Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude, so hieß es in meinem Artikel im letzten Jahr zum Thema "Gemeinsam Jagd erleben".

Ich wollte gerne mal ein Date mit einem Greifvogel.
Das sollte Dank Gemeinsam Jagd erleben kein Traum bleiben. Ich lernte über die Sozialen Netzwerke Moira Denzer kennen die mir diesen Wunsch mit dem Jagdkameraden Karl- Heinz Dreher zusammen erfüllen wollten. Moira und ich schrieben immer wieder und telefonierten auch miteinander. Es gab ja viel zu regeln, wo können wir uns treffen, wann können wir uns treffen und da ich ja im Rollstuhl sitze, musste auch die Beweglichkeit gesichert sein. Und wie bekomme ich das mit dem Fahrdienst geregelt? Im September war es dann soweit: Es war ein sonniger Samstag und ich wurde von meinem Fahrdienst mit meinem Rollstuhl von zu Hause abgeholt.
Ich kann euch sagen, ich war aufgeregt wie wild. Mein Fahrer fuhr also mit mir nach Berlin zu Familie Dreher. Ich wurde von Der Familie richtig nett empfangen.
Ich unterhielt mich mit Herrn Dreher und meinem Fahrer und bemerkte nicht, dass ich von noch jemanden in Empfang genommen wurde.
Ich fuhr also auf das Grundstück und der Hund begrüßte mich, als plötzlich etwas neben mir aufschreckte, denn er saß auf der Reck vom DFO aber ich war so aufgeregt, dass ich ihn vor dem Busch nicht sah.: Es war Weeko der Wüstenbussard.
Frau Dreher kam in der Zwischenzeit auch dazu und wir plauderten miteinander bis Frau Denzer dann auch kam.
Nun stand ich dann irgendwann zwischen Hund und Vogel, dann kam auch noch Frau Denzer und ich stand dann zwischen Vogel Hund und Vogel denn auch sie hatte ihren Wüstenbussard Ayla mit.
Frau Dreher hatte extra für dieses Date eine Greifvogeltorte gebacken. Wir tranken dann gemeinsam Kaffee und plauderten über die Jagd und die Vögel. Bis dann der große Augenblick kam. Herr Dreher fragte mich noch einmal kurz ob ich den Vogel mal nehmen möchte was ich bejahte, denn deshalb war ich ja dort. Jetzt dachte ich das er mir einen Handschuh gibt und dann den Vogel aber... Nix da Ich sollte die Hand ausstrecken und er zog den Handschuh samt Vogel aus und mir an. In diesen Sekunden hielt ich kurz den Atem an. Weeko und ich schauten uns nun ganz tief in die Augen. Ich durfte ihn dann anfassen und sogar beizen lassen. Frau Denzer und Herr Dreher machten viele Fotos. Auch Ayla durfte ich dann noch auf die Faust nehmen und fliegen sehen. Es war ein echt tolles erstes Date mit allen Personen und Tieren. Was mich sehr überraschte, waren die Worte von Frau Dreher: Als ich Weeko auf der Hand hatte sagte sie: „Mensch bist du mutig, ich hatte den Vogel noch nie auf der Faust, ich fütter ihn immer nur von draußen.“ Leider ging der Nachmittag sehr schnell vorbei. Aber nicht ohne der Erkenntniss eine Beizjagd ist auf jeden Fall noch ein muss.
Es kam dann auch wirklich dazu.
Am 1. November, alle meine Kollegen schliefen noch, denn sie hatten Brückentag und ich Zahnschmerzen. Um 5.15Uhr stand ich auf, denn ich brauche wegen meinem Handycap so meine Zeit und der Fahrdienst stand um 6.45 vor der Tür.
Nach dem Frühstück stieg ich gut gelaunt in meinen E-Rollstuhl und dann ins Auto um mit meinem Fahrer nach Berlin in den Tiergarten zu fahren, wo ich mit Karl- Heinz Dreher, Moira Denzer, Kuno Seitz und Kai Hamann (vom DJV) verabredet war. Am vereinbarten Treffpunkt wurde ich wieder herzlich begrüßt und wir gingen in den Park. An eine Stelle wo es Kaninchen geben soll. Denn die wollten wir jagen. Nun merkte ich, dass eine Beizjagd gar nicht so einfach ist, denn wenn ich die Hauptwege verließ, blieb ich auch schon mal stecken.

Was mich sehr faszinierte war, dass Weeko, der als erstes jagen sollte, los flog und dann uns allen zeigte, das sie (ich sage es mal lustig) kein Hundefutter sein wollte, den morgens halb Neun laufen im Park viele Hunde mit ihren Besitzern umher. Aber ich erfuhr dann, dass Weeko einfach keinen Hunger hatte und daher nicht das Jagdgewicht (Falkner sagen dazu die Jagdkondition).

Also flog sie auf einen Baum und ließ sich lange bitten runter zu kommen. Auch ich durfte einen Versuch starten.

