Die Agrarministerin rät im Kampf gegen die Tierseuche zu kühlem Kopf und Besonnenheit - und zu gemeinsamen Handeln. Auch die Jäger und Bauern machen Druck. Auf der Agrarministerkonferenz werden weitere Maßnahmen ausgelotet. Die Landwirte haben aber noch andere Sorgen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Brandenburg so rasch wie möglich wieder eliminieren. «Unser Ziel muss es sein, mit einer nationalen gemeinsamen Kraftanstrengung die Ausbreitung der ASP in andere Bundesländer und in den Haustierbestand zu verhindern und sie aus unserem Land wieder rauszubekommen», sagte Klöckner der Deutschen Presse-Agentur zum Beginn eines Treffens der Länder-Agrarminister am Donnerstag im saarländischen Weiskirchen.

Im Kampf gegen die Tierseuche gebe es bereits einen Bund-Länder-Krisenstab, ein EU-Team mit Veterinärexperten sei vor Ort, eine Taskforce auf Arbeitsebene sei im Einsatz - «und wir forschen parallel an einem Impfstoff», sagte Klöckner. Aber auch die Bundesländer müssten «ihre Hausaufgaben» machen.

Wichtig sei, dass ein Land wie Brandenburg, wo die ASP vor zwei Wochen bundesweit erstmalig bei einem toten Wildschwein bestätigt wurde, «eine Koordinierungsfunktion» übernehme: für seine Kommunen und Verbände, beispielsweise die Jäger. «Die unterschiedlichen Zuständigkeiten müssen gebündelt sein», sagte Klöckner. Deutschland werde frühestens dann wieder als ASP-frei gelten, wenn mindestens ein Jahr lang keine positiven Funde gemacht wurden.

Das sehen die Jäger und die Bauern genauso: Es brauche «ein koordiniertes Vorgehen» in einem zentralen Krisenstab, der die Aktivitäten über Ländergrenzen hinaus steuere, forderten die Verbände der deutschen Bauern und Jäger am Donnerstag. Insbesondere die Grenze zu Polen müsse «wildschweinsicher» werden. Dazu gehörten entsprechende Zäune um die Kernzone der Tierseuche: «Hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf.»

Ortskundige Jäger und Bauern müssten bei der Suche nach toten Wildschweinen mehr eingebunden werden, heißt es in der Erklärung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des Deutschen Jagdverbandes (DJV). Die Entfernung der hochinfektiösen Kadaver ist entscheidend, um eine Ausbreitung der ASP einzudämmen. Um die Jagd auf die Schwarzkittel zu intensivieren, seien zudem eine Erlaubnis für Nachtzieltechnik mit Infrarot-Aufhellern und Entschädigungen für Landwirte wegen einer intensiveren Wildschweinjagd nötig.

Mit Blick auf mögliche wirtschaftliche Folgen des ASP-Ausbruchs rief Klöckner dazu auf, einen «klugen, besonnenen Kopf zu bewahren»: «Wir dürfen auch nicht die Lage schlechter reden als sie ist.» Lange habe man die Tierseuche, trotz erheblichen Drucks aus Polen, von Deutschland fernhalten können. «Glücklicherweise sind die Funde bei Wildschweinen bisher nicht weit verstreut. Und wir sind bei Hausschweinen ASP-frei.»

Innerhalb Europas könnten Schweine außerhalb des Restriktionsgebietes nach wie vor verkauft werden - rund 70 Prozent der Menge des Exports gingen auf den europäischen Markt. Ein für deutsches Schweinefleisch wichtiges Exportland außerhalb der EU, China, hat dagegen einen Importstopp für deutsches Schweinefleisch verhängt.

Bisher sei es weder der EU noch einem europäischen Land gelungen, dass sie mit China eine Regionalisierung (nur auf die Ausbruchsregion beschränkt) vereinbaren konnten. «Wir sind in sehr intensiven Gesprächen», sagte Klöckner. Aber jetzt müsse man «den Markt beobachten und dann urteilen»: Denkbar seien Hilfen für Bauern bei privater Lagerhaltung und Liquiditätsprogramme der EU oder Entschädigungen der Länder.

