Die fünfte Regionalkonferenz des Landesjagdverbandes NRW bildete den vorläufigen Höhepunkt des Jäger-Protests gegen das geplante „ökologische Jagdgesetz“ der Rot-Grünen-Landesregierung. Am Dienstagabend waren mehr als 3.000 Menschen dem Ruf des LJV-NRW gefolgt, um ihrem Ärger in der Stadthalle Bielefeld Luft zu machen.

Die fünfte Regionalkonferenz des Landesjagdverbandes NRW bildete den vorläufigen Höhepunkt des Jäger-Protests gegen das geplante „ökologische Jagdgesetz“ der Rot-Grünen-Landesregierung. Am Dienstagabend waren mehr als 3.000 Menschen dem Ruf des LJV-NRW gefolgt, um ihrem Ärger in der Stadthalle Bielefeld Luft zu machen. Unterstützung erhielten sie vom DJV-Präsidium – DJV-Präsident Hartwig Fischer: „Es geht hier um existenzielle Fragen für eine zukunftsfähige Jagd. Sollte es zur Novelle kommen, wird das Eigentumsrecht in erheblichem Maße eingeschränkt. Wir kämpfen für Artenvielfalt und Nachhaltigkeit - das ist mit dem neuen Entwurf schlicht nicht mehr möglich."

Neben dem FACE-Präsidenten, Baron de Turkheim, waren zahlreiche weitere Verbandsspitzen angereist, um ihre Solidarität mit dem LJV-NRW Ausdruck zu verleihen, darunter Vertreter von JGHV, DFO, BDB und CIC. Philipp Freiherr zu Guttenberg, Vorsitzender des Aktions-bündnisses Forum Natur, sprach stellvertretend für 7 Millionen Menschen des ländlichen Raumes: Es sei verantwortungslos den vermeintlichen Natur- und Tierschutz gegen die Menschen im ländlichen Raum auszuspielen und ein subtiler Angriff auf den ländlichen Raum. Seit 1848 sei die Jagd mit Grund und Boden verbunden. Dieses Eigentumsrecht habe man nicht am Biertisch ausgehandelt, sondern erkämpft.

Den LJV-Livestream verfolgten etwa 1.900 Zuschauer auf den Webseiten des LJV-NRW und des DJV. Die Live-Berichterstattung des DJV via Ticker erreichte über 1.700 und auf Facebook etwa 15.000 Menschen. 

LJV-Livestream:

DJV-Liveticker:

 
Der Unmut über das
Der Unmut über das "ökologische Jagdgesetz" hat tausende Jäger nach Bielefeld gezogen (Quelle: DJV)
Annette Watermann-Krass, SPD:
Annette Watermann-Krass, SPD: "Die Gesellschaft hat sich verändert, das nehmen wir jetzt im Gesetz auf. Wir haben aber auf dem Weg hierher Dinge vernommen, die uns nicht passen. Wir müssen den Dingen also auf den Grund gehen, die Anhörungen kommen noch" (Quelle: DJV)
Norbert Meesters, SPD (Quelle: DJV)
Norbert Meesters, SPD (Quelle: DJV)
Über 3.000 Menschen haben der waidgerechten Jagd ihre Stimme verliehen (Quelle: DJV)
Über 3.000 Menschen haben der waidgerechten Jagd ihre Stimme verliehen (Quelle: DJV)
 Karlheinz Busen, FDP:
Karlheinz Busen, FDP: "Sie wollen die Fallenjagd faktisch abschaffen. Und machen Sie uns nicht glauben, der eingebrachte Gesetzentwurf würde sich noch grundlegend ändern." (Quelle: DJV)
Friedhelm Ortgies, CDU (Quelle: DJV)
Friedhelm Ortgies, CDU (Quelle: DJV)
V.l.:Wilhelm von Trott zu Solz, Vors. der Dt. Delegation von CIC, Steffen Liebig, Präs. des LJV TH, Peter Markett, 1. stv. Vors. des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger und Vors. des LJV NRW der Berufsjäger, Dr. Jens-Jürgen Böckel, Vizepräs. CIC, Philipp Freiherr von und zu Guttenberg, Vors. Aktionsbündnis Forum Natur, Dr. Gert Dittrich, Präs. des LJV SN, Peter Werner, Schatzmeister des LJV HE, Albrecht Hellwig, Vizepräs. des LJV ST, Hartwig Fischer, Präs. des DJV, Joachim Olbrecht, Vizepräs. des LJV BB, Gilbert Baron de Turckheim, Präs. der FACE, Cajus Caesar, MdB , Berichterstatter des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL),  Stv. Vors. des Arbeitskreises Jagd, Fischerei und Natur der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Forstdirektor a.D. Hans-Albrecht Hewicker  Vors. des Dt. Falkenordens, Detlef Zacharias , Vizepräs. des LJV BE, Ralph Müller-Schallenberg , Präs. des LJV NRW (Quelle: Bricke/DJV)
V.l.:Wilhelm von Trott zu Solz, Vors. der Dt. Delegation von CIC, Steffen Liebig, Präs. des LJV TH, Peter Markett, 1. stv. Vors. des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger und Vors. des LJV NRW der Berufsjäger, Dr. Jens-Jürgen Böckel, Vizepräs. CIC, Philipp Freiherr von und zu Guttenberg, Vors. Aktionsbündnis Forum Natur, Dr. Gert Dittrich, Präs. des LJV SN, Peter Werner, Schatzmeister des LJV HE, Albrecht Hellwig, Vizepräs. des LJV ST, Hartwig Fischer, Präs. des DJV, Joachim Olbrecht, Vizepräs. des LJV BB, Gilbert Baron de Turckheim, Präs. der FACE, Cajus Caesar, MdB , Berichterstatter des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Stv. Vors. des Arbeitskreises Jagd, Fischerei und Natur der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Forstdirektor a.D. Hans-Albrecht Hewicker Vors. des Dt. Falkenordens, Detlef Zacharias , Vizepräs. des LJV BE, Ralph Müller-Schallenberg , Präs. des LJV NRW (Quelle: Bricke/DJV)
Grochowiak-Schmieding, Grüne (Quelle: DJV)
Grochowiak-Schmieding, Grüne (Quelle: DJV)
Marc Luerbke, FDP:
Marc Luerbke, FDP: "Die SPD hat 99 Sitze im Landtag, Bündnis 90/Die Grünen nur 29. Es ist Zeit, dass die SPD sich daran auch mal orientiert und die Richtung vorgibt." (Quelle: DJV)
Mit Plakaten und Blashörnern haben die Jagdnaturschützer ihr Unverständnis gegenüber der Gesetzesnovelle verkündet (Quelle: DJV)
Mit Plakaten und Blashörnern haben die Jagdnaturschützer ihr Unverständnis gegenüber der Gesetzesnovelle verkündet (Quelle: DJV)
LJV-Präsident Ralph Müller-Schalenberg:
LJV-Präsident Ralph Müller-Schalenberg: "Es geht nicht um ein Bleiverbot bei Jagdmunition. Das ist schlicht unmöglich. Es geht um eine Minimierung. Und das fällt in die Bundeskompetenz!" (Quelle: DJV)
Phillipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur:
Phillipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur: "Es ist schon erstaunlich, dass Rot-Grün eine solche Politik betreibt, die den ländlichen Raum verachtet. Das Eigentum wird mit Füßen getreten!" (Quelle: DJV)
Auch Landtags- und Bundestagsabgeordnete sind erschienen (Quelle: DJV)
Auch Landtags- und Bundestagsabgeordnete sind erschienen (Quelle: DJV)

Aufgrund des großen Andrangs auf den vier zurückliegenden NRW-Regionalkonferenzen verlegt der LJV-NRW die Abschlussveranstaltung am 18. November 2014 vorsorglich in die Stadthalle Bielefeld.

