Wissenschaftler der Uni Dresden haben einen Wolf besendert. Ziel des Projektes: Das Raum-Zeit-Muster von Damwild und Wolf im selben Lebensraum erforschen. Der DJV unterstützt das Projekt.

Anfang April haben Wissenschaftler in der Ueckermünder Heide den alten Wolfsrüden WR4 „Torben“ gefangen und mit einem GPS-Halsbandsender markiert. Ob es sich dabei um den seit 2007 dort lebenden Rüden handelt, der aus der Lausitz stammt, sollen nun genetische Analysen klären. Der Rüde wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes besendert, das das Raum-Zeit-Muster von Damwild und Wölfen im gemeinschaftlichen Lebensraum untersucht. Das Vorhaben wird durch den Fachbereich Forstzoologie der Technischen Universität Dresden in enger Abstimmung durchgeführt mit Landesjagdverband, Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Forstamt Jasnitz der Landesforstanstalt und Land Mecklenburg-Vorpommern. Finanziell unterstützt wird das Projekt bisher aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie durch den Deutschen Jagdverband und den Freundeskreis freilebender Wölfe.

„Jetzt können auch in diesem Gebiet, ähnlich wie schon im Forstamt Jasnitz westlich von Ludwigslust, Wölfe und Damwild parallel untersucht werden. Anhand der Peildaten von Wölfen ist vorgesehen, Risse zu lokalisieren und diese hinsichtlich Präferenz der Wölfe bei Alter, Geschlecht und Kondition zu analysieren. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung von Konzepten zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Schalenwild. Auch geben die GPS-Daten von Wölfen Aufschluss über die Lebens- und Aktionsräume der Tiere. Diese wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse sind für die Planungen zum weiteren Umgang mit dem Rückkehrer von unschätzbarem Wert“, betonte Backhaus. Die ersten Peildaten belegen die Vermutung, dass das Ueckermünder Rudel sein Territorium nicht nur in der Ueckermünder Heide, sondern auch angrenzend in Polen hat.

Der Minister ruft die Bevölkerung erneut dazu auf, Wolfssichtungen oder Hinweise auf Wölfe zu melden. Adressaten sind unter anderen das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), der Fachbereich Forstzoologie der TU Dresden oder das Nationalparkamt. Die genauen Kontaktdaten können auf der Internetseite www.wolf-mv.de unter dem Stichwort „Monitoring“ abgerufen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, Wolfsbeobachtungen, Spuren, Losungen oder Risse online mitzuteilen. Kontaktformular unter: http://wolf-mv.de/pages/eingabe.html

Link zur Pressemitteilung:

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen/?id=126703&processor=processor.sa.pressemitteilung

Wolf im hessischen Waldeck unterwegs

Am Donnerstag, 27. April, wurde abends in Nordhessen ein Wolf gesichtet. Er war auf einem Feld zwischen Dehringshausen und Nieder-Waroldern unterwegs. Zwei Privatpersonen hatten das Tier entdeckt, fotografiert und die Polizei verständigt. Das Umweltministerium hatte daraufhin die Prüfung der Aufnahmen durch Sachverständige veranlasst. Heute kam die Bestätigung, dass es sich um einen Wolf handele. Vorsorglich wurden das zuständige Forstamt sowie Schafhalterinnen und Schafhalter informiert.

fmin2 Mi., 2017-05-03 11:33

Brüssel steht in der Pflicht. Das ist eines der Ergebnisse einer Konferenz zur "Zukunft der Naturschutzrichtlinien" im EU-Parlament in Brüssel. In der von der Intergruppe Jagd und Ländliche Räume zusammen mit FACE organisierten Konferenz stellte der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Dr. Volker Böhning, die bestehenden Probleme mit Kormoran, Biber und Wolf dar. Verantwortlich dafür sei nicht nur die unzureichende Umsetzung der Richtlinien in Deutschland, sondern auch die Bürokratie in Brüssel.

