Ob Meise, Amsel oder Reh: Tierfreunde sind im Winter versucht, Wildtiere zu füttern. Doch nicht jede Mahlzeit ist geeignet – manche führen im schlimmsten Fall sogar zum Tod. Der DJV hat fünf Tipps für eine wildtierfreundliche Winterfütterung.

Die Tage sind kurz, die Temperaturen sinken: Am 21. Dezember ist offizieller Winterbeginn. Für viele Tierliebhaber beginnt damit auch die Fütterungssaison. Warum Sie dabei auf Meisenknödel mit Netz ebenso verzichten sollten wie auf Essensreste, erklärt der Deutsche Jagdverband (DJV).

Der ideale Futterplatz

Amsel, Rotkehlchen oder Meise freuen sich über Körner, Haferflocken oder Apfelstücke auf Terrasse oder Balkon. Dabei gibt es aber ein paar Punkte zu beachten: Der Futterplatz sollte katzen- und waschbärsicher sein, ebenso geschützt vor Wind und Regen. Auch Schimmelbildung lässt sich vorbeugen: Besser kleinere Mengen verfüttern und dafür häufiger. Außerdem sollte die Futterstelle regelmäßig ausgebürstet werden.

Damit die Meise nicht ins Netz geht

Meisenknödel bieten eine gute Energiequelle. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Im Netz können sich die gefiederten Besucher verfangen. Knödel ohne Netz sind deshalb besser. Die lassen sich einfach selbst herstellen: aus einem Stück Kordel, Rindertalg und Sonnenblumenkernen. Vogelfreunde sollten außerdem darauf achten, dass fertige Futtermischungen keine Ambrosia-Samen enthalten. Die Pollen dieser eingeschleppten Pflanze können schwere allergische Reaktionen auslösen.

Essensreste locken ungebetene Gäste an

Brot- oder Kuchenreste sind im Vogelhäuschen ebenso fehl am Platz wie am Ententeich: Gewürze und Salz schaden den Tieren, Backwaren quillen im Magen auf – ein trügerisches Völlegefühl verhindert, dass Tiere genug fressen. Zudem locken Essensreste eine Vielzahl ungebetener Gästen an: Ratten und Mäuse ebenso wie Fuchs, Wildschwein oder Waschbär. Deshalb sollten Komposthaufen verschlossen sein, genauso wie Hunde- und Katzenfutterbehälter. Wildtiere verlieren sonst die Scheu vor dem Menschen, sie werden aufdringlich. Wenn Wildschweine den Garten umgraben oder Waschbären den Dachboden verwüsten, ist die Not groß. Allesfresser wie Fuchs oder Wildschwein finden auch jetzt noch ausreichend natürliche Nahrung – und paaren sich sogar im Winter. 

Energiesparmodus gegen Kälte

Pflanzenfresser wie Reh oder Hirsch fasten jetzt. Ihren Winterspeck haben sie sich bereits im Herbst angefressen. Wenn die Tage kürzer werden und die Nahrung knapp, schalten sie auf Sparflamme: Puls und Körpertemperatur sinken, der Magen verkleinert sich. Da sie sich kaum bewegen, kommen sie mit wenig Futter aus. Erst bei lang anhaltenden Frostperioden und vereister Schneedecke sind Pflanzenfresser auf artgerechtes Futter wie Heu angewiesen. Ob eine Notsituation vorliegt, entscheiden die zuständigen Behörden, erst dann schreiten Jäger und Förster ein.

Aktuelle Umfrage: Nur die Hälfte der Deutschen weiß, dass Jagd in der Freizeit stattfindet. Allein für Natur- und Artenschutz geben Jäger eine halbe Milliarde Euro jährlich aus. Ihre freiwilligen Leistungen für die Gesellschaft sind noch vielfältiger.

Wildtiernachwuchs vor dem Kreiselmäher retten, Behörden im Kampf gegen Tierseuchen unterstützen oder Artenvielfalt fördern: Viele gesellschaftlich wichtige Aufgaben übernehmen Jägerinnen und Jäger in ihrer Freizeit und ohne Bezahlung. Weniger als die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) weiß, dass Jagd ein Ehrenamt ist, zeigt eine jetzt veröffentlichte Civey-Umfrage im Auftrag des Deutschen Jagdverbands (DJV). "Wir wollen keinen Applaus für unsere Arbeit, sondern uns am Internationalen Tag des Ehrenamts bei allen bedanken, die mit anpacken", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Ehrenamt sei unentbehrlich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft, egal ob Rettungsdienst, Feuerwehr, Tier- oder Naturschutz.

