Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnatur- und Bundesjagdgesetz beschlossen, um invasive Arten gemäß EU-Vorgaben einzudämmen. Revierinhaber sind erste Ansprechpartner für die Umsetzung dieser öffentlichen Aufgabe. In Kürze ergänzt die EU ihre verbindliche Liste gebietsfremder Arten um Bisam, Marderhund und Nilgans.

Der Bundestag hat heute Nacht Änderungen von Bundesnaturschutz- und Bundesjagdgesetz beschlossen, mit denen Vorgaben aus der EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, deren weitere Ausbreitung einzudämmen. Es wird gesetzlich klargestellt, dass Maßnahmen mit jagdlichen Mitteln im Einvernehmen mit dem Jagdausübungsberechtigten durchgeführt werden müssen. Der DJV begrüßt diese praxisgerechte Umsetzung: So wird sichergestellt, dass sich die Naturschutzbehörde mit dem Jagdausübungsberechtigten abstimmen muss, er bleibt erster Ansprechpartner im Revier, wenn es um die Eindämmung von Waschbär, Marderhund und Co. geht. "Die jetzt beschlossenen Regelungen schaffen einen angemessenen Ausgleich zwischen der öffentlichen Aufgabe des Managements, den Fach- und Revierkenntnissen der Jäger vor Ort sowie ihren berechtigten Anliegen", sagte Professor Jürgen Ellenberger, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV). Weitergehende Eingriffe, die das Bundesumweltministerium vorgeschlagen hatte, konnten abgewendet werden.

Die Regelungen betreffen in erste Linie Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz, mit denen Behördenbefugnisse und Verfahren geregelt werden. Darüber hinaus gibt es beispielsweise für Zoos und private Tierhaltung künftig Besitz- und Vermarktungsbeschränkungen. Außerdem wird im Bundesjagdgesetz ein neuer § 28a eingeführt, der regelt, wie die Verordnung bei jagdbaren Arten umgesetzt werden soll, nämlich durch die Jagdbehörden nach Abstimmung mit dem Revierinhaber. Der DJV hatte sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass in erster Linie die Revierinhaber für die Umsetzung der Maßnahmen gegen invasive Arten zuständig sind und nur subsidiär die Behörden.

EU erweitert Katalog der invasiven Arten

In Kürze wird die EU die im August 2016 in Kraft getretene "Unionsliste" invasiver Arten, bei denen besonderer Handlungsbedarf besteht, um neun Pflanzen- und drei Tierarten erweitern. Marderhund, Bisam und Nilgans sollen künftig auch unter die Regelungen der EU-Verordnung fallen. Damit sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, die weitere Ausbreitung dieser Arten möglichst zu stoppen.

Der DJV begrüßt die Ergänzung der EU-Liste, hatte er sich doch auf nationaler Ebene in den entsprechenden Fachgremien des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stets für die Aufnahme der Arten ausgesprochen. Dabei stützt sich der DJV auf die Ergebnisse langjähriger Erhebungen im Rahmen seines Monitoringprogramms WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands). Den genannten invasiven Arten kommt bei den bundesweiten Erfassungen eine besondere Bedeutung zu, da sie sich immer weiter ausbreiten und aus Gründen des Natur- und Artenschutzes entsprechend bejagt werden müssen.

Tierschutz nicht verhandelbar

Der DJV betont, dass auch bei Managementmaßnahmen gemäß EU-Verordnung der Tierschutz nicht auf der Strecke bleiben darf - ganz so wie es auch die Verordnung selbst vorsieht. Das schließt laut DJV eine Bekämpfung mit allen Mitteln aus . Andererseits müssten Beschränkungen bei der Jagd in Schutzgebieten und bei den Jagdzeiten aufgehoben werden . "Ich halte die Schonzeit für den Waschbär, wie sie zum Beispiel in Hessen 2015 beschlossen wurde, nicht nur für europarechtswidrig, sondern auch für ökologisch fahrlässig", sagte Professor Ellenberger.

