eine reichhaltigere Honigernte.

Und was können Hobby-Gärtner für Bienen tun?

Ein bienenfreundlicher Garten zeichnet sich durch ein reichhaltiges Blütenangebot aus: statt immergrüner Sträucher wie Tuja oder Kirschlorbeer lieber bienenfreundliche Gehölze wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Schneeball, Sal-Weide oder Weigelie anpflanzen. Ein kurz gemähter Rasen stellt für Bienen quasi eine Wüste dar. Stattdessen „wilde Ecken“ mit Löwenzahn, Brennnesseln oder Totholz zulassen – davon profitieren auch Schmetterlinge und andere Insekten. Sogar Balkon oder Terrasse können durch bienenfreundliche Saatmischungen in Töpfen oder Balkonkästen ganz einfach in ein Insektenparadies verwandelt werden.
 

Was wünschst Du Dir für die Bienen?

Ich wünsche mir, dass es mehr Menschen gibt, die uns Flächen zur Verfügung stellen, auf denen wir unsere Bienenvölker aufstellen können. Flächen, auf denen die Bienen auch die Möglichkeit haben, Nektar und Pollen einzutragen. Durch Monokulturen wird das immer schwieriger.

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