TFK-App bietet ab sofort die Funktion Schwingenmonitoring. Fotos von erlegten Enten helfen bei der Altersbestimmung. Wissenschaftliche Datenauswertung liefert Erkenntnisse über die Populationsentwicklung und für eine nachhaltige Jagd.

Die Tierfund-Kataster-App des Deutschen Jagdverbandes (DJV) hat eine neue Funktion: das Schwingenmonitoring von Stockenten. Fotos von erlegten Tieren liefern wichtige Informationen. Farbe, Form und Abnutzung von Federn bestimmter Körperbereiche lassen Rückschlüsse auf das Alter und Geschlecht zu. Damit können Aussagen zur Populationsentwicklung und zu einer nachhaltigen Bejagung getroffen werden.

Jägerinnen und Jäger können mit Daten aus der Praxis aktiv dazu beitragen, die Zukunft der Jagd auf Wasserwild langfristig zu sichern. Direkt aus der App heraus können Fotos von erlegten Enten – speziell von Kopf, Stoß und Flügeldecken – erstellt und hochgeladen werden. Experten werten die Bilder anschließend aus. Ziel ist es, in der Jagdsaison 2025/26 500 Fotos von Schwingen zu erfassen und damit eine Alters- und Geschlechtsbestimmung durchzuführen. Zukünftig soll für die Datenanalyse eine KI-basierte Lösung genutzt werden, die eine Bestimmung in Echtzeit ermöglicht.

Nachhaltige Zukunft der Wasserwildjagd

Die Zahl der in Deutschland überwinternden Stockenten ist seit Jahren rückläufig. Das Schwingenmonitoring bietet die Möglichkeit, die von Jägerinnen und Jäger erhobenen Daten zu sammeln, auszuwerten und für eine ganz konkrete, jagdpraktische Anwendung zu nutzen. Erkenntnisse können zugleich in jagdpolitische Entscheidungen einfließen. Jägerinnen und Jägern leisten damit einen direkten Beitrag zur nachhaltigen Zukunft der Wasserwildjagd. Das Schwingenmonitoring ist ein Projekt des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Landesjägerschaft Niedersachsen, finanziert durch den DJV und die Landesjagdverbände Niedersachsen und Hessen.

Mitmachen ist einfach

Die TFK-App kann entweder als neue Version über die App-Stores von Apple und Google geladen oder bestehende Versionen auf dem Smartphone aktualisiert werden. Die neue Version ist leicht an der Schaltfläche Schwingenmonitoring auf dem Willkommens-Bildschirm erkennbar. Nach der Aktualisierung kann die neue Funktion direkt genutzt werden. Wichtig ist, dass die gesamte Tagesstrecke an Stockenten erfasst wird – nur so lassen sich repräsentative Aussagen treffen.

Das Tierfund-Kataster im Überblick

Nutzer erfassen mit dem Tierfund-Kataster tote Wildtiere systematisch und bundesweit. Die gesammelten Daten können beispielsweise helfen, Unfallschwerpunkte von Wildunfällen zu identifizieren und zu entschärfen. Die zugehörige App ermöglicht die Dateneingabe von überall. Sie ist kostenlos und für Android oder iPhone verfügbar. In der TFK-Datenbank werden alle Funde in interaktiven Karten und Diagrammen erfasst und dargestellt. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben das Tierfund-Kataster 2011 gemeinsam initiiert. Der Deutsche Jagdverband hat Ende 2016 das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Woher stammt die Myxomatose beim Feldhasen? Wie kann eine Ausbreitung verhindert werden? Was können Jäger hierbei leisten? Der DJV klärt die wichtigsten Fragen im Interview mit der Wissenschaftlerin Dr. Luisa Fischer.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich das Myxomatose-Virus nun auch beim Feldhasen in Mitteleuropa und Deutschland etabliert hat und erhebliche Auswirkungen auf seine Bestände haben kann. Zuvor war das Auftreten der Erkrankung eher bei Wildkaninchen bekannt. Die Wissenschaftlerin Dr. Luisa Fischer untersucht das Auftreten der Krankheit seit 2023 an der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildtiermanagement im Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung Nordrhein-Westfalen (LAVE). Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) stellt sie die wichtigsten Informationen zu der Wildtiererkrankung vor.

DJV: Wie ist die Myxomatose entstanden und wie kam sie nach Europa?