Felle nachhaltig nutzen

Der DJV setzt sich mit dem Projekt "Fellwechsel" für eine bessere Verwertung von tierschutzgerecht gewonnenen Fellen aus nachhaltiger Jagd und Artenschutzprojekten ein. Gerade in Schutzgebieten wurde bislang häufig die Raubwildbejagung vernachlässigt - mit unbeabsichtigten aber vorhersehbaren Folgen gerade für schutzbedürftige bodenbrütende Vogelarten. Fellwechsel ist ein Angebot an den Natur- und Artenschutz, das Thema konsumtive Nutzung ernst zu nehmen und Produkte mit hervorragender Ökobilanz zu erzeugen. „Fell statt Faserpelz“ ist ökologisch betrachtet die eindeutig bessere Wahl.


 

Die Delegierten des Bundesjägertags 2017 haben einstimmig eine Grundsatzposition Jagd verabschiedet. Auch zur Zukunft des Monitoring-Programms WILD und zur Fellwechsel GmbH wurden Beschlüsse gefasst. Auf der abschließenden Podiumsdiskussion haben Politiker im Hinblick auf die Bundestagswahl ihre Positionen dargelegt.

Die rund 250 Delegierten haben auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde eine umfassende Grundsatzposition Jagd einstimmig beschlossen. Diese befasst sich mit grundlegenden Fragen, unter anderem mit dem Verhältnis von Jagd zu Tierschutz, mit Eigentum, Ausbildung, traditionellen Grundlagen der Jagd und mit Einzelfragen wie dem Umgang mit invasiven Arten, Jagdhunden und Wildschäden. Das Papier wurde in einem langen Diskussionsprozess innerhalb des Verbandes entwickelt, in den auch die Organisationen auf Kreisebene einbezogen waren.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Bundesjägertages 2017 war die Weiterentwicklung des WILD-Monitorings. Ein entsprechender Beschluss sieht vor, dass der DJV das Programm auf Bundesebene weiter ausbaut, da nur langfristige Datenreihen belastbar sind in der politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion. Maßnahmen sollen entwickelt werden, um Jäger weiterhin für die anspruchsvolle Datenerhebung zu begeistern. Die Landesjagdverbände sind aufgerufen, den Aufbau staatlicher Monitoringsysteme kritisch zu begleiten und inhaltlich mitzugestalten. "Wir dürfen uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen. Es geht um nicht weniger als die Deutungshoheit für die künftige Ausrichtung der Jagd. Dafür benötigen wir fundierte Zahlen", betonte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Die Delegierten haben den entsprechenden Beschluss einstimmig gefasst, der einen Tag zuvor in einem Workshop von rund 100 Teilnehmern erarbeitet wurde.

Die Delegierten haben ebenfalls einstimmig einen Beschluss zur nachhaltigen Nutzung von Fellen aus heimischer Jagd gefasst. Darin bekennen sich die Jäger zur regionalen, nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen für die Fertigung ökologisch hochwertiger Pelzprodukte. Die Abbalgstation für das Projekt Fellwechsel soll bereits in der kommenden Wintersaison ihren Betrieb aufnehmen. Felle von Raubsäugern aus heimischer Jagd sollen dort verarbeitet werden, Ziel ist deren lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Im Hinblick auf die Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten wie Waschbär und Marderhund fordern die Delegierten eine finanzielle Unterstützung von der Politik, etwa für Kühltruhen oder Fanggeräte, da mit dem Projekt Fellwechsel umweltpolitische Ziele maßgeblich unterstützt werden.

Weitere Forderungen an die Adresse der Volksvertreter: eine Aufhebung sämtlicher Einschränkungen für die Bau- und Fangjagd sowie ein klares Bekenntnis zur Fellnutzung aus nachhaltiger Jagd. "Jeder Jäger ist angesprochen, mitzumachen. Raubsäuger bejagen und hochwertige Felle liefern, dass ist Artenschutz mit Mehrwert. Durch die lückenlose Nachverfolgbarkeit der Felle haben wir als Jäger ein Alleinstellungsmerkmal, das wir nutzen müssen", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann. "Fellwechsel ist ein Angebot an den Natur- und Artenschutz, das Thema konsumtive Nutzung ernst zu nehmen und Produkte mit hervorragender Ökobilanz zu erzeugen."

