Jäger aus ganz Deutschland treffen sich in Suhl
Rund 400 Delegierte und Gäste kommen am 3. und 4. Juli 2026 auf Einladung des Deutschen Jagdverbands (DJV) und des Landesjagdverbands Thüringen nach Suhl zum Bundesjägertag. Unter dem Motto "Kompetenz im Revier – Ethik im Handeln" diskutieren Jägerinnen und Jäger über ethische Standards bei der Jagd und verabschieden dazu am Freitag ein Grundsatzpapier. Weitere zentrale Themen sind der künftige Umgang mit dem Wolf und die Überarbeitung des Waffenrechts.
Entscheider aus der Politik sind zu Gast
Wichtige Entscheider aus der Politik haben sich für Samstagvormittag als Gäste angekündigt. Neben dem thüringischen Ministerpräsident Mario Voigt werden sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, den Fragen der Delegieren auf dem Bundesjägertag stellen.
Rekorde im Ehrenamt: Neue Zahlen werden veröffentlicht
Hochwasser- und Artenschutz oder Kitzrettung: Zum Bundesjägertag rückt der DJV die ehrenamtlichen Leistungen ins Rampenlicht. Jägerinnen und Jäger haben zahlreiche Rekorde aufgestellt, etwa bei der Bejagung der invasiven Arten Waschbär und Nutria oder beim Jägernachwuchs. Konkrete Zahlen und Umfrageergebnisse veröffentlicht der DJV anlässlich der Veranstaltung.
Drei Viertel der Deutschen halten Jagd für notwendig
Laut einer repräsentativen Civey-Umfrage sind über drei Viertel (77 Prozent) der Befragten überzeugt, dass Jagd in heutiger Zeit notwendig ist. Jagd ist ethisch vertretbar: Eine Mehrheit der Deutschen stimmt zu, wenn Arten reguliert, Seuchen eingedämmt und andere Tiere dadurch geschützt werden. Dabei ist die Zustimmung auf dem Land zumeist größer als in der Stadt.
Staatliche Prüfung mit hohen Hürden
Jäger sind staatlich geprüfte Naturschützer. Für die Ausbildung empfiehlt der DJV mindestens 100 Stunden Theorieunterricht und zahlreiche Praxisstunden. Dir Prüfung besteht aus einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Einheit. Fehler beim Umgang mit der Waffe führen automatisch zum Durchfallen. Nach Bestehen der Prüfung überprüfen die Behörden die Zuverlässigkeit der angehenden Jägerinnen und Jäger – inklusive Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden und polizeilichem Führungszeugnis.
5 Kernforderungen zum Wolf im Jagdrecht
DSB- und DJV-Präsidien sprechen mit BMI-Staatssekretär Christoph de Vries
„In den letzten Wochen wurde noch einmal deutlich, dass wir mit unserer Kritik richtig liegen. Auch bei der Anhörung im Umweltausschuss wurde deutlich, dass alle Verbände noch Bedenken hatten und dass wir keine landesweite Problemlage haben, die ein neues Gesetz erforderlich machen würde“, betont der Präsident des Verbandes, Dieter Mahr. Statt einer misslungenen Gesetzesnovelle wäre es aus seiner Sicht wichtiger gewesen, lokale Probleme mit den Betroffenen vor Ort zu regeln und hierbei auf einen stringenten Gesetzesvollzug zu achten. Insofern stehe das Gesetzesvorhaben sinnbildlich für die politische Schieflage im Land. „In den meisten Gesellschaftsbereichen haben wir gute und ausreichende Gesetze, dir nur ordentlich umgesetzt werden müssten. So ist es auch im Jagdwesen. Alles andere ist Symbolpolitik gegen breite Bedenken aus der Mitte der Gesellschaft“, so Mahr weiter.