Fischer: Die Myxomatose wird durch das Myxomavirus, ein Pockenvirus, verursacht. Erste Ausbrüche wurden bereits 1896 in Uruguay bei Hauskaninchen dokumentiert – die dortigen Wildkaninchen waren der natürliche Wirt des Virus.

1952 wurde das Myxomavirus dann gezielt nach Frankreich und Australien eingeführt, um die Wildkaninchen zu dezimieren. Das Virus breitete sich innerhalb weniger Jahre in ganz Europa und Australien aus und reduzierte die Wildkaninchenbestände mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 90 Prozent.

Die neue Entwicklung bei Feldhasen begann 2018 auf der Iberischen Halbinsel: Durch eine Virusmutation gelang es dem Virus erstmals, massenhaft Iberische Feldhasen zu infizieren. Zuvor waren Hasen-Infektionen durch das klassische Myxomavirus sehr selten.

Im Herbst 2023 kam es dann zur sprunghaften Ausbreitung derselben Virusvariante (ha-MYXV) am Niederrhein. Wie genau die Übertragung stattfand, konnte nicht geklärt werden. Aufgrund dieser punktuellen Einschleppung ist eine menschengemachte Verschleppung am wahrscheinlichsten. Durch globalen Warentransport und Tourismus könnte das Virus über kontaminierte Materialien, infizierte Hasen oder Wildkaninchen verschleppt worden sein. Auch eine Übertragung durch infizierte Stechinsekten wäre möglich.

Wird sich die Myxomatose weiter ausbreiten?

Die Myxomatose bei Europäischen Feldhasen breitet sich weiter in Deutschland und Europa aus. Derzeit erreichen uns Meldungen aus Schleswig-Holstein, Bayern und Niederösterreich. Es ist davon auszugehen, dass sich der Erreger in den heimischen Beständen etablieren wird. Ob und inwieweit dies Einfluss auf die Bestände der Feldhasen und Wildkaninchen hat, muss weiter untersucht und dokumentiert werden. Große Sorgen machen bedrohte Hasenarten wie der Korsika-Hase (Italien, Sizilien) oder der Ginsterhase (Nordwestspanien).

Wie wird die Myxomatose übertragen und wann ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch?

Das Myxomavirus wird wie andere Pockenviren hauptsächlich durch Stechinsekten wie Mücken, Flöhe oder Zecken übertragen. Da das Virus kleine Hautverletzungen als Eintrittspforte benötigt, ist dies der Hauptübertragungsweg.

Zusätzlich kann auch direkter Kontakt zu einem infizierten Tier zur Ansteckung führen, zum Beispiel bei Rangkämpfen oder der Paarung. Außerdem kann das Myxomavirus indirekt übertragen werden – also auch über Gegenstände, Kleidung, Schuhe oder Hundepfoten verschleppt werden.

Pockenviren können sehr lange in der Umwelt überdauern. Sie werden mit dem Krankheitsmaterial (Krusten, Flüssigkeit aus den Hautveränderungen) ausgeschieden und können in diesem Krustenmaterial über Monate ansteckend bleiben. Die Viren lassen sich jedoch gut durch Desinfektionsmittel unschädlich machen, geeignete finden sich in der Liste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft. Wichtig: Hundepfoten sollte man nicht desinfizieren – hier reicht eine gründliche Reinigung mit Wasser und Seife.

Was ist der Unterschied zwischen Myxomatose und RHD?

Bei der RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) handelt es sich ebenfalls um eine Viruserkrankung, die vor allem bei Wildkaninchen zu massiven Krankheitsausbrüchen führt. Auch sie wurde vom Menschen weltweit verbreitet, um Kaninchenbestände zu reduzieren.

2010 kam es zu einer Mutation, die das Virus (RHDV-2) noch gefährlicher machte und die Sterblichkeitsraten bei Wildkaninchen ansteigen ließ. Diese Virusvariante kann nun auch Feldhasen infizieren. Die RHDV-2-Fälle bei Feldhasen treten jedoch bei weitem nicht so seuchenartig auf wie die Myxomatose.

Welche Wechselwirkungen zwischen diesen Erkrankungen bestehen, ist noch nicht bekannt. Was wir während des Ausbruchs 2024 in NRW feststellen konnten: An Myxomatose erkrankte Hasen wiesen durchaus auch weitere Erkrankungen, sogenannte Mehrfachinfektionen, mit anderen Feldhasenkrankheiten wie Tularämie, Yersiniose und Kokzidiose auf.