Die Konferenz, die vom CDU-Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz geleitet wurde, bot für den DJV die Möglichkeit, die negativen ökonomischen wie ökologischen Folgen für Gesellschaft, Landwirtschaft und Biodiversität der zunehmenden Bestände von Kormoran, Biber und Wolf darzustellen. Die Entnahme von Kormoranen sei ohne die erforderliche Verwaltungsvereinfachung nicht länger im nötigen Maße zu praktizieren, um eine nachhaltige Bestandsreduzierung zu erzielen. Ähnliche Probleme gebe es auch beim Biber.

Die Prognosen zur weiteren Ausbreitung des Wolfes in Deutschland für die nächsten fünf Jahre geben Anlass zur Sorge und müssten dem zuständigen Bundesumweltministerium eigentlich schon jetzt Anlass zum Handeln geben. Dreh- und Angelpunkt ist die Definition des "Günstigen Erhaltungszustandes". Dort bestehe ganz offensichtlich eine Diskrepanz zwischen einer politisch motivierten Sichtweise und der wissenschaftlichen Sicht. Praktikablen Lösungen für Landwirte und Jäger stünden viele Organisationen und die Verwaltung ablehnend gegenüber. Die europäischen Richtlinien würden im Grunde umfassendere Lösungen zulassen, die Möglichkeiten der Richtlinien seien in Deutschland jedoch nicht ausgeschöpft.

Stimmung kippt in einigen Regionen

Darüber hinaus liege eine Ursache der bestehenden Probleme mit den genannten Arten auch in Brüssel: Die Vorgaben unüberwindbarer Hürden, wie einstimmige Beschlüsse der Mitgliedsstaaten zur Änderung der Anhänge der Naturschutzrichtlinien, verhinderten Mehrheitsentscheide. Letztlich fehle der nötige Pragmatismus, von daher dürfe man sich über eine entsprechende Verbitterung über die Politik aus Brüssel und EU-Verdrossenheit nicht wundern.

Böhning warnte davor, bei Arten wie Wolf, Biber und Kormoran den gleichen Fehler zu begehen, wie in der Vergangenheit - nur unter umgekehrten Vorzeichen. Während die Verfolgung der Arten früher beinahe zu ihrer Ausrottung geführt hätte, führe heute der überzogene Schutz zu heftigen Konflikten mit der Landbevölkerung vor Ort; die Stimmung sei in einigen Regionen bereits gekippt. Erforderlich seien Vernunft und Augenmaß, damit es zu einer dauerhaften Akzeptanz und damit zum Erhalt der Arten in Deutschland komme.

Im Ersten wird heute Abend um 21:00 Uhr über den Wolf diskutiert. Zu Gast bei hart aber fair sind NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Förster Peter Wohlleben. Der DJV wurde nicht angefragt.

Der Wolf kehrt zurück. Ist im Wald noch Platz für den Menschen und Raum für Erholung? Bei hart aber fair steht diese Woche der Wolf im Mittelpunkt. Unter dem Motto ,,Wolf rein, Mensch raus – Wieviel Naturschutz verträgt unser Land?'' diskutieren u.a. NABU-Präsident Olaf Tschimpke, Förster Peter Wohlleben und Franz Prinz zu Salm-Salm im Ersten. Für ein Interview wurde der Dachverband der Jäger nicht angefragt. Der DJV ruft alle Jäger auf in den sozialen Medien mitzudiskutieren – sachlich und faktenbasiert.

Sendetermin:

23. Januar, 21:00 - 22:15 | Das Erste
hart aber fair

Zur Sendung: http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/
Facebook: https://www.facebook.com/hartaberfairARD/?fref=ts
Twitter: https://twitter.com/hartaberfair

In einem Interview äußerte sich Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel unter anderem zu den steigenden Wolfszahlen: „Einen schnellen Beitrag zur Regulierung könnten jetzt schon die Jäger leisten, indem sie mehr Schalenwild schießen." Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) zeigt sich irritiert. 

Irritiert und befremdet zeigt sich die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) über jüngste Äußerungen aus dem Umweltministerium zum Thema Wolf und den zunehmend auftretenden Konfliktsituationen. Zwar ist es zu begrüßen, dass nun auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel bekundet, einen pragmatischeren Umgang mit dem Thema Wolf einschlagen zu wollen, seine Situationsanalyse offenbart allerdings nach wie vor eine deutliche Verkennung der Sachlage.  