Überdurchschnittlich viele Mitglieder im Ehrenamt

Die meisten Jagdverbände sind anerkannte Naturschutzvereinigungen – mit hoch motivierten Mitgliedern. So geben knapp 40 Prozent der Jägerinnen und Jäger an, ehrenamtlich tätig zu sein. Zum Vergleich: Bundesweit engagieren sich im Natur- und Umweltschutz laut Bundesumweltamt nur 15 Prozent der Bevölkerung. 

Eine halbe Milliarde Euro für heimische Tiere und Pflanzen – aus eigener Tasche

Die knapp 461.000 Jägerinnen und Jäger haben für ihr anspruchsvolles Ehrenamt sogar eine staatliche Prüfung abgelegt. Außerdem investieren sie jährlich viel Geld aus eigener Tasche: Insgesamt sind es 2,9 Milliarden Euro, darunter eine halbe Milliarde Euro für den Bereich Artenschutz, Biotoppflege sowie Schutz von Wald und Feld. 

Eine Arbeitswoche pro Monat für Tier- und Artenschutz

Etwa 41 Stunden oder eine ganze Arbeitswoche monatlich verbringen Jägerinnen und Jäger im Revier. Sie retten beispielsweise Wildtiere vor dem Mähtod, schützen Bäume vor Fraßschäden oder legen Blühstreifen an. 

Anpacken statt abwarten: Jäger gegen ASP und Vogelgrippe

Im Kampf gegen Tierseuchen sind Jägerinnen und Jäger erste Ansprechpartner der Behörden: Sie reduzieren Bestände, melden erkrankte Tiere und beproben Kadaver. Alles zumeist ehrenamtlich, um Krankheiten wie Afrikanische SchweinepestMyxomatose und Vogelgrippe einzudämmen.

Den Radiobeitrag zum Thema gibt es hier.

Wildbiologie, Arten- und Nutztierschutz in Einklang: DJV fordert Jagdzeit von Juni bis Oktober auf Jungtiere. Problem-Wölfe sollen ganzjährig bejagt werden. Über die Hälfte der Deutschen hält Wolfsjagd für ethisch vertretbar, auf dem Land noch mehr.

In die heute endende Verbändeanhörung zur Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz bringt der Deutsche Jagdverband (DJV) Forderungen ein. Zentral sind: eine Jagdzeit von Juni bis Oktober für Jungwölfe und die ganzjährige unbürokratische Entnahme von Problem-Wölfen. "Als Anwälte des Wildes fordern wir wildbiologisch fundierte Regelungen, die den Wolf als Art schützen und gleichzeitig Konflikte mit Nutztieren in der Kulturlandschaft lösen helfen", sagt DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Bestandskontrolle durch Jagd sei notwendig. Doch nur wer Rudelstrukturen erhalte, vermeide noch mehr Weidetierrisse, so Dammann-Tamke weiter. Deshalb lehnt der DJV Jagdzeiten ab, in denen Alt- und Jungtiere nicht sicher unterscheidbar sind.

Mehrheit der Deutschen für Wolfsjagd zum Schutz von Weidetieren

Knapp über die Hälfte der Deutschen hält die Wolfsjagd zum Schutz von Weidetieren für ethisch vertretbar, auf dem Land sind es sogar knapp zwei Drittel. Fast 80 Prozent geben an, dass Jagd zur Bestandsregulierung von Tierarten grundsätzlich legitim ist. Das sind die aktuellen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des DJV.

 

5 zentrale Forderungen im Überblick

Zwei-Säulen-Modell für die Jagd umsetzen.

Junge Wölfe müssen zur nachhaltigen Bestandsregulierung der Art auf Grundlage von Jagdzeiten und Abschussplänen bejagt werden dürfen – wie es auch bei anderen Wildtierarten Praxis ist. Hingegen muss das Erlegen von Problem-Wölfen – im Einzelfall auch gesamter Rudel – ganzjährig ohne behördliche Anordnung möglich sein.