Die Politik müsse sich zu diesem nachhaltigen Ansatz bekennen und dürfe nicht Tierrechtlern auf den Leim gehen, die dem Verbraucher weis machen wollen, dass Pelz per se schlecht sei. "Wir Jäger lehnen tierschutzwidrige Zustände ab, wie sie teilweise in der asiatischen Pelzproduktion herrschen", so Dr. Friedmann. Diese hätten aber nichts gemein mit Fellen aus der heimischen Jagd. Zudem sei "Fell statt Faserpelz", ökologisch betrachtet, die eindeutig bessere Wahl.

Die Beschlüsse der Workshops zum Herunterladen:

Erneut hat das Bundesumweltministerium versucht, auf europäischer Ebene die Einfuhr von legalen Jagdtrophäen zu erschweren. Ohne Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. Erfolglos, wie sich jetzt herausstellte. Bereits im Vorfeld haben Landwirtschaftsministerium sowie die EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd den Vorstoß abgelehnt.

 

Der deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) zeigen sich erfreut, dass ein erneuter Vorstoß von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD), die Einfuhr legaler Jagdtrophäen weiter zu erschweren, bei der EU gescheitert ist. Mit großer Mehrheit lehnten die anderen EU-Staaten ab, Trophäen nicht gefährdeter Wildarten (Anhang B) genau so zu behandeln wie die gefährdeter Tierarten und einer Einzelfallprüfung zu unterziehen.

Laut DJV und CIC ist der deutsche Vorstoß wissenschaftlich nicht begründet und führt nur zu unnötiger Bürokratie. Die Bonner Abgesandten des Bundesumweltministeriums haben derweil in Brüssel angekündigt, sich weiter für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhr einzusetzen. DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagte: „Die ständigen Versuche des Umweltministeriums, den Jagdtourismus in Afrika einzuschränken, sind ideologisch motiviert. Es ist bedauerlich, dass im SPD-geführten Umweltministerium über Jagd, Artenschutz und nachhaltige Naturnutzung ohne Einbeziehung der Betroffenen und im Sinne von Klientelinteressen entschieden wird.“
 
Schon mehrfach haben NABU und deutscher Naturschutzring das Umweltministerium gedrängt, die Einfuhr von Trophäen ganz verbieten zu lassen oder zumindest wesentlich zu erschweren. Der zuständige Staatsekretär Jochen Flasbarth war früher selbst hauptamtlicher Präsident des NABU. Regierungen des südlichen und östlichen Afrikas haben indes in Brüssel gegen die Erschwerung der Einfuhren von Trophäen aus legaler und nachhaltiger Jagd protestiert. Dies schade dem Naturschutz und der Erhaltung des Wildes in Afrika. Die nachhaltige Jagd in Afrika steht in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen zur biologischen Vielfalt, das auch Deutschland unterzeichnet hat.
 
"Die Jagd in Afrika dient, wie auf anderen Kontinenten auch, dem Artenschutz", betonte Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation im CIC. "Nur wenn dem Wild ein Wert zugemessen wird, wird es auch geschützt. Dies haben mehrere Vertreter von afrikanischen Regierungen wieder bei der Generalversammlung des CIC in Montreux eindrucksvoll erklärt.“
 
Das Umweltministerium hatte seine Position erneut nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Das Landwirtschaftsministerium hatte den Vorstoß ebenso abgelehnt wie die Konferenz der EU-Direktoren für Wildtiermanagement und Jagd.
 

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von den ersten beiden Fällen der Afrikanischen Schweinepest in der Tschechischen Republik. Entdeckt wurden zwei infizierte Wildschweine. Der nächstgelegene Fundort ist 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. DJV bittet Jäger in Deutschland um erhöhte Aufmerksamkeit.

