Zählungen zeigen: 2014 war ein fruchtbares Jahr für Meister Lampe

Durchschnittlich 11 Hasen leben pro Quadratkilometer auf Deutschlands Feldern und Wiesen, teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) heute mit Verweis auf die Frühjahrszählungen 2014 mit. Ausgewertet haben Wissenschaftler die Daten im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Vorsichtige Hochrechnungen auf Basis der Zählungen ergeben, dass in Deutschland derzeit rund 3 bis 3,5 Millionen Feldhasen leben. Ein Feldhase muss also in den kommenden Tagen rund 25 Bundesbürger mit Ostereiern versorgen.

Zuwachsrate bis 26 Prozent
Die Bestände des aktuellen „Wildtier des Jahres“ sind seit Beginn der bundesweiten Erfassung im Jahr 2002 trotz leichter Schwankungen stabil. Erfreulich: Die Nettozuwachsrate – also die Differenz zwischen Herbst- und Frühjahrszählung – war im vergangenen Jahr mit 14 Prozent vergleichsweise hoch. Im Nordwestdeutschen Tiefland wurden sogar Spitzenwerte von 26 Prozent erreicht. Hingegen lag 2013 die bundesweite Zuwachsrate bei minus 1,7 Prozent: Der Nachwuchs konnte die Sterblichkeit nicht ausgleichen.

Der milde Winter 2014/15 sowie das bisher trockenwarme Frühjahr stimmen die Wissenschaftler vorsichtig optimistisch: Für 2015 könnte es einen leichten Anstieg der Bestände geben. „Für den Hasen gibt es ein Bermuda-Dreieck aus Witterung, Fressfeinden und Lebensraum“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. An letzteren beiden Stellschrauben könne der Mensch positiv drehen.

Lebensraum verbessern
Der Flächenverbrauch für Siedlungen und Straßen von 73 Hektar täglich müsse ebenso reduziert werden wie die Lebensraum-Zerschneidung durch Verkehrswege, so Dr. Böhning. Nach aktuellen DJV-Erhebungen beträgt für den Feldhasen der Anteil der Verkehrsopfer an der Jagdstatistik bundesweit mehr als ein Viertel. In Brandenburg werden sogar drei von vier Tieren, die in der Jagdstatistik erscheinen, vom Autofahrer getötet. Zudem ist der Anteil strukturreicher Brachflächen in den letzten Jahren stark zugunsten des Anbaus von Energiepflanzen zurückgegangen. Krautreiche Randstreifen fehlen zunehmend. Hier sollten Jäger und Landwirte gemeinsam Agrarumweltprogramme oder innovative, wildtierfreundliche Anbaumethoden für die Biogaserzeugung zugunsten des Feldhasen nutzen.

Fressfeinde reduzieren
Neben der Verbesserung von Lebensräumen ist die Reduzierung von Fressfeinden wichtig, um dem Feldhasen, Kiebitz und anderen Offenlandarten zu helfen. „Fressfeinde wie der Fuchs lassen sich sehr effektiv mit Fallen und im Bau bejagen“, so Dr. Böhning. „Das wissen auch Naturschutzverbände und setzen deshalb regional Fallen ein, auch wenn die Bundesverbände etwas anderes kommunizieren.“ Diese Art von Etikettenschwindel lehnen Jäger ab und fordern eine engere Zusammenarbeit im Artenschutz.

Das Wildtier-Monitoring der Jäger
Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wurde von Jägern gegründet und bündelt Monitoring-Ergebnisse unter dem Dach des DJV. Über 20, teils wechselnde Arten, erfassen Jäger und Wissenschaftler regelmäßig. Damit liefern sie einzigartige Daten zur Verbreitung von Feldhase, Kaninchen oder Rebhuhn, aber auch zu Neozoen wie Marderhund, Waschbär oder Mink.

Die Zählungen der Feldhasen werden im Frühjahr und Herbst durchgeführt. Für die sogenannte Scheinwerfertaxation leuchten Helfer entlang festgelegter Wegstrecken Felder mit normierten Scheinwerfern ab. Die Lichtreflexion der Hasenaugen ist eindeutig. Es besteht keine Verwechslungsgefahr zu anderen nachtaktiven Tieren wie Füchsen, streunende Hauskatzen oder Mardern.