„Wer lange Zeit den Sorgen und Nöten von Nutztierhaltern und Bevölkerung nur mit Worthülsen begegnet und dann -  wenn es brennt - versucht für die eigenen Versäumnisse Nutztierhalter und Jäger in Mithaftung zu nehmen, wirkt nicht nur hilflos sondern gefährdet auch sein eigenes Wolfsmanagement“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen mit Blick auf jüngste Äußerungen aus dem Umweltministerium.

In einem heute erschienenen Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung äußerte Niedersachsen Umweltminister Stefan Wenzel unter anderem zu den steigenden Wolfszahlen: „Einen schnellen Beitrag zur Regulierung könnten jetzt schon die Jäger leisten, indem sie mehr Schalenwild schießen. Je mehr Rehe es gibt, desto größer ist nämlich erwiesenermaßen die Zahl der Beutegreifer. Weniger Rehe würden also auch weniger Wölfe bedeuten.“ 

Angesichts einer seit langem bekannten jährlichen Reproduktionsrate der Wölfe von 30 Prozent und mehr, zeugten solche Äußerungen eher von der Hilflosigkeit des Ministeriums und dem durchsichtigen wie verzweifelten Versuch, von den eigenen Unterlassungen und Fehlern abzulenken Auch die Erwartungshaltung an die Nutztierhalter, stets noch mehr und weitere Präventionsmaßnahmen umzusetzen, ginge in diese Richtung.

Ein weiterer Beleg für fachliche Unkenntnis und Effekthascherei, ist die im Zusammenhang mit einem Ortstermin mit Weidetierhaltern und Kommunalpolitikern im Landkreis Uelzen am vergangenen Mittwoch vom Umweltminister an die Landesjägerschaft gerichtete Forderung, eine grundsätzliche Freigabe für das Betreten von Revieren bei möglichen Vergrämungsmaßnahmen zu erteilen. Eine solche Freigabe kann und darf die Landesjägerschaft aus rechtlichen Gründen gar nicht erteilen. 

Darüber hinaus ist das Betreten der Reviere bei den erfolglosen Vergrämungsversuchen des Umweltministeriums im Falle von MT6 ganz offenkundig auch nicht das Problem gewesen. Auch damals hatte die Landesjägerschaft lange im Vorfeld mehrfach fachliche Unterstützung angeboten, die seitens des Umweltministeriums aber nicht in Anspruch genommen wurde.  

„Um es klar zu  sagen, die Landesjägerschaft und die niedersächsischen Jäger werden sich nicht den schwarzen Peter für eine verfehlte Wolfsmanagementpolitik des Umweltministeriums zu schieben lassen“, so Dammann-Tamke.

Gefährlich seien solche und vergleichbare Äußerungen der jüngeren Vergangenheit im Besonderen daher, da sie diejenigen vor den Kopf stießen,  die seit einigen Jahren im Rahmen des Monitorings wichtige Daten über die Verbreitung der Wölfe in Niedersachsen liefern – ehrenamtlich. Seit Ende des Jahres 2011 ist die Landesjägerschaft vom Land Niedersachsen mit dem Wolfsmonitoring beauftragt. Seither entfallen ein Großteil der Meldungen über Hinweise und Nachweise auf Wolfsvokommen auf  Jägerinnen und Jäger. Drei der offiziell nachgewiesenen acht Rudel in Niedersachsen konnten durch aktive Monitoringmaßnahmen der Landesjägerschaft nachgewiesen werden. Auch der jüngst erfolgte Nachweis von fünf Wölfen  im Raum Visselhövede konnte so erbracht werden. „Wir als Landesjägerschaft stehen zu dieser Kooperationsvereinbarung und unserem Beitrag im Rahmen des Wolfsmonitorings – sollte dies  allerdings seitens der Landesregierung nicht mehr gewünscht sein, sollte man uns das offen sagen“, so der LJN-Präsident.

