(Quelle: Kauer/DJV)

Immer mehr Quereinsteiger in die Jagd

29. Oktober 2026 (DJV) Berlin

Sie leben immer häufiger in der Stadt, kommen aus der Mitte der Gesellschaft und wollen die Natur schützen: Deutschlands neue Jägerinnen und Jäger. Wer aktuell den Jagdschein macht und was diese Menschen antreibt, zeigt die vierte Jungjägerbefragung. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Mittlerweile machen Frauen 30 Prozent der Jagdschüler aus.
Mittlerweile machen Frauen 30 Prozent der Jagdschüler aus. (Quelle: Grell/DJV)

Wie sieht die neue Jägergeneration aus? Das hat der Deutsche Jagdverband (DJV) in seiner 4. Jungjägerbefragung untersucht und dafür rund 4.600 Antworten ausgewertet. Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Immer mehr Prüflinge kommen aus der Stadt und haben keine jagdliche Vorerfahrung, der Frauenanteil steigt weiter. Im Durchschnitt sind sie 38 Jahre alt, knapp die Hälfte sind Angestellte. Für die Vorbereitung auf die staatliche Prüfung, das Grüne Abitur, geben Jagdschülerinnen und Jagdschüler im Schnitt 2.800 Euro aus.

Quereinstieg in die Jagd

In den vergangenen 15 Jahren ist der Anteil der Frauen in den Jagdkursen um die Hälfte auf 30 Prozent gestiegen. Nicht nur beim Geschlecht entfernt sich die neue Jägergeneration vom Klischee: Mittlerweile kommt jeder dritte Jagdschüler aus Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern. 2011 war es noch jeder fünfte. Fast die Hälfte bringt keine Vorerfahrung mit in die Ausbildung, hat also keine Jäger im Freundes- oder Familienkreis. Das entspricht einem Anstieg um das 3-fache gegenüber 2011.

Jungjäger wollen Natur schützen

Die Gründe fürs Grüne Abitur sind vielfältig: Je zwei von drei Jungjägern geben an, gern in der freien Natur zu sein oder einen Beitrag zum angewandten Naturschutz leisten zu wollen. Etwa die Hälfte wollen Jäger werden, weil sie gern Wild essen. Hunde sind besonders für Frauen relevant: Jede dritte Jagdschülerin gibt an, einen Jagdhund ausbilden oder führen zu wollen. Im Gegensatz dazu interessieren sich nur rund 5 Prozent der Jungjägerinnen und -jäger besonders für Waffen.

Hohe Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement

Der Wunsch, zum Naturschutz beizutragen, spiegelt sich auch in der Einsatzbereitschaft der jungen Jäger wider: Über die Hälfte von ihnen möchte gern ein Ehrenamt ausüben, bei den Frauen sogar 60 Prozent. Hoch im Kurs: Jungwildrettung, Hege oder Umweltbildung. Damit liegt der Jägernachwuchs weit über dem deutschen Durchschnitt: 2024 engagierten sich laut Umweltbundesamt nur 15 Prozent der Deutschen im Umwelt- und Naturschutz.

 

Immer mehr Frauen machen den Jagdschein: 2026 sind 30 Prozent der Teilnehmer an den Jägerkursen weiblich. (Quelle: DJV)
Immer mehr Frauen machen den Jagdschein: 2026 sind 30 Prozent der Teilnehmer an den Jägerkursen weiblich. (Quelle: DJV)
Besonders der Aufenthalt in der Natur und deren Schutz motivieren die Deutschen zur Jägerprüfung. (Quelle: DJV)
Besonders der Aufenthalt in der Natur und deren Schutz motivieren die Deutschen zur Jägerprüfung. (Quelle: DJV)
Mittlerweile kommt knapp ein Drittel der Jungjäger aus der Stadt. (Quelle: DJV)
Mittlerweile kommt knapp ein Drittel der Jungjäger aus der Stadt. (Quelle: DJV)
Jungjäger kommen aus der Mitte der Gesellschaft: Die meisten von ihnen sind Angestellte. (Quelle: 2026)
Jungjäger kommen aus der Mitte der Gesellschaft: Die meisten von ihnen sind Angestellte. (Quelle: 2026)
Knapp die Hälfte der Jungjäger plant, sich ehrenamtlich zu engagieren. (Quelle: DJV)
Knapp die Hälfte der Jungjäger plant, sich ehrenamtlich zu engagieren. (Quelle: DJV)
Immer mehr Jungjäger haben keine Jäger in der Familie oder im Freundeskreis. (Quelle: DJV)
Immer mehr Jungjäger haben keine Jäger in der Familie oder im Freundeskreis. (Quelle: DJV)
2026 geben Jungjäger knapp 2.800 Euro für die Vorbereitung auf die Jägerprüfung aus. (Quelle: DJV)
2026 geben Jungjäger knapp 2.800 Euro für die Vorbereitung auf die Jägerprüfung aus. (Quelle: DJV)

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