Journalisten können Hasenzählungen begleiten
Aktuell steht der Feldhase wieder im Rampenlicht: Jäger und Wissenschaftler führen die bundesweiten Frühjahrszählungen durch. Bei Interesse vermittelt der DJV nach Möglichkeit regionale Ansprechpartner an Journalisten.

Kontakt:
Übersicht der Pressesprecher von DJV und LJV

Weiterführende Quellen
Verkehrsmortalität für den Feldhasen (PDF-Seiten 3, 41, 48)
WILD-Projekt
Video zur Hasenzählung
Netzwerk Lebensraum Feldflur
 

Am 18. März 2015 fand die größte Jäger-Demo Deutschlands in Düsseldorf statt. In unserem kurzen Video-Rückblick haben wir die Schlaglichter für Sie zusammengefasst. Sie finden hier ebenfalls den Live-Mitschnitt der Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf. 

Am 18. März 2015 fand die bis dato größte Jäger-Demo Deutschlands in Düsseldorf statt. In unserem kurzen Video-Rückblick haben wir die Schlaglichter für Sie zusammengefasst. Außerdem finden Sie hier den Live-Mitschnitt der Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf.

Foto-Impressionen aus Düsseldorf finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

Jäger-Demo im Rückblick

LIVE-Mitschnitt der Kundgebung

LJV-NRW erwartet Änderungen am Gesetzentwurf

Nach der größten Demonstration vor dem Landtag ist der Landesjagdverband zuversichtlich, dass es erhebliche Änderungen an dem von Minister Johannes Remmel (Grüne) vorgelegten Gesetzentwurf für ein neues NRW-Jagdgesetz geben wird. 15.000 Jäger und Landleute hatten am 18. März gegen die Pläne unter dem Motto „Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“ protestiert. „Es müssen Änderungen kommen, wenn sich die Regierung nicht unmöglich machen will“, sagte Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes. Auf der Demonstration sei von den Sprechern der anderen Landtagsfraktionen SPD, CDU, FDP und Piraten deutlich geworden, dass außer den Grünen niemand das Remmel-Gesetz wirklich wolle.

Die größte Regierungspartei SPD hat erneut Änderungen angekündigt. Vor 15.000 Zeugen sprach der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jochen Ott von erforderlichen Korrekturen und nannte erstmals konkret die geplante Kürzung der Liste mit jagdbaren Tierarten und die beabsichtigte Wiedereinführung der Jagdsteuer. Hier gibt es laut Ott „mit Sicherheit“ Veränderungsbedarf gegenüber dem laut SPD „nicht in Stein gemeißelten“ Gesetzentwurf. Müller-Schallenberg: „Das ist zwar nicht genug, aber ein Anfang.“

Der LJV-Präsident ist überzeugt, dass die SPD für den Landesjagdverband ein fairer Partner bleiben will. „Hoffentlich steht ihr der Koalitionspartner dabei nicht im Weg. Aufschluss geben werden die kommenden Wochen bis zur Verabschiedung des Gesetzes im Mai. Jagdpolitisch hat es mit der SPD in NRW nie Ärger gegeben. Das Problem ist das ideologische Vorgehen der Grünen“, sagte Müller-Schallenberg. Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Norwich Rüße habe es vor den 15.000 Jägern und Landleuten sicher nicht leicht gehabt, aber seine Rede sei als von oben herab und arg belehrend empfunden worden. „So müssen sich die Grünen nicht wundern, wenn sie für viele der Buhmann sind und nicht nur Jäger und Landleute fordern: Schluss mit den Verboten!“ CDU-Chef Armin Laschet und sein FDP-Kollege Christian Lindner haben laut LJV einen ganz anderen Ton getroffen. Sie gäben nicht vor, alles besser zu wissen, sondern trauten den Leuten zu, mit Kompetenz und Erfahrung Dinge auch selber ohne permanente staatliche Regulierung in Ordnung halten zu können.

