Am Mittwoch Morgen startete die DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen 2017. Der DJV veröffentlicht auf jagdverband.de und in den sozialen Medien erste Ergebnisse und berichtet tagesaktuell vom Wettbewerb in Garlstorf.

Nach dem Auftakt der diesjährigen DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen stellt der Deutsche Jagdverband (DJV) erste Ergebnisse online. Interessierte können die Listen sowie Impressionen der Veranstaltung ab sofort auf jagdverband.de/BMJS17 einsehen. Die Seite wird laufend aktualisiert. Unter #BMJS17 gibt es Fotos und Hintergrundinfos zur Veranstaltung auch auf Facebook, Twitter und Instagram.

Bis zum 9. September 2017 treten rund 700 Schützen auf dem Schießstand im niedersächsischen Garlstorf gegeneinander an. In den ersten beiden Tagen sind hauptsächlich Einzelschützen an der Reihe, der Mannschaftswettbewerb findet ab Donnerstag statt. Teilnehmer der Damen- Junioren-, Senioren-, und Altersklassen sowie der offenen Klasse haben die Chance auf den Titel "Meister aller Klassen".

 

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Bilanz nach 12 Jahren Wildtierzählung

In Deutschland leben im Durchschnitt 11 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenlandfläche. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler und Jäger, die für den Deutschen Jagdverband (DJV) und seine Landesjagdverbände zwei Mal jährlich die Feldhasenbestände in knapp 400 repräsentativen Referenzgebieten ermitteln. Die Zahl bezieht sich auf den Frühjahrsbestand der Feldhasen im Jahr 2013. Erfasst werden die Daten für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD).

Die Feldhasendichten schwanken seit Beginn der Zählungen im Jahr 2002, sind aber über den Gesamtzeitraum hinweg betrachtet stabil geblieben. Maßgeblich beeinflusst werden diese durch den Zuwachs in den einzelnen Jahren. Die Wissenschaftler ermitteln dafür eine sogenannte Nettozuwachsrate: Die Zählergebnisse von Frühjahr und Herbst desselben Jahres werden verglichen. In den vergangenen Jahren liegen die Zuwachsraten in Deutschland auf relativ niedrigem Niveau und sind in manchen Regionen sogar negativ. Es gab also im Extremfall über den Sommer mehr Verluste als Nachwuchs.

Die Gründe für stagnierende Bestandszahlen sind vielfältig und noch nicht abschließend erforscht. Sicher ist jedoch, dass nicht eine Überbejagung des Feldhasens dafür verantwortlich gemacht werden kann, vielmehr wird die Jagdintensität an die Bestände angepasst. Eine Kombination verschiedener Faktoren wie Lebensraumqualität, Fressfeinde, Klima, Witterung und Krankheiten wirkt sich auf die Bestandsdynamik der Feldhasen aus. Insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft setzt den Bewohnern der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft zu. „Die fetten Jahre für den Feldhasen sind anscheinend vorbei. Heute müssen sie wie Rebhuhn oder Feldlerche mit größeren Feldern, schnelleren Maschinen und erhöhtem Düngemitteleinsatz zurechtkommen“, sagt Johanna Maria Arnold, Referentin für Wildökologie und Wildtiermanagement im DJV. Es mangele es an nährstoffreicher Äsung und an Deckung, die Schutz bietet vor Fuchs, Marder oder Greifvögeln. Besonders die neugeborenen Hasen sind gefährdet, mehr als die Hälfte vollenden laut DJV das erste Lebensjahr nicht. Unterschätzt wurden bisher verschiedene Krankheitsgeschehen als Rückgangsursache vieler Niederwildarten. Dort bestehe Forschungsbedarf, so Arnold.

„Es ist an der Zeit umzudenken!“, sagt Dr. Daniel Hoffmann, zuständig im DJV-Präsidium für WILD. „Die anstehende Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik bietet Chancen, den Lebensraum für den Feldhasen und anderen Arten zu verbessern.“ Wie dies gemeinsam mit Grundeigentümern, Landwirten und Energiewirtschaft gelingen kann, zeigt unter anderem das Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ des Netzwerks Lebensraum Feldflur mit zwei Dutzend Partnern.

