Wildschwein (Sus scrofa)

Kennzeichen

  • Größe schwankt in Abhängigkeit von der Region; in Deutschland etwa 100 bis 150 kg, in Osteuropa fast doppelt so schwer.
  • Dichtes Fell mit derben Borsten, im Sommer braun-schwarz, im Winter überwiegend schwarz, daher der Name “Schwarzkittel”.
  • Frischlinge mit längsgestreiftem Fell.
  • besonders männliche Wildschweine (Keiler) haben starke Eckzähne, die zu schweren Verletzungen bei Mensch und Tier führen können, die der weiblichen Tiere (Bachen) sind deutlich kleiner

 

admin Fr., 2015-03-06 17:07

Rund 11.145 Tonnen Wildfleisch vom Wildschwein verzehrten die Deutschen im Jahr 2013/14. Damit sind die Schwarzkittel die beliebteste Wildart, belegt eine aktuelle Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV). 

Rund 11.145 Tonnen Wildfleisch vom Wildschwein verzehrten die Deutschen im Jahr 2013/14. Damit sind die Schwarzkittel die beliebteste Wildart, belegt eine aktuelle Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV).  Über 23.452 Tonnen Fleisch von Hirsch, Reh und Co. kam im Jagdjahr 2013/14 auf die Tische der Verbraucher. Während die Einfuhr von Wildfleisch aus Osteuropa und Übersee in den vergangenen fünf Jahren um 11 Prozent gesunken ist, bleibt der Verzehr von heimischem Wild gleichbleibend hoch. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist die Nachfrage besonders groß, allerdings ist Wild das ganze Jahr über erhältlich. „Wildtiere kennen keine Marktwirtschaft. Im Jahresverlauf bestimmen Nahrungsangebot, Witterung und nicht zuletzt der Jagderfolg das Angebot“, so DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jürgen Ellenberger. 

Heimisches Wildfleisch 2013/14Wild aus der Region ist ein frisches Naturprodukt, das durch kurze Vertriebswege schnell und umweltfreundlich zu dem Endverbraucher gelangt. Ob klassischer Wildschweinbraten aus der Keule, würziges Gulasch oder saftige Steaks aus dem Rücken, die Vielzahl der Rezepte und Zubereitungsmöglichkeiten bieten für jeden Fleischliebhaber das passende Gericht. Und wer sich noch nicht an einen Wildbraten, wegen der vermeintlich schwierigen Zubereitung, getraut hat, findet auf der Internetseite www.wild-auf-wild.de einfache und leckere Rezepte für alle heimischen Wildarten. 

Wissenswertes zu Wildfleisch

  • Wildbret ist eine Bezeichnung für das Fleisch wild lebender Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen und wurde in den Jahren zwischen 1050 und 1350 geprägt. Das Wort „bræt“ bedeutet lediglich Fleisch.
  • Wildfleisch ist besonders im Herbst und frühen Winter sehr zart, weil das Muskelfleisch der Tiere prozentual mehr „gute“ Fette enthält.
  • Das Fleisch heimischer Wildtiere enthält einen ähnlich hohen Anteil (14-21 Prozent) der gesunden Omega-3-Fettsäuren  wie der allzeit gepriesene Lachs (20 Prozent).
  • Wo Verbraucher dieses Zeichen „Wild aus der Region“ finden, gibt es heimische Ware. Im Supermarkt sollte unbedingt die Herkunft geprüft werden: Hirschfleisch stammt oftmals von Tieren aus Gatterhaltung in Neuseeland.

Neue DJV-Filme zeigen Sicherheit und Sinn der Erntejagd

Der DJV hat zwei Videos zum Thema Sicherheit und Notwendigkeit der Erntejagd veröffentlicht. Diese sind ab sofort auf dem YouTube-Kanal des DJV zu sehen.

Wildschweine leben zwischenzeitlich vier bis fünf Monate im Jahr komplett in Maisfeldern. Dort sind sie kaum bejagbar. Die Erntezeit öffnet ein kurzes Zeitfenster, um effektiv jagdlich einzugreifen. Folgerichtig sind Erntejagden in Deutschland mittlerweile Standard.

