Forschungsnetzwerk zur Prävention von Wildunfällen tagt erstmals. Ziel: moderne Wildlenkung. DJV stellt Tierfund-Kataster vor.
Im Oktober 2019 nahm der Deutsche Jagdverband (DJV) am ersten Treffen des internationalen Innovationsnetzwerkes Human-Traffic-Wildlife teil. Über 25 Vertreter der Netzwerkpartner aus Deutschland und Österreich tauschten sich über verschiedene Ideen aus. Susann Krüger, DJV-Referentin für Wildökologie und Wildtiermanagement, stellte das Tierfund-Kataster vor. Das seit 2016 bundesweit aufgestellte Projekt ermöglicht erstmalig eine einheitliche Erfassung von Wildunfällen. Die Daten ermöglichen es langfristig, Wildunfallschwerpunkte wissenschaftlich zu ermitteln.
Ziel des Forschungsnetzwerkes ist die Entwicklung innovativer Methoden zur Wildlenkung. Damit soll ein Beitrag zur Sicherheit von Mensch und Tier im Straßenverkehr geleistet werden. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt. Die Mitarbeit im Netzwerk ist für alle interessierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen offen.
Weitere Informationen gibt es beim Netzwerkmanager der Firma FGMD GmbH - per E-Mail (info@fgmd.de) und telefonisch (03727 599970).
DJV stellt Sachverständigen für Anhörung zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Entnahme von Wölfen soll künftig einfacher werden. Doch Spielräume des EU-Rechts werden weiterhin nicht genutzt, Schäden an Nutztieren steigen weiter.
Gestern fand im Bundestag eine Anhörung des Umweltausschusses statt zur geplanten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Laut Gesetzentwurf der Bundesregierung soll es künftig möglich sein, Wölfe und Wolfshybriden leichter zu entnehmen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden. Das Füttern von Wölfen soll ausdrücklich verboten werden.
Friedrich von Massow, Justitiar des Deutschen Jagdverbandes (DJV) war als Sachverständiger geladen. Er begrüßte den Gesetzentwurf als einen wichtigen, aber nur ersten Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig bemängelte er das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzeptes. Der DJV hatte die Bundesregierung bereits zu Jahresbeginn aufgefordert, den zusammen mit dem Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) veröffentlichten Handlungsvorschlag „Wildtiermanagement Wolf“ umzusetzen. Demnach sollen Deiche oder urbane Gebiete in Deutschland Wolfausschlussareale werden: territoriale Wolfsrudel wären nicht geduldet.
„Die Bundesregierung sollte bereits jetzt Spielräume der europäischen FFH-Richtlinie vollständig ausnutzen. Ganz besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zum Wolf“, sagte von Massow. Der DJV fordert, dass der Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen und der europäische Schutzstatus herabgesetzt wird. Die Konflikte nehmen mit dem kontinuierlich wachsenden Wolfsbestand in Deutschland zu: Allein die Schäden an Nutztieren sind von 2017 auf 2018 um 35 Prozent gestiegen.
Erstmals können Nutzer Ergebnisse des WILD-Monitorings individuell filtern und darstellen. Daten zu insgesamt 17 Tierarten sind digital hinterlegt. Grundlage ist der WILD-Bericht 2017.
Ab sofort bietet der Deutsche Jagdverband (DJV) Ergebnisse des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) digital an: Auf der Internet-Seite www.wild-monitoring.de können Nutzer interaktive Tabellen, Karten und Diagramme anhand von Filtern erstellen. Die Plattform startet mit den Ergebnissen aus dem WILD-Bericht 2017. Alle Auswertungen des Monitorings werden künftigen auf dem WILD-Portal ergänzt. Neben Informationen zur Verbreitung verschiedener Tierarten werden Entwicklungstrends anschaulich dargestellt. Zahlen zu insgesamt 17 Tierarten lassen sich recherchieren und filtern - darunter Feldhase, Rebhuhn, Waschbär oder Nilgans.
Jäger, Behörden und weitere Interessierte können mit wenigen Klicks Auswertungen nach Region, Besatzdichte und Wildtierart filtern und ansehen. Damit wird der Wissensschatz der Jäger allgemein zugänglich gemacht. Nutzer können die Ergebnisse herunterladen - etwa für Präsentationen und weiterführende wissenschaftliche Fragestellungen.
