Im Fokus: die Auswertung von Jagdstatistiken für verschiedene Paarhufer. Ein weiterer Schwerpunkt sind invasive Arten wie Waschbär und Nilgans. Der Bericht enthält zudem Gastbeiträge zu Elch, Kormoran und Feldhase.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2018 des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Er enthält Jagdstatistiken von 9 ausgewählten Wildarten. Auf 56 Seiten im A4-Format werden aktuelle Jagdergebnisse und der 10-Jahres-Trend mit Karten und Diagrammen erläutert. Den aktuellen WILD-Bericht sowie weitere Informationen gibt es ab sofort hier.

WILD ist ein Projekt des Deutschen Jagdverbandes und seiner Landesjagdverbände. Es ist das bundesweit größte Monitoringprojekt für überwiegend jagdbare Arten. Seit 2001 erheben Jäger Daten zu Vorkommen, Populationsdichte und -entwicklung von ausgewählten Tierarten. Wissenschaftler werten die Daten aus. Für den kommenden Bericht haben etwa 25.000 Jäger wieder Daten auf einer Fläche von 13 Millionen Hektar erhoben. Das entspricht 36 Prozent der Fläche Deutschlands.

Bis zum 31. März 2020 können bis zu drei Exemplare gratis bei der DJV-Service GmbH angefordert werden. Ab vier Exemplaren werden die anfallenden Versandkosten berechnet. Ab April ist der WILD-Bericht dann kostenfrei zzgl. Versandkosten im DJV-Shop bestellbar.

Bestelladresse:

DJV-Service GmbH
Friesdorfer-Str. 194a
53175 Bonn
Tel. 0228/387290-0
E-Mail: info@djv-service.de

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier. Ausführliche Ergebnisse des WILD-Monitorings gibt es hier digital und interaktiv.

WILD-Monitoring - wichtige Ergebnisse im Überblick

Wildschwein:

  • Das Jagdergebnis (Strecke) lag 2017/18 bei 836.875 Tieren - das höchste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren.
  • 60 Prozent der Landkreise verzeichneten eine Zunahme der Strecke. 


Reh:

  • Die am meisten bejagte Wildart in Deutschland mit fast 1,2 Millionen erlegten Tieren.
  • Die mittlere Streckendichte liegt bei über 2 Rehen pro 100 Hektar.


Waschbär:

  • In 88 Prozent der Landkreise wurde er bejagt (Zeitraum 2014/15 bis 2017/18). Nach dem Fuchs ist der Waschbär der Raubsäuger mit dem zweithöchstem Jagdergebnis (Strecke).
  • Höchste Strecken entlang des Korridors von Mecklenburg-Vorpommern bis Hessen mit teilweise mehr als 2 Individuen pro 100 Hektar.
  • Besonders im urbanen Raum finden sich Strecken von bis zu 6,2 Waschbären pro 100 Hektar (Kassel).
  • Die Strecke stieg in über 80 Prozent der Landkreise im Vergleich zu den letzten Jahren an.


Marderhund:

  • In 64 Prozent der Landkreise lag eine Jagdstrecke vor.
  • Bundesweit steigen die Marderhundstrecken an und bilden 2017/18 einen Rekord von 31.233 erlegten Tieren. Regional gibt es starke Schwankungen, vermutlich aufgrund von Krankheiten in einzelnen Populationen.


Nutria:

  • Im Jagdjahr 2017/18 haben Jäger bundesweit 52.589 Tiere erlegt, 78 Prozent davon in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
  • Im Bundesschnitt lag die Strecke (2014/15 bis 2017/18) bei 0,12 Individuen pro 100 Hektar.
  • Es gab deutliche Streckenzuwächse in nahezu allen Gebieten.


Nilgans:

  • Im Bundesdurchschnitt wurden 0,13 Individuen pro 100 Hektar erlegt.
  • Schwerpunkte liegen im Westen Nordrhein-Westfalens, an der Grenze zu den Niederlanden.
  • In Jagdjahr 2017/18 erreicht die Nilgansstrecke einen Rekordwert von 22.645 Individuen.

 

384.428 Menschen in Deutschland haben mittlerweile einen Jagdschein. 2018 gab es die meisten neuen Jäger in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die meisten Jäger pro Einwohner lebten in Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2018 hatten 384.428 Personen einen Jagdschein, das sind seit der Wiedervereinigung 73.171 mehr Waidfrauen und -männer - das entspricht einem Plus von 24 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 2018 in Rheinland-Pfalz 1.641 Jagdscheinbesitzer hinzu. Das Bundesland Baden-Württemberg schafft es mit 1.271 neuen Jägern auf Platz zwei. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht anlässlich der „Jagd und Hund“, Europas größter Jagdmesse.

