Die Natur ist uninteressant, das Landleben langweilig, die Jagd überflüssig und Bäume fällen schlecht für den Wald – diese Vorurteile über Ansichten der „Generation Selfie“ müssen dringend revidiert werden. Denn die neue Studie „Fokus Natur­bildung“ zeichnet ein ganz anderes Bild.

Kinder und Jugendliche fühlen sich wohl in der Natur, finden es spannend, sie auf eigene Faust zu entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger. Allerdings kennen sie deren Aufgaben kaum, ebenso wenig wie die eigenen Möglichkeiten, Naturschutz zu betreiben. Außerschulische Lernangebote stellen eine große Chance dar, dies zu ändern.

Vor allem Freiheit (74 %) und Abenteuer (71 %), aber auch Stille (53 %) und Gesundheit (42 %) ver­binden junge Menschen mit Natur. Dort suchen sie Spaß und Action sowie einen Ausgleich zum Schulalltag (je 74 %). Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Fokus Naturbildung“. Auftraggeber waren der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV), der i.m.a – information.medien.agrar e.V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (SDW).

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.

Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd sogar als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

Ziel der Kampagne für Nachwuchskräfte beim Zoll solle es sein, mit Vorurteilen zu brechen, erklärte der Präsident der Generalzolldirektion, Uwe Schröder: „Wir wollen vor allem zeigen, wie facettenreich und spannend unser Beruf ist und mit Klischees aufräumen [...]“. Das ging mit dem Plakat zur Werbung für Nachwuchskräfte völlig daneben, weil eben Jagdgegner-Klischees bedient werden, meinte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe: „Deutschlands Jäger halten sich an Gesetze, wenn es um Jagdtourismus und Einfuhr von Trophäen geht. Es gilt eine Null-Toleranz-Politik: Sollten Jäger im Ausnahmefall gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen, dann können sie nicht auf Verständnis bei der organisierten Jägerschaft hoffen“. Der Bundesfinanzminister wäre gut beraten, das Werbemotiv einzustampfen, so die Meinung von DJV und CIC. 

Karolin Klar hat Anfang Juli ihren ersten internationalen Wettkampf im jagdlichen Schießen absolviert. Bei der Europameisterschaft in Ungarn hat sie den 4. Platz erreicht. Die 27-Jährige aus Tecklenburg (Nordrhein-Westfalen) spricht mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) über Ihre Erlebnisse.

DJV: Wie haben Sie die Siegerehrung bei der Europameisterschaft erlebt?

Karolin Klar: Ich war sehr aufgeregt! Die Ergebnisse kamen erst nach und nach rein. Als klar war, dass es der 4. Platz geworden ist, war ich super glücklich. Ich freue mich, dass ich mein Potenzial in diesem starken Starterfeld zeigen konnte. Die Stimmung war sehr gut, ich habe mich auch sehr über die Erfolge der anderen Damen gefreut. Vor allem natürlich auch über unsere Gold- und Bronzegewinner der Veteranenklasse. Die Leistung aller deutschen Schützen ist hoch anzuerkennen.

Also ist der 4. Platz ein Erfolg für Sie oder schwingt auch etwas Wehmut über den knapp verpassten Podiumsplatz mit?

Der 4. Platz ist eine super Leistung! Trotz des heißen Wetters - es war bis zu 36 Grad Celsius warm - konnte ich mein Ziel, die 700-Punkte-Marke zu knacken, erreichen. Bei solcher Hitze und Anspannung bei so einem Wettkampf muss man die Nerven behalten. Ich denke, das ist mir gut gelungen. Bei den Wurfscheiben habe ich im Schnitt 20 von 25 möglichen geschossen, das war klasse!

Die Europameisterschaft war Ihr erster internationaler Wettkampf. Ist das aufregender als ein Wettkampf in der Heimat?

