Zum fünften Mal haben dlv-Jagdmedien und Deutscher Jagdverband (DJV) die Preise für ihre Aktion "Gemeinsam Jagd erleben" auf der Messe Jagd und Hund in Dortmund überreicht. Die Hauptpreise gehen nach Bayern. Ziel der Aktion ist es, Naturinteressierte aber auch Kritiker zur Jagd mitzunehmen nehmen und so darüber aufzuklären.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die dlv-Jagdmedien haben heute die Gewinner der Aktion „Gemeinsam Jagd erleben 2019“ auf der Messe „Jagd & Hund“ in Dortmund geehrt. Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmer konnten sich über hochwertige Preise freuen. Knapp 50 Geschichten hatten Teilnehmer im Aktionszeitraum vom 1. Mai bis zum 30. November 2019 eingereicht - die zweiterfolgreichste Aktion seit Start im Jahr 2015. "Insgesamt haben uns gut 210 Beiträge im gesamten Aktionszeitraum erreicht", sagt Dr. Volker Böhning, Präsident des DJV. "Besonders freue ich micht aber, dass viele Nicht-Jäger die damals noch Geschichten geschrieben haben, so inspiriert waren, dass sie jetzt auch einen Jagdschein besitzen." Ziel der Aktion ist das gemeinsame Jagderlebnis und die Darstellung der modernen Jagd.

Den Hauptpreis in der Kategorie Verlosung für Jäger, einen Anschütz-Repetierer, Modell 1782, im Kaliber .308 Win gewann Christian Prall aus Franken. „Ich bin Jungjäger. Daher kann ich den Preis wirklich gut gebrauchen." Bei den Jagdgästen fiel das Losglück auf Alexandra Freiheit, die eine gemeinsames Erlebnis bei der Kitzrettung beschrieben hatte. Sie gewann einen gusseisernen Outdoor-Topf von Petromax, den Dutch Oven 9ft. Der zweite Preis fiel auf Virginia Holfeld, die sich über eine Kiste Wein des Weinguts Menger freuen konnte.

In der Kategorie Publikumspreis wurden die Preise über die meisten Facebook-Likes vergeben. Bei den Geschichten, die die Jagdgäste geschrieben hatten, stimmten die meisten Leser für Mandy Winter aus München, die  für ihre Geschichte "Gemeinsam Jagd erleben im Spessart" 1.080 Likes sammelte. Sie gewinnt eine Jadgscheinausbildung an der Jagdschule "Jagdschloss Springe", gesponsert von der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN). Bei den Jäger-Geschichten erhielt Frederic Norheime 473 Likes für seine Geschichte "Natur verbindet, Natur vereint - eine Passion, eine Leidenschaft". Er gewann ein hochwertiges Fernglas der DJV-Service.

Der DJV und die dlv-Jagdmedien bedanken sich bei allen Teilnehmern und den Sponsoren Anschütz, DJV-Service, Landesjägerschaft Niedersachsen, Petromax, Tyrolit und Weingut Menger. „Gemeinsam Jagd erleben“ ist eine im Jahr 2015 gestartete Initiative von DJV und dlv-Jagdmedien. Sie hat zum Ziel, den offenen Dialog zwischen Jagd und Gesellschaft zu fördern und Vorurteile über die Jagd abzubauen.

Mehr Informationen:

www.jagdverband.de/jaeben

Als mein Freund mir erzählt hat, dass er den Jagdschein machen will, habe ich im ersten Moment die Augen verdreht. Einerseits, weil er schon genügend andere, teilweise auch zeitintensive Hobbys hat und andererseits, weil ich nicht viel vom Tiere erlegen gehalten habe.

Die Verbindung zur Natur hat er aufgrund der Wohnnähe zum Wald von Anfang an in sich. Regelmäßige Waldspaziergänge mit den Eltern und Großeltern aber auch Reviergänge mit einem Bekannten haben bei ihm schon früh das Interesse für die heimische Tierwelt, Flora und Fauna geweckt. Demnach konnte ich ihm den Wunsch, einen Jagdschein zu machen , nicht verübeln.

Dass dieser auch „Grünes Abitur“ genannt wird, habe ich erst verstanden als es auf die Prüfung zuging. Unsere gesamte Wohnung hing voller Lernzettel und Karteikarten zu den Themen Wild, Jagdhunde, Land- und Waldbau, Naturschutz, Hege, Jagdrecht und vieles mehr. Zum Abfragen bin ich somit immer von Tür zu Tür gegangen und konnte am Ende fast selbst alle Inhalte. Im Zuge dessen habe ich aber auch verstanden, dass Jagen nicht nur das Töten von Tieren bedeutet, sondern einiges mehr beinhaltet. Die Prüfung war am Ende zum Glück kein Problem für ihn.