Wildbiologisch sinnvolle Jagdzeiten einführen.

Im Rahmen eines Abschussplans sollen ausschließlich Jungwölfe bejagt werden – von Anfang Juni bis Ende Oktober. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Jagdzeit von Anfang September bis Ende Februar begünstigt hingegen Fehlabschüsse und gefährdet so die Sozialstruktur im Rudel. Mögliche Konsequenz: mehr Weidetierrisse. Über Abschusspläne sollen 40 Prozent des jährlichen Zuwachses erlegt werden.

Ins Jagdrecht ohne Sonderstatus integrieren.

Der Wolf muss wie andere Wildarten im Jagdrecht behandelt werden, insbesondere auch wie andere jagdbare Anhang-V-Arten der FFH-Richtlinie, zum Beispiel Gams, Baummarder oder Iltis. Einzelne Sonderregelungen sind sinnvoll, sollten sich allerdings in die bewährte Systematik des Gesetzes einfügen. Das gilt zum Beispiel für ein Fütterungsverbot oder die Aufnahme verletzter Tiere.

Regionalen Erhaltungszustand als Maßstab nehmen.

Wo Wölfe regional in besonders hohen Dichten auftreten, muss künftig eine reguläre Bejagung auf Basis eines Abschussplans möglich sein – unabhängig vom Erhaltungszustand.

Rechtssicherheit für Notstandssituationen gewährleisten.

Bedrohen Wölfe konkret Jagdhunde, Haus- oder Nutztiere, müssen die Möglichkeiten einer Tötung eindeutig und rechtssicher geregelt sein. Das Interesse am Schutz von Haus- und Nutztieren überwiegt.

Das ausführliche DJV-Papier mit Kernforderungen gibt es hier

Was ist das für ein Vogel? Mit den Bestimmungshilfen des Deutschen Jagdverbandes finden Sie die Antwort schnell heraus. "Unser Wasserwild" und "Unsere Greifvögel" erscheinen in überarbeiteter Neuauflage – als praktische Faltblätter für unterwegs.

Von Bergente bis Schreiadler: Der Deutsche Jagdverband (DJV) veröffentlicht zwei Neuauflagen seiner Vogel-Bestimmungshilfen. Die Faltblätter "Unser Wasserwild" und "Unsere Greifvögel" enthalten Abbildungen und Kurzbeschreibungen heimischer Gänse- und Greifvögel. Als DIN-A6-Format passen die Broschüren gut in die Hosentasche und sind auf Wanderungen schnell zur Hand. Aufgeklappt hat die übersichtliche Bestimmungstabelle das Format DIN A3. Ideal für Jäger, Vogelbeobachter und Naturinteressierte – kompakt, anschaulich, feldtauglich.

"Unser Wasserwild" hilft bei der Bestimmung von insgesamt 25 heimischen Enten und Gänsen. Darunter sind Brutvögel wie die Stockente, aber auch seltene Wintergäste wie Blässgans und Eisente. Die Enten sind übersichtlich in Schwimm-, Tauch- und Meeresenten gegliedert.

"Unsere Greifvögel" stellt 22 Brut- und Zugvogelarten der heimischen Greifvögel und Falken vor – von häufigen Arten wie Mäusebussard und Turmfalke bis zum seltenen Schreiadler. Zu jeder Art gibt es einen kurzen, übersichtlichen Steckbrief. Die detailreichen Zeichnungen zeigen die typischen Gefiedermerkmale. Schematische Flugbilder erleichtern die Unterscheidung der Vögel im Flug.

Beide Faltblätter sind im DJV-Shop für je 70 Cent erhältlich. Einen kostenlosen Download von "Unser Wasserwild" und "Unsere Greifvögel" gibt es auf der DJV-Internetseite.

DJV bewertet Referentenentwurf zur Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz grundsätzlich positiv. Dachverband sieht dennoch dringenden Nachbesserungsbedarf. Vorschlag des DJV bringt Wildbiologie, Arten- und Nutztierschutz in Einklang.