Das WILD-Projekt steht für einen transparenten Umgang mit wissenschaftlich abgesicherten Daten. Es ist ein bundesweit einheitliches Monitoring-Programm, mit dem seit 2001 Daten zum Vorkommen, zur Besatzdichte und -entwicklung von Wildtieren erhoben werden. Damit stellt WILD einen dauerhaften Baustein der ökologischen Umweltbeobachtung dar.
Der Jagdfilmpreis Sophie Award wird am 24. Juli 2020 nach der gelungenen Premiere im vergangenem Sommer erneut in Berlin verliehen. Prämiert werden die drei besten Jagdkurzfilme. Grundlage für den Wettbewerb ist die Richtlinie "Waidgerechtigkeit 2.0", die Qualitätsansprüche für die Darstellung der modernen Jagd in der Öffentlichkeit stellt.
Am 24. Juli 2020 wird in Berlin zum zweiten Mal der größte Jagdfilmpreis Deutschlands, der Sophie Award, verliehen. Der Preis zeichnet Filme aus, die Jagd auf verständliche und empathische Weise der Gesellschaft zugänglich machen. Erwartet werden Jagdkurzfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Qualitätsgrundlage ist die Richtlinie "Waidgerechtigkeit 2.0". Diese enthält Kriterien und Standards zur informativen und empathischen Darstellung der Jagd in der Öffentlichkeit. Initiiert haben den Wettbewerb der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Firma Jagdstolz. Teilnahmebedingungen und Hintergründe finden Interessierte auf der Webseite www.sophie-award.de.
"Egal ob YouTuber oder Amateurfilmer, jeder kann heutzutage Filme drehen und beim Sophie Award mitmachen", sagt DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Es zählten gute Filmideen und solide Umsetzung. Eine hochkarätige Jury wird die drei besten Filme auszeichnen. Auf die Gewinner warten wie auch 2019 hochwertige Sach- und Geldpreise. Einsendephase für Beiträge ist vom 28. März bis zum 28. Juni 2020.
Die Filmpreistrophäe ging 2019 an den Forstwissenschaftler, Jäger und YouTuber Felix Kuwert (@jagdmomente) aus Bayern. Etwa 300 Personen hatten am Premierenabend in Berlin teilgenommen.
Der DJV bemängelt aktuelle Wolfsdaten und Informationspolitik des BfN: Die zugrunde liegende Systematik bildet nicht den realen Bestand ab. Für das Frühjahr 2020 prognostiziert der DJV knapp 1.800 Wölfe in Deutschland. Konflikte nehmen zu.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat jetzt neue Daten zum Wolf veröffentlicht. Demnach gab es im Frühjahr 2019: 105 Rudel, 25 Paare und 13 Einzeltiere.Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisiert die nun vorgelegten Daten, da sie nicht den aktuellen Stand wiedergeben: Die Zahlen sind bereits über ein halbes Jahr alt und berücksichtigen den Nachwuchs vom Frühsommer 2019 nicht. „Diese Daten bilden die Grundlage, auf der anderthalb Jahre diskutiert und argumentiert werden soll – das ist ein Fehler im System“, so DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke. Das sei nicht nachvollziehbar und einer der Gründe, warum das Vertrauen in die bundesweiten Populationsdaten zunehmend schwinde. "Wir fordern künftig eine zeitnahe und an der realen Situation ausgerichtete Informationspolitik – geschieht dies nicht, wird weiter Vertrauen und damit Akzeptanz verspielt", so der DJV-Vizepräsident weiter.
Auf Basis von Literaturwerten für Europa leben pro Rudel etwa 8 bis 10 Tiere. Die Populationszuwachsrate liegt in Deutschland jährlich bei etwa 35 Prozent. Nach DJV-Hochrechnungen lebten bereits im Frühsommer 2019 rund 1.300 Wölfe in Deutschland. Im kommenden Frühsommer sind es folgerichtig bereits knapp 1.800 Wölfe. Grundlage sind die Angaben des BfN für das Frühjahr 2018 (ohne Nachwuchs): Zum Stichtag 30. April 2018 sollen 73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und drei residente Einzelwölfe in Deutschland gelebt haben. Diese Entwicklung bietet Grund zur Sorge: Konflikte mit Nutztieren und Bevölkerung nehmen zu. Ihr Ausmaß ist so groß, dass in einigen Regionen die Akzeptanz für den Wolf grundsätzlich in Frage steht.
