Vorrangflächen: DJV fordert Positivliste für Zwischenfruchtanbau

Die Umsetzung der EU-Agrarreform in deutsches Recht bewertet der Deutsche Jagdverband (DJV) als verbesserungswürdig. Über eine Liste müssten umgehend auf dem Verordnungsweg Zwischenfrüchte für ökologische Vorrangflächen bestimmt werden, deren Ernte nicht mit der Brut- und Setzzeit zusammenfällt. „Ökologische Vorrangflächen dürfen nicht zum Risiko für Wildtiere werden“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning auf dem Bundesjägertag. Überlegungen der Bundesregierung, z.B. Wickroggen als ökologische Vorrangfläche anzuerkennen, kann zu Konflikten führen, wenn die Ernte in der Brut- und Setzzeit im Mai und Juni stattfinden würde. Untersuchungen aus Niedersachsen zeigen, dass im Grünroggen zahlreiche Arten wie Feldhase, Rebhuhn, Schafstelze oder Feldlerche ihre Jungen großziehen. Insbesondere in den Saumbereichen.

Positiv bewertet der DJV bei der Umsetzung der EU-Agrarreform die sogenannten „Flächen im Umweltinteresse“, darunter auch Pufferstreifen. „Jäger und Landwirte haben hier die Chance, wirtschaftlich weniger interessante Anbauflächen gemeinsam in ökologisch hochwertige Habitate umzuwandeln“, betont Dr. Böhning. Pufferstreifen eigneten sich beispielsweise für Schattenwurfflächen am Waldrand oder entlang von Wasserläufen. Der DJV begrüßt den von der Politik gewählten hohen Gewichtungsfaktor von 1,5 für Pufferstreifen: Ein Quadratmeter tatsächlich angelegter Streifen entspricht für die Berechnung 1,5 Quadratmetern ökologische Vorrangfläche. Das mache Pufferstreifen attraktiv für Landwirte, so Dr. Böhning.

Der Dachverband der Jäger bedauert es ausdrücklich, dass bei der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland die Vorschläge der Jäger kaum Berücksichtigung fanden. Ein Vorschlag lautete, dass Landwirte bereits bestehende Agrarumweltprogramme – etwa Blühstreifen – als ökologische Vorrangfläche anrechnen lassen können. Der DJV hatte sich weiterhin für ein produktionsintegriertes Greening eingesetzt. Demnach wäre beispielsweise die Nutzung ökologischer Vorrangflächen wie Blühstreifen für die Biogasproduktion möglich gewesen, was die Attraktivität für Landwirte gesteigert hätte. Einzige DJV-Einschränkung: Die Ernte sollte erst nach der Brut- und Setzzeit stattfinden. Der DJV fordert Bund und Länder auf, Risiken für Wildtiere bei der Anlage ökologischer Vorrangflächen in der noch ausstehende Verordnung zu minimieren.

EU-Agrarreform – Positives im Überblick:

  • Dauergrünland: Die verabschiedetet Genehmigungs- und Ausgleichspflicht verbessert den Schutz von Dauergrünland
  • Anbaudiversifizierung: Landwirtschaftliche Betriebe mit über 30 Hektar Anbaufläche müssen künftig drei verschiedene Kulturen anbauen, um weiterhin die vollen Prämien zu bekommen. Insbesondere Biogasanlagenbetreiber müssen jetzt statt 100 Prozent Mais noch zwei weitere Kulturen anbauen. Die Hauptkultur darf nur 75 Prozent ausmachen.
  • Flächen im Umweltinteresse: Landwirte werden verpflichtet, ab 15 Hektar Ackerfläche auf mindestens 5 Prozent der Fläche sogenannte „Flächen im Umweltinteresse“ – also ökologische Vorrangflächen – einzurichten. Dafür kommen beispielsweise Zwischenfrüchte, Agroforstflächen, Feldgehölze oder Pufferstreifen in Frage.
     

Positiv sind bei Pufferstreifen:

  • der Umrechnungsfaktor von einem Meter Streifen (Breite derzeit nicht definiert) in sechs Quadratmeter Flächenäquivalenz
  • sowie der Gewichtungsfaktor 1,5.
     