„Eine wildtierfreundlichere Landwirtschaft kann gelingen, wenn Energiewende und Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik von der Bundesregierung vernünftig verzahnt werden“, sagt Dr. Hoffmann. Beispielsweise habe der Anbau von Wildpflanzen für die Biogasproduktion den positiven Nebeneffekt, dass neuer Lebensraum für Feldhase, Feldlerche und viele Insektenarten entstehe.

Hintergrundinformationen:
Generell wird der Feldhase in Deutschland sehr zurückhaltend bejagt, was sich in der Jagdstatistik wiederspiegelt. So wurde z.B. in Baden-Württemberg im Jagdjahr 2011/12 in 74 Prozent aller Jagdreviere überhaupt kein Feldhase erlegt. Die offizielle Jagdstatistik enthält neben erlegten Hasen auch Unfallwild, das wie in Brandenburg bis zu 60 Prozent am Gesamtwert ausmacht. Weitere Forschung ist unbedingt vonnöten, um die richtigen Schritte für den langfristigen Erhalt des Feldhasen und anderer Bewohner der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft zu setzen. Geschulte Jäger unterstützen Jahr für Jahr ehrenamtlich die Zählungen in WILD. Damit setzen sie sich für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Wildtieren in unserer Kulturlandschaft ein.

DJV begrüßt die Anpassungen. Wissensbasierte Vorschläge der Jägerschaft wurden aufgenommen. Dachverband veröffentlicht zu den Änderungen ein Frage-Antwort-Papier sowie eine Synopse.

Die beschlossene Änderung des Bundesjagdgesetzes zur Aufnahme des Wolfs tritt mit dem 2. April 2026 in Kraft. Das Gesetz wurde heute im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Aktualisierung bedeutet auf Bundesebene die erste Erweiterung des Wildartenkatalogs seit 50 Jahren.

Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz wurde ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) wertet die Gesetzesänderung als großen Erfolg: Die wissensbasierten Vorschläge der Jägerschaft haben zu einem guten, praxisorientierten Bundesjagdgesetz geführt.

Das Gesetz ermöglicht ein Bestandsmanagement dort, wo es der Erhaltungszustand der Wolfspopulation ermöglicht oder der Schutz von Weidetieren erfordert. Als Reaktion auf einen Nutztierriss – sofern der Grundschutz gegeben war – kann als Folge ein Wolf unmittelbar entnommen werden. Sofern diese Voraussetzung erfüllt ist, lässt das Gesetz keinen behördlichen Spielraum mehr zu. Das aktuelle Bundesjagdgesetz beinhaltet Sonderregelungen für bestimmte Regionen, in denen präventiver Herdenschutz praktisch nicht umsetzbar ist – beispielsweise in alpinen Gebieten oder an Deichen – sowie eine Regelung zur Entnahme von Hybriden, also die Kreuzung zwischen Wolf und Hund. Die Änderungen betreffen auch ein Fütterungsverbot, um einer Gewöhnung an den Menschen vorzubeugen.

Die Bundesländer sind jetzt in der Pflicht, diese Regelungen umzusetzen. Insbesondere müssen Managementpläne aufgestellt werden, die konkrete jagdliche Vorgaben enthalten unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung des günstigen Erhaltungszustandes.

Der DJV hat zu den Änderungen ein Frage-Antwort-Papier und eine Gegenüberstellung der alten und neuen Regelungen (Synopse) veröffentlicht.

Ein Wolf attackiert eine Frau in Hamburg-Altona. Der Deutsche Jagdverband zeigt sich betroffen. Der Vorfall macht deutlich, was dringend notwendig ist: ein effektives Wolfsmanagement.