Nach Angaben der internationalen Nachrichtenagentur Reuters wurden kürzlich zwei Wildschweine etwa 300 Kilometer südöstlich von Prag entdeckt, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben waren. Damit ist die Afrikanische Schweinepest nur noch rund 300 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. Wie das Virus dorthin gelangt ist, bleibt unklar. Der räumlich nächstgelegene Nachweis liegt 400 Kilometer entfernt in der Ukraine. In der Slowakei, dem östlichen Nachbarn auf dem Weg in die Ukraine, wurde bisher kein ASP-Ausbruch gemeldet.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht davon aus, dass sich das Virus in der Natur etwa einen Kilometer pro Monat ausbreitet. Ein besonders großes Risiko stellt die Verschleppung des Virus durch den Menschen dar. Nach Auskunft des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) reicht im ungünstigen Fall bereits ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot aus, um das Virus auf Wild- und Hausschweine zu übertragen."Reisende aus dem Baltikum, Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen und Tschechien sollten Lebensmittel, die Teile von Haus- oder Wildschwein enthalten, nicht einführen. Auch Jagdtrophäen vom Wildschwein aus den betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an alle Jägerinnen und Jäger in Deutschland, in Alarmbereitschaft zu sein. „Bei Auffälligkeiten im eigenen Revier sollte unverzüglich das Veterinäramt informiert werden“, sagt DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. „Das Virus ist hoch ansteckend und für Schweine tödlich. Daher sollten alle Restriktionen, die eine effektive und flächendeckende Schwarzwildbejagung in Deutschland unterbinden, wie etwa die Jagdruhe in Schutzgebieten, aus dem Weg geräumt werden.“ Bei dem hohen Bestand an Hausschweinen in Deutschland dürfe man die Seuche nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Laut FLI führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen etwa innerhalb einer Woche zum Tod des Tieres. Beim Aufbrechen vermeintlich gesunder Tiere sollte grundsätzlich auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

Jagdgesetz, Wildbret und ein Jubiläum: Die Fülle und Notwendigkeit  der Verbandsarbeit dokumentiert der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Jagdverbandes.

Für Jäger gehört Wildbret zum Alltag, auch im­mer mehr Verbraucher schätzen Wildfleisch als gesundes und natürliches Lebensmittel. Das zeigt die bundesweite Testphase von „Wild auf Wild“. Die Kam­pagne des Deutschen Jagdverbandes (DJV), die sich mit vielen Aktionsmitteln an Jäger und Verbraucher richtet, ist ein Schwerpunkt im aktuellen DJV-Verbandsbericht (S. 24 ff.). Beides wurde auf dem Bundesjägertag 2017 in Rostock-Warnemünde am vergangenen Freitag vorgestellt.

Weitere Schwerpunkte im Heft sind das Jubiläum der Jägerinitiative Lernort Natur, deren 25-jähriges Bestehen 2016 mit vielen Aktionen und einer Sonderbroschüre gewürdigt wurde (S. 28 ff), sowie der Bericht über das Leuchtturmprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“. Im März hatte der DJV eine Fachtagung durchgeführt, um Ergebnisse und notwendige Maßnahmen für die Wiedervernetzung von Lebensräumen zu kommunizieren.

Der 82-seitige Verbandsbericht informiert zudem über Themen, die den DJV im vergangenen Jagdjahr auf politischer Ebene beschäftigt haben: die Änderungen des Bundesjagdgesetzes wegen halbautomatischer Waffen, der EU-Feuerwaffenrichtlinie und des Waffengesetzes (S. 34 ff.), die EU-Verordnung zu invasiven Arten und die Sozialwahl 2017. Weiterhin dokumentiert der Bericht die Arbeit am Wildtier-Monitoring des Verbandes, dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), und stellt das Tierfundkataster vor (S. 39 ff). Wichtige Ereignisse für Verband und Jägerschaft sind unter „Schlaglichter“ zusammengefasst.

