Im EU-Parlament in Brüssel fand am 15. September 2015 eine Sitzung der fraktionsübergreifenden Intergruppe „Biodiversität, Jagd und ländliche Räume“ zum Thema „Rückkehr des Wolf nach Europa“ statt. Der Landesjagdverband Sachsen hatte diese Tagung angeregt. Sie wurde von FACE, dem Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, organisiert und vom Deutschen Jagdverband (DJV) unterstützt.

Im EU-Parlament in Brüssel fand am 15. September 2015 eine Sitzung der fraktionsübergreifenden Intergruppe „Biodiversität, Jagd und ländliche Räume“ zum Thema „Rückkehr des Wolfes nach Europa“ statt. Der Landesjagdverband Sachsen hatte diese Tagung angeregt. Sie wurde von FACE, dem Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, organisiert und vom Deutschen Jagdverband (DJV) unterstützt.

"Der Wolf ist uns willkommen", sagt Karl-Heinz Florenz, Vorsitzender der Intergruppe, „er darf sich aber nicht völlig unkontrolliert ausbreiten. Auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und vor allem Monitoringdaten muss eine Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen gefunden werden, wobei auch die örtliche Bevölkerung stets beteiligt und eingebunden werden muss.“

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Auch Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, warnte vor einer Welle, die die wenigsten in ihrer Intensität bislang erkannt hätten, indem er den jährlichen Zuwachs des aktuellen Wolfsbestandes in Deutschland von derzeit etwa 350 adulten Tieren mit 30 bis 40 Prozent bezifferte. „Die Menschen vor Ort sind in höchstem Maße verunsichert", so Dammann-Tamke, "von daher seien schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, wie man die schnell wachsende Wolfspopulation künftig managen will“.

Teilnehmer der Intergruppensitzung „Biodiversität, Jagd und ländliche Räume“„Aus unserer Sicht ist die deutsch-westpolnische Wolfspopulation mit der nordostpolnisch-baltischen Population bereits zusammengewachsen – dies belegen auch genetische Untersuchungen eindeutig“, so Dammann-Tamke weiter. Deshalb forderte er die EU-Kommission und das Bundesumweltministerium auf, nicht länger von getrennten Populationen zu sprechen und in Konsequenz dessen die Einstufung des Wolfes als Anhang-IV-Art der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Damit würden die Möglichkeiten der Behörden zum Verwaltungshandeln erweitert. Derzeit genießt der Wolf über das EU-Recht und dem darauf gründenden Bundesnaturschutzgesetz höchsten Schutz. Ein Vertreter der EU-Kommission hob allerdings hervor, dass die Richtlinie auch bei Anhang-IV-Arten den Mitgliedsstaaten erhebliche Spielräume belässt, wenn sich diese im „günstigen Erhaltungszustand“  befinden. Diese Möglichkeiten seien allerdings im Bundesnaturschutzgesetz nicht vollständig umgesetzt.

Das Thema Wolf wird die EU-Ebene in Brüssel auch weiterhin beschäftigen. Über die EU-Plattform zu den großen Beutegreifern wird versucht zu Lösungen im Zusammenleben mit dem Menschen zu gelangen.

Der Wolf zeigt in vielen europäischen Ländern eine Populationszunahme. Während der Naturschutz darin im Wesentlichen eine Bereicherung für die Artenvielfalt sieht, kommt es auf der anderen Seite aber auch zunehmend zu Konflikten, hier insbesondere mit Nutztierhaltern. Wie diese über gezielte Managementmaßnahmen minimiert werden können, schilderten Referenten aus einer Reihe von unterschiedlichen Mitgliedsstaaten wie Finnland, Rumänien oder der Slowakei, die seit längerem  Erfahrungen mit dem Umgang des Wolfes haben.