Preisverluste bei Schweinefleisch seien bereits deutlich, mittlerweile habe sich das Niveau aber stabilisiert. Zuvor seien die Preise zudem «ungewöhnlich hoch» gewesen, sagte die Ministerin. Zum Teil sei der Preisverfall zu Beginn aber zu schnell gegangen. «Dass mancher im Handel prophylaktisch schon mal die Preise gesenkt hat, das schauen wir uns genau an.»

Der Ausbruch der ASP in Brandenburg und ihre Folgen sind auch ein Hauptthema auf der Agrarministerkonferenz im Saarland. Nach Angaben des Vorsitzenden der Konferenz, Saarlands Ressortchef Reinhold Jost (SPD), soll über Unterstützung und weitere Maßnahmen im Kampf gegen die ASP gesprochen werden. Am Donnerstag beraten die Minister, am Freitag soll es Beschlüsse geben. Die Tierseuche wurde inzwischen bei 32 toten Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen, nachdem das Friedrich-Loeffler-Institut am Donnerstag drei weitere Fälle bestätigte.

Brandenburg hat deutschlandweit noch immer die bislang einzigen bestätigten Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Das soll so bleiben. Die Anstrengungen dafür sind groß.

Die hochansteckende Afrikanische Schweinepest ist in Brandenburg bei sieben toten Wildschweinen nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald bestätigte am Donnerstag einen weiteren Fund eines Tieres, das aus dem Raum Neuzelle im Landkreis Oder-Spree stammte. Am Mittwoch hatte das FLI die Tierseuche bei fünf Wildschweinen nachgewiesen, die ebenfalls bei Neuzelle entdeckt worden waren. Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland war bereits in der vergangenen Woche in Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße aufgetreten. Brandenburg rechnet mit weiteren Funden.

Drohnen, Jäger und Forstleute suchten am Donnerstag weiter nach totem Wild. Im Blick stand die Kernzone in einem Radius von rund drei Kilometern um den ersten Fundort. Nach den bestätigten Fällen bei Neuzelle will der Landkreis Oder-Spree in Ostbrandenburg diesen Bereich ausweiten, wie Kreissprecher Mario Behnke in Beeskow ankündigte. Zwei Drohnen mit Wärmebildkameras waren am Donnerstagvormittag über dem Gebiet im Einsatz. Der Landkreis Spree-Neiße erwartet am Montag Hundestaffeln aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, die für die Suche nach totem und verletzten Wild ausgebildet sind.

Weiterhin ist rund um den ersten Fundort des toten Wildschweins mit Schweinepest im Radius von bis zu 25 Kilometern ein gefährdetes Gebiet abgegrenzt, in dem Restriktionen gelten - die Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist verboten. Die Kernzone darf zudem nicht betreten werden. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, für Schweine aber tödlich. Landwirte sind in Sorge. Am Freitag will der Landesbauernverband über die Situation vor Ort informieren.

Der Deutsche Jagdverband hat unterdessen eine effektivere Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest angemahnt. «Ein Flickenteppich von Vorschriften und Zuständigkeiten muss verhindert werden. Das Virus kennt keine Kreis- oder Ländergrenzen», betonte Präsident Volker Böhning in einer Mitteilung. Gefordert werden zudem Anreize für die verstärkte Bejagung, denn reduzierte Wildschweinbestände erschwerten die Ausbreitung des Virus. Jäger, die Kadaver suchten oder Proben nehmen, sollten angemessen entschädigt werden. Mit einem festen Zaun rund um den Fundort kann aus Sicht des Wildbiologen Konstantin Börner die Seuche am besten kontrolliert werden. «Damit kann es nach jetzigem Stand gelingen, die Situation im Zaum zu halten», sagte Börner, der sich am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin mit Wildschweinen beschäftigt, der Deutschen Presse-Agentur. «Wichtig ist - da es auch in absehbarer Zeit keinen Impfstoff gibt - den Zeitraum zwischen dem Tod eines infizierten Tieres und der Ergreifung von Maßnahmen so kurz wie möglich zu halten», sagte er. Die Zäune müssten aber fest, stabil und eine echte Hürde sein.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat einen weiteren Fall von Afrikanischer Schweinepest bestätigt. Das Tier wurde im Raum Neuzelle im Landkreis Oder-Spree gefunden.

