Nicht nur unsere Nahrung, auch das Smartphone hat seinen Ursprung im Abbau von natürlichen Ressourcen. Lernort Natur schärft die Sinne für den Ursprung der Dinge unseres Alltags.

Das Fällen eines Baumes oder das Schlachten eines Tieres war vor wenigen Jahrzehnten alltäglich und in der Gesellschaft anerkannt. Mit der Industrialisierung haben sich die gesellschaftlichen Grundlagen verändert. Der Ursprung vieler Gebrauchsgegenstände ist manchen Kindern nicht mehr bewusst – weil nicht mehr allgegenwärtig: Die Wurst kommt aus der Kühltruhe, das Handy aus dem Shop. Die heranwachsende Generation verbindet damit nicht mehr die Aufzucht eines Tieres oder den Abbau natürlicher Bodenschätze.

Haben unsere Kinder den Zugang zu ihrer natürlichen Umwelt verloren? Und wenn ja, welche Vorstellungen und Ideen prägen ihr Naturbild?

Jugendreport Natur deckt Naturbeziehung auf

Dr. Rainer Brämer vom Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Marburg befragte für den Jugendreport Natur. 500 Kinder und Jugendliche im Ruhrgebiet und Sauerland über ihre Einstellung zu Wald und Natur. Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen bekannten sich dazu, ohne Wald und Natur nicht leben zu können. Die Heranwachsenden sahen sich als Helfer des Waldes. So stimmten 96 % der Befragten der Aussage zu, dass „Bäume pflanzen“ eine „wichtige Tätigkeit für uns alle” sei. Weitere Spitzenplätze in der Zustimmungsrate belegten die Tätigkeiten „den Wald aufräumen” und „im Winter Vögel füttern”.

Bambi-Syndrom nützt nichts

Wenn Jugendliche etwas für die Natur tun wollen, verbinden sie damit die Vorstellung einem hilflosen Wesen zu helfen. Der Gedanke an Fauna und Flora lässt in Heranwachsenden Pflegeinstinkte erwachen, die oft auch von den Medien verbreitet werden. Das Wild gerät in die Rolle des süßen „Bambis” aus dem Zeichentrickfilm.

Bei dieser Verniedlichung von Wildtieren bekommt der Mensch eine eindeutig negative Rolle: „Der Mensch ist der größte Feind der Natur”. Drei Viertel der Teilnehmer des Jugendreports Natur bekennen sich zu dieser These. Forstliche und jagdliche Aktivitäten werden überwiegend als naturschädlich gesehen. Die Reaktionen sind nicht sachlich, sondern gefühlsbetont. Dr. Brämer sieht die jungen Menschen in einer „Kunstwelt” eingebettet, in der „das Bewusstsein der Abhängigkeit und Angewiesenheit auf die Natur weitgehend verloren gegangen ist”.

Ihr eigenes Eindringen in die Natur empfanden die Befragten sogar als schuldhaft. Fast 80 Prozent hielten Verbostschilder im Wald für nützlich. Alles was Jugendliche im Wald gern machen, erhielt damit in ihrer eigenen Vorstellung das Prädikat „schädlich”.

Mit den Jägern macht Nachhaltigkeit Schule

Nachhaltigkeit bedeutet, die Natur in unserer Kulturlandschaft nicht auszubeuten, sondern sie rücksichtsvoll zu nutzen. Das Prinzip der Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt von Lernort Natur. Beim Reviergang mit den Jägerinnen und Jägern vermitteln spielerische Expeditionen im Wald die Zusammenhänge in der Natur.

Sehen, riechen, fühlen, hören, schmecken: Sich selbst und seine Umwelt wahrnehmen. Der „Abenteuer-Spielplatz” Natur hat hier viel zu bieten: Futterverstecke von Feldhasen anlegen oder mit den Augen des Wildschweins den Wald entdecken. Spiele und Aktionen im Rahmen von Lernort Natur zeigen Schülern und Lehrern, wie viel Spaß ein Tag im Freien bringen kann. Ganz ohne Computer, dafür mit viel Bewegung und einer ordentlichen Portion frischer Luft.

Kind mit LupeWer die Natur und die Zusammenhänge in ihr nicht kennt, dem fällt es schwer sie zu schützen und zu erhalten. Lernort Natur bietet eine Lösung: Erlebnisorientiertes Lernen mit allen Sinnen, damit die Natur für Kinder und Jugendliche greifbar wird.

Der virtuelle Raum nimmt immer mehr Platz im Leben vieler Kinder und Jugendlicher ein. Das Resultat: Naturentfremdung.

