
So viel Jägernachwuchs wie noch nie
18.423 Menschen bestehen im Jahr 2025 ihre staatliche Jägerprüfung. Ihre Zahl ist somit in den vergangenen 20 Jahren um mehr als das Doppelte gestiegen. Zugenommen hat im selben Zeitraum aber auch die Zahl der Durchfaller: um ein Drittel auf 24 Prozent. Diese Werte hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute auf dem Bundesjägertag in Suhl veröffentlicht.
"Das Interesse an der Jagd wächst kontinuierlich. Aber das Grüne Abitur gibt es nicht geschenkt", sagt DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Die Hürden seien hoch, die Prüfung funktioniere weiterhin gut als Filter, so Dammann-Tamke weiter. Die mit Abstand meisten bestandenen Prüfungen wurden in Bayern (4.942) und Niedersachsen (4.610) abgelegt. Auf den Plätzen drei und vier folgen Baden-Württemberg (1.494) und Mecklenburg-Vorpommern (1.466).
Frauenanteil steigt um fast die Hälfte
Erste Ergebnisse der laufenden DJV-Jungjägerbefragung zeigen: Der Frauenanteil steigt weiter und liegt jetzt bei 29 Prozent. Das ist ein Anstieg um fast die Hälfte innerhalb von 15 Jahren. An der Befragung teilgenommen haben bisher etwa 4.200 Menschen.
Warum legen Menschen die Jägerprüfung ab?
Die laufende Befragung zeigt: Der Wunsch nach intensivem Naturerlebnis liegt als Motiv für die Jägerausbildung auf Platz eins mit 69 Prozent. Es folgen ein Beitrag zum aktiven Naturschutz (63) und Wildfleisch als Lebensmittel (46). Das Interesse an Waffen liegt hingegen mit 5 Prozent abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.
Dreiteilige staatliche Prüfung
Die staatliche Jägerprüfung besteht aus drei Teilen: schriftlich, mündlich-praktisch und Schießen. Die Themenschwerpunkte reichen dabei von Jagdpraxis über Wildbiologie und Tierkrankheiten bis Waffen- oder Naturschutzrecht. Der DJV empfiehlt für die Vorbereitung mindestens 120 Stunden Theorieunterricht. Hinzu kommen weitere 40 bis 50 Stunden Praxisunterricht. Fehler beim Umgang mit der Waffe oder schlechte Schießleistungen haben ein sofortiges Nichtbestehen zur Folge. Sie können nicht durch gute Leistungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden.
Zuverlässigkeit und Eignung werden überprüft
Nach bestandener Jägerprüfung kontrollieren die zuständigen Behörden die waffenrechtliche Zuverlässigkeit und persönliche Eignung jedes Jungjägers. Abfragen bei der Polizei und dem Verfassungsschutz sind Standard. Darüber hinaus kann ein medizinisches Gutachten eingefordert werden. Nur nach einwandfreier Überprüfung gibt es schließlich den Jagdschein.