Wir hatten noch zwei Frettchen mit, die wir dann in die Kaninchenbaue rein laufen ließen und ich durfte auch kurz ein Kaninchen sehen, aber eben Weeko saß auf dem Baum und hatte keine Lust

Kuno Seitz holte dann seinen Habicht. Da wir es an einer anderen Stelle versuchen wollten und ich auch noch eine andere Greifvogelart kennen lernen sollte. Also Kuno hatte seinen Vogel geholt und für mich gab es dann ein neues Abenteuer, denn seine Vogeldame kannte keinen Rollstuhl, so dass sie sich immer, wenn ich mich bewegte, etwas aufregte. Aber stand ich still, war alles schick.

Wir suchten uns dann noch eine zweite Stelle, wo es Kaninchen geben sollte und ließen dann noch ein Frettchen los. Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen, denn auch das Frettchen ließ sich sehr lange bitten, wieder raus zu kommen.

Wir hatten zwar keinen Jagderfolg, aber ich bekam mal einen Einblick, wie eine Beizjagd abläuft und wie sich Greifvögel anfühlen.

Was aber in diesem Artikel nicht vergessen werden sollte!

Gemeinsam Jagd erleben, mit einem Menschen mit Handycap, heißt viel Mut zum Risiko. Geduldige Vorbereitung, auch durch den DJV und die DFO- Landesgruppe Berlin und viele viele helfende Hände, wie den WW Trans Biesenthal der mich bei diesem Wunsch und Traum sehr unterstützte.

Ich hatte echt schöne Stunden und werde auch noch schöne Stunden mit diesem Thema haben.

Liebe Grüße

Margitta Matys

Viel Spaß beim lesen.

Kunst und Jagd lassen sich hervorragend kombinieren. Über einen Zufall lernte Dana Engfer einen Jäger aus dem mecklenburgischen Plüschow kennen und macht beeindruckende Erfahrungen.

Durch einen schönen Zufall bin ich zu meiner ersten Jagd gekommen. Ich bin bildende Künstlerin aus Berlin und seit Oktober für drei Monate Stipendiatin im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow. Über eine Online-Buchbestellung beim Nordwest Media Verlag habe ich dessen
Inhaber, Herrn Ulf-Peter Schwarz, kennengelernt. Als er mir erzählte, dass er außerdem Jäger in Plüschow ist, habe ich ihn gefragt ob er mich nicht einmal zur Jagd mitnehmen könnte. In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich unter anderem mit Spurensicherung und den
Geschichten eines Ortes und seiner Bewohner. Es passte also thematisch schon mal gut. Einige Tage später stand ich mit meinen dicksten Jacken und meinen Kameras vor seiner Tür. Zum Glück hat er mich kleidungstechnisch noch weiter ausgestattet und ein Fernglas gab es auch dazu. Ich habe mich noch nie tiefergehend mit der Jagd beschäftigt und war gespannt und leicht
aufgeregt. In den frühen Abendstunden sind wir los und Ulf-Peter hat mir im Wald erste Wildschweinspuren gezeigt und mir das Heranpirschen näher gebracht. Ich war erstaunt wie viele Geräusche der Wald zu bieten hat und wie ruhig man selbst sein kann. Als Erstes ging es auf den Hochsitz. Ulf-Peter hat mir ein Jagdsitzkissen mitgebracht und ich hab es dankbar auf das feuchte Holz gelegt. Der Ausblick war wunderbar und die ersten Rehe kamen zum Vorschein. Das Gewehr schussbereit, aber es kam nicht zum Einsatz...Ich war ehrlich gesagt ganz froh, auch wenn ich gehört habe, dass es für das Wild der angenehmste Tod ist. Es war schön so dazusitzen und zu warten. Für den Magen gab es Wildleberwurst-Brötchen. Sehr intensiv...Natur auch auf der Zunge. Nach einer Weile ging es wieder runter vom Hochsitz und wir haben uns am Waldrand entlang gepirscht. Ich habe versucht die Schrittgeschwindigkeit und entschlossene Vorsicht von Ulf-Peter in meinem eigenen, neu entdeckten Jagdgang zu übernehmen Und dann auf einmal, ganz nah und ganz leise...zwei Rehkitze. Schlüpferwild, wie ich gelernt habe. Das war ein magischer Moment. Die Annäherung an etwas nicht Greifbares - nach einigen langen Sekunden waren sie auch schon wieder verschwunden. So lautlos, wie sie erschienen waren. Die
Geister des Waldes. Mittlerweile legte sich die Abenddunkelheit schon um uns, und wir sind langsam, ich mit tausend neuen Sinneseindrücken, über den Acker zurückgegangen. Von diesem ersten Jagdausflug habe ich Videoaufnahmen fragmentarisch in meine Videoarbeit "Hunter" einfließen lassen. Zudem hat mir Ulf-Peter Bilder seiner Nachtsichtkamera überlassen, die zu einem weiteren Teil dieses Kunstprojektes geworden sind.
Einige Wochen später hat mich Ulf-Peter Schwarz erneut zur Jagd eingeladen. Einer großen Treibjagd mit zahlreichen Plüschower Jägern und Treibern. Ich wurde gleich von allen Jägern offen aufgenommen. Besonders habe ich mich gefreut, drei Jägerinnen kennenzulernen. Die Treibjagd war ein sehr spezielles Erlebnis, insbesondere die Bruch-Zeremonie und das Wildauf- Strecke-Legen nach der Jagd und das Zusammensitzen am Lagerfeuer. Die Bilder blieben mir noch lange im Kopf haften. Abends hat mich mein Lieblingsjäger noch zum Wildschwein-Buletten-und-Pilze-frisch-aus-dem- Wald-Essen eingeladen. Das war gut! Meine Videoarbeit "Treibjagd" erzählt von diesem Tag.

