Bis in dicht besiedelte Gebiete wagen sie sich vor: Wildschweine und von ihnen verursachte Schäden sind in einigen Berliner Gegenden kein seltener Anblick. Jetzt gibt es neue Hinweise auf ihre Herkunft.

Berliner Forscher sind der Herkunft von Wildschweinen in der Stadt ein Stück nähergekommen. Sie analysierten genetische Daten von knapp 390 Wildschweinen aus Berlin und Brandenburg, wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) am Montag mitteilte. Demnach sind drei Wildschweinpopulationen gewissermaßen in ihren Kiezen - den Stadtwäldern - verwurzelt und stehen für sich. Andere wiederum wagen sich aus Brandenburg in Teile der Innenstadt vor.

Die Studie ist im Fachblatt «Journal of Applied Ecology» erschienen. Dabei kooperierte das IZW den Angaben zufolge mit dem Landeslabor Berlin-Brandenburg und dem Naturkundemuseum Luxemburg.

Isolierte Populationen haben sich jeweils im Grunewald, im Tegeler Forst und im Köpenicker Forst entwickelt, wie Doktorandin Milena Stillfried erläuterte. Die dazu zählenden Wildschweine stammten von wenigen Gründertieren ab, hätten aber keinen Austausch mit Wildschweinen vom Land. Wie lange die Einwanderung der Gründertiere zurückliegt, sei unklar - «viele, viele Jahre», so Stillfried. Im Gegensatz dazu leben der Studie zufolge in Pankow im Berliner Norden Tiere, die mit Brandenburger Wildschweinen im Austausch stehen. 

Warum sich teilweise eigenständige Populationen entwickelt haben, ist nicht gänzlich geklärt. Vermutet wird eine einschränkende Wirkung von großen Straßen und Wasserläufen. Die Jahre der Berliner Teilung könnten einen Einfluss haben, kommen aber nicht als einzige Ursache in Frage, wie Stillfried sagte. Schließlich werde das Phänomen auch in Köpenick beobachtet - ein Areal, das nicht von der Mauer eingeschlossen war.

Wildschweine in der Stadt sind sehr anpassungsfähig, Scheu vorm Menschen haben sie kaum. Sie verursachen auf Nahrungssuche immer wieder Schäden in Gärten. In Berlin sind auch zahlreiche andere Wildtiere wie Füchse und Biber heimisch.

Das für Schweine tödliche ASP-Virus wandert in Polen westwärts. Der DJV bittet Reisende aus dem Ausland deshalb um besondere Vorsicht: Ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot kann ausreichen, die Tierseuche zu verbreiten. Kommunen sollen Wildschweinjagd in Deutschland erleichtern - etwa durch Verzicht auf Gebühr für Trichinenuntersuchung.

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) breitet sich weiter Richtung Deutschland aus: Vor wenigen Tagen veröffentlichte das nationale Referenzlabor für Tierseuchen, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), aktuelles Kartenmaterial, das für die erste Augusthälfte allein sechs neue Fälle bei Hausschweinen in Polen zeigt. Ein Fall liegt bereits 50 Kilometer weiter westlich als alle bisherigen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) sieht darin weiterhin ein hohes Einschleppungsrisiko der unheilbaren Krankheit, die Haus- und Wildschweine befällt. Leider steht gegen die verheerende Tierseuche kein Impfstoff zur Verfügung. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zu Vorbeugung und Bekämpfung eingesetzt werden. 

Notwendige Hygienemaßnahmen beachten

Karte zur Afrikanischen Schweinepest

Das ASP-Virus ist außerordentlich widerstandsfähig, ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot kann ausreichen, um die Seuche einzuschleppenFrisches, sogar gefrorenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch sowie Wurstwaren können über lange Zeit infektiös sein. Deshalb sollten Urlauber, Fernfahrer und andere Reisende aus dem Baltikum, Russland, Weißrussland oder der Ukraine Essensreste mit Haus- oder Wildschweinfleisch nur in fest verschlossenen Müllbehältern entsorgen. Auch Jagdtrophäen vom Wildschwein aus den betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen. Besondere Hygiene ist notwendig bei Gegenständen, die Kontakt zu Wildschweinblut hatten. Hierzu gehören unter anderem Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke. Schweinehalter sollten die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung beachten. Hierzu gehören laut Bundeslandwirtschaftsministerium der Zukauf von Schweinen aus Beständen mit einem gesicherten Tiergesundheitsstatus, die Abschottung des Bestandes und der Futterlager (Fahrsilos auf dem Feld) gegenüber Wildschweinen sowie die konsequente Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen unmittelbar nach jedem Transport.