Nachdem er sein erstes Reh erlegt hatte, drehte sich an dem Wochenende alles nur darum. Aber auch weiterhin ist jedes erlegte Stück etwas Besonderes.

Auch heute nach ein paar Jahren gehe ich zwischendurch gerne mit ihm im Sommer auf die Kanzel und wir genießen zusammen die Ruhe im und am Wald. Wir beobachten zusammen gerne das unterschiedliche Wild unserer Heimat. Das Schönste bis jetzt war eine Ricke mit ihrem Kitz, das auf der Wiese vor uns hin und her raste und sichtlich Spaß hatte. Als dann auch noch ein Hase aus dem Wald gehoppelt kam hätte man glauben können, man hätte den Film „Bambi“ live vor sich.

Dieses Jahr durfte er dann auch das erste Mal in meiner Anwesenheit einen Knopfbock erlegen. Er hat mich dann auch gleich mit zum Aufbrechen und Zerwirken des Wilds mitgenommen. Im ersten Moment war es schon etwas abschreckend, aber letztendlich gehört es dazu.

Seit mein Freund Jäger ist hat sich unsere Sicht zu Fleisch insgesamt komplett gewandelt. Wir essen lieber weniger, aber dafür hochwertiges Fleisch, natürlich am liebsten das eigens geschossene und verarbeitete Fleisch. Zusammen probieren wir viele verschiedene Wildgerichte aus und erarbeiten ein privates Wildkochbuch. So ist das Jagen inzwischen zu einem gemeinsamen Hobby geworden.

Marina und Christian

Ein grauer Wolkenschleier hängt über dem dicht bewachsenen, unwegsamen Gelände. Kein Windhauch ist zu spüren, sodass Schilf und Gräser stumm in der sumpfigen Ebene verharren. Die einzigen Geräusche, die zu hören sind, rühren von einem Hund her, der weit von mir entfernt zu sein scheint. Dann ein Schuss. 

Ich bleibe kurz stehen und halte den Stab, den ich mir für die Treibwanderung geschnitzt habe in der linken Hand, während meine Rechte in der wärmenden Tasche meiner Jacke ruht. Ich lausche noch einem Moment der neu eingesetzten Stille, ehe ich meinen Weg fortsetze und mir mit dem Wanderstab einen Weg durch das Geäst bahne. Er hat eine kleine Kerbe am oberen Rand, auf der ich meinen Daumen ablegen kann, wodurch sich der gesamte Stab wie ein passender Griff an meine Hand schmiegt. Tief atme ich die nasskalte Oktoberluft ein. Es riecht nach Pilzen und Wild. Insbesondere Letzteres bleibt mir in der Nase hängen. Dieser modrige Geruch ist markant und bedeutet mir, dass ich auf der richtigen Spur bin.

Plötzlich erkenne ich eine Bewegung. Das trockene Schilf vor mit beginnt zu Rascheln und in mir wird es still. Es scheint, als hätte mein Herzschlag für den Bruchteil einer Sekunde ausgesetzt, ebenso wie mein Atem, bevor sich beides im doppelten Tempo fortsetzt. Ich spüre wie mein Blutdruck steigt. Meine Pupillen weiten sich und meine Hände werden kalt und schwitzig. Adrenalin durchströmt meinen Körper und paart sich mit Euphorie und Angst. Ich umklammere meinen hölzernen Begleiter in der Erwartung darauf, gleich nicht mehr allein zu sein. Ich kann den Puls in meinen Ohren wahrnehmen, so still liegt der Wald vor mir und so angespannt und aufmerksam zugleich ist mein Körper. Dann sehe ich es. Etwas Dunkles lugt durch das Reet. Ich erkenne schwarze Augen, die direkt auf mich gerichtet sind. Ich versuche in ihnen zu lesen, um vorausschauen zu können, was als nächstes passiert. Doch es will mir nicht gelingen. Stattdessen verrät mir der Blick des Waldbewohners lediglich, dass ich nicht der einzige bin, der von dieser Begegnung überrascht ist. Langsam setzt das Tier einen Fuß vor den anderen, sodass das Schilfrohr unter seiner Last leise knackt. Ich weiche einen Schritt zurück, ohne es dabei aus den Augen zu lassen. Ich richte mich ein Stück auf, um stark, nicht jedoch bedrohlich zu wirken. Wieder erhöht sich mein Herzschlag und die Zeit um uns herum hat sich verloren. In diesem Moment scheint nichts weiter zu existieren. Nur das Tier, ich und die überwältigende Wirkung der Natur zwischen uns.