Von Dana Engfer

Zum Muttertag zusammen auf den Ansitz. Die Temperaturen werden wärmer und die Thermo-Unterwäsche kann im Schrank verbleiben. 

Es war Mitte Mai und endlich ging es zur Bockjagd raus. Die Temperaturen waren mittlerweile angenehm genug, dass man auch problemlos jemanden mitnehmen kann, der keine spezielle Thermo-Outdoor-Klamotte im Schrank hängen hat.

Die Wahl fiel mir nicht schwer, denn die Person wünschte sich bereits vor einer Weile, mal mit rausgehen zu dürfen. Zum Muttertag erfüllte ich Mama den Wunsch und es ging auf einen der wenigen Hochsitze im Revier, wo zwei Personen Platz finden. Eine ganze Weile konnten wir ausgiebig einen der rar gesäten Feldhasen beobachten, bis sich plötzlich Rehwild am Waldrand zeigte. Ein Bock, recht jung und sehr gut veranlagt, der vermeintliche Platzbock wie sich in den nächsten Wochen herausstellen sollte. Es war klar, der darf weiter leben und so genossen wir den Anblick. Nach einer halben Stunde querte er die Wiese und kam genau in unsere Richtung, bis er schließlich direkt unter unserem Hochsitz stand. So nah hatte Mama noch nie einen Rehbock erlebt, ihre Faszination konnte man spüren. Der Wind stand perfekt und der Bock bekam uns nicht mit.

Irgendwann kam ein Schmalreh auf die Wiese gezogen, da hieß es für den Bock "schnell hin da" und beide verschwanden im angrenzenden Wald. Mittlerweile hatten wir auch kaum noch Licht und so beschlossen wir den Heimweg anzutreten.

Kaum zu Hause angekommen fragte sie mich, wann sie denn wieder einmal mitkommen darf. Es schien ihr gefallen zu haben. Ich freue mich schon drauf, dann vielleicht sogar mit Jagderfolg.

Von Chris Schneider

Ein Bericht über den Zusammenhalt zwischen Jäger und Angler.

Mein Name ist Frederic Norheimer und ich besitze den Jagdschein seit über 9 Jahren. Ich komme aus einer Jägerfamilie, in der schon in der dritten Generation gewaidwerkt wird. Tradition, Hege und Zusammenhalt wird bei uns groß geschrieben. Schon seit Kindheitstagen war ich als kleiner Knirps auf der Jagd mit Eltern und Opa. Inzwischen bin ich Pächter eines Niederwildreviers, in welchem viel Niederwildpflege wie zum Beispiel das Anlegen von Wildäsungsflächen, Fasanenschütten oder auch Kunstbauten betrieben wird und Begehungsscheininhaber im elterlichen Hochwildrevier. Bei diesen Tätigkeiten werde ich oft unterstützt von meinem besten Freund: Daniel Hörner. Daniel, mein langwieriger Schulfreund, lebt die gleiche Devise wie ich: Jede freie Zeit muss/wird in der Natur verbracht. Er als aktiver Angler und ich als passionierter Jäger verbrachten zusammen schon sehr viele Nächte am See, auf dem Hochsitz, Stunden auf Drückjagdböcken aber auch in der Wildkammer. Der ordnungsgemäße Umgang mit der Verarbeitung von Wildfleisch wurde uns durch das Wissen und der Berufserfahrung meines Vaters (gelernter Metzger) schon sehr früh nahegelegt. Die Verbundenheit zur Natur führte zu einer langjährigen Freundschaft und bis heute ergänzen wir uns gegenseitig mit Wissen aus beiden Welten: Angeln und Jagd. Dank ihm konnte ich mir erfolgreich meinen Angelschein aneignen.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht Daniel bei seiner Interessenentwicklung bezüglich des Themas Jagd weiter zu unterstützen. Nun heißt es Danke sagen und ihm auf seinen Weg zum Jagdschein begleiten. Als "Mentor", "Schießlehrer" (Mitglied VJS- aktives DJV Wettkampfschießen) und Pächter werden ich und meine Familie ihm jederzeit die Türe offen halten. Als Jungjäger werden wir ihm die traditionelle Jagd vermitteln und gerne bei uns aufnehmen.

