EU-Rat stimmt für die Herabstufung des Schutzstatus vom Wolf. DJV begrüßt die entscheidende Weichenstellung hin zum angepassten Wolfsmanagement: kein Verstecken der Politik mehr hinter EU-Recht. Die Bundesregierung ist jetzt aufgefordert, die notwendigen Schritte auf der Bundesebene zu gehen.

Der Rat der EU hat heute zugestimmt, dass der Schutzstatus des Wolfes in der Europäischen Union herabgestuft wird. Damit ist die letzte Hürde im Gesetzgebungsverfahren genommen, jetzt steht nur noch die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt aus. Diese wird voraussichtlich in den nächsten Wochen erfolgen. Der Wolf ist dann in der FFH-Richtlinie nicht mehr in Anhang IV (streng geschützt), sondern in Anhang V (geschützt) aufgeführt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Bereits seit Jahren tritt der Verband in einer Allianz mit dem Bauernverband, den Weidetierhaltern und zuletzt mit dem Landkreistag für ein Bestandsmanagement ein. "Es ist ein Meilenstein hin zu einem effektiven Wolfsmanagement, mit dem Konflikten im ländlichen Raum besser begegnet werden kann", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

Der DJV fordert die Bundesregierung auf, umgehend auf Bundesebene die rechtlichen Voraussetzungen für ein effektives Bestandsmanagement zu schaffen. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ist die wichtigste Voraussetzung für den Einstieg in eine regional differenzierte Regulierung des Wolfsbestandes – um die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. Auch im Bundesnaturschutzgesetz sollten Änderungen erfolgen, zumindest um Rechtsklarheit zu schaffen. Ungeachtet der Herabstufung müssen die EU-Mitgliedstaaten auch bei Anhang-V-Arten darauf achten, dass der günstige Erhaltungszustand gewahrt bleibt.

Die größte Gefahr für den Wolf ist nach Ansicht des DJV ein Verlust der Akzeptanz durch einen nicht mehr zeitgemäßen Schutz. Deshalb ist es wichtig, ein regional differenziertes Wolfsmanagement umzusetzen. Maßgebliches Kriterium ist die gesellschaftliche Akzeptanz durch ein jagdliches Management - unter anderem mit der zügigen Erlegung auffälliger Wölfe oder ganzer Rudel.

Dabei fordert der DJV einen wissensbasierten und sachlichen Diskurs. Dazu gehört auch, anzuerkennen, dass der günstige Erhaltungszustand längst erreicht ist. Dies sollte auch im Rahmen der turnusmäßigen Berichte an die EU-Kommission, die im Juli 2025 wieder anstehen, berücksichtigt werden. Der DJV weist zugleich darauf hin, dass die Feststellung des Erhaltungszustandes im Rahmen dieses Berichtes für das Wolfsmanagement nicht entscheidend sind. Die Bericht beruht auf über zwei Jahre alten Daten, für die Umsetzung von Maßnahmen durch die Mitgliedsstaaten müssen aber aktuellere Daten berücksichtigt werden, wie im vergangenen Jahr auch der Europäische Gerichtshof festgestellt hat.

8 von 10 Deutschen befürworten Jagd zur Bestandsregulierung. Ebenso unter den ethischen Top 5: Jagd zur Eindämmung von Tierseuchen oder zum Schutz von Weidetieren vor dem Wolf. Kurz vor dem Bundesjägertag veröffentlicht der DJV jetzt weitere Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage.

Welche Gründe für das Töten bei der Jagd halten die Deutschen für ethisch vertretbar? Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey befürworten 8 von 10 Menschen die Jagd zur Bestandsregulierung von Tierarten. In dünn besiedelten Regionen liegt die Zustimmung sogar bei 83 Prozent – 10 Prozentpunkte höher als in Ballungszentren. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die repräsentative Umfrage mit über 2.500 Teilnehmern im Vorfeld des Bundesjägertags in Auftrag gegeben. 