Innerhalb weniger Jahre hat das Naturbild der jungen Generation gravierende Veränderungen erfahren: Für viele geht die Sonne inzwischen im Norden auf, Hühner legen drei Eier am Tag, Kühe haben elf Zitzen, aus dem Hirsch ist ein Reh und aus dem Kitz ein Kid geworden. 3.000 Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren hat Dr. Rainer Brämer, Natursoziologe an der Universität Marburg, in sechs Bundesländern befragt. Im sechsten Report seit 1997 haben die Jugendlichen über 150 Fragen zum Naturverständnis beantwortet. Unterstützt wurde er dabei vom Deutschen Jagdverband e.V. (DJV), dem information.medien.agrar e.V. (i.m.a.) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Mangelhaftes Wissen der Jugendlichen über die Natur

Das Thema „nachhaltiges Verhalten“ ist bei den Jugendlichen noch nicht ausreichend angekommen. Die Mehrheit der Befragten verbindet Normen ökologischer Korrektheit wie „keine Pflanzen ausreißen“ (71%) und „keinen Müll in den Wald werfen“ (86%) fälschlicherweise mit nachhaltigem Handeln. Pflege, Ruhe und Ordnung dominieren, die schonende Nutzung natürlicher Ressourcen ist ein Tabu. Das über 200 Jahre alte Prinzip der Nachhaltigkeit „Nur so viel Holz ernten wie nachwächst“ (65%) und „Tiere jagen, ohne sie auszurotten“ (50%) erfahren deutlich weniger Zuspruch. Für die Natur schädlich bewerten daher 70 Prozent der Studienteilnehmer das Fällen von Bäumen und 67 Prozent das Jagen von Rehen und Wildschweinen. Gleichzeitig sind sich Jugendliche nur teilweise der Auswirkungen ihres eigenen Tuns bewusst: Immer das neueste Handy zu besitzen, hat für knapp jeden zweiten Befragten keine schädlichen Auswirkungen auf die Natur. Der immense Rohstoff- und Energieverbrauch wird nicht erkannt.

 

Mit Umweltbildungsprojekten wird die Natur erlebbar

Verschiedene Projekte der an der Studie beteiligten Organisationen engagieren sich in der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche: Seit mehr als 20 Jahren gibt es die außerschulische Initiative Lernort Natur der Jägerinnen und Jäger. Bei einem Revierbesuch im heimischen Wald entdecken Kinder und Jugendliche die Natur vor der Haustür mit allen Sinnen. Die deutsche Landwirtschaft wirft mit Aktionen wie „Lernort Bauernhof“ oder „Tag des offenen Hofes“ einen realistischen Blick in den Stall und auf die Felder. Bei den Waldjugendspielen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald können Kinder und Jugendliche an mehreren Stationen mit Geschick, Beobachtungsgabe und detektivischem Spürsinn Aufgaben rund um das Ökosystem Wald lösen.

Alle Verbände sind sich darin einig, dass die Aktionen weiter ausgebaut werden sollten. „Wir müssen das immer abstrakter werdende Naturbild bei Jugendlichen umkehren“, so die Sprecher der Verbände. Der Nachwuchs müsse wieder hautnah erfahren, dass alle Lebensmittel und auch Konsumprodukte letztendlich aus der Natur kommen.

Die Seite zum Jugendreport Natur.

Natur vergessen? Erste Befunde des Jugendreports Natur 2010 sowie die Grafiken hier zum Herunterladen:

Die Kuh ist lila. Enten sind immer gelb. Schon Kinder entfernen sich zunehmend von der Natur. Nicht verwunderlich, bestimmen doch TV, Spielekonsole und Handy den Alltag.

Unterricht im Wald? Wo könnte Biologie, Sachkunde oder sogar Mathe spannender sein! Noch dazu bleibt selbst Entdecktes länger im Bewusstsein. Für ihr Konzept des erlebnisorientierten Lernens wurde die Jäger-Initiative Lernort Natur bereits zweimal, in 2008 und 2010, von der UNESCO als „Offizielles Projekt der Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ anerkannt.

Nachhaltigkeit sehen, fühlen, verstehen

UN Dekade Bildung für nachhaltige EntwicklungAusgezeichnet wird von der UNESCO damit das vielfältige Engagement der Lernort Natur-Aktiven, das Weiterbildungsprogramm des Deutschen Jagdverbandes (DJV) sowie die begleitend entwickelten Poster, Spiele und Unterrichtmaterialien. Zentrum der Initiative ist das Thema Nachhaltigkeit. Kinder aller Altersgruppen erfahren etwas über die heimischen Tiere, ihre Lebens- und Ernährungsweise, ihre Auswirkung auf den Lebensraum und die Rolle des Menschen im Ökosystem. Wer nichts über die heimische Natur weiß, dem fehlt das Verständnis dafür, diese wichtige Lebensgrundlage zu erhalten. Dem wirken die Jägerinnen und Jäger mit ihrer Initiative entgegen: Wo „wäscht“ sich das Wildschwein? Welches ist das kleinste Raubtier des Waldes? Spannend und spielerisch erfahren die Kinder die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Unterricht mit Jägern und allen Sinnen

Die Kuh ist lila. Enten sind immer gelb. Schon Kinder entfernen sich zunehmend von der Natur. Nicht verwunderlich, bestimmen doch Fernseher, Spielekonsole und Handy den Alltag. Mit Lernort Natur erfahren die Heranwachsenden die Umwelt mit all ihren Sinnen. Bei Wind und Wetter entdecken sie spielerisch die Umwelt und erleben die Zusammenhänge in ihr: Welches ist das stärkste Tier im Wald? Oder wo wohnen Fuchs und Hase? Vermittelt wird dabei auch immer das Prinzip der nachhaltigen Jagd in Deutschland. Das folgt dem Grundsatz der nachhaltigen Forstwirtschaft: „Schlage nur so viel Holz, wie nachwachsen kann,“ formulierte Hans-Karl von Carlowitz bereits 1713 als erster dieses Prinzip.