Die Afrikanische Schweinepest ist in Brandenburg inzwischen bei sieben toten Wildschweinen nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald bestätigte einen weiteren Fund mit der Tierseuche. Eine Sprecherin sagte am Donnerstag, das Tier stamme aus dem Raum Neuzelle im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Am Mittwoch hatte das FLI die Tierseuche bei fünf Wildschweinen nachgewiesen, die bei Neuzelle entdeckt worden waren. Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland war bereits in der vergangenen Woche in Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße aufgetreten. Brandenburg rechnet mit weiteren Funden. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, für Schweine tödlich.

Das Start-up-Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet, die Produktion ruht. Aufträge zur Balgbearbeitung werden ab September ausgeliefert. Unterstützung aus der Jägerschaft ist weiterhin nötig.

Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert. Wie sich der Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirkt, ist noch nicht absehbar. "Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion ausgesetzt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft", sagte Fellwechsel-Geschäftsführer Andreas Leppman und ergänzte: "Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung." Es gebe derzeit Gespräche mit einem Kooperationspartner, Details könnten noch nicht genannt werden. 

Noch ausstehende Aufträge zur Balgbearbeitung hat das 2-köpfige Team des Start-up-Unternehmens trotz Kurzarbeit zwischenzeitlich alle bearbeitet. Die Felle kommen ab September aus der Gerbung zurück und werden bis Ende des Jahres 2020 an die Kunden versandt. Leppmann hofft auf weitere Unterstützung von Jägern: Er bittet, möglichst auf Gutschriften für gelieferte Felle zu verzichten. Eine entsprechende E-Mail (senden an: info@fellwechsel.org) genügt, um das Projekt Fellwechsel in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Auch Produktkäufe über den neuen Online Shop (https://Fellwechsel.Shop) helfen. Aufgrund der weltweiten Krise haben potenzielle Fellwechsel-Kunden den Kauf von Ware im 6-stelligen Euro-Bereich im ersten Halbjahr kurzfristig storniert. 

Die Coronakrise hat zahlreiche Modeunternehmen und Designer getroffen, ebenso Handwerksbetriebe. Leider musste eine Gerberei bereits Insolvenz anmelden, die für Fellwechsel gearbeitet hat. Um die großen Menge von über 30.000 Fellen bearbeiten zu können, arbeitet Fellwechsel mit verschiedenen Partnern zusammen. Wie tiefgreifend die Verluste bei Designern, Händlern oder Kürschnern sind, ist derzeit nicht absehbar. Ebenso wenig, wie schnell Produktion und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder anlaufen. Die großen Auktionshäuser wie SagaFur oder KopenhagenFur mussten kürzlich auf Online-Auktionen umstellen. Die Verkaufsraten lagen teilweise unter fünf Prozent. 

Warum selber jagen, wenn es auch andere für einen tun können? Nach dem Motto haben Füchse wahrscheinlich schon vor rund 40 000 Jahren Fleisch gefressen, das Menschen übrig ließen. Wissenschaftler der Universität Tübingen vermuten, dass einige der Tiere damals ihren Speiseplan an jenen der Menschen anpassten. "Wir gehen davon aus, dass diese Füchse sich nun überwiegend von Fleischabfällen ernährten, die Menschen hinterlassen hatten, oder vielleicht sogar von ihnen gefüttert wurden", sagt Studien-Mitautor Hervé Bocherens.

