Der DJV veröffentlicht eine 9-teilige Filmreihe mit Hinweisen für Notfälle. Bereits über 200.000 Nutzer haben die Erste-Hilfe-Tutorials gesehen. Die Videos sind ab sofort zum Herunterladen erhältlich.

Beim Einsatz von Hunden für die Jagd kann es zu Notfällen kommen, die schnell medizinisch versorgt werden müssen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat hierfür die 9-teilige Videoreihe „Erste Hilfe für den Jagdhund“ in Kooperation mit der Firma Grube und dem Jagdgebrauchshundverband produziert. Tierärztin Dr. Gesche Pinke gibt wertvolle Hinweise für unterschiedliche Notsituationen, etwa starke Blutungen, Knochenbrüche oder einen Pneumothorax. Die Jägerin und Hundeführerin behandelt in weiteren Kapiteln, wie ein Hund gesichert werden kann oder was bei einem Schock zu tun ist.  

Mehr als 200.000 Nutzer haben die Videos bereits bei Youtube und Facebook gesehen. Die Resonanz ist durchweg positiv - auch von Hundeschulen. Der DJV bietet die Videos wegen der großen Nachfrage ab sofort kostenfrei zum Herunterladen an. Alle Folgen der Serie „Erste Hilfe für den Jagdhund“ gibt es als Playlist auf Youtube: http://bit.ly/2qC2FH4. Die Videos können beispielsweise für die Weiterbildung in Jägerkursen eingesetzt werden. 

ASP in Polen nur noch 80 Kilometer von Deutschland entfernt. DJV bittet darum, verdächtige Wildschweinkadaver nicht anzufassen und sofort die Behörden zu informieren. Über das Tierfund-Kataster werden Daten direkt weitergeleitet. Erhöhte Vorsicht bei Reisen aus und in bekannte Risikogebiete.

Rund 80 Kilometer entfernt von Brandenburg haben polnische Behörden bei zwei Wildschweinen erstmals das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen. Der nächstgelegene ASP-Fall liegt 300 Kilometer weiter östlich. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet schwerpunktmäßig Jäger, Förster und Landwirte, verstärkt auf verdächtige Wildschweinkadaver zu achten. Dies gilt insbesondere für grenznahe Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wegen des hohen Verbreitungsrisikos der Krankheit sollten Menschen tot aufgefundene Tiere nicht anfassen und auf keinen Fall eigenhändig transportieren. Experten bergen im Ernstfall verdächtige Tierkadaver in speziellen, dichten Behältnissen. Die Tiere werden anschließend verbrannt. 

Das Virus ist für den Menschen ungefährlich, tötet allerdings die meisten infizierten Haus- und Wildschweine in kürzester Zeit. Die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs der ASP ist besonders wichtig, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. In Zusammenarbeit mit dem Friedlich-Loeffler-Institut hat der DJV deshalb das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) ausgebaut: Eingetragene Daten zu toten Wildschweinen werden automatisch an das zuständigen Veterinäramt weitergeleitet. So können Behörden im Ernstfall schnell Maßnahmen einleiten.

Verantwortlich für die schnelle Verbreitung der Tierkrankheit über hunderte von Kilometern ist der Mensch. Das Virus überlebt im Schlamm von Radkästen bis zu 100 Tage, ebenso in geräucherter Ware wie Salami und Schinken. Der DJV ruft Reisende dazu auf, keine Wurst- und Fleischwaren oder Hundefutter aus Risikogebieten nach Deutschland einzuführen. Jäger, insbesondere Schweinehalter, sollten auf Jagdreisen in betroffene Gebiete verzichten. 

Infizierte Tiere zeigen sehr schwere Symptome wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Männliche und weibliche Tiere jeden Alters sind gleichermaßen betroffen. Durchfall und Blutungen an Nase und Haut können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft. Jäger sollten beim Ausnehmen von Wildscheinen auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten achten, ebenso auf eine vergrößerte Milz sowie feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut. 