Gestern wurde nach Medienangaben eine Frau von einem Wolf mitten in Hamburg ins Gesicht gebissen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) wünscht der Verletzten eine schnelle, vollständige Genesung und zeigt sich betroffen, dass so schonungslos offenbar wird, was dringend notwendig ist: ein effektives Wolfsmanagement. DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke sagt: „Der Angriff zeigt in aller Deutlichkeit, dass der Wolf ein Wildtier ist – und bleiben muss. Das heißt: Er muss durch jagdliches Management lernen, sich vom Menschen fernzuhalten. Die Entscheidung der Politik, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, war deshalb richtig und notwendig. Nur so können wir ein verantwortungsvolles Bestandsmanagement sicherstellen. Die Bundesregierung hat Wort gehalten. Das ist wichtig.“

Dammann-Tamke betont, dass es Aufgabe der Jägerschaft sei, den Wolfsbestand zu regulieren: „Ein kontrolliertes Bestandsmanagement ist unerlässlich, um Konflikte zwischen Mensch, Wolf und Weidetier zu minimieren. Diese Aufgabe können nur ausgebildete Jägerinnen und Jäger übernehmen, die über Erfahrung im Umgang mit Wildtieren verfügen.“ Der Wolf solle auch künftig in Deutschland seinen Platz im Ökosystem und der Natur haben. In einer dicht besiedelten Kulturlandschaft seien Konflikte aber vorprogrammiert. Auch deshalb sei das Bestandsmanagement wichtig, wenn man die Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes hoch halten wolle, so der DJV-Präsident.

Zugleich appelliert der DJV an die Bundesländer, die Vorgaben aus dem Bundesjagdgesetz nun zügig in konkrete, praxistaugliche Regelungen zu überführen. Nur so entsteht Rechtssicherheit für alle Beteiligten und Probleme vor Ort können gelöst werden.

19 Feldhasen pro Quadratkilometer leben auf Feld und Wiese – das dritte Jahr in Folge. Das sind ein Viertel mehr Tiere als vor zwei Jahrzehnten. Neben Lebensraumverlust und Fressfeinden könnte neue Krankheit Einfluss haben.

Zum dritten Mal in Folge Rekordwert: 19 Feldhasen leben pro Quadratkilometer Feld und Wiese in Deutschland. Das ist das Ergebnis von Zählungen im Frühjahr 2025 in über 400 Referenzgebieten. Im Vergleich zur Zählung vor zwei Jahrzehnten liegt der Wert um mehr als ein Viertel höher. Besonders viele Feldhasen gibt es im Nordwestdeutschen Tiefland: Dort sind es im Schnitt 30 Tiere pro Quadratkilometer. Diese Ergebnisse hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht. Grundlage sind vorläufige Daten aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), die Wissenschaftler ausgewertet haben. 

Leichter Zuwachs im Jahresverlauf

Ein Gradmesser für die Entwicklung der Hasenbestände ist die sogenannte Nettozuwachsrate. Wissenschaftler vergleichen hierfür die Werte von Frühjahrs- und Herbstzählungen eines Jahres. Im Jahr 2025 zeigt der bundesweite Wert eine leichte Zunahme von 7 Prozent, ähnlich wie im Vorjahr. Am höchsten fiel die Nettozuwachsrate im Westdeutschen Mittelgebirge aus – doppelt so hoch wie für Deutschland. Im Nordwest- und Nordostdeutschen Tiefland lag der Wert bei 12 Prozent.

Neuartige Krankheit befällt Feldhasen

Im Jahr 2023 ist in Deutschland erstmals die Myxomatose bei Feldhasen aufgetreten, und zwar in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Jahr wurde das Virus auch in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nachgewiesen. Einfluss der Krankheit auf die Feldhasenbestände ist noch nicht abzuschätzen. Die vorläufigen Ergebnisse der Feldhasenzählung zeigen aktuell bundesweit keine negative Auswirkung auf den Besatz. Wissenschaftliche Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen ergeben, dass sich schwer betroffene Bestände noch nicht erholt haben. In weniger betroffenen Regionen ist der Hasenbesatz hingegen stabil. Myxomatose ist für erkrankte Kaninchen und Feldhasen zumeist tödlich.

