WILD: Im Frühjahr 2017 startet die sechste flächendeckende Erfassung. Datenreihen sind in Politik und Wissenschaft inzwischen eine wertvolle Entscheidungsgrundlage. Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an Jäger, das Monitoring-Projekt weiterhin zu unterstützen.
 

Wie viele Brutpaare der Nilgans gibt es in Deutschland? Wie verbreitet sich der Waschbär in Deutschland? Und wie entwickeln sich die Rebhuhnbestände in Deutschland? Antworten können am besten die Jäger geben, denn sie kennen die heimische Tierwelt wie kaum ein anderer. Es gilt, den Wissensschatz allen zugänglich zu machen, um bei Entscheidungen rund um Natur und Jagd mitzureden. Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) führt der Deutsche Jagdverband deshalb gemeinsam mit den Landesjagdverbänden zum sechs-ten Mal eine bundesweite Flächendeckende Erfassung durch, bei der 17 Arten berücksichtigt werden. Dabei stehen unter anderem erneut die Niederwildarten Rebhuhn, Fasan, Kaninchen und Feldhase im Fokus. Ihre Entwicklung muss aufgrund der teilweise starken Rückgänge in den vergangenen Jahren besonders genau beobachtet werden.

Zweiter Schwerpunkt: die Verbreitung der Neozoen Waschbär, Marderhund und Mink. Die vorliegenden WILD-Daten seit 2006 zeigen eindrucksvoll, wie sich die genannten Arten ausbreiten. Eine Fortschreibung der Datenreihen für 2017 ist wichtig. Wie bereits 2013 erfassen Jäger zudem Wildgänse: das Vorkommen und Brutgeschehen von Grau-, Kanada-, Nonnen-, Nil- und Rostgans wird abgefragt. Ein weiterer Schwerpunkt der Flächendeckenden Erfassung liegt auf den Marderartigen Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Steinmarder und Baummarder.

Jäger liefern einzigartige Zahlen

„Diese Datenquantität und -qualität ist einzigartig in Deutschland. Wir Jäger können stolz sein auf das Geleistete. Das muss auch Ansporn sein für die künftigen Zählungen“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Volker Böhning. Der DJV bittet alle Jagdpächter in Deutschland, an der Flächendeckenden Erfassung 2017 teilzunehmen. Eine möglichst lückenlose Erfassung der Verbreitungsgebiete abgefragter Arten ist Voraussetzung für valide Daten und damit für deren Repräsentativität. In den vergangenen Jahren haben Jäger mit dem flächendeckenden Monitoring knapp die Hälfte der Jagdfläche Deutschlands erfasst. Die Daten ermöglichen wissenschaftlich fundierte Aussagen zum Vorkommen, zur Populationsgröße und Besatzentwicklung einheimischer und neu eingewanderter Arten in Deutschland. Die Ergebnisse sind zwischenzeitlich Grundlage für Handlungsempfehlungen und erlauben Schlussfolgerungen für die Jagdpraxis oder die landwirtschaftliche Nutzung. Das einzigartige Zahlenmaterial liefert nicht nur der Jägerschaft selbst verlässliche Daten, sondern wird auch von Behörden und Presse geschätzt.

Kanadagans

Datenqualität ist entscheidend

Sollte eine der im Fragebogen genannten Arten im jeweiligen Revier nicht vorkommen, so muss auch dies durch Ankreuzen dokumentiert werden. Nur so lassen sich Status und künftige Veränderungen auswerten. Zudem ist es bei der Ermittlung der Besatz- oder Paardichte wichtig, Doppelzählun-gen zu vermeiden. Daher sollen wirklich nur die im jeweiligen Revier brü-tenden Paare angegeben werden. Hilfreich ist eine Absprache der Revierin-haber untereinander. Dies gilt gerade für Arten, deren Streifgebiet mehrere Jagdbezirke umfasst.

In den vergangenen Jahren konnten bereits sehr gute Rücklaufraten erreicht werden – nicht zuletzt durch bereits bestehende Wildtiererfassungssysteme, etwa in Niedersachsen, Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein. Die durch WILD abgefragten Arten werden in den bestehenden Wildtiererfassungen einzelner Länder größtenteils integriert. Den Standard-Erfassungsbogen gibt es hier zum Herunterladen. Achtung: Die teils abweichenden Erfassungsbögen der einzelnen Bundesländer werden auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt. Weitere Informationen gibt es beim jeweils zuständigen Landesjagdverband. Auf der Seite des DJV sind zudem die zuständigen WILD-Länderbetreuer der Bundesländer hier gelistet.