"Wir sind positiv überrascht von der großen Zustimmung in der Bevölkerung. Die Deutschen sind sich offensichtlich bewusst, wie wichtig die Jagd ist, um Artenvielfalt zu schützen weil sich die Natur eben nicht selbst reguliert. Wir freuen uns auf konstruktive Diskussionen auf dem Bundesjägertag", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Am 20. und 21. Juni 2025 treffen sich in Bonn rund 400 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Medien diskutieren mit den Delegierten über Achtung gegenüber Natur und Tieren sowie ethische Verantwortung bei der Jagd. Dazu gibt es Workshops und Podiumsdiskussionen. 

Ethisch vertretbar: Jagd zur Eindämmung von Tierseuchen und für Artenschutz

Die Eindämmung von Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest wählten die Deutschen auf Platz 2 der wichtigsten Gründe für Jagd: Zwei Drittel der Deutschen halten das mit ihrem Wertekompass vereinbar, gefolgt von Jagd für den Artenschutz mit 54 Prozent Zustimmung. In dünn besiedelten Regionen lag dieser Wert sogar bei 63 Prozent. 

Mehrheit für Schutz von Weidetieren vor dem Wolf durch Jagd

Den Schutz von Weidetieren vor dem Wolf durch Jagd halten 51 Prozent der Deutschen für vertretbar. Das ist Platz 4 bei der repräsentativen Civey-Umfrage. In einer weiteren zeitgleichen Befragung von Civey befürworteten 50 Prozent der Teilnehmer, dass die Jagd auf den Wolf in der EU erleichtert werden soll. 

Gesunde Ernährung landet auf Platz 5

Auf Platz 5 der Umfrage landet Wildfleisch als ethisch korrekter Grund für die Jagd  mit immerhin 37 Prozent Zustimmung. "Dieser Wert überrascht und hat noch Potenzial in der Ethik-Rangliste nach oben zu klettern, zumal sich knapp 90 Prozent Deutschen zum Fleischkonsum bekennen", sagte Dammann-Tamke. Wildbret sei ein gesundes und natürliches Lebensmittel. Diese Einschätzung teilen knapp 70 Prozent der Deutschen in derselben repräsentativen Civey-Befragung im Auftrag des DJV.

 

Nachtzieltechnik soll für Jäger erweitert werden

23. Mai 2025 (DJV) Berlin
Der Bundesrat hat heute über die hessische Initiative beraten. Demnach sollen künftig fest montierte Nachtzielgeräte ebenso wie Infrarot-Aufheller oder Lichtquellen an Waffen erlaubt sein. Der DJV beg...

Zehnte Flächendeckende Erfassung im Frühjahr 2025. 18 Arten werden abgefragt. Revierinhaber können erstmals selbst ihre Daten in die neue WILD-Datenbank eingeben – auch per Smartphone und Tablet.

Wie steht es um die Dachspopulation in Deutschland? Wo gibt es noch Rebhuhnvorkommen? Und in welchen Regionen gibt es bestimmte Wasserwildarten, wie etwa die Stockente? Antworten soll die zehnte Flächendeckende Erfassung für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) liefern. Jägerinnen und Jäger erfassen dafür ab Frühjahr 2025 bundesweit die Wildtierbestände von insgesamt 18 Arten in ihren Revieren. Die Landesjagdverbände und der Deutsche Jagdverband (DJV) rufen alle Revierinhaberinnen und Revierinhaber auf, sich zu beteiligen.

Ab sofort können sich Revierinhaber auch digital an der Flächendeckenden Erfassung beteiligen. Auf wild.jagdverband.de können Jägerinnen und Jäger ab sofort selbst ihr eigenes Revier anlegen und dort Wildtierdaten eingeben – auch von unterwegs über Smartphone oder Tablet. Bis Ende 2025 wird die Feldhasenzählung in Referenzgebieten ebenfalls über die neue WILD-Datenbank möglich sein. Zusätzliche Erweiterungen sind geplant. In der Übergangsphase ist die Teilnahme auch weiterhin über den Standard-Papierbogen möglich.