Welche Rolle spielt die Bestandsdichte für die Ausbreitung der Myxomatose?

Überraschenderweise haben die Hasendichten nur geringen Einfluss auf die Verbreitung der Myxomatose bei Feldhasen. Viel entscheidender scheint die Dichte der Überträger – also der Stechmücken – zu sein. Das Friedrich-Loeffler-Institut konnte in unserer gemeinsamen Studie herausfinden, dass das ha-MYXV bereits längere Zeit vor dem seuchenhaften Geschehen 2024 in der Region vorhanden war. Zur rasanten Ausbreitung kam es jedoch erst im mückenreichen Sommer 2024. Damals wurden auch weitere durch Stechinsekten übertragbare Erreger wie das Blauzungenvirus oder das Westnilvirus häufiger nachgewiesen.

Welche Maßnahmen können Jäger ergreifen, auch wenn sie das Wetter nicht beeinflussen können?

Voraussetzung für nachhaltige Bejagung ist die Bestandsüberwachung. Die Scheinwerferzählung oder Wärmebildzählung ist bei Feldhasen als Offenlandart relativ einfach und sollte unbedingt nach bekannten Protokollen erfolgen. Durch standardisierte Zählungen über die Jahre können die Feldhasenbestände sehr gut beobachtet und dokumentiert werden. Jagdstreckendaten sind wertvoll, aber nur wenn sie durch Dokumentation der Bejagung, auftretender Krankheiten und Schätzung des Nachwuchses ergänzt werden.

Verendete Tiere sollten geborgen und unschädlich beseitigt oder zur Klärung der Todesursache an ein Veterinäruntersuchungsamt gegeben werden – in NRW ist dafür ein Fallwildmonitoring etabliert. Positive Virusnachweise schaffen Gewissheit über die Todesursache und die Ergebnisse tragen zur Dokumentation des Vorkommens bei.

Ein gewisses Maß an Hygiene muss eingehalten werden, um Krankheitserreger nicht von einem Revier ins andere zu übertragen. Darauf achten, dass Erreger nicht über Bekleidung und Stiefel, über eingesetzte Jagdfrettchen und Jagdhunde oder verwendete Ausrüstung verschleppt werden. Es beginnt schon damit, mit sauberen Stiefeln zur Gemeinschaftsjagd zu erscheinen und diese vor der Abfahrt in einer Tüte zu transportieren und zu Hause zu säubern und desinfizieren. Das ist besonders wichtig bei Auslandsjagdreisen.

Für die allgemeine Gesundheit des Feldhasenbestandes sind Hegemaßnahmen unerlässlich, etwa Lebensraumverbesserung und angemessenes Raubwildmanagement. Dies unterstützt die allgemeine Fitness und Widerstandsfähigkeit der Tiere und hilft bei der Erholung der Bestände nach einem Krankheitsausbruch.

Wie soll in Seuchengebieten gejagt werden?

Da der Jagdberechtigte seinen Bestand am besten kennt, können nur sinnvolle Maßnahmen nach bisherigem Wissensstand vorgeschlagen werden. In Abstimmung mit den Jagdverbänden wird empfohlen, die Bejagung auszusetzen, sollte es zu einem akuten Ausbruch im Revier kommen.

Um den aktuellen Bestand vor der Bejagung korrekt einzuschätzen, lohnt sich eine Zählung wenige Tage vor der Jagd, damit der Zuwachs angemessen eingeschätzt und die gewünschte Strecke entsprechend abgestimmt werden kann.

Was ist bei der Hundearbeit zu beachten?

Leider tritt die Myxomatose, ähnlich wie bei Wildkaninchen, auch bei Feldhasen vor allem im Spätsommer verstärkt auf. Daher muss die Hundearbeit, also Ausbildung und Prüfungen, eng mit Jagdpächtern abgestimmt werden. Die Hundearbeit könnte in einem aktuell betroffenen Gebiet zu vermehrter Störung führen. Erkrankte Tiere, die auf Jagdhunde nicht oder nur eingeschränkt reagieren, sind für Ausbildung oder Prüfungen auch nicht förderlich. Flächen, auf die kurzfristig ausgewichen werden kann, sind hilfreich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass selbst benachbarte Reviere sehr unterschiedlich von der Myxomatose betroffen sein können.