Erleichterungen für die Wildschweinjagd gefordert

Wegen des milden Winters 2015/16 und der bevorstehenden üppigen Eichen- und Buchenmast rechnet der DJV mit überdurchschnittlich hohen Zuwachsraten bei Wildschweinen. Der DJV appelliert an Landwirte, Termine für die anstehende Maisernte mit den Jägern vor Ort rechtzeitig abzustimmen, damit die Erntejagd erfolgreich verläuft und Wildschweinbestände  ebenso wie das Infektionsrisiko effektiv reduziert werden können. Vor der Ernte eingebrachte Schneisen bieten zudem eine kurzfristige Bejagungsmöglichkeit. Mit dem Mais eingesäte Schneisen aus Wintergetreide oder Wildkräutern sind effektiver und über mehrere Monate nutzbar. Für die anstehende Hauptjagdsaison ab Oktober fordert der DJV die Kommunen bundesweit auf, dem Beispiel des Landkreises Potsdam-Mittelmark zu folgen und auf Gebühren für Trichinenproben von Frischlingen zu verzichten, um Anreize für deren Bejagung zu schaffen. Frischlingsbachen tragen mit knapp 50 Prozent zum Nachwuchs in der Rotte bei. Derzeit können Wildschweine aufgrund der günstigen Nahrungs- und Klimabedingungen ihren Bestand jährlich vervierfachen. Zudem fordert der DJV die Aussetzung einer generellen Jagdruhe in Schutzgebieten um bundesweit eine großflächige Wildschweinbejagung zu ermöglichen. Darüber hinaus könnten Kommunen Jagdpächter bei der Warnbeschilderung entlang von Straßen für die anstehenden Bewegungsjagden unterstützen. 

Jäger sollen Auffälligkeiten umgehend melden

Jäger sollten in der anstehen Hauptjagdsaison verstärkt auf verhaltensauffällige Wildschweine oder vermehrte Totfunde achten und umgehend dem zuständigen Veterinäramt melden. Laut FLI führt die ASP-Infektion bei europäischem Schwarzwild zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen etwa innerhalb einer Woche zum Tod des Tieres. Beim Aufbrechen sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

Die neue Verbreitungskarte der ASP gibt es hier: 

FLI-Kartenmaterial

 

Weiterführende Infos:

Hinweise des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Hinweise des Friedrich-Loeffler-Instituts

Angesichts der drohenden Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest liegt die Schwarzwildbejagung im öffentlichen Interesse. Damit ist die Voraussetzung zur Gebührenbefreiung erfüllt. Hierzu muss gemeinsam mit der Probe ein Antrag eingereicht werden.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das Parlament das Ministerium für Verbraucherschutz aufgefordert, die Landkreise bei der kostengünstigen und unbürokratischen Organisation der Trichinenuntersuchung zu unterstützen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die Behörden auf „Antrag des Gebührenschuldners“ die Gebühren erlassen können, sofern dies im öffentlichen Interesse liegt. Hohe Schwarzwildbestände können die Ausbreitung der Seuche befördern. Das Parlament erkannte an, dass die Reduktion der Wildschweinbestände eine Maßnahme zur Seuchenprävention ist. Die Unterstützung der Bejagung und somit auch der Erlass der Gebühr liegen daher eindeutig im öffentlichen Interesse.

