Wildbret aus der Drückjagd ist schlechter als das aus der Ansitzjagd: hartnäckiger Mythos oder messbar? Wissenschaftler der Hochschule Fulda haben jetzt Stressparameter im Muskelfleisch verglichen. Die Ergebnisse erläutert Dr. Myriam Braun-Münker im DJV-Interview.

DJV: Wie genau haben Sie die Stressbelastung von Wildtieren verglichen, die bei Drück- und Ansitzjagden erlegt wurden?

Dr. Myriam Braun-Münker: Wir haben eine neuartige Methode entwickelt, um die Stressbelastung zu untersuchen. Sie sollte schnell sein, und das Probenmaterial am Wildkörper leicht zugänglich - ohne wertvolle Fleischteile für den Verzehr unbrauchbar zu machen. Die Wahl fiel auf die Zunge. Die Untersuchungsergebnisse dieser Muskelproben korrelieren mit denen aus der Keule, haben wir in Voruntersuchungen herausgefunden.

Welche Werte haben Sie genau untersucht?

Wir haben uns auf drei Parameter konzentriert: Zuckerkonzentration im Muskel, pH-Wert und Fleischfarbe. Bei Stress transportiert beispielsweise der rote Blutfarbstoff Hämoglobin weniger Sauerstoff, dadurch wirkt das Fleisch blasser. Untersucht haben wir diese Parameter bei Rothirsch, Reh und Wildschwein.

Welche Unterschiede zwischen Fleisch aus Drück- und Ansitzjagd konnten Sie feststellen?

Tatsächlich keine. Die Farbe des Fleisches aus beiden Jagdarten hat sich ebenso wenig unterschieden wie die gemessenen Zuckerwerte im Muskel. Für die sogenannte Glukose gibt es eine natürliche Streubreite, die Werte sind von Tier zu Tier etwas unterschiedlich. Aber: Bei unseren Untersuchungen variierte die Streuung der Werte nicht zwischen Ansitz- und Drückjagd. Den pH-Wert haben wir nach dem Abhängen der Tiere in der Kühlkammer gemessen, also quasi kurz vor dem Verzehr. Auch hier gab es keine Unterschiede zwischen Wild, das auf Drückjagden oder auf dem Ansitz erlegt wurde.

Wie haben Sie die Untersuchungsergebnisse bei Wild eingeordnet?

Als Referenz haben wir Fleisch von Rindern untersucht, die auf der Weide erlegt wurden. Glucose- und pH-Wert ebenso wie die Fleischfarbe waren dabei ähnlich unauffällig wie bei Wild insgesamt - es gab also keine erhöhten Stresswerte. Hingegen waren die Unterschiede zwischen Rindern mit Weideschuss und Tieren aus dem Schlachthof sehr deutlich. Ähnliche Unterschiede hatten wir beim Vergleich von Fleisch aus Drück- und Ansitzjagden anfänglich erwartet. Bei gut durchgeführten Drückjagden sind Wildtiere allerdings wohl eher genervt von Treibern und Jagdhunden als übermäßig gestresst.

Was hat Ihrer Meinung nach dann Auswirkungen auf die Fleischqualität?

Es ist alles eine Frage der Fleischhygiene - das gilt für Drück- und Ansitzjagden gleichermaßen. Jägerinnen und Jäger müssen hygienisch einwandfrei und schnell arbeiten. Heißt: das erlegte Wild schnell aufbrechen, zügig in die Kühlung bringen und dort gut abhängen lassen. Das sorgt dann auch für den optimalen Geschmack des Fleisches.

Die Studie der Uni Fulda gibt es hier.

 

Quellen

https://link.springer.com/article/10.1007/s10344-025-01959-8 

Repräsentative Umfrage für Deutschland: 70 Prozent halten Wildbret für ein gesundes, natürliches Fleisch. Die Hälfte der Befragten verzehrt mindestens einmal jährlich Wildbret, auf dem Land sogar noch häufiger. Wie viele Menschen damit auch selbst braten, garen oder grillen, zeigt die Umfrage auch.