Die Kulturlandschaft in Deutschland hat in den letzten 25 Jahren tiefgreifende Veränderungen gesehen, von denen besonders Wildschweine profitieren. So hat unter anderem der Wandel in der Energiepolitik dazu geführt, dass auf mittlerweile 10 Prozent der Bundesfläche Mais und Raps angebaut werden –26-mal mehr Nahrungsquelle und Lebensraum –als in den 1960er Jahren.

Hintergrundinformationen zu Jagd und Sicherheit:

Jagd ist vergleichsweise sicher. Der Durchschnittsdeutsche lebt in den eigenen vier Wänden bei der normalen Hausarbeit 10-mal gefährlicher als der Jäger bei der Jagd. Das Autofahren ist etwa 8-mal gefährlicher, Bergwandern fast 5-mal gefährlicher als Jagen. Detaillierte Infos finden Sie hier.

Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung listet für das Jahr 2010 zwei tödliche Jagdunfälle durch Schusswaffen bei über 350.000 Jägern, im Archiv der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind genau 3 tödliche Jagdunfälle mit Waffen verzeichnet.

Gemeinsame Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen

Unterzeichner: Landesjagdverband Sachsen e.V., Sächsischer Landesbauernverband e.V., Staatsbetrieb Sachsenforst, Sächsischer Waldbesitzerverband e.V., Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer

Zielsetzung:

Das Ziel besteht darin, gesunde, tragbare und gut strukturierte Schalenwildbestände zu entwickeln und zu erhalten. Damit soll das Risiko großer Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft weiter minimiert werden. Dabei sollen insbesondere überhöhte Schwarzwildbestände abgebaut werden, wodurch neben der hohen Wildschadensgefahr auch die Gefahr von Wildseuchen verbunden mit großen wirtschaftlichen Schäden für alle Beteiligten weiter verringert wird. Die bereits erfolgreichen Jagdstrecken der letzten Jahre zeigen einen guten Trend. Das große Engagement der Jäger hat aber noch nicht überall zu einer wirksamen, nachhaltigen Reduzierung des Schwarzwildbestandes geführt. Die Unterzeichner appellieren an die Pflicht der Partner (Jäger, Landnutzer, Waldnutzer, Flächeneigentümer, Jagdgenossenschaften), das vorgenannte Ziel durch eigene Aktivitäten sowie eine wirksame Zusammenarbeit und ein gemeinsames Vorgehen anzustreben. Grundlage des Handelns sind das Sächsische Jagdgesetz, die Sächsische Jagdverordnung und der Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zur Vorbildlichkeit von Jagdausübung und Hege in den Verwaltungsjagdbezirken des Freistaates Sachsen.

Unterzeichnung der Freiberger Erklärung in der Staatskanzlei Dresden.

 

Im Einzelnen sollten folgende Maßnahmen zur Bestandsreduzierung und zur Vermeidung von überhöhten Schwarzwildbeständen konsequent umgesetzt werden:

  • Der verstärkte Abschuss des Schwarzwildes erfolgt unter weidgerechten Bedingungen. Dabei bleibt der konsequente Abschuss in der Jugendklasse zwingend erforderlich. Die Strecke sollte in der Summe 70% Frischlinge (vorrangig gestreifte), 20% Überläufer und 10% ältere Bachen betragen.
  • Zur Bejagung sollten sowohl in den Gemeinschaftsjagdbezirken, als auch in den Eigenjagdbezirken wie Sachsenforst verstärkt auch revierlose Jäger und Jungjäger einbezogen werden.
  • Gemeinsame revierübergreifende Bejagung (Stöber- und Bewegungsjagden) von durch hohe Wildbestände besonders gefährdeten Flächen, durch die Nutzer von Eigenjagdbezirken und Gemeinschaftsjagdbezirken. Der Abschluss von sinnvollen Wildfolgevereinbarungen und Notwegevereinbarungen wird empfohlen.
  • Die Flächennutzer unterstützen ganzjährig gezielte Jagdmaßnahmen auf besonders gefährdeten Flächen. Dazu sollten gemeinsame Strategien sowie die Bejagbarkeit bereits vor der Aussaat bzw. des Vegetationsbeginns festgelegt werden.
  • Strikte Einhaltung von §7 SächsJagdVO bezüglich der Einrichtung und Unterhaltung von Kirrungen.
  • Eine bessere Ausnutzung des vertraglich gesicherten Jagdausübungsrechts der Jagdpächter durch den Abschluss von Mehrseitenvereinbarungen zwischen dem Jagdrechtsinhaber (Jagdgenossenschaft), dem Jagdrechtsausübenden (Jäger) und dem Flächenbewirtschafter (Landwirt bzw. Forstwirt) mit konkreten ortsbezogenen Maßnahmen zur Minimierung bzw. Verhinderung von Wildschäden. Bei Notwendigkeit sollte eine Nachbesserung bestehender Jagdpachtverträge mit dem Ziel der besseren Pflichterfüllung der Jagdausübungsberechtigten zur Wildbestandsregulierung erfolgen. Dies trifft auch bei Verlängerung der Pachtverträge bzw. Neuverpachtungen zu.
  • Die Einbeziehung der Schwarzwildbejagung in die Arbeit der Hegegemeinschaften unter Mitarbeit der Jagdgenossenschaften sowie weitere ortsbezogene Maßnahmen, die zur Ergebniswirksamkeit beitragen.
  • Gemeinsame Fortbildungs- und Fachinformationsveranstaltungen der Unterzeichner.
  • Die Unterzeichnenden lehnen jeglichen Einsatz von Medikamenten und Hormonen zur Bestandsregulierung von Schalenwildarten ebenso wie eine Wildbekämpfungsstrategie ab.
  • Es ist beabsichtigt, künftig die Diskussion über gemeinsame Positionen zur Entwicklung aller Schalenwildarten weiter zu führen.

Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft: Jäger und Landwirte vereinbaren enge Zusammenarbeit

Die DJV-Jagdstatistik gibt Ihnen einen Überblick über die Jahresstrecken der einzelnen Wildtierarten in Deutschland und den einzelnen Bundesländern.
 

Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft mittels Bejagungsschneisen

Ursache: Durch den stärkeren Fokus der Landwirtschaft auf den Energiepflanzenanbau wurden die Lebensbedingungen für Schwarzwild im Laufe der letzten Jahre immer besser. Im Bereich des Nahrungsangebotes, sowie der Deckung entstehen große Vorteile für die Wildschweine. Die steigende Schwarzwildpopulation erhöht allerdings gleichzeitig auch die Wildschäden auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Ziel: Um Wildschäden auf den landwirtschaftlichen Flächen mit Energiepflanzenanbau zu verringern und gleichzeitig die Schwarzwildbestände zu regulieren, wurde nach Wegen gesucht beides miteinander zu verknüpfen. Allerdings ist es schwierig das Schwarzwild aus großen Fläche mit Raps oder Mais herauszukehren.

Umsetzung: In den Versuchsjahren 2008 bis 2010 wurden in ausgewählten Versuchsbetrieben in Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern unterschiedliche Typen von Jagdschneisen angelegt. Mit unterschiedlicher Bewirtschaftung wurden sie auf ihre wirtschaftlichen und jagdlichen Auswirkungen untersucht. Ergänzt wurden diese Schneisen teilweise von Elektrozäunung und revierübergreifenden Bejagungskonzepten

Arten von Bejagungsschneisen:

1. Der Krähenfuß: Befinden sich zwischen dem Wald und der angrenzenden Maisfläche keinerlei Wirtschaftswege ist es hilfreich eine Bejagungsschneise in Form eines Krähenfußabdruckes anzulegen. Von einem zentralen Punkt aus verlaufen drei Schneisen über den Acker. Alle Schneisen können gleichzeitig überblickt werden, das erleichtert die Jagd auf das Schwarzwild.

2. Das Schneisenkreuz: Bei gleicher Feldlage kann ebenso das Schneisenkreuz genutzt werden. Vorteilhaft ist, dass der Acker weniger stark zerschnitten wird und man die Tiere sehr gut hören kann. Das Schneisenkreuz hat seinen zentralen Punkt in der Mitte des Feldes von dem Vertikal und horizontal die Jagdschneisen abgehen. Nachteilig ist, dass sich der Wind Direkt durch das Kreuz ziehen kann und man nicht ohne Drehung alles überblicken kann.