Weiterlesen: Umfangreiche Informationen zum Konzept der Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicling der UNESCO gibt es hier zum Herunterladen:

Seit über 20 Jahren können Kinder mit pädagogisch geschulten Jägern die Natur erleben und dabei lernen.

Seit 1991 bieten pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Jäger im Deutschen Jagdverband (DJV) mit der Initiative Lernort Natur erlebnisreiche Reviergänge an: Fährten vom Wildschwein verfolgen, in der Gruppe überdimensionale Spinnennetze überwinden oder mit den Augen des Eichhörnchens Futterverstecke anlegen. Das Ziel der Initiative ist es, gemeinsam mit Kindern die Natur zu erfahren und so nachhaltig mit ihr umzugehen lernen.

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen sind bei Lernort Natur herzlich willkommen. Als anerkannter Naturschutzverband legt der DJV besonderen Wert auf das erlebnisorientierte Lernen – im Mittelpunkt dabei immer die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Jäger führen Kinder und Jugendliche mit einer Entdeckungsreise durch den heimischen Wald. Was ist der Unterschied zwischen Reh und Hirsch oder Kaninchen und Feldhase? Häufig nehmen Eltern und Lehrer auch neue Eindrücke mit nach Hause.

Naturschutz- und Biologieunterricht im Grünen

Die Jagd, wie sie in Deutschland praktiziert wird, wurde bereits 2000 von der Internationalen Naturschutzorganisation (IUCN) als eine Form des Naturschutzes anerkannt. Nach dem Vorbild des modernen Waldbaus, bei dem nur so viel aus der Natur entnommen wird, wie dauerhaft nachwächst, arbeiten auch die Jägerinnen und Jäger. Dies zu vermitteln, ist einer der Schwerpunkte der Initiative.

Bevor Jäger ihr Handwerk ausführen dürfen, müssen sie eine Ausbildung mit staatlicher Prüfung absolvieren. Das sogenannte „Grüne Abitur“ – oder der Jagdschein – prädestiniert sie für den Unterricht mit und in der Natur. Gemeinsam mit Lehrern gestalten sie auf Anfrage gern Unterrichtsstunden, Projekt- und Wandertage gemäß den Lehrplänen.

LON Mobil Hegering EnnepetalMit Präparaten von Uhu und Eule, Fellen von Fuchs und Marder und den Lernort Natur-Mobilen kommen sie auch gern direkt zur Kita oder Schule. Vom DJV erstellte Unterrichtsmaterialien, Poster und Spiele vertiefen das Gelernte noch Tage nach der Expedition in die Natur vor der Haustür.

 

 

Wachsendes Angebot – natürlich ehrenamtlich

Um Lernort Natur-Betreuer für die Bildungsarbeit zu qualifizieren, bietet der DJV seit 1997 Fortbildungsseminare mit erfahrenen Wald- und Erlebnispädagogen an. In ihnen werden pädagogisches Grundwissen und Kommunikationsmethoden vermittelt, um unterschiedliche Wissens- und Altersstufen zielgruppengerecht ansprechen zu können. Einige Betreuer haben sich spezialisiert und beschäftigen sich zum Beispiel gezielt mit Waldpädagogik für körperlich und geistig behinderte Kinder, andere bieten erlebnisorientiertes Lernen für Jugendliche mit vielen Abenteuern und “Mutproben” an.

Hier geht’s zur Natur! Der handliche Flyer der Jäger-Initiative Lernort Natur in der Box zum Herunterladen.

Bei der LON-Ralley geht es über Stock und Stein zur Naturerfahrung mit Lerneffekt.

Wenn an einem Tag mehrere Klassen – also 100 oder noch mehr Kinder – einen Erlebnistag im Wald verbringen wollen, dann empfiehlt sich die Organisation in Form einer Waldrallye. Ziel einer solchen Rallye ist es, das Wissen so zu vermitteln, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren neu erworbenen Fähigkeiten umweltgerecht verhalten und zum Schutz der Natur beitragen können.

Die Teilnehmer werden bei einer Rallye gruppenweise auf einen Rundkurs ins Gelände geschickt und erhalten einen Laufzettel so wie Aufgabenblätter mit Fragen, deren Lösungen sie sich an verschiedenen Orten auf ihrem Weg erarbeiten müssen. Die gestellten Aufgaben sollen zum Beobachten, Erkennen und Handeln auffordern.