Lesenswert sind zudem Zahlen, Daten und Fakten zur Jagd und zum Verband sowie die Übersicht über laufende Projekte. Auf nahezu allen Seiten weisen Links auf Filme, Bildergalerien, Bestellmöglichkeiten oder zusätzliche Informationen hin.

Der DJV-Verbandsbericht dokumentiert die Höhepunkte des Jagdjahres 2016/17 und gibt Auskunft über die Arbeit des Dachverbandes der Jäger. Es gibt ihn auf www.jagdverband.de/content/verbandsberichte als leseoptimiertes PDF oder zum Herunterladen. Druckexemplare können gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro bei der DJV-Service GmbH bestellt werden:

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Fünf Journalisten hat der DJV heute auf dem Bundesjägertag 2017 in Rostock-Warnemünde für ihre Beiträge ausgezeichnet. Der Preis war in diesem Jahr mit insgesamt 17.000 Euro dotiert. Die unabhängige Jury hat die Gewinner aus etwa 120 Einsendungen ausgewählt.

Aus rund 120 Einsendungen zu den Themen Jagd, Umwelt und Natur hat eine fünfköpfige Jury die besten journalistischen Beiträge ausgewählt. Für die Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) die Preisträger heute auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde gewürdigt, ebenso für die Sonderkategorie Online. Ein weiterer Sonderpreis wurde im Rahmen der Aktion „Gemeinsam Jagd erleben“ vergeben, die dlv-Jagdmedien und DJV initiiert haben. Der Preis „Wildtier und Umwelt“ war in diesem Jahr mit insgesamt 17.000 Euro dotiert.

Preisträger in der Kategorie „Print“ ist Julian Kutzim mit dem Beitrag „Ich bin Jäger. Ich habe dieses Kitz geschossen. Ich will Ihnen erklären, warum“. Der Text erschien im Magazin FOCUS. Der Jäger und Journalist setzt sich mit der oft ideologisch geführten Debatte um das Für und Wider der Jagd auseinander. Auf analytische Weise begegnet er Vorurteilen und erklärt sachlich den Arten- und Zielkonflikt zwischen wachsendem Nahrungsangebot, schwindenden Lebensräumen und den verschiedenen Interessen der Menschen.

Den Preis für einen außergewöhnlichen Hörfunkbeitrag erhält Bernhard Schulz für „Naschende Rehe und umgestürzte Bäume – Im Wald gibt’s Ärger“. Die Reportage wurde im Programm von radioMikro des Bayerischen Rundfunks gesendet. Mit einem gründlich recherchierten Beitrag gelingt dem Autor, das Spannungsfeld im Wald und die Konflikte aufgrund verschiedener Nutzungsvorstellungen verständlich zu skizzieren und in einfachen Sätzen nachvollziehbar zu erläutern.

In der Kategorie „Fernsehen“ geht der Preis an Holger Vogt für „Wölfe und Luchse in Norddeutschland – Die Rückkehr der Raubtiere“. Dieser Beitrag wurde im NDR ausgestrahlt und porträtiert Menschen, deren Leben von Wolf, Luchs und Bär beeinflusst wird. Entstanden ist ein anderthalbstündiger Film mit eindrucksvollen Bildern und aufwändig recherchierten, wissenswerten Fakten.

In der Sonderkategorie „Online“ ist Dr. Frederik von Paepcke der Gewinner für den Beitrag „Jäger sucht Sau“. Die Reportage erschien im Online-Medium „Perspective Daily“. In seinem Text erläutert der Autor, „warum die deutsche Jagd besser ist als ihr Ruf, was Wildschweine mit Artenschutz und globaler Erwärmung zu tun haben und wie man tiergerechter jagen könnte“. Im Format der digitalen Multimedia-Reportage wird der Beitrag mit Zahlen, Grafiken, Definitionen, Bildern und Internet-Verweisen bereichert.