Der DJV mahnt an, dass die Umweltminister bisher eine Antwort schuldig geblieben sind, wie künftig mit der Ausnahmesituation in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen umgegangen werden soll. In diesen Ländern konzentrieren sich die meisten Wölfe. In Deutschland hat sich heute bereits ein Wolfsbestand etabliert, der weit über dem liegt, was in anderen europäischen Ländern als Gesamtbestand zugelassen wird. Im Nachbarland Frankreich ist beispielsweise die Obergrenze von 500 Wölfen festgelegt.
Gestützt auf Aussagen von Wissenschaftlern vertritt der DJV die Ansicht, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland erreicht ist. Der DJV fordert daher eine ökologische Raumplanung mit Festsetzung von Wolfausschlussarealen, die Bestimmung eines Akzeptanzbestandes sowie die Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes. Danach sollte der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden für ein aktives Wolfsmanagement. Nur so sind dauerhaft Zusammenleben und Akzeptanz für den Wolf in der Kulturlandschaft sicherzustellen. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) hat der DJV einen umfassenden Handlungsvorschlag „Wildtiermanagement Wolf“ vorgestellt.
Namibia darf künftig Wildfleisch in die Mitgliedsländer der EU exportieren. Der Genehmigung waren intensive Verhandlungen unter maßgeblicher Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vorausgegangen. CIC und DJV verweisen auf die Chancen, die sich hieraus für die Menschen und den Artenschutz vor Ort ergeben.
Im November wurde Namibia die Genehmigung erteilt, künftig Wildfleisch - vorrangig von Antilopen - in die EU zu exportieren. Das Land leidet seit drei Jahren unter einer extremen Dürre. Farmer müssen deswegen ihre Viehbestände massiv reduzieren. Ersatz sehen sie in heimischen Wildarten wie Springbock oder Oryx: Diese sind natürlicherweise an Dürreperioden angepasst, ihre Bestände gesichert, beziehungsweise zunehmend. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die EU- Genehmigung als Unterstützung Namibias im Artenschutz, der die nachhaltige Nutzung von Wildtieren mit deren Schutz und dem Schutz ihrer Lebensräume vereint.
Viehhalter setzen vermehrt auf Wildbewirtschaftung
"Bei der praktischen Wildbewirtschaftung kommt der Jagd und damit auch der regulierten Jagd durch Gastjäger aus dem Ausland eine entscheidende Rolle zu. Wildtiere und ihre Lebensräume werden intensiv geschützt, wenn sie einen ökonomisch messbaren Wert erhalten", so Stephan Wunderlich, Auslandsjagdbeauftragter von DJV und CIC in Deutschland. Natürlich vorkommende Wildarten wie Strauss, Zebra, Kudu oder Warzenschwein haben weit weniger negativen Einfluss auf ihre Lebensräume als Rinder oder Schafe und sind auch aus touristischer Sicht attraktiver.
Bevölkerung begrüßt Öffnung des Europäischen Marktes
Namibia rechnet mit einer möglichen Nachfrage aus der EU in Höhe von 100.000 Tonnen Wildfleisch pro Jahr und möchte 2020 seinen Umsatz auf über 18 Millionen Euro steigern: "Die Wiedererlangung unseres Status als Exportland, besonders in der Zeit dieser quälenden Dürre, wird vom unserem Agrarsektor und vor allem von den hier lebenden Menschen sehr begrüßt. Sie können künftig noch stärker vom ökonomischen Nutzen ihrer natürlichen Ressourcen profitieren", sagt Mike Bredenkamp, Präsident von Wildlife Ranching Namibia (WRN). Die Strategie, die nun zur Genehmigung des Exports von Wildfleisch in die EU geführt hat, wurde maßgeblich von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt und vorangetrieben. Sie setzte unter anderem notwendige Anpassungen der Hygienevorschriften an EU-Standards voraus.
Auch Großraubtiere profitieren
Das zuständige Umweltministerium Namibias (MET) spricht von über drei Millionen Wildtieren, die heute in Namibia leben. Die Bestände der jagdlich nutzbaren Wildarten sind gesichert und nehmen je nach Art jährlich zwischen 15-35 Prozent zu. Von diesem kontinuierlichen Anstieg und dem Umschwenken von Viehhaltung auf nachhaltige Wildbewirtschaftung profitieren auch heimische Großraubtiere wie Löwe, Leopard oder Gepard, da sie mehr Beutetiere vorfinden. Eine vergleichbare Situation findet sich auch in Asien, wo der Schutz der Schraubenziege - finanziert durch Einnahmen aus regulierter Jagd - zu einem Anstieg des Schneeleoparden-Population führte.