Damit die Waldlernrallye zu einem vollen Erfolg wird, haben wir die vier wichtigsten Grundregeln zusammengestellt:

1. Lernen mit Herz, Hand und Verstand
Beispiel: Sie möchten die Schüler mit der Douglasie bekannt machen. Fragen Sie nicht: “Wie heißt dieser Baum?” oder “Ist dieser Baum bei uns heimisch?” Die meisten Kinder- und Jugendlichen werden den Baum nicht kennen. Besser ist es, Informationen, die die Teilnehmer nicht haben, kurz zu geben: “Der Baum neben der Schutzhütte ist eine Douglasie, ein Nadelbaum aus Nordamerika, der vor der Eiszeit auch in Europa gewachsen ist.”

Folgende Aufgaben könnten dann gestellt werden:
“Zerreibt ein paar Nadeln zwischen den Fingern, wonach riechen sie?”
“Die Zapfen sehen anders aus als bei unserer heimischen Fichte, beschreibt den Unterschied.”
So erarbeiten sich die Schüler ihr Wissen selbst und können anschließend eine Douglasie von anderen Nadelbäumen unterscheiden.

Eine andere Aufgabe zum Thema Jagd könnte lauten: “Wenn ihr die Schneise 20 m weit in den Bestand geht seht ihr einen offenen Hochsitz, eine sogenannte Leiter. Zeichnet auf der Skizze ein, aus welcher Richtung der Wind kommt.”
“Nennt drei Möglichkeiten, um die Windrichtung zu prüfen.”
Nennt Gründe, warum der Hochsitz an dieser Stelle errichtet wurde? Untersucht dazu aufmerksam die Umgebung und achtet auch auf Fährten und Spuren.

2. Original statt Fälschung
Nutzen Sie die im Wald natürlich vorhandenen Möglichkeiten thematisch, wie zum Beispiel Tierspuren, Suhlen, kulturhistorische Besonderheiten, jagdliche Einrichtungen, besondere Bäume und Pflanzen am Wegesrand. Die Kinder und Jugendlichen sollen die Aufgaben nach Möglichkeit am Original lösen, dann können sie sich später an erlernte Zusammenhänge erinnern.

Beispiel:
Wir möchten Lebensspuren von Wildtieren vorstellen, dann könnte die Aufgabe lauten:
“Diesen Baum hat ein Tier bearbeitet, welches Tier hat hier seine Spuren hinterlassen? (Zum Beispiel Specht, Reh, Wildschwein.)
“Als was nutzt das Tier den Baum? (z.B. Wohnung, Nahrung, Körperpflege)

3. Weniger ist oft mehr
Bedenken Sie bei der Planung Ihrer Waldlernrallye auch die ökonomische Seite. Sie brauchen weniger Mitarbeiter, wenn alle Teilnehmer den Weg und die Aufgaben allein mit einem guten Laufzettel bewältigen können. Verzichten Sie deshalb auf Präparate, Schautafeln, Geräte, Tonbänder, Werkzeuge etc. Alle diese Dinge müssen beaufsichtigt werden. Nutzen Sie daher das als Lehrmittel, was sich draußen bietet, zum Beispiel:

  • Einen einzeln stehenden Baum, um das Verfahren der Höhenschätzung zu vermitteln.
  • Einen am Weg liegenden Stapel aus verschiedenen Baumstämmen, um den Aufbau des Holzes und die Unterschiede zwischen Holzarten erarbeiten zu lassen
  • Eine Schutzhütte oder einen Reitweg als Einstieg ins Thema “Die Funktion des Waldes als Rohstofflieferant, Erholungsraum und Sauerstoff-Produzent

Weitere Themen -Ideen erhalten Sie auch auf den Seiten der Rubrik “Revierbesuch”

4. Dabei sein ist alles
Eine Rallye sollte nicht als Wettbewerb oder Leistungstest ausgerichtet werden: Stattdessen lautet das Motto: “Dabei sein, Spaß haben und die Natur genießen”. Bei der Rallye wird das Lernen an sich belohnt. Wenn Preise zu vergeben sind, bietet sich eine Verlosung an. Oder aber jeder Teilnehmer darf sich am Schluss ein Holzmaidallon basteln und als Andenken mit nach Hause nehmen. Konkurrenzdenken soll nach Möglichkeit vermieden werden, damit sich die Teilnehmer in der Natur wirklich entspannen können.

Noch ein paar Tipps:

  • Zu Beginn der Rallye unbedingt die “fünf Waldgebote” besprechen.
  • Der Weg sollte ein Rundkurs von zwei bis vier Kilometern Länge sein.
  • Der Abstand der Gruppen kann rund 15 Minuten betragen. Die Gruppen sollten sich nach Möglichkeit nicht auf dem Rundkurs begegnen.
  • Die Stationen unterwegs am besten kennzeichnen (zum Beispiel durch farbiges Kreppband, Sprühfarbe etc.).
  • Dem Laufzettel wird ein Wegeplan mit eingezeichneten Stationen angeheftet. Mit Abbildungen und Skizzen lockert man diesen Zettel optisch auf

Beim Schulbesuch, bringt der Jäger meist ein Lernort Natur-Mobil oder andere spannende Unterrichtsmaterialen mit.