Nach Erkenntnissen der Forscher verspeisten die Füchse Reste von Rentieren oder Mammuts, die Menschen zuvor erlegt hatten - selbst hätten sie solche Tiere nicht erbeuten könnten. Das Tübinger Team analysierte Fuchsknochen aus Höhlen auf der Schwäbischen Alb. Demnach gab es damals Füchse, die in der Nähe von Menschen lebten, aber auch solche, die stets selbst auf die Jagd gingen oder etwas von der Beute großer Raubtiere fraßen.

Den in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Ergebnissen zufolge war die Gegend bis ins sogenannte Jungpaläolithikum kaum vom Menschen besiedelt. Polarfuchs und Rotfuchs lebten vor allem von der eigenen Jagd auf kleinere Säugetiere. Als der moderne Mensch in die Region einwanderte, ergab sich für die Füchse demnach ein einfacherer Weg der Futterbeschaffung.

Auch heute ernähren sich Angaben der Universität zufolge Füchse in der Nähe menschlicher Siedlungen überwiegend von Abfällen. Nach Auskunft des Deutschen Jagdverbands sind die Tiere besonders anpassungsfähig und in den Städten immer häufiger anzutreffen.

Aufgrund anhaltender Trockenheit ist das Risiko von Waldbränden in vielen Teilen Deutschlands hoch. Der Deutsche Jagdverband gibt Tipps für einen unbeschwerten Aufenthalt.

Laut Deutschem Wetterdienst herrscht vielerorts trotz einiger Niederschläge Waldbrandstufe 3. Oft genügt schon ein Funke, um ein Feuer zu entfachen – mit verheerenden Folgen für Tiere und Pflanzen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt Tipps, wie sich Brände im Wald verhindern lassen:

Autos nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Heiße Katalysatoren oder Auspuffrohre können trockenes Gras oder Laub schnell entzünden. 

Zufahrtswege freihalten. Parkende Autos am Wegrand sind nicht nur brandgefährlich - sie behindern im Ernstfall Löschfahrzeuge. 

Offenes Lagerfeuer und Grillen sind nur an markierten Stellen erlaubt. In Gebieten mit bereits hoher Waldbrandgefahr sollten Waldbesucher gänzlich darauf verzichten. Je nach Region sind Grillplätze wegen der Corona-Krise sowieso gesperrt. Die Kontaktbeschränkungen müssen eingehalten werden.

Zigarettenkippen nicht achtlos wegwerfen und auf Rauchen am besten verzichten. Heiße Glut und Funkenflug entzünden schnell trockenes Gras oder Blätter. Deshalb: Bei der Fahrt in Waldnähe keine Kippen aus dem Fenster werfen – sonst natürlich auch nicht. Von März bis Oktober gilt generelles Rauchverbot in Wäldern - in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen sogar ganzjährig. 

Glasscherben verursachen keine Waldbrände - aber großes Tierleid. Glasflaschen oder -scherben können entgegen der landläufigen Meinung keine Waldbrände verursachen. Sie können allerdings bei Wildtieren tiefe, schlecht heilende Schnittwunden verursachen. Flaschen gehören ebenso wenig in den Wald wie anderer Verpackungsmüll, etwa Folien und Schnüre. Den Wildtieren zuliebe. 

Waldbrände werden in den meisten Fällen durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung verursacht. Natürliche Ursachen wie Blitzschlag spielen eine untergeordnete Rolle. Im Falle eines Brandes ist immer die Feuerwehr (Tel. 112), die nächste Polizeidienststelle (Tel. 110) oder Forstdienststelle zu verständigen. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes informiert tagesaktuell über die Lage in Deutschland.

Über 4.000 Felle und rund 40 Pelzprodukte aus heimischer Jagd: Die Seite https://fellwechsel.shop richtet sich an Händler und Endkunden. Einzigartig: Jedes Fell ist lückenlos rückverfolgbar zum Erlegerort.