Herbst und Winter sind typische Jahreszeiten für den Genuss von feinem Wildfleisch. Doch muss es nicht immer der klassische Braten mit Sauce und Rotkraut sein. Jagende Food-Blogger zeigen, wie sich Wildgerichte modern interpretieren lassen. Auch auf der Internetseite Wild-auf-Wild.de können Verbraucher entdecken, wie abwechslungsreich Wildfleisch ist.

Rhea Fell-Rathmacher und Paul Steiner aus Obrigheim (Landkreis Bad Dürkheim) sind passionierte Jäger und Hobby-Köche. In ihrem Blog „koch-passion.de“ gehen die Pfälzer ihrer Leidenschaft nach und zeigen eine moderne und leichte Wildküche. „Wildfleisch ist unglaublich vielseitig“, sagt die aus einer Jägerfamilie stammende 30-jährige Rhea Fell-Rathmacher. „Es ist sehr spannend auszuprobieren, was mit diesem wunderbaren Naturprodukt alles möglich ist.“ „Der Bezug zu einem Nahrungsmittel ist ein anderer, wenn man es nicht einfach aus einer Kühltheke nimmt“, erklärt Paul Steiner. Die Kochbegeisterung führte den 42-Jährigen an das Waidwerk.

Ein Anliegen der Food-Blogger ist es, Wildbret – wie Wildfleisch auch genannt wird – anderen ernährungsbewussten und experimentierfreudigen Hobby-Köchen näher zu bringen. „Im Herbst und Winter ist das Angebot an Wildbret mit Reh, Wildschwein und Hirsch aber auch Hase, Fasan und Ente sehr vielseitig“, so Steiner. „Die Zubereitung von Wildfleisch ist nicht schwerer als die von Rind-, Schweine- oder Hühnerfleisch“, ergänzt Jägerin Fell-Rathmacher. „Unser Tipp: Einfach mutig sein und Wildbret in der Küche ausprobieren.“ Ideen wie „Wilder Schweinerücken Gyros Art“, „Wild-Currywurst“ oder „Kaninchen im Bierteig mit Kartoffel-Gurkensalat“ finden Interessierte unter www.koch-passion.de.

Mehr „wilde“ Rezepte für die simple und schnelle Wildküche können Hobby-Köche auf www.wild-auf-wild.de entdecken. In kurzweiligen Videos ist die Zubereitung der Wildgerichte zu sehen. Neben Rezepten, Küchentipps und Warenkunde, finden Interessierte Bezugsquellen für Wildbret.

Wildbret erfreut sich großer Beliebtheit. Im Jagdjahr 2015/2016 landeten nahezu 3.000 Tonnen Wildfleisch auf rheinland-pfälzischen Tellern. Allein etwa 1.732 Tonnen Wildfleisch lieferten die heimischen Wildschweine. Gefolgt werden die Schwarzkittel von Rehwild mit 850 Tonnen und Rotwild mit rund 331 Tonnen Wildfleisch. Doch nicht nur das Trio Wildschwein, Reh- und Rotwild liefert das hervorragende Naturprodukt Wildfleisch. Auch die sogenannten Nieder- und Federwildarten wie Hase und Kaninchen sowie Ente und Fasan eignen sich bestens für eine moderne und gesunde Küche. Vor allem in den klassischen Niederwild-Revieren der Vorderpfalz und Rheinhessens sind diese Arten heimisch und stellen eine Bereicherung des Menüs dar. In Rheinland-Pfalz lieferten Kaninchen, Fasan und Co. zusammen mehr als 52 Tonnen Wildfleisch. 

Am 11. Oktober 2016 gibt es auf dem Schlossplatz Wildwurst vom Grill für einen guten Zweck: Der Erlös geht in vollem Umfang an die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. und ist eine Spende für Menschen, die Hilfe brauchen. Minister Peter Hauk MdL ist Schirmherr der Veranstaltung und wird die Aktion begleiten.