Weitere Infos:

Frage-Antwort-Papier zur ASP: 
http://bit.ly/ASP-Frage-Antwort-Papier

Übersicht der Amtstierärzte auf Kreisebene:
http://bit.ly/Amtstieraerzte

Polnische Veterinärbehörde:
http://bit.ly/Veterinaerbehoerde

Die nächste Sammelsaison hat gerade begonnen. Das gemeinsame Projekt „Fellwechsel“ von LJV Baden-Württemberg und DJV geht damit bereits in die dritte Saison. Im Interview erklärt Andreas Leppmann, Geschäftsführer der Fellwechsel GmbH, wie Jägerinnen und Jäger am Projekt teilnehmen können und welchen Nutzen die kommende Jägergeneration davon haben könnte.

DJV: Herr Leppmann, Sie haben seit einem Jahr die Betriebserlaubnis für die Abbalgstation in Rastatt. Welche Bilanz ziehen Sie für das Projekt Fellwechsel?

Andreas Leppmann: Wir sind nach wie vor beeindruckt von der riesigen Resonanz innerhalb der Jägerschaft. Wir haben bisher 25.000 Tiere eingesammelt und bereits 12.000 Tiere gestreift. Derzeit arbeiten wir unter Hochdruck daran, die restlichen gelieferten Tiere zu streifen, zu gerben und weiter zu verarbeiten.

Wie lange dauert es, bis ich meinen Fuchsbalg, den ich an einer Sammelstelle abgebe, als Trophäe zurückbekomme?

Wir haben noch nicht alle Tiere gestreift und die Gerbedauer liegt derzeit bei  4 bis 6 Monaten. Es kann also bis zu einem Jahr dauern, bis Jäger Ihren fertigen Balg geliefert bekommen.

Die nächste Saison hat gerade begonnen. In welchem Zeitraum können Jäger welche Arten sammeln?

Die Saison geht

  • für Fuchs, Waschbär, Nutria, Bisam, Marderhund und Dachs von Mitte November bis zum 08. Februar;
  • für Steinmarder, Baummarder, Mink und Iltis bis zum 28. Februar.
     

Welche Tiere werden angenommen?

Wir nehmen an: Fuchs, Waschbär, Nutria, Bisam, Steinmarder, Baummarder, Iltis, Marderhund, Dachs und Mink.

Jägerinnen und Jäger sind irritiert, dass Fellwechsel für Fuchs, Nutria und Bisam in der Saison 2019/20 keine Ankaufspreise mehr bezahlt. Warum ist das so?

Auf der einen Seite verwerten wir die Bälge für eigene Produkte, sind aber natürlich bei den großen Mengen auch auf den Absatz über Fellbörsen angewiesen. Auf den letzten Fellbörsen wurden Fuchsbälge für jeweils 11 US-Dollar gehandelt – fertig gegerbt. Wir müssen uns dieser Marktrealität stellen und können nicht weiterhin 8 Euro pro Fuchs im Kern bezahlen. Die zusätzlichen Kosten für Logistik, Lagerung, Streifen sowie Gerben sind derzeit einfach zu hoch. Wir werden jedes Jahr vor der Saison die Marktsituation prüfen und entsprechend die Preise anpassen.

Zahlreiche Jägerinnen und Jäger haben bereits in der Saison 2017/18 und 2018/19 Tiere geliefert. Wann bekommen sie ihr Geld?

Vom Abholen der Tiere bis zur fertig gegerbten Ware vergeht in der Regel ein Jahr. Für Tiere, die wir in der Saison 2017/18 eingesammelt haben, zahlen wir noch in diesem Jahr. Für Tiere aus der Saison 2018/19 fließt das Geld dann 2020.

Wie wollen Sie die Jägerschaft mobilisieren, Fellwechsel weiterhin zu unterstützen, wenn es beispielsweise für den Fuchs keine Auszahlung mehr geben soll?

