WILD-Bericht 2018: neue Monitoringdaten veröffentlicht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2018 des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Er enthält Jagdstatistiken von 9 ausgewählten Wildarten. Auf 56 Seiten im A4-Format werden aktuelle Jagdergebnisse und der 10-Jahres-Trend mit Karten und Diagrammen erläutert. Den aktuellen WILD-Bericht sowie weitere Informationen gibt es ab sofort hier.

jkl Di., 2020-01-28 10:45

384.428 Menschen in Deutschland haben mittlerweile einen Jagdschein. 2018 gab es die meisten neuen Jäger in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die meisten Jäger pro Einwohner lebten in Schleswig-Holstein.

Im Jahr 2018 hatten 384.428 Personen einen Jagdschein, das sind seit der Wiedervereinigung 73.171 mehr Waidfrauen und -männer - das entspricht einem Plus von 24 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 2018 in Rheinland-Pfalz 1.641 Jagdscheinbesitzer hinzu. Das Bundesland Baden-Württemberg schafft es mit 1.271 neuen Jägern auf Platz zwei. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht anlässlich der „Jagd und Hund“, Europas größter Jagdmesse.

Im Vergleich der absoluten Jägerzahlen führt Nordrhein-Westfalen mit 88.706 Jägerinnen und Jägern. Anteilig leben die meisten Jäger pro Einwohner in den nördlichen Bundesländern: Schleswig-Holstein hat mit einem Jäger pro 126 Einwohner Mecklenburg-Vorpommern überholt, wo jeder 128. einen Jagdschein besitzt. Niedersachen ist Drittplatzierter, dort kommt ein Jäger auf 132 Einwohner.

Knapp ein Viertel aller Teilnehmer der Jägerausbildung sind laut DJV-Statistik Frauen. Der Anteil von Jägerinnen in Deutschland liegt bei 7 Prozent. 41 Prozent der Jägerschaft engagieren sich ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz, dabei Frauen öfters als Männer.

Der DJV unterstützt mit der Kampagne Wild auf Wild das erste Wild Food Festival auf der Messe Jagd und Hund in Dortmund (29. Januar bis 3. Februar 2019). In Workshops und auf der Bühne präsentieren Experten die große kulinarische Vielfalt von Wildbret und zeigen, wie es sich zubereiten lässt. Jetzt anmelden für die Workshops! Tickets und weitere Infos gibt es im Internet unter: wildfoodfestival.de

 

Waschbären kamen 2017 in mehr als der Hälfte der Reviere in Deutschland vor - eine Verdopplung in elf Jahren. Wie bei Marderhund und Mink liegt der Verbreitungsschwerpunkt im Nordosten. DJV fordert Bekenntnis zur Fallenjagd, um die EU-Vorgaben für invasive Arten zu erfüllen.

Der aus Nordamerika stammende Waschbär breitet sich seit wenigen Jahren rasant aus in Deutschland. Im Vergleich zu 2006 hat sich das Verbreitungsgebiet bundesweit mehr als verdoppelt: Über 56 Prozent der Jagdreviere meldeten 2017 sein Vorkommen. Besonders häufig ist er im Osten Deutschlands: Jäger aus Sachsen-Anhalt haben ihn in 94 Prozent der Reviere gesichtet, gefolgt von Brandenburg (89 Prozent), Sachsen (76 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (68 Prozent). Sehr häufig ist der Waschbär auch in Hessen (86 Prozent).

Waschbärverbreitung: Steigerungsrate 2006 zu 2017

Ausbreitung um das 4,5-fache

Besonders drastisch ist die Ausbreitung des Kleinbären in Sachsen: Innerhalb von 11 Jahren hat der Waschbär sein Areal bis 2017 um das 4,5-fache (plus 345 Prozent) erweitert. Mecklenburg-Vorpommern folgt mit plus 323 Prozent, dann kommt Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 117 Prozent. Insgesamt haben sich am Monitoring Reviere mit einer Gesamtfläche von knapp 13 Millionen Hektar beteiligt - das entspricht  40 Prozent der gesamten Jagdfläche Deutschlands. Damit ist das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) einzigartig in seiner Dimension. Initiiert hat es der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit seinen Landesjagdverbänden vor fast zwei Jahrzehnten.