Die Mitte der Gesellschaft habe die Nase voll von einer Politik auf Kosten der Betroffenen und zur Befriedigung irgendwelcher Kleingruppen. Wer zur Mitte der Gesellschaft gehöre und wer nicht – das sei ebenfalls in Düsseldorf vor dem Landtag deutlich geworden. „15.000 Jäger und Landleute standen dort gegen 30 Jagdgegner.“

Ralph Müller-Schallenberg: „Auf den Tag der Demonstration genau vor 167 Jahren, am 18. März 1848, sind Bürger und Bauern in Berlin niederkartätscht worden. Es waren die letzten Zuckungen des Feudalismus. Wir sind am selben Tag zum Landtag von Nordrhein-Westfalen gezogen, um uns gegen eine Art Neofeudalismus zu wehren. Er kommt heute nicht mit Bajonett und Kanonen daher. Er säuselt den sanften Öko-Sound. Tatsächlich geht es aber darum, Land und Leute zu schikanieren und klein zu machen. Der Landesjagdverband und die anderen Landnutzer wehren sich gemeinsam dagegen, dass uns Freiheitsrechte genommen werden sollen.“

Den Mitgliedern des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, den anderen Landesjagdverbänden, dem Deutschen Jagdverband, den neun NRW-Partnerverbänden des ländlichen Raumes, dem europäischen Jagdverband FACE und dem internationalen CIC dankte Müller-Schallenberg für die Unterstützung: „Sie alle waren und Sie sind großartig – und gemeinsam werden wir das bleiben!“

Für den LJV gibt es beim geplanten NRW-Jagdgesetz weiterhin 13 Knackpunkte:

1. Der geplante Eingriff in den Katalog der jagdbaren Arten ist ein maßloser und verfassungswidriger Angriff auf die Eigentums- und Handlungsfreiheit. Er missachtet die Hegeleistungen der Jäger für mehr Artenvielfalt und gibt dem Wild weniger statt mehr Schutz. 

2. Die geplante Einführung von jährlichen Schießnachweisen und die geplante Verpflichtung auf bleifreie Büchsengeschosse greifen die Regelungskompetenz des Bundes an.

3. Das geplante Verbot der Baujagd belastet die ohnehin gefährdeten Arten weiter, gerade in Niederwildgebieten wie dem Münsterland oder dem Niederrhein.

4. Die vorgesehenen Einschränkungen bei der Fangjagd stehen im krassen Widerspruch zu der vom Land NRW angestrebten Biodiversitätsstrategie. Auch sie belasten seltene Bodenbrüterarten weiter.

5. Das generelle Tötungsverbot für wildernde Katzen, ohne dass gleichzeitig mildere Alternativen eingeführt werden, verhindert Wildtier- und Artenschutz.

6. Das geplante Verbot der Lockjagd auf Rabenkrähen außerhalb der Einzeljagd führt zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft, setzt Tierarten und Bodenbrüter immer größerem Druck von Fressfeinden aus und ist völlig praxisfern.

7. Die geplanten Eingriffe bei der Jagd in Schutzgebieten gefährden 20 Prozent der heutigen Jagdfläche in Nordrhein-Westfalen.

8. Das geplante Fütterungsverbot von Schwarzwild auch in Notzeiten lässt diese Wildart in der Not verhungern und ist damit absolut tierschutzwidrig.

9. Die Einschnitte bei der Jagdhundeausbildung bedeuten nicht mehr, sondern weniger Tierschutz.

10. Die geplante Gleichsetzung von Kleinstvereinen ist eine skandalöse Bevorzugung von Minderheiten und eine gesetzlich verordnete Entmachtung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen als größter Interessenvertretung und Landesvereinigung der Jäger in Nordrhein-Westfalen.

11. Die Möglichkeit des örtlichen Verbotes von Kirrungen bezweckt letztendlich ein totales Kirrverbot. Die Mitteilungspflicht per GPS ist praxisfern und erinnert an einen Überwachungsstaat.

12. Die geplante Änderung des Landesforstgesetzes beabsichtigt ein Verbot der Anwendung von Wildkameras an Kirrungen und ein erleichtertes Zutrittsrecht für Unbefugte. Es gefährdet zudem das derzeit bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Waldbesitzern und Waldbesuchern.

13. Die angestrebte Wiedereinführung der Jagdsteuer ist kategorisch abzulehnen. Sie wird selbst von den empfangsberechtigten Kommunen als nicht geboten angesehen. Jäger erbringen in ganz NRW flächendeckend Leistungen für den Tier- und Artenschutz, die mit Sicherheit beispielhaft sind.