Was ist bei Schleppwild zu beachten?

Beim Einsatz von Schleppwild muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Das Beziehen von Schleppwild aus entfernten Regionen oder anderen Ländern birgt das begründete Risiko der Einschleppung neuer Krankheitserreger. Da Myxoma- und RHD-Viren auch bei tiefen Temperaturen lange ansteckend bleiben – also durch Einfrieren nicht abgetötet werden – können solche Erkrankungen sehr schnell ins heimische Revier eingeschleppt werden.

Die Nutzung regional selten gewordenen Wildes wie Wildkaninchen zur Hundeausbildung ist kritisch zu sehen, wenn dafür Einfuhren aus anderen Ländern nötig sind. Möglicherweise wäre es an der Zeit, vorgegebene Regelungen bei der Hundearbeit zu überdenken und anzupassen.

Gibt es Behandlungen und Impfstoffe gegen Myxomatose oder werden sich natürliche Resistenzen ausbilden?

Derzeit gibt es weder wirksame Behandlungen noch Impfstoffe gegen die Myxomatose bei Feldhasen. Ob sich eine natürliche Resistenz ausbildet, ähnlich wie es bei Wildkaninchen beobachtet wurde, bleibt zu hoffen. Dazu sind bereits Forschungsvorhaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut geplant. Man kann an dieser Stelle optimistisch sein: Unser Feldhase schlägt sich bereits mit so vielen anderen Krankheitserregern herum – da wird er diese neue Virusvariante auch noch überstehen.

 

583 Schützinnen und Schützen bei der 69. Bundesmeisterschaft in Buke am Start. Niedersachsen stößt Rheinland-Pfalz vom Mannschafts-Thron. Matthias Avenriep aus Soltau ist Bundesmeister aller Klassen. Doppeltes Gold für Wilhelm-Heinrich Dahm aus Nordrhein-Westfalen.

Mit 344 Punkten ist Matthias Avenriep neuer Bundesmeister aller Klassen im jagdlichen Schießen. Der Sieger kommt aus Niedersachsen – ebenso der Zweit- und der Drittplatzierte. Michael Reis gewinnt mit 343 Punkten Silber, Jürgen Sieve mit 340 Punkten Bronze. Insgesamt 583 Schützinnen und Schützen waren vom 3. bis zum 6. September 2025 im nordrhein-westfälischen Buke bei der 69. Bundesmeisterschaft am Start. Der Deutsche Jagdverband (DJV) richtet den Wettbewerb jährlich aus.

Bundesmeister im Büchsenschießen wurde Jan Henrik Holst aus Schleswig-Holstein mit 195 von 200 möglichen Punkten. Ganz eng wurde es beim Flintenschießen. Alle drei Erstplatzierten trafen alle 30 Wurfscheiben: Thomas Maaßen aus Nordrhein-Westfalen, Stefan Rüttgeroth aus Niedersachsen und Martin Birenbaum aus Baden-Württemberg. Thomas Maaßen konnte letztlich den Wettbewerb für sich entscheiden – er traf alle Scheiben mit dem ersten Schuss. Für Wilhelm-Heinrich Dahm aus Nordrhein-Westfalen gab es gleich zweimal Gold: im Kurzwaffenschießen mit 193 Punkten und in der Großen Kombination mit 519 Punkten. In der Seniorenklasse gewann Volker Reek aus Nordrhein-Westfalen die Kombination mit 331 Punkten.

In der Juniorenklasse triumphierte das Team aus Niedersachsen mit insgesamt 1.285 Punkten – der vierte Sieg in Folge. Auf Platz 2 kam die Mannschaft aus Schleswig-Holstein mit 1.269 Punkten, Nordrhein-Westfalen gewann Bronze mit 1.238 Punkten. Auch in der Schützenklasse ging der Sieg an die Mannschaft aus Niedersachen: Mit insgesamt 1.345 Punkten kürte sich das Team zudem zum Bundesmeister. Das gelang zuletzt 2012. Nach langer Durststrecke hat sich das Bundesland nun zurück an die Spitze gekämpft. Damit endet auch die Siegesserie von Rheinland-Pfalz, die seit 2017 ungeschlagener Bundesmeister waren. Silber in der Schützenklasse gewann Nordrhein-Westfalen mit 1.313 Punkten, Platz 3 belegte Baden-Württemberg mit 1.310 Punkten.