Fallenjagd notwendig

Die Europäische Union fordert in der Liste für invasive Arten ein gezieltes Management - unter anderem für den Waschbär. Lebendfang und Abschuss empfehlen die Experten als probate Mittel. Laut WILD-Monitoring wurden 36 Prozent der erlegten Waschbären 2017 mit Fallen gefangen. Vor diesem Hintergrund fordert der DJV ein klares Bekenntnis von Politik und Naturschutzlobby zur Fallenjagd. Ohne diese ist die von EU-Seite geforderte effektive Reduktion der Waschbärbestände nicht möglich. Zudem braucht es bundeseinheiltiche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Waschbären kennen keine Ländergrenzen, deshalb sollten Einschränkungen der Fallenjagd, etwa das Komplettverbot in Berlin, generell aufgehoben werden. Dies gilt auch für Schonzeiten, etwa in Hessen. Der Elterntierschutz ist laut DJV ausreichend. 

Marderhund breitet sich ebenfalls im Osten aus

Der ursprünglich aus China stammende Marderhund hat sein Verbreitungsgebiet innerhalb von 11 Jahren um 70 Prozent erweitert. 2017 haben Jäger den Säuger bundesweit in 36 Prozent der Reviere nachgewiesen. Schwerpunkt des Vorkommens bilden insgesamt die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (91 Prozent der Reviere), Brandenburg (86 Prozent) und Sachsen-Anhalt (68 Prozent). In Sachsen-Anhalt entspricht der Wert nahezu einer Verdoppelung gegenüber 2006. Besonders schnell verbreitet sich der Marderhund im Stadtstaat Bremen: Sein besiedeltes Areal hat sich in elf Jahren um das 8-fache (plus 677 Prozent) ausgedehnt. Jäger haben ihn 2017 bereits in 44 Prozent der Reviere angetroffen. 

Mink ist spezialisiert auf Gewässer

Der seltenste invasive Säuger ist der amerikanische Nerz oder Mink: Nur in etwa 7 Prozent der Reviere haben Jäger die wassergebundene, sehr scheue Art bundesweit nachgewiesen. Vor allem ist er im Nordosten Deutschlands entlang der Elbe verbreitet. Folglich melden Jäger in Sachsen-Anhalt und Brandenburg die Anwesenheit in etwa 23 Prozent der Reviere, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (19 Prozent). Dort ist der Mink östlich der Müritz verbreitet. Innerhalb eines begrenzten Gebietes kann der Mink bis zu 50 Prozent der ausgewachsenen Wasservögel und bis zu 90 Prozent der Küken erbeuten. Für die Bejagung sind Fallen unerlässlich: Laut WILD-Monitoring wurden über ein Viertel der erlegten Tiere gefangen.

WILD-Bericht 2017
Der gesamte WILD-Bericht 2017 wird im Januar 2019 veröffentlicht. In der 75 Seiten starken Broschüre werden Monitoring-Daten zu insgesamt 17 Tierarten veröffentlicht. Für das WILD-Projekt erheben Jäger seit 2001 bundesweit Daten zu Wildtieren. Wissenschaftler werten die Daten aus. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier:

 

Zahl der erlegten Wildschweine höher als erwartet

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Jagdstatistik für Wildschweine ausgewertet: Die Jäger haben in der Saison 2017/18 (1. April bis 31. März) genau 836.865 Wildschweine erlegt. Das sind 42 Prozent mehr als in der Saison davor und die höchste, jemals erzielte Strecke. Die ersten Hochrechnungen aus dem September wurden damit noch übertroffen.  

16,7 Millionen Stunden für die Seuchenprävention 

ama Do., 2018-12-20 13:27

Der Biologe und Artenschützer Gerald Bigurube aus Tansania erhält heute den Afrika-Preis 2018 für sein Lebenswerk im Bereich des Wildtierschutzes. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreicht den durch die Deutsche Afrika Stiftung initiierten Preis in Berlin. CIC und DJV begrüßen diese Würdigung erfolgreicher Umweltschutzpolitik, die nachhaltige Jagd als ein Instrument des Artenschutzes einschließt.