Im Anhang befinden sich gemeinsame Erlebnisse in Form von Bildern. "Majestätisch“ hinter dem erlegtem Wild zu sitzen finden wir für diese Aktion unpassend, daher haben wir uns für die Ablichtung dieses Rotwildkalbes in natürlicher Umgebung entschieden. Zusammen erlegt, aus der Decke geschlagen - das kleine Jägerrecht zusammen in der Jagdhütte verspeist und eine weitere Geschichte ZUSAMMEN geschrieben.

Angler und Jäger, Jäger und Angler.
Waidmannsheil
Frederic N. und Daniel H.

Der ehemailge Jugendtreff und Rückzugsort wird zum Jagdrevier mitten in der Hauptstadt. Erinnerungen aus der Jugend- und Auszubildenden Zeit kommen bei Dennis und Moritz wieder hoch. Waldwege, die früher mit dem Mountainbike befahren wurden und Waldseen, an denen man für die nächste Prüfung gelernt hat, liegen nun mitten im Jagdrevier. 

Hallo, mein Name ist Moritz, ich bin 37 Jahre alt und was man einen Urberliner nennt, also bin ich hier aufgewachsen und habe immer hier gelebt. Nach 15 Jahren Arbeit in der Veranstaltungsbranche zog es mich zu etwas Neuem, daraus wurde (irre Geschichte, erzähle ich Euch beim nächsten Mal) ein Studium der Forstwirtschaft in der Nähe von Berlin. Mit diesem Studium kam der Jagdschein und die ungeahnte Möglichkeit mitten in Berlin zu jagen…ein Jahres Abgrillen im Dezember ist schon geplant also wird bei einem Besuch meiner „alten“ Kollegen auf einem Konzert, direkt die Verabredung für einen Ansitz mit meinem guten alten Freund Dennis getroffen.

Berlin - Ein Revier mitten in der Stadt

An einem (übrigens verdammt) kalten Novembernachmittag in Berlin steigen wir in den Geländewagen meines Jagdgasts und wir sind auf dem Weg ins Revier zum wöchentlichen Gemeinschaftsansitz des Revierförsters. Wahnsinn, vor rund 20 Jahren war genau dieser Wald unsere Mountainbike- Strecke und die Seen darin unsere Badeseen auf denen wir vorbildlich für die Abschlussprüfungen unserer Ausbildung gelernt haben ;-) Aber zurück zu unserer Jagd...sind wir nun gemeinsam auf dem Weg zu unserem Hochsitz und während ich mich freue, dass ich diesmal meine Kopflampe nicht vergessen habe, ist Dennis perfekt für diesen Ansitz ausgerüstet...ob das jetzt an meinen Unterweisungen lag oder an seiner guten Vorbereitung lassen wir mal dahingestellt...Tee und Wust munden super und wir warten darauf das Ruhe in diesem tagsüber so bevölkerten Wald einkehrt.

Trotz angekündigter Wolken ist es nicht zu dunkel und wir können die Kirrung gut sehen während wir flüsternd über Sinn und Unsinn von Jagden und das Spannungsfeld zwischen Forst, Umweltschutz, Jagd und Tierschutz reden...als Stadtkind ist der Wald doch eher Spielplatz und die Wildschweine mehr Ansporn schneller zu radeln als vielleicht der Gedanke an einen Braten. So erzähle ich von den intensiven Erfahrungen bei meinem Jagdkurs…dass wir Rehe nicht nur wegen der Keule jagen sondern auch um (ja da kommt der Förster durch) dem Wald die Möglichkeit zu geben sich zu erneuern…das Wildschweine wiederum viel weniger Auswirkungen auf den Wald haben…erkläre ihm das ein Küchenschuss zwar gut für den Koch ist aber durchaus suboptimal für das waidmännische Erlegen eines Tieres…es driftet zwischendurch in Reiseberichte über Dennis‘ Albanienexpedition ab und wenn ich hier so erzähle kommt sicher die Frage auf was denn jagdlich noch so passierte…nüschte wie der Berliner sagt…aber mal so garnix…keine Geräusche, kein Anblick, geschweige denn Jagderfolg...es ist totenstill im Wald und wird nur sekündlich nass-kälter, so entschließen sich nach und nach alle im Revier verteilten Jäge zum Lagerfeuer zu flüchten...der plötzlich fallende Graupel-Schneeregen verlagert das Beisammensein eins-zwei-fix in den Bauwagen wo bei Jagdgeschichten und Chili-con-Wildsau der Abend ausklingen kann. Achja, die anderen hatten genauso wenig Anblick wie wir, daher kann es nicht an unserem Geplapper gelegen haben :-)

Von Moritz Stockschläder

Schon am Vorabend ging es zusammen mit meinem Cousin Christoph (13) bei meinem Jagdfreund Siggi raus ins Revier. Ziel war es einerseits, Christoph die Jagd näherzubringen und andererseits, einen Bock zu erlegen.