Auf jeden Fall! Zumal auf europäischen Wettkämpfen ja andere Disziplinen, wie der Compak-Parcours oder die Gams am Pirschstock geschossen werden. Das macht mir riesigen Spaß – darauf habe ich mich richtig gefreut. Zu den Kugelbahnen ging es dann auch mal landestypisch mit der Pferdekutsche. Außerdem war ich sehr glücklich darüber, von zwei teilnehmenden Freunden aus Hamburg und der Lüneburger Heide nach Ungarn begleitet zu werden. Die haben sich toll um mich gekümmert, sodass ich mich voll und ganz auf das Schießen konzentrieren konnte.

Karolin Klar Schießstand EMWie haben Sie das Land und die Menschen dort erlebt?

Die Menschen in Ungarn sind sehr gastfreundlich. Ich war schon des Öfteren dort zur Jagd und habe immer wieder nette Menschen kennengelernt. Für mich persönlich ist es wichtig, sich in einem anderen Land auch auf Kultur und Leute einzulassen, um neue Eindrücke zu gewinnen. Das gilt auch für das Essen: Wir haben einige lokale Spezialitäten probiert und waren rundum zufrieden. Es war eine tolle Zeit in Ungarn.

Wie sieht der Alltag einer Jagd-Schützin aus, welchen Stellenwert nimmt die Jagd in Ihrem Leben ein?

Die Jagd hat einen besonderen Stellenwert für mich. Ich habe diese Leidenschaft mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeite bei der Waffen Rolf Schönlein GmbH in Ibbenbüren. Ich bin also täglich mit dem Thema beschäftigt. Das Training versuche ich so oft wie möglich zu absolvieren, meistens am Wochenende. Darüber hinaus sehe ich aber auch die Wettkämpfe als Trainingseinheiten und versuche mich stets zu verbessern. Dabei gilt mein persönlicher Dank Rolf Schönlein und Mark Ganske, aber auch allen anderen, die für mich da sind und mich unterstützen.

Wie geht es für Sie weiter? Wann steht der nächste Wettkampf an?

Derzeit trete ich als Einzel-Schützin und mit der Damenmannschaft Warendorf bei der Landesmeisterschaft von Nordrhein-Westfalen an. Im September folgt die Bundesmeisterschaft in Garlstorf. Ich bin optimistisch im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen.

 

Die Europameisterschaft im jagdlichen Schießen
Der Wettkampf findet ein Mal pro Jahr statt. Die Ausrichter-Länder wechseln dabei. In den vergangenen Jahren waren Slowenien (2016) und Tschechien (2015) Gastgeber. Neben den klassischen Disziplinen gibt es zusätzliche wie Gams am Pirschstock, Keiler laufend von links nach rechts und den Compak-Parcours im Wurfscheibenschießen. Insgesamt können maximal 800 Punkte erreicht werden. Die Ergebnisliste der Europameisterschaft 2017 finden Sie hier.

 

Bei der Europameisterschaft im ungarischen Sarlospuszta wurde DJV-Schütze Egon Marmit Europameister in der Veteranenklasse. Hans-Ludwig Hapke sicherte sich die Bronzemedaille. Der DJV stellte mit 33 aktiven Teilnehmern das größte Starterfeld des Wettkampfes.

Wer ist Europas bester Jagdschütze? Um dies zu ermitteln, kämpften rund 200 Jägerinnen und Jäger aus 14 Nationen bei der diesjährigen Europameisterschaft der "Federation Internationale de Tir Aux Sportives de Chasse" (FITASC) um eine der begehrten Goldmedaillen. Temperaturen um die 36 Grad Celcius erschwerten das Wettkampf-Wochenende für die Schützen. Gesamtsieger wurde der Schwede Emil Hakansson mit herausragenden 788 von 800 möglichen Punkten.