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Dr. Michl Ebner Präsident des europäischen Jägerverbands,  Dr. Böhning Vizepräsident

Die Generalversammlung von FACE, dem Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, hat in Brüssel einen neuen Vorstand gewählt. Dr. Michl Ebner aus Südtirol wird künftig als Präsident die Geschicke von FACE leiten. Der 62-jährige gelernte Journalist war lange Jahre Mitglied des Italienischen und danach des Europäischen Parlaments. Dr. Ebner spricht fließend deutsch und italienisch. Dr. Volker Böhning, Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des DJV-Präsidiums, vertritt künftig als Vizepräsident die Belange der deutschen Jäger und ist Mitglied des fünfköpfigen FACE-Vorstandes. Er folgt auf Jochen Borchert, der seit 2003 FACE-Vizepräsident war. „Die Arbeit auf der europäischen Ebene bekommt auch für die Jagd in Deutschland einen immer höheren Stellenwert“, hebt Dr. Böhning hervor und nennt dabei vor allem die laufende Überprüfung der europäischen Naturschutzrichtlinien, den Umgang mit Wölfen, aber auch die Waffengesetzgebung und die Vorschriften zur Lebensmittelhygiene. Der langjährige FACE-Präsident Gilbert Baron de Turckheim war zur Wahl nicht wieder angetreten und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Jochen Borchert wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Unter dem Motto „Hände weg vom Jagdrecht – Keine Aushöhlung durch die neue Jagdverordnung“ rufen DJV und LJV-Hessen zur Demonstration in Wiesbaden auf.

Unter dem Motto „Hände weg vom Jagdrecht – Keine Aushöhlung durch die neue Jagdverordnung“ rufen DJV und LJV-Hessen zur Demonstration in Wiesbaden auf.

Ablauf:

  • ab 10:30 Uhr Sammeln der Jäger vor dem Hauptbahnhof in Wiesbaden.
  • 11:00 Uhr Beginn des Demonstrationszuges.
  • 12:00 Uhr Kundgebung vor der hessischen Staatskanzlei.

 

Bitte nehmen Sie mit ihrem örtlichen Jagdverein Kontakt auf: Die Vereinsvorstände sind umfassend informiert, viele Jagdvereine organisieren Busfahrten zur Demo nach Wiesbanden! Der DJV unterstützt Jäger, die von außerhalb Hessens anreisen.

LJV-Präsident Jürgen Ellenberger ruft zur Teilnahme auf:

Wir wollen gemeinsam in orangeroter Signalkleidung demonstrieren. Daher bringen Sie bitte mindestens eine Signalweste, besser noch Hutband oder Schal und vollständige Signaljacke mit. Mit Jagdsignalen und Fanfaren werden wir uns Gehör verschaffen!

Bitte beachten:  Während der Demonstration und der Kundgebung sind keine Tiere erlaubt, unseren Jagdhunden ersparen wir den Trubel also von vornherein. Ebenso sind Gegenstände wie Angelruten, Jagdmesser, Werkzeuge usw. nicht erwünscht.

Unsere Demonstrationsroute wird ein ca. 30 Minütiger Marsch vom Hauptbahnhof bis zur hessischen Staatskanzlei sein. Hier findet dann die eigentliche Kundgebung statt, zu der wir Redner der politischen Parteien sowie der befreundeten Verbände erwarten.

Infos zur Anreise nach Wiesbaden

Private Anreise:

Wenn Sie eigenständig zur Demo anreisen möchten oder keinem Jagdverein angehören der einen Bustransfer organisiert, sind sie uns genauso herzlich willkommen. Damit wir einen besseren Überblick über die zu erwartende Teilnehmerzahl bekommen, melden Sie sich bitte per Mail an die Geschäftsstelle an.

Anreise mit Bussen:

Offizielle Informationen zu Bushaltestellen und Busparkplätzen in Wiesbaden.

Parkplätze in Wiesbaden

Material zum Teilen und Ausdrucken

Demoplakat mit allen Infos zur Veranstaltung
Druckbar bis DIN A2

Demoplakat Hessen Druckauflösung
3 Videos:
Aufruf von DJV-Präsident Hartwig Fischer

 

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4 Videos:
Aufruf von Jürgen Ellenberger (Präsident LJV Hessen) 

 

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Jagdverbände sprechen Betroffenen tiefes Mitgefühl aus. Am Abend des 9. September ist es in der Nähe von Nauen an einem Feldrand zu einem Jagdunfall gekommen, bei dem ein Mann tödlich verletzt wurde. Eine Frau wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus, nähere Umstände sind noch nicht bekannt.