In Deutschland kommt aber aufgrund der parzellenscharfen Flächenaufnahme nur der Gewichtungsfaktor in Betracht.
Also: Ein Quadratmeter tatsächlich angelegter Pufferstreifen (z.B. entlang von Gewässern) entspricht für die Berechnung der ökologischen Vorrangflächen 1,5 Quadratmetern. Im Vergleich dazu hat der Anbau von Zwischenfrüchten einen Faktor von 0,3 erhalten. Das bedeutet: Der Anbau von einem Quadratmeter Zwischenfrüchte entspricht 0,3 Quadratmetern ökologischer Vorrangfläche.

Bundesjägertag 2014: Deutscher Jagdverband präsentiert Videoprojekt und verurteilt Etikettenschwindel

Tierschutzgerecht und ein Plus für den Artenschutz, das ist Fangjagd, wie sie von Jägern durchgeführt wird. Darauf macht der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich des ausgerufenen „Jahr des Niederwildes“ aufmerksam und präsentiert auf dem Bundesjägertag 2014 in Berlin ein Filmprojekt: Vorgestellt werden überregional bedeutende Artenschutzprojekte in vier Bundesländern, in denen Fangjagd ein wichtiger Baustein ist. Die Videos sind ab heute online auf dem YouTube-Kanal des DJV zu sehen unter: www.youtube.com/user/DJVJagdschutzverband

Eine Vielzahl von Naturschutzprojekten – etwa zum Schutz von Wiesenbrütern oder Sumpfschildkröten – zeigt, dass Artenschutz mit Lebensraumgestaltung alleine nicht zum gewünschten Erfolg führt. „Damit der Nachwuchs eine Chance hat, müssen Fressfeinde wie Fuchs oder Marder reduziert werden“, sagt DJV-Vizepräsident Dr. Hermann Hallermann. Das gehe bei nachtaktiven Beutegreifern am besten mit Fallen.

Der "Förderverein Großtrappenschutz" setzt auf die Fangjagd, um den Trappennachwuchs zu schützen.Der DJV kritisiert in diesem Zusammenhang den Naturschutzbund Deutschland, der auf Bundesebene die Verwendung von Fallen für die Jagd gänzlich ablehnt. In Naturschutzprojekten auf Landesebene setzt derselbe Verband unter dem Begriff „Prädatorenmanagement“ Fallen ein. „Egal ob Fangjagd oder Prädatorenmanagement: Es bleibt die gleiche Falle, in der ein Fuchs gefangen wird, um bedrohten Arten zu helfen. Alles andere ist Etikettenschwindel“, so Dr. Hallermann.

Der DJV macht sich dafür stark, dass Fallen, die in Deutschland eingesetzt werden, nach internationalen Standards zertifiziert werden. Das „Übereinkommen über internationale humane Fangnormen“ (kurz: AIHTS) ist hierfür richtungsweisend. Einen Zwei-Klassen-Tierschutz lehnt der Verband strikt ab. Demnach müssen auch alle freiverkäuflichen Fallen betrachtet werden – also die, die in Bau- und Supermärkten verkauft werden. Für Jäger besteht kein Unterschied zwischen einer Mausefalle, die jeder Hausbesitzer stellen darf oder einer Falle für den Marder.

Jägerinnen und Jäger haben eine fundierte Ausbildung für Fangjagd und sind kompetente Partner für zahlreiche Artenschutzprojekte in Deutschland.

Trappenschutz in Sachsen-Anhalt

Unterschiedliche Fallentypen im Überblick

Wiesenbrüterschutz in Niedersachsen

Wiesenbrüterschutz in Schleswig Holstein

Auerhahnschutz in Baden Württemberg

Bundesregierung lehnt die Forderung des Bundesrates nach einer verpflichtenden Verfassungsschutzabfrage ab.

„Nein“ zu verpflichtender Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden: Die Bundesregierung hat eine entsprechende Forderung des Bundesrates im Rahmen der Prüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit abgelehnt. Der DJV – ebenso wie das Forum Waffenrecht – begrüßt diese Entscheidung außerordentlich. Die Bundesregierung verweist mit Bezug auf den vom Land Niedersachsen eingebrachten Gesetzentwurf auf die fehlende Notwendigkeit. Außerdem solle der Verwaltungsaufwand begrenzt werden. Die Waffenbehörden können schon jetzt eine Abfrage bei den Verfassungsschutzbehörden durchführen, wie auch die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme schreibt. Verpflichtend ist dies aber nicht.