Der DJV-Kader sei auf dem richtigen Weg, sagte der stellvertretende Bundesschießobmann Peter Clemens in Hinblick auf das Abschneiden seiner Schützen. Von den insgesamt 193 Teilnehmern der EM gelang es fünf Deutschen in die Top 20 Europas zu gelangen. Besonders erfolgreich waren die Damen, auch wenn trotz starker Leistung nur die Holzklasse blieb: Karolin Klar (Platz 4), Kristin Sendker-Behrens (5) und Carmen Brand-Wilshusen (6) verpassten das Podium knapp.

Egon Marmit EuropameisterschaftIn der Gesamtwertung der Mannschaften belegte das DJV-Team den 5. Platz. „Man strebt natürlich immer nach mehr, insgesamt können wir aber sehr zufrieden sein“, sagte Clemens. Die Formkurve der DJV-Schützen zeige stetig nach oben: Im Ranking sei eine Steigerung zu erkennen, und die Ergebnisse aus den Vorjahren seien übertroffen worden.  

Um langfristig mit den Top-Mannschaften aus Tschechien, Ungarn, Österreich oder Skandinavien mitzuhalten, sei es nötig, die Vorbereitung auf die Wettkämpfe weiterhin zu professionalisieren und noch mehr Trainingseinheiten anzusetzen, sagte Clemens. Mit Hinblick auf die kommenden Meisterschaften zeigt sich Clemens optimistisch: „Wir haben hochtalentierte Schützen in unseren Reihen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in Zukunft Medaillen gewinnen werden.“

Europameisterschaften und Bundesmeisterschaften im Vergleich:

Europameisterschaften

nach FITASC

Bundesmeisterschaften

nach DJV

Zwei Durchgänge auf Wildscheiben

1. Durchgang max. mögliche Punktzahl: 200 (4x 100m Bock, Fuchs, Gams, Keiler stehend)

2. Durchgang max. mögliche Punktzahl: 200 (3x 100m Bock, Fuchs, Gams. 1x 50m Keiler laufend, Lauf von rechts nach links und zurück)

Ein Durchgang auf Wildscheiben
 

1. Durchgang max. mögliche Punktzahl: 200 (3x 100m Bock, Keiler stehend, Fuchs. 1x 50m Keiler laufend)

 

Wurfscheibenschießen:

  • Je 2 Durchgänge Trap á 25 Wurfscheiben.
  • Je 2 Durchgänge Kompakt-Parcours á 25 Wurfscheiben.
  • Pro Wurfscheibe 4 Punkte.

Max. mögliche Punktzahl: 400

Wurfscheibenschießen:

  • Je ein Durchgang Trap á 15 Wurfscheiben.
  • Je ein Durchgang Skeet á 15 Wurfscheiben.
  • Pro Wurfscheibe 5 Punkte.

Max. mögliche Punktzahl: 150

Max. mögliche Gesamtpunktzahl: 800 Max. mögliche Gesamtpunktzahl: 350

 

Das Präsidium verabschiedet auf dem Bundesjägertag 2017 in Rostock-Warnemünde die Grundsatzposition des DJV. Jäger müssen in der Zukunft noch stärkere Mittler zwischen Natur und Menschen werden. 

Präambel

Zivilisation und Gesellschaft unterliegen einem permanenten Wandel. Auch die Jagd, die die gesamte menschliche Entwicklung als „Urhandwerk" begleitet hat, ist dabei vielerlei Wandlungen unterworfen. Einstmals vorrangig auf den Nahrungserwerb konzentriert, kamen im Verlaufe der Jahrhunderte immer neue Funktionen - wie unter anderem der Schutz vor wilden Tieren und vor Wildschäden - hinzu. Die Jäger mussten sich dabei stets auch den Herausforderungen ihrer Umwelt und der Gesellschaft stellen.