„Die organisierte deutsche Jägerschaft begrüßt, dass es jetzt eine Einigung in der Bundesregierung gibt, wonach es in der heutigen Kulturlandschaft der Regulierung eines großen Beutegreifers bedarf.“, sagt der Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Helmut Dammann-Tamke. „Die Akzeptanz der Menschen im ländlichen Raum für den Wolf ist in den Hauptverbreitungsgebieten dramatisch gesunken. Deshalb ist dieser politische Schritt überfällig.“

Nach Ansicht des DJV ist es aus wildbiologischer Sicht wichtig, die Jagdzeiten an die Sozialstrukturen der Wölfe anzupassen. Die im Referentenentwurf vorgesehene Jagdzeit von September bis Februar birgt die Gefahr, dass die Sozialstruktur in Wolfsrudeln beeinträchtigt wird. Der Verband fordert deshalb eine Jagdzeit für Jungwölfe von Juni bis Oktober.

„Nur in diesem Zeitraum ist eine sichere Unterscheidung zwischen Jung- und Altwölfen möglich. Das ist die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Bestandsregulierung bei gleichzeitiger Wahrung des günstigen Erhaltungszustandes", erklärt der DJV. Wissenschaftliche Studien zeigten zudem, dass zerstörte Rudelstrukturen Weidetierrisse begünstigen können. Das muss durch eine artgerechte Bejagung vermieden werden.

Unabhängig vom Erhaltungszustand muss es eine zweite Säule der Bejagung von Wölfen geben. Die Entnahme schadensstiftender Individuen oder Rudel muss ganzjährig ohne behördliche Anordnung möglich sein, wenn sie durch Nutztierrisse auffällig geworden sind. Die Erlegung dieser schadensstiftenden Wölfe muss rechtssicher und unbürokratisch ausgestaltet werden.

Zudem ist es wichtig, künftige Regelungen in die bereits bestehenden – etwa zu den sachlichen Verboten – einzupassen und vollständig und europarechtskonform im Jagdrecht zu verankern.

Der DJV wird sich im Zuge der Verbändeanhörung intensiv in die Diskussion um eine künftige Ausgestaltung einbringen.

Laut Dokumentationsstelle des Bundes sollen 1.600 Wölfe in Deutschland leben. Jäger schätzen Bestand höher ein und begrüßen geplante Aufnahme ins Jagdrecht.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat aktuelle Zahlen vorgelegt. Demnach sollen nur rund 1.600 Wölfe in Deutschland leben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) geht von deutlich höheren Wolfszahlen aus. Auf Grundlage offizieller Zahlen, Erfahrungswerten und einer durchschnittlichen Rudelgröße von acht Tieren leben in Deutschland mindestens 2.000 Wölfe. Allein in Brandenburg leben mehr Wölfe als in ganz Schweden – das 15-mal größer ist. 

Seit mehreren Jahren liegt die Zahl der Nutztierrisse oberhalb von 3.500 getöteten Tieren. Allein im Jahr 2023 haben Wölfe laut DBBW knapp 5.800 Schafe, Ziegen, Kühe und sogar Pferde verletzt oder getötet. "Gerade weil die Politik in den vergangenen Jahren die Sorgen im ländlichen Raum ignoriert hat, sinkt die Akzeptanz für den Wolf zunehmend", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Die Rückkehr des Wolfes sei zwar ein Erfolg für den Artenschutz, aber in einer Kulturlandschaft müsse eine konfliktträchtige Art gemanagt werden. Der DJV begrüßt deshalb die geplante Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ausdrücklich.

Bestätigt wurden über die DBBW 219 Rudel, 43 Paare und 14 Einzeltiere. Damit weist die Zahl der Territorien erstmals seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 2000 nur eine leichte Steigerung auf, die Zahl der Rudel stieg um rund 5 Prozent. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen weiterhin im Norden und Osten Deutschlands. Neue Territorien in Süd- und Westdeutschland werden besiedelt, liegen aber weiterhin weit auseinander. Daten der DBBW zeigen zudem, dass seit Jahren die Vernetzung mit benachbarten Wolfspopulationen – insbesondere der Alpenpopulation – kontinuierlich zunimmt.

Die Vogelgrippe grassiert inzwischen in allen Bundesländern. Neben Kranichen sind auch Gänse, Enten oder Greifvögel betroffen. Was es mit der Herdenimmunität auf sich hat und wie Jäger helfen können, das Virus einzudämmen, erklärt Professor Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut.