 

Bilder der Demo finden Sie zur freien Verwendung unter www.ljv-nrw.de

 

Pressekontakt:
Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Andreas Schneider
Gabelsbergerstraße 2
44141 Dortmund

Tel.: 0231/2868-810
Fax: 0231/2868-888
E-Mail: aschneider@ljv-nrw.de
Web: www.ljv-nrw.de

"Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!" Mit der Großdemonstration in Düsseldorf setzt der LJV-NRW ein deutliches Zeichen für ein sach- und fachorientiertes Jagdgesetz. Die Veranstaltung wird live auf den Webseiten von DJV und LJV-NRW übertragen.

Tausende Jäger und Landleute aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa werden am kommenden Mittwoch (18. März) zur Protestdemonstration am Düsseldorfer Landtag gegen die Pläne der Landesregierung für ein neues Landesjagdgesetz erwartet. Die SPD als größte Regierungsfraktion hat in den vergangenen Wochen immer wieder erhebliche Änderungen an dem von Minister Johannes Remmel (Grüne) vorgelegten Gesetzentwurf angekündigt. „Wir wollen es jetzt genau wissen“, sagt Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Die Veranstaltung wird live auf den Webseiten des DJV (www.jagdverband.de) und des LJV-NRW (www.ljv-nrw.de) übertragen. Während der Demo wird es auf der Facebook-Seite des DJV (www.facebook.com/Jagdverband) sowie auf der Webseite des LJV-NRW eine laufende Berichterstattung mittels aktueller Statements und Fotoimpressionen geben.

EMNID-Umfrage: 93 Prozent Zustimmung in Nordrhein-Westfalen

Bei einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid  in Nordrhein-Westfalen gaben 93 Prozent an, dass Jäger durch die Pflege ihrer Reviere zum Natur- und Artenschutz beitragen. 77 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Jägerinnen und Jäger in Zukunft mehr Wildtiere erlegen sollten, wenn dies notwendig ist, um den Wald zu schützen und Wildschäden zu vermeiden. 86 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Versorgung von Tieren in Notzeiten aus. Der Umfrage zufolge halten lediglich neun Prozent der Bevölkerung die Jagd für nicht gut. Durchgeführt wurde die Umfrage vom 12. bis 14. März 2015 unter 1.000 Befragten im Auftrag des Grundbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen.

„Damit werden unsere regelmäßigen bundesweiten Imagebefragungen noch übertroffen“, sagte Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Der Rückhalt für die Jagd sei weiterhin groß, die Argumentation mancher Landespolitiker, Reformen seien notwendig um das Image der Jäger aufzupolieren, laufe ins Leere. Max von Elverfeldt, Vorsitzender des Grundbesitzerverbandes NRW sagte anlässlich der Vorstellung der Emnid-Befragung, immer weniger Menschen in den Ballungsgebieten wüssten etwas über die Natur. „Das trifft leider auch auf manche Abgeordnete zu. Wie sollen sie verantwortlich über einschneidende Änderungen im Landschafts-, Jagd- oder Fischereigesetz entscheiden, wenn sie die Materie bestenfalls aus Büchern kennen?“, so Elverfeldt weiter.

Seit 1999 lässt der DJV Imagebefragungen zur Jagd auf Bundesebene durchführen, zuletzt 2011. Rund 80 Prozent der Deutschen sind demnach überzeugt, dass die Jagd notwendig ist, um Wildbestände zu regulieren sowie Wildschäden in Wald und Feld vorzubeugen. Die Fütterung von Wild in Notzeiten befürworten 85 Prozent der Deutschen. Dass Jäger die Natur lieben, denken fast 90 Prozent der Bundesbürger. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Marktforschung und Kommunikation, Bremer und Partner GmbH (IFA). Die Aussage, dass Jäger aus Lust am Töten auf die Jagd gingen, findet übrigens kaum Zustimmung: 87 Prozent der Deutschen waren anderer Meinung. Vor knapp 10 Jahren lag die Quote bei 77 Prozent. Mehr Zustimmung und Interesse für Jagd und Jäger in der Bevölkerung – dieser Trend geht einher mit einer steigenden Zahl von Jagdscheininhabern in Deutschland. Waren es 1990/91 noch 321.700, lag deren Zahl im Jagdjahr 2013/14 bereits bei 369.314.