Den Afrika-Preis 2018 für sein Lebenswerk im Wildtierschutz erhält heute der tansanische Biologe und Artenschützer Gerald Bigurube. Der 66-Jährige wird von der Deutschen Afrika Stiftung für seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Wilderei in Tansania ausgezeichnet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreicht den Preis. Bigurube war von 1986 bis 1994 leitender Wildtierschützer im Selous Wildreservat, eines der mit 50.000 Quadratkilometern größten Schutzgebiete Afrikas. Der Selous, der seit 1982 UNESCO Weltnaturerbestätte ist, gilt als eines der ursprünglichsten Wildreservate. Unter der Leitung von Bigurube wurde ein nachhaltiges Jagdsystem eingeführt. Für Fototourismus eignen sich nur 8 Prozent der Fläche.

Nach seiner Zeit im Selous war Bigurube bis 2009 Leiter der Nationalpark-Behörde TANAPA. Danach übernahm er die Landesdirektion der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (FZS) in Tansania. "Durch unsere gemeinsamen Anstrengungen ist es uns in den frühen 1990ern gelungen, die Wilderei von Elefanten im Selous gänzlich zu stoppen. 90 Prozent der gesamten Parkeinnahmen stammten zu dieser aus der Jagd, die Hälfte davon floss direkt in das Parkmanagement", sagt Dr. Rolf Baldus, Experte des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und langjähriger Wegbegleiter sowie Freund von Bigurube.

Nachdem Deutschland sein Engagement im Wildtierschutz in Tansania im Jahr 2009 beendet hatte, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der Elefantenbestände durch Wilderei. Ein 2014 durchgeführter Zensus des tansanischen Umwelt- und Tourismusministeriums (Ministry of Natural Resources and Tourism) ergab einen Rückgang der Elefantenpopulation um 60 Prozent seit 2009.  

Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und ehemaliger Präsident der Deutschen Afrikastiftung: "Die Weltnaturschutzunion IUCN kommt zu dem Schluss, dass legale, gut regulierte Bejagungsprogramme eine wichtige Rolle für den Wildtierschutz sowie den Lebensunterhalt indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen spielen. Ich begrüße die Preisvergabe an Gerald Bigurube, da er Vertreter einer Artenschutzpolitik ist, die nachhaltige Jagd immer eingeschlossen hat."  

Bigurube teilt sich den Preis mit Clovis Razafimala (46), der sich für den Schutz des Waldes in seiner Heimat Madagaskar einsetzt.

Viele Schwanen-, Gänse- und Entenarten, die in Deutschland Jagdzeit haben, weisen stabile Bestände oder positive Trends auf. Ihre Bejagung als Form der nachhaltigen Nutzung gefährdet den Bestand der Arten deshalb nicht.

Als gute fachliche Praxis für die waidgerechte Bejagung von Gänsen, die an die Jägerinnen und Jäger besondere Ansprüche stellt, gelten folgende Empfehlungen:

  • Gänsejagden sollten vorrangig morgens an Schad- und Äsungsflächen abseits der Schlafgewässer stattfinden. Da Gänse sehr scharf äugen und insbesondere kleinste Bewegungen wahrnehmen können, ist auf besondere Tarnung zu achten.
  • Im Hinblick auf die Effizienz der Bestandsreduzierung, sollten revierübergreifende Gänsejagden durchgeführt werden, die eine gewissenhafte Planung und Vorbereitung verlangen:
    - die Flugrouten und aufgesuchten Äsungsflächen sind kurz vor dem Jagdtag auszukundschaften
    - abgeerntete Getreide- oder Maisfelder sind als Jagdflächen zu bevorzugen
    - soweit zulässig, sind die Monate August bis November am erfolgversprechendsten (gegen Ende der Jagdzeit sind die Gänse deutlich vorsichtiger geworden, was eine Tarnung schwieriger macht)
  • Besonders bewährt hat sich die Jagd mit künstlichen Lockvögeln, akustischen Gänselockern und sogenannten Gänseliegen. Dabei platziert man ca. 20 bis 60 Halbschalen oder faltbare Lockgänse in U-Form, um einfallenden Gänsen einen Landeplatz vorzugeben. Die Liegen (mit geeignetem Material der Umgebung verblendet) werden direkt ins Lockbild integriert. Erlegte Gänse können – gut platziert – die Wirkung des Lockbildes verbessern.
  • Bei der Gänsejagd ist schnelles und präzises Ansprechen gefordert. Neben dem äußeren Erscheinungsbild sollten auch die Gänserufe zur sicheren Identifizierung der Gänsearten herangezogen werden.
  • Zu beachten ist, dass Gänse stets gegen den Wind einfallen und man sich am besten mit Rücken- bzw. Seitenwind ansetzt. Sofern die Gänse über Kopf einfliegen, ist Erfahrung bzw. Zurückhaltung geboten, um ein Krankschießen zu vermeiden!
  • Die maximale Schrotschussentfernung beträgt in der Regel 25 bis 30 Meter. Das bedeutet, erst dann schießen, wenn die beim Fliegen anliegenden Ständer der Gänse deutlich erkennbar sind! Bei der Lockjagd sollte keine Attrappe weiter als 30 Meter von den Liegen platziert werden – dies erleichtert das Einschätzen der Entfernung.
  • Beim Schrotschuss auf Wasserfederwild geht Deckung vor Durchschlagskraft. Erfahrene Gänsejäger benutzen deshalb Schrote mit 2,7 bis maximal 3,2 Millimeter Durchmesser. Bei der Verwendung bleifreier Schrotmunition sollten ein bis zwei Nummern gröbere Vorlagen gewählt werden (3,5 bis 3,7mm).
  • Beim Einzelabschuss aus kleinen Gänsetrupps zur Vergrämung auf Schadflächen mit der kleinen Kugel, muss auf ausreichenden Kugelfang geachtet werden.
  • Brauchbare Jagdhunde sind in ausreichender Anzahl je nach gewählter Jagdart mitzuführen.
  • Es ist sicherzustellen, dass Nachsuchen unverzüglich und auch revierübergreifend durchgeführt werden können.
  • Insbesondere bei der Sommerjagd auf Gänse, ist für ein rechtzeitiges Versorgen und Kühlen des Wildbrets Sorge zu tragen.
  • Es ist eine artengenaue Streckenstatistik zu führen.
  • Sofern Gänse beringt sind sollten die Ringdaten, insbesondere zur Unterstützung der wildbiologischen Forschung, an die entsprechenden Vogelschutzwarten gemeldet werden.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die länderspezifischen Regelungen bzgl. jagdbarer Arten und deren Jagdzeiten sowie auf § 1 (3) der Bundesjagdzeitenverordnung, nach dem innerhalb der Jagdzeit die Jagd nur Zeiträume und Tageszeiten umfassen darf, in denen nach örtlich gegebenen äußeren Umständen für einen Jäger die Gefahr der Verwechslung von Tierarten nicht besteht.

Die Bläser aus Ottmannshausen gewinnen die Klasse "Es". Bereits 2006 wurden sie Europameister, damals im Fürst-Pless-Horn-Blasen. 21 Gruppen aus 7 Nationen traten im slowakischen Levoča gegeneinander an.

Am vergangenen Wochenende fand in Levoča (Slowakei) die 2. Europameisterschaft im Jagdhornblasen statt. Für Deutschland traten die Thüringer Jagdhornbläser aus Ottmannshausen an und wurden Europameister in der Klasse "Es". Es ist bereits ihr zweiter Europameistertitel nach dem Erfolg 2006 in Dänemark im Fürst-Pless-Horn-Blasen. In Klasse B (Fürst-Pless, gemischt und Parforcehorn B) kamen die Sieger aus Budapest. Insgesamt 21 Bläsergruppen aus 7 Nationen nahmen am Wettbewerb teil, wobei manche Gruppen sogar in beiden Kategorien starteten. Steffen Liebig, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbands (DJV) und zuständig für das Jagdhornblasen, begleitete die Thüringer Bläser, die für den DJV starteten, und sagte: "Dieser Titel ist der Beleg dafür, dass wir in Deutschland viel Wert auf das jagdliche Brauchtum legen." Bundesbläserobmann Jürgen Keller fungierte in der Slowakei als Wertungsrichter für Deutschland.

Bereits aus der Qualifikationsrunde gingen die Thüringer mit der höchsten Punktzahl in die zweite Wettbewerbsrunde. Die drei besten Gruppen - zwei aus TJürgen Keller (ganz links), Steffen Liebig (ganz rechts) und die Jagdhornbläser aus Ottmannshausenschechien, eine aus Deutschland - bliesen um den Titel. Der internationale Wettbewerb zeichnete sich durch ein sehr hohes Niveau und besondere Leistungsdichte aus. Die Richter bestätigten den Thüringer Jagdhornbläsern musikalische Ausdrucksstärke, Entschlossenheit, jugendliche Frische, freundliches und bescheidenes Auftreten mit Höchstpunktzahlen. Auch die Reaktion des Publikums ließ bereits während des Vortrags den Erfolg erahnen. Die feierliche Preisverleihung fand in der Basilika von Levoča, gelegen am Fuße der hohen Tatra, im Anschluss an eine Hubertusmesse statt.