DJV-Präsident Hartwig Fischer hatte sich nach dem Beschluss des Bundesrates in einem Brief an Bundesinnenminister Thomas de Maizière und die Mitglieder des Innenausschusses des Bundestages gewandt und die Bedenken des DJV vorgetragen.

Der Gesetzentwurf ist aber noch keineswegs vom Tisch: Das letzte Wort hat der Bundestag, der jetzt in den nächsten Monaten über den Entwurf beraten wird. Der DJV wird den Gesetzgebungsprozess weiterhin kritisch begleiten und fordert weiter die Ablehnung der generellen Verfassungsschutzabfrage. Darüber hinaus wird sich der DJV weiter für ein einfaches, sachgerechtes und unbürokratisches Verfahren der Zuverlässigkeitsüberprüfung einsetzen.

Anlässlich des morgigen Tages der Verkehrssicherheit warnt der DJV vor spontanen Wildwechseln von Rehen. Während der Paarungszeit ist Rehwild auch tagsüber unterwegs.

Anlässlich des morgigen Tages der Verkehrssicherheit warnt der DJV vor spontanen Wildwechseln von Rehen. Während ihrer Paarungszeit sind Rehböcke und Ricken entgegen ihrer Gewohnheiten auch tagsüber unterwegs. Der DJV rät Autofahren, an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern besonders Aufmerksam zu sein. Dies gilt speziell an heißen Tagen, da Rehe dann besonders liebestoll sind und sich wilde Verfolgungsjagden liefern.

Laut DJV-Wildunfallstatistik kamen 2013 auf deutschen Straßen etwa 200.000 Rehe ums Leben. Hauptursache ist das hohe Verkehrsaufkommen, das sich seit 1975 vervierfacht hat. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Unfälle um das Fünffache. Autobahnen und Straßen zerschneiden den Lebensraum von vielen Wildtieren und nötigen sie zum gefährlichen Überqueren der Straßen. Grünbrücken verbinden die Lebensräume der Wildtiere wieder und können Unfälle nachhaltig reduzieren.

Rehböcke werden vom Geruch einer paarungsbereiten Ricke angezogen. Wenn es heiß wird, drehen die Rehe richtig auf. Auf den sich nähernden Bock reagiert die Ricke zunächst mit einer Flucht. Der Bock folgt ihr dabei. Dieses Treiben kann sich über Stunden oder sogar Tage hinziehen. Nach der Befruchtung kommt es bei Rehen zur Eiruhe. Diese sorgt dafür, dass der Nachwuchs erst dann zur Welt kommt, wenn es im Mai des folgenden Jahres wieder ausreichend Nahrung gibt.

DJV veröffentlicht Jagdstatistik / Umdenken in der Energiepolitik gefordert

Im Jagdjahr 2012/13 haben die Jäger in Deutschland 644.233 Wildschweine erlegt. Das ist die zweithöchste, jemals erzielte Strecke. Dies geht aus der aktuellen Jagdstatistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) hervor, die der Verband jetzt für Paarhufer veröffentlicht hat. Verglichen mit dem Mittelwert der vorangegangenen fünf Jahre sind dies 26 Prozent mehr Wildschweine. Im laufenden Jagdjahr sind laut Verband die Jagdergebnisse regional stark rückläufig. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben gemacht“, sagte Dr. Wolfgang Bethe, Wildschwein-Experte im DJV-Präsidium. Die Schwarzkittel müssten aber weiterhin intensiv bejagt werden, so Bethe. Schließlich könnten die anpassungsfähigen Allesfresser ihren Bestand pro Jahr nahezu verdreifachen. Im Vergleich mit dem 5-Jahres-Mittel ebenfalls positiv sind die Jagdergebnisse 2012/13 für Rehe mit plus 7 Prozent, Rothirsche (plus 16 Prozent) und Damhirsche (plus 17 Prozent).