Am Abend des 9. September ist es im Nauener Ortsteil Tietzow / Brandenburg an einem Feldrand zu einem Jagdunfall gekommen, bei dem ein Mann tödlich verletzt wurde. Eine Frau wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus, nähere Umstände sind noch nicht bekannt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) bedauern das Ereignis außerordentlich, können jedoch aufgrund der aktuellen Informationslage keine weitere Stellung beziehen. „Wir sind geschockt und tief betroffen“, sagt Wolfgang Bethe, Präsident des LJVB. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Der jungen Frau wünschen wir von Herzen gute Genesung.“ Ob der Unglücksschütze aus Brandenburg stammt und ob er Mitglied des LJVB ist, ist noch nicht bekannt.

„Jeder Jagdunfall ist einer zu viel“, bedauert Torsten Reinwald, DJV-Pressesprecher, die Geschehnisse in Brandenburg. Die Wahrscheinlichkeit, dass wie in diesem Fall  ein Unbeteiligter zu Schaden kommt, ist äußerst gering. 2014 gab es in ganz Deutschland vier tödliche Jagdunfälle – stets war ein unmittelbar an der Jagd Beteiligter betroffen. Jagd ist vergleichsweise risikoarm. Der DJV hat die offiziellen Statistiken zu Unfällen mit Schusswaffen, die Unfälle der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SLFG) sowie alle dpa-Meldungen von 2008 bis 2014 ausgewertet. Die Wahrscheinlichkeit als Jäger durch eine Jagdwaffe zu verunglücken lag in den Jahren immer unter 0,001%. Demnach ist es im Durchschnitt acht Mal wahrscheinlicher als Bergwanderer beim Wandern zu sterben als auf der Jagd.

Zum jagdlichen Wettkampfschießen brachte ihn sein eigener Anspruch an Waidgerechtigkeit. Jetzt ist er Bundesmeister im jagdlichen Schießen! Christian Beitsch im DJV-Interview.

Christian Beitsch ist mit 345 von 350 Punkten Bundesmeister im jagdlichen Schießen im Gesamtklassement geworden. Über den langen Weg zum Bundesmeister erzählt der 37-Jährige im DJV-Interview.

DJV: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Was für eine Leistung! War das schon immer ihr Ziel?

Beitsch: Ja, das war immer das große Ziel. Ich habe im Jahr 2000 in Sachsen während meines Forstwissenschaftsstudium  das jagdliche Schießen entdeckt und angefangen regelmäßig zu trainieren, um tierschutzgerecht zu jagen. Daraus hat sich das Wettkampf-Schießen entwickelt. Natürlich hatte ich auch einen sehr guten Trainer: den heutigen DJV-Schießleiter Dr. Torsten Krüger. Er hat meine Technik extrem verbessert, besonders im Flintenschießen. Ich war mit der Flinte auch schon zwei Mal Bundesmeister. Irgendwann hat man aber den Wunsch Bundesmeister im Gesamtklassement zu werden.

Jetzt haben Sie Ihr Ziel erreicht. Schießen Sie weiter?

Ja, natürlich! Eigentlich wollte ich 350 Punkte schießen, das heißt ich habe noch fünf Punkte Luft  nach oben. Auch im europäischen Bereich sind wir seit zwei Jahren unterwegs. Dafür ist es natürlich wichtig Wettkampfstärke aufzubauen. Das gelingt nur durch Wettkampfteilnahmen. Bei den Europameisterschaften habe ich den Deutschen Rekord im Auge. Dafür muss aber alles stimmen.

Wie häufig nehmen Sie an Wettkämpfen teil?

Im Zuge der Europameisterschaften habe ich mir vorgenommen noch mehr Wettkämpfe zu schießen, ansonsten habe ich dieses Jahr allerdings nicht viel gemacht. Ich trainiere auch nicht viel, aber wenn, dann sehr intensiv. In diesem Jahr habe ich zehn Wettkämpfe geschossen. Das reicht von Bezirksmeisterschaften bis hin zu Landes-, Bundes- und Europameisterschaften, dann noch zwei bis drei Spaßwettkämpfe. Es geht darum, sein Können sofort abrufen zu können, egal in welcher Situation. 

Sie sagen, sie trainieren nicht oft, wie häufig ist das dennoch?