Im Vergleich der absoluten Jägerzahlen führt Nordrhein-Westfalen mit 88.706 Jägerinnen und Jägern. Anteilig leben die meisten Jäger pro Einwohner in den nördlichen Bundesländern: Schleswig-Holstein hat mit einem Jäger pro 126 Einwohner Mecklenburg-Vorpommern überholt, wo jeder 128. einen Jagdschein besitzt. Niedersachen ist Drittplatzierter, dort kommt ein Jäger auf 132 Einwohner.

Knapp ein Viertel aller Teilnehmer der Jägerausbildung sind laut DJV-Statistik Frauen. Der Anteil von Jägerinnen in Deutschland liegt bei 7 Prozent. 41 Prozent der Jägerschaft engagieren sich ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz, dabei Frauen öfters als Männer.

Der DJV unterstützt mit der Kampagne Wild auf Wild das erste Wild Food Festival auf der Messe Jagd und Hund in Dortmund (29. Januar bis 3. Februar 2019). In Workshops und auf der Bühne präsentieren Experten die große kulinarische Vielfalt von Wildbret und zeigen, wie es sich zubereiten lässt. Jetzt anmelden für die Workshops! Tickets und weitere Infos gibt es im Internet unter: wildfoodfestival.de

 

Waschbären kamen 2017 in mehr als der Hälfte der Reviere in Deutschland vor - eine Verdopplung in elf Jahren. Wie bei Marderhund und Mink liegt der Verbreitungsschwerpunkt im Nordosten. DJV fordert Bekenntnis zur Fallenjagd, um die EU-Vorgaben für invasive Arten zu erfüllen.

Der aus Nordamerika stammende Waschbär breitet sich seit wenigen Jahren rasant aus in Deutschland. Im Vergleich zu 2006 hat sich das Verbreitungsgebiet bundesweit mehr als verdoppelt: Über 56 Prozent der Jagdreviere meldeten 2017 sein Vorkommen. Besonders häufig ist er im Osten Deutschlands: Jäger aus Sachsen-Anhalt haben ihn in 94 Prozent der Reviere gesichtet, gefolgt von Brandenburg (89 Prozent), Sachsen (76 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (68 Prozent). Sehr häufig ist der Waschbär auch in Hessen (86 Prozent).

Waschbärverbreitung: Steigerungsrate 2006 zu 2017

Ausbreitung um das 4,5-fache

Besonders drastisch ist die Ausbreitung des Kleinbären in Sachsen: Innerhalb von 11 Jahren hat der Waschbär sein Areal bis 2017 um das 4,5-fache (plus 345 Prozent) erweitert. Mecklenburg-Vorpommern folgt mit plus 323 Prozent, dann kommt Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 117 Prozent. Insgesamt haben sich am Monitoring Reviere mit einer Gesamtfläche von knapp 13 Millionen Hektar beteiligt - das entspricht  40 Prozent der gesamten Jagdfläche Deutschlands. Damit ist das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) einzigartig in seiner Dimension. Initiiert hat es der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit seinen Landesjagdverbänden vor fast zwei Jahrzehnten.

Fallenjagd notwendig

Die Europäische Union fordert in der Liste für invasive Arten ein gezieltes Management - unter anderem für den Waschbär. Lebendfang und Abschuss empfehlen die Experten als probate Mittel. Laut WILD-Monitoring wurden 36 Prozent der erlegten Waschbären 2017 mit Fallen gefangen. Vor diesem Hintergrund fordert der DJV ein klares Bekenntnis von Politik und Naturschutzlobby zur Fallenjagd. Ohne diese ist die von EU-Seite geforderte effektive Reduktion der Waschbärbestände nicht möglich. Zudem braucht es bundeseinheiltiche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Waschbären kennen keine Ländergrenzen, deshalb sollten Einschränkungen der Fallenjagd, etwa das Komplettverbot in Berlin, generell aufgehoben werden. Dies gilt auch für Schonzeiten, etwa in Hessen. Der Elterntierschutz ist laut DJV ausreichend. 