Europaweiter Trend festgestellt

Die Jagdstatistik für die genannten Paarhufer hat sich unabhängig von der Jagdpolitik in ganz Europa positiv entwickelt. Ein Hinweis darauf, dass die Lebensbedingungen sich verbessert haben: Warme Winter im Zuge des Klimawandels und ein Überangebot an Nahrung sind die Hauptfaktoren. Besonders profitiert das Wildschwein: Seit 1975 hat sich die Zahl der erlegten Tiere in Deutschland verfünffacht, in Österreich sogar verzehnfacht. In Polen und im fernen Japan hat sich die Zahl der erlegten Schweine vervierfacht. Und der anpassungsfähige Allesfresser erobert immer neue Areale. In Mitteleuropa kommen Schwarzkittel mittlerweile über 1.000 Höhenmetern vor. Norwegen und Dänemark – bis in die 1990er Jahre wildschweinfrei – sind längst besiedelt. Vor allem vom Wandel der Agrarlandschaft profitieren die Wildschweine laut DJV. Raps und Mais sind begehrte nahwachsende Rohstoffe, die inzwischen auf elf Prozent der Bundesfläche angebaut werden. Die Wegzüchtung der Bitterstoffe machte Raps ab den 1990er Jahren besonders attraktiv für die Landwirtschaft. Mais ist seit etwa 15 Jahren begehrter Rohstoff für die Biogasproduktion. Seit 1960 ist die Anbaufläche von Raps und Mais um das 26-fache angestiegen. Insgesamt 3,8 Millionen Hektar zusätzliche Nahrung und Lebensraum stehen somit Wildtieren zur Verfügung.

Politische Weichenstellung in der Energiepolitik gefordert

„Wir fordern eine politische Weichenstellung in der Energiepolitik. Es darf nicht sein, dass wir weiterhin auf Kosten der Artenvielfalt vermeintlich saubere Energie auf unseren Feldern produzieren“, sagte Dr. Bethe. Während das Wildschwein sich ausbreite, seien Wiesenbrüter, Feldhamster oder Feldhase auf dem Rückzug. Der DJV schlägt vor, Raum zu schaffen für intelligente Naturschutzansätze im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und des Greenings. Diese müssen für Landwirte finanziell attraktiv sein und in die Produktion integriert werden können. Dazu müssten bürokratische Hürden abgebaut werden. Im Idealfall kann ein Landwirt künftig ökologische Vorrangflächen bewirtschaften, indem er darauf beispielsweise Wildpflanzen ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Biogas anbaut. Die blühenden heimischen Wildpflanzen wirken für Schmetterlinge, Eidechsen und Bodenbrüter wie Trittsteine und begünstigen somit die Artenvielfalt. Im Idealfall lassen sich die abgeernteten Flächen ab August als Jagdschneisen im Maisfeld für die Bejagung von Wildschweinen nutzen, die von der Ausweitung des Maisanbaus stark profitieren. Ein gemeinsames Projekt von Bundeslandwirtschaftsministerium, Bauernverband und Jägern habe die Wirksamkeit von Bejagungsschneisen belegt, sagte Dr. Bethe. Es kämen mehr Schweine zur Strecke und Bodenbrüter profitierten von den Wildkräutern.

Keine Jagd ist keine Lösung

Eine klare Absage erteilt der DJV der Forderung von Tierschützern, die Jagd auf Wildschweine ganz einzustellen. „Wo heute 100 Wildschweine leben, sind es im nächsten Jahr 330“, sagte Dr. Bethe. „Ausgehend vom derzeitigen Frühjahrsbestand hätten wir innerhalb von zwei Jahren über 3 Millionen Wildschweine.“ Dann setze eine Bestandsregulierung auf natürlichem Wege ein: „Parasiten und Krankheiten befallen die Tiere, Seuchen entstehen“, sagte der Veterinär Dr. Bethe. Besonders gefürchtet ist die Schweinepest, da sie auf Hausschweine übertragen werden kann. Massenkeulungen und ein Export-Verbot für Schweinefleisch wären die verheerenden Folgen. „Das würde es bedeuten, wenn man die Natur sich selbst überlässt“, so Dr. Bethe. „Wollen wir das wirklich?“

Auf der Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar präsentiert der DJV in einem naturnahen Biotop Wildpflanzen für die Biogasproduktion. Gemeinsam mit Partnern des Netzwerkes Lebensraum Feldflur beantwortet der Verband Fragen rund um das Thema.

Die Veröffentlichung von aktuellen Jagd-Daten zu eingeschleppten Arten wie Marderhund und Waschbär sind zur Messe Jagd und Hund geplant, Europas größter Fachmesse für Jagd. Diese findet vom 4. bis 9. Februar in Dortmund statt.