Den Spitzenplatz unter den Damen sicherte sich Katja Gems aus Sachsen. Die Schützin erzielte in der Kombination aus Flinte und Büchse 326 Punkte. Silber ging an Silke Mehlhose-Koch aus Nordrhein-Westfalen mit 320 Punkten, Bronze mit 313 Punkten an Johanna Eckardt aus Schleswig-Holstein. In der Mannschaftswertung der Damen gab es Gold für Schleswig-Holstein mit 1.214 Punkten, Silber für Nordrhein-Westfalen mit 1.189 Punkten und Bronze für Baden-Württemberg mit 1.173 Punkten.

Auf der Themenseite des DJV gibt es alle aktuellen Ergebnisse sowie Impressionen der Bundesmeisterschaften.

 

Zahl infizierter Tiere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein steigt rasant an. DJV bittet, kranke Tiere zu entnehmen, verstärkt auf Fallwild zu achten und Funde über die Tierfund-Kataster-App zu melden.

Myxomatose bei Feldhasen tritt vermehrt seit Mitte August 2024 in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf, seit Juli diesen Jahres ist auch Schleswig-Holstein betroffen. Verursacher der Krankheit ist das Myxomavirus aus der Familie der Pockenviren. Übertragen wird es durch Stechinsekten sowie Körperflüssigkeiten. Bislang galt die Erkrankung als kaninchenspezifisch und wurde nur vereinzelt bei Feldhasen nachgewiesen. Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Tage und resultiert in einer sehr hohen Sterblichkeitsrate von etwa 80 Prozent. Typische Symptome sind stark eingeschränktes Fluchtverhalten, Apathie, blutunterlaufene, eitrig entzündete Augen sowie Schwellungen im Genitalbereich.

Um die Ausbreitung der Myxomatose möglichst einzudämmen, bittet der Deutsche Jagdverband (DJV), kranke Hasen zu entnehmen. Jägerinnen und Jäger sollten besonders auf Fallwild, auf kranke oder verhaltensauffällige Feldhasen achten, insbesondere auch in bisher nicht betroffenen Gebieten. Sichtbar schwer kranke Tiere dürfen auch außerhalb der regulären Jagdzeit im Rahmen von Hegeabschüssen entnommen werden, um unnötiges Leid zu verhindern. Verendete Tiere sollten zur Untersuchung dem zuständigen Veterinäramt zugeführt oder ordnungsgemäß beseitigt werden. Die Kadaver dürfen keinesfalls offen im Revier verbleiben oder auf Luderplätze verbracht werden. Die gründliche Reinigung und Desinfektion von Kleidung, Schuhwerk und Jagdausrüstung nach einem Aufenthalt in betroffenen Gebieten ist besonders wichtig, um einer Verschleppung des Virus vorzubeugen.

Der DJV empfiehlt, auf Hasenjagden in Revieren zu verzichten, in denen vermehrt Fallwild vorkommt. In Revieren mit Fasanenbesätzen sollten Treibjagden bis vier Wochen nach dem letzten Auftreten von Myxomatose ruhen, um Beunruhigungen während der Seuchenphase zu minimieren. Hundearbeit am Hasen und die Weitergabe von Schleppenwild aus den betroffenen Gebieten sind zu unterlassen. Revierinhaber mit stabilen Hasenbesätzen und geringen Fallwildzahlen können die Bejagung fortführen.

Für das Erkennen von Einbrüchen bei Hasenbesätzen ist das Erfassen von Indikatortieren sehr wichtig. Der DJV bittet deshalb alle Jägerinnen und Jäger, besonders auf verendete Feldhasen zu achten und kranke und erlegte Tiere im Tierfund-Kataster einzutragen – mit Foto und dem Verdacht auf Myxomatose im Anmerkungsfeld. Nutzen Sie dazu die Tierfund-Kataster-App. Jede einzelne Meldung hilft, das Ausmaß und den Verlauf des Seuchenzugs wissenschaftlich fundiert nachvollziehen zu können. Eine möglichst lückenlose Erfassung ist essentiell, um die Ausbreitung der Myxomatose regional und überregional besser beurteilen und geeignete Maßnahmen einleiten zu können.