Fleisch von heimischen Wildtieren ist beliebt in Deutschland: 50 Prozent der Menschen essen es mindestens einmal jährlich, die Hälfte davon bereitet es sogar selbst zu. In ländlichen Regionen liegen die Werte noch deutlich höher: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) essen dort regelmäßig Wild und ein Drittel (34 Prozent) schwingt selbst den Kochlöffel. Diese Ergebnisse hat das Marktforschungsinstitut Civey im Auftrag des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ermittelt. Befragt wurden über 2.500 Menschen. 

Land-Stadt-Gefälle bei der Beliebtheit

"Wildbret ist ein regionales, ursprüngliches und hochwertiges Lebensmittel. Also genau das, wonach viele Verbraucher heute bewusst suchen", sagt DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Entsprechend positiv fällt die Bewertung in der Bevölkerung aus: Wildfleisch ist ein gesundes und natürliches Lebensmittel, sagen insgesamt 7 von 10 Deutschen. Noch deutlich höher fällt die Zustimmung auf dem Land mit einer Drei-Viertel-Mehrheit (77 Prozent) aus. In urbanen Regionen sind es hingegen weniger als zwei Drittel (64 Prozent). 

Umgerechnet 270 Million Bratwürste verspeist

In der Jagdsaison 2023/24 haben die Deutschen insgesamt knapp 27.000 Tonnen Fleisch von Wildschwein, Reh und Hirsch verspeist. Das entspricht umgerechnet rund 270 Millionen Wildwürsten. Auf dem Teller ganz vorn liegt Wildschwein mit über 13.000 Tonnen. 

Wildbret ganzjährig verfügbar

Wild aus der Region ist das ganze Jahr über verfügbar, das Angebot variiert allerdings und orientiert sich an gesetzlich festgelegten Jagdzeiten. Schmoren, kurzbraten oder grillen: Über 400 Wild-Rezepte gibt es auf der Internetseite wild-auf-wild.de. Dort können Verbraucher über eine Postleitzahlsuche zudem über 2.000 regionale Anbieter von Wildbret und Restaurants finden. 

Im Offenland leben durchschnittlich 0,37 Paare pro Quadratkilometer. Das ist ein Drittel mehr als nach dem letzten Tiefstand. Auch mehr Reviere haben wieder ein Vorkommen gemeldet.

Vogel des Jahres mit leichtem Aufwind: In Deutschland melden Jäger im Frühjahr 2023 pro Quadratkilometer Offenland im Schnitt 0,37 Rebhuhnpaare – etwa ein Drittel mehr als nach dem Tiefstand im Jahr 2019. Der Besatz bleibt damit allerdings auf einem niedrigen Niveau. Von den teilnehmenden Revieren haben 31 Prozent die Anwesenheit des Vogels bestätigt, ebenfalls eine Erholung gegenüber 2019. Diese Zahlen der Flächendeckenden Erfassung hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht. Teilgenommen haben bundesweit mehr als 21.000 Reviere. Das entspricht etwa einem Drittel der Offenlandfläche.

In Hessen leben die meisten Rebhühner

Die meisten Rebhühner leben in Hessen. Dort haben Jägerinnen und Jäger für das Frühjahr 2023 pro Quadratkilometer 0,68 Vogelpaare gemeldet. Knapp dahinter liegt Nordrhein-Westfalen mit 0,66 Paaren. Auf Platz 3 folgt Rheinland-Pfalz mit 0,44 Paaren. Daten aus Bayern lagen nicht vor.

