Der Herbst läutet die Zeit der jagdlichen Ernte ein. Dabei wird Sicherheit groß geschrieben. Der DJV macht auf die Besonderheiten aufmerksam, die mit Bewegungsjagden verbunden sind.

Wenn sich die Blätter bunt färben, beginnt die Hauptjagdzeit auf Rehe, Hirsche und Wildschweine. In vielen Revieren finden sogenannte Treib- und Drückjagden statt. Allgemein gilt: Sicherheit geht vor Jagderfolg. Wann und wo Bewegungsjagden stattfinden, kennzeichnen zum Beispiel Hinweisschilder oder Absperrbänder. In diesen ausgewiesenen Jagdgebieten kann es vermehrt vorkommen, dass Jagdhunde und Wildtiere unvermittelt die Fahrbahn kreuzen. Deshalb bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Waldbesucher und Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit und eine angepasste Geschwindigkeit.

Damit keine Jagdteilnehmer oder Unbeteiligte gefährdet werden, gelten vor Ort strenge Regeln. So ist beispielsweise für Jäger und Treiber das Tragen von Signalkleidung Pflicht. Ferner darf nur geschossen werden, wenn ausreichender „Kugelfang” vorhanden ist.

Jäger gehen bei Bewegungsjagden gemeinsam mit Treibern und Hunden auf die Jagd. Ziel ist einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten und Schäden in Wald und Feld zu verringern. Wildfleisch ist außerdem ein ökologisch wertvolles Lebensmittel.

Die eigentliche Vorbereitung beginnt lange vor der Jagd. Hohe Standards bei der Ausbildung gewährleisten zum einen eine tierschutzgerechte Jagdausübung. Zum anderen trainieren Jäger regelmäßig ihre Fertigkeiten auf dem Schießstand. „Wir haben schließlich eine Verantwortung gegenüber unseren Wildtieren”, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hans-Heinrich Jordan.

 

Anlässlich des DJV-Beitrags beim Sat1-Frühstücksfernsehen nimmt der Dachverband der Jäger Stellung zum Wolf in Deutschland.

(Berlin, 24. Oktober 2017) Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die organisierte Jägerschaft in den Ländern registrieren, dass von der Politik Forderungen immer lauter werden, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, um ihn zu regulieren. Die Politik muss dann aber auch den rechtlichen Rahmen dafür schaffen. Das ist nicht die Aufgabe der organisierten Jägerschaft. Ihre Aufgabe ist es, auf Herausforderungen hinzuweisen sowie Daten und Fakten zu liefern.

 

 

Zu den Fakten:

  • Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe kürzlich die ersten Deichschafe gerissen. Wölfe haben sich sogar auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Im September 2017 wurde in Niedersachsen jeden zweiten Tag ein Rind von Wölfen getötet. Hierfür braucht es praktikable Antworten von der Politik.
  • Wölfe haben inzwischen eine Vermehrungsrate von über 30 Prozent jährlich. Das Wachstum ist exponentiell.
  • Dementsprechend wird auch die Wahrscheinlichkeit zunehmen, dass Menschen in Kontakt mit Wölfen kommen. Wir müssen den Wolf als Wildtier behandeln. Das heißt auch, ihm Respekt zu vermitteln. Er muss lernen, sich von Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten. Denn Wölfe haben keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen oder seinen Nutztieren.
  • Der Wolf ist eine Herausforderung für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege. Es ist inakzeptabel, dass der Wolf das Aus für schonende extensive Viehhaltung oder den Deichschutz bedeuten könnte.
  • Fest steht: Es ist unmöglich, tausende Kilometer Deich oder Weideland wolfssicher zu zäunen. Zudem besteht die Gefahr einer Verdrahtung der Landschaft, die dem Gedanken einer Biotopvernetzung widerspricht.
  • Die oft von Politikern genannte Zahl von 1.000 geschlechtsreifen Wölfen wurde ursprünglich von Biologen festgelegt. Und zwar für die kleinste überlebensfähige Population eines großen Säugetiers. Wölfe kennen allerdings keine Ländergrenzen, wir müssen den Erhaltungszustand länderübergreifend beurteilen. Deutschland ist ein Einwanderungsland: Aus Frankreich, Italien und Polen drängen Wölfe zu uns. Sollen wir denen verbieten, sich zu verpaaren? Die derzeitige Populationsdebatte geht an der Realität vorbei.
     