„Wir empfehlen allen Jägerinnen und Jägern, gemeinsam mit der Trichinenprobe einen Antrag auf Gebührenbefreiung einzureichen“, sagt Dr. Wolfgang Bethe, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB). Einen Musterantrag stellt der Verband auf seiner Homepage und auf Anfrage zur Verfügung. Derzeit müssen Jägerinnen und Jäger teilweise über 50 km fahren, um ihre Probe bei einer Annahmestelle abzugeben. Fahrtkosten und Gebühr übersteigen so den Ertrag aus dem Wildbretverkauf kleiner Wildschweine (Frischlinge) deutlich. Gerade die müssen aber besonders intensiv bejagt werden, um die Bestände zu kontrollieren. „Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Schwarzwildbejagung intensiviert werden muss. Dann brauchen wir Jäger aber auch die notwendige Unterstützung“, sagt Dr. Bethe. „Es kann nicht sein, dass ein Jäger für einen erlegten Frischling draufzahlt.“

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende Virusinfektion, die Haus- und Wildschweine befällt. Die Krankheit tritt derzeit in Russland, der Ukraine, in Weißrussland, Polen, Litauen und Lettland, wie aus der Dokumentation des Friedrich-Loeffler-Instituts hervorgeht. Das Virus wird direkt von Tier zu Tier oder indirekt, beispielsweise über Fleisch- bzw. Wurstwaren, übertragen und kann somit von einem Tag auf den anderen auch in Brandenburg auftreten. Der Ausbruch der ASP hätte massive wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft und die nachgelagerte Verarbeitungsindustrie. Der aggressiven Krankheit fallen fast 100 % der betroffenen Bestände zum Opfer. Eine Impfung ist nicht möglich. Nach Einschleppung der ASP kann eine erfolgversprechende Bekämpfung nur durch Tötung infizierter und ansteckungsverdächtiger Tiere erfolgen.

Weihnachten mal vegetarisch - aus ethischen Gründen, um die Umwelt zu schonen und um nachhaltig zu sein? Jäger empfehlen stattdessen heimisches Wildfleisch.

Direkt aus der Region, ohne Zusatzstoffe sowie hochwertig in Qualität und Geschmack. Das sind Kriterien, mit denen sich ernährungsbewusste Menschen anfreunden können. Die gute Nachricht ist: Wildfleisch hat das ganze Jahr Saison. Die noch bessere Nachricht: Jetzt ist Hochsaison. Weil das immer mehr Verbraucher wissen, rät der Deutsche Jagdverband (DJV), sich den Weihnachtsbraten jetzt zu sichern.

Pressegrafik WildfavoritenEtwa 24.400 Tonnen heimisches Wildbret von Wildschwein, Hirsch und Reh haben die Deutschen in der Jagdsaison 2014/2015 verspeist (1. April 2014 bis 31. März 2015). Mit 12.300 Tonnen ist Fleisch vom Wildschwein am begehrtesten. Dazu kamen 395.000 Wildenten, 114.000 Fasanen, mehr als 236.000 Hasen und 241.000 Wildkaninchen, die ebenfalls auf dem Teller landeten. Das geht aus einer aktuellen DJV-Statistik hervor.

Dass Wildfleisch leicht, schnell und modern in der Zubereitung ist, zeigen Rezepte auf der Internetseite www.wild-auf-wild.de. Hier finden Interessierte auch den nächsten Jäger oder Wildbretanbieter über die Postleitzahl-Suche. Auf der Internationalen Grünen Woche Berlin vom 15. bis 24. Januar 2016 zeigen Köche am Stand des Deutschen Jagdverbandes in Halle 4.2, wie sich Wild einfach und lecker zubereiten lässt. 

Das DJV-Video "Keule von der wilden Sau" zeigt die einfache Zubereitung eines Wildschweinbratens. Angaben zu Gewürzen, Temperatur und Garzeit werden im Video eingeblendet.

"Zuerst war da die Event-Idee, dann kam der mobile Burger-Truck und jetzt das erste eigene Restaurant". Mit „Hirsch&Eber“ erschließen sich vier Brüder aus Holstein eine Nische auf dem hart umkämpften Berliner Burger-Markt. Ihr Rezept? Wildbret und regionale Bio-Produkte.

DJV: Wie sind Sie auf die Wildbret-Idee gekommen?