Dann tritt das Geschöpf aus dem Dickicht heraus und zeigt sich mir in voller Pracht. Nun stehen wir uns gegenüber. Zwei Jäger auf unserem Weg durch den Wald. Einst waren wir Feinde, nun scheinen wir, wenn auch nicht Verbündete, so doch aber Gleichgestellte zu sein – zumindest in diesem Augenblick. Das graue Fell um die dunkle Schnauze des Tieres ist etwas heller als der Rest. Auch die Augenpartie ist von Zotteln umrahmt, die fast ins Weiß übergehen. Es scheint sich um ein älteres Männchen zu handeln. Der Körper schlank, aber kräftig. Wir sehen uns noch eine Weile an und ich wage es kaum, zu atmen. Dann wieder ein Schuss. Der Knall des Gewehres reißt uns beide aus dem einzigartigen Moment heraus und holt uns zurück in die Realität. Das Tier reckt den Kopf zum Himmel, blickt dann noch einmal zu mir und verschwindet, so leise und rasch im Schilf, wie es gekommen war. Ich sehe ihm hinterher. Noch nie zuvor war ich einem Wolf begegnet. Ich streiche mir mit der Hand über das Gesicht – einerseits um mich zu beruhigen, andererseits um festzustellen, ob ich wirklich hier bin und ob das, was soeben passiert war, wirklich stattgefunden hatte und real war. Das war es.

Noch einmal atme ich die kühle Luft ein, bevor ich meinen Weg durch den Wald mit einem Lächeln im Gesicht fortsetze. 

Von Tobias Krause

Ich lernte Margitta über Facebook kennen, da sie in der Gruppe „Jäger und Nichtjäger im Gespräch“, in der ich Teil des Adminteams bin, von ihrem Traum sprach einmal mit zur Jagd zu gehen und auch Kontakt zu Falknern zu haben. 

Das berührte mich, da die Arbeit mit gehandycapten Menschen und die Integration mir persönlich sehr wichtig sind. Mein Mann ist selbst Körperbehindert und der Gedanke eines normalen Lebensalltags trotz Einschränkung ist mir nicht fremd, und ich weiß, dass es möglich ist. Daher nahm ich Kontakt zu Margitta auf, um einerseits auszuloten, wie mobil sie ist und anderer Seits zu schauen, welche Jagdmethode sie am Besten aktiv miterleben kann.

Da ich das Glück habe mit zwei Falknerkollegen aus der Landesgruppe Berlin des DFO im Tiergarten gemeinsam zu beizen, bot sich dort ob der guten Nutzbarkeit der Wege die Möglichkeit, Margitta mit ihrem E- Rollstuhl mitzunehmen. Doch erstmal bot ich ihr ein Treffen mit meinem Falknerkollegen Karl Heinz Dreher und mir an, da die Vögel selbst noch wenig Erfahrung mit Rollstühlen haben und wir damit gleich einmal das Kennenlernen untereinander, aber auch die Gewöhnung der Vögel an die Situation mit dem Rollstuhl üben konnten. Wir hatten einen schönen Nachmittag miteinander und die Freudentränen von Margitta und das glückliche Lächeln waren herzerwärmend. Die Vögel waren nach anfänglicher Skepsis auch zusehends gelöster, so dass wir es wagen konnten das Projekt Beizjagd mit Handycap anzugehen.

Anfang November war es dann soweit. Beizsaison im Tiergarten. Wir trafen uns früh um halb neun an der Straße des 17. Juni und ich stellte Margitta noch meinen Überraschungsgast Kuno Seitz, den Landesgruppenleiter des DFO Berlin mit seinem Habicht vor. Somit waren wir 3 Falkner, Margitta und Kai Hamann vom DJV. Eine gute Beizgruppe.

Als erstes hohle Karl Heinz Dreher seinen Harris aus dem Auto und die Frettchenbox wurde geschultert. Am Rosengarten war ein Kaninchenbau, den wir als erstes anliefen. Nachdem wir Margitta eine günstige Position zum Beobachten verschafften und alle anderen aus der Gruppe sich positionierten, schlieften wir das Frettchen in den Bau, welchen es sofort annahm. Nicht lange danach sprang das erste Kanin. Weeko, welche seit Jahren verlässlich in der freien Folge beizt schwang sich leider nach kurzem Anjagen in den Baum und blieb dort stehen. Auch das zweite Kanin konnte sie nicht locken. Tja, so ist manchmal die Beizjagd.

Als zweiter Vogel wurde der Habicht von Kuno Seitz fertig gemacht. Wir suchten uns einen etwas entfernteren Bau, der zwar befahren schien, aber der leider leer war. Auch zwei weitere Baue waren wir leider vom Pech verfolgt. Damit Margitta aber den Habicht noch in Aktion sehen konnte, flog Kuno seinen Habicht noch kurz freie Folge, bevor wir zum Treffpunkt zurück mussten, da der bestellte Bus für Margitta schon wartete. Leider ging der Tag ohne Beizerfolg zuende, aber eine Wiederholung ist angedacht.