Rebhuhn unter Beobachtung

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 und eine wichtige Zeigerart für den Zustand des Offenlands. Die Intensivierung der Landwirtschaft und die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensraumqualität in den letzten Jahrzehnten spiegelte sich auch in einer stark rückläufigen Verbreitung des Rebhuhns wieder. Jägerinnen und Jäger schätzen seit mehr als 10 Jahren regelmäßig Vorkommen und Besätze des Feldvogels im Revier ein. Bis Ende des Jahres können Revierinhaber noch an der laufenden Flächendeckenden Erfassung 2025 teilnehmen und Rebhuhndaten liefern - ab sofort auch digital unter wild.jagdverband.de.

Lebensraum verbessern, Zahl der Raubsäuger reduzieren

Zu den Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn gehören die Fangjagd auf Raubsäuger wie Fuchs oder Waschbär sowie die Verbesserung des Lebensraums. Lage und Größe von Brachen und Blühflächen im Offenland sind entscheidend für das Rebhuhn. Sie sollten gleichmäßig verteilt sein und möglichst vollständig umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Weniger geeignete Lagen: An Waldrändern wegen ungünstigem Mikroklima und hohem Fraßdruck durch Beutegreifer aus dem Wald sowie entlang störungsreicher Wege. Der DJV empfiehlt eine Mindestbreite für Blühflächen von 20 Metern und eine Maximalbreite von 40 Metern. Danach ist keine merkliche Qualitätszunahme für viele Feldvogelarten mehr zu verzeichnen.

Herausragende Projekte fürs Rebhuhn

Herausragende Projekte sind zum Beispiel Allianz für Niederwild (Baden-Württemberg)Wilde Feldflur (Sachsen-Anhalt und Thüringen)sowie Rebhuhn-Schutzprojekt Wetterau (Hessen).

Weitere Infos: 

https://www.jagdverband.de/mehr-als-doppelt-so-viele-feldhasen-innerhalb-von-drei-jahren

https://www.jagdverband.de/oeko-regelungen-besser-ausgestalten

DJV begrüßt Schritt. Und übt gleichzeitig Kritik: Ein Reaktionsmanagement nach Nutztierrissen ist zu wenig. Ein aktives Bestandsmanagement muss kommen.

Die Bundesregierung hat heute für Wölfe in der kontinentalen biogeographischen Region Deutschlands den günstigen Erhaltungszustand an die EU-Kommission gemeldet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt dies, sieht aber noch deutlichen Klärungsbedarf. "Der heutige Schritt markiert einen Wendepunkt: Die Art und Weise, wie wir mit dem Wolf künftig umgehen wollen, fällt jetzt einzig und allein in die nationale Zuständigkeit", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Jetzt sei die Voraussetzung da, den Koalitionsvertrag der Bundesregierung nahezu flächendeckend umzusetzen, also über das Jagdrecht ein regional differenziertes Bestandsmanagement einzuführen, so Dammann-Tamke weiter.

Laut DJV muss jetzt aktives Bestandsmanagement kommen, das über ein reines Reaktionsmanagement nach Nutztierrissen hinausgeht. Besonders wichtig ist dies beispielsweise in Regionen mit Zielkonflikten, in denen die Akzeptanz für den Wolf weiter schwindet. Der DJV kritisiert in diesem Zusammenhang die Haltung des Bundesumweltministeriums, das immer noch vor einer Positionierung im Sinne von Bestandsregulierung zurückschreckt – anders als viele europäische Staaten.

Die Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf auf den Anhang V bedeutet für Deutschland auch: Die EU verpflichtet ihre Mitglieder, dafür Sorge zu tragen, dass die Art im günstigsten Erhaltungszustand bleibt. Vor diesem Hintergrund war laut DJV die heutige Meldung an die EU-Kommission so wichtig.