Wenn Jäger von einer Schulklasse oder dem Lehrer eingeladen wurden, bringen sie in der Regel ein LERNORT NATUR-Mobil oder andere Materialien wie Tierpräparate, Tastbretter, Arbeitsblätter und Spielkarten mit. Dies alles kommt dann im Unterricht zum Einsatz.

Am besten vereinbart man mit dem Jäger mindestens eine Doppelstunde. Und so könnte eine Unterrichtsstunde mit dem Jäger aussehen:

Acht Bausteine für den Unterricht

1. Vorstellung

Wenn der Jäger vor die Klasse tritt, wird er sich zuerst einmal vorstellen und den Kindern sagen, was ihm besonders am Herzen liegt nämlich die Natur, die Wildtiere und natürlich auch die Jagd.

2. Tiersteckbriefe

Zur Vorbereitung der Tiersteckbriefe, erzählt der Jäger den Kindern beispielsweise folgende Geschichte: “Ich treffe oft Menschen, die mir von einem Tier erzählen, das sie gesehen haben. Sagen diese Leute nur: “Das Tier hatte ein Fell, zwei Augen und vier Beine”, dann hilft mir das nicht weiter. Um sicher zu wissen, um welches Tier es sich handelt, braucht man schon genauere Angaben! Ob ihr mit meiner Schilderung eines Tieres etwas anfangen könnt, wollen wir jetzt austesten. Es folgt das Spiel “Tiersteckbriefe” mit dem die Schüler Kenntnisse über die heimischen Wildarten erwerben sollen.

Spielverlauf

Der Spielleiter liest Aussagen über ein Tier vor, zum Beispiel:

  • Ich lebe in Mitteleuropa
  • Ich habe vier Beine
  • Ich bin ein Meister im Verstecken
  • Ich fresse gerne Blätter, Kräuter und junge Triebe.
  • Mein Junges hat weiße Flecken im Fell und zunächst keinen Eigengeruch.
  • Ich bin die kleinste Hirschart in Deutschland.
     

Die Schüler müssen die Aussagen kombinieren. Es darf nicht laut gedacht werden. Wer glaubt, das Tier erkannt zu haben, legt den Finger auf die Nase (ist ein Naseweis, wenn er zu früh den Finger auf der Nase hat). Wer seine Meinung ändert, fasst sich ans Ohrläppchen (das heißt dann: “ich muss länger zuhören”). Wer es nicht erraten kann, legt zum Schluss die Hand auf den Kopf (das bedeutet: “Ach, muss ich noch viel lernen”). Nachdem die Aussagen alle vorgelesen sind, sagt der Spielleiter (Jäger oder Lehrer): “Ich bin ein(e)...?” Dann antworten alle im Chor: “Ich bin ein Reh!”

Weitere “Tiersteckbriefe” sind im Kartenspiel “Abenteuer Pirsch” enthalten.

Anfassen erlaubt!3. Jedes Tier hat einen Namen

Jetzt sind die Kinder eingestimmt und Schüler, Jäger und Lehrer wenden sich den Präparaten zu. Eingesetzt werden nur solche Tierpräparate, die gesundheitlich unbedenklich sind.

Die Spannung steigt, wenn jedes Präparat einzeln ausgepackt wird. Jeder Schüler bekommt ein Klebeetikett oder ein Pappschildchen mit einem Tiernamen. Die Aufgabe besteht darin, jedem Tier das richtige Namensschildchen zuzuordnen. Einigen Präparaten können die Kinder selbstständig den richtigen Begriff zuordnen, bei anderen benötigen sie Hilfe. Der Jäger oder Lehrer kann dabei zum Beispiel auf besondere Merkmale der Tiere hinweisen, die das Behalten der Namen und Wiedererkennen der Arten erleichtern. Natürlich dürfen die Präparate auch angefasst und gestreichelt werden.

4. Arbeitsblatt

Nachdem nun jedes Tier seinen richtigen Namen hat, wird das erworbene Wissen vertieft. Dazu bekommen alle Schüler ein Arbeitsblatt mit den Abbildungen der Tiere, auf dem sie die Tiernamen zuordnen und eintragen. Eine gute Vorlage für Arbeitsblätter bietet das Malbuch “Wir malen was lebt in Wald und Flur”.

Wir malen was lebt in Wald und Flur5. Malen

Wer seinen Arbeitszettel fertig beschriftet hat, kann schon mal damit beginnen, die Abbildungen der Tiere auf dem Arbeitsblatt farbig auszumalen. Alternativ kann auch das Malbuch “Wir malen – was lebt in Wald und Flur” eingesetzt werden.