Und noch eine jagdliche Überraschung, die ich Margitta noch nicht verraten habe ist in Planung. Ich möchte sie nächste Saison mit zur Bockjagd nehmen. Sie kann zwar nicht mit hoch auf den Sitz, aber mit einem Tarnschirm bzw Tarnzelt neben dem Sitz sollte es für sie möglich sein so hautnah, wie es für sie geht dabei zu sein. Die passende Ecke im Revier gibt es. Nur der Tarnschirm muss noch organisiert werden, aber mit etwas Hilfe bekommen wir es hin, auch diesen Traum wahr zu machen.

Ein Handycap ist kein Hindernis. Es erfordert nur ein wenig Umdenken. 

Von Moira Denzer

Nach dem mein Freund Robin und ich von der Aktion Jagd erleben gelesen haben, überlegten wir uns, was wir gemeinsam Unternehmen könnten was mir die Jagd als Nichtjägerin näher bringen könnte. 

Ich bin schon immer sehr an der Natur interessiert gewesen aber die Jagd ist erst so richtig durch meinen Freund in mein Leben gekommen. Seit er seinen Jagdschein gemacht hat sitzen wir auch gerne gemeinsam mit anderen Jungjägern und Jägerinnen am Feuer und natürlich wird sich viel erzählt und von der Jagd berichtet. Ich wusste zwar schon vorher, dass der Hirsch nicht der Mann vom Reh ist aber dennoch fehlte es mir hin und wieder am Jagd Latein und das wollten wir ändern. An einem regnerischen Wochenende fuhren wir in den Heimat-Tierpark Olderdissen in Bielefeld der alles zu bieten hat was man in den deutschen Wäldern antreffen kann. Dieser wird gerne von Jagdschülern zum anschaulichen Lernen genutzt. In der Ausstellung konnten wir viele verschiedene Präparate anschauen und in dem Gehegen Damwild in der Brunft bewundern. Auch der prächtige Rothirsch der gerade die letzten Reste seines Basts verloren hatte durfte natürlich nicht fehlen. Trotz des schlechten Wetters wars es ein schönes Erlebnis und ich konnte mein Wissen über die Jagd erweitern.

Ihre Aktion ist wirklich toll und ich finde es wunderbar, dass sie auch nicht Jägern die Jagd näher bringen wollen. Wenn man nicht direkt im Verwandten oder Bekannten Kreis Jäger hat ist früher der einzige Kontakt über die örtlichen rollenden Jagdschulen entstanden. Ich selbst habe gemerkt wie wenig ich früher über die Jagd wusste und denke das Internet und solche Aktionen wie ihre bieten tolle Möglichkeiten.

Von Vanessa Amely Link

Vor wenigen Monaten sind wir umgezogen aufs Dorf und auch mein Pferd ist in einen neuen Stall gezogen. Dort habe ich mich mit den Mädels auf Anhieb gut verstanden und so dauerte es zu Beginn der Drückjagdsaison nicht lange, bis meine Stallfreundin Nathalie mich fragte, ob ich sie nicht mal mitnehmen würde zu einer Drückjagd.