Bestimmte Bundesländer nutzen eine eigene Plattform für die Datenerfassung. Die interaktive Karte auf der Startseite der neuen Datenbank zeigt die Übersicht. Ein Klick auf das jeweilige Bundesland leitet entweder zur Registrierung für die neue Datenbank weiter oder zum ländereigenen Wildtierportal. Ansprechpartner ist der jeweilige WILD-Länderbetreuer.

DJV begrüßt die Entscheidung. Es ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu angepasstem Wolfsmanagement. Die neue Bundesregierung ist jetzt aufgefordert, im Rat zuzustimmen.

Das Europäische Parlament hat heute der Änderung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene zugestimmt. Dieser soll in der FFH-Richtlinie von Anhang IV (streng geschützt) auf Anhang V (geschützt) reduziert werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Bereits seit Jahren tritt der Verband in einer Allianz mit dem Bauernverband, Weidetierhaltern und zuletzt auch mit dem Landkreistag für ein Bestandsmanagement ein. "Es ist ein Meilenstein hin zu einem effektiven Wolfsmanagement, mit dem Konflikten im ländlichen Raum begegnet werden kann", sagte DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

Der Vorschlag der EU-Kommission, dem das Parlament nun zugestimmt hat, wurde möglich, nachdem im März eine Herabstufung des Schutzstatus nach der Berner Konvention in Kraft getreten ist. Der Rat, in dem die Regierungen der Mitgliedsstaaten vertreten sind, muss nun ebenfalls noch zustimmen, bevor die Änderung in Kraft treten kann.

Der DJV fordert die neue Bundesregierung auf, der Änderung im Rat zuzustimmen und zugleich auf Bundesebene die rechtlichen Voraussetzungen für ein effektives Bestandsmanagement zu schaffen. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht wäre die wichtigste Voraussetzung für den Einstieg in eine regional differenzierte Regulierung des Wolfsbestandes – um die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. Dabei müssen die Mitgliedstaaten auch bei Anhang-V-Arten darauf achten, dass der günstige Erhaltungszustand gewahrt bleibt.

Die größte Gefahr für den Wolf ist nach Ansicht des DJV ein Verlust der Akzeptanz durch einen nicht mehr zeitgemäßen Schutz. Deshalb ist es wichtig, ein regional differenziertes Wolfsmanagement umzusetzen. Maßgebliches Kriterium ist die gesellschaftliche Akzeptanz ebenso wie die zügige Entnahme auffälliger Wölfe oder ganzer Rudel. Dabei fordert der DJV einen wissensbasierten und sachlichen Diskurs. Dazu gehört auch, anzuerkennen, dass der günstige Erhaltungszustand längst erreicht ist.

Im Jahr 2024 dritthöchster Wert für die staatliche Prüfung seit 75 Jahren. Ein Viertel fällt im ersten Anlauf durch. Jeder Vierte drückt die Schulbank in Niedersachsen – auch im Süden viele Prüflinge.

Insgesamt 21.104 Frauen und Männer haben 2024 bundesweit die staatliche Jägerprüfung gemacht – der dritthöchste Wert seit 75 Jahren. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat sich die Teilnehmerzahl am sogenannten Grünen Abitur nahezu verdoppelt (plus 94 Prozent). Spitzenreiter war 2024 Niedersachsen mit über 5.400 Teilnehmern. Es folgten Baden-Württemberg mit über 3.200 und Bayern mit fast 2.400. Die Jägerprüfung in Deutschland ist anspruchsvoll: Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Prüflinge fallen im ersten Anlauf durch. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht.

Die mehrtägige Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Stundenumfang der Ausbildung: etwa 120 Stunden Theorie und 30 Stunden Praxis. Fachbereiche auf dem Stundenplan sind zum Beispiel Wildbiologie, Jagdpraxis, Waffenkunde, Hundewesen, Fleischhygiene sowie Jagd-, Waffen-, Tier- und Naturschutzrecht. Durchschnittlich 2.200 Euro kostet die Jägerausbildung.