Der Druck von betroffenen Menschen auf die Politik wächst und Lösungen sind gefragt. Am Ende des Tages kommen wir nicht am Instrument Jagd als Managementmaßnahme vorbei. Die Weichen muss allerdings die Politik in Deutschland stellen. Die europäische FFH-Richtlinie lässt dies zu - die deutsche Politik muss die Spielräume besser nutzen. Das ist auch mit dem hohen Schutzstatus des Wolfes vereinbar, wie das Beispiel Schweden zeigt.

Hier geht's zur Sat-1-Mediathek.

Alle zweieinhalb Minuten passiert ein Wildunfall in Deutschland. Nasses Herbstwetter, Maisernte und Zeitumstellung erhöhen das Risiko in den kommenden Wochen. Der Berufsverkehr fällt in die Morgendämmerung, besondere Aufmerksamkeit ist geboten.

Am Sonntag in einer Woche beginnt die Winterzeit und Menschen können eine Stunde länger schlafen. Wildtiere allerdings orientieren sich am Tageslicht und kennen diesen Wechsel nicht: Während sie vortags die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch. Die Maisernte im Oktober erhöht das Wildunfallrisiko zusätzlich, da besonders aufgeschreckte Wildschweine auch tagsüber unvermittelt die Straße queren können. Weitere Gefahrenquelle für Verkehrsteilnehmer im Herbst: das wechselhafte Wetter mit Laub und Schmutz auf nassen Straßen. Autofahrer sollten deshalb besonders an unübersichtlichen Feld- und Waldrändern mit Wild rechnen und die Geschwindigkeit anpassen, rät der Deutsche Jagdverband (DJV). Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte der Fahrer kontrolliert bremsen, abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die der Menschen, das Fernlicht blendet und macht orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten. Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Autofahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver erhöht das Unfallrisiko, besonders wenn das Auto in den Gegenverkehr gerät oder am Baum endet.

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen. Das tote Tier kann mit Handschuhen von der Fahrbahn gezogen werden, um die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu senken. Lebt das Wild noch, sollten sich Menschen nicht nähern, da ein Verletzungsrisiko besteht und das Tier in Todesangst gerät. Im Interesse des Tierschutzes ist es laut DJV Pflicht, die Polizei anzurufen, selbst dann, wenn das Tier geflüchtet ist. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann. Die Polizei oder der Jäger stellt vor Ort eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung dient. Eine Teilkasko übernimmt sämtliche Schäden, die durch Haarwild verursacht werden. Wenn Federwild die Windschutzscheibe beschädigt, übernimmt die Teilkasko auch diese Kosten. Bei Kollisionen mit Kühen oder Pferden zahlt die Versicherung übrigens nicht.

 

Wie kann ein Wildunfall verhindert werden?

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen
  • Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.

 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren
  • Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen, in der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

DJV veröffentlicht Videoserie zur Wildbrethygiene in der Praxis. Fachleute geben Tipps zum korrekten Umgang mit dem Lebensmittel Wild. Das erste Video widmet sich bedenklichen Merkmalen beim Schwarzwild.

In der neuen Videoserie des Deutsche Jagdverbandes „Wildbrethygiene in der Praxis“ erklären Experten wie Amtstierarzt Dr. Thomas Stegmanns oder Wildmeister Christoph Hildebrandt, worauf es ankommt.

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und Deutscher Jagdverband (DJV) veröffentlichen Empfehlungen zum Umgang mit der Tierseuche. Für Früherkennung und möglichen Seuchenfall sollten Behörden, Jäger und Landwirte eng zusammenarbeiten. 