Wir saßen auf der Hüttenkanzel und nicht lange nach dem Einsatz des Buttolo-Blatters zog eine Ricke zur Salzlecke. Während wir auf den Bock warteten, knackte es hinter uns. Ich bat Christoph, mal nachzuschauen, was da los sei. Er grinste mich an und sagte „Da steht der Bock!“. Tatsächlich, dort stand er und schöpfte Wasser. Leider konnte ich aufgrund des dichten Geästs keine Kugel antragen und wir mussten ihn ziehen lassen. Gegen Ende kamen dann noch fünf Dachse den Hang hinunter. Für Christoph war es ein spannender und aufregender erster Ansitz mit reichlich Anblick.

Am nächsten Morgen klingelte schon um drei Uhr der Wecker und wir fuhren wieder ins Revier auf dieselbe Kanzel. Als es hell wurde, fing ich wieder mit dem Blatten an und kurz darauf zog ein Schmalreh linker Hand durch den Bestand. Danach hatten wir eine Zeit lang keinen Anblick und Christoph hing, von der Müdigkeit überwältigt, schlafend mit dem Kopf in der Luke. Ich weckte ihn, als eine Ricke auf die Äsungsfläche zur Salzlecke zog. Gegen 7:40 Uhr fiel dann ein Schuss. Ein dritter Mitjäger erlegte einen zweijährigen Spießer, wie sich später herausstellte.

Wenige Minuten vergingen und dann wurde es auch bei uns spannend. Christoph sah, im Gegensatz zu mir, einen Bock über die linke Schneise ziehen. Es war der bekannte vom Vorabend, der anschließend spitz von Vorne zur Stammsulze wieder hochzog. Ich befand mich bereits in Schusspostition und wartete nur darauf, dass er breit stand. Doch so einfach machte er es uns nicht. Gleich fing er an, die fiepende Ricke zu treiben. Nach der ersten Runde zeigte er mir endlich die Breitseite und ich versuchte ihn mit einem „Ey!“ zum Verhoffen zu bringen – vergeblich. Denn wenn die Hormone kreisen, geht der Geist auf Reisen! Nahtlos drehten beide einen zweiten Kreis um die Salzlecke. Nun verhoffte er einen Augenblick und um 8:10 Uhr ließ ich fliegen. Im Knall sah ich, wie der Bock hochsprang und nach unten die Totflucht ergriff. Christoph versicherte mir mit erkennbarem Jagdfieber in völliger Aufregung, dass der Bock liege.

Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt hatten, gingen wir in die Fluchtrichtung des Bockes. Etwa 40m vom Anschuss entfernt lag ein zweijähriger Gabler, der, seinem Zeichnen entsprechend, einen Tiefblattschuss hatte. Alsbald kam auch Siggi zum Ort des Geschehens. Wir machten Erinnerungsfotos und ich überreichte Christoph die Patronenhülse der 8x57 IS als Andenken. Anschließend frühstückten Siggi, Christoph und ich, bevor wir beide Böcke aus der Decke schlugen. Die Böcke brachten 15 und 17 kg auf die Waage.

Für Christoph waren es zwei sehr erlebnisreiche Tage, in denen er viele Eindrücke sammeln konnte. Seitdem begleitet er mich, wenn es zeitlich möglich ist, nicht nur auf dem Ansitz, sondern auch zu Drückjagden als Treiber. Bei seiner Passion bin ich mir sicher, dass er in ein paar Jahren den Jugendjagdschein machen wird, so wie ich es mit 16 auch tat.

Von Sascha Gniesmer

Letztes Jahr in den Sommerferien war ich mit meinem Cousin Sascha das erste Mal auf Ansitz. Wir saßen bei Saschas Jagdfreund Siggi auf der Hüttenkanzel und warteten auf einen Bock, der dort schon öfter streifte.

Ich war total aufgeregt und voller Vorfreude, das erste Stück zu erlegen. Das wurde dann durch das Auftreten der Ricke, die auf den Blatter ansprang, noch gestärkt. Nach ein paar Minuten des Wartens knackte es hinter uns laut. Zuerst dachten wir, dass es nur Äste waren, die im Wind brachen. Aber dann blickte ich um die Ecke und sah, wie der Bock an uns vorbei zog. Ich wendete mich Sascha zu und sagte:,, Da steht der Bock!‘‘. Dabei habe ich wohl so gegrinst, dass er mir erst kaum glauben wollte. Aber als er dann auch um die Ecke blinzelte, sah er den Bock mit eigenen Augen. Er legte seine Büchse an und versuchte ihn zu schießen, was aber durch das dichte Geäst nicht möglich war. So zog der Bock weiter. Gegen Ende huschten noch fünf Dachse den Berg hinunter, wohin auch der Bock verschwand. Wir verließen den Hochsitz voller Vorfreude auf den nächsten Morgen.

Alles in allem war es ein sehr aufregender erster Ansitz mit vielen neuen Eindrücken.

Am nächsten Tag ging es schon um drei Uhr morgens los, denn wir wollten den Bock vom Vortag erlegen. Es ging wieder auf die Hüttenkanzel. Nach ca. 15 Minuten fingen wir an zu blatten und es dauerte nicht lange, dass ein Schmalreh die Salzlecke kreuzte. Es verschwand und ein wenig später kam auch noch die Ricke vom Vortag. Sie legte sich wieder in den großen Brombeerbusch. Wir warteten und warteten und als mich die Müdigkeit überwältigte, lehnte ich mich zurück und schlief ein. Nach einer Weile wachte ich wieder auf und beobachtete die Salzlecke, währenddessen Sascha ein bisschen döste.