Ahrens: Wir kommen aus einem Jägerhaushalt und haben im Laufe unserer Kindheit viel Wild gegessen. Da wir in einer großen Familie mit rund 20 Leuten groß geworden sind, reichten am Weihnachtstisch auch zwei Gänse nicht mehr. Also kamen zwei Damwildkeulen in den Ofen. Die Tiefkühltruhe in meiner Familie war immer voll.

Gab es in Ihrer Familie auch Burger?

Von ZuhausJasper Ahrense kennen wir die klassischen Wild-Varianten mit Bohnen im Speckmantel und aufgeschnittener Birne mit Preiselbeere. Aber wir dachten uns: Eigentlich müsste man das Thema anders angehen. Besonders vor dem Hintergrund der aktuell gesellschaftlichen Diskussion um Nachhaltigkeit, Tierwohl und Fleisch. Moderner kochen, Wild salonfähig machen.

Wo kommt ihr her?

Aus der Nähe von Kiel „Gut Knoop“, das schönste klassizistische Herrenhaus Norddeutschlands. Das ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der dem Bruder meines Vaters gehört. Dort sind wir zwar geboren, aber wir sind umgezogen und in England groß geworden. Unser Vater lebt jetzt in Niedersachsen auf einem Hof und er ist immer noch leidenschaftlicher Jäger.

Die Verfügbarkeit von Wildbret orientiert sich ja stark an Jagd- und Schonzeiten. Wie gewährleistet ihr die rundum Versorgung, etwa von Februar bis Mai?

Wildschwein ist unser Hauptprodukt, daher sind Schonzeiten nicht die große Herausforderung. Unser Problem sind eher die Monate Juli bis September, dann sind die Schweine in den Maisfeldern verschwunden und können nicht geschossen werden. Wir müssen mit unserem Produkt auch anders umgehen, als unsere Konkurrenten mit normalem Fleisch. Während die im Großmarkt nachbestellen, wenn sie abends merken, dass es für den nächsten Morgen nicht mehr reicht, müssen wir 12 Monate im Voraus bestellen.

Sie machen jetzt die Bestellung für das gesamte nächste Jahr?

Genau, wir kaufen alles, was jetzt anfällt und ab Februar greifen wir dann auf Gefriergut zurück. Richtig los geht’s ja dann erst wieder ab September.

Warum weichen Sie nicht auf andere Wildarten aus, ab Mai zum Beispiel auf Rehwild?

Für den Burger ist das problematisch: Nehmen wir reines Rehwild, hat das Wildbret mit zwei bis vier Prozent zu wenig Fettanteil. Der normale Burger hat etwa um die 20 Prozent Fettanteil. Beim Wildschwein reichen 15 Prozent, weil das Fleisch würziger ist und Fett nicht als Geschmacksträger braucht. Beim Reh-Burger muss man Fett zumischen. Die meisten machen das über Hausschwein oder Rindertalg, weil die Qualitätssicherung bei reinem Wildschweinfett schwierig ist. Da wir aber nicht mit Zuchttieren arbeiten wollen, müssten wir die Qualität sicher stellen. Dafür suchen wir noch eine Lösung.

Wo kaufen Sie ein?

Wir haben nicht einen Lieferanten, sondern mehrere und gehen somit ein relativ kompliziertes Gebilde ein, um Engpässe auszuschließen. Wir haben große Tiefkühllager bei unseren Lieferanten und lagern selbst auch eine dreiviertel Tonne. Die Händler kommen aus Brandenburg und aus dem Wendland.

Wer macht die Burger-Patties? 

Das ist unterschiedlich. Am Anfang haben wir alles selbst gemacht. Jetzt bekommen wir die Burger-Patties entweder direkt vom Händler oder von einem Verarbeiter tiefgefroren geliefert.

Wie sieht es mit den Zutaten aus? Sind die auch regional?

Es ist alles regional – bis auf die Jalapenos. Unser Lieferant ist Terra Naturkost, von denen bekommen wir alle Zutaten und die sind regional. Der Bäcker ist hier um die Ecke. Auch bei den Getränken versuchen wir regional zu sein; das Bier kommt aus einer kleinen Brauerei aus Berlin, der Korn aus Ostholstein, der Vodka aus Hamburg, das Weiteste ist der Gin, der kommt aus München.