Marderhund breitet sich ebenfalls im Osten aus

Der ursprünglich aus China stammende Marderhund hat sein Verbreitungsgebiet innerhalb von 11 Jahren um 70 Prozent erweitert. 2017 haben Jäger den Säuger bundesweit in 36 Prozent der Reviere nachgewiesen. Schwerpunkt des Vorkommens bilden insgesamt die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (91 Prozent der Reviere), Brandenburg (86 Prozent) und Sachsen-Anhalt (68 Prozent). In Sachsen-Anhalt entspricht der Wert nahezu einer Verdoppelung gegenüber 2006. Besonders schnell verbreitet sich der Marderhund im Stadtstaat Bremen: Sein besiedeltes Areal hat sich in elf Jahren um das 8-fache (plus 677 Prozent) ausgedehnt. Jäger haben ihn 2017 bereits in 44 Prozent der Reviere angetroffen. 

Mink ist spezialisiert auf Gewässer

Der seltenste invasive Säuger ist der amerikanische Nerz oder Mink: Nur in etwa 7 Prozent der Reviere haben Jäger die wassergebundene, sehr scheue Art bundesweit nachgewiesen. Vor allem ist er im Nordosten Deutschlands entlang der Elbe verbreitet. Folglich melden Jäger in Sachsen-Anhalt und Brandenburg die Anwesenheit in etwa 23 Prozent der Reviere, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (19 Prozent). Dort ist der Mink östlich der Müritz verbreitet. Innerhalb eines begrenzten Gebietes kann der Mink bis zu 50 Prozent der ausgewachsenen Wasservögel und bis zu 90 Prozent der Küken erbeuten. Für die Bejagung sind Fallen unerlässlich: Laut WILD-Monitoring wurden über ein Viertel der erlegten Tiere gefangen.

WILD-Bericht 2017
Der gesamte WILD-Bericht 2017 wird im Januar 2019 veröffentlicht. In der 75 Seiten starken Broschüre werden Monitoring-Daten zu insgesamt 17 Tierarten veröffentlicht. Für das WILD-Projekt erheben Jäger seit 2001 bundesweit Daten zu Wildtieren. Wissenschaftler werten die Daten aus. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier:

 

836.865 Wildschweine haben die Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das sind knapp 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurden die Hochrechnungen aus dem September noch deutlich übertroffen. Etwa 16,7 Millionen Stunden jagdlicher Einsatz waren notwendig.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Jagdstatistik für Wildschweine ausgewertet: Die Jäger haben in der Saison 2017/18 (1. April bis 31. März) genau 836.865 Wildschweine erlegt. Das sind 42 Prozent mehr als in der Saison davor und die höchste, jemals erzielte Strecke. Die ersten Hochrechnungen aus dem September wurden damit noch übertroffen.  

16,7 Millionen Stunden für die Seuchenprävention 

„Die Jäger haben einen erheblichen Teil zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest beigetragen“, kommentierte DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe die Zahlen. Bei durchschnittlich 20 Stunden Einsatz pro erlegtem Tier haben Deutschlands Jäger im vergangenen Jagdjahr mindestens 16,7 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit zur Bestandsreduktion geleistet . Das entspricht bei Mindestlohn einer monetären Leistung von knapp 148 Millionen Euro.

ASP: DJV fordert mehr Biosicherheit

Leben weniger Schweine pro Fläche, breitet sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) langsamer aus, die natürliche Rate liegt bei 20 Kilometer pro Jahr. Hingegen verbreiten Menschen das ASP-Virus nachweislich innerhalb kürzester Zeit über hunderte Kilometer: Im September ist die Tierseuche in Belgien ausgebrochen, die am nächsten gelegenen ASP-Gebiete sind in Osteuropa. Deutschland ist bislang frei von ASP. Um eine Verbreitung der Tierseuche möglichst zu verhindern, ist laut DJV mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen notwendig. Dazu gehörten verschließbare Abfallbehälter an Rastplätzen, wildschweinsichere Zäunungen und Aufklärung von Reisenden. 

Weniger Wildschweine in der Jagdsaison 2018/19 erwartet

In vielen Teilen Deutschlands berichten Jäger von deutlich weniger erlegten Frischlingen in der laufenden Jagdsaison 2018/19. Dr. Frank Tottewitz vom Thünen-Institut für Waldökosysteme sieht eine Ursache in den späten, heftigen Frostperioden im März 2018 mit bis zu minus 17 Grad Celcius: Der Wildschwein-Nachwuchs hat diese Wetterkapriolen vermutlich vielerorts nicht überlebt. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass die Jagdstrecke 2018/19 deshalb geringer ausfallen wird.