Vertreter der fünf mitgliederstärksten europäischen Jagdverbände treffen sich in Niedersachsen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Neuaufstellung des Haushaltes und die Agenda der kommenden Monate. DJV-Präsident lädt zum Abschluss zur gemeinsamen Lockjagd auf Gänse.

Am 19. und 20. August 2025 trafen sich auf Einladung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) Vertreter der fünf mitgliederstärksten europäischen Jagdverbände des Dachverbandes FACE, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland, im ostfriesischen Esens. Auf dem dritten Treffen dieser Art wurde unter anderem die Agenda für die nächsten Monate abgestimmt. Eine besondere Herausforderung war die Neuplanung des Haushaltes für das laufende Jahr. Die EU hatte kurzfristig Mittel gekürzt, sodass eine Nachjustierung notwendig wurde. Außerdem berieten die Teilnehmer über das taktische Vorgehen bei der Umsetzung der REACH-Verordnung, insbesondere zu den Übergangsfristen beim Umstieg auf bleifreie Munition.

DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke lud zum Abschluss des Treffens die Teilnehmer zur gemeinsamen Lockjagd auf Gänse ein. Die Gäste konnten eine sehr effektive Art der Bejagung auf Federwild hautnah miterleben. Auch dank der professionellen Vorbereitung und Durchführung durch den Leiter des Jägerlehrhofs Springe und örtlichen Helfern konnte innerhalb von dreieinhalb Stunden eine außerordentlich hohe Strecke im deutlich dreistelligen Bereich gemacht werden. Das zeigt, dass mit geeigneten Jagdmethoden auch hohe Gänsebestände gut reguliert werden können. Für die Teilnehmer war es sicher ein echtes Highlight und unvergessliches Erlebnis.

Neues Video-Tutorial zeigt, wie einfach die Dateneingabe ist. Für die Flächendeckende Erfassung 2025 können jetzt noch Werte eingetragen werden. Ab Herbst 2025 soll die digitale Verwaltung der Feldhasenzählung möglich sein.

Seit Kurzem können Jägerinnen und Jäger online am Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) teilnehmen – dem bundesweit größten Monitoringprogramm der Jägerschaft. Wie Daten jetzt ganz einfach über Laptop, Tablet oder Smartphone eingegeben werden können, zeigt ein neues Erklärvideo. An der laufenden Flächendeckenden Erfassung von insgesamt 18 Tierarten können Revierinhaber jetzt noch mitwirken.  

Nach einmaliger Registrierung unter wild.jagdverband.de kann das eigene Revier anlegt werden. Sobald der zuständige WILD-Länderbetreuer dieses bestätigt hat, können Jägerinnen und Jäger mit der digitalen Flächendeckenden Erfassung starten. Ab Herbst 2025 soll die Feldhasenzählung in ausgewählten Referenzgebieten direkt über die Datenbank möglich sein. Weitere Infos dazu gibt es beim zuständigen WILD-Länderbetreuer.

Jägerinnen und Jäger liefern bereits seit über 20 Jahren wertvolle Daten zu insgesamt 40 Tierarten für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Im Jahr 2023 haben über 24.000 Reviere teilgenommen – das entspricht 38 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Fläche Deutschlands.

Über ein Drittel der Jagdreviere melden bundesweit ein Vorkommen. Spitzenreiter sind Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In Städten wie Bremen und Hamburg ist die Situation noch dramatischer.

Die südamerikanische Nutria breitet sich weiter in Deutschland aus: Die invasive Art kam 2023 in über einem Drittel (35 Prozent) der teilnehmenden Jagdreviere vor, eine Verdopplung gegenüber 2015. Das hat negative Folgen für den Hochwasser- und Artenschutz: Das Nagetier untergräbt Flussufer ebenso wie Deiche und vernichtet Schilfgürtel – wichtige Kinderstuben für Vögel, Fische oder Amphibien. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat diese und weitere Ergebnisse heute veröffentlicht und fordert die Aufnahme der Nutria ins Bundesjagdgesetz sowie ein Bekenntnis der Politik zur Fangjagd. Die Art steht auf der Liste der gebietsfremden invasiven Arten Europas.