Das Problem ist, dass man die richtigen Leute zum Trainieren braucht. Durch meinen Umzug nach Hessen sehe ich meinen Mentor, Dr. Torsten Krüger nicht so oft. Deshalb mache ich nur zwei/ drei intensive Trainings wenn ich nach Sachsen fahre. Pro Jahr bin ich also höchstens 20 Mal auf dem Schießstand, aber auch nicht den ganzen Tag. Ich schieße zwei/drei oder vielleicht auch mal fünf Runden. Dazu kommen Trockenübungen zu Hause.

Schaffen Sie's noch zur Jagd?

Dieses Jahr konnte ich kaum jagen weil ich gerade zum zweiten Mal Vater geworden bin. Außerdem habe ich noch keine Jagdgelegenheit in der Nähe. Mein Jagdrevier ist 90 Kilometer entfernt. Das bedeutet viel Zeitaufwand. Da ich aber im Außendienst in den Wäldern tätig bin, kann ich hier und da schon mal mit auf Jagd gehen, das hat aber dieses Jahr bis jetzt auch nur vier Mal geklappt. Aber ab Herbst geht es dann auch wieder richtig los für mich!

Wie sind sie damals überhaupt zum Schießen gekommen?

Ganz ehrlich, ich bin in einem Dorf in Brandenburg groß geworden, da hatte früher jeder ein Luftgewehr. Das war der Anfang. Im Forstwissenschaftsstudium habe ich dann Dr. Torsten Krüger kennen gelernt, der damals die Jagdausbildung für die Studenten gemacht hat. Ich bin dann nur durch ihn zu diesem Leistungsschießen gekommen. Er kann sehr gut lehren. Dazu hat mir das Schießen Spaß gemacht und ich habe gemerkt, dass man auch mit dem Training im jagdlichen Bereich etwas anfangen kann. Es gibt ja diesen Spruch: „Ein guter Schütze muss kein guter Jäger sein, aber ein guter Jäger immer ein guter Schütze“. Das ist bis heute mein Leitspruch.

Gibt es sonst noch was dass sie loswerden möchten?

Ich möchte Dr. Torsten Krüger und meiner Mannschaft dafür danken, dass sie mich so weit gebracht haben. Natürlich möchte ich mich auch bei meiner Freundin bedanken! Sie hat es mir ermöglicht, so viel Zeit in dieses Hobby zu stecken. Zuletzt möchte ich mich auch noch bei meinen Eltern, vor allem bei meinem Vater für die Unterstützung bedanken. Mit 16 durfte ich schon meinen Jugendjagdschein machen. Der Titel wäre ohne ihn gar nicht möglich gewesen.

 

Der schwarz-grüne Versuch, über die Landesjagdverordnung Einfluss auf das hessische Jagdgesetz zu nehmen, ist Klientel-Politik und mindestens auch Bruch des Koalitionsvertrages. Mehr aber noch: es ist eine Absage an Artenschutz und Artenvielfalt. Das sieht auch das DJV-Präsidium, das die Hessen-Demo finanziell und personell unterstützt. 

Der Deutsche Jagdverband (DJV) wird den Landesjagdverband Hessen in Vorbereitung der Demonstration gegen die geplante Landesjagdverordnung (JVO) am 26. September in Wiesbaden finanziell und personell unterstützen. Das hat das DJV-Präsidium heute in Berlin beschlossen. "Mit der geplanten Landesjagdverordnung soll das Jagdgesetz am Parlament vorbei ausgehöhlt werden. Dabei sieht der schwarz-grüne Koalitionsvertrag sogar eindeutig vor, dass 'das Hessische Jagdgesetz in seiner derzeitigen Fassung Bestand' haben soll", sagte LJV-Präsident Dr. Jürgen Ellenberger. Zudem halte der Koalitionsvertrag eindeutig fest, 'dass der Jagdschutz auf bestandsbedrohte Tierarten ausgeweitet wird'. Mit der geplanten JVO sei eben dies nicht der Fall, da sie vorsieht räuberische Arten wie Fuchs, Elstern und Rabenkrähen weniger intensiv zu bejagen. Dies benachteilige sogar bestandsbedrohte Arten massiv.

Auch DJV-Präsident Hartwig Fischer rief heute erneut alle Jägerinnen und Jäger auf, die hessischen Waidgenossen zu unterstützen. "Die Verordnung versucht einen vernünftigen und praxiserprobten Artenschutz durch die politische Hintertür zu erschweren und erreicht damit genau das Gegenteil von dem, was im Koalitionsvertrag festgehalten wurde", so Fischer. "Das entspricht nicht dem politischen Auftrag, für den die hessischen Jägerinnen und Jäger bei der letzten Wahl gestimmt haben. Und das zeigen wir auch auf der Straße am 26. September in Wiesbaden."