Die bestandene Prüfung ist nur eine Voraussetzung für den Jagdschein, der bei der Behörde beantragt werden muss. Es folgen unter anderem Abfragen der Zuverlässigkeit bei der Polizei und beim Verfassungsschutz. Zudem muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden, ebenso auf Anfrage ein Zeugnis zur persönlichen Eignung.

Weitere Infos zur Jägerausbildung gibt es in der Broschüre "Der Weg zum Jagdschein".

 

Mehr Bioenergie aus Mais – mehr Umweltschutz? Ganz so leicht ist es leider nicht: Monokulturen gefährden die Artenvielfalt. Doch es gibt eine Alternative.

Landauf, landab wird in diesen Tagen der Mais gedrillt. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 2,5 Millionen Hektar Mais und damit etwas mehr als in den vorausgegangenen Jahren angebaut. Etwa eine Million Hektar davon dienen der Produktion von Bioenergie, die neben Wind- und Wasserkraft, Geothermie und Solarenergie zu den fünf erneuerbaren Energien gehört. Mais ist zwar die wirtschaftlichste Kultur für die Produktion von Biogas, seine Monokulturen sind allerdings extrem artenarm. Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Deutsche Jagdverband fordern daher von CDU/CSU und SPD, dass der sogenannte Maisdeckel bleibt – entgegen den Andeutungen im Koalitionsvertrag. Der Deckel begrenzt den Einsatz von Mais zur Biogasproduktion auf derzeit 30 Prozent. Die beiden Organisationen fordern zudem die Förderung alternativer Pflanzensubstrate für die Biogasgewinnung, wie zum Beispiel den Aufwuchs von mehrjährigen Wildpflanzenkulturen.

Klimaschutz und Artenschutz müssen Hand in Hand gehen

„Bioenergie ist eine wichtige Säule der Energiewende“, sagt Dr. Andreas Kinser, Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. „Gleichzeitig darf die Produktion von Pflanzenbiomasse nicht den Verlust der Artenvielfalt in den landwirtschaftlichen Lebensräumen beschleunigen“, so Kinser weiter. „Wir dürfen Klimaschutz und Artenschutz nicht gegeneinander ausspielen. Beides geht auch Hand in Hand, etwa durch Biogas aus Wildpflanzen“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Carsten Scholz.

Blühflächen: Kinderstube, Nahrungsquelle, Bodenschutz

Mehrjährige Wildpflanzenkulturen bieten in den sonst blütenarmen Frühjahrsmonaten die erste Nahrungsquelle für früh schwärmende Wildbienen und andere Insekten. Feldhasen und Bodenbrüter nutzen mehrjährige Blühflächen als Kinderstube, Nahrungsquelle und Versteck. Während der Mais und selbst einjährige Blühflächen gerade erst aufkeimen und mit Frühjahrstrockenheit zu kämpfen haben, nutzen mehrjährige Wildpflanzenbestände die Winterfeuchte im durch den Aufwuchs gut vor Austrocknung geschützten Boden.

Vielfalt statt Monokultur: Projekt "Bunte Biomasse"

Die Deutsche Wildtier Stiftung und der Deutsche Jagdverband e. V. haben von 2019 bis 2024 gemeinsam mit der Veolia Stiftung das Projekt „Bunte Biomasse“ umgesetzt. Deutschlandweit wurden darin 550 Hektar mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion angelegt. Auf den Projektflächen wurden Spitzenerträge von über 45 Tonnen Frischmasse pro Hektar geerntet. Mittlerweile wird der Anbau von Wildpflanzenkulturen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Der Einsatz von Bunter Biomasse ist also ein Erfolgskonzept, das Energiewende und Biodiversitätsschutz gleichermaßen unterstützt – und auch künftig Teil einer verantwortungsvollen Energie-, Umwelt- und Agrarpolitik sein sollte.

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