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und das Friedrich-LoefflerInstitut (FLI) haben gemeinsam Empfehlungen zum Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erarbeitet, die sich in drei Kernthemen gliedern: Früherkennung,  Übersicht der möglichen Maßnahmen im Seuchenfall sowie deren örtliche und zeitliche Anwendung anhand von konkreten Fallbeispielen. Der Fokus des Empfehlungspapiers liegt auf jagdlichen Mitteln für Wildschweine. Die Viruserkrankung wurde zuletzt in Tschechien, etwa 350 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, nachgewiesen. Ein Impfstoff gegen die ASP ist auf absehbare Zeit nicht verfügbar. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung der unheilbaren  Tierseuche eingesetzt werden. ASP befällt Haus- und Wildschweine gleichermaßen. 

Die gemeinsame Empfehlung von DJV und FLI stellt Vor- und Nachteile möglicher Gegenmaßnahmen für den Seuchenfall vor. Falls das ASP-Virus nach Deutschland in Wildschweinbestände eingeschleppt wird, müssen unverzüglich räumliche Ausdehnung, Anzahl der betroffenen Tiere, Größe der Population im betroffenen Gebiet und weitere Faktoren eingeschätzt werden. Zudem gilt es, die Tierseuche in der betroffenen Wildschweinpopulation schnellstens zu bekämpfen, damit sie sich nicht ausbreitet und sogar auf Hausschweine übergreift. Die geeigneten Maßnahmen hängen jeweils von Landschaftslage, Jahreszeit, Vegetationsperiode, Temperatur, örtlichen Gegebenheiten oder logistischen Bedingungen ab und sind nach dem Baukasten-Prinzip frei kombinierbar.  

Konkrete Ausbruchszenarien mit verendeten Wildschweinen für verschiedenen Regionen Deutschlands zu verschiedenen Vegetationszeiten zeigen: Jeder Fall ist differenziert zu betrachten und zu bewerten. Die eingesetzten Krisenstäbe müssen die konkreten Begebenheiten vor Ort berücksichtigen und Maßnahmen jeweils anpassen. 

Das Friedrich-Loeffler-Institut und der Deutsche Jagdverband appellieren an Behörden, Jäger und Landwirte bereits jetzt konstruktiv zusammenzuarbeiten. Es gehe vordringlich um bundesweit abgestimmte Maßnahmen, die praktikabel seien. Dies gelte sowohl für die Früherkennung als auch den möglichen Seuchenfall. 

Heute ist Welt-Hunde-Tag. Für 11 Prozent der Haushalte in Deutschland ein Grund zum Feiern. Noch mehr Hundeliebe gibt es in Jägerhaushalten: In zwei Dritteln lebt mindestens ein Vierbeiner. Es muss nicht immer der Dackel sein, zeigt eine aktuelle Befragung des DJV.

Die Tradition der Jagdhunde ist alt. Schon in der Zeit um 10.000 vor Christus begleiteten Vierbeiner den Menschen bei der Jagd und auch heute noch beherzigen viele Jäger den Leitspruch: „Jagd ohne Hund ist Schund“. In zwei Dritteln aller Jägerhaushalte ist mindestens ein vierbeiniger Jagdbegleiter vorhanden – das zeigen aktuelle Umfrageergebnisse, die der Deutschen Jagdverband (DJV) anlässlich des Welt-Hunde-Tags veröffentlicht. Sie sind Jagdgefährten und vollwertige Familienmitglieder zugleich – auch der Umgang mit Kindern ist für sie selbstverständlich. Im Bundesschnitt besitzen nur 11 Prozent aller Haushalte einen Hund.