Die geplante Landesjagdverordnung sieht vor, die Jagdzeit für räuberische Arten wie den Fuchs zu kürzen und für Baummarder, Iltis und Hermelin gänzlich abzuschaffen. Dank der erfolgreichen Tollwutimpfung haben sich jedoch beispielsweise die Bestände des anpassungsfähigen Fuchses in Deutschland in 30 Jahren etwa vervierfacht, in Hessen sogar verfünffacht. Des Weiteren soll die Jagdzeit auf Graugänse abgeschafft werden, und dies obwohl die Folgen eines Gänsejagdverbotes bereits in den Niederlanden ersichtlich sind: 16 Millionen Euro Steuergelder als Wildschadensersatz an Bauern zahlte die Regierung im vergangen Jahr. Zusätzlich wurden dieses Jahr 25.000 Tiere vergast. Die schwarz-grüne Jagdverordnung sieht auch eine drastische Kürzung der Jagdzeit auf Rabenkrähen und Elstern vor. Anstelle von knapp sieben Monaten sollen die Vögel nun nur zweieinhalb Monate bejagt werden dürfen. Dies widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Einfluss dieser Arten auf Singvögel und anderen Tieren der Feldflur sowie dem tatsächlichen Vogelbestand. Zahlreiche Studien belegen, dass Rabenkrähen und Elstern für den Großteil an Verlusten von Gelegen und Jungvögeln bei bedrohten Bodenbrütern verantwortlich sind.

Weitere Informationen

Interview mit Sjef Heezius, Regiomanager und Jurist bei der Königlich Niederländischen Jägervereinigung (KNJV)

Hintergrundpapier Rabenvögel und deren Bejagung

Koalitionsvertrag (S. 18, Zeile 767 ff.): https://www.hessen.de/sites/default/files/media/staatskanzlei/koalitionsvertrag_2013-12-18.pdf

Als selbständige Bauunternehmerin reißt Carmen Wilshusen (40) Häuser ein. In ihrer Freizeit zerlegt sie Tontauben und stanzt Löcher in Schießscheiben. Jetzt hat sie auf den Bundesmeisterschaften im jagdlichen Schießen den Damenrekord pulverisiert und sich auf den zweiten Platz im Gesamtklassement geschoben. Destruktive Ader? - Weit gefehlt. Die Niedersächsin im DJV-Interview.

DJV: Herzlichen Glückwunsch Frau Wilshusen! Mit 341 von 350 Punkten haben Sie beim jagdlichen Schießen nicht nur etwas für uns völlig Unvorstellbares geleistet, Sie sind auch als erste Frau in die Sphären der Männerergebnisse vorgestoßen. Wie fühlt sich das an?

Wilshusen: Super! Ich habe es noch gar nicht realisiert und es läuft noch wie im Film ab. 341 Punkte sind mehr, als ich mir je vorgestellt habe. Normalerweise liege ich im Schnitt bei unter 300 Punkten über 340 habe ich noch nie geschossen. 

Gab es dafür im Vorfeld Anzeichen?

Das ist eine witzige Geschichte: Ich bin im Juli 40 geworden. Zur Feier waren auch die Freunde aus dem Niedersachsen-Kader eingeladen, die mir aus Styropor eine Dartwand gebastelt hatten, auf die Tauben aus Papier gepinnt waren. Auf der Rückseite der Tauben standen ganz verschiedene Geschenk-Wünsche, wie zum Beispiel „Eis essen in Freiburg / Bremgarten“. Auf einer stand „Groß-Gold-Sonderstufe III in Freiburg / Bremgarten“. Und auf einmal ist das auch wahr geworden.  

Ihre Leistung stand bis zum Schluss ganz oben, dann ist Christian Beitsch als einziger Mann vorbei gezogen. Wie war das?