Vervollständigen Sie mal bitte diesen Satz:Inmitten der Vegan-Welle ein Wild-Burger-Restaurant zu eröffnen, ist ...

… kein Widerspruch. Eigentlich müsste es heißen: 'Inmitten des Epizentrums der Vegan-Welle im Prenzlauer Berg ein Wild-Burger-Restaurant zu eröffnen'. Ich bleibe dabei: Es ist kein Widerspruch. Wir haben ja auch vegetarische Varianten. Und Vegetarier oder Veganer ernähren sich ja so aus ethisch moralischen Gründen, was nachvollziehbar ist. Wir haben echt viel Kundschaft, die sagt „eigentlich esse ich überhaupt kein Fleisch mehr, aber bei Wild mache ich eine Ausnahme“. Das ist eine interessante Entwicklung. Ich kenne das aus der Kindheit, dass man in der Schule nicht unbedingt erzählt hat, dass der Vater Jäger ist. Man wurde leicht gehänselt. Aber ich glaube, das Bild hat sich mit dem Bewusstsein für Fleisch stark geändert. Diejenigen, die einen früher gehänselt haben, sind diejenigen, die heute unsere Burger essen.“

Das Beste, was uns passieren könnte, ist...

… dass der Laden so gut angenommen wird, dass der zweite geplante Laden schnell eröffnet werden kann.

Wo könnte der kommen?

Charlottenburg? Nein, im Ernst. Im Moment bekommen wir so viele Anfragen, dass wir einen Stop einziehen mussten. Wir mussten auch Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern absagen. Wir sind ausgebucht bis zum Ende des Jahres. Auf Events sind wir immer die Exoten, deshalb kommen die Leute. Wenn wir auf einem Food-Festival unseren Burger-Truck aufstellen, dann sind wir diejenigen mit dem meisten Umsatz. Was wir nicht wissen ist, ob die Idee auch im Alltag funktioniert.

Noch die letzte für Jäger sehr naheliegende Frage: Ihr heißt Hirsch & Eber. Warum nicht Keiler?

Wir wollen die Tür zum Mainstream aufmachen. Deshalb hängen hier auch keine Trophäen. Ich glaube, wir würden uns selbst ein Kundensegment nehmen. Viele wissen auch nicht, was ein Keiler ist. Wenn man jemanden fragt, der jünger ist als 20, dann weiß der das nicht. In vielen Szenegastronomien werden zwar Trophäen aufgehängt, aber dort wird kein Wild angeboten. Würden wir das machen, wäre die Verbindung viel zu direkt.  

Die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter feiert zehnjähriges Bestehen.

Die Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter feiert zehnjähriges Bestehen. Gegründet hat sich das Expertengremium in Brandenburg. Inzwischen gibt es bundesweit 16 Gatter in acht Bundesländern für die Ausbildung von Jagdhunden zur Wildschweinjagd. Knapp 22.000 Hunde haben die Ausbildung zum Wildschweinjäger bereits absolviert. "Die Hunde müssen lernen, Wildschweine schnell aufzufinden, sie aus dem Gestrüpp zu treiben und dennoch einen respektablen Abstand einzuhalten", sagt Prof. Dr. Wunderlich, Vorsitzender der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter. Oberstes Ziel der Ausbildung sei es, eine tierschutzgerechte Wildschweinjagd zu gewährleisten. Der Deutsche Jagdverband begrüßt die praxisnahe und kompetente Jagdhundeausbildung in den Gattern.

Ähnlich einem Freigehege leben in den Gattern zahme, von Hand aufgezogene Wildschweine. Großzügiger Auslauf, Ruhezonen und viel naturnahe Vegetation sind Grundlage einer artgerechten Haltung. Gattermeister vor Ort bestimmen den Übungfsablauf  und achten auf eine möglichst stressfreie Ausbildung. So darf beispielsweise nur ein Hund für maximal 15 Minuten pro Praxiseinheit zu den handzahmen Wildschweinen  ins Gatter. Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben gezeigt, dass die Stresswerte im Speichel der eingesetzten Wildschweine vor und nach einer Übungen nicht signifikant abweichen.