Aus dieser Anfangs zögerlichen Idee entwickelte sich schnell ein fester Plan und ich telefonierte mit ein paar Revierleitern, ob ich meine Freundin zur nächsten Gesellschaftsjagd mitbringen dürfte. Am Abend bevor es losgehen sollte, waren wir zugegebenermaßen beide sehr aufgeregt. Was ziehen
wir überhaupt an? Meinst du es wird wirklich so kalt? Kann ich Kekse mitnehmen? „Auf jeden Fall sammel ich dich morgen super pünktlich um viertel vor sechs ein, nicht dass wir zu
spät kommen!!“ Am nächsten Morgen war ich natürlich spät dran. Kurz nach sechs fuhr ich am Stall auf den Hof. Nachdem ich meinem Pferdchen ein schnelles Morgenbussi auf die Nase gedrückt und wir alle Sachen im Jimny verstaut hatten, ging's los. Erster Stop: Tanke. Ohne Kaffee und Energy geht garnichts, darum haben wir uns erstmal mit
Wegproviant eingedeckt. Dann ging's in Richtung Harz. Den Wachtel im Kofferraum schuckelten wir los. Von der Autobahn runter auf die Landsraße war es regnerisch und nebelig. Einfach klassisches Ekelwetter. Je höher wir fuhren, desto nebliger wurde es. Das triste Grau tauchte den knorrigen Fichtenwald in eine mythische Atmosphäre und am Straßenrand häuften sich die ersten Schneereste, die nun nach einem langen Herbst endlich den Winter einläuteten. Ich bin ja so garkein Fan von Schnee... Nathalie dafür um so mehr. Darum beschlossen wir, einen kurzen Stop zu machen. Ich musste schließlich eh noch in meine dicke Drückjagdhose. Nachdem
auch der Wachtel sich nach der langen Autofahrt nochmal die Pfoten vertreten hatte, machten wir uns auf zum Sammelplatz.
Eine Viertelstunde später hatten wir bereits das Auto ordnungsgemäß am Sammelplatz geparkt und ich tüddelte all meinen Kram zurecht. Sehr aufmerksam ließ Nathalie sich alles erklären: Wie die
Ortungshalsung funktioniert, wozu die Schlagschutzweste gut ist, was nun alles auf uns zukommt. Wie sieht der Jagdschein eigentlich aus, und gibt es einen Schießnachweis, mit welchem man vorlegt, dass man das Schießen auch regelmäßig übt? Nach dem Anblasen und der Ansprache mitsamt Freigabe ging es los. Meine Freundin sollte die Standkarte verwalten, vorausgesetzt wir würden überhaupt was sehen. Ausführlich erklärte ich ihr, was es mit den Freigaben auf sich hatte. Die Begriffe „Schmaltier“ und „Knieper“ sagten ihr nichts und neugierig erfragte sie alles, was sie noch nicht wusste. Dass der Tag so spannend für uns werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht wissen...
Dort angekommen, richteten wir uns nun also auf unserem Drückjagdbock ein und beschlossen, dass es ein guter Zeitpunkt wäre zu frühstücken, bevor es richtig losgehen würde. Aufgeregt sprachen wir noch ein paar Verhaltensregeln auf dem Stand durch. Was machen wir, wenn
tatsächlich Wild kommt? Warum darf man während des Treibens den Stand nicht verlassen? Gerade hatten wir unser Brot ausgepackt, da stupste Nathalie mich an. Oben auf der Kuppe des Hangs links
neben uns schnürte ein Fuchs entlang. Der Stolz, dass sie das Stück Raubwild vor mir im Herbstlaub entdeckt hatte, war ihr anzusehen. Leider waren Füchse nicht freigegeben, und so blieb die Büchse wo sie war.
Kurz darauf ging es endlich los und die Hunde wurden geschnallt. Sorgfältig jagten die passionierten Standschnaller um uns herum die Dickungen durch und wir beobachteten auf der Ortung, was Schlumi im Buchenrauschen gerade anstellte... als sich rasch energisches Hundegeläut näherte. Zwei Stück Rehwild tauchten auf der Kuppe auf, nur um den Hang herunter spitz auf uns zu zu kommen. Ich hob die Waffe und versuchte, eines der beiden ins Glas zu bekommen. Etwa sechzig Meter vor unserem Stand sprangen die beiden auseinander, das eine zog den folgenden Hund mit, das andere flüchtete weiter in der Senke. Ich folgte dem Stück, bis es endlich verhoffte. Breit stand es dort, den Rotpunkt genau dort, wo ich die Kammer vermutete. Mit den Händen bereits auf den Ohren wartete Nathalie neben mir gespannt auf den Schussknall. Doch es blieb still und das Reh flüchtete weiter in den orangenen Herbstwald. Verwirrt schaute sie mich an, als ich die Waffe sinken ließ und die Anspannung des Moments von uns abfiel. „Warum hast du denn nicht geschossen? Das Reh stand doch dort!“
„Ja, aber leider wurde der Brustkorb von einem Baum verdeckt.“ Ich erklärte, dass man immer versucht, Herz und Lunge zu treffen, damit der Schuss so sicher und so schnell wie möglich tödlich wirken kann.
Im Laufe der nächsten dreiviertel Stunde kamen und noch einmal zwei Stücken Rehwild in Anblick, jedoch ohne, dass sich erneut eine Chance geboten hätte, das Wild zu beschießen. Und so saßen wir im nebligen, roten Herbstwald und erzählten leise, während das Hundegeläut der tapferen
Stöberhunde langsam in den fernen Harzhängen verhallte. Unbekannte Nummer ruft an. „Ja bitte?“ Ich bin es schon gewohnt, dass andere Hundeführer mich während des Treibens anrufen, wenn mein Hund bei Ihnen ist. Insbesondere, wenn es langsam auf Hahn in Ruh zugeht. Doch heute war es anders. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet, dass wir noch
eine gute Stunde Zeit hatten. „Wir haben Ihren Hund hier, der ist uns auf der Hauptstraße im Dorf vors Auto gelaufen!“ Mein Herz blieb eine Sekunde stehen. „Ist er okay?“ Die beiden Passanten am Telefon beruhigten mich. Sie hätten schnell genug bremsen können und anschließend wie selbstverständlich ihre Durchreise unterbrochen, um den Hund zu sichern.Tausend Steine fielen mir vom Herzen. Wir führten also ein paar Telefonate mit der Jagdleitung, packten unsere Sachen und hetzten zum
Auto. Am Auto angekommen schmissen wir alles in den Kofferraum um schnellstmöglich das verirrte Wachteltier einzusammeln. Nathalie schaute mich fragend an. „Sag mal, das große Messer an deinem Gürtel, meinst du nicht das solltest du vielleicht abmachen?“ Upsi. Jap, das Abfangmesser
sollte ich wohl besser abmachen. Wohlauf konnten wir Schlumi im Ort in Empfang nehmen. Gott sei dank war ihm nichts passiert. Gott sei dank waren die Finder so engagiert den Hund dort festzuhalten und gleich anzurufen. Gott sei dank waren die Finder so freundlich und hilfsbereit.
Erleichtert packten wir den müden Hund ins Auto und fuhren zum Streckenplatz, wo wir diesen spannenden Jagdtag bei einer warmen Suppe und Kakao am Lagerfeuer ausklingen ließen. Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns über Jagdschulen, wie man den Jagdschein machen kann
und ob es möglich wäre, öfters mal mit zum Jagen zu kommen.
Bereits zwei Tage später haben wir die Wiesen am Schilf kontrolliert, geschaut ob frisch von den Sauen gebrochen war und einige schöne Fotos am Teich geschossen. Wir haben uns für eine Jagdmesse verabredet und uns gemeinsam die unterschiedlichen Waffen im Waffenschrank angeschaut. Haben zusammen mit dem Wachtel ein bisschen das Apportieren geübt und Fasane im Revier beobachtet. Und während ich hier am Küchentisch sitze und das Erlebte aufschreibe freue ich mich, dass uns in Zukunft vielleicht neben der Liebe für die Pferde auch die Passion für die Jagd verbinden wird. Und dass aus meiner Stallfreundin vielleicht bald auch eine Jagdfreundin wird.