Fehlendes Augenmaß, unnötige Verbote und Beschränkungen durch die Hintertür: Der DJV sieht dringenden Reformbedarf im Waffenrecht. Zentrale Änderungsvorschläge liegen dem Bundesinnenministerium jetzt vor. Jäger, Sportschützen und andere Legalwaffenbesitzer haben sich eng abgestimmt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat zum Auftakt der Evaluierung des Waffenrechts eine Stellungnahme mit fünf zentralen Themen und Forderungen an das Bundesinnenministerium übermittelt. Der Dachverband der Jäger kritisiert darin unter anderem die derzeit fehlende Verhältnismäßigkeit bei der Zuverlässigkeitsprüfung, unnötige Restriktionen durch Messerverbote und eine Beschränkung der Anzahl von Langwaffen durch die Hintertür. Einzelne anlassbezogene Verschärfungen und die viel zu strenge Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie haben das Waffenrecht in den vergangenen Jahren immer unübersichtlicher, komplizierter und anwenderfeindlicher gemacht. Hinzu kommt, dass die entsprechende Verwaltungsvorschrift seit 2012 nicht angepasst wurde. Die Folge: Waffenbehörden treffen teils widersprüchliche Entscheidungen  zu Lasten von Jägerinnen und Jägern.

Mehr Augenmaß bei der Prüfung der Zuverlässigkeit 

Der DJV fordert in seiner Stellungnahme die Wahrung der Verhältnismäßigkeit. So sollte beispielsweise eine trotz aller Sorgfalt versehentlich im Jagdrucksack verbliebene Patrone nicht zum Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit führen. Eine zunehmend restriktivere Praxis bei der Prüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit lässt laut DJV jedoch kaum noch Raum für angemessene moderate Reaktionen bei geringfügigen Verstößen  vor allem, wenn diese nicht sicherheitsrelevant sind.

Keine Begrenzung der Langwaffenanzahl durch die Hintertür

Das Waffengesetz sieht eigentlich keine Beschränkung der Zahl von Langwaffen für Jäger vor. Einige Waffenbehörden und Gerichte führen jedoch eine Begrenzung durch die Hintertür ein. Der DJV kritisiert diesen Missstand in seiner Stellungnahme und fordert praxistaugliche, liberale Regelungen  zumal eine Begrenzung der Langwaffenanzahl keinen Gewinn für die innere Sicherheit bringt.

Integrierte Nachtzielgeräte legalisieren 

Änderungsbedarf sieht der DJV bei jagdlichen Hilfsmitteln wie Nachtzieltechnik, künstlichen Lichtquellen oder Schalldämpfern. Die Liberalisierung der vergangenen Jahre wird zwar begrüßt, bestehende Schwächen müssen allerdings dringend behoben werden. Der DJV fordert deshalb in seiner Stellungnahme sinnvolle Ergänzungen für das Waffenrecht, etwa die Zulassung integrierter Nachtzielgeräte oder die Legalisierung von Infrarot-Aufhellern.

Klare Regelungen für Waffenschränke mit Schlüssel

Der DJV kritisiert die Aufbewahrungsvorschriften für Waffen und fordert eine Klarstellung für die Verwendung von Schränken, die noch nicht über ein elektronisches oder mechanisches Zahlenschloss verfügen. Nach Ansicht des DJV ist es nicht erforderlich, dass der Schlüssel zum Waffenschrank in einem Behältnis derselben Sicherheitsstufe mit Zahlenschloss aufbewahrt werden muss.

Ausnahmen von Messerverboten für Jäger

Die im vergangenen Jahr ausgeweiteten Messerverbote haben aus Sicht des DJV viel Unsicherheit geschaffen  aber keinen nennenswerten Gewinn für die innere Sicherheit. Hier besteht Änderungsbedarf, insbesondere praxisgerechte Ausnahmeregelungen für die gesellschaftliche Gruppe der legalen Waffenbesitzer. Der DJV fordert eine allgemeine Ausnahme von Messerverboten für Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis. 