DJV: Wie gefährlich ist das Virus für den Menschen – gerade in Hinblick auf Kontakt mit Geflügel und Fleischverzehr?

Professor Martin Beer: Für die allgemeine Bevölkerung besteht ein geringes Infektionsrisiko, denn für eine Infektion des Menschen ist ein intensiver Kontakt mit infiziertem Geflügel oder infizierten Wildvögeln nötig. Daher sind umfangreiche Schutzmaßnahmen beim Umgang mit potenziell infiziertem Geflügel, Wildvögeln und Säugetieren erforderlich. So müssen Personen, die betroffene Geflügelhaltungen räumen oder tote Wildvögel bergen, geeignete Schutzkleidung tragen. Hierzu gehören neben einem Schutzanzug auch Einmalhandschuhe, Schutzbrille und eine FFP3-Atemschutzmaske sowie desinfizierbares Schuhwerk. Aus betroffenen Geflügelhaltungen gelangen keine Erzeugnisse in die Lebensmittelkette. 

Wie weit verbreitet ist das Virus inzwischen in Deutschland und welche Tiere sind hauptsächlich betroffen?

Es gibt Meldungen aus allen Bundesländern. Bei gehaltenen Vögeln sind seit dem 1. September in über 70 Ausbrüchen Legehennen, Masthühner, Puten, Enten und Gänse betroffen – aus Haltungen jeglicher Größe. Bei Wildvögeln fallen vor allem Kraniche auf, die den ganz überwiegenden Teil (etwa 80 %) der rund 600 Fälle beziehungsweise Standorte ausmachen. Hinter diesen Fällen können eine ganze Reihe toter Tiere stehen. Neben den Kranichen gibt es zudem positive Befunde für Wildgänse, Schwäne, Graureiher, Greifvögel, Möwen, Wildenten und einen Regenpfeifer.

Welche Tiere können das Virus verbreiten und welche Rolle spielt der Mensch?

Das Virus zirkuliert derzeit insbesondere bei wilden Wasservögeln. In dieser Saison wurden bisher zwar weniger tote infizierte Wildenten und -gänse berichtet, aber dennoch ist das Virus bei diesen Arten weiterhin verbreitet. Und dies auch bei gesunden Wildvögeln, wie Untersuchungen aus Italien, den Niederlanden und Deutschland zeigen – etwa H5N1-positive, erlegte Stockenten. Möglicherweise haben insbesondere Wasservögel schon eine gewisse Herdenimmunität gegen H5 entwickelt. Das könnte erklären, warum sie trotz aktiver Infektion seltener erkranken und das Virus weiterverbreiten können. Der Mensch spielt eine Rolle beim indirekten Eintrag des Virus in Geflügelbestände. Über kontaminierte Gerätschaften, kontaminiertes Schuhwerk oder auch Futter (wenn Wildvögel Zugang hatten) kann das Virus auch in geschlossene Ställe gelangen.

Welche Hygienemaßnahmen sind für Jäger wichtig, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern?

Wildvögel sollten besonders in dieser Phase nicht beunruhigt oder aufgeschreckt werden. Wasservogeljagden sollten möglichst nicht durchgeführt werden. Jäger, die gleichzeitig Geflügelhalter sind, müssen strikt die Hygieneregeln beachten und Kleidung inklusive Gummistiefel, die im Geflügelbereich getragen wird, strikt von der Jagdkleidung trennen. Jäger sollten nicht auf Eigeninitiative erkrankte oder tote Vögel bergen, sondern sich mit den Veterinärbehörden absprechen und gegebenenfalls um Unterstützung bitten. Das Bergen erfordert allerdings Sachkenntnis und geeignete Schutzkleidung, um sich selbst vor einer Infektion zu schützen.

Stichwort Vogelzug: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des Seuchengeschehens ein?