3. Der Schneisenkranz: Flächen die von Wirtschaftswegen gesäumt werden, ermöglichen einen Kranz um das Maisfeld anzulegen, der so zwischen Wald und Feld liegt. Bei dieser Methode können zwei Ansitze angelegt werden, bei der die Jäger nicht Gefahr laufen einander im Wind zu sitzen oder sich durch den Abschuss zu gefährden. Allerdings erfolgt der Wildwechsel zwischen Wald und Feld sehr schnell und sollten die Tiere einmal im Mais eingetroffen sein, halten sie sich nicht mehr auf den Schneisen auf, sodass auch der Wildschaden auf der Fläche nicht mehr vermieden werden kann.

4. Der Tageseinstand: Der Tageseinstand bietet sich besonders beim Anbau von Raps an, wenn die Fläche zwischen zwei Wäldern und der offenen Feldflur liegt. Es bietet sich an einen anrainenden Weizenschlag anzulegen und den Rapsschlag durch eine Mulchschneise zu trennen. Sobald in der Weizenfläche ein Schaden sichtbar wird, kann ein mobiler Ansitz am Rand der Fläche mit Einblick in die Schneise aufgebaut werden.

5. Das Wegekreuz: Diese Schadensabwehrmaßnahme biete sich an, wenn es sich um reine Feldreviere handelt. Hier nutzt man bereits vorhandene Wirtschaftswege um seinen Ansitz zu positionieren. Wie beim „Schneisenkreuz“ ist der Überblick nicht ohne Drehung möglich, allerdings bleibt der Aufwand sehr gering. Zu beachten ist, dass ein Ansitzen in den Morgen hinein zu einem höheren Erfolg führt. (Quelle: http://www.jagderleben.de/index.php?redid=310132)

Ergebnisse:

1. Jagd:

1.1 Von Beginn an angelegte Schneisen sind effektiver als nachträglich eingehäckselte Schneisen. Schwarzwild erkennt Jagdschneisen von Beginn an als natürlichen Landschaftsbestandteil an. Nachträglich eingehäckselte Schneisen veranlassen Schwarzwild zu einem vorsichtigeren Verhalten.

1.2 In den Schlag integrierte Schneiden erzeugen beim Schwarzwild ein Sicherheitsgefühl. Besonders vertraut bewegt sich Schwarzwild in Bejagungsschneisen, die komplett vom Mais umschlossen sind.

1.3 Ein gemeinsames Bejagungskonzept von Land- und Forstwirtschaft trägt erheblich zur Wildschadensminderung bei. Nach dem Motte „Im Feld Feuer – im Wald Ruhe“ ruht die Jagd während der Vegetationsperiode in den Kernbereichen der Waldgebiete und wird im Feld und im Traufbereich intensiviert.

2. Landwirtschaft:

2.1 Die Nutzung der Bejagungsschneisen muss betriebs- und standortspezifische erfolgen.

2.2 Wenn möglich, sollten wirtschaftlich kritische Stellen wie beispielsweise natürliche Wasserstellen in die Bejagungsschneisen integriert werden.

2.3 Aus wirtschaftlichen Gründen sind Bejagungsschneisen an die Technik im landwirtschaftlichen Betrieb anzupassen beispielsweise die Breite der Schneisen auf die Breite der Maschinen abzustimmen.

3. Naturschutz:

3.1 Schläge mit Schneisen haben eine tendenziell höhere Anzahl von Flächenbrütern als Schläge ohne Schneisen.

3.2 Bejagungsschneisen stellen für Vögel der Agrarlandschaft als Nahrungsfläche eine Bereicherung dar.

3.3 Bejagungsschneisen bieten positive Ansätze für die Niederwildhege.

Im April 2012 wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft du Verbraucherschutz (BMELV), dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem DJV die Broschüre „Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft – Probleme und Maßnahmen“ veröffentlicht. Durch konkrete Erfahrungsberichte und Praxisempfehlungen aller Beteiligten stellt die Broschüre für Landwirte und Jäger einen hilfreichen Leitfaden dar. Die Infobroschüre ist online auf www.jagdverband.de verfügbar.

DJV-Position Schwarzwild

Eine wirksame Bejagung des Schwarzwildes mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung und der Reduktion von überhöhten Beständen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Jägerschaft. Sie bedarf der Zusammenarbeit mit Grundeigentümern, Forst- und Landwirtschaft und der Zusammenarbeit über Reviergrenzen hinaus. Sie erfordert beim Jäger Fachwissen, Einsatzbereitschaft und jagdliche Fähigkeiten.

tbr Do., 2014-04-10 00:00
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