Anbauflächen Mais und Raps in Deutschland seit 1960

Paarhufer in Europa (Entwicklung bis 2009)

 

 

Jedes dritte Kind zwischen 7 und 14 Jahren hatte noch nie einen Käfer auf der Hand und glaubt, das Reh sei die Frau vom Hirsch – das belegen aktuelle Zahlen des Deutschen Jagdverbandes.

Jedes dritte Kind zwischen 7 und 14 Jahren hatte noch nie einen Käfer auf der Hand und glaubt, das Reh sei die Frau vom Hirsch – das belegen aktuelle Zahlen des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Dass Reh und Hirsch zwei heimische Huftierarten sind, lernen Kinder spielerisch mit Lernort Natur, der Bildungsinitiative des DJV. „Nur was wir kennen, lernen wir auch zu schätzen und zu schützen“, sagt DJV-Präsidiumsmitglied Holger Bartels anlässlich des Tages der Umwelt. Ziel müsse sein, von und mit der Natur zu lernen, so Bartels.

Mit Lernort Natur und den Jägern gelingt der Unterricht im Grünen. Jugendliche jeder Altersgruppe verfolgen dabei   Spuren vom Wildschwein, erkunden den Wald mit den Augen des Eichhörnchens oder bauen überdimensionale Spinnennetze. „Verstehen kommt von begreifen und das hat etwas mit anfassen zu tun“, sagt Bartels und ruft Eltern wie Pädagogen auf, mit Kindern und Jägern zusammen in die Natur zu gehen.

14.000 Maßnahmen im Bereich Lernort Natur werden durchschnittlich pro Jahr durchgeführt – und das ehrenamtlich. Das entspricht rund 127.000 Arbeits- oder Schulstunden pro Jahr. Die Kreisjägerschaften und Hegeringe vor Ort gestalten gemeinsam mit rund 4.000 pädagogisch geschulten Jägerinnen und Jägern bundesweit Unterrichtsstunden, Wandertage, Projektwochen oder Ferienaktivitäten. Der DJV informiert unter http://www.jagdverband.de/lernort-natur über Ansprechpartner und Themen der Initiative. Konkrete Fragen können per E-Mail an bildung@jagdverband.de gerichtet werden.

 

Tag des Hundes: Deutscher Jagdverband appelliert an Halter

Der 1. Juni 2014 ist der bundesweite Tag des Hundes. Entstehung und Werdegang des Hundewesens sind untrennbar mit dem Menschen verbunden: früher Jagd-, Hüte- und Wachhund; heute Familienhund. Der Grundgehorsam der Vierbeiner ist gestern wie heute wichtig. Besonders im Frühsommer: dies ist die Brut- und Aufzuchtzeit von Vögeln und Säugern. Darauf macht heute der Deutsche Jagdverband (DJV) aufmerksam und ruft alle Halter dazu auf, in der Kinderstube Natur umsichtig zu sein. „In vermeintlichen Schoßhunden steckt immer noch der Jagdinstinkt“, sagt Dr. Hermann Hallermann, im DJV-Präsidium zuständig für Hunde. Er macht darauf aufmerksam, wie wichtig es sei, dass der Hund auf seinen Halter höre.

Viele Hunderassen, die heute als sogenannte „Modehunde“ gelten, wie Russel Terrier, Cockerspaniel, Beagle, Golden Retriever, Labrador und Dackel, wurden ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet. Hundeliebhaber sollten sich vorher informieren und besonnen entscheiden, ob der Hund zum eigenen Lebensstil passe. „In den letzten Jahren sind beispielsweise Russel Terrier vermehrt in Tierheimen gelandet. Sie sind dem Halter zu temperamentvoll, weil sie viel beschäftigt werden müssen“, erklärt Dr. Hallermann.

Als Haustier und jagdlicher Helfer des Menschen hat sich der Hund in fast allen Erdteilen bewehrt. In Deutschland werden Jagdhunde bei der Schwarzwild-, Gans-, Enten- und Fuchsjagd eingesetzt – Wildtiere, die sich stark vermehrt haben und regional zu Problemen führen. Für die tierschutzgerechte Jagd müssen die Hunde zunächst eingearbeitet und geprüft werden. Gemeinsam mit einem Kamerateam hat der DJV die Ausbildung begleitet. Darin zeigt er, dass die Jagdhundeausbildung tierschutzgerecht und notwendig ist. Die Videos sind online auf dem YouTube-Kanal des Verbandes zu sehen: www.youtube.com/user/DJVJagdschutzverband