Besonders beliebt bei Jägern sind Vorstehhunde, wie Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar oder Weimaraner: In jedem vierten Jägerhaushalt kommen sie vor. Ihre Aufgaben bei der Jagd sind vielfältig: Die Hunde sind für alle anfallenden Arbeiten in Feld, Wald und Wasser geeignet. Das besondere Verhalten, das diese Hunde auszeichnet, ist das sogenannte Vorstehen: Wittern sie bei der Suche Wild im hohen Gras, bleiben sie ruckartig davor stehen. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala liegen die kurzbeinigen Teckel (12 Prozent). Diese sind aufgrund ihrer guten Nase sogar für die Suche von verletztem Wild geeignet. Danach kommen Apportierhunde (10 Prozent) und Terrier (8 Prozent). In Deutschland gibt es mehrere Dutzend vom Jagdgebrauchshundverband anerkannte Rassen mit ganz unterschiedlichen Einsatzgebieten.

Gut ausgebildete Hunde sind wichtig für eine weid- und tierschutzgerechte Jagd. Das gilt beispielsweise für herbstliche Stöberjagden auf Reh, Hirsch und Wildschwein: Die eingesetzten Hunde sollen Wildtiere in dichtem Gestrüpp aufstöbern und in Bewegung bringen ohne sie zu hetzen. So kann der Jäger gezielte Schüsse abgeben. Die Ausbildung findet unter anderem im sogenannten Schwarzwildgatter statt: An handzahmen Wildschweinen müssen die Hunde beweisen, dass sie sich nicht selbst gefährden, aber die Schweine finden und in Bewegung setzen können. Wissenschaftliche Stresstests zeigen: Die Wildschweine juckt das nicht. Sogenannte Schweißhunde wiederum werden für das Finden von verletztem Wild trainiert. Sie können eine Spur aus winzigen Blutströpchen auch nach 48 Stunden noch zielsicher verfolgen. Die Ausbildung ist vielfältig und jeweils ausgelegt für den späteren Einsatzbereich des Jagdhundes. Der Einsatz von brauchbaren Hunden bei der Jagd ist übrigens gesetzlich vorgeschrieben und ein Nachweis über erbrachte Leistungen Pflicht.

Jagdhunderassen haben es auch längst in private Wohnzimmer geschafft: Golden Retriever, Setter, Jack-Russel-Terrier oder Vizsla – sie haben ihren Ursprung in der Jagd. Jagdhunde sind grundsätzlich anspruchsvoller in der Haltung als sogenannte Gesellschaftshunde wie Chihuahua, Mops oder Zwergpudel. Weimaraner beispielsweise werden aufgrund ihres schönen Aussehens und den tollen Augen immer beliebter. Leider wird dabei oft vergessen, dass diese Hunde einen starken Jagd- und Beschützerinstinkt haben. Ohne das richtige Training, viel Bewegung und artgerechte Beschäftigung sind Konflikte vorprogrammiert. Jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte an die Worte des kleinen Prinzen denken: „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“

Eine Übersicht über die verschiedenen Jagdhunderassen und ihre
Einsatzgebiete: www.jagdverband.de/content/hunderassen-einsatzgebiete

Auf der Veranstaltung "Kulturlandschaft und Wolf - Koexistenz braucht Bestandsregulierung" hat sich der DJV zum Wolf positioniert: Für eine von der Politik gewünschte Regulation brauche es einen klaren Rechtsrahmen. 

Auf der heutigen Veranstaltung "Kulturlandschaft und Wolf - Koexistenz braucht Bestandsregulierung" hat der Deutsche Jagdverband (DJV) Stellung bezogen zum Umgang mit dem Wolf in Deutschland: Mögliche Lösungsansätze der Politik müssen darauf fokussieren, dem Wolf beizubringen, sich von Mensch und Nutztieren fernzuhalten. Er hat keine angeborene Scheu. Dort, wo sich der Wolf etabliert hat, sinkt die Akzeptanz in der Landbevölkerung teils rapide. Ursachen sind Nutztierrisse und ungewollte Nahbegegnungen. Das Konfliktpotenzial wird laut DJV weiter steigen, da die Population mit über 30 Prozent pro Jahr wächst. Der Wolf ist bereits heute eine Herausforderung für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege.