Unser Plan ist ja nicht, dauerhaft für den Fuchs kein Geld auszuzahlen. Wir müssen an die Marktsituation angepasste Ankaufspreise finden. Wir begreifen Fellwechsel zudem als Gemeinschaftsaufgabe:  Neben den rein wirtschaftlichen Interessen jedes Einzelnen sollten wir das politische Signal nicht vergessen. Die konsumtive Nutzung von Tieren, die wir erlegen, war bei  den jüngsten Novellen der Landesjagdgesetze ein wichtiges Kriterium. Wir haben zwar die gesetzliche Verpflichtung, invasive Arten einzudämmen. Und heimisches  Raubwild bejagen wir intensiv, um bedrohte Offenlandarten zu schützen. Doch nur, wenn wir darüber hinaus belegen können, dass wir die anfallenden Felle verwerten, ist die Raubwildbejagung auf Dauer politisch gesichert. Wir appellieren an alle Jäger: Geben sie den erlegten Fuchs bei Fellwechsel ab, statt ihn einfach zu vergraben – wir garantieren eine sinnvolle, nachhaltige Verwertung.

Wie soll ich die Tiere einfrieren und beschriften?

Ganz einfach:  Zum Beispiel die Vorder- und Hinterläufe des Fuchses mit einer Hand fassen und das Tier mit dem Rücken voran in einen stabilen Müllsack legen. Gelbe Säcke eignen sich überhaupt nicht und dürfen wir auch nicht annehmen. Dann die Luft herauspressen und den Sack mit einem Kabelbinder verschließen. An diesem bitte auch einen Gefrierbeutel mit dem Herkunftsnachweis befestigen. Das verpackte Tier schließlich direkt in die Gefriertruhe legen. Ganz wichtig: Den Herkunftsnachweis so falten, dass wir die Tierart von außen erkennen können. Das hilft uns später beim Sortieren der Tiere. Den Herkunftsnachweis bitte nicht aufkleben oder tackern und keine Prospekthülle dafür verwenden. Diese Methoden haben den Praxistest nicht bestanden.

Was wünschen Sie sich für die kommende Saison?

Ich wünsche mir weiterhin die Unterstützung der Jägerschaft. Wir sind ein kleines Start-up-Unternehmen mit zweieinhalb Stellen. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir das Vorzeigeprojekt gemeinsam nach vorne bringen. Wer die Jagd für die kommenden Generationen erhalten will, der sollte auch weiterhin Fellwechsel unterstützen. Wer weiter unentgeltlich Tiere liefert und auch Produkte bei uns erwirbt, hilft uns dieses Unternehmen auf gute Füße zu stellen.

Weitere Informationen zu Fellwechsel finden Sie hier.

Im Rahmen einer Kundgebung veröffentlicht das Aktionsbüdnis Forum Natur eine gemeinsame Erklärung und fordert u.a. Insektenschutz nur im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern umzusetzen sowie zur Sicherung der Weidetierhaltung ein aktives Wolfsmanagement umzusetzen. Die Kundgebung findet anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg statt.

Bauern, Schäfer, Jäger, Flächeneigentümer und andere Landnutzer aus dem gesamten Bundesgebiet fordern von den Umweltministern von Bund und Ländern eine Politik unter der Überschrift "Kooperation statt Verbote - Dialog statt Konfrontation". Gemeinsam getragen wird die Kundgebung, anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg von den im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Nutzerverbänden, den Bauernverbänden aus Hamburg und mehrerer Bundesländer, mehrerer Landesschafzuchtverbände und Weidetierhalterverbände sowie Bauern der Bewegung "Land schafft Verbindung". Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnis Forum Natur und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, fordert, der Kooperation und Freiwilligkeit im Natur- und Umweltschutz Vorrang vor Verboten und Auflagen einzuräumen. Beim Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung sei ein Neustart erforderlich: "Wir demonstrieren nicht gegen Insekten- und Artenschutz - im Gegenteil: wir Bauern brauchen die Bestäuber, wie keine andere Branche. In seiner jetzigen Form konterkariert das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung das bereits vorhandene Engagement der Landwirte und Flächeneigentümer und ist ein enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz. In Deutschland muss zudem endlich ein aktives Wolfsmanagement auf den Weg gebracht werden, wenn die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auch in Zukunft noch auf der Weide stattfinden soll." Der Präsident des Bauernverbandes Hamburg, Martin Lüdeke, fordert, die ökonomischen Belange der Bauern stärker zu berücksichtigen: "Stoppen Sie endlich Ihre populistische und fachlich unsinnige Agrarpolitik! Diese vernichtet die Existenz der deutschen Bauern und raubt unseren Kindern die Zukunft."