Aufgrund des großen Andrangs auf den vier zurückliegenden NRW-Regionalkonferenzen verlegt der LJV-NRW die Abschlussveranstaltung am 18. November 2014 vorsorglich in die Stadthalle Bielefeld. Bei der fünften Regionalkonferenz zum geplanten „ökologischen“ Jagdgesetz wird das DJV-Präsidium teilnehmen. Auch Vertreter des europäischen Dachverbands der Jäger, FACE, suchen den Schulterschluss mit dem LJV-NRW, ebenso wie Vertreter des Jagdgebrauchshundverbands (JGHV), des Deutschen Falkenorden (DFO), des Bundesverbands Deutscher Berufsjäger (BDB) sowie des internationalen Jagdverbandes CIC. Philipp Freiherr zu Guttenberg, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur, wird bei der Schlusskonferenz für über 7 Millionen Menschen des ländlichen Raumes sprechen. Auch Bundespolitiker und Vertreter anderer Institutionen sowie viele Jägerinnen und Jäger haben ihr Kommen angekündigt.  

Der DJV berichtet live via DJV-Ticker, Twitter und Facebook. Interessierte haben die Möglichkeit Fragen zu stellen. Diese werden dann von DJV-Vizepräsident Dr. Hermann Hallermann an das Podium gerichtet. Der LJV-Livestream kann auf www.ljv-nrw.de und www.jagdverband.de abgerufen werden.

An den ersten vier Regionalkonferenzen nahmen insgesamt mehr als 10.000 Menschen teil. Zusätzlich verfolgten etwa 6.500 Interessierte den LJV-Livestream im Internet. Der Liveticker des DJV zu den Veranstaltungen in Münster und Werl wurde über 6.000 Mal aufgerufen. Auf Facebook erreichten die DJV-Beiträge zum Thema etwa 34.000 Nutzer.    

Neuer Veranstaltungsort:
Stadthalle Bielefeld
Willy-Brandt-Platz 1
33602 Bielefeld

Jäger fordern persönliches Engagement von Ministerpräsidentin Kraft

Der Landesjagdverband hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aufgefordert, sich persönlich um das Landesjagdgesetz zu kümmern und bei dem Mitte November erwarteten Kabinettsentwurf für wesentliche Änderungen am Entwurf von Umweltminister Remmel (Grüne) zu sorgen. „Ein solches Engagement der Regierungschefin erwarten wir nach den Ankündigungen der SPD“, sagte Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes.

ama Do., 2014-11-06 14:56

3.200 Menschen vor Ort, 5.000 Interessierte bei Facebook, 2.200 Zuschauer via LJV-Livestream und 1.500 Menschen im DJV-Liveticker: Noch nie war die Beteiligung größer. Auch 25 Jagdgegner fanden den Weg nach Werl.

Dr. Hermann Hallermann, Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), hat aus den rund 300 Livetickerkommentaren drei Fragen ausgewählt und direkt an die Politiker gestellt. Die Frage an Annette Watermann-Krass (SPD) als Beispiel: „Auf welche Tierart würde sich das Vorhandensein im Katalog der bejagbaren Arten negativ auswirken?“ Die Antwort von Watermann-Krass: „Auf keine!“ Knapp 10.000 Jägerinnen und Jäger haben bei den bisher vier Veranstaltungen ihren Standpunkt zum ökologischen Jagdgesetz zum Ausdruck gebracht. Bei der abschließenden Regionalkonferenz am 18. November in Bielefeld wird das gesamte DJV-Präsidium um den DJV-Präsidenten Hartwig Fischer teilnehmen. Auch Vertreter des internationalen Jagdverbandes CIC suchen den Schulterschluss, unter anderem mit dem europäischen Dachverband der Jäger FACE, die ebenfalls anwesend sein werden. Zudem nimmt der Vorsitzende des Aktionsbündnisses Forum Natur, Philipp Freiherr zu Guttenberg, teil. Dieser wird bei der Schlusskonferenz für über 7 Millionen Menschen des ländlichen Raumes sprechen. Auch Bundespolitiker haben ihr Kommen angekündigt. Der DJV wird wieder über DJV-Ticker, Twitter und Facebook live berichten und den LJV-Livestream unterstützen.