Daten aus über 23.000 Jagdrevieren ausgewertet

Grundlage der Auswertung sind Daten von bundesweit über 23.000 Jagdrevieren aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Das entspricht mehr als einem Drittel der forst- und landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands. Daten aus Bayern liegen nicht vor, die schleswig-holsteinischen Werte stammen aus dem Jahr 2020. WILD ist das bundesweit größte Monitoringprogramm der Jägerschaft, unter anderem für zahlreiche Säugetiere.

Die meisten Vorkommen im Norddeutschen Tiefland gemeldet

In der Tieflandregion Norddeutschlands gibt es anteilig die meisten gemeldeten Nutria-Vorkommen im Jahr 2023: Nordrhein-Westfalen liegt mit 60 Prozent vorn, gefolgt von Niedersachsen (55 Prozent) und Sachsen-Anhalt (50 Prozent). Von 2015 bis 2023 ist die Zahl der gemeldeten Vorkommen vor allem in zwei Bundesländern stark gestiegen: In Niedersachsen um das 2,5-fache und in Nordrhein-Westfalen um das 2-fache. Die großen Fließgewässer Rhein, Ems, Weser und Elbe sowie deren Nebenarme bieten den Tieren ideale Lebensgrundlagen.

Explosionsartige Zuwächse im urbanen Raum

Im Stadtstaat Bremen meldeten zuletzt 93 Prozent der Reviere die Anwesenheit der Nutria, eine Steigerung um das 6-fache gegenüber 2015. Bremen steht symbolisch für eine starke urbane Besiedlung durch die Nutria, die auch in Hamburg zu beobachten ist – mit einem Wert von 74 Prozent im Jahr 2023. Durch unerlaubte Fütterung, klimatische Vorteile und jagdliche Einschränkungen sind Nutrias mittlerweile besonders häufig in städtischen Bereichen vorzufinden, wo sie auch tagaktiv werden und ein großes Vermehrungspotenzial haben.

Lebendfallen sind unerlässlich für die Bestandskontrolle

In den meisten Bundesländern hat die Nutria mittlerweile eine Jagdzeit oder es gibt besondere Genehmigungen für eine Entnahme. Für die Saison 2023/24 weist die Jagdstatistik fast 117.500 Tiere aus – ein neuer Rekord. Fast drei Viertel der Nutrias kamen zusammen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zur Strecke. Nahezu jedes zweite Tier (44 Prozent) aus der Jagdstatistik wird mit der Falle gefangen. In Bremen liegt der Wert sogar bei knapp zwei Dritteln und in Niedersachsen bei über der Hälfte.

Weitere Informationen zur Nutria gibt es auf jagdverband.de. Am Niederrhein hat die Nutria innerhalb von wenigen Jahren über 90 Prozent des Schilfs vernichtet. Das Projekt "Lebendige Röhrichte" zeigt, wie eine Wiederbesiedlung gelingen kann.

Zum Radiobeitrag "Süß, aber nicht harmlos! Nutria auf dem Vormarsch".

 

DJV stellt Anzeige gegen dubiose Anbieter im Internet und in sozialen Medien. Den Jagdschein gibt es nur bei der Jagdbehörde. Voraussetzung ist die bestandene staatliche Jägerprüfung – und die hat es in sich.

Derzeit bieten Betrüger in den sozialen Medien und im Internet angeblich den Jagdschein zum Kauf an. Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnt vor diesen Angeboten und stellt klar: Ein Jagdschein kann nur bei den zuständigen Behörden erworben werden, Voraussetzung sind die bestandene staatliche Jägerprüfung und die rechtliche Zuverlässigkeit – darunter ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Der Dachverband der Jäger hat bereits gegen Anbieter Anzeige erstattet und bittet darum, auffällige Betrugsversuche umgehend der Polizei zu melden. Dies geht beispielsweise über die Online-Wachen der Bundesländer und ist kostenlos.

Staatliche Jägerprüfung zwingend erforderlich

Die staatliche Jägerprüfung wird auch als Grünes Abitur bezeichnet, 23 Prozent der Teilnehmer sind 2024 durchgefallen. Die Prüfung umfasst einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Die Schwerpunkte sind vielfältig und reichen von Wildbiologie über Waffenkunde und Fleischhygiene bis Jagd-, Tierschutz- und Naturschutzrecht. Die Ausbildung umfasst etwa 120 Stunden Theorie und rund 40 Stunden Praxis. 

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