Neben Kranichen sind weitere Wildvogelarten von der Infektion betroffen. Auch wenn die Mortalität bei diesen derzeit geringer ist, können sie zu einer fortlaufenden Zirkulation des Virus unter Wildvögeln beitragen. Unabhängig vom Vogelzug könnte so ein erhöhter Infektionsdruck über den Winter aus dem Wildvogelbereich heraus anhalten. Ob dies zu weiteren Ausbrüchen in Geflügelhaltungen führt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wesentliche Elemente sind das schnelle Erkennen und Eingreifen beim Geflügel, das in der Vergangenheit eine weitläufige Zirkulation von Geflügelpestviren in deutschen Geflügelbeständen erfolgreich verhindert hat. Im Wildvogelbereich bestehen jedoch kaum Möglichkeiten, die Ausbreitung und das dortige Tierleid zu vermindern.

DJV ruft Jäger und Geflügelhalter zu erhöhter Vorsicht auf. Ansteckungsgefahr für Menschen ist gering. Verzehr von Wildgeflügel ist unbedenklich.

Seit September 2025 nimmt die Vogelgrippe bei Wildvögeln in Deutschland deutlich zu. Besonders betroffen sind Kraniche und Wasservögel in Norddeutschland und Brandenburg. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft das Risiko einer Übertragung auf Hausgeflügel als hoch ein. Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft Jäger, Geflügelhalter, Hundebesitzer und Katzenhalter zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Was ist Vogelgrippe?

Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die vor allem bei wildlebenden Wasservögeln vorkommt. Diese Tiere sind oft Träger des Virus, ohne selbst zu erkranken. Hausgeflügel wie Hühner, Enten oder Puten kann sich jedoch anstecken. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung auf Menschen möglich.

Es gibt im Wesentlichen zwei Verlaufsformen:

Milde Form (LPAI): Verlauf meist ohne oder mit nur leichten Beschwerden

Schwere Form (HPAI / Geflügelpest): Sehr ansteckend und für Hausgeflügel oft tödlich

Wie verbreitet sich das Virus?

Die Viren werden über Kot sowie Nasen- und Rachensekret verbreitet. Auch durch Wasser, Futter, Kleidung, Schuhe oder Geräte kann das Virus übertragen werden.

Ein erhöhtes Risiko besteht bei der Jagd. Durch den Kontakt mit erlegten oder verendeten Wildvögeln kann das Virus auf Hände, Kleidung oder Ausrüstung übertragen werden. Bei Jagdhunden können die Viren über Fell oder Pfoten ungewollt verbreitet werden.

Achtung: Auch Hauskatzen sind gefährdet! Katzen können sich durch den Kontakt mit oder durch das Fressen von infizierten Wildvögeln anstecken und dadurch schwer erkranken. Katzenbesitzer sollten ihre Tiere in betroffenen Gebieten nicht frei streunen lassen und Behörden über verendete Vögel informieren. Hunde können ebenfalls erkranken.

Gefahr für Menschen?

Eine Ansteckung von Menschen mit der Vogelgrippe ist selten. Sie erfolgt meist nur durch engen Kontakt mit krankem Geflügel oder Wildvögeln. Bei möglichem Kontakt sollten die Hände gründlich desinfiziert und Schutzkleidung getragen werden.

Wichtig: Gut durchgegartes Fleisch von Wildvögeln ist für den menschlichen Verzehr unbedenklich. Das Virus wird durch Erhitzen für zwei Minuten auf mindestens 70 Grad Celsius sicher abgetötet.

Empfehlungen des DJV

  • Verendete oder auffällig kranke Wildvögel nicht anfassen
  • Funde umgehend den zuständigen Behörden und über die Tierfundkataster-App melden
  • Erhöhte Hygiene bei der Jagd beachten
  • Jagdhunde nach dem Einsatz gründlich reinigen
  • Hauskatzen in betroffenen Gebieten nicht frei laufen lassen
  • Geflügelhalter sollten Biosicherheit verstärken
  • Bei Kontakt mit Wildvögeln Hände waschen und Kleidung wechseln

Das Risiko für Menschen bleibt sehr gering. Dennoch ist Vorsicht geboten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und Hausgeflügel zu schützen.