Grundsätzlich diene es auch nicht der Akzeptanz der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen, sich stetig  auf die „Überraschungseffekte“ im Verhalten der niedersächsischen Wölfe zu beziehen. „Das ist nicht dass, was der Lage gerecht wird und einer Akzeptanzsteigerung dient. Handeln statt Worthülsen wäre angezeigt“, so Dammann-Tamke abschließend.  

Seit sich Wölfe in Deutschland wieder ausbreiten, streiten
Wolfsgegner und Tierschützer über den richtigen Umgang mit den
Wildtieren. Agrarminister Schmidt (CSU) hat jetzt eine "beschränkte
Abschussfreigabe" für Wölfe gefordert. Das heizt die Diskussion an.

Wenn Christian Apprecht von Wölfen berichtet, muss man unwillkürlich an Rotkäppchen denken. "Bei der ländlichen Bevölkerung nehmen die Ängste vor dem Wolf zu", betont der Sprecher des Landesbauernverbandes von Sachsen-Anhalt. Einige Leute würden sagen: "Mein Kind lasse ich nicht mehr allein in den Wald gehen."

Daher begrüßt der Landesbauernverband auch die jüngste Forderung von
Bundesagrarminister Christian Schmidt. Der CSU-Politiker will die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland mit einer "beschränkten
Abschussfreigabe" begrenzen. "So etwas brauchen wir auch in
Deutschland", forderte der CSU-Politiker in der "Passauer Neuen
Presse" am Freitag mit Blick auf andere Staaten.

Auch Bauernverbände anderer Bundesländer mit starken
Wolfspopulationen unterstützen den Bundesminister. "Zum Abschuss
verhaltensauffälliger Wölfe, die massiv unsere Weidetiere bedrohen
und töten, gibt es keine Alternative", teilt Henrik Wendorff,
Präsident des Landesbauernverbandes in Brandenburg, mit.

Vom Deutschen Tierschutzbund gibt es hingegen Kritik. "Bundesminister
Schmidt ist in seiner Funktion auch Tierschutzminister und sollte
wissen, dass wir nicht wie bisher ein Tötungsmanagement beim Thema
Jagd benötigen, sondern ein tierschutzgerechtes Wildtiermanagement",
sagte Präsident Thomas Schröder. Der Tierschutzbund lehnt die
Aufnahme des Wolfes in das Deutsche Jagdrecht strikt ab.

Möglicherweise auftretende Konflikte zwischen Wolf, Mensch und Tier
seien durch Schutz- und Präventionsmaßnahmen bestmöglich zu
vermeiden, schreiben die Tierschützer. Sie sehen die Landwirte in der
Pflicht: Sie sollten ihre Tiere in Wolfsgebieten schützen.

"Die Schutzmaßnahmen gegen Wölfe überfordern die Landwirte und
verursachen zusätzlich hohe Kosten", sagt hingegen der
niedersächsische Landvolk-Sprecher Sebastian Kuhlmann. Alles
einzuzäunen funktioniere für Weidetierhalter nicht.

In Niedersachsen hatte der im Internet liebevoll "Kurti" genannte
Wolf MT6 im Frühjahr 2016 für Aufregung gesorgt. Der
verhaltensauffällige Rüde wurde Ende April schließlich erschossen. Er
war damit der erste und bisher einzige Wolf in Deutschland, der legal
getötet wurde.

Das niedersächsische Umweltministerium teilte mit, dass sich das Tier
auffällig verhalten, die natürliche Fluchtdistanz nicht eingehalten
und sich wiederholt Menschen genährt hat. "Bei allen Maßnahmen steht
die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle", heißt es aus dem
Ministerium.

Durch eine EU-Richtlinie sind Wölfe streng geschützt. Über die
Umsetzung des Gesetzes und damit auch den Abschuss von
verhaltensauffälligen Tieren entscheiden aber die Bundesländer.