DJV lehnt verpflichtende Waffensicherungssysteme ab

Anlässlich der IWA 2015 äußerte sich der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann zum Thema Waffensicherung:  Laut Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD solle das Waffenrecht im Hinblick auf die technische Entwicklung auf seine Praktikabilität hin angepasst werden. Dies ziele aber nicht auf eine Verschärfung des Waffenrechts. Vielmehr gehe es darum, neue Waffensicherungssysteme alternativ zu den bisherigen zuzulassen, falls sie ein vergleichbares Sicherheitsniveau erreichten.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) bezieht hierzu klar Position: Verpflichtende Sperrsysteme für den Transport, Übernachtung o.ä. werden abgelehnt. Dazu gibt es einen einstimmigen Präsidiumsbeschluss vom September 2014. DJV-Präsident Hartwig Fischer hat diese ablehnende Haltung auch mehrfach gegenüber dem Bundesministerium des Innern (BMI) kommuniziert. Auch weitergehende Ideen, wie biometrische Sicherungssysteme an der Waffe, sind weder sicherheitsrelevant noch jagdpraktisch nutzbar und werden vom DJV abgelehnt.

Im Frühjahr 2015 startet die fünfte Flächendeckende Erfassung (FE) des Wildtierinformationssystems der Länder Deutschlands (WILD). Ziel ist eine möglichst lückenlose Erfassung der Verbreitungsgebiete, der Populationsdichten und -entwicklungen sowie der Jagdstrecken ausgewählter Wildarten in Deutschland.

Mit den Daten liefert die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Biologischen Vielfalt in Deutschland und trägt zur Sicherung der jagdlichen Nutzung stabiler Wildtierpopulationen bei. Der DJV und die beteiligten Landesjagdverbände rufen alle Revierinhaber auf, sich an der FE zu beteiligen.

Mitmachen dringend erwünscht
Denn wer, wenn nicht die Jäger, können das Vorkommen relevanter Arten und mögliche Veränderungen in Feld- und Waldhabitaten am besten einschätzen. So tragen sie doch auch große Verantwortung für die in ihren Revieren vorkommenden und bejagten Arten. An der FE 2013 beteiligten sich rund 25.000 Jagdbezirke – das umfasst etwa 40 % aller Reviere in Deutschland. Die FE stellt damit das größte und bislang einzige Monitoring-Programm für Wildtiere in Deutschland dar und ist gleichzeitig wegweisend für ähnliche Vorhaben in anderen europäischen Ländern.

Welche Arten werden erfasst?

offizielles WILD LogoDie Abfrage der klassischen Niederwildarten Rebhuhn (Brutvorkommen, Jagdstrecke), Fasan und Wildkaninchen (beide Vorkommen, Jagdstrecke) wird im Jahr 2015 um die Waldschnepfe ergänzt, da die aktuelle Datenlage zum tatsächlichen Brutvorkommen vergleichsweise dünn ist. Vor allem ihre heimliche Lebensweise in den Brutgebieten sowie das opportunistische, unberechenbare Zugverhalten macht eine Einschätzung der Populationsgröße der Waldschnepfe schwierig. Deshalb werden zusätzlich Daten zu Durchzüglern, Wintergästen und/oder Lagerschnepfen eingeholt.

Nach der FE 2013 werden im Zusammenhang mit den Raubsäugern Rotfuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär und Mink wiederholt Details zur Jagdstrecke (Abschuss, Fallenfang, Fallwild) sowie zum Auftreten der Krankheiten Räude und Staupe abgefragt. Vor allem das Krankheitsgeschehen kann vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Besätze der Neozoen besser verfolgt werden. 

Die Wildkatze wird im Jahr 2015 nach der FE 2006 und FE 2011 bereits zum dritten Mal abgefragt. Besonderes Augenmerk liegt wiederum auf der Art des Nachweises dieses sehr scheuen Tieres. Außerdem soll die Abfrage Informationen darüber liefern, ob und inwieweit es die Katzen mittlerweile schaffen, durch die neu entstehenden Lebensraumverbundachsen (Projekt „Wildkatzensprung“ des BUND) ihr Verbreitungsgebiet zu erweitern. Gerade im Hinblick auf den Versuch der Vernetzung der bislang weitgehend isolierten Einzelpopulationen ist eine derartige Beobachtung im Rahmen der FE  sinnvoll.