 

 

 

Felltastbretter schulen den Tastsinn  6. Fühlen

Mit Felltastbretter schulen wir den Tastsinn der Kids und schaffen einen weiteren unterhaltsamen Zugang zum Thema “Wildtier”. Wie fühlt sich die Schwarte des Wildschweins an? Wie unterscheiden sich Sommer- und Winterfell des Rehs oder des Fuchses? All das können die Kinder nun erfahren. Im ersten Spielgang werden Fellstücke dem richtigen Tier zugeordnet, das mit Bild und Namensbezeichnung in einem Fach des Tastbretts abgebildet ist. Dann ist Fingerspitzengefühl gefragt: Dem Schüler werden die Augen verbunden, so dass er sich voll auf seinen Tastsinn verlassen muss. Zu sechs verschiedenen Fellen sollen durch Fühlen und Vergleichen passende Gegenstücke gefunden werden.

7. Geschichte

Nach dieser recht lebhaften und handlungsorientierten Phase lassen wir wieder Ruhe einkehren. Dazu stellen wir ein oder zwei Tiere ausführlich vor und erzählen eine kleine Geschichte oder der Jäger berichtet von Erlebnissen mit diesen Tieren im Revier. Als Alternative bietet sich an, eine Sequenz aus den DJV-Videos “Lebensraum Wald – Natur entdecken und erleben” bzw. “Lebensraum Feldflur – Natur entdecken und erleben” zu zeigen. Falls die Kinder eigene Erlebnisse haben, sollen sie davon erzählen.

8. "Abenteuer Pirsch"

Als Abschluss vertiefen wir das neuerworbene Wissen mit einem Spiel. Jetzt kommt das DJV-Kartenspiel “Abenteuer Pirsch” zum Einsatz. Dabei geht es darum, 4 mal 3 Aussagen über ein Tier zusammenzufügen. Dazu erhält jedes Kind eine Karte. Dann sollen sich die Schüler in Vierer-Gruppen zusammenfinden. Wenn sich die Schüler gefunden haben, bei denen die Aussagen auf der Spielkarte zu ein und demselben Tier gehören, ergeben die Karten auf der Rückseite das komplette Foto. Wenn alle Gruppen komplett sind, werden die Tiere anhand der abgedruckten Beschreibungen vorgestellt.

Zur Vertiefung des Themas laden viele Jäger die Klasse ins Jagdrevier ein. Dort können die Schüler den Lebensraum der Wildtiere erkunden und nach ihren Spuren zu suchen!

Ob Spurensuche, Hexenküche oder Niskastenbau, der Wald ist voller lehrreicher Projekte.

Das Schnitzel kommt aus der Tiefkühltruhe oder das Reh ist die Frau vom Hirsch: Nicht nur Kinder, auch Erwachsene unterliegen häufig Irrtümern über die Natur. In einer digitalen Welt mit Fernseher, Spielekonsole und Handy wird Natur immer seltener hautnah erlebt – eine Naturentfremdung findet statt. Mit der Initiative Lernort Natur bieten die Jägerinnen und Jäger Deutschlands vielfältige Möglichkeiten die Natur mit allen Sinnen „wieder“ zu entdecken. Die regionalen Anbieter haben wir hier für sie aufgelistet.

Themen, bei denen Sie die Jäger gerne unterstützen sind zum Beispiel:

"Wilden Tieren auf der Spur" mit:

  • Spurensuche im WaldSpuren und Fährtensuche im Wald und Erarbeitung der Lebensweise von Wildtieren, mit Wald- und Tierspielen
  • Auf Spurensuche in der deutschen Sprache (Sprichwörter oder Redensarten in der deutschen Sprache, die aus der Tierwelt stammen)
  • Besuch im Naturkundemuseum
  • Besuch im Tierpark und Beobachtung der heimischen Arten
  • Waldrallye auf dem vorbereiteten Rundkurs mit Lagerfeuer

"Von der Buchecker zum eigenen Nistkasten" mit:

  • Alle helfen mitWaldlehrgang mit dem Jäger und Förster
  • Besuch von Naturverjüngungsflächen, Holzeinschlagsflächen etc., zwischendurch „Spiele und Aktionen zum Thema “Baum”
  • Arbeitseinsatz der Schüler bei der Aufforstung einer Fläche
  • Besuch eines Sägewerks, einer Möbelfabrik oder der Holzabteilung eines Baumarktes
  • Bau von Nistkästen oder Fertigung eines Möbelstückes für die Schule
  • Waldrallye auf dem vorbereiteten Rundkurs mit Lagerfeuer

"Hexenküche und Gallierschmaus" mit:

  • Sammeln von Kräutern und Pilzen im Wald (Thema: Fuchsbandwurm beachten!)Kornblumen für Unterrichtswoche mit dem Jäger
  • Von sagenhaften Kräutern bis zum Schierlingsbecher (Giftpflanzen in der Literatur)
  • Wildpflanzen und ihre Verwandten auf dem Acker
  • Mit Obelix zu Tisch: Zubereitung eines Reh- oder Wildschweinbratens in der Schulküche
  • Preis- und Qualitätsvergleich verschiedener pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel (Besuch beim Discounter, Einzelhandelsgeschäft, Feinkostgeschäft, Hofladen etc. und Vergleich von verschieden Nahrungsmitteln).