Für alle, die Leckerbissen vom heimischen Wild probieren und dabei etwas Gutes tun möchten: 

Am kommenden Dienstag bietet der Landesjagdverband Baden-Württemberg von 10 bis 14 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz Wild vom Grill. Der Erlös dieser Aktion geht in vollem Umfang an die Schwäbische Tafel Stuttgart e.V. Eine Spende für Menschen, die Hilfe gut gebrauchen können. Minister Peter Hauk MdL ist Schirmherr der Veranstaltung und wird ab 12 Uhr vor Ort sein.

Neben Wildwurst mit Holzofenbrot wird es auch „Wilde Maultäschle“ zum Probieren geben. Eine tolle Gelegenheit, das gesunde, regionale Lebensmittel Wildbret kennenzulernen. Pädagogisch geschulte Jäger sind mit einem Lernort-Natur-Mobil auf dem Schlossplatz und bieten Mitmachaktionen rund um die heimische Tierwelt an. Interessierte Kinder haben beispielsweise die Möglichkeit, Nistkästen zu bauen, die ebenfalls für den guten Zweck verkauft werden.

Bundesweit werden die letzten Feldfrüchte eingefahren. Besonders Wildschweine sind deshalb in den nächsten Wochen auf der Suche nach neuen Futter- und Ruheplätzen. Dies erhöht auch tagsüber die Gefahr von Verkehrsunfällen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft zu besonderer Vorsicht auf.

 

Die Maisernte ist in vollem Gange. Insbesondere Wildschweine suchen deshalb nach einer neuen Bleibe im Wald und verlassen die Feldflur. Die eigentlich dämmerungs- und nachtaktiven Tiere wechseln in den kommenden Wochen auch vermehrt am Tage über Straßen. „Verkehrsteilnehmer müssen aktuell mit einem erhöhten Wildunfallrisiko rechnen”, warnt der Deutsche Jagdverband (DJV). Jahreszeitlich bedingte Gegebenheiten wie Nebel, die eher einsetzende Dunkelheit sowie feuchte und verschmutzte Fahrbahnen steigern zusätzlich das Unfallrisiko.

Autofahrern empfiehlt der DJV, besonders aufmerksam und mit gedrosselter Geschwindigkeit zu fahren. Wer mit Tempo 80 statt 100 unterwegs ist, verringert den Bremsweg bereits um 25 Meter. Je höher die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, desto höher ist bei einer Kollision das Verletzungsrisiko. Ein 60-Kilo-Wildschwein verwandelt sich bei einem Zusammenstoß mit Tempo 60 in ein Nashorn. Das Aufprallgewicht liegt bei 3,5 Tonnen.

Hat ein Schwarzkittel die Straße überquert, sollte stets mit Nachzüglern gerechnet werden, da die Tiere meist im Familienverband unterwegs sind. Erscheinen Wildtiere im Lichtkegel der Scheinwerfer: Abblenden, hupen und kontrolliert bremsen. Unkontrollierte Ausweichmanöver können schwere Unfälle verursachen. Kommt es trotz erhöhter Aufmerksamkeit zu einem Zusammenstoß, so sollten Autofahrer umgehend die Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen. Diese informiert den zuständigen Jäger, der eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellt und notfalls mit speziell ausgebildeten Hunden nach verletzten Tieren sucht. Keinesfalls sollten diese vom Autofahrer angefasst werden - es besteht akute Verletzungsgefahr.

Das Statistische Bundesamt erfasst nur Wildunfälle mit Personenschaden, also etwa 2.500 jährlich. Tatsächlich ist das Risiko 100 mal höher: Auf deutschen Straßen passiert alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall mit Hirsch, Reh oder Wildschwein. Mehr als 23.000 Unfälle gingen dabei im vergangenen Jahr auf das Konto der Wildschweine, dies zeigt die aktuelle DJV-Wildunfallstatistik.

Weitere Infos:

Wildschweine sind anpassungsfähige Allesfresser. In Raps-, Weizen- und Maisfeldern finden sie von April bis Oktober ideale Lebensbedingungen. Zudem profitieren die vom Klimawandel mit äußerst milden und kurzen Wintern. So sind in Deutschland jährliche Zuwachsraten von bis zu 300 Prozent möglich: Wo heute 10 Wildschweine leben, sind es ohne Jagd im nächsten Jahr bereits 40.