Jagd und Jäger stehen in der Mitte der Gesellschaft. Sie müssen den sich immer rascher vollziehenden Wandel in der Umwelt und im gesellschaftlichen Umfeld in ihrem Handeln berücksichtigen. So gehören plötzlich Arten, die noch vor wenigen Jahren annähernd verschwunden waren, zu den Gewinnern von Veränderungen, während andere Arten als Verlierer immer stärker bedroht sind. Bestandsveränderungen und Lebensraumverschiebungen führen dabei zu völlig neuen Herausforderungen für die Jagd. Tierarten wie der Wolf, der Biber oder viele sogenannte „invasive Arten“ erfordern heute eine differenzierte jagdliche Behandlung. Die Rückkehrer brauchen eine Begleitung und Bestandsüberwachung durch die Jägerschaft und die invasiven Arten müssen im Falle der Bedrohung der Artenvielfalt oder anderer negativer Auswirkungen zurückgedrängt werden.

Diesen Herausforderungen stehen jedoch zutiefst widersprüchliche gesellschaftliche Entwicklungen gegenüber. So werden Jagd und Jäger mit einer rasant fortschreitenden Naturentfremdung einer immer stärker urbanisierten Bevölkerung konfrontiert. Parallel dazu wächst in der Gesellschaft unverkennbar eine oftmals romantisierende Sehnsucht nach dem Landleben in vermeintlich ungenutzter Natur. Einher geht diese Entwicklung mit dem Schwinden der Kenntnis und des Verständnisses der Zusammenhänge von Natur und deren Nutzung. Auf diese Weise entfernt sich die Gesellschaft immer mehr von der Natur. In dieser Situation sieht sich die Jägerschaft in einer besonderen Verpflichtung, dieser Entfremdung durch Natur- und Umweltbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit entgegenzuwirken.

Die Jägerinnen und Jäger der Zukunft werden in deutlich stärkerem Maße als bislang Mittler zwischen Natur und Mensch sein müssen. Dazu gehören der Wille, sich dieser Herausforderung zu stellen, die Offenheit, sich selbst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln und der Anspruch, die Zivilgesellschaft in den ländlichen wie in den urbanen Räumen als Partner zu begreifen. Diese partnerschaftliche Einstellung erwartet die Jägerschaft umgekehrt auch von der Gesellschaft. Hierfür sollte der offene Dialog mit anderen gesellschaftlichen Gruppen gefördert werden.

Grundlagen

Gegenstand der Jagd

Jagd ist tiefes Erleben der Natur. Aus der Freude an ihrem Tun schöpfen Jägerinnen und Jäger die Motivation, sich mit Herz und Verstand – unter Aufwendung teils erheblicher, auch finanzieller, Mittel – für Tiere und deren Lebensräume einzusetzen.

Jagd ist die natürliche und nachhaltige Nutzung des Wildbestandes (etwa durch Verzehr oder die Herstellung von Bekleidung oder Schmuck). Sie dient hierbei auch dem Artenschutz und der Biodiversität, der Verhinderung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft, der Bekämpfung und Vorbeugung von Tierseuchen sowie der Reduzierung der Gefahren von Wildunfällen. Die Jägerschaft nimmt verantwortungsvolle Aufgaben auf eigene Kosten im öffentlichen Interesse wahr.

Jagd ist zugleich ein Handwerk, das auf einer ethisch gut begründeten Basis – der Weidgerechtigkeit* – beruht. Sie ist Bestandteil unseres kulturellen Erbes und findet sich in bildender Kunst, Musik und Literatur wieder.