"Dem Jäger auf den Fersen" mit:

  • Spurensuche und Waldspielen im Revier Schülereinsatz beim Vorbereiten von Pirschwegen, Hochsitzbau oder beim Anlegen von Wildäsungsflächen
  • “Der Jagdhund auf der Schulbank”: Vorstellung verschiedener Jagdhundrassen und Ausbildung der Tiere
  • Morgen- oder Abendansitz mit den Jägern
  • Vorbereitung eines Wildgerichtes in der Schulküche oder zusammen mit dem Koch in einem Restaurant

 

Damit die Projektwoche zum positiven Erlebnis für alle Beteiligten wird zum Schluss noch einige Hinweise:

Tipps

  • Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu den Jägern auf.
  • Beginnen Sie, gemeinsam mit den außerschulischen Partnern, frühzeitig mit der Ausarbeitung eines Projektplanes.
  • Überlegen Sie genau, wie viel Betreuer (Jäger, Eltern, Lehrer) an welchen Tagen benötigt werden.
  • Werben Sie neben den Jägern auch weitere außerschulische Partner für Ihr Projektvorhaben.
  • Schreiben Sie für die beteiligten Betreuer genaue Einsatzpläne.
  • Kalkulieren Sie mit den Partnern die Kosten für eine Projektwoche und kümmern Sie sich frühzeitig um Sponsoren.
  • Organisieren Sie den Transport der Schüler.
  • Sprechen Sie mit den Schülern über die Dokumentation des Projektes (Kamera, Video, Berichterstatter für jeden Tag, eventuell Projektzeitung).
  • Besprechen Sie mit den Projektpartnern eine mögliche Einladung der Lokalredakteure.
  • Informieren Sie die Eltern ausführlich über das geplante Projekt.
  • Achtung! Das Wetter spielt nicht immer mit. Überlegen Sie sich rechtzeitig Alternativen für bestimmte Projekttage.

 

Draußen zwischen Wäldern und Wiesen werden aus Ihren Schülern Naturdetektive.

Tier- und Pflanzenwelt mit allen Sinnen erleben und begreifen lernen, das ist das Ziel eines Besuchs im Revier, zu dem viele Jäger Schulklassen und andere Gruppen einladen. Selbstverständlich kann auch der Jäger nicht garantieren, dass die Kinder oder Jugendlichen am hellen Tag Rehe, Füchse oder sogar Wildschweine zu sehen kriegen. Garantiert stoßen Ihre Schüler unter Anleitung des Jägers aber auf eine Vielzahl von Lebensspuren, die Wildtiere zu jeder Jahreszeit hinterlassen. Indem die jungen Naturdetektive unter der Moderation eine Jägers die Rätsel der Natur selbständig entschlüsseln, lernen sie spielend.

Das gibt's vielleicht beim Revierbesuch zu entdecken:

Es gibt viel zu sehen!Die Spindel eines Tannenzapfens liegt auf dem Weg: Da hatte ein Eichhörnchen Hunger. Einen Teil der Samen hat es vielleicht in einen seiner Futtervorräte für den Winter gepackt.

Auf weiß-graue Stellen an einer Gruppe von Buchen neben einem Schlammloch macht der Jäger ihre Schüler aufmerksam: Dort haben Wildschweine Körperpflege betrieben. Nach der Suhle im Schlamm scheuerten sie sich die getrocknete Schlammkruste an den Baumrinden ab.

Unter einem Baum liegt ein komisches Gebilde, etwa daumenförmig aus Haar- und Federresten. Außerdem sind Knöchelchen drin: Das sind die unverdaulichen Reste einer Eulen-Mahlzeit, ein sogenanntes Gewölle …

Spiele und Geschichten sorgen für Abwechslung

Bewegungsspiele bringen AbwechslungMit einigen Aktions- und Bewegungsspielen, bei denen die Schüler in die Rollen von Wildtieren, Bäumen, Förstern oder Jäger schlüpfen, können sich die Kinder bewegen und austoben, währenddessen sie spielend noch etwas dazu lernen. So durch das “Eichhörnchenspiel” oder bei “Fledermaus und Falter”. Beim Nachhaltigkeitsspiel durchleben die Kinder zum Beispiel, was “nachhaltig nutzen” bedeutet: zum Beispiel, bei Forstwirtschaft und Jagd oder anderen menschlichen Tätigkeiten, bei denen natürliche Ressourcen genutzt werden.

Die Temperaturen sinken und die Natur kommt zur Ruhe. Die Bäume und Sträucher ruhen und einige Tiere halten ihren Winterschlaf.

Die Bäume und Sträucher ruhen. Sie halten gewissermaßen ihren Winterschlaf, genauso wie einige Tiere.

Die Holzarten nach dem Laubabwurf zu unterscheiden, ist schwer. Nur die Knospen, Rinde und Blätter auf der Erde geben Auskunft, solange sie noch nicht verrottet sind.