Legale Waffenbesitzer stimmen sich eng ab

Im Vorfeld der jetzt gestarteten Evaluierung des Waffenrechts hat sich der DJV eng mit dem Deutschen Schützenbund (DSB) und dem Bundesverband zivile Legalwaffen (BZL) abgestimmt. Bereits Ende September trafen sich die Präsidien von DSB und DJV mit Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Anfang 2025 hat der DJV in seinen Kernpunkten zur Bundestagswahl eine Überprüfung und grundlegende Überarbeitung des Waffenrechts gefordert. Mit Erfolg: Beides findet sich im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung wieder. Die eigentliche Evaluierung soll in den nächsten Monaten erfolgen, bevor dann voraussichtlich im kommenden Jahr konkrete Änderungen im Waffengesetz diskutiert werden sollen. 

4. Europameisterschaft im Jagdhornblasen: 350 Teilnehmer aus zehn Nationen. Darunter sind sechs deutsche Bläsergruppen. Bläserkorps "Das Große Freie" aus Niedersachsen sichert sich Silbermedaille.

Anfang Oktober 2025 fand die 4. Europameisterschaft im Jagdhornblasen im polnischen Pszczyna statt. Rund 350 Jagdhornbläserinnen und -bläser aus zehn Nationen nahmen am Wettbewerb teil. Der Deutsche Jagdverband (DJV) meldete vier Bläsergruppen zur Europameisterschaft, zwei weitere Korps starteten für Bayern. Einen besonderen Erfolg gab es für die deutschen Bläser in der Stimmung Es: Mit den Parforcehörnern wurde das niedersächsische Bläserkorps "Das Große Freie" Vize-Europameister. Die Stimmung für sich entscheiden konnte der Jagdhornverein Waidhofen an der Ybbs aus Österreich. In der Stimmung B siegte die Gruppe "Vadászkamara Kürtegyüttes" aus Ungarn. Alle Ergebnisse und Fotos der Gewinner gibt es auf der offiziellen Seite der Europameisterschaft.

"Der DJV gratuliert allen Bläserkorps aus Deutschland herzlich zur erfolgreichen Teilnahme an der Europameisterschaft", sagte DJV-Präsidiumsmitglied Ludwig Gunstheimer. Er war gemeinsam mit Bundesbläserobmann Jürgen Keller vor Ort, der auch als Richter aktiv war.

Unter der musikalischen Leitung von Meike Unger erreichte "Das Große Freie" 329 Punkte in der Qualifikationsrunde. Als eine der drei besten Gruppen zogen die Bläserinnen und Bläser von dort weiter ins Finale und wurden Vize-Europameister. Die Parforcehornbläsergruppe „Mildetal Gardelegen“ aus Sachsen-Anhalt erreichte den 7. Platz mit 311 Punkten. In der Stimmung B nahmen 18 Gruppen mit ihren Fürst-Pless- und Parforcehörnern teil. Mit 266 Punkten erreichte die Bläsergruppe aus Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) den 11. Platz. Die Bläser des Kreisjagdvereins Gelnhausen (Hessen) belegten mit 258 Punkten den 13. Platz.

Die Europameisterschaft findet alle zwei Jahre statt, das nächste Mal 2027 in Ungarn am Plattensee. 

Neue Studie: Jagd und Schießsport tragen jährlich mit 180 Milliarden Euro zu Europas Wirtschaftskraft bei. Damit sichern sie über eine Million Arbeitsplätze. Doch die Leistungen sind noch umfangreicher, erläutert die europäische Jägervereinigung FACE.

Schießsport und verwandte Sektoren tragen jährlich mit 180 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaftskraft bei. Damit sichern die beiden Bereiche mehr als 1,1 Millionen Arbeitsplätze in 30 Ländern – darunter alle EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie der Universität Urbino, die gestern im Europäischen Parlament vorgestellt wurde. FACE, der europäische Dachverband der Jäger, hebt die Bedeutung der Zahlen in seiner Meldung hervor. "Diese Studie betont, wie hoch der sozio-ökonomische Beitrag ist, den sieben Millionen Jägerinnen und Jäger in ganz Europa jährlich erbringen", so Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und FACE-Vizepräsident.