Die Fellwechsel GmbH hat heute ihren Fell-Shop (https://fellwechsel.shop) freigeschaltet. Händler und Kürschner finden dort ab sofort über 4.000 Felle von Fuchs, Marder oder Waschbär aus heimischer Jagd. Die Felle sind nach Farbe und Fellqualität von Hand sortiert und in Lose zusammengefasst. Die Handsortierung ist einzigartig und garantiert hohe Qualitätsstandards. Endkunden finden im neuen Fell-Shop rund 40 Produkte, die vom Unternehmen vertrieben werden.

Alle Produkte im Fell-Shop stammen aus heimischer Jagd. Das Alleinstellungsmerkmal der Fellwechsel GmbH: Jedes Fell lässt sich anhand von einer Marke lückenlos zurückverfolgen bis zum Erlegungsort. Damit setzt das Unternehmen Standards in Sachen nachhaltige Nutzung. Produkte aus natürlichem Fell haben eine deutlich bessere Ökobilanz als beispielsweise ein Faserpelz, der aus Erdöl hergestellt wird. Das Fell heimischer Tiere ist beispielsweise kompostierbar und hält mehrere Generationen.

Programm von Jägern ausgezeichnet

Hecken und Gehölze sind lebenswichtig für Feldhasen, Kaninchen, Fasanen und Rebhühner - solche Stellen zu fördern, ist Teil des Wildschutzprogramms «Feld & Wiese» des
Landesjagdverbands, das am Montag die Auszeichnung «Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt» erhielt. Bei der Verleihung in Gensingen (Kreis Mainz-Bingen) erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne), das Programm trage dazu bei, die Artenvielfalt zu sichern, zu schützen und dauerhaft zu erhalten.

Das 2017 gestartete Programm will den Rückgang der Bestände beim sogenannten Niederwild aufhalten. Neben der Förderung von Hecken, Feldgehölzen und Baumstreifen werden auch Käferwälle (beetle banks) angelegt, breite Feldränder, in denen sich Insekten und Spinnen ungestört entwickeln können. Das Wildschutzprogramm füge sich damit
nahtlos die «Aktion Grün» des Landes ein, erklärte Höfken. Bei der Verleihung der Auszeichnung übergab sie dem Landesjagdverband einen Bescheid für weitere Landesmittel von 190 000 Euro. Insgesamt wurden seit dem Projektstart rund 730 000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

 

+++ Die Pressemitteilung des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. finden Sie hier. +++

Es ist ein Teilerfolg für die FDP-Landtagsfraktion: Nach ihrer Klage vor Hessens höchstem Gericht muss die Jagdverordnung für einige Tierarten gelockert werden.

 

Die Vorgaben für Jagd- und Schonzeiten in Hessen sind teilweise nicht mit der Verfassung vereinbar. Das urteilte der hessische Staatsgerichtshof am Mittwoch in Wiesbaden.
Unter anderem sei die Jagdverordnung für junge Waschbären, junge Marderhunde und junge Füchse mit Blick auf Eigentumsrechte unverhältnismäßig streng. Der Elternschutz könne für eine Schonzeit nicht geltend gemacht werden, da diese Tiere noch nicht geschlechtsreif seien.

Für den Steinmarder sei ein Jagdverbot im Februar nicht gerechtfertigt, erklärte der Präsident des Staatsgerichtshofes, Roman Poseck. Hier greife der Schutz von Elterntieren ebenfalls nicht, da Steinmarder laut aktuellem Stand der Wissenschaft nicht vor März ihre Jungen bekommen. Auch das komplette Jagdverbot für Blässhühner, das bis Ende 2019 galt, sei nicht mit der Verfassung vereinbar, da der Bestand der Tierart nicht gefährdet sei.

Die hessische FDP-Landtagsfraktion war vor Hessens höchstes Gericht gezogen, weil sie die Schonzeiten für Waschbären, Marderhunde, Dachse und für junges Damwild für zu lang hält. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die Landesjagdverordnung das Recht auf Eigentum insgesamt über Gebühr beschneide und damit verfassungswidrig in das Jagdrecht eingreife.