Der Sonderpreis „Gemeinsam Jagd erleben“, eine Aktion von djv-Jagdmedien und DJV (https://jaeben.jagderleben.de/die-aktion), geht an Florian Mittermeier. Der Artikel „Der Jagdinstinkt steckt wohl in jedem Menschen“ erschien im Lokalteil der Passauer Neuen Presse. Als Nicht-Jäger beschreibt der Autor das Jagderlebnis mit dem erfahrenen Jäger Josef-Markus Bloch und legt seine innere Zerrissenheit offen. Er beobachtet präzise und berichtet über seine Eindrücke, Gedanken und Gefühle während der Pirsch.

Eine unabhängige Jury hat die Beiträge gesichtet und beurteilt. Jurymitglieder waren: WELT-Korrespondent Eckhard Fuhr, Walter Peter Twer, Verleger der Mittelrhein-Verlag GmbH, der Dokumentarfilmer Jan Haft, Autor und Jagdjournalist Bertram Graf Quadt sowie der Präsident des Deutschen Jagdverbands, Hartwig Fischer.

Der DJV vergibt den Preis „Wildtier und Umwelt“ im Zwei-Jahres-Rhythmus. Er soll zur fairen, ehrlichen und auch kritischen Berichterstattung zu Themen aus der Welt der Jagd und der Natur anregen.

 

Auf ihrer Bundesdelegiertenversammlung in Rostock-Warnemünde haben Jäger neue Zahlen zur Ausbreitung des Marderhundes vorgelegt: In Mecklenburg-Vorpommern wurde er bereits in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Der bundesweite Spitzenwert. Das Monitoring-Programm WILD soll ab 2019 ausgebaut werden, Jäger fordern Unterstützung mit öffentlichen Mitteln.

Auf dem Bundesjägertag in Rostock-Warnemünde hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute aktuelle Monitoring-Daten der Jäger vorgestellt. Demnach ist Mecklenburg-Vorpommern mit großem Abstand das Bundesland mit der größten Verbreitung des Marderhundes. Die gebietsfremde, ursprünglich aus China stammende Art haben Jäger 2015 in 92 Prozent der Reviere nachgewiesen. Das sind 3 Prozent mehr als 2006. Bundesweit gesehen kommt der Marderhund in 26 Prozent der Reviere vor. Ausgewertet haben Wissenschaftler von Jägern erfasste Daten aus 24.000 Revieren – das sind 40 Prozent der Fläche Deutschlands.

„Jäger liefern seit 15 Jahren einzigartige Daten, unter anderem zu Marderhund und Waschbär. Diese helfen, Ausbreitung und Einfluss von invasiven Arten bundesweit zu bewerten und sind wichtig für den Artenschutz“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Das WILD-Monitoring sei im öffentlichen Interesse und müsse deshalb mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Die Delegierten haben heute auf dem Bundesjägertag vorgelegt: Einstimmig haben sie den Ausbau des bundesweiten Monitorings ab 2019 beschlossen.

Großes Potenzial sehen Jäger im neu eingerichteten Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) unter dem Dach von WILD, bei dem jeder mit Smartphone und Computer mitmachen kann: Es ermöglicht erstmals eine einheitliche Erfassung von Wildunfällen und damit die Entschärfung von Schwerpunkten. Die Polizei erfasst lediglich ein Prozent der Wildunfälle, und zwar die mit Personenschäden. Das Tierfund-Kataster wurde 2011 vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein online geschaltet und umfasst inzwischen insgesamt knapp 40.000 Datensätze von Tierfunden bundesweit.

Ein Zehntel des Wildbrets von Reh, Hirsch und Wildschwein kommt aus Mecklenburg-Vorpommern, beim Damwild  sind es  sogar 20 Prozent. Laut aktueller Umfrage essen inzwischen 6 von 10 Deutschen Wildfleisch – ein Viertel mehr als 2008. Mit der Kampagne "Wild auf Wild" will der DJV jetzt Appetit machen auf Wildes vom Grill.