"Wenn Minister und Ministerpräsidenten angesichts der rasanten Ausbreitung des Wolfes seine Regulation fordern, müssen sie auch den Rechtsrahmen schaffen. Wir brauchen dann praktikable Managementpläne, die auch abseits des Wahlkampfgetößes funktionieren", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke auf der Veranstaltung des Bauernverbandes. Wir prognostizieren, dass eine von der Politik gewollte Regulierung des Wolfes über das Jagdrecht denkbar und praktikabel sei, so Dammann-Tamke weiter. Das intelligente Säugetier würde sehr schnell sein Verhalten anpassen und die Rolle annehmen, die der allgemeinen Erwartungshaltung entspricht: die eines scheuen Wildtiers. Dann würde sich die sinkende Akzeptanz in der Landbevölkerung auch wieder umkehren. In Cuxhaven haben Wölfe kürzlich die ersten Deichschafe gerissen und sich in der Jagdtaktik auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Hierfür brauche es praktikable Antworten, so Dammann-Tamke. Fest steht nach Meinung der Jäger: Das Deichgesetz verbietet eine wolfssichere Zäunung. Eine Verdrahtung der Landschaft widerspricht außerdem dem Naturschutzgedanken von Biotopvernetzung.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa habe eine Beratung am vergangenen Donnerstag zwischen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), dem niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und seinem Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) ergeben, dass künftig komplette «Problemrudel» abgeschossen werden könnten. Auf der vergangenen Agrarministerkonferenz ging Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk laut dpa sogar noch weiter und erklärte, der Wolf sei nicht mehr akut gefährdet. «Auffällige Wölfe müssen getötet werden», forderte Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, in der dpaMeldung. Man brauche nun dringend eine Definition, was ein auffälliger Wolf sei.

Heute ist Welt-Tollwut-Tag: Dank erfolgreicher Impfung von Füchsen gilt Deutschland heute als tollwutfrei. Aber: Ein Risiko durch Fledermausbisse besteht weiterhin. Ohne Tollwut-Virus sind die Fuchsbestände explodiert – zum Leidwesen bedrohter Vogelarten. Fuchsbejagung ist deshalb Artenschutz. 

Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages weist der Deutsche Jagdverband (DJV) darauf hin, dass die terrestrische Tollwut nach Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit seit 2008 aus Deutschland verdrängt ist. Hauptüberträger war der Rotfuchs. Allerdings gibt es in Deutschland 7 weitere Tollwut-Virus-Typen, die beispielsweise durch Fledermausbisse auf den Menschen übertragen werden können. Der DJV rät deshalb, bei apathisch wirkenden Fledermäusen Abstand zu halten und das zuständige Ordnungsamt zu informieren.

Die erfolgreiche Immunisierung bei Füchsen durch behördlich angeordnete Impfköder zwischen 1991 und 2008 hat zwar für den Schutz des Menschen gesorgt, allerdings wird die Fuchspopulation nicht mehr durch Tollwut reduziert. Die Bestände des anpassungsfähigen Fleischfressers haben sich deshalb im selben Zeitraum innerhalb Deutschlands etwa verdreifacht. Leidtragende dieser Entwicklung sind unter anderem am Boden brütende Vogelarten, wie Rebhuhn oder Kiebitz.

Der Fuchs hat hierzulande kaum Fressfeinde, eine natürliche Bestandsregulierung fällt aus. Als Kulturfolger dringt der Fuchs vermehrt in Siedlungen vor und ernährt sich von menschlichen Nahrungsquellen wie Katzenfutter oder Abfällen. Der DJV plädiert zum Schutz der Artenvielfalt für eine konsequente flächendeckende Bejagung des Fuchses mit Waffe und Falle. Geringere Fuchsbestände senken auch das Risiko einer Rückkehr der Tollwut aus Ost- und Südeuropa. Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 55.000 Menschen an Tollwut. Auch in Europa kommt es noch vereinzelt zu Todesfällen. Laut Robert-Koch-Institut stellt die Tollwut vor allem bei Haus- und Wildtieren in Süd- und Osteuropa ein Problem dar.Eine geringe Fuchsdichte verringert das Ausbreitungsrisiko der Tollwut erheblich.