 

Fernsehrat: Bildauswahl gibt Anlass zu Missverständnissen / DJV: Mangelhafte Arbeit

Erstmals seit der Reform der Beschwerdeordnung hat der ZDF-Fernsehrat einen Beitrag deutlich kritisiert: Die Macher von „Jäger in der Falle“, ausgestrahlt am 19. Januar 2014 in der Sendung planet e, hätten bei ihrer Bezugnahme auf die deutsche Geschichte durch die gewählte Bebilderung zu Missverständnissen Anlass geben können. Der Fernsehrat nimmt damit Bezug auf historisches Bildmaterial, das Hermann Göring bei der Jagd zeigt. Dieses hat Berndt Welz, freier Autor und Regisseur der Doku, mit aktuellen Jagdaufnahmen kombiniert. Zudem moniert der ZDF-Fernsehrat, dass eine Stellungnahme eines Jagdverbandes fehle. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hatte eine solche mehrfach angeboten. Berndt Welz hatte das Gespräch im Ergebnis nicht wahrgenommen, weil die angebotene Gesprächssituation keine „geeignete waidmännische Situation“ abbilde, also die Örtlichkeit angeblich nicht ins Filmkonzept passte.

„Zwar wurde unsere Programmbeschwerde abgelehnt, aber die Hinweise des ZDF-Fernsehrats an Herrn Welz und die ZDF-Umweltredaktion sind aus unserer Sicht eindeutig: Mangelhafte Arbeit!“, kommentierte DJV-Präsident Hartwig Fischer das nun beim Dachverband der Jäger vorliegende ZDF-Schreiben. Es sei begrüßenswert, dass die Beschwerdeordnung reformiert wurde und Kritik differenzierter möglich sei, schließlich habe es laut DJV-Recherche in den letzten zehn Jahren nur eine einzige erfolgreiche Programmbeschwerde gegeben.

Nach der Ausstrahlung der Doku „Jäger in der Falle“ hat der DJV einen Faktencheck veröffentlicht, der die neun offensichtlichsten Behauptungen widerlegt. Zudem hat der DJV eine Petition von Max Götzfried gegen tendenziöse Berichterstattung im ZDF unterstützt, die schließlich über 72.000 Menschen mitgetragen haben und die vom Magazin Spiegel sowie weiteren Medien aufgegriffen wurde. „Im Sinne der Unterzeichner ist die Kritik des ZDF-Fernsehrats ein deutliches Signal: Sachlicher Protest lohnt sich!“, sagte Fischer.

Neues Gutachten belegt Einfluss von Katzen/ DJV im Interview mit Prof. Dr. Klaus Hackländer

Weltweit belegen Studien den Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Tierwelt. In einem neuen Gutachten der Universität für Bodenkultur Wien wurden jetzt annähernd 90 wissenschaftliche Studien ausgewertet. Prof. Dr. Klaus Hackländer hat das Gutachten „Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Fauna und mögliche Managementmaßnahmen“ geleitet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat den Universitätsprofessor für Wildbiologie zu seinen Ergebnissen befragt.

DJV: Sehr geehrter Prof. Dr. Hackländer das Interesse am Einfluss von Hauskatzen auf die Fauna, scheint nicht nur in Deutschland groß zu sein. Zu Ihren Ergebnissen: Welchen Einfluss haben Hauskatzen tatsächlich auf die heimische Tierwelt – sowohl durch das Beutemachen, als auch durch Beunruhigung?

Prof. Dr. Hackländer: Tatsächlich ist das Thema Hauskatze für den Artenschutz und die Jagd auf der ganzen Welt ein wichtiges Thema. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die den Einfluss von streunenden oder verwilderten Hauskatzen auf wildlebende Tiere untersucht haben. Darunter finden wir zahlreiche Studien, die lokal einen Rückgang von Arten belegt haben, z.T. sogar zum Aussterben einer Art geführt haben. Neben diesen direkten Effekten, sollten aber auch die indirekten Wirkungen von streunenden Katzen nicht außer Acht gelassen werden. Die Anwesenheit des Beutegreifers Hauskatze kann zu Verhaltensänderungen bei der potentiellen Beute führen, die mit erhöhten Stresswerten reagieren, weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme haben oder eine geringere Jungenfürsorge zeigen. All dies kann damit auch ohne einen direkten Einfluss der Hauskatze (Tötung der Beute) zu einem Rückgang einer Art führen.