In Mecklenburg-Vorpommern sind lediglich 3 Prozent der bundesweit 381.800 Jäger gemeldet, sie liefern allerdings knapp ein Zehntel des gesamten Wildbrets. Beim Damwild sind es sogar 20 Prozent. Von Reh, Wildschwein und Hirsch haben die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern etwa 2.500 Tonnen Wildbret geliefert. Dies geht aus der aktuellen Jagdstatistik für das Jagdjahr 2015/16 hervor, die der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich des Bundesjägertags in Rostock-Warnemünde ausgewertet hat. Die Beliebtheit von Wild aus der Region ist bundesweit angestiegen, wie eine aktuelle Umfrage zeigt: 60 Prozent der Deutschen essen zwischenzeitlich mindestens einmal im Jahr Wildfleisch. Das sind 25 Prozent mehr als 2008.

PETA protestiert wieder gegen die Jagd: Weil alle Lebewesen ein Recht auf Leben haben und nach Glück streben sollen. Und um Spenden zu sammeln. Der DJV stellt in Frage, ob Beutetiere glücklich sind, wenn sie gefressen werden. Jagd auf Fuchs und Waschbär dient dem Artenschutz. Eine Umprogrammierung von Fleisch- zu Pflanzenfressern zum Wohle der Tierwelt hält der DJV für Unsinn.

"Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Mensch": Die Gründerin der Tierrechtsorganisation PETA, Ingrid Newkirk, hat diesen Satz geprägt. Dahinter steht der Gedanke, dass jedes empfindungsfähige Wesen ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück hat. Aus diesem Verständnis heraus protestieren Anhänger der Tierrechtsszene nicht nur gegen Jagd, sondern in letzter Konsequenz auch gegen Schädlingsbekämpfung und sogar Haustiere. Die philosophische Theorie vom allgemeinen Glücksempfinden besteht allerdings nicht den Härtetest im wahren Leben und führt Anti-Jagd-Proteste von PETA ad absurdum, meint der Deutsche Jagdverband (DJV): Der Waschbär mag Glück empfinden, wenn er vom Hunger getrieben eine seltene Rotbauchunke verstümmelt. Ebenso der Fuchs, der ein Küken der bedrohten Trauerseeschwalbe bei lebendigem Leibe frisst. Aber wie viel Glück empfinden dabei die Beutetiere? 

Der DJV warnt, dass dieses Alle-sollen-glücklich-sein-Konzept zwar geeignet ist, ahnungslosen Menschen Spenden zu entlocken. Für den Artenschutz wäre es katastrophal. Anpassungsfähige Arten wie Fuchs, Marderhund oder Waschbär bedrängen spezialisierte Arten wie Kiebitz, Großtrappe oder Sumpfschildkröte. "Es gilt nach wie vor die alte Regel 'fressen und gefressen werden' – wobei die Beutetiere dabei zumeist weniger Glück empfinden", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer am Rande des Bundesjägertages. Deutschland habe sich vertraglich zum Erhalt der Vielfalt der Arten verpflichtet, dafür gebe es drei Stellschrauben: Klimawandel bremsen, Lebensraum verbessern und Fressfeinde reduzieren.

Die Intensivierung der Bejagung anpassungsfähiger Fleischfresser ist dringend notwendig zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Dank erfolgreicher Tollwutimpfung hat beispielsweise der Fuchs seine Bestände in Deutschland in 30 Jahren verdreifacht. Den aus Nordamerika stammenden Waschbär hat die Europäische Union mittlerweile auf die Liste der invasiven Arten gesetzt, einher geht damit die Aufgabe für Deutschland, dessen Bestand zu reduzieren. Der Waschbär kommt derzeit in 43 Prozent der Reviere Deutschlands vor. Die Zahl der erlegten Tiere stieg von 3.500 (1996) auf 128.100 (2016). Besonders effektiv für die Jagd auf die dämmerungs- und nachtaktiven Raubsäuger ist die Fangjagd.