Hierbei sei es ein politischer Sündenfall gewesen, die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag zu missachten und statt der dort vereinbarten „bedarfsgerechten Anpassung“ des Landesjagdgesetzes eine komplette Novellierung in Angriff zu nehmen. „Hätte man sich an diese Vereinbarung gehalten, dann wäre der Konflikt, den wir heute haben, niemals so hoch gekocht“, ist sich der Rechtsanwalt aus Bad Bergzabern sicher. Außerdem würden die Kritikpunkte seines Verbandes bis zum heutigen Tage hinter vorgehaltener Hand geteilt, so Mahr weiter: „Ein Koalitionspolitiker sprach mir gegenüber bildlich von einem verbeulten Auto, dass man nun da stehen habe und zu dem man nun schauen müsse, ob und wie man es noch ans Laufen bekäme. Das darf eigentlich nicht der politische Anspruch einer Regierung sein“. Deswegen appellierte der Verband im Vorfeld der Plenardebatte noch einmal mit einer Plakataktion an die Abgeordneten. „Wir hatten nicht die Erwartung, dass sich deswegen noch etwas ändert, trotzdem wollen wir signalisieren, dass der Vorgang für uns noch lange nicht beendet ist, auch nicht mit dem heutigen Tag“, erklärt Mahr weiter.
Der Verband kündigte an, auch weiter für ein gutes Landesjagdgesetz einzutreten. Dieses Ziel werde man auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl mit allen erforderlichen Mitteln verfolgen. Insofern begrüße man auch sehr die bereits erfolgten Zusagen aus der Opposition, das heute verabschiedete Gesetz im kommenden Jahr noch einmal auf den Prüfstand stellen zu wollen.
"In dieser Bundesregierung stoßen Sie auf offene Ohren"
Zentrale DJV-Forderungen sind im Koalitionsvertrag
Öko-Regelungen besser ausgestalten
So wurde der Bund der historischen Schützenbruderschaften e.V. in den Vorstand des Forum Waffenrecht gewählt. Der BHDS bringt 230.000 Mitglieder mit und ist somit der zweitgrößte Schießsportverband in Deutschland. Schon ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft im FWR wurde der BHDS zu einem allzeit wichtigen und wertvollen Partner, der unsere Anliegen auf allen politischen Ebenen unterstützt und durch kompetente und allzeit professionelle Einflussnahme getragen hat. Diese Kraft kann und wird der BHDS nun noch stärker zum Wohle des legalen Waffenbesitzes in Deutschland und zur Fortentwicklung des FWR einsetzen. Wir heißen unser neues Vorstandsmitglied herzlich willkommen und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.
Damit im Zuge dieser Fortentwicklung sowohl interne Interessenkonflikte als auch Zieldivergenzen in der Außenkommunikation vermieden werden können, wurde mit ebenso großer Mehrheit das Ausscheiden des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e.V. (VdB) aus dem Vorstand beschlossen. Das Forum hat die mittlerweile völlig eigenständige und mit dem FWR zu keiner Zeit abgestimmte Lobby-Arbeit des VdB zu respektieren und sieht daher die getroffene Entscheidung als einen für beide Seiten zielführenden Schritt, die jeweilige inhaltliche und kommunikative Ausrichtung selbstbestimmt zu verfolgen.
Große Einigkeit bestand auf der Versammlung auch dahingehend, dass das FWR, in dessen angeschlossenen Verbänden knapp 700.000 Menschen organisiert sind, seine Sichtbarkeit für die Mitglieder aber auch für Politik und Gesellschaft stark ausbauen muss. Ideologische Vorbehalte gegen rechts- und verfassungstreue Bürger müssen ausgeräumt, klare Positionen nach innen und nach außen vertreten und mehrheitsfähig kommuniziert werden. Der dafür so wichtige Umzug der Geschäftsstelle nach Berlin war vor der Versammlung bereits beschlossen, in Kassel wurde aber schließlich auch der Haushalt für die Umsetzung und für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel verabschiedet.
Basierend auf diesen richtungsweisenden Beschlüssen wird das FWR in den kommenden Wochen und Monaten weitere strukturelle und inhaltliche Optimierungen auf den Weg bringen. Denn der legale Waffenbesitz braucht eine geeinte, starke und seriöse Stimme mehr den je. Die Weichen dafür sind nun gestellt, und wir freuen uns mit Ihnen auf ein arbeitsreiches und herausforderndes 2024.
FACE veröffentlicht Manifest für Europawahl
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