Weiterführende Informationen:
Angesichts des dürrebedingten Rückgangs der Viehhaltung ist die Erzeugung von Wildprodukten die derzeit einzige expandierende landwirtschaftliche Nutzungsform in Namibia.
Von 2003 bis 2008 hat sich der Wert des aus Namibia exportierten Wildfleisches von umgerechnet 670.000 € auf 1,9 Mio. € fast verdreifacht.
Namibia hat 2013 rund 1.000 Tonnen Wildfleisch im Wert von 3 Mio. € exportiert.
2013 waren drei Container mit Wildfleisch beanstandet worden. Daraufhin kam es zu einem selbstauferlegten Export-Stopp seitens der namibischen Regierung.
Die an der Handelsstrategie beteiligten Interessengruppen identifizieren die Niederlande, Deutschland, Italien, Frankreich und das Vereinigte Königreich als Hauptabsatzmärkte.
Der Gesamtumsatz mit Wildfleisch soll bis 2020 auf mehr als 18 Mio.€ steigen. Namibia wäre damit unter den 20 weltweit führenden Exporteuren von Wildfleisch.
Zeitungen, Radio, Fernsehen: Journalisten berichten regelmäßig über die Jagd. Presseobleute in den Jägerschaften sind oftmals erste Ansprechpartner. Zwei DJV-Seminare machen fit für den passenden Auftritt.
Der Deutsche Jagdverband (DJV) organisiert im Frühjahr 2020 in Zusammenarbeit mit dem Journalistenzentrum Herne und dem Landesjagdverband Hessen (LJV) Presse- und Medienseminare in Bad Nauheim.
Wie schreibe ich eine Nachricht oder eine Meldung? Was muss ich bei Texten für soziale Medien beachten? Und wie erreiche ich Journalisten am besten? Beim DJV-Seminar “Schreibwerkstatt für Jagd und Jäger” lernen ehrenamtlich und hauptberuflich tätige Presseobleute in den Jägerschaften das grundlegende Handwerkszeug. Im Zentrum steht dabei ein Schreibtraining. Das Seminar findet vom 13. bis 14. März 2020 in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Hessen statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 11 Personen beschränkt.
Radio- und Fernsehmedien suchen regelmäßig Interviewpartner für jagdliche Themen. Dabei gilt es, Fallstricke zu kennen, ebenso rechtliche Hintergründe. Das DJV-Seminar “Vor Mikrofon in Kamera” vermittelt zudem Techniken für einen sicheren Auftritt vor Kamera und Mikrofon. Das Seminar findet vom 15 bis 16. Mai 2020 in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Hessen statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 11 Personen beschränkt.
Die Seminare werden vom DJV und vom Journalistenzentrum Herne geleitet. Sie finden in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Hessen statt. Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils 200 Euro (LJV-Beteiligung auf Anfrage). Anmeldungen und Informationen gibt es unter bildung@jagdverband.de.
Nordwesteuropäisches Wasservogel-Netzwerk soll Schutzbemühungen für wandernde Arten in Europa bündeln. Es besteht aus Jagdorganisationen aus sieben Nationen. Das Ziel: Monitoring und Wiederherstellung von Lebensräumen entlang der Zugrouten der Vögel grenzübergreifend angehen. Der DJV repräsentiert Deutschland.
Wandernde Wasservogelarten wie Pfeif- oder Eiderente können nur grenzüberschreitend geschützt werden - von den Brutplätzen im Norden, entlang der Flugrouten über den Kontinent bis hin zu den Überwinterungsgebieten im Süden. Hierfür haben Jagdorganisationen aus Finnland, Dänemark, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Irland, Deutschland und den Niederlanden das Nordwesteuropäische Wasservogel-Netzwerk (www.waterfowlersnetwork.com) gegründet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) vertritt Deutschland.
In ganz Europa beringen Ornithologen und Jäger Enten, Gänse und andere Wasserwildarten. Durch Wiederfunde beringter Vögel lassen sich wichtige Erkenntnisse über Zugverhalten, Überwinterung, Brutgebiete, Todesursachen, Lebensdauer und weitere Lebensumstände der Vögel gewinnen. "Zur guten fachlichen Praxis bei der Wasserwildjagd gehört es, Ringdaten an die zuständige Vogelwarte zu senden. Das gilt für die Graugans genauso wie für die invasive Nilgans", sagte DJV-Vizepräsident Wolfgang Heins. So ließen sich für die Jagd relevante Entwicklungen einzelner Wildvogelbestände ableiten.
