Mit seinen 25 Jahren gehört Meik Blöbaum zu den jüngsten Jagdschützen Deutschlands – und er ist bereits Bundesmeister. Wie sich der Feinwerkmechanikermeister auf die 60. Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen vorbereitet hat, erklärt er im DJV-Interview.

DJV: „Herr Blöbaum, herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft! Wie geht es Ihnen?“

Meik Blöbaum: „Ich kann es, ehrlich gesagt, noch gar nicht glauben. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Zum Glück habe ich Urlaub genommen, sodass ich Zeit habe, mich an den Gedanken zu gewöhnen.“

„Nur ein Schütze war jünger als Sie und hat das gleiche Ergebnis geschossen, Stefan Schlagge aus Niedersachsen mit 24 Jahren im Jahr 1998. 346 Punkte erfordern einiges an Training. Wie machen Sie das?

"Ich trainiere im Schnitt zwei bis drei Mal pro Monat und dann etwa drei bis vier Stunden. Länger zu schießen bringt nichts, da dann die Konzentration nachlässt und Schießsport ist im Wesentlichen pure Konzentrationssache. In diesem Jahr habe ich zusätzlich etwa 30 Wettkämpfe geschossen, auch Jagdparcours. Das war vielleicht der Unterschied."

„Sie wohnen nur 100 km vom Schießstand in Liebenau entfernt. Heimvorteil?“

"Nein, wenn man von einem „Heimatschießstand“ sprechen kann, dann wäre der in der Nähe von Osnabrück. Aber eigentlich trainiere ich deutschlandweit."

„Warum?“

Ganz einfach, trainiert man nur auf einem Stand, gewöhnt man sich zu sehr an diesen. Ganz schnell wird man dann „Standmeister“ und denkt, man kann schießen. Aber auf anderen Ständen sind die Gegebenheiten anders. Mein Ziel ist es, auf allen Ständen gut zu sein.

„Ist das nicht wahnsinnig zeitaufwendig neben Ihrem Job als Feinwerkmechanikermeister?“

"Zeit ist die ausschlaggebende Komponente, das ist richtig. Weil ich 2010 bis 2012 meine Meisterprüfung abgelegt habe, hatte ich auch drei Jahre keine Zeit für’s jagdliche Schießen. Umso besser, dass es jetzt so gut geklappt hat. Manche trainieren auch zwei bis drei Mal die Woche. Das würde ich nicht schaffen."

"Mit welchen Waffen schießen Sie?"

"Als Flinte schieße ich eine Blaser F3, als Büchse eine Blaser R93 mit einem Zeiss V8."

"Seit wann jagen sie überhaupt?"

"Meinen Jagdschein habe ich 2006 gemacht. Leider habe ich hier wenige Jagdgelegenheiten, obwohl die Krähen- und Taubenjagd meine Lieblingsjagden sind."

"Also sind Sie eher Flintenschütze?"

"Definitiv. Büchsenschießen ist eigentlich nicht meins, aber auf der Meisterschaft hatte ich einfach einen guten Tag. Vielleicht lag es auch am neuen Zielfernrohr, dass ich mir zwei Wochen vor der Meisterschaft montiert habe."

"Sie montieren sich zwei Wochen vor dem Bundeswettbewerb neues Material? – Ist das nicht ein wenig mutig?"

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"

"Etwas, was Sie noch loswerden wollen?"

"Ich würde gern meiner Familie danken, die mich unterstützt hat und Andreas Lange von Waldzeit für die Ausrüstung. Einen herzlichen Dank auch an Alexander Sprick, mit dem ich zwischendurch trainiert habe. Ich danke der Kreisjägerschaft Herford und Gütersloh und dem Verein für jagdliches Schießen Dissen a.T.W und Umgebung e.V.."