In einer gemeinsamen Erklärung, die im Rahmen der Kundgebung übergeben wird, wird die Politik aufgefordert, Insektenschutz nur im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern umzusetzen und im Zusammenhang mit der Novelle der Düngeverordnung und beim Gewässerschutz stärker regional zu differenzieren und die Kooperation zu stärken!

Die gemeinsame Erklärung finden Sie hier.

Das Aktionsbündnis Forum Natur vertritt mit den in ihm zusammengeschlossenen 15 Verbänden rund 6 Millionen Menschen im ländlichen Raum. Zu den Verbänden gehören: Deutscher Bauernverband, Familienbetriebe Land und Forst, AGDW Die Waldeigentümer, Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer, Deutscher Fischerei-Verband, Deutscher Jagdverband, Deutsche Reiterliche Vereinigung und der Deutsche Weinbauverband als ordentliche Mitglieder sowie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, die Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V., der Bundesverband Deutscher Berufsjäger, der Bundesverband Mineralische Rohstoffe, der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd, der Orden Deutscher Falkoniere und der Orden "Der Silberne Bruch" als Fördermitglieder.  Gemeinsam setzen sich die Verbände für eine stärkere Wahrnehmung des ländlichen Raumes durch Gesellschaft und Politik ein.

Weniger Sicherheit durch mehr Bürokratie ist das Fazit des Deutschen Jagdverbandes nach einer Anhörung zum Waffengesetz im Bundestag. Experten von Behörden und Verbänden sehen viele Schwachpunkte, vor allem in der praktischen Umsetzung.

Vor dem Innenausschuss des Bundestages haben Sachverständige am vergangenen Montag die Kritik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und anderer Verbände am Gesetzentwurf zur Änderung des Waffengesetzes weitgehend bestätigt. Die Fragen der Abgeordneten des Innenausschusses zeigen, dass fraktionsübergreifend noch Änderungsbedarf am Entwurf gesehen wird. DJV-Vizepräsident Ralph Müller-Schallenberg: "Das Gesetz führt in erster Linie dazu, dass die Behördenmitarbeiter mit unsinnigen Überwachungsaufgaben des legalen Waffenbesitzes auf Trab gehalten werden, anstatt sich um den illegalen Waffenbesitz kümmern zu können." Es werde ein "Bürokratiemonster" geschaffen, das der inneren Sicherheit eher abträglich wäre. Forum Waffenrecht und Deutscher Schützenbund haben diese Auffassung in der Anhörung bestätigt. Der Entwurf sei zu bürokratisch und für die Anwender in der Verwaltung sowie für Händler, Hersteller, Vereine und Waffenbesitzer kaum zu handhaben. Außerdem treffe er in erster Linie die Falschen und schaffe kaum einen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit.

Gerade die Vertreter der Polizei kritisierten, dass die Regelungen zur Kennzeichnung wesentlicher Teile, zu Magazinen und Waffenverbotszonen nicht in erster Linie die treffen würden, die mit der Neuregelung anvisiert würden. Niels Heinrich von der Hamburger Innenbehörde plädierte statt der vorgesehenen Ausweitung von Waffenverbotszonen eher dafür, individuelle Waffentrageverbote anzuwenden und hierfür die bereits vorhandene Regelung auszuweiten. Sebastian Fiedler, Bundesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, warnte davor, dass das Waffenrecht zu komplex für einen effektiven Vollzug werden könnte. Beide Sicherheitsexperten sehen zwar punktuelle Verbesserungsmöglichkeiten im Waffenrecht, halten es aber grundsätzlich für streng genug.

