„Den Sieg habe ich überhaupt nicht erwartet“
Putzt die Läufe - es geht wieder los!
„Ein zweiter Platz wäre ja doof“
"Du brauchst das Quäntchen Glück"
Die Sieger im jagdlichen Schießen stehen fest
(Berlin, 13. September 2016) Claus Schäfer aus Rheinland-Pfalz hat sich mit 343 von 350 möglichen Punkten und somit einem fast perfekten Schießergebnis in der Kombination Büchse und Flinte den Titel Bundesmeister aller Klassen gesichert. Obwohl er punktgleich mit Antonius Wulfers aus Niedersachsen abschloss, lag er durch eine bessere Flintenleistung (30/30) vor Wulfers (29/30). Dritter wurde Junior Florian Elsenheimer mit 341 Punkten aus Nordrhein-Westfalen, der sich mit dieser Leistung auch den Sieg in der Juniorenklasse sicherte. Eine Überraschung war der erste Platz der Hamburger Mannschaft im Gesamtklassement. Diese hatte im vergangenen Jahr nur Platz neun belegt. Der zweite Platz ging an das Saarland, das 2015 noch auf dem elften Rang abschloss. Dritte wurden die Niedersachsen.
In der Damenklasse siegte Kristin Sendker-Behrens aus Nordrhein-Westfalen mit 325 Punkten vor Carmen Wilshusen aus Niedersachsen (321) und Beate Reichhardt aus Hessen (319). Mit 84 Teilnehmerinnen waren überdies 11 mehr als im Vorjahr angetreten, eine Rekordbeteiligung unter den Schützinnen. An der Kurzwaffe gewann Maximilian Kruppa aus Niedersachsen (197) vor seinem Landsmann Günter Heinbockel (196) und Martin Mingebach aus Hessen (194). Der erste Platz in der Mannschaftswertung Kurzwaffe ging an Niedersachsen.
"Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Event, weil mir der persönliche Kontakt zu unseren Mitgliedern sehr wichtig ist", sagt DJV-Präsidiumsmitglied Holger Bartels, der für den DJV die Bundesmeisterschaft bereits zum dritten Mal vor Ort begleitete. Auch DJV-Schießleiter Dr. Torsten Krüger zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. "Mit 690 gemeldeten Schützinnen und Schützen waren wir in diesem Jahr komplett ausgebucht. Das zeugt vor allem vom Leistungsbewusstsein in der Jägerschaft." Das hohe Niveau, auf dem man sich bewege, lasse sich gut daran ablesen, dass viele Wettkämpfe erst nach Stechen entschieden wurden. Dies sei bei der Flinten- und bei der Büchsenwertung der Fall gewesen. "Eine besondere Herausforderung waren die hohen Temperaturen, die den Schützen einiges an Konzentration und Kondition abverlangt haben", so Krüger. "Aber alle Teilnehmer haben einen kühlen Kopft bewahrt und mental sowie physisch Höchstleistungen gezeigt."
Die Bundesmeisterschaft 2017 findet in Garlstorf / Niedersachsen statt.
DJV: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolg auf der diesjährigen DJV-Bundesmeisterschaft! Zahlreiche Schützen erzielen im Training gute Ergebnisse, erreichen diese Leistungen jedoch nicht immer im Wettkampf. Wie haben Sie sich vorbereitet?
Schäfer: Ich nehme an möglichst vielen Wettkämpfen teil, um Erfahrung zu sammeln. Diese hilft mir, auch bei den letzten Wurfscheiben noch fokussiert zu bleiben und nicht in Hektik zu verfallen. Mein Ritual ist, vor dem Wettkampf auszuschlafen - nicht nur über zwei Tage, sondern über einen längeren Zeitraum - um körperlich und geistig belastbar zu sein.
Sie starten auch im sportlichen Schießen und sind kürzlich im Trap deutscher Meister geworden. Gibt es Unterschiede in der Vorbereitung zu den Wettbewerben im jagdlichen und sportlichen Schießen?
Nein, mein Rhythmus und meine Schießtechnik sind beim jagdlichen und sportlichen Schießen gleich. Beide Disziplinen schieße ich im jagdlichen Anschlag. Die Vorbereitung spielt sich im Kopf ab, dieser muss klar sein.
Sie haben zwei Wettkämpfe erfolgreich bestritten. Tauschen Sie die Wettkampfwaffen nun gegen die Drückjagdbüchse oder Flinte?
Ich tausche sie gegen die Drückjagdbüchse, denn meine Faszination ist die Schwarzwildbejagung. In meinem Waldrevier, in dem ich seit über 30 Jahren Pächter bin, habe ich leider keine Gelegenheit auf Flugwild zu jagen.
Wie sind Sie damals zur Jagd und zum Schießen gekommen?
Durch meinen Vater, welcher mich mit zur Jagd und auf den Schießstand genommen hat. Bereits mit neun Jahren habe ich begonnen, im Schützenverein mit einem Luftgewehr zu schießen.
Als Schütze sind sie im Wettkampf auf sich allein gestellt, wie wichtig ist Ihnen familiäre Unterstützung?
Leider konnte meine Frau nicht anwesend sein. Ihr möchte ich aber den Sieg widmen. Das familiäre Umfeld gibt mir die nötige Kraft, um mich auf die Wettkämpfe zu konzentrieren. Daher habe ich meine Frau auch zuerst über den Erfolg informiert. Wichtig ist, an sich und sein Talent zu glauben und auch eine persönliche Bindung zu seiner Waffe zu haben. So habe ich den Schaft meiner Waffe beispielsweise selbst geschnitzt.
Heute startet die DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen in Liebenau (Niedersachsen). Auf der viertägigen Veranstaltung nehmen knapp 700 Schützen in verschiedenen Disziplinen teil. In unterschiedlichen Klassen müssen sich die Schützen mit der Flinte, der Büchse und der Kurzwaffe nach den Regeln der DJV-Schießvorschrift beweisen.
Holger Bartels, Präsident der Landesjägerschaft Bremen eröffnete am Vormittag den Wettbewerb: "Ein verantwortungsvoller und sicherer Umgang mit der Waffe ist für uns Jägerinnen und Jäger eine Selbstverständlichkeit. Auf der Bundesmeisterschaft werden diese Fertigkeiten unter Beweis gestellt."
Der DJV richtet einmal jährlich eine DJV-Bundesmeisterschaft im jagdlichen Schießen aus, welche an wechselnden Standorten stattfindet. In den letzten Jahren hat sich die Teilnehmerzahl stetig erhöht.
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