Erneut bei der FE dabei sind Fischotter, Biber und Nutria. Diese Arten wurden erstmals im Jahr 2006 hinsichtlich ihres Vorkommens abgefragt. Im Jahr 2015 soll nun auch die Art des Nachweises (Beobachtung/Spuren, Burg/Bau, Jungtiere) angegeben sowie die Größe der Gesamtpopulation eingeschätzt werden. In diesem Zusammenhang wird erstmalig der Bisam in die Abfrage mit aufgenommen.

Datenqualität ist entscheidend
Sollte eine der im Fragebogen genannten Arten im jeweiligen Revier nicht vorkommen, so muss auch dies durch Ankreuzen des Feldes „kein Vorkommen“ dokumentiert werden. Nur so lassen sich Status und künftige Veränderungen auswerten. Zudem ist es bei der Ermittlung der Besatz- bzw. Paardichte wichtig, Doppelzählungen zu vermeiden. Daher sollen wirklich nur die im jeweiligen Revier brütenden Paare angegeben werden. Hilfreich ist eine Absprache der Revierinhaber untereinander. Dies gilt gerade für Arten, deren Streifgebiet mehrere Jagdbezirke umfasst.

Die Erfassungsbögen werden je nach Bundesland auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt. Weitere Informationen gibt es beim zuständigen Landesjagdverband. Den Erfassungsbogen gibt es auf jagdverband.de als Download.

Kontakt:
Svende Kampmann
DJV-Referentin für Wildökologie und Wildtiermanagement
Tel: 030 / 209 13 94 - 17
Mail: s.kampmann@jagdverband.de

Der Deutsche Jagdverband fordert eine aussagekräftige Kriminalstatistik für eine Versachlichung der Diskussion um den rechtmäßigen privaten Waffenbesitz.  

Anlässlich der IWA OutdoorClassics, Europas größter Fachmesse für Waffen, die ab heute in Nürnberg stattfindet, fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) eine Versachlichung der Diskussion um den rechtmäßigen privaten Waffenbesitz. „Überzogene Kontrollgebühren und unsachliche Diskussionen sind kein Beitrag zur öffentlichen Sicherheit“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

Der DJV fordert in der Diskussion um den Waffenbesitz den „wissensbasierten Weg“ statt Ideologie und Panikmache. Zentrale Aufgabe der Politik muss daher eine Nachbesserung der polizeilichen bundesweiten Kriminalstatistik sein: Diese unterscheidet derzeit bei Straftaten mit Schusswaffen nicht zwischen legalem oder illegalem Waffenbesitz. „Ohne wirklich belastbares Zahlenmaterial wird in regelmäßigen Abständen reflexartig eine Verschärfung des Waffenrechts gefordert, um angeblich mehr Sicherheit zu erreichen“, sagte Dammann-Tamke. „Der Weg zu mehr Transparenz, der mit einem zentralen Waffenregister begonnen worden ist, muss nun auch konsequent zu Ende gegangen werden.“

Jäger gehen mit ihrem Handwerkszeug - den Waffen - verantwortungsbewusst um. Das deutsche Waffengesetz ist eines der strengsten der Welt. Die Herausforderung sind nicht die legalen, sondern die illegalen Waffen. Der DJV fordert Politik und Verwaltung auf, verstärkt gegen den illegalen Waffenbesitz vorzugehen. „Wenn Politik und Verwaltung die Energie, die sie in die Überwachung der legalen Waffenbesitzer stecken, in die Eindämmung des illegalen Waffenbesitzes stecken würden, dann wäre für die innere Sicherheit viel gewonnen“, sagte Dammann-Tamke.

„Die Jägerinnen und Jäger in Deutschland sind sich Ihrer hohen Verantwortung und Sorgfalt als legale Waffenbesitzer gegenüber der Gesellschaft bewusst. Wir erfüllen pflichtbewusst alle Auflagen, erwarten aber auch im Gegenzug von den Kommunen, nicht durch Erhebung von überzogenen Gebühren für die Überprüfung der Aufbewahrung den legalen Besitz für Durchschnittsverdiener unmöglich zu machen“, so Dammann-Tamke abschließend.

Aktuelle Wolfsichtungen in der Nähe von Siedlungsgebieten führen in der Bevölkerung zu Verunsicherung. Der DJV nimmt hierzu Stellung. 