Die behördlichen Experten zweifelten auch am Sicherheitsgewinn durch das geplante Verbot größerer Magazine. Sie halten die Regelung darüber hinaus für in der Praxis kaum durchführbar. Die neuen Anzeigepflichten seien schon für die technischen Sachverständigen der Polizei kaum zu erfüllen. Friedrich Gepperth, Vorsitzender des Forum Waffenrecht, kritisierte darüber hinaus, dass das Verbot in dieser Form über eine Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie weit hinausgehe. Gemäß dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen nicht nur größere Magazine verboten, sondern sämtliche Magazine erlaubnispflichtig werden. Hierbei entstünde ein enormer bürokratischer Verwaltungsaufwand. Jörg Brokamp (Deutscher Schützenbund) und andere Sachverständige kritisierten außerdem die geplante Neuregelung der Bedürfnisvoraussetzungen für Sportschützen.

Der DJV protestiert anlässlich der Umweltministerkonferenz gegen die Pauschalforderung Wald vor Wild: Wildtiere sind nicht der Sündenbock einer verfehlten Forstpolitik. Die Abschusszahlen für Reh und Hirsch steigen weiter und liegen jetzt bei 1,4 Millionen Tieren. Trotzdem ist immer noch jeder zweite Baum im deutschen Wald ein anfälliger Nadelbaum.

Im Kontext des notwendigen Waldumbaus fordern Vertreter von Forst und Naturschutz „Wald vor Wild“ als Handlungsmaxime: Wenn nur möglichst viele Rehe und Hirsche getötet werden, entstünde ein vielfältiger Wald von alleine. Der Deutsche Jagdverband (DJV) protestiert gegen diese pauschale Haltung und macht deutlich: Wildtiere sind nicht für eine verfehlte Forstpolitik von über drei Jahrzehnten verantwortlich. Mehr als 1,4 Millionen Rehe, Rot- und Damhirsche haben Jäger in der vergangenen Saison erlegt - 5 Prozent mehr als im Vorjahr, zeigt eine vorläufige Auswertung. Trotz seit Jahren steigender Abschusszahlen dominieren allerdings immer noch die anfälligen Arten Fichte und Kiefer. Jeder zweite Baum ist nach wie vor ein Nadelbaum in Deutschland, 27 Prozent der Wälder sind Nadelholzreinbestände.

Von den Teilnehmern der ab heute tagenden Umweltministerkonferenz in Hamburg fordert der DJV eine Vorbildfunktion: Die öffentliche Hand muss endlich zeigen, wie sich klimastabile Wälder verwirklichen lassen. "Waldumbau allein mit dem Gewehr ist offensichtlich viel zu kurz gedacht", sagte DJV-Vizepräsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff. Es brauche für Wildtiere im Wald unter anderem verbesserten Lebensraum, Ruhezonen und Konzepte für die Besucherlenkung. Auch Jagdschneisen in großen Aufforstungsflächen müssten frühzeitig angelegt werden. "Die Patentlösung gibt es nicht", sagte Dr. Wellershoff. Vielmehr müssten Waldbesitzer, Förster und Jäger vor Ort die Situation genau analysieren.

Nach Meinung von Forstexperten haben Dürre und Feuer den Wald auf einer Fläche von der Größe des Saarlandes geschädigt. Rund 6 Milliarden Bäume müssen deshalb gepflanzt werden. Jäger sehen sich hier als Partner der Waldbauern: Auf den entstehenden Aufforstungsflächen müssen Rehe und Hirsche verstärkt bejagt werden. Umfangreiche Pflege- und Schutzmaßnahmen sind trotzdem notwendig. Eine Mammut-Aufgabe: In den vergangenen 30 Jahren wurde etwa die Hälfte der Mitarbeiter im Forstbereich entlassen - damit der Wald sich wirtschaftlich rechnet.