Tierschützer und Katzenfreunde argumentieren oft pauschal, dass Freigänger-Katzen nicht für das Aussterben einer Art verantwortlich sind. Wie sieht die Realität aus?

Diese Pauschalbehauptung ist haltlos. Stellen Sie sich eine kleine Insel vor, auf der sich aufgrund der Abwesenheit von Landbeutegreifern eine flugunfähige Vogelart entwickelt hat. Was glauben Sie, was passiert, wenn auf dieser Insel Hauskatzen streunen oder ausgewildert werden? Neben diesen exotischen Beispielen kennen wir aber auch den Einfluss von Hauskatzen bei uns in Europa. Unsere Samtpfoten sind ein Hauptbeutegreifer für unsere heimischen Vögel und Säuger und entnehmen einen Großteil der Jung- und Altvögel pro Jahr. Im Zusammenspiel mit den anderen negativen Faktoren, die in unserer zersiedelten Kulturlandschaft vorherrschen, trägt die Hauskatze damit wesentlich dazu bei, dass heimische Arten gefährdet sind.

Können Sie quantifizieren welche Tiergruppen und -arten hauptsächlich zur Beute von Katzen werden? Und können Ihre Ergebnisse auf Mitteleuropa – insbesondere Deutschland – übertragen werden?

Die Quantifizierung ist ein schwieriges Thema, da nicht alle getöteten Beutetiere auch von uns Menschen registriert werden. Nicht alle Katzen legen ihre gesamte Beute ihren Besitzern vor. Das heißt, dass die vorhandenen Schätzungen nur Mindestwerte sind. Betroffen sind vor allem Vögel und Säuger, weniger Reptilien, Amphibien, Fische oder Insekten. Eine Übertragung der Ergebnisse von anderen Ländern auf Deutschland ist nicht pauschal möglich, aber wir müssen davon ausgehen, dass die geschätzten 10 Millionen Hauskatzen mit festem Zuhause und 2 Millionen Hauskatzen ohne festem Zuhause eine Gefahr für die Biodiversität in Deutschland darstellen.

Welche Maßnahmen – insbesondere in Schutzgebieten – sind erfolgversprechend?

Die mögliche Bandbreite der Maßnahmen reicht von Extrempositionen wie dem sicheren Einsperren in Häuser bis zum berühmten Halsbandglöckchen. Auch hier gilt es, das eigentliche Ziel zu definieren und gleichzeitig pragmatisch zu bleiben. Langfristig muss die Anzahl der Freigänger reduziert werden. Gerade in Schutzgebieten sollte der Fang und der Abschuss von verwilderten Hauskatzen durchgeführt werden. Um das Schutzgebiet sollten Kastrierungs- und Sterilisationsprogramme für Streuner forciert werden.

Auf der Wattenmeer-Insel Borkum sollten Jäger im vergangenen Jahr verwilderte Katzen außerhalb von Ortschaften schießen. Nach Protesten ging man dazu über, Katzen zu fangen und auf dem Festland wieder auszusetzen. Ist das Ihrer Meinung nach eine praktikable Managementlösung?

Damit wird das Problem ja nur verlagert. Außerdem ist es aus der Sicht des Tierschutzes zu hinterfragen, ob der Fang, der Transport und das Aussetzen in einem für das Individuum unbekannten Terrain ethisch zu verantworten ist.

Das „Paderborner Model“, das einige Kreise praktizieren, sieht eine Registrierungs- und Kastrierungspflicht für Hauskatzen vor. Wie werten Sie diesen Lösungsansatz?

Aus unserer Sicht bietet eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hauskatzen – ähnlich dem System für Hunde – eine optimale Lösung. Das Halten von Katzen ist auch mit einer Verantwortung gegenüber der Natur verbunden, die durch eine solche Regelung eher kommuniziert werden kann.

Glocke oder Stubenarrest – Welche Maßnahme halten Sie für sinnvoll?

Natürlich die Glocke. Sie reduziert die direkten Effekte, also das Töten von Jungvögeln. Die indirekten Effekte, d.h. die Stressreaktionen der von der Hauskatze bedrohten Beutetiere werden dadurch aber nicht minimiert, eventuell vielleicht sogar noch verstärkt. Dennoch empfehle ich das Glöckchenhalsband als praktikable, billige und effektive Sofortmaßnahme.