Wild in der City: NRW-Wildwochen in Düsseldorf eröffnet

Am 22. September wurden die NRW-Wildwochen 2016 im Düsseldorfer Medienhafen, im Restaurant Berens am Kai, eröffnet. Auch in diesem als „Architekturmeile“ und Innovationsstandort bekannten Stadtviertel mit seinen rund 40 Szene-Lokalen findet Wildbret aus der Region seine Fans. Zum zweiten Mal ist Steffi Nerius, Weltmeisterin im Speerwurf 2009 und selbst begeisterte Jägerin, als Schirmherrin dabei.

mer Fr., 2016-09-23 10:59
Grill' doch mal Wild

Der Höhepunkt der Grillsaison steht bevor: Der DJV startet eine vierteilige Videoserie zur Zubereitung von Wildfleisch im Freien. Passende Rezepte zum Nachlesen und Ausdrucken gibt es auf wild-auf-wild.de

ska Do., 2016-07-28 14:02
Grill' doch mal Wild

Der Höhepunkt der Grillsaison steht bevor: Der DJV startet eine vierteilige Videoserie zur Zubereitung von Wildfleisch im Freien. Passende Rezepte zum Nachlesen und Ausdrucken gibt es auf wild-auf-wild.de

ska Fr., 2016-07-22 12:29

Entwicklung der Wildunfälle 2016

 

 

Der DJV sucht zum 01. August 2016 oder früher für die fachliche und administrative Betreuung von WILD eine/n Refernten/in. Die Vollzeitstelle ist zunächst auf 2 Jahre befristet. 

Gesucht wird: Referent/in für Wildökologie und Wildtiermanagement

Zu bearbeitende Themenfelder sind:

Wildtiermonitoring, Wildökologie, Wildtiermanagement, Arten- und Naturschutz

Ihre Aufgaben

  • Fachliche Betreuung der o.g. Themenfelder
  • Betreuung und Leitung von Fachgremien
  • Betreuung der WILD-SQL-Datenbank (Import/Export, Abfragen, Unterstützung und fachliche Vorbereitung zur Programmierung)
  • Analyse der im Rahmen von WILD erfassten Daten (Zählungen in den Referenzgebieten, flächendeckende Einschätzungen in den Jagdbezirken, Jagdstrecken, Flächennutzungskartierung)
  • Erstellung von Publikationen, inhaltliche Vorbereitung von Pressemeldungen und anderen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit
  • Erarbeitung von Stellungnahmen und Verbandspositionen
  • Aufbau und Kontaktpflege zu Politik und Verbänden
     

Ihr Profil

  • Hochschulabschluss, bevorzugt Fachrichtungen Biologie, Naturschutz, Forst-/Landwirtschaft
  • überdurchschnittlich gute statistische Kenntnisse und Erfahrung in der Analyse biogeografischer sowie populationsökologischer Daten
  • sicherer Umgang mit MS-Office-Programmen
  • sicherer Umgang mit den Programmen ArcGIS und SPSS/R,Erfahrung mit Datenbanken
  • Erfahrung im Projektmanagement
  • eigenverantwortliches und selbständiges Arbeiten wird vorausgesetzt
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • Englisch in Wort und Schrift (verhandlungssicher)
  • Berufserfahrung und sicheres Auftreten
  • Jagdschein von Vorteil
     

Wir bieten

• eine interessante, vielseitige Tätigkeit in einem kreativen, engagierten Team

Ihre vollständige Bewerbung (in einem pdf-Format) unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung senden Sie bitte bis zum 29. Juli 2016 an:

Deutscher Jagdverband e.V.
Friedrichstraße 185/186, 10117 Berlin
djv@jagdverband.de

Mehr Jobs und Praktika finden Sie hier.

Grillsaison wird wild und fruchtig

Etwa 24.400 Tonnen heimisches Wildbret von Wildschwein, Hirsch und Reh haben die Deutschen in der Jagdsaison 2014/15 verspeist. Das sind fast 950 Tonnen mehr als im Vorjahr. Wildfleisch wird immer beliebter. Kein Wunder, handelt es sich doch um ein regionales und nachhaltiges Produkt, das zudem gut schmeckt und gesund ist. 

ska Fr., 2016-04-15 09:40
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