Die Definition des Begriffs „Wildschaden“ erfolgt vor dem Hintergrund der ökonomischen Betrachtung des Wirtschaftswaldes. Dabei ist aber nicht jede verbissene Forstpflanze ein Schaden und ein gewisses Maß an Wildeinfluss auf die Vegetation ist zu tolerieren. Wildtiere von der Maus über das Eichhörnchen bis zum Reh gehören ins Ökosystem Wald und müssen sowohl Deckung als auch Nahrung finden. Zahlreiche Studien belegen, dass Pflanzenfresser wie Reh oder Hirsch sogar einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt haben - seltene Insekten, Wirbeltiere und Pflanzen profitieren.

Der Deutsche Jagdrechtstag hat vom 3. bis zum 8. November in Uslar getagt. 70 Experten unterbreiten Empfehlungen an den Gesetzgeber. Hier ist die Übersicht.

Die rund 70 Teilnehmer des Deutschen Jagdrechtstags haben Anfang November im niedersächsischen Uslar getagt. Auf der Agenda standen aktuelle jagdrechtliche Fragen. Im Rahmen der Veranstaltung befassten sich die Teilnehmer mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern sowie in zugehörigen Rechtsgebieten. Im Fokus der Vorträge und Diskussionen stand unter anderem ein aktuelles Urteil des europäischen Gerichtshofes zum Umgang mit dem Wolf. Fragen zum Waffenrecht, zu Jagdgenossenschaften, Jagdhunden und Falknerei wurden ebenfalls aufgegriffen. An der Tagung nahmen rund 70 Experten teil, insbesondere Rechtsanwälte sowie Vertreter von Politik, Behörden, Gerichten und Verbänden.

Die Empfehlungen finden Sie hier und hier.

Medienberichten zufolge hat ein Wolf am Wochenende in Brandenburg Jagdhunde attackiert. Ein Jäger hat den Wolf daraufhin getötet. Es wäre bereits der zweite Vorfall dieser Art in Deutschland. DJV und LJV fordern eine lückenlose Aufklärung des Falls und Rechtssicherheit für Jäger.

Vergangenen Samstag soll ein Wolf Jagdhunde während der Jagd attackiert haben. Medienberichten zufolge hat ein Jäger diesen deshalb getötet. Es wäre bundesweit bereits der zweite Fall - erneut in Brandenburg. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Brandenburg (LJV) nehmen den Vorfall sehr ernst und fordern eine schnelle, lückenlose Aufklärung.

"Der Gesetzgeber muss endlich handeln und klare Regeln für einen derartigen Notstand entwickeln", sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke. Vorbildlich sei Schweden: Dort könnten Jäger einen Wolf bereits töten, wenn er im Begriff sei, Hunde oder Nutztiere zu attackieren. Zuvor müsse allerdings versucht werden, den Wolf durch Rufen und Warnschüsse in den Boden zu vertreiben.

An Jäger und andere Hundebesitzer appellieren beide Verbände: Bei vermeintlichen Wolfsattacken umgehend einen Tierarzt einschalten und eine DNA-Probe sichern lassen. Der Nachweis von Wolf-DNA ist nur wenige Stunden möglich. Die meisten Wunddesinfektionsmittel machen Proben unbrauchbar.

Die meisten Wolfsangriffe finden in Skandinavien von Oktober bis Dezember statt. Zwischen 1995 und 2018 gab es dort über 600 Wolfsangriffe auf Hunde. 400 endeten für den Hund tödlich, so das Norwegian Institute for Nature Research. Der DJV geht davon aus, dass auch in Deutschland die Zahl der Übergriffe auf Hunde zunehmen wird.