Ich sah ein großes Tier vor der Salzlecke eine Rückegasse kreuzen. Ich weiß nicht, ob es nur durch meine Müdigkeit eingebildet war oder ich tatsächlich einen in der Region eher seltenen Hirsch gesehen habe. Wir blatteten wieder und kurz darauf kam der Bock. Er sah die Ricke und war wie besessen von ihr. Die Ricke allerdings packte die Angst und sie rannte um einen nah gelegenen Baum. Der Bock zischte hinterher und so drehten sie mehrere Runden um den Baum. Währenddessen saßen wir voller Adrenalin auf dem Hochsitz. Sascha mit der Büchse in der Hand und schussbereit. Als der Bock richtig stand, rief er laut: ,,Ey!‘‘, aber das interessierte den Bock gar nicht. Er war nur auf die Ricke fixiert. In der nächsten Umdrehung schoss Sascha auch schon. Der Bock sprang auf und lief 40 Meter in den Wald. Die Ricke blieb erschrocken starr stehen und verließ kurz darauf unbemerkt das Geschehen. Wir saßen zitternd auf dem Hochsitz und Sascha versuchte, sich eine Zigarette anzumachen, was wohl aber nicht so einfach war. Als er fertig geraucht hatte, verließen wir den Hochsitz und ich nahm die Patronenhülse, die kurz vorher noch beim Repetieren 3 cm an meiner Nase vorbeigeflogen war. Sie erinnert mich jetzt jeden Tag an jenen Tag. Danach machten wir uns langsam auf den Weg zum Bock. Auf dem Weg zum Bock haben wir Siggi angerufen und unseren Erfolg verkündet. Dort angekommen, bekam der Bock seinen letzten Bissen und wir brachen ihn auf. Es war ein sitzender Blattschuss. Siggi sagte uns, dass ein Kollege 100 Meter von uns entfernt auch einen Bock geschossen hatte. Dieser brach den Bock auf und legte ihn für uns an den Wegesran, weil er noch einen wichtigen Termin hatte. Also nahmen wir beide Böcke, luden sie in Mamas Auto und fuhren heim. Dort angekommen, tranken wir den Bock tot und schlugen ihn aus der Decke. Wir zerwirkten beide und legten den Kopf unseres Bockes in einen Wassereimer. Sascha und Siggi brachten den anderen Bock zu unserem Jagdkollegen nach Hause und ich legte mich schlafen.

Für mich war es eine schöne Erfahrung und ich wusste nun mit großer Sicherheit, dass ich den Jugendjagdschein machen will.

Von Christoph Röthel

Ich holte Lea mit dem Auto ab, sie hatte sich schön dick angezogen, denn die Nacht sollte kalt werden. Wir fuhren in die Nähe des Hochsitzes, an dem ich Sauen bestätigt hatte. Bevor wir ausstiegen, erzählte ich Lea, dass wir sehr leise sein mussten, da eventuell schon Sauen auf der Wiese oder im Mais sein könnten.

Kaum waren wir aufgebaumt und die Tür hinter uns zu, erklärte ich ihr, dass wir nur zwei der drei Fensterluken öffnen durften. „Wir haben Südwind, wenn wir diese Luke öffnen, können die Wildschweine im Mais uns riechen“, sagte ich.

Ganz lange mussten wir nicht warten: schon nach einer halben Stunde konnten wir Bewegung an der Waldkante sehen. Auf 400m war es jedoch schwer zu erkennen, was dort los war, da der Mond noch nicht am Himmel stand.

Zum Glück hatte ich mir von einem Freund eine Wärmebildkamera geliehen, in weiser Voraussicht, dass Lea sonst vielleicht langweilig werden könnte. Der Blick durch die Wärmebildkamera bestätigte: eine Bache mit Frischlingen. Untermalt vom freudigen Quieken der Frischlinge konnten wir so beobachten, wie die Sauen 400m weiter links wieder in den Wald zogen. Enttäuschung machte sich bei Lea breit: „ich hatte gehofft, dass sie noch dichter kommen, sodass du sie schießen kannst.“ Ich versicherte ihr, dass die Sauen bestimmt nochmal wieder auf die Wiese ziehen würden. „Wildschweine brauchen pflanzliches und tierisches Eiweiß. Das pflanzliche Eiweiß beziehen sie aus Mais, Eicheln etc und das tierische Eiweiß aus Maden und Würmern, für die sie Wiesenstücke umgraben müssen.“ Ich sollte recht behalten: wieder eine halbe Stunde später zogen die Sauen an der linken Waldkante auf die Wiese, sodass es nur noch 150m Entfernung zum Hochsitz waren. Wieder waren wir beide aufgeregt, Lea beobachtete die Sauen durch die Wärmebildkamera während ich hoffte, dass der Mond noch etwas heller werden würde, sodass ich mehr erkennen könnte. Meine Waffe hatte ich zwar gesichert, aber vorsichtshalber schon mal die Waffe platziert und Lea den Gehörschutz gegeben.