Das Netzwerk will mit anderen Interessensgruppen zusammenarbeiten, um Schutzbemühungen stärker zu koordinieren und Lücken in den derzeitigen Schutzmaßnahmen für Wasservögel zu schließen. "Wir müssen dafür sorgen, dass diese Arten auf dem gesamten Weg durch Europa optimale Bedingungen vorfinden. Wir müssen Statistiken und Daten entlang der Wanderrouten austauschen und dazu beitragen, EU-Mittel für die Verbesserung der Lebensräume in den wichtigen Brutgebieten zu sichern", sagt Claus Lind Christensen, Präsident des dänischen Jagdverbandes und Initiator der neuen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Verbundpartner im Netzwerk sind neben der Universität Aarhus, die Finnish Wildlife Agency, der europäische Dachverband der Jäger FACE, das Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel AEWA und Wetlands International.
Amerikanische Sumpfkrebs, Nutria oder Waschbär: Invasive Arten machen es den hiesigen schwer. Das Berliner Start-Up HOLYCRAB! verwandelt invasive Tier- und Pflanzenarten in regionales, nachhaltiges Superfood.
In und um Berlin breiten sich nicht-heimische Arten rasant aus und werden zur Gefahr für beheimate Tierarten. Um deren Ausbreitung entgegen zu wirken, gründet Unternehmensberater Lukas Bosch gemeinsam mit Zukunftsforscherin Juliane Bublitz und Koch Andreas Michelus das Start-Up HOLYCRAB!. Unter dem Motto „If you can’t beat it, eat it“ beteiligen sie sich am kulinarischen Naturschutz. Wie sie auf die Idee kamen? Wir haben Lukas Bosch gefragt.
DJV:HOLYCRAB! verfolgt einen sehr außergewöhnlichen Ansatz. Herr Bosch, wie würden Sie Ihr Konzept beschreiben? Wie kommt man auf so eine Idee?
Lukas Bosch: Ich habe im Frühjahr 2018 von den Roten Amerikanischen Sumpfkrebsen im Berliner Tiergarten gelesen. Damals wurde eine Fischereilizenz für den Fang vergeben, mit dem Ziel, die Population durch Vermarktung einzudämmen. Meiner Partnerin Juliane Bublitz und mir wurde schnell klar: Wir sollten den Berlinern ihr eigenes Naturschutzproblem schmackhaft machen. Die Krebse gelten bei den Amerikanern bereits als Kultspeise. So sind wir auch über das Thema der Flusskrebse hinaus weiter in das Thema „invasive Delikatessen“ eingetaucht. Bei der Entwicklung des Konzepts kam uns natürlich zugute, dass wir als Innovationsberater und Zukunftsforscher von außen auf die Sache schauen können. Unser dritter Mitgründer Andreas Michelus ist Profi-Koch und unterstützt uns bei der ständigen Weiterentwicklung des Konzepts und bei der Umsetzung.
Mit welchen „regionalen Exoten“ haben Sie bislang Erfahrungen gesammelt und woher beziehen Sie diese?
Bisher haben wir neben dem Roten Amerikanischen Sumpfkrebs mit der Chinesischen Wollhandkrabbe, dem chinesischen Graskarpfen und auch dem nordamerikanischen Kamberkrebs Erfahrungen gesammelt. Seit diesem Sommer verarbeiten wir auch invasive Pflanzenarten wie den Japanischen Knöterich. Außerdem stehen bei uns Nilgans, Nutria und Waschbär auf der Karte. Unsere Kunden kommen in den Genuss von hochwertigen Lebensmitteln aus der Natur und tragen gleichzeitig zur ökologischen Balance bei. Wir beziehen alle Zutaten von engen Partnern aus erster Hand, also direkt von Fischern und Jägern.
Wie reagieren Kunden auf Ihr Angebot?
Sehr unterschiedlich! (Lacht) Und natürlich abhängig von der jeweiligen Wildart. Bei Seafood wundern sich viele, warum
HOLYCRAB! verwandelt die amerikanischen Sumpfkrebse aus dem Berliner Tiergarten zu einer invasiven Delikatesse.