PETA unterstellt Jägern allerdings, dass der Einsatz von Fanggeräten grausam sei. Dies ist schlicht falsch. Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Ausübung einer ordnungsgemäßen Jagd. Die in Deutschland gängigsten Fallentypen hat der DJV erfolgreich nach internationalen Normen für eine humane Fangjagd (Agreement on International Humane Trapping Standards - AIHTS) prüfen lassen. Dazu gehören die Betonwipprohrfalle oder die Strack’sche Holzkastenfalle. Erfolgreich AIHTS-geprüft sind ebenfalls Totfangfallen, wie Eiabzugseisen oder „Kleiner Schwanenhals“, die auf DJV-Initiative in Kanada getestet wurden.

Die Tierrechtsszene hat übrigens jetzt eine neue fabelhafte Idee, um das Dilemma ihrer eigenen Existenzgrundlage zu lösen und allen Tieren das Streben nach Glück zu ermöglichen: Jetzt sollen Raubtiere genetisch umprogrammiert werden, damit sie gänzlich auf Fleisch verzichten. Der Wolf soll also künftig friedlich neben dem Schaf auf der Wiese weiden. "Paradise Engineering" nennt David Pearce dieses Konzept gegen "Wildtierleid".

 

Rund 400 Delegierte und Gäste besuchen ab morgen den Bundesjägertag. Auf der zweitägigen Veranstaltung kommen Vertreter aus Jagd, Politik, Verbänden und Unternehmen zusammen, um über Zukunftsfragen des Verbandes und die Bedeutung der Jagd in Deutschland zu diskutieren.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern (LJV) laden ab morgen zum Bundesjägertag nach Rostock-Warnemünde ein. Am 22. und 23. Juni 2017 werden etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland erwartet, darunter Delegierte der Landesjagdverbände, Landes- und Bundespolitiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Unter dem Motto „Nachhaltig. Ehrlich. Wild“ stehen regionales Wildfleisch als modernes Lebensmittel und Felle aus heimischer Jagd als nachhaltige Ressource im Fokus. Im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl diskutieren führende Politiker ihre Jagdpositionen.

Am Donnerstag erarbeiten Delegierte die zukünftige Ausrichtung des Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), für das Jäger in den vergangenen 15 Jahren bereits Daten zu Vorkommen, Ausbreitung oder Krankheiten für insgesamt 37 Tierarten erfasst haben. Vorgestellt wird auch die neu gegründete Fellwechsel GmbH: Workshop-Teilnehmer erörtern die Ausrichtung des Unternehmens, das eine nachhaltige Nutzung von Fellen aus heimischer Jagd fördern soll. Am Abend gedenken Tagungsteilnehmer bei einer Messe dem Schutzpatron der Jagd "St. Hubertus" in der Warnemünder Kirche.

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnet der amtierende Oberbürgermeister von Rostock, Roland Methling, zusammen mit DJV-Präsident Hartwig Fischer und dem LJV-Präsidenten Dr. Volker Böhning. Delegierte diskutieren unter anderem eine Grundsatzposition Jagd. Vorgestellt wird zudem die DJV-Kampagne „Wild auf Wild“. Bei der anschließenden Verleihung des Journalistenpreises „Wildtier und Umwelt“ 2016 dürfen sich fünf Autoren über die Auszeichnung für journalistische Beiträge zum Thema Jagd und Natur freuen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 17.000 Euro.

Den öffentlichen Teil der Veranstaltung eröffnet Agrarminister Dr. Till Backhaus mit einem Grußwort. Führende Politiker aus dem Bereich der Jagdpolitik debattieren mit den Delegierten ihre Position zur Zukunft der Jagd in einer Podiumsdiskussion. Den politische Dialog im Vorfeld der Bundestagswahl können Facebook-User ab etwa 15.30 Uhr über einen Livestream mitverfolgen.

Die wichtigsten Beschlüsse veröffentlicht der DJV auf www.jagdverband.de und berichtet laufend über das aktuelle Geschehen via Facebook und Twitter unter dem Hashtag #BJT17.

Die Delegiertenversammlung findet jährlich auf dem Bundesjägertag statt und ist das höchste Beschlussgremium. Ausgerichtet wird der Bundesjägertag vom DJV und jeweils einem Landesjagdverband.

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