Plötzlich knackte etwas vor uns im Wald, die Sauen zogen fluchtartig links am Hochsitz vorbei in den Wald hinter uns. „So ein Mist!“, sagte Lea, während wir die Sauen im Wald hinter uns rascheln hören konnten. Es folgte eine lange Zeit, die nur durch Stille gefüllt wurde. Ich entschied, dass wir nur noch eine halbe Stunde sitzen würden, wenn weiterhin nichts passiere.

Obwohl ich leider nicht zum Schuss kommen konnte, war die Jagd schon zu diesem Zeitpunkt wesentlich spannender als Lea vermutet hatte. Noch vor dem Ansitz hatte sie sich auf langes Frieren und das stumpfe Starren in den dunklen Wald eingestellt.

„Wenn wir gleich zum Auto gehen, würden uns die Wildschweine denn angreifen, wenn wir ihnen begegnen?“, fragte sie. „Nein“, antwortete ich, „nicht solange sie sich nicht bedroht fühlen. Grundsätzlich haben die mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. Hat jedoch die Bache, also die Mutter der Frischlinge das Gefühl, dass ihre Nachkommen bedroht sind, greift sie auch schon mal an.“ Leas Augen weiteten sich. Noch bevor ich etwas sagen konnte, raschelte es im Mais. „Ich glaube es nicht. Trotz Südwind sind die Sauen einmal komplett um den Hochsitz herumgezogen!“. Wieder beobachtete Lea die Sauen mit der Wärmebildkamera im Mais. Im Mais war ein kleines Feld freigeschnitten, sodass man teilweise ein freies Schussfeld gehabt hätte. Lea gab mir die Wärmebildkamera, auch ich wollte mal gucken, wo welche Sauen sind. „Mist, leider steht hier keine Sau einzeln, ich kann nicht schießen, solange ich Gefahr laufe, durch das austretende Geschoss auch eine andere Sau zu treffen.“, sagte ich. Diese folgenden 15 min waren Aufregung pur. Lea berichtete mir immer mal wieder, wo die Sauen hinzogen und wie lustig es aussah, wenn sie die Maispflanzen mit beiden Vorderläufen herunter drückten. „Fast wie ein Hund, der Männchen macht.“ Auf einmal wurde das Geraschel am Feldrand lauter und 4 Frischlinge zogen auf die Wiese. Mein Herz schlug bis zum Hals und Lea setzte sich schon freudig den Gehörschutz auf. Der Mond war hell genug, nun mussten wir nur noch warten, bis eine Sau breit stand, Lea hatte mit der Wärmebildkamera ebenfalls alles im Blick. Dann war es soweit - einatmen, ausatmen, abdrücken. Der Frischling lag im Knall und Lea rief mir zu „Sie tritt noch, sie tritt noch!“. Ich musste leicht lachen: „Das nennt sich schlägeln. Ich hatte im Gefühl, dass ich gut abgekommen bin, also gut getroffen habe und durch die Reaktion nach dem Schuss kann man auch ca einschätzen, wo man getroffen hat. Wahrscheinlich habe ich das Herz und/ oder die Lunge getroffen. Keine Sorge, das Schwein ist tot. Wir lassen ihm jetzt 5 min Ruhe und packen schonmal unsere Sachen zusammen. So lange müssen wir die Sau aber weiter im Blick haben.“ Ich entlud meine Waffe und wir baumten ab. Wir traten an das Stück heran und ich erklärte ihr, dass das Blut von uns Jägern „Schweiß“ genannt wird, sobald es außerhalb des Körpers ist. Da es hellrot und schaumig war, konnte ich meine Vermutung bestätigen. Kurze Zeit später kam auch der Revierpächter an. Er begutachtete das erlegte Stück und ging zügig los, um einen Eichenbruch zu holen. Währenddessen erklärte ich Lea, warum er den Bruch über die Einschussstelle mit dem Schweiß des Frischlings ziehen würde und ich mir jenen Bruch an den Hut stecken würde. Nach einem schnellen Erinnerungsfoto war der Revierpächter schon mit seinem Auto vorgefahren und wir luden die Sau in die Wildwanne im Auto. Auf dem Hof angekommen rief ich erstmal meine Eltern an, damit sich keiner wunderte, warum ich nicht nach Hause komme. Anschließend ging es direkt in die Aufbruchkammer, die gerade erst fertiggestellt worden war.

Beim Aufbrechen sah Lea zwar zu, herangetraut hat sie sich jedoch nicht. „Beim nächsten Mal“, versicherte sie mir.

Als die Sau in der Kühlkammer hing, fuhren wir zu mir nach Hause, sodass ich mich umziehen und die Waffe wegbringen konnte. Bei einem Jägermeister ließen wir den Abend nochmal Revue passieren. Bis zu ihrem eigenen Jagdschein dauert es wahrscheinlich noch, aber bei der nächsten Drückjagd ist Lea sicherlich als Treiberin dabei.