Dieser Argumentation folgte der Staatsgerichtshof nicht. Die Jagdzeitbestimmungen überschritten in ihrer Gesamtheit nicht das Maß des rechtsstaatlich Hinnehmbaren, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch die Vorgaben für den Dachs und junges Damwild hielten die Richter für nachvollziehbar.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) erklärte, sie sei mit der Entscheidung zufrieden. «Das Hessische Jagdgesetz und die Jagdverordnung haben im Grundsatz Bestand. Wir haben auch weiterhin einen Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum bezüglich der Jagd- und Schonzeiten», erklärte sie. Sie kündigte Änderungen bei den Schonzeiten für Fuchs, Marderhund und Steinmarder an. «Die Aufhebung der Schonzeit des Jungwaschbären haben wir bereits auf den Weg gebracht», sagte Hinz. Diese Tiere dürfen künftig ganzjährig bejagt werden.

Die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell zeigte sich «hochzufrieden» über das Urteil. «Der Staatsgerichtshof hat damit willkürlichen und fachlich nicht begründeten Schonzeiten ein Ende gesetzt», erklärte sie. «Deshalb ist heute ein guter Tag für alle, die eine waidgerechte Jagd und das verfassungsrechtlich garantierte Eigentumsrecht
unterstützen.»

Die SPD-Landtagsfraktion forderte ein modernes Jagdrecht, dass sich «nicht auf Pseudowissenschaften» stütze und die vom Gericht festgestellten fachlichen Mängel der Jagdverordnung beseitige. «Derartige Verordnungen setzen sowohl Naturschutzverbände als auch Jagdverbände der Beliebigkeit aus», teilte der jagdpolitische
Sprecher Heinz Lotz mit.


Weitere Informationen zu diesem Thema entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung des LJV-Hessen.

Immer mehr junge Frauen machen den Jagdschein. Was steckt dahinter? Vor 25 Jahren waren nur ein Prozent der Jagdscheininhaber Frauen, heute sind es sieben Prozent der bundesweit rund 384 000 Jagdscheininhaber 

Friederike Meyer geht am Morgen mit dem Gewehr über der Schulter aus dem Haus. Die 23-Jährige hat es nicht weit, sie braucht kein Auto. Der umliegende Wald gehört ihrer Familie, seit vielen Generationen schon. Eine kleine Allee mit Kopfsteinpflaster führt durch den Buchenwald zu dem Gutshof bei Natendorf südlich von Lüneburg, eine kleine Zeitreise, so scheint es, mit Efeu und Fachwerk, nur die Kutsche fehlt. Die zierliche Studentin ist auf der Jagd an diesem kalten Wintertag. Wie sie machen seit Jahren immer mehr junge Frauen den Jagdschein und ziehen los - warum eigentlich?

«Mich hat das Wissen und die Jagd gleichermaßen gelockt», sagt die Jungjägerin. So werden die Jägerinnen in den ersten drei Jahren nach der nicht eben einfachen Prüfung genannt, wenn sie denn bestanden haben. Meyer hat im vergangenen Mai das «Grüne Abitur» gemacht. «Eine große Rolle spielt die Natur. Ich kannte so wenig Bäume und so wenig Tiere», erklärt sie, während es durch den Wald zum nächsten Hochsitz geht.

«So finde ich den direkten Weg zur Natur. » Auch die Tradition habe eine Rolle gespielt, sagt Friederike Meyer. «Mein Vater ist auch Jäger, ich bin schon damit groß geworden», berichtet sie. «Der Auslöser war mein Freund - er hat den Jagdschein gemacht. Da bin ich auch eingestiegen. » Eine wichtige Rolle spiele zudem das Wildbret. «Wir kochen gemeinsam. Man merkt, dass das hochwertiges Fleisch ist. » Die «rote Arbeit», also das Zerteilen des erlegten Wildes, fällt Friederike Meyer nicht schwer. «Schon durch das Studium habe ich weniger Berührungsängste», sagt die junge Frau - sie studiert Medizin im 9. Semester. Auch schießen kann sie mit ruhiger Hand: «Ich habe gleich beim ersten Versuch fünf Mal die Zehn getroffen - die Männer waren nicht begeistert. » Lange war die Jagd eine Männerdomäne, doch das hat sich gründlich geändert.