Mehr Anreize für besseren Lebensraum gefordert

Positiv für den Feldhasen war laut Deutschem Wetterdienst der trockene und milde Winter 2024/25. Auf ihn folgte eines der trockensten Frühjahre seit Messbeginn – besonders im Nordosten. Davon hat das ursprüngliche Steppentier profitiert. Der Feldhase ist zudem angewiesen auf strukturreiches Offenland mit Brachen und Blühstreifen – ebenso wie Feldlerche oder zahlreiche Insektenarten. Im Vergleich zu den 1970er Jahren hat der Feldhase deutlich weniger optimalen Lebensraum zur Verfügung. Der DJV fordert Anreize aus der Politik, die unbürokratisch, naturschutzfachlich hochwertig und wirtschaftlich interessant für Landwirte sind. Der DJV empfiehlt eine Mindestbreite für Blühflächen von 20 Metern. Verteilt sollten sie möglichst gleichmäßig sein, Waldränder sind weniger gut geeignet.

Jagd auf Raubsäuger wie Fuchs ist wichtig

Schöner wohnen allein reicht nicht: Deshalb ist die Jagd eine wichtige Stellschraube für Leitarten wie Feldhase, Feldhamster und Rebhuhn. Das Leuchtturmprojekt Wilde Feldflur im Erfurter Becken zeigt: Lebensraum verbessernde Maßnahmen in Kombination mit der Bejagung räuberischer Arten wie Fuchs und Waschbär wirken positiv. Innerhalb von nur drei Jahren konnte die Zahl der Feldhasen im Projektgebiet bis zum Frühjahr 2025 verdoppelt werden, der Bestand an Rebhühnern ist gleichzeitig um die Hälfte angestiegen. Das länderübergreifende Projekt Wilde Feldflur findet in Sachsen-Anhalt und Thüringen statt.

 

Erfolg langjähriger Verbandsarbeit: Der Bundesrat hat heute der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz zugestimmt. Problemwölfe können nun zum Schutz von Weidetieren rechtssicher entnommen werden. DJV begrüßt, dass wissensbasierte Vorschläge der Jägerschaft aufgenommen wurden.

Der Bundesrat hat heute der Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz zugestimmt. Primäres Ziel der Gesetzesänderung ist ein verbesserter Schutz von Weidetieren. Artenschutz, Weidetierschutz und Akzeptanz in der Bevölkerung werden erstmals in Einklang gebracht. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bewertet die Änderung als großen Erfolg: Die wissensbasierten Vorschläge der Jägerschaft haben zu einem guten Bundesjagdgesetz geführt. 

"Wir sind der Politik sehr dankbar für diese Entscheidung. Sie ist ein Signal für verantwortungsvolle Wildtierpolitik und funktionierende Weidetierhaltung in Deutschland. Für Jägerinnen und Jäger bedeutet das viel Verantwortung, gleichzeitig haben sie die notwendige Erfahrung im Management von Wildtieren", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ist ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt worden. Die Länder erhalten künftig die Möglichkeit, dort ein Bestandsmanagement einzuführen, wo es der Erhaltungszustand der Wolfspopulation ermöglicht oder der Schutz von Weidetieren erfordert. Wo Wölfe Schutzmaßnahmen überwinden und Schafe, Pferde oder Kühe töten, sind gezielte Entnahmen möglich.

Das Gesetz sieht zudem unter anderem vor:

  • Verbot, Wölfe zu füttern, um einer Gewöhnung an den Menschen vorzubeugen.
  • Sonderregelungen für Regionen, in denen präventiver Herdenschutz praktisch nicht umsetzbar ist – etwa in alpinen Gebieten.
  • Hybriden zwischen Wolf und Hund werden zum Schutz der Population entnommen.
  • Berichtspflicht: Nach fünf Jahren soll die Bundesregierung dem Bundestag über Erfahrungen und möglichen Anpassungsbedarf berichten.