Von Jana Knaup

Meine große Tochter geht immer begeistert mit zur Jagd. Und da ist es egal ob es ein Ansitz oder Gemeinschaftsjagden sind. Im diesjährigen Mai war es dann wieder soweit mit dem Aufgang der Bockjagd.

Wir haben uns fertig gemacht und sind in das Revier von sehr guten Freunden in der Lüneburger Heide gefahren. Es gibt nichts schöneres als mit dem eigenen Kind zur Jagd gehen zu dürfen und dann noch Jagdfreunde zu haben, denen es um die Jagd und um schöne Erlebnisse geht und nicht um Neid oder Missgunst. Somit packte ich meine Ausrüstung und Tochter ins Auto und fuhr mit freier Büchse ins Revier. Ich habe noch meiner Tochter erklärt was es bedeutet freie Büchse zu haben und wie dankbar man sein kann solche Freunde zu haben. Wie begaben uns zum Hochsitz und baumten auf.

Zum Anblick kamen uns Reh und Kaninchen. Zum Schuss kam es nicht was aber für uns auch nicht schlimm war, denn der Ansitz hatte sich alleine schon gelohnt aufgrund des Anblicks und des wunderschönen Sonnenuntergangs.

Von Marc Herrmann

Ich heiße Manuela, bin 54 Jahre jung und sehr gerne in der Natur. Ich sehe zum Leidwesen meiner Familie auch alles, was man sonst nicht sieht. Kann schon eine kleine Sammlung von Ammoniten mein eigen nennen.

Seit Mai 2018 begleite ich in regelmässigen Abständen einen Jäger in seinem Revier. Sein Name ist Niklaus und er hat ein unheimliches Wissen über Fauna und Flora und  jagdliches Brauchtum. Wir haben uns in der Bäckerei, in der ich am Samstag immer arbeitete kennengelernt. Auf meine Frage, ob ich ihn evtl mal zu einem Morgen- oder Abendansitz begleiten dürfte, kam spontan die Antwort: Sehr gerne. Morgen früh um 4.30 Uhr treffen wir uns.

So war es dann auch. Pünktlich um 4.30 Uhr war ich am Treffpunkt. Wir bezogen eine Kanzel, versteckt in den Tannen, und hatten freie Sicht auf eine Wiese. Der Morgen erwachte langsam, die Vögel zwitscherten. Von weitem hörte man eine Taube gurren. Die Sonne brach mit ihren Strahlen durch die Baumwipfel. Eine Amsel suchte im Gras nach ihrem Frühstück. Von links hoppelte eine Feldhase den Schotterweg rauf, verweilte kurz und verschwand im Dickicht. Immer wieder hielten wir Ausschau. Der Feldhase kam ein weiteres Mal auf den Weg und blieb hier sitzen. Es war eine Freude, dem Kerlchen zuzuschauen. Gegen 8.30 Uhr verließen wir die Kanzel. Ich war ganz im Glück.