Sumpfkrebse nicht großflächig im Supermarkt zu finden sind. Viele greifen stattdessen lieber zu Shrimps aus überfischten Meeren, die lange Wege zurückgelegt haben. Auch die Nilgans steht hoch im Kurs, die wenigsten finden es abwegig, sie zu essen. Eine ganz andere Faszination löst der Waschbär aus. Hier scheiden sich die Geister. Daran sieht man, wie kulturell vorgefertigt unsere Essgewohnheiten tatsächlich sind. Von vielen Seiten hören wir auch immer wieder, dass sie es bereichernd finden, mehr als Rind und Schwein zur Auswahl zu haben. Am meisten haben mich bislang Rückmeldungen von Vegetariern überrascht. Angesichts unseres Konzepts können sich einige von ihnen prinzipiell sogar wieder vorstellen, Fleisch zu essen. Ihre Bedenken in punkto Tierwohl und Nachhaltigkeit seien damit gelöst.
Was sind die größten Herausforderungen?
Als kleines, junges Unternehmen befinden wir uns in einer schweren Findungsphase und hoffen, dass wir bald weitere, engagierte und nachhaltigkeitsbegeisterte Mitstreiter für unser Küchenteam finden. Insbesondere im Wildbereich ist der regelmäßige Nachschub eine Herausforderung: Viele unserer potenziellen Partner aus der Jägerschaft betreiben Jagd als Hobby. Wir werden daher unser Netzwerk mit Jägern weiter ausbauen, um verlässlich aufgestellt zu sein.
Wie kann die Jägerschaft auf Sie zukommen?
Jäger und Jägerinnen können uns einfach anrufen oder uns eine E-Mail schreiben. Derzeit kaufen wir Nilgänse, Nutria und Waschbären. Für weitere Arten, die in unser Konzept passen, sind wir mehr als aufgeschlossen. Lassen Sie uns gemeinsam Naturschutz lecker machen!
Mehrere Grundbeiträge für gemeinsam bewirtschaftete Reviere müssen nicht sein. Betroffene Revierinhaber können noch vor Ende 2019 einen Überprüfungsantrag stellen. DJV bietet Musterantrag zum Herunterladen.
Das Bundessozialgericht hatte im August entschieden, dass Inhaber mehrerer Reviere, die einheitlich bewirtschaftet werden, nicht mehrfach zu den Grundbeiträgen für die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft herangezogen werden dürfen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Bayerische Jagdverband (BJV) hatten das Urteil begrüßt. In dem Verfahren, das der BJV als Musterprozess geführt hat, sagte das Bundessozialgericht in Kassel sehr deutlich, dass einheitlich bewirtschaftete Reviere eines Jagdausübungsberechtigten (Revierinhabers) auch nur als ein Unternehmen angesehen werden dürfen. Weil in der Regel in so einem Fall bestandskräftige "Zuständigkeitsbescheide" vorliegen, die einer unmittelbaren Anwendung dieser Rechtsprechung im Wege stehen, müssen in einem vorgeschalteten Verfahren diese Bescheide überprüft werden.
Betroffene Revierinhaber sollten bis Jahresende noch einen solchen Antrag stellen: "Weil es sich nicht um eine Änderung der Rechtslage handelt, sondern das unveränderte Gesetz in der Vergangenheit einfach falsch angewandt wurde, kann auch eine rückwirkende Erstattung erfolgen", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Josef Schneider, selbst ehemaliger Vorsitzender Richter am Landessozialgericht. Schneider betont allerdings, dass dies nur für die letzten vier Jahre gilt: "Alles was darüber hinaus geht, ist verjährt". Es lohne sich also, den Antrag noch vor Jahresende zu stellen, denn der Stichtag für die Verjährung ist das Jahresende.
Betroffen sind hier allerdings nur diejenigen Revierinhaber, die tatsächlich für zwei Jagdreviere Grundbeiträge zahlen. Revierinhaber, die sowohl für die Jagd als auch für land- oder forstwirtschaftliche Flächen oder als Vorstandsmitglied einer Jagdgenossenschaft mehrfach zu Grundbeiträgen herangezogen werden, profitieren von dem Urteil nicht.
Unabhängig von dieser Entwicklung fordern DJV und BJV gemeinsam die Loslösung aus der Zwangsmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Der DJV hat einen Musterantrag zur Überprüfung der doppelten Grundbeiträge entwickelt. Der Musterantrag kann als normale Pdf-Datei oder als am Computer ausfüllbare Variante heruntergeladen werden. Bitte beachten Sie auch die Hinweise zum Musterantrag.