Kind angeschossen - Jagdunfall?

16. Juli 2018 (DPA) Großsaara
In Thüringen ist am Sonnabend ein sechsjähriges Mädchen angeschossen und schwer verletzt worden. Im nahe gelegenen Wald fand zur gleichen Zeit eine Jagd statt. Die Polizei ermittelt nun gegen sieben t...

Gemeinsam gegen Wildunfälle

22. Januar 2018 (DJV) Berlin
DJV fordert bessere Finanzierung des Bundesprogramms Wiedervernetzung und ruft Verkehrsteilnehmer auf, Wildunfälle aktiv im Tierfund-Kataster einzutragen.  

Alle zweieinhalb Minuten passiert ein Wildunfall in Deutschland. Nasses Herbstwetter, Maisernte und Zeitumstellung erhöhen das Risiko in den kommenden Wochen. Der Berufsverkehr fällt in die Morgendämmerung, besondere Aufmerksamkeit ist geboten.

Am Sonntag in einer Woche beginnt die Winterzeit und Menschen können eine Stunde länger schlafen. Wildtiere allerdings orientieren sich am Tageslicht und kennen diesen Wechsel nicht: Während sie vortags die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch. Die Maisernte im Oktober erhöht das Wildunfallrisiko zusätzlich, da besonders aufgeschreckte Wildschweine auch tagsüber unvermittelt die Straße queren können. Weitere Gefahrenquelle für Verkehrsteilnehmer im Herbst: das wechselhafte Wetter mit Laub und Schmutz auf nassen Straßen. Autofahrer sollten deshalb besonders an unübersichtlichen Feld- und Waldrändern mit Wild rechnen und die Geschwindigkeit anpassen, rät der Deutsche Jagdverband (DJV). Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte der Fahrer kontrolliert bremsen, abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die der Menschen, das Fernlicht blendet und macht orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten. Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Autofahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver erhöht das Unfallrisiko, besonders wenn das Auto in den Gegenverkehr gerät oder am Baum endet.

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen. Das tote Tier kann mit Handschuhen von der Fahrbahn gezogen werden, um die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu senken. Lebt das Wild noch, sollten sich Menschen nicht nähern, da ein Verletzungsrisiko besteht und das Tier in Todesangst gerät. Im Interesse des Tierschutzes ist es laut DJV Pflicht, die Polizei anzurufen, selbst dann, wenn das Tier geflüchtet ist. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann. Die Polizei oder der Jäger stellt vor Ort eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung dient. Eine Teilkasko übernimmt sämtliche Schäden, die durch Haarwild verursacht werden. Wenn Federwild die Windschutzscheibe beschädigt, übernimmt die Teilkasko auch diese Kosten. Bei Kollisionen mit Kühen oder Pferden zahlt die Versicherung übrigens nicht.

 

Wie kann ein Wildunfall verhindert werden?

  • Reduzierte Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder
  • Besonders gefährlich sind neue Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.
  • Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen
  • Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.

 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen
  • Aufgrund der Infektionsgefahr niemals tote Tiere ohne Handschuhe anfassen. Abstand halten zu lebenden Tieren
  • Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
  • Einem geflüchteten Tier nicht folgen, in der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.
  • Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

Aus Wald oder Weltall? Besuch im Kornfeld

12. Juli 2017 (djv) Berlin
Mancher wundert sich zur Zeit über rätselhafte Muster im Kornfeld. Der DJV gibt Entwarnung: Nicht Außerirdische verursachen die kreisrunden Naturphänomene, sondern liebestolle Rehe während der Paarung...

Wildunfälle reduzieren - jeder kann mithelfen

21. Oktober 2016 (DJV) Berlin
Laut DJV-Wildunfallstatistik kollidiert etwa alle 2,5 Minuten ein Wildtier mit einem Auto. Doch 90 Prozent der Unfälle werden nicht statistisch erfasst. Unfallschwerpunkte lassen sich daher nur schwer...

Achtung, Zeitumstellung!

18. März 2016 (djv) Berlin
In der Nacht auf Sonntag, den 27. März, werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Eine Stunde, die zwischen Aktivitäts- und Ruhephase zahlreicher Wildtiere entscheidet.  
Unfall abonnieren