Der Biologe und Artenschützer Gerald Bigurube aus Tansania erhält heute den Afrika-Preis 2018 für sein Lebenswerk im Bereich des Wildtierschutzes. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreicht den durch die Deutsche Afrika Stiftung initiierten Preis in Berlin. CIC und DJV begrüßen diese Würdigung erfolgreicher Umweltschutzpolitik, die nachhaltige Jagd als ein Instrument des Artenschutzes einschließt.

Den Afrika-Preis 2018 für sein Lebenswerk im Wildtierschutz erhält heute der tansanische Biologe und Artenschützer Gerald Bigurube. Der 66-Jährige wird von der Deutschen Afrika Stiftung für seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Wilderei in Tansania ausgezeichnet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreicht den Preis. Bigurube war von 1986 bis 1994 leitender Wildtierschützer im Selous Wildreservat, eines der mit 50.000 Quadratkilometern größten Schutzgebiete Afrikas. Der Selous, der seit 1982 UNESCO Weltnaturerbestätte ist, gilt als eines der ursprünglichsten Wildreservate. Unter der Leitung von Bigurube wurde ein nachhaltiges Jagdsystem eingeführt. Für Fototourismus eignen sich nur 8 Prozent der Fläche.

Nach seiner Zeit im Selous war Bigurube bis 2009 Leiter der Nationalpark-Behörde TANAPA. Danach übernahm er die Landesdirektion der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (FZS) in Tansania. "Durch unsere gemeinsamen Anstrengungen ist es uns in den frühen 1990ern gelungen, die Wilderei von Elefanten im Selous gänzlich zu stoppen. 90 Prozent der gesamten Parkeinnahmen stammten zu dieser aus der Jagd, die Hälfte davon floss direkt in das Parkmanagement", sagt Dr. Rolf Baldus, Experte des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und langjähriger Wegbegleiter sowie Freund von Bigurube.

Nachdem Deutschland sein Engagement im Wildtierschutz in Tansania im Jahr 2009 beendet hatte, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der Elefantenbestände durch Wilderei. Ein 2014 durchgeführter Zensus des tansanischen Umwelt- und Tourismusministeriums (Ministry of Natural Resources and Tourism) ergab einen Rückgang der Elefantenpopulation um 60 Prozent seit 2009.  

Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und ehemaliger Präsident der Deutschen Afrikastiftung: "Die Weltnaturschutzunion IUCN kommt zu dem Schluss, dass legale, gut regulierte Bejagungsprogramme eine wichtige Rolle für den Wildtierschutz sowie den Lebensunterhalt indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen spielen. Ich begrüße die Preisvergabe an Gerald Bigurube, da er Vertreter einer Artenschutzpolitik ist, die nachhaltige Jagd immer eingeschlossen hat."  

Bigurube teilt sich den Preis mit Clovis Razafimala (46), der sich für den Schutz des Waldes in seiner Heimat Madagaskar einsetzt.

Viele Schwanen-, Gänse- und Entenarten, die in Deutschland Jagdzeit haben, weisen stabile Bestände oder positive Trends auf. Ihre Bejagung als Form der nachhaltigen Nutzung gefährdet den Bestand der Arten deshalb nicht.

Als gute fachliche Praxis für die waidgerechte Bejagung von Gänsen, die an die Jägerinnen und Jäger besondere Ansprüche stellt, gelten folgende Empfehlungen:

  • Gänsejagden sollten vorrangig morgens an Schad- und Äsungsflächen abseits der Schlafgewässer stattfinden. Da Gänse sehr scharf äugen und insbesondere kleinste Bewegungen wahrnehmen können, ist auf besondere Tarnung zu achten.
  • Im Hinblick auf die Effizienz der Bestandsreduzierung, sollten revierübergreifende Gänsejagden durchgeführt werden, die eine gewissenhafte Planung und Vorbereitung verlangen:
    - die Flugrouten und aufgesuchten Äsungsflächen sind kurz vor dem Jagdtag auszukundschaften
    - abgeerntete Getreide- oder Maisfelder sind als Jagdflächen zu bevorzugen
    - soweit zulässig, sind die Monate August bis November am erfolgversprechendsten (gegen Ende der Jagdzeit sind die Gänse deutlich vorsichtiger geworden, was eine Tarnung schwieriger macht)
  • Besonders bewährt hat sich die Jagd mit künstlichen Lockvögeln, akustischen Gänselockern und sogenannten Gänseliegen. Dabei platziert man ca. 20 bis 60 Halbschalen oder faltbare Lockgänse in U-Form, um einfallenden Gänsen einen Landeplatz vorzugeben. Die Liegen (mit geeignetem Material der Umgebung verblendet) werden direkt ins Lockbild integriert. Erlegte Gänse können – gut platziert – die Wirkung des Lockbildes verbessern.
  • Bei der Gänsejagd ist schnelles und präzises Ansprechen gefordert. Neben dem äußeren Erscheinungsbild sollten auch die Gänserufe zur sicheren Identifizierung der Gänsearten herangezogen werden.
  • Zu beachten ist, dass Gänse stets gegen den Wind einfallen und man sich am besten mit Rücken- bzw. Seitenwind ansetzt. Sofern die Gänse über Kopf einfliegen, ist Erfahrung bzw. Zurückhaltung geboten, um ein Krankschießen zu vermeiden!
  • Die maximale Schrotschussentfernung beträgt in der Regel 25 bis 30 Meter. Das bedeutet, erst dann schießen, wenn die beim Fliegen anliegenden Ständer der Gänse deutlich erkennbar sind! Bei der Lockjagd sollte keine Attrappe weiter als 30 Meter von den Liegen platziert werden – dies erleichtert das Einschätzen der Entfernung.
  • Beim Schrotschuss auf Wasserfederwild geht Deckung vor Durchschlagskraft. Erfahrene Gänsejäger benutzen deshalb Schrote mit 2,7 bis maximal 3,2 Millimeter Durchmesser. Bei der Verwendung bleifreier Schrotmunition sollten ein bis zwei Nummern gröbere Vorlagen gewählt werden (3,5 bis 3,7mm).
  • Beim Einzelabschuss aus kleinen Gänsetrupps zur Vergrämung auf Schadflächen mit der kleinen Kugel, muss auf ausreichenden Kugelfang geachtet werden.
  • Brauchbare Jagdhunde sind in ausreichender Anzahl je nach gewählter Jagdart mitzuführen.
  • Es ist sicherzustellen, dass Nachsuchen unverzüglich und auch revierübergreifend durchgeführt werden können.
  • Insbesondere bei der Sommerjagd auf Gänse, ist für ein rechtzeitiges Versorgen und Kühlen des Wildbrets Sorge zu tragen.
  • Es ist eine artengenaue Streckenstatistik zu führen.
  • Sofern Gänse beringt sind sollten die Ringdaten, insbesondere zur Unterstützung der wildbiologischen Forschung, an die entsprechenden Vogelschutzwarten gemeldet werden.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die länderspezifischen Regelungen bzgl. jagdbarer Arten und deren Jagdzeiten sowie auf § 1 (3) der Bundesjagdzeitenverordnung, nach dem innerhalb der Jagdzeit die Jagd nur Zeiträume und Tageszeiten umfassen darf, in denen nach örtlich gegebenen äußeren Umständen für einen Jäger die Gefahr der Verwechslung von Tierarten nicht besteht.

Die Bläser aus Ottmannshausen gewinnen die Klasse "Es". Bereits 2006 wurden sie Europameister, damals im Fürst-Pless-Horn-Blasen. 21 Gruppen aus 7 Nationen traten im slowakischen Levoča gegeneinander an.

Am vergangenen Wochenende fand in Levoča (Slowakei) die 2. Europameisterschaft im Jagdhornblasen statt. Für Deutschland traten die Thüringer Jagdhornbläser aus Ottmannshausen an und wurden Europameister in der Klasse "Es". Es ist bereits ihr zweiter Europameistertitel nach dem Erfolg 2006 in Dänemark im Fürst-Pless-Horn-Blasen. In Klasse B (Fürst-Pless, gemischt und Parforcehorn B) kamen die Sieger aus Budapest. Insgesamt 21 Bläsergruppen aus 7 Nationen nahmen am Wettbewerb teil, wobei manche Gruppen sogar in beiden Kategorien starteten. Steffen Liebig, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV) und zuständig für das Jagdhornblasen, begleitete die Thüringer Bläser, die für den DJV starteten, und sagte: "Dieser Titel ist der Beleg dafür, dass wir in Deutschland viel Wert auf das jagdliche Brauchtum legen." Bundesbläserobmann Jürgen Keller fungierte in der Slowakei als Wertungsrichter für Deutschland.