Ein wesentlicher Bestandteil der Jagd ist die Hege. Ihre Ziele sind ein artenreicher und gesunder Wildbestand sowie die Erhaltung, Verbesserung, Schaffung und Wiederherstellung der Lebensräume des Wildes. Die Hegepflicht hat sich den dynamischen Prozessen in der Natur ständig anzupassen. Hierzu gehört es, sowohl bei gefährdeten oder spezialisierten Arten (Verlierer der Kulturlandschaft) bestandsunterstützend zu wirken, aber auch bei anderen, anpassungsfähigeren Arten (Gewinnern der Kulturlandschaft) den Bestand auf einem vertretbaren Maß zu halten. Die Hegepflicht gilt nicht nur für den Jagdausübungsberechtigten, sondern auch für den Jagdrechtsinhaber, also den Grundeigentümer. Die Hege schließt die intensive Bejagung zum Erhalt der Artenvielfalt ein. Lebensraumverbesserung und die Bejagung von Beutegreifern kommen nicht nur jagdlich nutzbaren Arten zu Gute, sondern sie dienen der Förderung der Biodiversität im Allgemeinen.

 

Jagd und Eigentum

Die Jagd ist untrennbarer Bestandteil der Handlungsfreiheit und des Eigentums, geschützt über die Artikel 2 und 14 des Grundgesetzes. Das Jagdrecht und das Jagdausübungsrecht genießen damit grundrechtlichen Schutz. Insoweit bedarf jegliche Einschränkung stets einer sachlichen Rechtfertigung unter Beachtung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes.

Aus dem Eigentum folgt zudem, dass grundsätzlich niemand anderem als dem Eigentümer und Jagdrechtsinhaber oder dem Jagdausübungsberechtigten ein Aneignungsrecht an wildlebenden Tieren zusteht. Aus dem Eigentum und der damit verbundenen Verpflichtung für die Umwelt sowie für folgende Generationen resultiert zudem der Grundsatz der Eigenverantwortung. Eigentum und Handlungsfreiheit verpflichten letztlich zur Wahrnehmung der Verantwortung für künftige Generationen, für das Allgemeinwohl, für den Natur- und Artenschutz und die nachhaltige Nutzung.

* Die Schreibweisen „ai“ oder „ei“ sind beide gebräuchlich.

 

Jagd und Qualifikation

Bevor Jägerinnen und Jäger tätig werden dürfen, müssen sie sich einer umfassenden und praxisgerechten Ausbildung sowie einer staatlichen Prüfung unterziehen. Sie müssen dabei umfangreiche Kenntnisse der Tierarten, der Wildbiologie, der Ökologie, der Wildhege, des Jagdbetriebes, der Wildschadensverhütung, des Land- und Waldbaus, der Waffenkunde, des Jagdhundewesens, der Lebensmittelhygiene sowie des Jagd-, Tierschutz- und Naturschutzrechtes nachweisen.

Jägerinnen und Jäger unterliegen einer behördlichen Kontrolle ihrer jagd- und waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und Eignung.

Die Jägerschaft ist in Verbindung mit dem bewährten Reviersystem die einzig flächendeckend organisierte Gruppierung, die auf Basis staatlich geprüfter und nachgewiesener Qualifikation in Wildtierbestände eingreifen darf. Jägerinnen und Jäger verfügen gleichzeitig über ein breites Wissen über deren Lebensräume und die in unserer Kulturlandschaft bestehenden Nutzungsformen. Darüber hinaus besteht ein breites Fortbildungsangebot der Jägerschaft.

 

Jagd und Natur- und Artenschutz

Jagd und Naturschutz sind untrennbar miteinander verbunden und bedingen einander. Die Jagd führt auf Grund des Prinzips „Schutz durch Nutzung“ zu einem Gewinn für den Natur- und Artenschutz.

Eine nachhaltige jagdliche Nutzung setzt geeignete und intakte Lebensräume voraus. Die Jägerschaft hat schon deshalb ein großes Interesse daran, diese zu erhalten, zu pflegen und wiederherzustellen.

In Zusammenarbeit mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern setzen sich Jägerinnen und Jäger mit ihrer Kompetenz flächendeckend für die Natur ein. Die Jagd ist damit für einen angepassten Naturschutz unverzichtbar. Wo zeitlich und örtlich ein strenger Schutz von Arten geboten ist, dürfen dann, wenn entsprechende Bestandsziele erreicht sind, eine angemessene jagdliche Nutzung bzw. weitergehende Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden. Jägerinnen und Jäger kooperieren dabei auch mit Behörden und mit nichtjagenden Naturschützern.