Motorgeräusche kommen von Waldarbeitern bei der Holzernte. Mit der Ruhe ist es erst Mal vorbei. Reifes Holz, bei dem kein Zuwachs mehr zu erwarten ist und schwächeres Holz, das gutes Holz im Wachstum stört, werden entnommen. Ganze, aufgearbeitete Stämme nennt man Festmeter. Schwächeres Holz, in Meterstücke zugeschnitten und aufgestellt, heißt Raummeter. Beim Aufarbeiten fallen Äste und Zweige an, die dem Wild gute Nahrung bieten, ihre Knospen sind ein besonderer Leckerbissen.

Der Hermelin im WinterkleidDer erste Schnee ist für den Jäger wie ein Buch, in dem er lesen kann: Er sieht an den Fährten und Spuren, welche Wildarten und wie viele Tiere sich im Revier aufhalten. Winter mit hohen Schneelagen bedeuten oft auch Notzeiten fürs Wild. Futterstellen werden deshalb mit artgerechtem Futter befüllt. An den Fütterungen stellt sich jetzt auch das Raubwild ein, um nach Nahrung zu suchen. Iltis und der Hermelin im weißen Winterkleid können bei der Mäusejagd beobachtet werden.

Der Fuchs ist jetzt in der Paarungszeit (Ranz). Nach einer Tragzeit von 42 bis 45 Tagen wirft die Fähe (weiblicher Fuchs) vier bis acht Welpen, die behaart und blind in einem Bau geboren werden. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen sie die Augen.

Frischlinge im SchneeDie Rammelzeit hat für Hasen und Kaninchen begonnen. Auf schneebedeckten Flächen kann man manchmal sehen, wie sich die Hasen gegenseitig jagen. Bei Hasen gibt es drei bis vier Würfe pro Jahr (mit zwei bis vier Jungen), bei Kaninchen fünf bis sieben Würfe pro Jahr (mit vier bis sieben Jungen). Hasenjunge sind Nestflüchter und werden über der Erde geboren, Kaninchenjunge sind Nesthocker. Sie kommen nackt und blind im Bau zur Welt.

Wir erleben den Wald in einzigartiger Farbenpracht. Die Blätter färben sich Goldgelb bis Rot. Die Tiere beginnen sich mit Früchten, wie Bucheckern und Eicheln, Vorräte anzulegen für die nächsten Monate.

Wir erleben den Wald in einzigartiger Farbenpracht von Rot über Goldgelb im Laubwald bis zum Dunkelgrün der Nadelwälder, die alle vier bis fünf Jahre ihre Nadeln wechseln. Eine Ausnahme bildet die Lärche. Sie verliert jährlich ihre Nadeln.

Von einem guten Mastjahr sprechen Förster und Waldbauern, wenn die Bäume besonders viele Früchte wie Bucheckern und Eicheln tragen. Das bedeutet eine große Chance für zahlreich nachwachsende Bäume (Naturverjüngung). Gleichzeitig bringt ein Mastjahr viel Nahrung für das Wild.

Basteln mit herbstlichen MaterialienDie Naturverjüngung wächst heran. Wenn sich die Pflanzen in der Krone schließen, entsteht eine Dickung. Nach mehreren Durchforstungen, die sich über Jahrzehnte hinziehen, wird das Stangenholzalter erreicht (wenn der Stamm in Brusthöhe gemessen einen Durchmesser von 20 Zentimetern hat). Ab 21 Zentimetern Durchmesser aufwärts bis zur Hiebreife (je nach Standort und Holzart bis zu 350 Jahre alte Bäume) spricht man vom Altholz.

Marder im BaumstammLaub, abgestorbene Äste und abgefaulte Bäume, die auf den Boden gefallen sind, werden durch Kleinstlebewesen zersetzt – es entsteht kostbarer Humus. In morschen Baumstämmen finden Marder, Fledermäuse und Höhlenbrüter Unterschlupf und Nahrung.

Eine Burg der roten Waldameise zeigt, wie wichtig diese Insekten sind für den Kreislauf der Natur: Die Ameisen ernähren sich von Tier- und Pflanzensäften, Samen, Larven und anderen Kleinstlebewesen, zum Beispiel auch von Schadinsekten. Gleichzeitig lockern sie den Waldboden. Ihre Burg ist aus Nadeln und Holzstückchen zusammengetragen und beherbergt bis zu 800.000 Tiere.

Die Paarungszeit der Hirsche ist jetzt im Herbst. Manchmal hört man in der Ferne das Gegeneinanderschlagen der Geweihe. Als Brunftplatz dient meist dieselbe Lichtung. Dort findet sich das weibliches Rotwild ein. Der Hirsch hat seinen angestammten Platz im Zentrum der Lichtung, den er gegen Rivalen verteidigt (Platzhirsch).

Die Kraniche beginnen ihren Flug nach Süden Zugvögel wie Waldschnepfen, Kraniche, Baumfalken und Turteltauben ziehen jetzt Richtung Süden.

Im Herbst ist Hauptjagdsaison. Deshalb ist das Angebot an frischem Wildbret aus heimischen Revieren bei Jägern, Forstämtern und im Wildhandel besonders groß.

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