Bereits aus der Qualifikationsrunde gingen die Thüringer mit der höchsten Punktzahl in die zweite Wettbewerbsrunde. Die drei besten Gruppen - zwei aus TJürgen Keller (ganz links), Steffen Liebig (ganz rechts) und die Jagdhornbläser aus Ottmannshausenschechien, eine aus Deutschland - bliesen um den Titel. Der internationale Wettbewerb zeichnete sich durch ein sehr hohes Niveau und besondere Leistungsdichte aus. Die Richter bestätigten den Thüringer Jagdhornbläsern musikalische Ausdrucksstärke, Entschlossenheit, jugendliche Frische, freundliches und bescheidenes Auftreten mit Höchstpunktzahlen. Auch die Reaktion des Publikums ließ bereits während des Vortrags den Erfolg erahnen. Die feierliche Preisverleihung fand in der Basilika von Levoča, gelegen am Fuße der hohen Tatra, im Anschluss an eine Hubertusmesse statt.

84 Prozent der Züricher haben der Anti-Jagd-Initiative eine Absage erteilt. Die geforderten Wildhüter machen bereits im Kanton Genf die Jagd unnötig teuer. Jedes erlegte Wildschwein kostet den Steuerzahler dort 2.400 Euro. Bezogen auf die erlegten Rehe, Hirsche und Wildschweine lägen die Kosten in Deutschland bei 4,7 Milliarden Euro jährlich.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt es, dass die Bevölkerung des Kanton Zürich die Anti-Jagd-Initiative "Wildhüter statt Jäger" abgelehnt hat: 84 Prozent haben sich in einem Volksentscheid dagegen ausgesprochen. In einer Pressemeldung sagte Hanspeter Egli, Präsident JagdSchweiz, das bewährte System sei verankert und anerkannt. Eine der Initiatoren äußerste gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, sie hätten keine Zeit gehabt, die Leute zu informieren. Bereits im Frühjahr hatte die Jagdverbotsinitiative null Stimmen im Kantonsrat erhalten.

Anders sieht es im urbanen Genfer Kanton aus. Dort wurde 1974 die private Jagd abgeschafft. Jagdgegner bezeichnen den Kanton fälschlicherweise oft als jagdfrei. Stattdessen erlegen vom Steuerzahler finanzierte Wildhüter jährlich etwa 500 Wildschweine - das sind 1,8 Tiere pro 100 Hektar, fast genauso viele wie im wildschweinreichen Brandenburg. Das einst zum Pilotprojekt erklärte Unterfangen ist kostspielig und kein realistisches Modell für andere Länder.

Die rund 450.000 Genfer zahlen 1,2 Millionen Euro Steuergelder für ein Dutzend Wildhüter jährlich. Das sind stolze 2.400 Euro pro Wildschwein. Jagdgegner argumentieren gern, der Einsatz der Wildhüter koste jeden Steuerzahler lediglich so viel wie eine Kaffeetasse. Bezogen auf die in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 erlegten Rehe, Hirsche und Wildschweine wären mindestens 4,7 Milliarden Euro jährlich für die staatliche Wildschadens- und Seuchenprävention nötig.

Anlässlich der Agraministerkonferenz in Bad Sassendorf hat der DJV ein 5-Punkte-Papier zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet. Zentrale Forderung: Jäger sind die ersten Ansprechpartner, denn die Eindämmung von Waschbär, Mink oder Nutria ist mit Falle und Waffe wirkungsvoll und tierschutzgerecht.

Weltweit gefährden invasive gebietsfremde Arten (IGA) die biologische Vielfalt: Sie konkurrieren erfolgreich mit heimischen Arten um Nahrung und Lebensraum und fressen diese. Zudem können IGA neue Krankheitserreger und Parasiten einschleppen oder bestehende Seuchenzyklen verstärken. Weiteres Gefährdungspotenzial: Hybridisierung durch Verpaarung mit heimischen Arten. Deutschland muss deshalb die "EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten" umsetzen. Da invasive Arten keine Ländergrenzen kennen, erfordern effektive Prävention und Eindämmung ein bundesweit abgestimmtes Management.