In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind Wölfe in jüngster Zeit nah an menschliche Siedlungen gekommen. Von der vielbeschworenen Scheu war nichts zu merken, was zu großer Verunsicherung der Bevölkerung geführt hat. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat gegenüber der Zeitung „Welt am Sonntag“ aktuell Stellung genommen. DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Gert Dittrich betonte gegenüber der Zeitung: "Es reicht nicht aus, zu sagen 'Willkommen Wolf'. Und es reicht auch nicht, bei fehlender Scheu gleich von abnormem Verhalten zu reden. Die Bestände wachsen schnell und halbstarke Wölfe wandern ab. Diese agieren dabei unerfahren und neugierig, ähnlich wie junge Hunde.“

Der Wolf sei ein großes Raubtier. Und die Menschen hätten verlernt, mit diesem umzugehen. Viele Menschen nutzten die Natur heutzutage nur noch als schöne Kulisse für ihre Freizeitaktivitäten, so Dr. Dittrich. Der DJV-Wolfsexperte machte darauf aufmerksam, dass erst aus dem Verständnis für die Natur ein Respekt vor möglichen Gefahren resultiere. Wenn sich der Wolf in der dicht besiedelten Kulturlandschaft  Deutschlands weiter ausbreitet, wird es laut DJV häufiger zu Begegnungen zwischen Mensch und Wolf kommen. Dr. Dittrich: „Mit der Rückkehr des Wolfes ist ganz besonders für Haus- und Nutztiere ein Risiko verbunden. Aber niemand kann ausschließen, dass es zu Übergriffen auf Menschen kommen kann. Da fordere ich die zuständigen Politiker auf, dass auch so ehrlich zu sagen.“

Ein professionelles, Länder übergreifendes Wolfsmanagement ist laut DJV die Grundlage für ein Frühwarnsystem bei auffälligen Wölfen. Vor diesem Hintergrund ruft der DJV Jäger auf, sich noch intensiver als bisher am Wolfsmonitoring zu beteiligen. „Zahlreiche Jäger sind bereits als Wolfsbeauftragte geschult. Sie helfen bei Fragen weiter und liefern zudem Hinweise auf Wolfsvorkommen", so Dittrich. „Der Wolf ist gekommen, um in Deutschland zu bleiben. Er muss die Scheu vor dem Menschen wieder lernen und wir müssen uns auf ihn einstellen“. Laut DJV müsse deshalb intensiver über mögliche Vergrämungsmaßnahmen nachgedacht werden. 

Der Artikel von „Welt am Sonntag“ aktuell finden Sie hier: Jäger erwarten Wolfsangriffe gegen Menschen

Seit dem Jahr 2006 überwachen Jäger systematisch und wissenschaftlich fundiert die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund und Mink. Jetzt liegen die Ergebnisse für 2013 vor, die im Rahmen des Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD) veröffentlicht werden.

Seit dem Jahr 2006 überwachen Jäger systematisch und wissenschaftlich fundiert die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund und Mink. Jetzt liegen die Ergebnisse für 2013 vor, die im Rahmen des Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD) veröffentlicht werden. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent).
  • Der Marderhund lebt in jedem dritten Revier (32 Prozent), das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2006.
  • Der Mink, ein Spezialist für wassernahe Lebensräume, kommt in 9 Prozent der Reviere vor (plus 4 Prozentpunkte).

 

Bezogen auf die Kerngebiete des Vorkommens leben Waschbär und Marderhund bereits in drei von vier Jagdrevieren. Festgestellte Ausbreitungstendenz in sieben Jahren: 41 Prozentpunkte beim Waschbär und 23 beim Marderhund.

„Die Jäger-Daten sind alarmierend. Wenn wir spezialisierten Tieren helfen wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensraum verbessern und Fressfeinde reduzieren“, so DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender gebietsfremder Arten (Neozoen) fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) eine intensivere Erforschung des Einflusses auf die heimische Artenvielfalt und eine Intensivierung der Fangjagd. Eine Einschränkung der Fangjagd, wie in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen geplant, ist laut DJV kontraproduktiv. Ebenso der Umgang einiger Naturschutzverbände mit ihren eigenen Mitgliedern: Auf Bundesebene wird ein Fallenverbot gefordert, gleichzeitig setzen dieselben Verbände vor Ort Fanggeräte ein, um Wiesenbrüter zu schützen. Viel wichtiger sei es laut DJV, sich zur Bejagung zu bekennen und die konsumptive Nutzung zu fördern. Schließlich habe eine Jacke mit Wildpelz eine wesentlich bessere Öko-Bilanz als eine Funktionsjacke aus Erdöl.