Bei einem weiteren Ansitzen erblickten wir Eichhörnchen, die auf dem Waldboden umher tobten, unter der Kanzel einen Radau machten und dann blitzschnell an den Buchenbäumen hinauf zu kletterten. Bei beginnender Dämmerung nahmen wir beide eine Bewegung am äusseren Waldrand wahr. Wir konnten aber nicht ausmachen, was es war. Mit der Zeit kam der Rehbock durch eine kleine Gasse. Rieb sich sein Gehörn an einem kleinen Busch und stand immer recht ungünstig für den Jäger. Was man beim Ansitzen lernt: Ruhe bewahren und warten. Der Rehbock lief am unteren Waldrand auf eine Wiese um zu äsen. Es war einfach nur schön dem Tier zu zuschauen. Dann hatte der Bock die perfekte Position. Niklaus legte an und streckte den Bock nieder. Was für ein Erlebnis. So nah war ich noch nie dabei. Beim anschliessenden Aufbrechen durfte ich zuschauen.

Jeder Ansitz hat seine ganz eigene Faszination. Sei es, wie man sieht, wie die Sonne aufgeht oder Abends wieder untergeht. Wie der Wald sich mit jeder Stunde verändert. Welche Geräusche man wahrnimmt. Wie sich die Augen an die beginnende Dunkelheit gewöhnen. Welche Gerüche die Nase wahrnimmt. Jedesmal ist es wie neue Kraft tanken.

Vor acht Wochen hätte ich meinem Jäger keine größere Freude machen können, als ich ihm sagte, dass ich den Jagdschein machen werde. Und zwar nächstes Jahr. Bei der Jagdschule habe ich mich angemeldet und schon bei zwei Drückjagden teilgenommen. Nun darf ich Niklaus schon ein bißchen in seinem Revier unterstützen. Sei es beim Weißtannen pinseln, die Kirrung ausbringen oder einfach nach dem rechten sehen.

Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ich ihn als Lehrprinz habe.

Von Manuela Kossack 

An einem Sommerabend im Juli habe ich mich entschlossen, meinen 6 Jahre alten Sohn, mit auf einen abendlichen Pirschgang, durch ein Feldrevier, nahe Niederfinow mitzunehmen. Mein Sohn fragte mich schon des öfteren, ob er mit auf die Jagd kann. Er interessiert sich sehr für die Natur und die damit verbundene Jagd. Ohne große Gedanken zu verschwenden, nahm ich ihn an einem Samstagabend, mit raus auf die Jagd. Da es Wochenende war, hatten wir beide auch keinen Zeitdruck und er konnte ausnahmsweise mal etwas länger aufbleiben. Außerdem sah ich es als praktischen Sachkundeunterricht. Der Jagdpächter gab mir einen Rehbock in diesem Revier frei und so konnte ich und mein Sohn voller Erwartungen starten. Das Feldrevier ist landschaftlich sehr schön, durch die Eiszeit, geprägt. Es ist mit verschiedenen Biotopen strukturiert. Kleine Waldinseln, Wasserlöcher, Hügel und große Freiflächen wechseln sich in dem Feldrevier ab. Also optimale Voraussetzung zum Pirschen.