«Der Anteil der Jägerinnen steigt stetig an», sagt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV) in Berlin. «Vor 25 Jahren waren nur ein Prozent der Jagdscheininhaber Frauen, heute sind es sieben Prozent der bundesweit rund 384 000 Jagdscheininhaber - und in den vom DJV befragten Jägerkursen waren es bereits 24 Prozent. » Auch über die Motive der angehenden Jungjäger kann Reinwald Auskunft geben. «Beide Geschlechter geben als Hauptmotiv an, gerne in der Natur zu sein», fasst er die Ergebnisse einer DJV-Umfrage zusammen. Das gelte für 78 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen. «Dann kommt der angewandte Naturschutz auf Platz Zwei. » Das hätten 55 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen angegeben.

So pflegen die Jäger Nistkästen, sie legen Hecken und Blühstreifen an. Auch schlichte Freude an der Jagd sei ein wichtiger Grund. Doch die Motive sind bei Männern und Frauen nicht ganz gleich, weiß Reinwald. «Da gibt es einen entscheidenden Unterschied», sagt er. «Auf Platz Fünf kommen bei den Frauen mit 36 Prozent die Jagdhunde. » Mehr als jede dritte Frau in einem Jagdkurs gebe an, den Schein für die Ausbildung eines Jagdhundes zu machen. «Bei den Männern sind das nur 12 Prozent. » Und: «Für Männer steht die Geselligkeit bei der Jagd weiter im Vordergrund. »

Für manch einen ist der Jagdschein beruflich wichtig, so für angehende Land- und Forstwirte. Auch Familientradition und Interesse an Waffen sind Argumente, die bei der im vergangenen Jahr vorgelegten Studie angegeben wurden. Befragt wurden insgesamt knapp 2400 Teilnehmer von Jagdkursen. «Bei Frauen liegt Wildbret auf Platz drei, bei Männern erst auf Platz vier», erklärt Reinwald. Das Fleisch ist ein ganz wichtiger Faktor auch für Alena Steinbach.Die 29-Jährige beschreibt sich als leidenschaftliche Jägerin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie gibt das Online-Magazin «Wir jagen» heraus, ist Hundeführerin und hat im Oktober ein Kochbuch mit dem Titel «Wild kochen» veröffentlicht. «Ich bin fünf Jahre Vegetarierin gewesen. Dann habe ich überlegt, wie ich auf ethisch vertretbare Weise an Fleisch komme», sagt Steinbach. «Ich komme aus einer Jägerfamilie, da kam ich zur Jagd. » «Besonders wichtig war mir, dass die Tiere frei leben und nicht in Ställen eingesperrt sind», sagt Steinbach.

Sie hat Umweltmanagement studiert und ihre Bachelorarbeit über Wildbret geschrieben. «Das Wildbret ist nachhaltig und auf natürliche Weise nachwachsend», betont sie. «Außerdem kann man sich sein Fleisch kaum auf klimaneutralerem Weg verschaffen. » Und ausgesprochen lecker sei es auch noch. Friederike Meyer sitzt unterdessen auf ihrem Hochsitz zwischen einem abgeernteten Kartoffelacker und einer heute ungenutzten Pferdeweide, an deren Rand alte Eichen stehen. Die Vogelrufe und andere Naturgeräusche scheinen ganz langsam lauter zu werden, während in Wirklichkeit nur das sonst vom Alltagslärm geplagte Ohr aufmerksamer zuhört. «Diese Momente der Ruhe möchte ich nicht missen», sagt sie.

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