Mir war nicht bewusst, dass die Latte so hoch war. Unser LJN-Geschäftsführer meinte zu mir ‚Mensch, die Jungs fangen das Zittern an, Mädchen‘, aber in Niedersachsen haben wir Top-Schützen und die Elite in der offenen Klasse kam ja erst noch. Für Christian habe ich mich total gefreut. Er ist wie Claus Schäfer, der Drittplatzierte, auch im Bundeskader und wir kennen uns schon lange.

Mit Ihrer Leistung haben Sie gezeigt, dass Frauen bei einem Konzentrationssport wie dem Schießen gleiche Leistungen wie Männer bringen können. Was machen dann aber Frauen so anders? Im Ergebnisdurchschnitt liegen diese ja doch immer zwanzig bis dreißig Punkte hinter den Männern.

So weit ist das nicht, aber ich glaube tatsächlich, dass Frauen zu viel denken. Männer können abschalten. Frauen überlegen noch, was sie heute einkaufen oder morgen kochen. Männer halten drauf, schießen, zack, fertig.

Und wie haben Sie’s gemacht?

Ich bin ganz locker ran gegangen und habe mir eben nicht gesagt: ‚Jetzt will ich Deutscher Meister werden‘. Dieses Jahr hab ich gedacht ‚mal über 300 Punkte schießen, wäre nett‘.

Das ist ziemlich tief gestapelt.

Dann kam der Taubendurchgang mit voller Punktzahl, aber selbst dann war das Endergebnis noch unwahrscheinlich. Ich wusste dennoch, mit der einen oder anderen Fahrkarte wäre ich bei 320, das heißt Groß-Gold-Sonderstufe 1. Das war schon aufregend.

Sie haben das Fundament für Gold in der Mannschaftswertung gelegt, wie war da die Stimmung?

Mit den Tauben waren wir zufrieden und die Möglichkeit auf eine Platzierung war da. Deshalb wuchs auch die Anspannung bei der Kugel. Unser Trainer hat gesagt, wir sollen ruhig bleiben.

Ist Ihnen das geglückt?

Ich schieße immer an zweiter Stelle und schaue zwischendurch nicht auf den Monitor, der mir anzeigt, wie ich geschossen habe. Nach dem letzten Schuss, haben mir meine Mädels schon gesagt, dass ich Sonderstufe 3 geschossen habe und wir lagen uns in den Armen. Dann kamen die Freudentränen. So etwas ist einmalig.

Was braucht man für einen solchen Mannschaftserfolg?

Man braucht ein gutes Klima. Im Niedersachsenkader ist kein Zickenkrieg, das sind echte Freundschaften. Wenn eine mal einen schlechten Tag hat, dann kriegt die gleich Wind von vorn, aber wir nehmen das nicht krum. Wer Erfolg haben will, braucht Harmonie im Team. Mit Neidern in der Rotte geht das nicht.

Wie häufig trainieren Sie?

Ich trainiere meistens zwei Mal in der Woche, drei Mal schaffe ich nicht immer. Ich habe aber auch kein anderes Hobby.

Was sagt Ihr Mann dazu?

Der sagt: „Du bist wahnsinnig!“, aber er steht 100 Prozent hinter mir und hat sich für mich sehr gefreut. Ohne Rückhalt in der Familie wäre das auch gar nicht möglich und in meiner Familie fließt jede Menge Jägerblut: Mein Vater schießt jagdlich, mein Opa war Jäger. Irgendwo muss der Vogel ja her kommen.

Schaffen Sie’s dann noch zur Jagd?

Leider eher selten. Es geht am ersten Mai zur Bockjagd, aber das war’s dann meistens auch schon.

Was machen Sie, wenn Sie nicht auf dem Schießstand sind?

Ich bin selbständig in der Tiefbaubranche, reiße Häuser ab, schachte aus.

Womit schießen Sie?

Meine Flinte ist eine Beretta 682 Gold. Die Büchse ist eine Repetierbüchse Mark Ganske (Waffenschmied aus der Lüneburger Heide) in Kaliber .222 Rem., die Mark I heißt. Da passt alles. Ich schieße .222 Rem., weil die .22 Hornet immer etwas windanfällig ist. Wenn dann im Wettkampf mal Wind ist, dann fängt man mit dem Rechnen an und hat wieder keinen freien Kopf.

Wie gelingt es Ihnen den Kopf frei zu machen?