Hunde sind unentbehrliche Jagdhelfer und Familienmitglieder, die es zu schützen gilt. Ohne diese können beispielsweise Wildschweine nicht effektiv bejagt werden. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest sind Jäger angehalten, die Bestände von Wildschweinen zu reduzieren.

Mit der Umstellung auf die Winterzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen. Reh, Hirsch und Wildschwein sind während der Dämmerung am häufigsten unterwegs - und damit während des Berufsverkehrs. Der DJV mahnt zur erhöhten Vorsicht.

Am Sonntag endet die Sommerzeit, in der Nacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Pendler sind dann wieder in der Dämmerung unterwegs. Reh, Hirsch und Wildschwein sind jedoch gerade in der Morgendämmerung vermehrt auf Nahrungssuche. Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an alle Autofahrer, besonders umsichtig zu fahren und die Geschwindigkeit entlang von Feld- und Waldrändern zu drosseln.

Zwischen 6 und 8 Uhr ist das Risiko für einen Zusammenstoß besonders hoch. „Wildtiere orientieren sich nach ihrer inneren Uhr“, sagt DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald. "Sie kennen weder Zeitumstellung noch Verkehrsregeln – hier gilt: Augen auf und Fuß vom Gas". Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Mit der Video-Kampagne "Tiere kennen keine Verkehrsregeln" machen DJV und ACV Automobil-Club Verkehr Autofahrer über die Gefahren von Wildunfällen aufmerksam und informieren über Präventionsmaßnahmen. Besonders Fahrschüler und junge Fahrer sind angesprochen. Bei einem Zusammenstoß mit 60 Stundenkilometern wirken enorme Kräfte: Beispielsweise trifft ein Rothirsch mit einer Wucht auf das Auto, die der Masse eines ausgewachsenen Elefanten entspricht. Mehr Informationen gibt es auf www.wildunfall-vermeiden.de sowie auf Facebook und Instagram.

Die geplante Novelle des Waffengesetzes geht deutlich über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus. Das Bundesinnenministerium will in einer Nacht-und-Nebel-Aktion unüberlegte Verschärfungen durchsetzen und legale Waffenbesitzer grundlos bestrafen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will das Waffengesetz drastisch verschärfen und nutzt unter anderem das Attentat von Halle als Vorwand. Der Täter hatte sich seine Waffen mit einem 3-D-Drucker selbst gebaut. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund protestieren entschieden dagegen: Schärfere Regelungen verhindern solche Taten nicht und treffen grundlos legale, gesetzestreue Waffenbesitzer und weitere unbeteiligte Bevölkerungsgruppen.

"Mit dem Aktionismus wird der Bevölkerung ein Gewinn an Sicherheit vorgegaukelt. Erschaffen werden soll ein Bürokratiemonster, das selbst Experten der Polizei für nicht umsetzbar halten", sagte Friedrich Gepperth, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Die geplanten Verschärfungen sorgten dafür, dass Fachkräfte in den Sicherheitsbehörden mit bürokratischen Vorgaben beschäftigt seien, anstatt Kriminalität zu bekämpfen. Seehofer geht mit seinen Vorschlägen weit über die Vorgaben der europaweiten Feuerwaffenrichtlinie hinaus und bricht damit seine Zusage, dass die Richtlinie nur eins zu eins umgesetzt werden sollte. Die Richtlinie musste bereits bis September 2018 in deutsches Recht umgesetzt werden. Eine Fristverlängerung läuft Ende Dezember aus.