Zu einem zukunftsfähigen Naturschutz gehört, dass alle Maßnahmen regelmäßig überprüft, neu bewertet und ggf. angepasst werden.

 

Jagd und Tierschutz

Der Tierschutz hat auch für die Jagd einen vorrangigen Stellenwert. Er ist wesentlicher Bestandteil der Grundsätze der Weidgerechtigkeit, die die ethischen Grundlagen der modernen Jagd bilden. Dazu zählen insbesondere die Achtung vor dem Mitmenschen, vor dem Mitgeschöpf und vor der Umwelt. Die Einhaltung des Tierschutzes gehört zum Selbstverständnis der Jägerschaft, auch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Die weidgerechte Jagd ist tierschutzgerecht und stellt einen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes dar.

Tierschutz darf nicht im Sinne von „Tierrechten“ verstanden werden. Für die Übertragung menschlicher Maßstäbe auf wildlebende Tiere gibt es keinen plausiblen und fachlichen Grund. Der Tod von Lebewesen ist ein wesentliches Element der Natur. Im Gegensatz zu dem Töten durch Beutegreifer erlegen Jägerinnen und Jäger Wild mit dem Anspruch des schnellen und tierschutzgerechten Tötens und das selbstverständlich unter Beachtung des Elterntierschutzes.

 

Einzelfragen

Artenkatalog

Der Katalog der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten ist nicht nur beizubehalten, sondern auszuweiten. Die Tierarten im Artenkatalog unterliegen der gesetzlichen Hegepflicht. Durch die Ausweitung profitieren weitere Arten von dem strengeren und damit besseren Schutz im Vergleich zum Naturschutzrecht.

Dem Jagdrecht unterstellt werden müssen alle wildlebenden Säugetier- und Vogelarten, deren nachhaltige Nutzung möglich oder deren Regulierung durch die Jägerschaft möglich und notwendig ist. Dies dient insbesondere der Vermeidung von Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes, der land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, gesellschaftlicher Konflikte und der Prävention von Tierseuchen, sowie dem Schutz anderer Arten, deren Bestand durch Jagdrechtsinhaber und Jäger gefördert werden kann. Jägerinnen und Jäger leisten zum Schutz von Wildtieren, zur Hege und zum Wildtiermonitoring einen besonderen Beitrag.

Im Ergebnis gehören alle Arten ins Jagdrecht, die genutzt werden können, die im Rahmen der Hegeverpflichtung mit jagdlichen Mitteln zu reduzieren sind oder im Rahmen des Jagdrechts gefördert werden müssen.

Insbesondere der Artenkatalog ist Ausdruck des grundrechtlichen Schutzes der Jagd. Wegen dieses grundrechtlichen Schutzes bedürfen Eingriffe stets eines sachlichen Grundes und müssen verhältnismäßig sein. Eine ganzjährige Schonzeit stellt dabei stets ein milderes Mittel dar als die vollständige Streichung aus dem Artenkatalog.

 

Invasive Arten

Die Eindämmung invasiver Arten (z.B. Waschbär, Marderhund und Nilgans) ist eine gesamtgesellschaftliche und damit öffentliche Aufgabe, an der die Jagdausübungsberechtigten im Rahmen ihrer jagdlichen Möglichkeiten mitwirken. Dabei ist es unverzichtbar, dass das erforderliche Instrumentarium zur Verfügung steht, soweit es um die Eindämmung geht (insbesondere geeignete Fallen, keine Jagdruhe in Schutzgebieten, ausreichend lange Jagdzeiten, staatliche Förderungen). Allerdings hat auch bei einer stärkeren Bestandseindämmung invasiver Arten der Elterntierschutz uneingeschränkt zu gelten.