Man muss die Nerven im Auto lassen. Es muss einem egal sein, was morgen oder übermorgen ist. Beim Schießen zählt das Schießen. Alle anderen Gedanken nützen nichts.

Haben Sie Ziele für 2016?

Mein Ziel habe ich unerwartet am Donnerstag erreicht. Das hatte ich noch nicht mal geträumt. Sonst: gut abschneiden und vielleicht auf den Europameisterschaften nicht Letzte werden. Außerdem weiterhin ein gutes Miteinander mit den Mitschützen.

Haben Sie noch etwas, was Sie loswerden wollen?

Ich möchte Erwin Eichel für die tolle Betreuung danken und Mark Ganske, der mir seit 2010 auch Schießunterricht gegeben hat. Ein ganz herzlicher Dank geht auch an meinen Niedersachsen-Kader.

Im Namen von rund 245.000 Jägern distanzieren wir uns von Jägern, die den Abschuss von Wölfen gutheißen. Die illegale Tötung ist eine Straftat und nicht tolerierbar. Der Wolf ist Teil der heimischen Artenvielfalt, seine Rückkehr hat allerdings auch Konfliktpotenzial: Zuwachsraten von über 30 Prozent jährlich, teils fehlende Scheu vor Menschen und immer mehr Risse von Nutztieren sind eine Herausforderung. Der DJV geht bei der Suche nach Lösungen den wissensbasierten Weg, ein schlichtes „Willkommen Wolf“ reicht hier nicht.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) nimmt Stellung zur Sendung "Die Angst vor den Wölfen", die von der ARD heute ausgestrahlt wird (http://daserste.ndr.de/beckmann/videos/Die-Angst-vor-den-Woelfen-wie-viel-Wildnis-vertragen-wir,beckmann696.html). Der Dachverband der Jäger begrüßt es, dass ein so wichtiges Thema wie der künftige Umgang mit Wölfen ausführlich behandelt wird. Der Wolf ist Teil der heimischen Artenvielfalt, dessen Rückkehr mit Augenmaß begleitet werden muss: Wölfe haben derzeit in Deutschland Zuwachsraten von über 30 Prozent jährlich, einige Individuen nähern sich dem Menschen ohne Scheu, die Risse von Nutztieren nehmen zu. Im Umgang mit dem Wolf und dem Konfliktpotenzial, das seine rasante Ausbreitung mit sich bringt, geht der DJV den wissensbasierten Weg. Leider äußern sich im Beitrag von Reinhold Beckmann Jäger, die behaupten, „viele“ oder „die Mehrheit“ der Jäger würden den Abschuss von Wölfen gut heißen. Der DJV und die Landesjagdverbände distanzieren sich im Namen von knapp 245.000 Jägern klar von schwarzen Schafen, die Verstöße gegen das Naturschutzgesetz als Kavaliersdelikt abtun. Die illegale Tötung eines Wolfes ist eine Straftat und nicht tolerierbar.

Der DJV und die meisten Landesjagdverbände sind anerkannte Naturschutzvereinigungen. Zu ihren Aufgaben gehört es seit mehr als zehn Jahren Aufklärungsarbeit über den Wolf innerhalb der Jägerschaft und in der Bevölkerung zu betreiben. Jäger beteiligen sich aktiv am Wolfsmonitoring, mehrere hundert Jäger haben sich zwischenzeitlich bundesweit zum Wolfsbeauftragten schulen lassen. Sie sind vor Ort Ansprechpartner für die Bevölkerung, sorgen mit Fotofallen für Wolfsnachweise und helfen Nutztierhaltern bei der Schadensaufnahme. Das Management von Großraubwild muss die Balance zwischen den Verpflichtungen des Naturschutzes und der Akzeptanz in der Bevölkerung finden.

Die DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2015 fand vom 2. bis 5. September auf der Schießanlage Hartheim-Bremgarten bei Freiburg statt. Erstmals wurde eine Frau Zweite in der Gesamtwertung. Knapp 650 Jägerinnen und Jäger aus Deutschland nahmen teil.