Eigentlich ist es ein Erfolg für den Artenschutz, dass sich Wölfe
wieder ausbreiten, denn lange Zeit gab es in Deutschland keine mehr.
Im abgelaufenen Monitoring-Jahr 2015/16 waren es laut Bundesamt für
Naturschutz 46 Rudel, 15 Paare und 4 sesshafte Einzeltiere. Allein
rund 120 bis 130 erwachsene Wölfe streifen in Deutschland durch die
Landschaft - und reißen immer häufiger Weidetiere.

70 Schafe haben Wölfe zum Beispiel allein in einem Jahr in
Sachsen-Anhalt getötet. Die Wölfe in Deutschland leben hauptsächlich
in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Tierschützer, Jäger und Bauern sind sich darin einig, dass es bessere
Regeln für den Umgang mit dem Wolf braucht, auch weil die Akzeptanz
für das Tier stark zurückgeht.

Der Wolf hat laut Deutschem Jagdverband keine angeborene Scheu vor
Menschen: "Die Scheu wird erlernt und an die nächste Generation
weitergegeben. Wir müssen dem Wolf also beibringen: Halte dich vom
Menschen und seinen Nutztieren fern", erklärte Jagdverbandssprecher
Torsten Reinwald. Wenn das nicht gelingt, müsse auch ein Abschuss
schnell und unbürokratisch möglich sein.

Jäger, Landwirte und Schafzüchter lehnen illegale Abschüsse strikt ab und suchen den konstruktiven Dialog mit dem NABU zum Umgang mit dem Wolf. Die Verbände legen einen Fragenkatalog vor: Zielkonflikte dürfen kein Tabu sein und müssen offen diskutiert werden.

Wie kann ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Mensch, Wolf und Nutztier in Deutschland funktionieren? Die Geschäftsführer des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) treffen sich am 5. Dezember 2016 mit dem NABU-Geschäftsführer, um darüber zu diskutieren. Bereits im Vorfeld haben die drei Verbände illegale Abschüsse strikt abgelehnt. 

Die drei Nutzerverbände unterstrichen ihre Bereitschaft zum konstruktiven Dialog. Im ersten Schritt müsse der NABU jedoch bestehende und sich anbahnende Zielkonflikte anerkennen, sonst könne es keine praxisrelevanten Lösungen geben. 

Zur Vorbereitung des Verbändegesprächs haben DBV, DJV und VDL einen gemeinsamen Fragenkatalog entwickelt, um auf Zielkonflikte aufmerksam zu machen. Großflächige, extensive Beweidung ist beispielsweise ein wichtiges Instrument, um seltene Biotope in Deutschland vor der Verbuschung zu schützen. Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin Naturschutz im Bundesumweltministerium, untermauerte dies auf der NABU-Wolfstagung im September 2015: "Naturschutz ist ohne Wanderschäferei nicht denkbar." Gleichzeitig ist jedoch eine wolfsichere Umzäunung der Naturschutzgebiete nahezu unmöglich. Das gilt ebenso für Deiche, die von Schafen beweidet werden und für eine Weidehaltung von Nutztieren generell.

Um beispielsweise im Landkreis Cuxhaven nach den jüngsten Übergriffen auf Rinder in einem 50-Kilometer-Radius Grünland wolfssicher zu machen, müssten 180.000 Hektar gezäunt werden. Das entspricht einem finanziellen Aufwand von etwa 268 Millionen Euro. Die drohende Verdrahtung der Landschaft schafft zudem Barrieren für viele Tierarten und verhindert den genetischen Austausch. Dies würde dem Bundesprogramm Wiedervernetzung komplett widersprechen, für das DJV, NABU und weitere Naturschutzverbände jahrelang gekämpft haben: Wissenschaftler haben im Vorfeld über 30.000 Konfliktstellen mit dem Straßennetz ermittelt, die entschärft werden müssen. 

DBV, DJV und VDL weisen zudem darauf hin, dass "Vergrämung" für verhaltensauffällige Wölfe zwar immer als Lösung genannt werde, eine praktische Umsetzung aber bisher nicht funktioniert habe. Sollte der Wolf durch bewusste oder zufällige Fütterung in die Nähe des Menschen gelockt werden, besteht das Risiko, dass Wölfe zu Kulturfolgern werden. Dies gelte es unbedingt zu vermeiden.