Gut ausgebildete Jagdhunde werden immer wichtiger für die Jagd auf Wildschweine, insbesondere bei sogenannten Bewegungsjagden im Winterhalbjahr: Jährlich wächst deren Bestand um bis zu 300 Prozent. Sie profitieren europaweit von den immer milderen Wintern und dem vermehrten Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps. Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, in städtischen Vorgärten oder in Naturschutzgebieten sind die Folge. 

Österreichische Wissenschaftler werten Daten aus 12 Ländern und 150 Jahren aus

Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen eindeutig nachzuweisen, dass Wildschweine sogar über Klimazonen hinweg von immer milderen Wintern profitieren.  Diese seien europaweit Hauptursache für den Anstieg der Wildschweinbestände, so die Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien. In kälteren Regionen Europas sei der Einfluss des Klimawandels und der damit milderen Winter auf das Anwachsen der Wildschweinpopulation größer als in wärmeren Regionen, so die Forscher. Selbst überdurchschnittlich kalte Winter, die sporadisch auftauchen, hätten kaum mehr negative Effekte auf die Population. Dies liege nach Angaben der Experten des universitätseigenen Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie an ausreichend vorhandener natürlicher Nahrung durch Bucheckern. Sogenannte Mastjahre mit besonders ergiebiger Samenproduktion hätten seit den 1980er Jahren in ihrer Häufigkeit deutlich zugenommen. Die Wissenschaftler haben für ihre Studie Jagdstatistiken aus 150 Jahren für 69 Regionen aus 12 europäischen Ländern ausgewertet. Ihre Schlussfolgerung: Der Klimawandel beeinflusse die Populationsentwicklung direkt, indem die Flaschenhalsfunktion von kalten Wintern auf Überleben und Reproduktion bei Wildschweinen nahezu gänzlich fehle. Indirekt sorge der Klimawandel darüber hinaus für immer mehr Futter: Buchen produzieren immer häufiger große Mengen energiereicher Samen. Bucheckern aber auch Eicheln sind dann vom Herbst bis zum folgenden Frühjahr verfügbar. Heranwachsende Wildschweine können so selbst harte Winter überleben und erwachsene Tiere können Energiereserven anlegen für die Fortpflanzung, folgern die Forscher.

Wildschweine sind laut Wissenschaftlern anpassungsfähige Generalisten und können deshalb besonders gut vom Klimawandel profitieren - anders als Rehe, die zu den Spezialisten zählen. Weibliche Wildschweine (Bachen) bekommen beispielsweise durchschnittlich 5 Junge pro Wurf, der Zeitpunkt der Geburt ist im Jahresverlauf flexibel mit Schwerpunkt im Frühjahr. Zudem können Wildschweine bei guter Nahrungsgrundlage bereits im Geburtsjahr geschlechtsreif werden und erreichen ein Alter von bis zu 12 Jahren. Zum Vergleich: Rehe gebären nur 1 bis 2 Kitze in einem engen, gleichbleibenden Zeitfenster im späten Frühjahr. Die Geschlechtsreife bei Rehen tritt erst im zweiten Lebensjahr ein.

Anbauflächen Mais und Raps in Deutschland seit 1960 Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat bereits mehrfach auf den Zusammenhang von Klimawandel und Anstieg der Wildschweinpopulation hingewiesen. Europaweit ist das Wildschwein auf dem Vormarsch und besiedelt inzwischen sogar kältere Bergregionen in Österreich und in der Schweiz. Mit Dänemark und Schweden hat der anpassungsfähige Allesfresser auch Nordeuropa erobert. Durch Jagd lässt sich das Anwachsen der Population zwar auf regionaler Ebene effektiv eindämmen, eine weitere Ausbreitung des Wildschweins kann jedoch nicht verhindert werden. Unter anderem deshalb, weil der Mensch die Kulturlandschaft in den vergangenen 30 Jahren massiv umgestaltet hat. So stieg die Anbaufläche von Raps und Mais in diesem Zeitraum um das 26-fache, der Ertrag pro Fläche - und damit die verfügbare Wildschweinnahrung - hat sich auf deutschen Feldern nahezu verdreifacht. Zudem sorgt der derzeit laufende Umbau zu naturnahen Wäldern mit hohem Buchenanteil in den nächsten Jahrzehnten großflächig für weitere Nahrung.