Die Jagd hat eine besondere Bedeutung: Durch das Revierjagdsystem sind Jäger die einzige, flächendeckend organisierte Gruppierung, die auf Basis staatlich geprüfter und nachgewiesener Qualifikation in Wildtierbestände eingreifen darf. Sie verfügen über Ortskenntnis, die für effektive Maßnahmen erforderlich ist. Intensive Bejagung hilft, Populationen etablierter, weit verbreiteter Arten (z.B. Waschbär) im Sinne der EU-Verordnung einzudämmen. Durch eine Bejagung mit Waffe und Falle können Jäger zudem eine weitere Verbreitung lokal bereits etablierter IGA unterbinden oder stark eindämmen, wie dies beispielsweise für die Nutria gilt.

Für eine konsequente Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten sieht der DJV folgende Punkte als elementar an:

1. Der Jäger ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Eindämmung von Waschbär, Marderhund und Co. geht.

Die Jagd ist ein wirkungsvolles tierschutzgerechtes Instrument des Wildtiermanagements und daher bei der Umsetzung der EU-Verordnung für das Management invasiver Arten unerlässlich. Revierinhaber sind erste Ansprechpartner für die Umsetzung dieser öffentlichen Aufgabe. Da der Einsatz von Fanggeräten und Schusswaffen zum Eingriff in diese Wildtierbestände unerlässlich ist, sind die Jagdausübungsberechtigten in jedem Fall einzubeziehen, wie auch im Bundesnaturschutzgesetz und dem Bundesjagdgesetz (§ 28a) anlässlich der Umsetzung der EU-Verordnung klargestellt wurde. Die zuständigen Behörden müssen sich mit ihnen im Vorfeld abstimmen. Nur wenn ein Jagdausübungsberechtigter die Aufgabe nicht wahrnehmen kann, dürfen Behörden in Absprache nach anderen Lösungsmöglichkeiten suchen.

Andererseits müssen sich die Revierinhaber auch ihrer Verpflichtungen bewusst sein: Der Umgang mit invasiven Arten kann in besonderem Maße ein abgestimmtes Vorgehen erfordern. Ein Revierinhaber darf sich daher nicht grundlos der Zusammenarbeit verweigern. Die Jägerschaft ist aufgerufen, konkrete Projekte vor Ort, in Abstimmung mit allen weiteren Beteiligten (z.B. Behörden, Land- und Forstwirtschaft, Wasser- und Bodenverbänden sowie anderen Naturschutzverbänden) und mit finanzieller Unterstützung durch die öffentliche Hand, zu entwickeln und umzusetzen.

2. Unnötige Einschränkungen der Jagd erschweren die Umsetzung der
EU-Verordnung und müssen aufgehoben werden.

Arten der Unionsliste wie Waschbär, Marderhund, Nutria oder Nilgans sowie Arten, deren Invasivität in Fachkreisen unbestritten ist und die daher Listenanwärter sind, wie z.B. Mink, müssen in allen Bundesländern jagdbar sein. Eine wirkungsvolle Eindämmung und Reduzierung invasiver gebietsfremder Arten gelingt nur, wenn diese als Wild definiert sind oder ganzjährig jagdliche Eingriffe auf andere Weise möglich sind.

Beschränkungen in der Jagd wie ein Verbot der Fangjagd oder eine Schonzeit für invasive Arten sind für eine wirkungsvolle Umsetzung der EU-Verordnung kontraproduktiv und auch im Sinne des Tierschutzes nicht erforderlich. 

Der im Bundesjagdrecht über § 22 Abs. 4 geregelte Elterntierschutz gilt für alle jagdbaren Arten, auch für invasive gebietsfremde Arten. Er gilt auch in der Jagdzeit, daher ist eine zusätzliche Schonzeit nicht nötig; im Gegenteil befördert eine längere Schonzeitphase den Populationsanstieg invasiver Arten und erhöht damit die Gefährdung für heimische Arten.

Die über die Jagdrechte bzw. Fangjagdverordnungen der Länder zugelassenen Fanggeräte erfüllen bei sachgerechter Anwendung in hohem Maße die Anforderungen des Tierschutzes. Darüber hinaus regelt das Bundesjagdgesetz die Grunderfordernisse moderner Fangjagd (§19 Abs. 1 Nr. 9): Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder sofort töten sind verboten. Vor allem bei dämmerungs- und nachtaktiven Tieren wie Waschbär und Marderhund trägt die Fangjagd ganz entscheidend zur Populationsreduktion bei.