In diesem Zusammenhang wirbt der DJV für das Projekt "Fellwechsel": Jäger können erlegte Füchse und andere Prädatoren wie Waschbär abgeben, aus den Fellen entstehen hochwertige, nachhaltig hergestellte Produkte. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.fellwechsel.org

Früher hießen sie "Waldläufer", heute sind es die "Bushcrafter". Der Grundgedanke ist geblieben: mit einem Minimum an Ausrüstung die Natur entdecken und durch erlernte Fähigkeiten sein Leben sichern. Neben vielen neuen Erfahrungen bleibt dem Bushcrafter vor allem eins: Selbsterkenntnis. Patrick Hoffmann hat für den DJV "Bushcraft 101" gelesen und in der Praxis getestet.

Der ehemalige US-Soldat, Pfadfinder und Autor Dave Canterbury hat sein bereits 2014 auf Englisch erschienenes Standardwerk "Buscraft 101" nun in deutscher Sprache herausgegeben. Das Buch gliedert sich in zwei Teile: die erste Hälfte des Buches behandelt die Vorbereitung des Aufenthalts in der Natur. Wie plant man sein Marschgepäck? Welche Werkzeuge, Seile und Tauwerk, Behälter und Kochutensilien benötigt man? Welche Schutzausrüstung ist wichtig und zu guter Letzt: Wie gelingt das Feuer machen? Canterbury gibt zahlreiche praktische Tipps und erläutert die ersten Überlebenspraktiken in der Wildnis. Von der Einrichtung des Lagerplatzes bis zum Navigieren im Gelände, Baumkunde, Fallenbau und Wildverarbeitung. Im Anhang gibt es einige Wildrezepte sowie Tipps über essbare Pflanzen und Heilpflanzen.

Aber Achtung! Canterbury bezieht sich immer auf den nordamerikanischen Raum - dies betrifft die Pflanzen- und Tierwelt sowie die genannten Jagdarten. Viele Tipps würden in Deutschland gegen Jagd-, Naturschutz- und Tierschutzgesetze verstoßen und sind daher nicht anwendbar. Jäger wissen dies aufgrund ihrer Ausbildung, aber weiß das auch der ambitionierte Bushcrafter? Vorgestellte Fallenarten, wie etwa das Tellereisen, sind in der Bundesrepublik verboten. Ganz abgesehen davon, dass nicht jeder Fallen stellen darf. Auch das Fällen von Bäumen in Landesforsten oder Naturschutzgebieten ist kein Kavaliersdelikt. Aus diesen Gründen muss geltendes Recht vor der Praxisanwendung zunächst geklärt werden, bevor es losgehen kann.

Anfängern erleichtert das Buch den Einstieg ins Bushcraften - egal ob für den Wochenendausflug einen längeren Treckingtrip. Gerade weil Grundsätzliches, wie zu beachtende Witterungsverhältnisse oder der Umgang mit Werkzeugen, behandelt werden. Im Glossar führt Canterbury wichtige Fachbegriffe und Kurzbeschreibungen ein und erleichtert so den Umgang mit Fachthemen. Allerdings ist der Aufbau des Buches an manchen Stellen umständlich. Einige Fachausdrücke werden erst zu spät oder ungenügend eingeführt, was den Lesefluss stört. Beschreibungen, zum Beispiel von der Anwendung einiger Werkzeuge, werden erst nach mehrmaligen Lesen verstanden. Auch könnten einige Erläuterungen noch durch mehr Illustrationen ergänzt werden, um das Verständnis zu erleichtern. Die Beschreibung zum Aufbau eines Tarps, eines wasserfesten Segels als Zeltersatz, ist beispielsweise sehr dürftig und dazu in umständlicher Fachsprache gehalten. Das Buch ist als Praxisführer für Bushcrafter in spe trotzdem hilfreich. Vor der ersten richtigen Expedition sollten allerdings theoretische Kenntnisse erst einmal vorsichtig getestet werden.  