Anlässlich der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) von Russland bis in die Europäische Union fordert der DJV von der Politik weitere Anreize für die Bejagung von Wildschweinen in Deutschland, etwa den Erlass der Gebühren für Trichinenproben bei Frischlingen. Sie sind mit über 50 Prozent an der Reproduktion beteiligt.

 

Zur wissenschaftliche Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

 

Sachsenforst und der Landesjagdverband Sachsen eröffnen erstes Schwarzwildgroßgatter zur Jagdhundeausbildung in Sachsen

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat heute sein neu errichtetes Schwarzwildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den Landesjagdverband Sachsen übergeben. Dieser wird das Schwarzwildgatter künftig betreiben und den reibungslosen und tierschutzgerechten Ablauf der Jagdhundeausbildung am wehrhaften Wild garan-tieren.

Die Schwarzwildstrecke liegt in Sachsen seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Im Jagdjahr 2015 wurden landesweit etwa 27.000 Schwarzkittel erlegt. Gleichzeitig steigen die Schäden, die die Landnutzer, allen voran die Landwirte, aber auch Waldbesitzer, zu tragen haben, stetig. Eine wirksame Reduktion der Schwarzwildbestände konnte trotz intensiver jagdlicher Bemühungen noch nicht erreicht werden. Weil die Ursachen hierfür komplex sind, müssen alle Beteiligten gemeinsam handeln: „Es liegt in unserer Verantwortung als Jäger und Flächen-verwalter, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Revierübergreifenden, gut orga-nisierten Drückjagden fällt dabei eine Schlüsselrolle zu“ so Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.

Als wichtiger Handlungsschritt erfolgte bereits im Juni 2014 die Unterzeichnung der „Freiberger Erklärung“. Neben Sachsenforst unterzeichneten das gemeinsame Grundsatzpapier der Landesjagdverband Sachsen, der Sächsische Landesbauernverband, der Sächsische Waldbesitzerverband sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitze. Die intensivere Durchführung von Drückjagden ist ein wesentliches Standbein dieses Konzeptes, der Einsatz von gut ausgebildeten, früh an die Schwarzwildjagd gewöhnten Hunden die unerlässliche Grundlage desselben. Der Erfolg der Drückjagden basiert zum Wesentlichen darauf, dass speziell ausgebildete Jagdhunde die Wildschweine beunruhigen, so dass diese ihre Einstände und Dickungen verlassen. Die Jäger können dann von einem Hochstand aus das Schwarzwild sicher ansprechen und erlegen. Eine effektive und tierschutzgerechte Wildschweinbejagung ist ohne die vierbeinigen Jagdhelfer kaum möglich.

„Im Forstbezirk Leipzig, in dem das Schwarzwildgatter liegt, werden jährlich bis zu 80 % der gesamten Jahresstrecke an Schwarzwild auf den herbstlichen Drückjag-den erlegt. Das unterstreicht die Bedeutung gut ausgebildeter Stöberhunde für die Jagd“, so Forstdirektor Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig.

Junge Jagdhunde sammeln im Schwarzwildgatter Erfahrungen mit den Wildschweinen und ler-nen deren Wehrhaftigkeit kennen. Der Hundeführer hat die Möglichkeit, das Verhalten seines Hundes anzupassen, um sowohl den Hund, als auch das Schwarzwild vor Verletzungen zu schützen. Dieser Ausbildungsprozess ist notwendig und kann in einem Schwarzwildgatter unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden.

Dr. Gert Dittrich, Präsident des Sächsischen Landesjagdverbandes freut sich: „Das Schwarz-wildgatter schließt eine bedeutende Lücke bei der qualifizierten Ausbildung von brauchbaren Jagdhunden in Sachsen. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Bisher mussten sächsische Hundeführer zur Ausbildung ihrer Vierbeiner in benachbarte Bundesländer reisen.

Die Freiberger Erklärung ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.smul.sachsen.de/sbs/download/mismul_140630_Jagd_Schwarzwild.pdf

Weitere Informationen finden Sie unter www.sachsenforst.de.