Jäger und Sportschützen sichern zahlreiche Arbeitsplätze

Die in der Studie ermittelte Wirtschaftskraft von 180 Milliarden Euro bezieht sich laut FACE ausschließlich auf den Verkauf von Waffen und Munition. Beide Branchen verzeichnen demnach einen deutlichen Handelsüberschuss. Darüber hinaus geben europäische Jäger und Sportschützen 96,3 Milliarden Euro für ihre Tätigkeit aus. Mit dieser Nachfrage gehen zahlreiche Arbeitsplätze einher: knapp 85.000 Beschäftigte in der Produktion und rund 490.000 Beschäftigte im Dienstleistungssektor.

Im Rahmen der Evaluierung des Waffenrechts ging die Bundesregierung in den Austausch mit den führenden Verbänden von Bogen- und Schießsport sowie Jagd. Für ihre knapp 2 Millionen Mitglieder machen sich DSB und DJV stark für ein sicheres, aber vor allem auch praktikables und schlankeres Waffengesetz. Bis zum 6. Oktober können nun die Evaluierungsgegenstände benannt werden.

Die Präsidien des Deutschen Schützenbundes (DSB) und des Deutschen Jagdverbandes (DJV) kamen am 24. September in Berlin zusammen, um sich mit Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, intensiv über die anstehende Evaluation des Waffenrechts auszutauschen.

Das Bundesministerium des Innern (BMI) hat im September, dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung folgend, mit einer Evaluierung des Waffenrechts begonnen, um die Praxistauglichkeit und Anwenderfreundlichkeit der geltenden Regelungen zu überprüfen und das Gesetz fortzuentwickeln. Betroffene Verbände sind nun zunächst aufgerufen, sich mit den aus ihrer Sicht fünf wichtigsten Punkten bis zum 6. Oktober 2025 an das BMI zu wenden.

Wie zu allen waffenrechtlichen Vorgängen der vergangenen Jahre sind der DSB und der DJV dazu in engem Austausch, um gemeinsam bestmöglich die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Deshalb erfolgte vor der Sitzung mit dem BMI-Vertreter die zweite gemeinsame Präsidiumssitzung der beiden Spitzenverbände, nachdem im vergangenen Jahr beim DSB in Wiesbaden die Premierenveranstaltung stattgefunden hatte. Grundtenor: Im engen Schulterschluss wollen beide Verbände für ihre Mitglieder ein sicheres, aber vor allem auch praktikables und schlankeres Waffengesetz.

Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, und Dr. Kai Schollendorf, Leiter des Referats KM 5 im BMI (zuständig für Waffen- und Sprengstoffrecht), gingen in den Austausch mit den beiden Präsidien, um sich zum einen deren konkrete Anliegen anzuhören und zum anderen die Perspektive der Bundesregierung zu erläutern.

Beide Präsidenten bedankten sich beim BMI für den notwendigen und begonnenen Evaluationsprozess sowie die Möglichkeit der breiten Partizipation der betroffenen Verbände und formulierten ihre Erwartungen an die Evaluierung: „Es ist wichtig, ein systematisches Gesetz aus einem Guss zu erstellen, das stringent und anwenderfreundlich für die Legalwaffenbesitzer, aber auch die Waffenbehörden ist, und dabei dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit folgt“, so DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Und Amtskollege Hans-Heinrich von Schönfels ergänzte: „Wir bieten dem Gesetzgeber gerne unsere Zuarbeit und Expertise an. Denn Sportschützen und Jäger brauchen endlich wieder Rechtssicherheit durch eindeutige und unmissverständliche Textformulierungen, die eine einheitliche Auslegung des Rechts durch die jeweiligen Verwaltungen in den einzelnen Bundesländern sicherstellen.“

Bis zum 6. Oktober können nun die Evaluierungsgegenstände benannt werden. Daraufhin werden durch das BMI die Evaluierungsinstrumente erstellt und der entsprechende Fragebogen an die Verbände verschickt. Bis Ende Dezember dieses Jahres sollen die eingegebenen Daten ausgewertet werden, dann gibt es nochmals einen Austausch mit den verschiedenen Verbänden und Institutionen, ehe dann der Prozess der eigentlichen Novellierung startet, an dessen Ende ein neues Waffengesetz verabschiedet werden soll.