LJV und DJV laden auf der Regionalkonferenz ein zum Dialog

(Berlin/Dortmund, 24. Oktober 2014) Die vierte Regionalkonferenz des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen findet am Dienstag, 28. Oktober 2014, in Werl für den Regierungsbezirk Arnsberg statt. Wegen des großen Erfolges wird dort erneut ein LJV-Livestream angeboten: Auf www.ljv-nrw.de und auf www.jagdverband.de können Interessierte die gesamte Veranstaltung in Echtzeit verfolgen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) wird vor Ort sein und über Twitter und Facebook die wichtigsten Rede- und Diskussionsbeiträge veröffentlichen. Mit einem Liveticker protokolliert der DJV zudem die gesamte Veranstaltung zum Nachlesen – in Echtzeit. Die Kommentarfunktion ermöglicht Fragen an das Podium. Auch per Facebook und Twitter sind Fragen unter „#RKNRW“ an Politiker und Verbandsvertreter vor Ort möglich. Über Live-Ticker und Live-Stream bei den Veranstaltungen in Münster und Wesel waren bislang mehr als 3.000 Menschen online dabei.

LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg: „Das Interesse an unseren Regionalkonferenzen mit bisher 6.000 Teilnehmern vor Ort und 3.000 im Netz ist überwältigend. Mit den Sozialen Medien wollen wir auch allen außerhalb der Protestsäle die Möglichkeit geben, ihre Meinung über das geplante NRW-Jagdgesetz einzubringen.“

Protest gegen Landesjagdgesetz erreicht Ministerpräsidentin Kraft

Der Landesjagdverband und seine Partner im ländlichen Raum machen weiter Druck gegen den von Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis90/Die Grünen) stammenden Entwurf für ein neues NRW-Jagdgesetz. Die Verbände mit insgesamt 500.000 Mitgliedern wollen jetzt mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprechen. „Die bisherigen Reaktionen auf den Gesetzentwurf sollten den Regierenden ein Alarmsignal sein.

ama Mi., 2014-10-22 11:59
Live Blog LJV NRW Zweite Regionalkonferenz, Münster, 9. Oktober 2014
 

Mit dem geplanten „ökologischen“ Jagdgesetz will Minister Remmel in Nordrhein-Westfalen unter anderem den Katalog der jagdbaren Arten massiv einschränken, die flächendeckende Bejagung aushebeln, Bau- und Fangjagd verbieten, die tierschutzgerechte Jagdhundeausbildung unmöglich machen und den Abschuss verwilderter Katzen verbieten. Die Folgen für die Kulturlandschaft wären fatal.

Mit dem geplanten „ökologischen“ Jagdgesetz will Minister Remmel in Nordrhein-Westfalen unter anderem den Katalog der jagdbaren Arten massiv einschränken, die flächendeckende Bejagung aushebeln, Bau- und Fangjagd verbieten, die tierschutzgerechte Jagdhundeausbildung unmöglich machen und den Abschuss verwilderter Katzen verbieten. Die Folgen für die Kulturlandschaft wären fatal, so das Urteil des Zentralausschusses Jagd (ZAJ), der sich unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) mit jagdlichen Fragen beschäftigt. „Wer aus Klientelpolitik die flächendeckende Bejagung opfern will, sollte auch über die Folgen informieren“, sagte Phillipp zu Guttenberg, der im AFN die Interessen von sechs Millionen Landnutzern vertritt. „Das ist völlig inakzeptabel.“

„Bei allem Respekt vor der Gewissensfreiheit und -entscheidung des Einzelnen, die Jagd aus ethischen Gründen abzulehnen: Die Ausweitung der Gewissensfreiheit auf juristische Personen wäre gleichbedeutend mit großflächigen Jagdverbotszonen. Dies ist ein nicht hinnehmbarer Eingriff in die Eigentumsrechte Dritter, der fatale volkswirtschaftliche Folgen nach sich ziehen kann, etwa ausufernde Wildschäden auf angrenzenden Flächen und Seuchenzüge in großem Stil“, so Guttenberg. Wer verantwortet, dass Wildschweine bei einer jährlichen Vermehrungsrate von bis zu 300 Prozent nur beschränkt oder gar nicht bejagt werden, nimmt billigend in Kauf, dass bei Ausbruch der Schweinepest tausende Wildschweine sterben können. Schlimmer wiegt jedoch, dass dann auch Hausschweine zu Tausenden durch Massenkeulungen vorsorglich getötet werden müssen. „Für eine Partei, die sich den Tierschutz auf die Fahnen geschrieben hat, ist das ein Armutszeugnis. Einen absoluten Schutz vor Seuchen bietet die Jagd zwar nicht, aber sie kann das Risiko minimieren. Was spricht dagegen, das natürliche Wildfleisch jagdlich zu nutzen, anstatt Tiere elendig an Seuchen sterben zu lassen“, so Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV).