Zum Ausklang der Grillsaison empfiehlt der DJV Wildbratwurst. Ob vom Hirsch oder Wildschwein: Einfach zubereitet, schnell gegrillt und ein kulinarisches Highlight!

Der Spätsommer zeigt sich von seiner besten Seite. Der Deutsche Jagdverband empfiehlt zum Ausklang der Grillsaison Wildbratwürstchen als kulinarischen Hochgenuss. Wildprodukte sind eine leckere Alternative zu herkömmlichen Wurstwaren, die es beim Jäger, Feinkosthändler oder beim Fleischer des Vertrauens zu kaufen gibt (Anbietersuche).

Für Wildbratwürste eignet sich besonders das Fleisch von Wildschwein, Rot- und Damhirsch. Würste aus Wildfleisch lassen sich einfach zubereiten und bieten ein besonderes Geschmackserlebnis für Gäste. Vakumiert und tiefgefroren sind sie für mehrere Monate haltbar und stets griffbereit. Wenn das Wetter passt, das Grillgut ein bis zwei Stunden vor der Zubereitung aus dem Eisfach nehmen und bei Zimmertemperatur auftauen lassen. 

Natürlich lassen sich Wildbratwürste auch selbst herstellen, der individuellen Kombination von Gewürzen sind dann keine Grenzen gesetzt. Nachfolgend ein Rezept für grobe Hirschbratwürste. Tipp: Verwenden Sie für das Befüllen Naturdärme, diese nehmen das Grill-Aroma besser auf. Sollte keine Wurstfüllmaschine vorhanden sein, übernehmen Metzger auf Nachfrage die Herstellung.


Grillwurst "Platzhirsch"Rotwildbratwurst

2 Kilogramm Rotwildfleisch

500 Gramm Speck (z.Bsp.: Wildschweinspeck)

40 Gramm Salz

4 gehackte Knoblauchzehen

                                                             1 1/2 Esslöffel schwarzer Pfeffer

                                                             2 Teelöffel Majoran

  1. Fleisch und Speck zerkleinern und kurz im Tiefkühlschrank anfrieren.
  2. Speck und Fleisch vermischen und durch den Fleischwolf mahlen.
  3. Gewürze hinzugeben und gut vermengen.

Hepatitis E (HEV) ist eine Form der Leberentzündung beim Menschen, die durch orale Aufnahme von mit Viren kontaminierten Wasser oder Fleisch verursacht wird.

Da diese Leberentzündung häufig in Südasien, Westafrika und Mittelamerika auftritt, galt sie bisher in Deutschland als reiseassoziierte Infektion. In den letzten Jahren zeigen aber wissenschaftliche Befunde, dass  Hepatitis E sowohl beim Haus- und Wildschwein auftritt und durch den Konsum von Rohfleischprodukten eine Infektionsgefahr besteht. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 106 HEV infizierte Menschen gemeldet, 2014 waren es schon 670 Fälle.

Im Normalfall hat eine Infektion mit Hepatitis E-Viren einen akuten Verlauf und heilt ohne Folgen aus. Meist werden keine Symptome sichtbar, manche Patienten leiden an Müdigkeit, Fieber, Oberbauchschmerzen, Gelbsucht; in Einzelfällen treten auch neurologische Beschwerden auf.

Problematisch kann eine Infektion für chronisch Leberkranke und Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel werden; bei Letztgenannten beträgt aus bisher unbekannten Gründen die durchschnittliche Todesrate sogar 25%. Bei immungeschwächten Personen (z.B. Dialyse- und AIDS-Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für chronische Verläufe. Eine Chronifizierung der Leberentzündung kann lebensbedrohlich sein.

In verschiedenen Regionen Deutschlands wurde HEV sowohl in Hausschwein- als auch Wildschweinbeständen nachgewiesen. Daher birgt der Konsum von Rohfleischprodukten ein Infektionsrisiko. Um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, sollten beim Aufbrechen und Zerwirken Einweghandschuhe benützt werden.

 

Weitere Infos unter:

www.bfr.bund.de

 

 

Schwarzwild abonnieren