Diese Änderungen treten am Tag nach ihrer Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Achtung auf deutschen Straßen: Im Frühjahr gibt es besonders viele Wildunfälle. Am häufigsten kracht es mit Rehen. Nicht nur die Zeitumstellung erhöht das Unfallrisiko.

Autofahrerinnen und -fahrer sollten jetzt besonders aufmerksam unterwegs sein: In den Monaten April und Mai passieren die meisten Wildunfälle mit Rehen. Am kritischsten ist der Zeitraum der Morgendämmerung. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet daher in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht auf den Straßen, speziell in Waldgebieten und entlang von Wald-Feld-Kanten. Angepasste Geschwindigkeit kann dabei Leben retten: Bei Tempo 80 statt 100 verkürzt sich der Bremsweg bereits um 25 Meter.

Hauptverkehrszeit, Hunger und Hormone: Warum Rehe jetzt häufig unter die Räder kommen

Grundlage für die Wildunfallstatistik sind Daten aus dem Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de). Die zeigen: Besonders oft kommen Rehböcke im Frühjahr unter die Räder. Jede dritte gemeldete Kollision findet im April oder Mai statt. Ein Grund dafür ist menschengemacht: die Zeitumstellung. Der Berufsverkehr fällt am letzten Sonntag im März von einem Tag auf den anderen wieder in die Dämmerung  die Zeit, in der viele Wildtiere besonders aktiv sind. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh queren jetzt häufig Straßen. Nach den kargen Wintermonaten sind sie auf der Suche nach frischem Grün. Bei den Rehböcken spielen zudem die Hormone verrückt: Im Frühjahr verteidigen sie ihr Revier gegen Kontrahenten. Geschlechtsreife einjährige Böcke werden vertrieben und müssen sich eine neue Bleibe suchen.

Tierfunde einfach per App melden

Das Tierfund-Kataster ermöglicht in Deutschland erstmals die standortgenaue und bundesweite Meldung von Wildunfällen und anderen Totfunden. Über 35.000 Nutzer haben bis jetzt knapp 190.000 Tierfunde eingetragen. Die App ermöglicht eine unkomplizierte Dateneingabe von unterwegs. Sie ist kostenlos und für iPhone oder Android erhältlich. Wissenschaftler werten die gesammelten Daten aus. Das Ziel: Unfallschwerpunkte erkennen und entschärfen zum Wohl von Mensch und Tier. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben das Tierfund-Kataster 2011 ins Leben gerufen. Ende 2016 hat der DJV das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Daten zeigen Unfallschwerpunkte

Die Ergebnisse machen deutlich, wo sich Unfallschwerpunkte häufen – und ermöglichen gezielte Gegenmaßnahmen. Ein Beispiel ist die B199 nördlich von Kappeln: Auf Basis der im Tierfund-Kataster erfassten Wildunfälle wurde dort 2023 das Verkehrszeichen „Wildwechsel“ aufgestellt und die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h reduziert. Nach demselben Muster folgten 2024 vergleichbare Schritte auf der B202 bei Oldenburg in Holstein.

 

Mit dem Frühlingsbeginn startet die Brut- und Setzzeit in Wald und Feld. Rehkitz, Frischling und Küken brauchen nun Ruhe. Warum Spaziergänger und Hundebesitzer jetzt besonders Rücksicht nehmen sollten.

Stockente und Kaninchen starten im März, Reh und Fasan erst im Mai: Die Rede ist von der Brut- und Setzzeit. Nun verwandeln sich Wald, Feld und Flur in eine große Kinderstube. Wildtierkinder setzen auf Tarnung und Täuschung, um in der Natur zu überleben. Daher bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Spaziergänger und Hundebesitzer jetzt um besondere Rücksicht.

Bitte nicht anfassen!