Der neue deutsche Meister aller Klassen im jagdlichen Schießen startete für Rheinland-Pfalz und heißt Christian Beitsch. Mit 345 Punkten von 350 möglichen verwies er seinen Mannschaftskollegen Claus Schäfer (340) und Pascal Kitzrow aus Brandenburg (338) bei den Bundesmeisterschaften in Freiburg/Bremgarten auf die Plätze zwei und drei in der Offenen Klasse. Für einen Paukenschlag sorgte bereits am Donnerstag Carmen Wilshusen aus Niedersachsen. Sie siegte mit 341 Punkten in der Damenklasse und erzielte damit das bisher höchste Ergebnis, das eine Frau auf einer Deutschen Meisterschaft errungen hat. Sie ist zudem die erste Frau, die Zweite im Gesamtklassement wurde. "Ich hatte mir als Ziel genommen, über 300 Punkte zu schießen, aber das Ganze locker anzugehen. Den zweiten Platz im Gesamtklassement habe ich noch gar nicht richtig realisiert", sagte die 40-Jährige (Interview folgt).

In der Damenklasse belegten Verena Alberding (Nordrhein-Westfalen, 314) und Beate Reichhardt (Hessen, 311) die weiteren Plätze. Durch die starke Leistung von Wilshusen sicherten sich die Niedersächsischen Frauen auch den ersten Platz in der Mannschaftswertung (1226) vor Hessen (1216) und Nordhrein-Westfalen (1193). Der Mannschaftssieg der Herren in der Offenen Klasse ging an Rheinland-Pfalz (1347). Die weiteren Plätze belegten Nordrhein-Westfalen (1335) und Niedersachsen (1329).

Neuer Deutscher Meister an der Kurzwaffe ist Maximilian Kruppa aus Niedersachsen mit 198 Punkten, der Heinrich und Armin Reinacher (beide 192 Punkte), Vater und Sohn, auf die Plätze zwei und drei verwies. Im Gesamtklassement Büchse siegte der Nordrhein-Westfale Markus Spieth (198), im Gesamtklassement Flinte der Niedersachse Arndt-Christian Voß (150).

Bei angenehm warmem Wetter und sehr guten Bedingungen nahmen vom 2. bis 6. September knapp 650 Jägerinnen und Jäger aus Deutschland an den 61. Bundesmeisterschaften im jagdlichen Schießen auf dem Schießstand der Jägervereinigung Freiburg in Bremgarten/Hartheim bei Freiburg teil. Geschossen werden vier Disziplinen mit der Büchse und zwei mit der Flinte. Zudem können sich die Teilnehmer im Kurzwaffenschießen messen.

Alle Ergebnisse stehen auf der Internetseite des Deutschen Jagdverbandes bereit: http://www.jagdverband.de/content/bundesmeisterschaften

In Kürze folgen Interviews mit den Siegern Christian Beitsch und Carmen Wilshusen.

Der Deutsche Jagdverband lud vom 01. bis 02. September Mitglieder der Landesjagdverbände zu einem speziellen Medientraining in die DJV-Geschäftstelle nach Berlin ein.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) veranstaltete Anfang September 2015 ein Medientraining für LJV-Mitglieder, die regelmäßig mit der Presse zu tun haben. Sowohl ehrenamtlich als auch hauptberuflich Tätige aus 12 verschiedenen Landesjagdverbänden nahmen an dem Seminar in der Berliner Geschäftsstelle teil. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Verbandskommunikation (ADVERB) vermittelte DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald zunächst Theorie und Praxis der Pressearbeit: Wie ticken Medien? Was ist zu beachten, wenn die Presse an die Tür klopft?

Angewendet wurden die theoretischen Tipps dann in einem mehrstündigen Interviewtraining. Hier konnten die Teilnehmer sowohl aus der Sicht des Interviewten als auch des Interviewers Erfahrungen sammeln. Stets begleitete eine Kamera die verschiedenen Gesprächssituationen für die anschließende Auswertung zur Verbesserung von Gestik, Mimik und Artikulation. „Die Veranstaltung war bestens organisiert und äußerst lehrreich", so Friedrich Noltenis, Mitglied des LJV Sachsen. Er sprach damit für alle 13 Teilnehmer, die sich für die Möglichkeit der persönlichen Weiterbildung ausdrücklich beim DJV bedankten.

Auf Anfrage entwickelt die DJV-Akademie verschiedene Seminare und Trainings für Jägerinnen und Jäger.

Kontakt: akademie@jagdverband.de                                                             

Ansprechpartner: Ralf Pütz, DJV-Bildungsreferat

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