Tierfund-Kataster: App gegen Wildunfälle

21. September 2018 (DJV) Berlin
Im Herbst fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung und erhöht das Risiko für Wildunfälle. Überraschendes Ergebnis: Kleintiere wie Feldhase und Marder verursachen jede fünfte Kollision. Das haben aktue...

Afrikanische Schweinepest in Belgien nachgewiesen

14. September 2018 (DJV) Berlin
Das ASP-Virus ist noch 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Verantwortlich für die Verbreitung ist der Mensch, etwa über Transitstrecken. Reste infizierter Rohwurst reichen aus für einen Au...

Re(h)ger Verkehr

27. Juli 2018 (DJV) Berlin
Autofahrer aufgepasst: Die Paarungszeit des Rehwildes ist in vollem Gange. Auf Landstraßen ist jetzt auch tagsüber mit erhöhtem Wildwechsel zu rechnen.

Informieren und Verantwortung zeigen

14. Juni 2018 (DJV) Bremen/Berlin
Felle aus nachhaltiger Nutzung, Afrikanische Schweinepest und der Wolf: Wie vielschichtig die Verbandsarbeit ist, zeigt der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Jagdverbandes.

Bundesrat beschließt Maßnahmen zur ASP-Prävention

2. März 2018 (DJV) Berlin
DJV begrüßt Initiative der Bundesregierung, warnt aber vor überzogenen Maßnahmen vor Ort: Jäger und andere Beteiligte müssen einbezogen werden. Jäger sollten Wildschwein-Kadaver nicht transportieren, ...

Gemeinsam gegen Wildunfälle

22. Januar 2018 (DJV) Berlin
DJV fordert bessere Finanzierung des Bundesprogramms Wiedervernetzung und ruft Verkehrsteilnehmer auf, Wildunfälle aktiv im Tierfund-Kataster einzutragen.  

Grüne Woche 2018: Was tun, wenn es kracht?

16. Januar 2018 (DJV) Berlin
Etwa alle zweieinhalb Minuten kollidiert laut DJV-Wildunfallstatistik ein Wildtier mit einem Auto. Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden? Was bedeutet die Geschwindigkeit für den Bremsweg? Der Deutsch...

Vorgestellte Studien zeigen, dass blaue Reflektoren die Zahl der Wildunfälle senken können, die Wirkweise ist allerdings umstritten. Rund 200 Experten nahmen an der Fachtagung von ADAC und DJV teil.

"Reflektoren wirken / nicht": Am Rande der Messe Pferd und Jagd trafen sich Anfang Dezember 2017 rund 200 Experten aus Wissenschaft, Behörden und Verbänden, um über die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren zu diskutieren. Wissenschaftler des Instituts für Wildbiologie Göttingen und Dresden stellten das Ergebnis einer Langzeitstudie aus Schleswig-Holstein vor, die ADAC, DJV und weitere Partner unterstützt haben: Auf den mit Reflektoren ausgestatteten Strecken wurden im Schnitt 60 Prozent weniger Wildunfälle registriert. Während vier Jahren trat weder ein Gewöhnungseffekt noch eine Verlagerung des Unfallgeschehens auf. Über ähnlich hohe Rückgänge bei Wildunfällen berichteten die Initiatoren der Aktion Lichtzaun in Baden-Württemberg, die auf 4.000 Straßenkilometern Reflektoren angebracht hatten. Ein Langzeitprojekt der Universität für Bodenkultur Wien kommt zu dem Schluss: Wenn der richtige Reflektor richtig eingesetzt, montiert und gewartet wird, dann wirkt er. Jäger, Verwaltung, Polizei und Tierschützer müssten mehr kooperieren um Unfälle effektiv zu reduzieren.

Deutlich kritischer beurteilten Vertreter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV), Technische Universität (TU) Dresden sowie Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren. Der FVA-Wissenschaftler wies nach, dass die Farbe Blau für Rehe keine Warnfarbe ist. Bei verschiedenen Versuchen zeigten die Tiere keine Verhaltensänderung oder gar einen Fluchtreflex. Der GDV-Vertreter konnte noch keine Ergebnisse der eigenen Untersuchung präsentieren, verwies aber auf internationale Studien, die mehrheitlich keine Wirksamkeit von Reflektoren nachweisen konnten. Die lichttechnische Untersuchung der TU Dresden hatte zum Ergebnis, dass Wildwarnreflektoren überhaupt keine für Wildtiere wahrnehmbaren Lichtreflexe in den Straßenseitenraum abstrahlen können. Allerdings hat eine kleine Befragung unter Autofahrern ergeben, dass 70 Prozent aufmerksamer oder langsamer fahren, wenn sie Reflekoren wahrnehmen. Bei künftigen Forschungsprojekten sollte der Faktor Mensch entsprechend stärker berücksichtigt werden.

Einig waren sich die Teilnehmer der Tagung, dass es nicht die eine Präventionsmaßnahme gibt, die für alle Situationen geeignet ist. Vielmehr müsse je nach Verkehrssituation und Rahmenbedingungen ein Maßnahmenpaket geschnürt werden. Beispielsweise sollten Fehler bei der Straßenrandbegrünung vermieden werden. Attraktive Futterpflanzen wie Hartriegel oder Obstbäume wirken wie ein Magnet auf Rehe und andere Pflanzenfresser, ebenso viele Kräuter- und Grasmischungen. Hier sollten Pflanzen mit hohem Bitterstoffgehalt zum Einsatz kommen. Ähnliches gilt auch für Streusalz. Teilnehmer äußerten die Sorge, dass die Straßenbauverwaltungen auf Grundlage der vorgestellten Untersuchungen die Duldung von Wildwarnreflektoren widerrufen könnten. Auch wenn die Wirkweise nicht abschließend geklärt sei, könne eine Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Eine Tierschützerin ergänzte, dass jeder verhinderte Wildunfall als Erfolg gewertet werden muss.

Am Rande der Fachtagung stellte der DJV das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor: Über Internet und App können Verkehrsteilnehmer Wildunfälle melden. Sogar ein Foto lässt sich für die bessere Bestimmung des Wildtieres hochladen. Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten aus. So sollen Wildunfallschwerpunkte ermittelt und schließlich entschärft werden. Mehr als 40.000 Datensätze liegen inzwischen bundesweit vor.

Die Vorträge aus der Fachveranstaltung gibt es beim ADAC zum Herunterladen: http://bit.ly/WU-Tagung_Vorträge

Eine Videoaufzeichnung der abschließenden Podiumsdiskussion gibt es auf der DJV-Facebookseite: http://bit.ly/WU-Tagung_Video

Eine Fotostrecke mit wichtigen Zitaten der Experten gibt es hier: http://bit.ly/WU-Tagung_Fotos

 

Wildunfälle in Deutschland

6. Dezember 2017 (ADAC/DJV) Berlin/München
Aktuelle DJV-Statistik: Knapp 228.500 Wildunfälle im Jagdjahr 2016/17. Experten diskutieren auf einer Fachtagung von ADAC und DJV in Hannover über die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.
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