Der Deutsche Schützenbund und der Deutsche Jagdverband werden nun in enger Abstimmung miteinander – auch mit weiteren Verbänden – ihre jeweils fünf wichtigsten Themenkomplexe formulieren und bis zum 6. Oktober an das Bundesministerium des Innern richten.

TFK-App bietet ab sofort die Funktion Schwingenmonitoring. Fotos von erlegten Enten helfen bei der Altersbestimmung. Wissenschaftliche Datenauswertung liefert Erkenntnisse über die Populationsentwicklung und für eine nachhaltige Jagd.

Die Tierfund-Kataster-App des Deutschen Jagdverbandes (DJV) hat eine neue Funktion: das Schwingenmonitoring von Stockenten. Fotos von erlegten Tieren liefern wichtige Informationen. Farbe, Form und Abnutzung von Federn bestimmter Körperbereiche lassen Rückschlüsse auf das Alter und Geschlecht zu. Damit können Aussagen zur Populationsentwicklung und zu einer nachhaltigen Bejagung getroffen werden.

Jägerinnen und Jäger können mit Daten aus der Praxis aktiv dazu beitragen, die Zukunft der Jagd auf Wasserwild langfristig zu sichern. Direkt aus der App heraus können Fotos von erlegten Enten – speziell von Kopf, Stoß und Flügeldecken – erstellt und hochgeladen werden. Experten werten die Bilder anschließend aus. Ziel ist es, in der Jagdsaison 2025/26 500 Fotos von Schwingen zu erfassen und damit eine Alters- und Geschlechtsbestimmung durchzuführen. Zukünftig soll für die Datenanalyse eine KI-basierte Lösung genutzt werden, die eine Bestimmung in Echtzeit ermöglicht.

Nachhaltige Zukunft der Wasserwildjagd

Die Zahl der in Deutschland überwinternden Stockenten ist seit Jahren rückläufig. Das Schwingenmonitoring bietet die Möglichkeit, die von Jägerinnen und Jäger erhobenen Daten zu sammeln, auszuwerten und für eine ganz konkrete, jagdpraktische Anwendung zu nutzen. Erkenntnisse können zugleich in jagdpolitische Entscheidungen einfließen. Jägerinnen und Jägern leisten damit einen direkten Beitrag zur nachhaltigen Zukunft der Wasserwildjagd. Das Schwingenmonitoring ist ein Projekt des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Landesjägerschaft Niedersachsen, finanziert durch den DJV und die Landesjagdverbände Niedersachsen und Hessen.

Mitmachen ist einfach

Die TFK-App kann entweder als neue Version über die App-Stores von Apple und Google geladen oder bestehende Versionen auf dem Smartphone aktualisiert werden. Die neue Version ist leicht an der Schaltfläche Schwingenmonitoring auf dem Willkommens-Bildschirm erkennbar. Nach der Aktualisierung kann die neue Funktion direkt genutzt werden. Wichtig ist, dass die gesamte Tagesstrecke an Stockenten erfasst wird – nur so lassen sich repräsentative Aussagen treffen.

Das Tierfund-Kataster im Überblick

Nutzer erfassen mit dem Tierfund-Kataster tote Wildtiere systematisch und bundesweit. Die gesammelten Daten können beispielsweise helfen, Unfallschwerpunkte von Wildunfällen zu identifizieren und zu entschärfen. Die zugehörige App ermöglicht die Dateneingabe von überall. Sie ist kostenlos und für Android oder iPhone verfügbar. In der TFK-Datenbank werden alle Funde in interaktiven Karten und Diagrammen erfasst und dargestellt. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben das Tierfund-Kataster 2011 gemeinsam initiiert. Der Deutsche Jagdverband hat Ende 2016 das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet.

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