Auch, wenn sie hilflos aussehen: Einsame Wildtierkinder zu berühren oder gar mitzunehmen ist falsch verstandene Tierliebe. Auch wenn Spaziergänger sie nicht sehen: Die Eltern wachen über ihren gut getarnten, nahezu geruchlosen Nachwuchs aus sicherer Entfernung. So locken sie keine Fressfeinde an. Naturbesucher sollten gesunde Jungtiere auf keinen Fall berühren: Menschlicher Geruch an Kitz und Küken kann dazu führen, dass Elterntiere den Nachwuchs verstoßen. Der DJV rät Naturliebhabern, Wildtiere besser aus sicherer Distanz mit dem Fernglas zu beobachten. Spaziergänger sollten aktuell unbedingt auf Wegen bleiben. Das bedeutet weniger Stress für die Tiere und verhindert, versehentlich auf ein Nest zu treten.

Hunde an die Leine

Hohes Gras, Schilf oder Dickicht sind ideale Verstecke für den Nachwuchs von Nestflüchtern wie Wildschwein, Reh oder Feldhase. Hier gilt besondere Vorsicht für Hundebesitzer: Begegnen sie einem Wildschwein mit Nachwuchs, wird es für den besten Freund des Menschen schnell gefährlich. Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs vehement. Deshalb sollten Hunde beim Spaziergang im Einflussbereich des Menschen bleiben – vorzugsweise an der Leine. Bei einer Begegnung rät der DJV: sich bemerkbar machen, langsam zurückgehen und auf keinen Fall wegrennen.

284.220: Zahl der erlegten Tiere hat sich in 10 Jahren mehr als verdoppelt. Gefahr für Frösche und Kröten jetzt zur Laichzeit besonders hoch. Warum die Fangjagd besonders wichtig ist für die Artenvielfalt.

Im Jagdjahr 2024/25 (1. April bis 31. März des Folgejahres) haben Jägerinnen und Jäger 284.220 Waschbären erbeutet – etwa doppelt so viele wie vor 10 Jahren und 10-mal so viele wie vor 20 Jahren. Zu diesen Ergebnissen kommt der Deutsche Jagdverband (DJV) nach Auswertung der aktuell vorliegenden Jagdstatistik. Jetzt leiden besonders Frösche, Kröten und Molche unter der invasiven Art: Der Waschbär sucht gezielt Laichgewässer oder Amphibienzäune auf. Er kann die giftige Krötenhaut abstreifen und gelangt so an das schmackhafte Schenkelfleisch. Neben Trockenheit und Straßenverkehr kann der nordamerikanische Kleinbär so zum lokalen Aussterben von Lurchen beitragen. Die Waschbär-Jagd ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Fallenjagd ist wichtig für das Waschbärmanagement

Laut DJV-Auswertung im Rahmen des Monitoringprogramms WILD werden 4 von 10 Waschbären aus der Jagdstatistik mit Lebendfallen gefangen. Für die dämmerungs- und nachtaktiven Beutegreifer ist diese Art der Jagd entsprechend wichtig als Managementmaßnahme. Der DJV fordert deshalb ein klares Bekenntnis der Politik zur Fangjagd. In über zwei Dritteln der Jagdreviere in Deutschland kommt der Waschbär bereits vor, zeigt die Auswertung von WILD-Daten für über ein Drittel der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands. In den Hot-Spots Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind es sogar 90 Prozent der Jagdreviere.

Kröten und Frösche werden bei lebendigem Leib gehäutet

In Hessen sind die negativen Auswirkungen des Waschbären auf Amphibien besonders gut untersucht, federführend ist die Goethe-Universität Frankfurt. Wissenschaftler konnten dort über DNA-Proben des Mageninhalts nachweisen, dass Waschbären sowohl erwachsene Tiere wie auch deren Laich fressen. Davon ist ebenso die stark gefährdete Gelbbauchunke betroffen.

Invasive Organismen sind eine der Hauptursachen für Artenverlust 

Trotz Niedlichkeitsbonus durch Knopfaugen: Zur Eindämmung des invasiven Waschbären ist die Jagd unerlässlich. Invasive gebietsfremde Arten sind eine der fünf Hauptursachen für den Artenverlust weltweit. Durch die Bejagung des Waschbären und anderer invasiver Arten leistet die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Biodiversität. Mehr Infos gibt es im DJV-Faktencheck.

 

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