Bei zwei Wolfsrudeln in Niedersachsen konnte die Reproduktion mit Hilfe von Fotofallen auf dem Truppenübungsplatz Bergen und im Raum Wietzendorf nachgewiesen werden.

Bei dem Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen sowie bei dem Wolfsrudel im Raum Wietzendorf konnte Nachwuchs nachgewiesen werden. Beide Nachweise gelangten über Fotofallenaufnahmen des Bundesforstbetriebes Lüneburger Heide in das Monitoring. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen konnten vier, bei dem Wietzendorfer Rudel drei Welpen nachgewiesen werden. Letzteres Rudel scheint zudem sein Territorium in Richtung des Truppenübungsplatzes Munster-Süd verlagert zu haben – in diesem Bereich entstanden die Fotofallenbilder. Die  Bestätigung, dass es sich bei den dort fotografierten Welpen um diejenigen
des Wietzendorfer Rudels handelt, konnte mittels eines genetischen  Nachweises geführt werden.

Eine Statusänderung ist für das Rudel auf dem Schießplatz Rheinmetall erfolgt: Da dort seit dem Monitoringjahr 2014/2015 keine Reproduktion mehr nachgewiesen werden konnte – weiterhin aber adulte Einzeltiere auf dem Gebiet nachgewiesen worden sind – wurde der Status dieses Rudels in „unklar“ eingestuft.

Neben diesem unklaren Status auf dem Schießplatz Rheinmetall sind damit aktuell acht Wolfsrudel und zwei territoriale Fähen in Niedersachsen nachgewiesen. „Für alle acht Rudel in Niedersachsen ist damit nun diesjährige Reproduktion nachgewiesen“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Aktuelle  Informationen zum Wolfsmonitoring in Niedersachsen finden Sie auf unserer Internetseite www.wildtiermanagement.com/.


Die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen wird wissenschaftlich dokumentiert. Das Umweltministerium hat mit dem Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und den rund 100  Wolfsberatern wahrnimmt. Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund dem  örtlichen Wolfsberater oder der Landesjägerschaft Niedersachsen (wolf@ljn.de) melden.

Aktuell gibt es etwa 500 Wölfe in Deutschland. Auf Gesellschaftsjagden werden diese gelegentlich gesichtet. Der Deutsche Jagdverband und der Jagdgebrauchshundverband informieren in einem neuen Faltblatt über Vorsichtsmaßnahmen während der Jagd.

Der Wolf breitet sich in Deutschland weiter aus, ein Zusammentreffen von Wolf und Jagdhund wird immer wahrscheinlicher. Unfälle mit verletzten bzw. getöteten Hunden im jagdlichen Einsatz in Wolfsgebieten können in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) haben nun einen Leitfaden für Jagdleiter und Hundeführer herausgegeben. Das Faltblatt informiert über Vorsichtsmaßnahmen zu Beginn und während einer Jagd sowie bei der Nachsuche im Wolfsgebiet. Es enthält Tipps zum Verhalten und klärt auf für den Schadensfall nach einem Zusammentreffen mit dem Wolf.

Die aktuellen Daten der Bundesländer für das Monitoringjahr 2015/16 weisen mittlerweile 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere nach, insgesamt muss von etwa 500 Tieren deutschlandweit ausgegangen werden. Der Leitfaden steht im Internet (www.jagdverband.de) zum Herunterladen bereit und kann in Einzelexemplaren kostenlos über die DJV-Geschäftsstelle bezogen werden (djv@jagdverband.de).

Toter Wolf im Landkreis Cuxhaven entdeckt

Am 25. September 2016 ist im Landkreis Cuxhaven nach Informationen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ein toter Wolf aufgefunden worden. Die genaue Todesursache müsse noch geklärt werden. Die Art der Verletzungen lasse die Vermutung zu, dass der Wolf möglicherweise geschossen wurde. Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) zeigt sich in einer ersten Reaktion zutiefst erschüttert:

mer Di., 2016-09-27 14:38
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