Nun sollen unter anderem generelle Waffenverbotszonen eingeführt werden: Darin wären nicht nur Taschenmesser ab einer Klingenlänge von vier Zentimetern bereits verboten, sondern auch ein unbestimmter Kreis von "gefährlichen Gegenständen". Sogar Glasflaschen könnten unter das Verbot fallen. In den Zonen soll es Personenkontrollen ohne Anlass geben. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund sehen darin einen Schritt hin zum Überwachungsstaat. Solche Zonen haben erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung, Anwohner, Besucher, Kunden von ansässigen Geschäften oder auf Handwerker. Auch wenn Ausnahmen im Gesetz und in der Verbotszonenverordnung vorgesehen werden, verbleiben erhebliche Unsicherheiten. Für sehr viel wirksamer halten die Verbände und Experten der Polizei ein individuelles Verbot von Waffen für bereits straffällig gewordene oder anderweitig aufgefallene Personen. Dies ist nach Ansicht von Polizeiexperten auch in der Praxis weit praktikabler. Das Bundesinnenministerium lehnt diese Vorschläge dagegen vehement ab.

Eine weitere geplante Verschärfung ist die verpflichtende Verfassungsschutzabfrage bei der Zuverlässigkeitsüberprüfung. Die acht Verbände begrüßen zwar die Absicht, Extremisten den Zugang zu Waffen zu verwehren. Sie kritisieren aber, dass mit der geplanten Änderung alle legalen Waffenbesitzer unter Generalverdacht gestellt würden. Ein Mehr an Sicherheit werde damit nicht geschaffen. Denn der Verfassungsschutz kann bereits jetzt auf die Daten im Nationalen Waffenregister zugreifen und so Extremisten den Zugang zu Waffen gezielt verwehren.

Die EU-Feuerwaffenrichtlinie nutzt Minister Seehofer auch als Vorwand dafür, Sportschützen weiter zu schikanieren: Die Anforderungen für den Besitz von bereits legal erworbenen Waffen sollen drastisch angehoben werden. Die hohen Anforderungen, die für den Erwerb gelten und die durch die Rechtsprechung schrittweise angehoben wurden, sollen künftig auch für den weiteren Besitz gelten. In der Praxis bedeutet das: Für jede legale Waffe muss der Besitzer künftig 18 Schießtermine jährlich vorweisen. Kein Anschlag würde dadurch verhindert.

Ein Bürokratiemonster ist auch die neue Regelung zu Magazinen mit mehr als 10 Schuss für Gewehre sowie 20 Schuss für Pistolen und Revolver. Diese Magazine, die bisher völlig frei erwerbbar waren, sollen künftig verboten werden. Auch damit geht Seehofer über die Richtlinie hinaus. Die geplante Regelung verschärft auch die Rechtsunsicherheit, die schon die Richtlinie begründet hat. Die Regelung verlangt vom einzelnen Magazinbesitzer eine eigene Beurteilung des Magazins, die schon für den kriminaltechnischen Dienst der Polizei kaum zu bewältigen wäre. Damit geht auch dieses Vorhaben weit über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus. Die Verbände lehnen dies ab.

Weitere Verschärfungen sind geplant, die Handel und Hersteller von Waffen negativ beeinflussen - ohne ein Plus an Sicherheit zu erreichen. Die Verbände fordern Minister Seehofer und die Abgeordneten des Bundestages auf, unsinnige Restriktionen für legale Waffenbesitzer ersatzlos zu streichen. Stattdessen sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, den illegalen Waffenbesitz endlich effektiv zu bekämpfen.

Das deutsche Waffengesetz ist eines der strengsten weltweit. Der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King's College sagte kürzlich gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass das strenge Waffenrecht in Deutschland bei dem Anschlag in Halle vermutlich sogar zahlreichen Menschen das Leben gerettet habe, weil der Täter keinen Zugang zu legalen Waffen gefunden hat.

Die unterzeichnenden Verbände vertreten mehr als 2 Mio. Mitglieder in über 15.000 Vereinen in ganz Deutschland. Die im Forum Waffenrecht zusammengeschlossen Verbände sind unter anderem der Deutsche Jagdverband e. V., der Bund Deutscher Sportschützen e. V., der Bund der Militär- und Polizeischützen e. V., die Deutsche Schießsport Union e. V., der Bundesverband Schießstätten e.V., der Verband deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. und der Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition.

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