Von Theresa von Loh

Das Handwerk des Jägers: beeindruckende Tradition im Einklang mit der Natur

Im Studium bekam ich meinen ersten eigenen Hund, einen Dackelmischling. Heute ist er 10 Jahre alt und jeden Tag aufs Neue bereue ich, dass ich ihn nicht seinen Anlagen entsprechend gefördert und gefordert habe. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Kontakt zu Jägern und vor allem Hundeführern gesucht, wollte mich tiefergehend mit dem Thema Jagd und Jagdhundeausbildung befassen. Leider traf ich damals auf jemanden, der „meine Motivation nicht verstand“ und statt mich und meine Motivation kennen zu lernen, erfolgte eine Belerhung. Die Unterhaltung frustrierte und schreckte mich ab.

Wie der Zufall es so will, hatte ich Jahre später das Glück eine großartige Arbeitskollegin zu haben – Jägerin und engagierte Hundeführerin. Wir haben uns viel über die Jagd unterhalten und aus meiner laienhaften Sicht auf die Jagd und meiner Scheu das Thema Jagschein anzugehen, wurde bald sehr viel mehr. Der Umgang mit der Jägersprache und das Verständnis für das Handwerk und die Tradition wurden mir vertraut. Wie viel Wissen, Mühe und gerade in Bezug auf die Jagdhundeausbildung auch Zeit und finanzielle Mittel aufgewendet werden um die Jagd weidgerecht auszuüben und das Wild vor unnötigem Schaden oder Leid zu bewahren beeindruckte mich zutiefst. Mir wurde bewusst, welche wichtigen Aufgaben mit der Ausübung der Jagd einhergehen und auch, wie vielseitig die Jagd ist. In meiner Familie gibt es keine Jäger und bis zu diesem Zeitpunkt war meine Vorstellung der Jagd mehr als laienhaft.

Besonders gefreut habe ich mich daher über die Einladung, meine Kollegin und ihren Mann ins Revier zu begleiten. Dort wurde mit viel gezeigt und erklärt, wir waren an der Kirrung, haben Reparaturen am Hochsitz vorgenommen und haben sogar mit den Hunden gestöbert. Außerdem durfte ich noch mehr Begriffe der Jägersprache lernen, denn die beiden haben für mich keine Ausnahme gemacht oder etwas umgangssprachlich bezeichnet, sondern mir stattdessen die Fachbegriffe der Jagd im alltäglichen Gebrauch erläutert. Meine Sicht hat sich verändert, heute weiß ich um die Bedeutung der Jagd und die Verantwortung, die ein Jäger trägt. Und natürlich nutzen Jäger die Natur - und zwar schonend und nachhaltig. Die Jagd dient eben nicht nur der Gewinnung von Lebensmitteln, es gehört weit mehr zum Weidwerk, vor allem die Regulierung von Wildtierpopulationen und Reduktion von Wildschäden wie beispielsweise Schäden an Nutzpflanzen in der Landwirtschaft oder Wildverbiss in der Forstwirtschaft. Die Vielfalt der Jagd, verbunden mit dem Naturerlebnis im Einklang mit der Natur hat mich geerdet und während Stunden vergingen fühlte es sich für mich an wie Minuten.

Dass wir unseren Tag dann auch noch mit einem jagdlichen Erfolg krönen konnten rundete alles ab.

Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt das Jägerhandwerk nun von Grund auf zu lernen, bereits heute gehe ich mit mittlerweile 2 Hunden zum Fährtentraining und habe mir für 2020 fest auf die Fahne geschrieben meinen Jagdschein zu machen und bald werde ich sogar an meiner ersten Drückjagd teilnehmen.

Von Eve Boosen

Als ich mit meiner Cousine auf Natur und Jagd zu sprechen kam war die Neugier entfesselt. Wir beschlossen uns dem Thema anzunehmen...

Einen Samstag im November hatten wir auserkoren um die Jagd mit ihren Facetten zu beleuchten.

Erfreulicherweise spielte das Wetter mit und wir konnten bei schönstem Sonnenschein und einer Kirrunde bereits einige Themen ansprechen und mit praktischen Beispielen untermalen. Warum kirren? Fährtenkunde, Altersmerkmale, was ist Damwild?... Ziemlich schnell kamen wir auch auf die Ethik und die Waidgerechtigkeit zu sprechen die den Tag erfreulicherweise dominierte.

Ein Abendansitz war dann noch von spätem Rehwild gekrönt. Eine Erlegung war zwar nicht möglich aber die tiefen Werte der Jagd und einige Zusammenhänge von Wild, Mensch und Natur konnten vermittelt werden.

Bei einem abschließenden gemeinsamen zubereiten des Abendessens, ein Wildschweinrücken, kam dann auch noch die kulinarische Facette zur Geltung.

Es war wohl nicht die letzte gemeinsame, jagdliche Unternehmung. Das interesse nach mehr ist auf jeden Fall geweckt!

Von Daniel Bröder

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