Bereits heute zeigen konkrete Einzelbeispiele, wie groß der Druck auf bedrohte heimische Arten sein kann: In Thüringen hat der Waschbär bereits ein Viertel der möglichen Horstplätze des seltenen Uhus für sich beansprucht. Der Eierdieb macht sich auch über Gelege zahlreicher bedrohter Arten her. Allerdings lässt sich dies schwer nachweisen, da er nur den Ei-Inhalt nascht und Schalen im Darm selten nachweisbar sind (hier geht es zum Video-Beweis). In Brandenburg dezimiert der nordamerikanische Kleinbär die letzten Bestände der Sumpfschildkröte: Wo er vorkommt, weist nahezu jedes zweite Reptil schwere Verletzungen auf. In Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein treibt der amerikanische Mink sein Unwesen entlang der Elbe. Von Tierschützern zu zehntausenden aus Farmen „befreit“, bedroht er jetzt Wiesenbrüterbestände.

An der Erhebung teilgenommen haben knapp 25.000 Reviere, deren Daten von drei wissenschaftlichen Einrichtungen ausgewertet wurden, darunter das Thünen-Institut in Eberswalde (Bundesforschungseinrichtung). Weitere Infos zum WILD-Projekt unter: www.jagdverband.de.

Detailübersicht der Ergebnisse

Waschbär
  • Deutschlandweit kommt der Kleinbär in 46 Prozent aller Jagdreviere vor.
  • Im Kerngebiet (Brandenburg, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) sind 71 Prozent der Jagdreviere in Waschbär-Hand. 2006 haben nur 42 Prozent ein Vorkommen gemeldet.
  • Der größte Zuwachs ist innerhalb von sieben Jahren in Sachsen-Anhalt zu verzeichnen: plus 41 Prozentpunkte.
  • Ebenfalls beliebt bei Waschbär sind Mecklenburg-Vorpommern (42 Prozent, Ausbreitung: 26 Prozentpunkte) und Niedersachsen (38 Prozent, Ausbreitung: 16 Prozentpunkte).
  • Nordrhein-Westfalen ist ebenfalls beliebt: 36 Prozent der Jagdreviere melden die Anwesenheit des Waschbärs – 11 Prozentpunkte mehr als 2006.
Marderhund
  • Deutschlandweit melden 32 Prozent der Reviere ein Vorkommen.
  • Im Kerngebiet (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt) wurde der aus Asien stammende Hundeartige in 72 Prozent aller Reviere nachgewiesen.
  • Der größte Zuwachs von 2006 bis 2013 ist in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen: plus ein Viertel.
  • In Niedersachsen steigen die Nachweise um 15 Prozentpunkte: 2013 kam der Enok in 29 Prozent der Reviere vor.
Mink
  • Deutschlandweit melden 9 Prozent der Reviere ein Vorkommen des amerikanischen Nerzes.
  • Im Kerngebiet (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt) wurde der Mink in 23 Prozent aller Reviere nachgewiesen. Ein Plus von 9 Prozentpunkten seit 2006.

Wissenschaftliche Quellen zum Einfluss gebietsfremder Arten:
Clout, M.N. (2002): Biodiversity loss caused by invasive alien vertebrates. Zeitschrift für Jagdwissenschaft 48: 51-58

European Environment Agency (2012): The impacts of invasive alien species in Europe. EEA Technical report No 16/2012. Luxembourg

Görner, M. (Hrsg.)(2009): Haben Waschbären (Procyon lotor) einen Einfluss auf den Reproduktionserfolg heimischer Vögel? Acta ornithoecologica. Bd. 6, H. 4:197-210, Druckhaus Gera

Schneeweiß, N.; Wolf, M. (2009): Neozoen – eine neue Gefahr für die Reliktpopulationen der Europäischen Sumpfschildkröte in Nordostdeutschland. Zeitschrift für Feldherpetologie 16:163-182

Viedeo-Beweis: Der Eierdieb in Aktion

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