Der ZAJ kritisiert, dass das bewährte Prinzip der Hegepflicht durch die Herabsetzung der Mindestpachtdauer torpediert wird. Nur wer langfristig Verantwortung für ein Revier übernehmen kann, ist auch bereit, in die Biotopgestaltung zu investieren und damit aktiven Artenschutz zu betreiben. Offenlandarten unterliegen verschiedenen Einflussfaktoren: Witterung, Lebensraum und Räubern. „Das Wetter können wir nicht ändern, aber Lebensräume verbessern und Fressfeinde reduzieren“, so Fischer. Einschränkungen der Bau- und Fangjagd sind nach Auffassung des ZAJ kontraproduktiv für den Artenschutz, da insbesondere Raubsäuger Gelege und Jungvögel bedrohter Vogelarten fressen. Verwilderte Katzen sind eine gesellschaftliche Herausforderung, die sich mit einem Abschussverbot nicht lösen lässt: Eine der rund zwei Millionen verwilderten Katzen in Deutschland kann in der Brut- und Setzzeit bis zu 1.000 Tiere erbeuten. Neben einer bundesweiten Kastrations- und Registrierungspflicht in Siedlungen muss der Abschuss verwilderter Katzen in Wald und Feld weiterhin möglich sein, fordert der ZAJ.

Der ZAJ wird sich dafür einsetzen, dass das Thema alternative Jagdmunition bundesweit einheitlich geregelt wird. „Es ist für uns völlig unverständlich, dass nach den Beschlüssen der Agrarministerkonferenzen einige Länder an dieser Frage vorpreschen. Der vom Bund eingeschlagene, wissensbasierte Weg muss konsequent zu Ende gegangen werden“, so Fischer. Es hat sich in Studien des Bundeslandwirtschaftsministeriums gezeigt, dass sowohl bleifreie als auch bleihaltige Munition am Markt ist, die nicht tierschutzgerecht tötet. Daher müssen diese Erkenntnisse im Bundesjagdgesetz umgesetzt werden. Tierschutz ist nicht teilbar und hört nicht an Ländergrenzen auf: Tierversuche mit Munition in freier Wildbahn lehnt der ZAJ entschieden ab. An den hohen ethischen Ansprüchen der Jägerschaft an die Munition sollte sich auch Minister Remmel messen lassen.

Wer eine tierschutzgerechtere Jagd fordert, muss auch die bereits tierschutzgerechte Jagdhundeausbildung weiterhin ermöglichen. Diese Ausbildungsform ist derzeit alternativlos. 

Es bleibt laut Guttenberg und Fischer das Fazit: Der Entwurf des Landesjagdgesetzes in NRW ist ein Schlag ins Gesicht der Grundeigentümer und Jäger und bedeutet eine weitere Zersplitterung des Jagdrechts in Deutschland. Jede Beschneidung, etwa im Katalog der jagdbaren Arten, ist eine Beschneidung des Eigentums- und Handlungsfreiheitsrechts. Jagdrecht ist ein Nutzungs- aber insbesondere auch ein Schutzrecht: Seltene Arten, die dem Jagdrecht unterliegen, profitieren von der Hegeverpflichtung, die für Jäger gilt, ja sogar gesetzlich verankert ist.

Der Gesetzentwurf des zuständigen NRW-Ministers Johannes Remmel für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes enthält akzeptable, bedenkliche und nicht hinnehmbare Positionen.