Rheinland-Pfälzerin siegt im jagdlichen Schießen

Die neue Europameisterin im jagdlichen Schießen heißt Sabine Sauer. Mit 721 Punkten ließ die 26-jährige Jägerin und Offiziersanwärterin in der Kombination die schwedische Konkurrentin Hanna Stahl (682 Punkte) und die Norwegerin Lene Storbak (678 Punkte) klar hinter sich. Auch der Leiter des deutschen Teams Peter Clemens aus Rheinland-Pfalz ist begeistert: „Sabine kam, sah und siegte.“ Den fünften Platz belegte mit Carmen Brand-Wilshusen aus Niedersachsen ebenfalls eine Deutsche.

Auch das deutsche Männerteam punktete beim Büchsenschießen. Martin Führer, Gerrit Hartig, Egon Marmit, Johannes Pott, Antonius Wulfers und Claus Schäfer sicherten sich nach einem dramatischen Durchgang mit den punktgleichen Finnen erst in einem Stechen den zweiten Platz.

Die Ergebnislisten sind abrufbar unter http://bit.ly/EMjagdlschießen2014. Im DJV-Interview ist die neue Europameisterin im jagdlichen Schießen am 8. Juli 2014.

Das jagdliche Schießen fördert Übung und Fertigkeit im Umgang mit Jagdwaffen.

Die ethisch und gesetzlich verankerten Grundsätze des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit fordern von jedem Jäger, das Wild so zu erlegen, dass ihm vermeidbare Schmerzen und Leiden erspart bleiben. Daneben sind bei der Jagdausübung die Erfordernisse der öffentlichen Sicherheit zu beachten, damit bei der Handhabung der Waffen niemand gefährdet wird. Eine regelmäßige Teilnahme am jagdlichen Schießen soll dazu führen, dass jeder Jäger diesen Forderungen in steigendem Maße entsprechen kann.

Zur Förderung der Schießleistungen veranstaltet der DJV jährlich eine Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen. Die besten deutschen Schützen messen sich auf den Europameisterschaften. Für bestimmte Fertigkeiten gibt es Leistungsabzeichen, die etwa zwei Mal im Jahr beim Groß-Gold-Schießen erlangt werden können.

Lesen Sie hier in der aktuellen DJV-Schießstandordnung u. Schießvorschrift oder erwerben Sie diese im DJV-Shop!

Der DJV richtet einmal jährlich eine DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen aus. Diese findet an wechselnden Standorten statt.

In den letzten Jahren hat sich die Teilnehmerzahl stetig erhöht und liegt momentan bei rund 700 Jägerinnen und Jägern, die ihre Leistungen untereinander messen. Die Wertung erfolgt in unterschiedlichen Klassen. Geschossen wird sowohl mit Flinte und Büchse, als auch mit der Kurzwaffe nach den Vorgaben der DJV-Schießvorschrift.

Rheinland-Pfälzerin siegt im jagdlichen Schießen

Die neue Europameisterin im jagdlichen Schießen heißt Sabine Sauer. Mit 721 Punkten ließ die 26-jährige Jägerin und Offiziersanwärterin in der Kombination die schwedische Konkurrentin Hanna Stahl (682 Punkte) und die Norwegerin Lene Storbak (678 Punkte) klar hinter sich. Auch der Leiter des deutschen Teams Peter Clemens aus Rheinland-Pfalz ist begeistert: „Sabine kam, sah und siegte.“ Den fünften Platz belegte mit Carmen Brand-Wilshusen aus Niedersachsen ebenfalls eine Deutsche.

Auch das deutsche Männerteam punktete beim Büchsenschießen. Martin Führer, Gerrit Hartig, Egon Marmit, Johannes Pott, Antonius Wulfers und Claus Schäfer sicherten sich nach einem dramatischen Durchgang mit den punktgleichen Finnen erst in einem Stechen den zweiten Platz.

Die Ergebnislisten sind abrufbar unter http://bit.ly/EMjagdlschießen2014.

Die neue Europameisterin im DJV-Interview vom 8. Juli 2014.

Die Europameisterschaft 2015 findet vom 29.Juni bis 6. Juli in Pisek (Tschechien) statt. 

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