84 Prozent der Züricher haben der Anti-Jagd-Initiative eine Absage erteilt. Die geforderten Wildhüter machen bereits im Kanton Genf die Jagd unnötig teuer. Jedes erlegte Wildschwein kostet den Steuerzahler dort 2.400 Euro. Bezogen auf die erlegten Rehe, Hirsche und Wildschweine lägen die Kosten in Deutschland bei 4,7 Milliarden Euro jährlich.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt es, dass die Bevölkerung des Kanton Zürich die Anti-Jagd-Initiative "Wildhüter statt Jäger" abgelehnt hat: 84 Prozent haben sich in einem Volksentscheid dagegen ausgesprochen. In einer Pressemeldung sagte Hanspeter Egli, Präsident JagdSchweiz, das bewährte System sei verankert und anerkannt. Eine der Initiatoren äußerste gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, sie hätten keine Zeit gehabt, die Leute zu informieren. Bereits im Frühjahr hatte die Jagdverbotsinitiative null Stimmen im Kantonsrat erhalten.

Anders sieht es im urbanen Genfer Kanton aus. Dort wurde 1974 die private Jagd abgeschafft. Jagdgegner bezeichnen den Kanton fälschlicherweise oft als jagdfrei. Stattdessen erlegen vom Steuerzahler finanzierte Wildhüter jährlich etwa 500 Wildschweine - das sind 1,8 Tiere pro 100 Hektar, fast genauso viele wie im wildschweinreichen Brandenburg. Das einst zum Pilotprojekt erklärte Unterfangen ist kostspielig und kein realistisches Modell für andere Länder.

Die rund 450.000 Genfer zahlen 1,2 Millionen Euro Steuergelder für ein Dutzend Wildhüter jährlich. Das sind stolze 2.400 Euro pro Wildschwein. Jagdgegner argumentieren gern, der Einsatz der Wildhüter koste jeden Steuerzahler lediglich so viel wie eine Kaffeetasse. Bezogen auf die in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 erlegten Rehe, Hirsche und Wildschweine wären mindestens 4,7 Milliarden Euro jährlich für die staatliche Wildschadens- und Seuchenprävention nötig.

DJV-Position zum Management invasiver gebietsfremder Arten

Weltweit gefährden invasive gebietsfremde Arten (IGA) die biologische Vielfalt: Sie konkurrieren erfolgreich mit heimischen Arten um Nahrung und Lebensraum und fressen diese. Zudem können IGA neue Krankheitserreger und Parasiten einschleppen oder bestehende Seuchenzyklen verstärken. Weiteres Gefährdungspotenzial: Hybridisierung durch Verpaarung mit heimischen Arten. Deutschland muss deshalb die "EU-Verordnung Nr.

ama Mi., 2018-09-26 10:15

Der neue Präsident des europäischen Dachverbandes der Jäger (FACE) kommt aus Schweden. DJV-Vertreter Dr. Volker Böhning gratuliert zur Wahl und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Torbjörn Larsson wurde in Brüssel zum neuen Präsidenten von FACE dem europäischen Dachverband der Jagdverbände gewählt. Der 53-jährige Schwede ist Präsident des schwedischen Jagdverbandes und bisher auch Präsident der Nordic Hunters Alliance. Er löst Dr. Michl Ebner ab, der nach Ablauf der Amtsperiode nicht mehr zur Wahl angetreten ist.

"Wir gratulieren Torbjörn zur Wahl und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit", sagt Dr. Volker Böhning, Mitglied des DJV-Präsidiums und Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der weiterhin Vizepräsident von FACE und Mitglied des Vorstandes ist. "Auch wenn Brüssel manchmal sehr weit weg scheint, ist es doch ganz nah. Das sehen wir in vielen Fragen, die für Jagd und Jäger wichtig sind, sei es nun Wolf, Kormoran, invasive Arten oder die europäische Feuerwaffenrichtline", betonte Böhning. Es sei daher unerlässlich mit FACE eine starke Vertretung in Brüssel zu haben.

2018 abonnieren