Zum Download des gesamten Gutachtens „Einfluss von Hauskatzen auf die heimische Fauna und mögliche Managementmaßnahmen“ (Hackländer, K., Schneider, S. & Lanz, J.D. (2014)) hier klicken: http://www.dib.boku.ac.at/iwj/aktuelles-news/publikationen/

Zum Hintergrund

Laut Tierschutzverbänden gibt es in Deutschland mehr als zwei Millionen verwilderte Katzen. Basierend auf internationalen Studien erbeuten diese nach DJV-Hochrechnungen jährlich etwa sechs Millionen Singvögel in Deutschland. „Wir wohnen mit einem Raubtier zusammen, dessen Bedürfnisse man nicht wegkuscheln kann“, sagt DJV-Präsident Hartwig Fischer. „Vielmehr müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen für Haus- und Wildtiere. Einen Zwei-Klassen-Tierschutz lehnen wir Jäger strikt ab.“

Der DJV befürwortet deshalb das Paderborner Modell, das an die Verantwortung der Haustierbesitzer appelliert. Demnach sollten Hauskatzen gemeldet sein und kastriert, wenn sie nicht zur Zucht verwendet werden. Für Jäger stellt das Töten von Haustieren im Rahmen des Jagdschutzes das allerletzte Mittel dar, um Schaden von Wildtieren abzuwenden. Gesetzlich geregelt ist der Jagdschutz in §23 des Bundesjagdgesetzes. In siedlungsfernen Räumen ist das Töten von verwilderten Haustieren derzeit alternativlos.

Prof. Dr. Klaus Hackländer

 

In der Kinderstube Natur bedeutet Alleinsein Sicherheit

Im Frühling ist die Natur vergleichbar mit einem großen Kindergarten. Ab Februar erblicken die Wildschweine das Licht der Welt, gefolgt von den Feldhasen, den Rehen, den Wiesenbrütern und schließlich im Juni von den Rothirschen. Bei Spaziergängern in Wald und Flur löst der Anblick eines Jungtiers oft Mitleid aus – das arme Tier ist wohl ganz allein, schutzlos, friert und hungert. Doch dem ist nicht so: Wachsame Elterntiere beobachten ihren Nachwuchs aus sicherer Entfernung. Dieses Verhalten schützt den Nachwuchs vor potentiellen Fressfeinden. „Alleinlassen hat sich in der Aufzucht über Jahrtausende bewährt. Diese Strategie sollte vom Menschen respektiert werden“, erklärt Torsten Reinwald, Pressesprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Wittert die Mutter an ihrem Nachwuchs menschlichen Geruch, nimmt sie es nicht mehr an – es verhungert.

Werden Spaziergänger auf vermeintlich verwaiste Jungtiere aufmerksam, empfiehlt der DJV, im Zweifelsfall den ortsansässigen Jäger zu kontaktieren, der die Kinderstube beobachten und daraufhin entscheiden kann. Der DJV rät davon ab sich der Jungen eigenmächtig anzunehmen, denn so könne man aus falschverstandener Tierliebe den Elterntieren ihren Nachwuchs nehmen. Überlebens- und Auswilderungschancen von Wild in menschlicher Hand sind zudem stark eingeschränkt.
Die Gelege von Bodenbrütern wie Enten, Watvögel und Kiebitze sind durch ihre braune Färbung kaum von der Vegetation zu unterscheiden. Zudem schützt die Küken der Reflex, bei Gefahr regungslos zu verharren. Rehkitze besitzen in den ersten Tagen nach der Geburt zudem noch keinen Eigengeruch, sodass sie kaum aufzufinden sind.

Trotz der guten Tarnung sind zum Beispiel trächtige Rehe, kleine Feldhasen und Feldlerchen freilaufenden Hunden schutzlos ausgesetzt und bieten eine leichte Beute. Im Frühsommer häufen sich deshalb die Medienberichte von entsetzlichen Szenen. Der DJV appelliert an alle Hundebesitzer, in der Brut- und Setzzeit, Hunde grundsätzlich an der Leine zu führen, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Leinenpflicht ist bundesweit sehr unterschiedlich geregelt. Auskunft gibt das zuständige Ordnungsamt.

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