Seine eigenen Fähigkeiten testen, physische und psychische Grenzen unter freiem Himmel ausloten - das liefert nicht nur Erkenntnisse über die Natur, sondern auch über einen selbst. Das Buch Bushcraft 101 bringt Anfängern und Naturinteressierten die Welt der Waldläufer näher und macht Lust auf mehr. Canterbury vermag es, im Leser den Entdeckergeist eines Kindes zu wecken - eine Empfehlung für alle Outdoorfans und die, die es gerne werden wollen. Dave Canterbury ist Lehrer einer Pfadfinderschule in Ohio. Seine Schule gehört zu den 12 besten der USA. Neben seinem Beruf betreibt er einen Youtube-Kanal, der inzwischen knapp 500.000 Abonnenten und 75 Millionen Aufrufe hat.

In einer feierlichen Preisverleihung wurden die besten Schützen der diesjährigen DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen ausgezeichnet. Der Sieger im Gesamtklassement Philipp Sehnert darf nun den Titel "Meister aller Klassen" tragen.

Vom 5. bis 9. September wurde es laut auf dem Schießstand im niedersächsischen Garlstorf. Einmal jährlich richtet der Deutsche Jagdverband (DJV) die DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen aus. Es gab deutlich mehr Anmeldungen als mögliche Teilnehmer, angetreten sind schließlich knapp 690 Schützen in den Disziplinen Lang- und Kurzwaffe in sechs unterschiedlichen Klassen: Alters-, Senioren-, Junioren, Damen- und Kurzwaffenklasse sowie offene Klasse.

Der Deutsche Meister kommt dieses Jahr aus Rheinland-Pfalz: Mit 345 von 350 möglichen Punkten wurde Philipp Sehnert als Meister aller Klassen geehrt. Bester Flintenschütze ist Martin Führer aus Rheinland-Pfalz mit 150 von 150 möglichen Punkten. Bundesmeister im Büchsenschießen mit 199 von 200 möglichen Punkten ist Henning Gruß aus Mecklenburg-Vorpommern. Das Team aus Rheinland-Pfalz gewann mit 1367 Punkten den Titel in der Mannschaftswertung Kombination (Büchse und Flinte).

Bereits zum fünften Mal holte die niedersächsische Damenmannschaft Gold. Als beste Schützin erreichte Ulrike Junge mit 334 Punkten den ersten Platz in der Damenklasse. "Meiner Mannschaft bin ich wirklich sehr dankbar, wir haben uns alle gegenseitig durch den Wettkampf getragen", sagt Junge im Interview mit dem DJV. Sieben Punkte hinter ihr liegt Mannschaftskollegin Carmen Wilshusen auf dem zweiten Platz. Nadine Weers aus Schleswig-Holstein schloss auf Platz drei mit 310 Punkten ab. An der Kurzwaffe gewann Axel Merten aus Nordrhein-Westfalen (197) vor den Baden-Württembergern Armin Reinacher (193) und Julian Keimer (192). Der erste Platz in der Mannschaftswertung Kurzwaffe ging an Niedersachsen.

"Wir freuen uns sehr über die große Teilnehmerzahl und gratulieren allen Siegern herzlich zu den hervorragenden Ergebnissen", sagte DJV-Schießleiter Dr. Torsten Krüger auf der Siegerehrung am letzten Samstag. Alle Ergebnisse, Videos, Interviews und Fotos veröffentlicht der DJV auf jagdverband.de/BMJS17 und auf Facebook.

 

Zu den Interviews mit Philipp Sehnert und Ulrike Junge.

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