So kocht die neue Jagdgeneration: Elf Jägerinnen und Jäger präsentieren auf 32 Seiten ihre wilden Koch-Tipps. Von Nutria-Ragout bis Fasanen-Tacos: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Junge Jäger, neue Küche: Der Deutsche Jagdverband (DJV) präsentiert mit seiner Kampagne "Wild auf Wild" eine frische Rezept-Broschüre. "Echt Wild" enthält elf Anleitungen für vielseitige Gerichte mit Wildfleisch. Das Besondere: Die Rezepte stammen von Influencern, also Menschen, die in den sozialen Medien eine hohe Reichweite haben. So serviert Outdoor-Content-Erstellerin Andrea Steinberg, bekannt als @bushcraft_alli, Wildschweinsteaks vom Grill, Food- und Jagd-Influencer Jan van Knapheide (@realvanknapheide) stellt seine Fasanen-Tacos vor und Wildsommelier Markus Hofmann (@rehzept) verrät, wie man sein Nutria-Ragout nachkochen kann. Unter wild-auf-wild.de finden Nutzer Wildbretanbieter in ihrer Nähe, um die wichtigste Zutat lokal zu erwerben. Nachhaltiger geht es nicht.

"Echt Wild" ist die dreizehnte Broschüre, die im Rahmen der DJV-Kampagne "Wild auf Wild" erscheint. Die bisher veröffentlichten Hefte haben eine beeindruckende Gesamtauflage erreicht: Rund 550.000 Exemplaren gingen bisher in den Druck. Die Reihe erfreut sich großer Beliebtheit bei Jägerschaften. Sie eignet sich hervorragend zur Öffentlichkeitsarbeit – beispielsweise bei Wildseminaren oder auf Weihnachtsmärkten.

Alle Broschüren sind im DJV-Shop erhältlich. Einen kostenlosen Download gibt es auf der DJV-Internetseite.

Wildschweine landen von Oktober bis Dezember vermehrt unter den Rädern. Besonders viele Meldungen gibt es in den Morgenstunden. Auch das Damwild ist jetzt stark betroffen. Doch häufigstes Unfallopfer ist eine ganz andere Art.

Im Herbst häufen sich die Wildunfälle – besonders mit Wildschwein und Damhirsch. Über das Jahr gesehen liegt allerdings das Reh ganz vorn. Fast die Hälfte aller gemeldeten Wildunfälle geht zu Lasten dieser kleinsten und am weitesten verbreiteten Hirschart in Deutschland. Diese Ergebnisse hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht. Wissenschaftler haben dafür über 102.000 Datensätze ausgewertet, die Verkehrsteilnehmer von 2017 bis 2025 im Tierfund-Kataster gemeldet haben. Der DJV ruft zu vorsichtiger Fahrweise auf, besonders in der Dämmerung sowie in und um Wälder.

Wenn aus dem Wildschwein ein Nashorn wird

Die Daten aus dem Tierfund-Kataster zeigen: Unfälle mit Wildschweinen passieren besonders oft in den Monaten Oktober bis Dezember. Die meisten Meldungen gibt es in den Morgenstunden von 6 bis 10 Uhr. Die Maisernte sorgt dafür, dass Wildschweine derzeit besonders aktiv sind – Nahrung und Unterschlupf gehen verloren. Hinzu kommt die beginnende Paarungszeit. In der traurigen Hitliste der häufigsten Unfallopfer landen Wildschweine lediglich auf Platz 6 – gemeinsam mit dem Igel. Bei einem Zusammenstoß mit Tempo 60 wirken beim Schwarzkittel allerdings Kräfte, als würde sich ein Nashorn auf die Motorhaube setzen.

Damhirsch kann in die Frontscheibe geschleudert werden

Im Oktober bis in den November hinein passieren die meisten Wildunfälle mit Damwild. Diese Hirschart kommt hauptsächlich im Norden und Osten Deutschlands vor. Hier sorgt die Paarungszeit ähnlich wie beim Wildschwein für erhöhte Aktivität. Bei einem Zusammenstoß ist der hohe Schwerpunkt des Tieres besonders gefährlich für Autofahrer: Es kann über die Motorhaube hinweg in die Frontscheibe geschleudert werden.

Reh ist trauriger Spitzenreiter

Über die Jahre hinweg hat sich das Reh einen zweifelhaften Spitzenplatz gesichert: 49 Prozent der gemeldeten Wildunfälle. Auf Platz 2 folgt die Gruppe der Raubsäuger Fuchs, Dachs, Waschbär, Marderhund mit 14 Prozent Anteil. Dahinter liegen Hase und Kaninchen mit zusammen 10 Prozent.

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