3. Bejagungsverbote in Siedlungsgebieten und in Schutzgebieten müssen aufgehoben werden.

Die EU-Verordnung zum Management invasiver gebietsfremder Arten sieht vor, bereits bestehende Populationen zu reduzieren und eine Ausbreitung zu verhindern. Dies ist nur möglich, wenn die Bejagung flächendeckend durchgeführt wird – also auch in Siedlungsräumen und in Schutzgebieten. Einige Arten bevorzugen sogar besiedelte Gebiete (z.B. der Waschbär). Darüber hinaus kann ein Jagdverbot in Schutzgebieten den eigentlichen Zweck des Areals, Rückzugsräume für bestandsbedrohte Arten zu bieten, sogar behindern, da sie auch dort durch invasive Arten gefährdet werden.

4. Personelle und finanzielle Ressourcen müssen effektiv für die Reduktion invasiver, gebietsfremder Arten eingesetzt werden.

Die EU-Liste für invasive gebietsfremde Arten wird nach wissenschaftlichen Kriterien unter Einbeziehung internationaler Experten erstellt. Eine nochmalige Bewertung einer Art wie des Waschbären durch nationale Forschungsprojekte ist daher überflüssig und Ressourcenverschwendung. Vielmehr sollten die bestehenden Strukturen genutzt und finanziell unterstützt werden, um eine effektive Reduzierung invasiver gebietsfremder Arten voranzutreiben. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Nutzung gefangener Tiere gefördert und die Beschaffung von Fangsystemen gefördert wird.

5. Nichtjagdliche Maßnahmen müssen praktikabel und wirkungsvoll sein.

Es kann lokal sinnvoll sein, neben der Bejagung zusätzliche Maßnahmen für das Management invasiver gebietsfremder Arten anzuwenden. Beispielsweise mindern Zäune um Laich- und Brutgewässer oder Schutzmaßnahmen an Horstbäumen und Nistkästen die Verluste durch Prädation. Im Gegensatz dazu ist die "Unfruchtbarmachung" von Neozoen, wie das von Tierschutzverbänden für den Waschbären gefordert wird, aus mehreren Gründen unsinnig. Im Jagdjahr 2017/18 haben Jäger beispielsweise 134.000 Waschbären erlegt. Abgesehen von der fehlenden Praktikabilität würde es 13 Millionen Euro kosten, dieselbe Zahl an Wildtieren zu kastrieren. Das Freilassen nach der Kastration widerspricht zudem der EU-Verordnung und verstößt gegen das Bundesjagdgesetz. Daher müssten kastrierte Tiere in Gefangenschaft gehalten werden. Mit Blick auf das Tierwohl und die Folgekosten ein fragwürdiges Vorgehen. Unabhängig von gesetzlichen Grundlagen, würden frei gelassene kastrierte Waschbären weiter auf Nahrungssuche gehen und Nestlinge und Gelege heimischer Vogelarten, Amphibien und Reptilien gefährden.

Die Anti-Baby-Pille für den Waschbären (immunologische Kontrazeption) – ein weiterer Vorschlag der Tierschutzlobby – wäre ein nicht abschätzbarer Eingriff in heimische Ökosysteme. Ohne Erfolgsgarantie: Es ist nicht steuerbar, welche Tierart die Futterköder aufnimmt und ob bei verschiedenen Individuen der Zielart die Dosierung angemessen ist. Nach Auskunft des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) müsste man für diesen Lösungsansatz pro Tierart einem finanziellen Forschungsaufwand von etwa einer Million Euro kalkulieren.

Der neue Präsident des europäischen Dachverbandes der Jäger (FACE) kommt aus Schweden. DJV-Vertreter Dr. Volker Böhning gratuliert zur Wahl und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Torbjörn Larsson wurde in Brüssel zum neuen Präsidenten von FACE dem europäischen Dachverband der Jagdverbände gewählt. Der 53-jährige Schwede ist Präsident des schwedischen Jagdverbandes und bisher auch Präsident der Nordic Hunters Alliance. Er löst Dr. Michl Ebner ab, der nach Ablauf der Amtsperiode nicht mehr zur Wahl angetreten ist.

"Wir gratulieren Torbjörn zur Wahl und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit", sagt Dr. Volker Böhning, Mitglied des DJV-Präsidiums und Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der weiterhin Vizepräsident von FACE und Mitglied des Vorstandes ist. "Auch wenn Brüssel manchmal sehr weit weg scheint, ist es doch ganz nah. Das sehen wir in vielen Fragen, die für Jagd und Jäger wichtig sind, sei es nun Wolf, Kormoran, invasive Arten oder die europäische Feuerwaffenrichtline", betonte Böhning. Es sei daher unerlässlich mit FACE eine starke Vertretung in Brüssel zu haben.

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