Ich stellte mein Auto auf einer Pflasterstraße, an der äußersten Grenze des Jagdbezirkes ab, damit hatten wir die Möglichkeit einen lange Pirschstrecke zurückzulegen. Das Wetter war optimal. Der Wind stand gut und die Luft roch angenehm sommerlich. Wir rieben die nicht durch die Kleidung abgedeckten Körperstellen mit Salbei ein und starteten den Pirschgang auf Socken. Durch diese Vorbereitung erkannte mein Sohn zum ersten Mal die Zusammenhänge der Jagd und den Sinnesorganen der Wildtiere. Wir gingen die Pflasterstraße entlang und da war die erste Begegnung mit einem Wildtier der besonderen Art. Mein Sohn und ich erstarrten, denn auch für mich war es das erste Mal, dass ich einem Wildtier so nah gegenüberstand. Es kam unverhofft aus der Randbepflanzung von der Pflasterstraße direkt auf uns zu und blieb fünf Meter vor uns stehen. Der Herr Schmalzmann bestaunte uns und ging dann im Trap davon. Grund für die Begegnung war der ca. 100m entfernte Dachsbau und die damit verbundene abendliche Futtersuche. Mein Sohn war fasziniert und staunte das der Dachs uns erst so spät erkannte. Ich erklärte ihn, dass Dachse zwar eine gute Nase haben, allerdingst dafür schlecht sehen können. Nach diesem Ereignis gingen wir auf einen Wiesenweg, der zu einer Waldinsel führte. Es war vorteilhaft, nur auf Socken zu laufen. Zum einem waren wir recht leise unterwegs und zum anderen war es doch sehr angenehm bei diesen warmen Temperaturen. Die Waldinsel lag auf einer Erhöhung und so hatten wir die Möglichkeit eine große Fläche einzusehen. Von dieser Position hatte ich Anblick auf eine Ricke mit Kitz, die in ca. 300 Meter ästen. Ich wartete darauf das auch mein Sohn dies erkannte und mich dann darauf hinwies. Mein Sohn tippte mich an und sagte: Papa guck mal da ist eine Ricke mit Kitz. Dieses Bild kannte er aus Kinderbüchern, wo ich ihm viele Sachen erklären konnte. Auch daher kannte mein Sohn die verschiedenen Begriffe wie Ricke und Kitz. Die nächste Frage meines Sohnes war: Darfst du die Ricke schießen. Ich erklärte ihm das diese erst ab September offen sind und jetzt Schonzeit haben. Des Weiteren erklärte ich ihm den Grund der Schonzeiten. Wir pirschten vorsichtig bis zu einem Waldrand weiter. Immer dann, wenn die Ricke und ihr Kitz ästen gingen wir auf meine Anweisungen Schritt für Schritt weiter. Äugten die beiden uns an blieben wir stehen und erfuhr mein Sohn was ein Bewegungs-Seher ist. Als wir an dem Waldrand ankamen ging die Sonne unter und wir sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Wir warteten noch eine Weile und beobachteten die Ricke mit ihrem Kitz. Im letzten Büchsenlicht pirschten wir zur Waldinsel zurück und uns wehte eine leichte Brise ins Gesicht. Der typische sommerliche Abendgeruch kam auf und es kühlte sich ab. Kurz vor der Waldinsel sahen ich und mein Sohn einen Rehbock der eine Ricke trieb. Dieser war allerdings noch zu weit entfernt. Das Gelände ging leicht bergauf und so versuchten wir uns in geduckter Haltung ran zu pirschen. Als wir nah genug dran waren schaute ich hoch und traute meinen Augen nicht. Ich nahm meinen Sohn an die Hand und wir standen Beide wie angewurzelt da. Der Rehbock und die Ricke waren nicht mehr zu sehen, stattdessen stand mit voller Pracht ein Rothirsch auf etwa 30 Metern vor uns. Er äugte uns an und war wahrscheinlich genauso überrascht wie wir. Erst als wir uns wieder bewegten ging er ab. Wir beide waren sehr fasziniert von diesem Anblick. Als wir dann im Dunkeln am Auto ankamen fragte mein Sohn gleich, wann wir das nächste Mal auf Jagd gehen können. Dieser Jagdtag hat meinen Sohn und mich doch sehr geprägt und wir haben danach noch viele weiter Erlebnisse gehabt. Es ist schön, wenn man solche faszinierenden Erfahrungen teilen kann.

Von Thomas Baumann

In der Vollmondnacht des 12. November bin ich gemeinsam mit meiner Freundin Ruth zum Ansitzen gegangen. Es war eine kalte, fast windstille Nacht und wir pirschten zum Ansitz nahe einer Wiese. 

Ich habe erst kürzlich den Jagdschein erworben und meine Freundin Ruth hat mich oft vor der Prüfung abgehört, das war eine aufregende Zeit. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie meiner Einladung zum Ansitz gefolgt ist. Es lag eine merkwürdige Stille in der Luft. Ich zeigte ihr, frisch von Wildschweinen umgebrochene Wiesenabschnitte. Nachdem wir etwa 2 Stunden in unserem Versteck ausharrten und die Waldränder beobachteten, fingen die Kraniche an zu rufen. Sie übernachteten in den nahen gelegenen Fischteichen. Das Spektakel fand erst ein Ende, nachdem auch der Fuchs Laut gab. Kurz darauf hörten wir ganz in der Nähe ein Reh klagen, es war sein letzter Ruf. Nun war auch klar, warum es so still war, denn die Wölfe waren ganz in der Nähe und hatten nun ein Reh gerissen. Wir verließen den Ansitz gegen den Wind im großen Bogen und fanden noch jede Menge Spuren von Rehen und Wildschweinen. Zu Hause angekommen, war Ruth ganz hellwach und bemerkte, dass Jagd viel mehr sei, als Nahrungsbeschaffung und dass es ein toller Ausflug war und sie gerne noch einmal mitkommen werde. So einen tollen, gesprächsarmen und doch intensiven Abend hatten wir beide bisher nicht erlebt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihr bald beim Lernen für den Jagdschein helfen darf.

Waidmanns heil wünschen Ruth und Steffi

Gemeinsam Jagd erleben abonnieren