Der Gesetzentwurf des zuständigen NRW-Ministers Johannes Remmel für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes enthält akzeptable, bedenkliche und nicht hinnehmbare Positionen. „Die nordrhein-westfälische Jägerschaft wird in den kommenden Wochen und Monaten die Debatte darüber intensiv führen und bis zur Verabschiedung im Landtag weitere Verbesserungen erreichen“, sagte Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (LJV) in einer ersten Stellungnahme.

Klar sei allerdings schon jetzt, dass die Positionen extremer Jagdgegner vernünftigerweise keine durchschlagende Resonanz finden. Müller-Schallenberg: „In NRW wird die Jagd nicht abgeschafft. Dafür gibt es weder eine politische noch eine rechtliche Grundlage.“ Dies habe der LJV in den vergangenen zwei Jahren in Gesprächen mit der Landesregierung und im Landtag offensichtlich klarstellen können.

Nun komme es vor allem darauf an, die von der Landesregierung gewollte Gesetzesänderung mit den Erfordernissen effizienter und tierschutzgerechter Jagdpraxis in Einklang zu bringen. Müller-Schallenberg ließ keinen Zweifel daran, dass dies bereits mit den derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen hinreichend möglich ist.

Der LJV werde weiterhin die Interessen von Jagd und Jägern mit aller Entschlossenheit überall im Lande vertreten und die jagdliche Basis in die Meinungsbildung zum Gesetzentwurf aktiv einbeziehen. Daher hat der Verband mit den 52 Kreisjägerschaften zu Regionalkonferenzen in den fünf NRW-Regierungsbezirken eingeladen. Dazu gehören auch alle NRW-Partnerverbände für den ländlichen Raum, die in den Wahlkreisen ansässigen Landtagsabgeordneten und örtliche Politiker, die ebenfalls zu den Regionalkonferenzen eingeladen sind. Unterstützung findet der LJV auch durch den Deutschen Jagdverband und die europäische Interessenvertretung.

Sie alle bekräftigen das von den Partnerverbänden für den ländlichen Raum veröffentlichte Positionspapier, in dem vor allem zwölf Punkte vertreten werden:

  • Fütterung des Wildes in Notzeiten muss möglich bleiben
  • Kein Kirrverbot bei der Wildschweinbejagung
  • Frei lebende Tierwelt vor wildernden Katzen und Hunden schützen
  • Tierschutzgerechte Hundeausbildung beibehalten
  • Baujagd in NRW sichern
  • Zerstückelung von Jagdrevieren unterbinden
  • Katalog der Tierarten im Jagdrecht umfassend erhalten
  • Auswildern frei lebender Tierarten weiter ermöglichen
  • Sinnvolle Jagd- und Schonzeiten sichern
  • Fangjagd als angewandten Naturschutz sichern
  • Keine Jagdbeschränkungen zu Lasten der Landwirtschaft
  • Keine Jagdbeschränkungen zu Lasten der Grundeigentümer

 

Nachdem nun der Gesetzentwurf vorliegt, hat der Landesjagdverband die Regionalkonferenzen zu folgenden Terminen festgelegt:

Regierungsbezirk Köln
Dienstag, 7. Oktober, 19 Uhr, Köln, Gürzenich Köln

Regierungsbezirk Münster
Donnerstag, 9. Oktober, 19 Uhr, Münster, Halle Münsterland

Regierungsbezirk Düsseldorf
Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr, Wesel, Niederrheinhalle

Regierungsbezirk Arnsberg
Dienstag, 28. Oktober 2014, 19 Uhr, Werl, Stadthalle

Regierungsbezirk Detmold
Dienstag, 18. November 2014, 19 Uhr, Bielefeld, Rudolf-Oetker-Halle

 

Pressekontakt:
Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Andreas Schneider
Gabelsbergerstraße 2
44141 Dortmund

Tel.: 0231/2868-810
Fax: 0231/2868-888
E-Mail: aschneider@ljv-nrw.de

Jagdrecht ideologiefrei und mit Augenmaß weiterentwickeln

Die zehn Partnerverbände im ländlichen Raum fordern Augenmaß und Sachlichkeit beim bevorstehenden Gesetzgebungsverfahren zur Novellierung des Landesjagdgesetzes NRW.

tbr Di., 2014-09-09 08:30
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