 

Reviersystem und Jagdnutzung

Das in Deutschland geltende Reviersystem hat sich als Instrument der Sicherung der Nachhaltigkeit der Jagd und des Ausgleichs der unterschiedlichen Interessen bewährt.

Langfristige Jagdpachtverträge sind Garant für die Umsetzung der Hegepflicht, für die nachhaltige Nutzung der Wildbestände und für die Sicherung der biologischen Vielfalt. Eine reduzierte Mindestpachtdauer hingegen verhindert ökologisch sinnvolles Wildtier- und Biotopmanagement sowie langfristig angelegte Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung und birgt zudem die Gefahr der Kommerzialisierung der Jagd zu Lasten der Tierwelt und des Naturschutzes.

Auf Grund der Tatsache, dass sich im Rahmen der gesellschaftlichen Entwicklung verschiedene Faktoren (wie etwa eine erhöhte Mobilität im Berufsleben etc.) geändert haben, sollte jedoch eine Flexibilisierung der Mindestpachtzeiten – allerdings nur anhand bestimmter Kriterien (Entwicklung der Wildschadenssituation, Agrarstruktur, Bebauung etc.) – gesetzlich ermöglicht werden.

Nach § 6 a BJG ist ein Grundstückseigentümer aus ethischen Gründen berechtigt, als Zwangsmitglied aus der Jagdgenossenschaft auszutreten. Ein Missbrauch dieses Rechtes muss ausgeschlossen werden. Ebenso darf es keine Ausweitung auf juristische Personen geben, da sie kein individuelles persönliches Gewissen haben können.

 

Jagdarten und -methoden

Jagdarten und -methoden müssen flexibel angewandt und entsprechend den jagdlichen Verhältnissen unter Beachtung des Tierschutzes weiter entwickelt werden.

Um die Jagd tierschutzgerecht und revierangepasst zu ermöglichen, muss ein gewisses Spektrum an weidgerechten Jagdarten und -methoden zur Verfügung stehen. Dazu gehören insbesondere eine uneingeschränkte Bau- und Fangjagd sowie die Einzel- und die Gesellschaftsjagd. Jägerinnen und Jäger sind für die Durchführung einer effektiven und tierschutzgerechten Jagd auf ihre Jagdwaffen angewiesen.

Die eingesetzten Jagdmethoden können sich von Revier zu Revier unterscheiden. Die Entscheidung, welche Methoden wann und wo eingesetzt werden, bleibt dem verantwortlichen Revierinhaber überlassen. Dabei geben das Jagd- und Waffenrecht den Rahmen für den Einsatz möglicher Mittel und Methoden vor. Es wird nicht verkannt, dass dabei Tierschutz und Effizienz in einem gewissen Spannungsverhältnis stehen können. Bei der Jagd hat allerdings der Tierschutz Vorrang vor dem unbedingten Jagderfolg.

 

Jagdzeiten

Die Bejagung hat sich regional und zeitlich an den Kriterien der Hegeverpflichtung zu orientieren. Grundsätzlich muss jede Art bejagt werden dürfen, deren Bestand es zulässt.

Gründe für eine Schonzeit sind in erster Linie Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten. Eine Aufweichung des Elterntierschutzes darf es generell und auch für invasive Arten nicht geben.

Bei Vögeln darf nicht der Brutbestand als Basis für eine nachhaltige Nutzung allein als Kriterium für eine Bejagung herangezogen werden. Ausschlaggebend sind insoweit allein der Bestand zur Jagdzeit (Zuzug im Herbst und Winter) und die Bestandssituation im eurasischen Raum.

Die Gestaltungsmöglichkeiten für eine auch im Rahmen der europäischen Naturschutzrichtlinien zulässige Bejagung sind im Jagdrecht stärker zu nutzen (z. B. Festlegung von Quoten oder Einzelfreigaben nicht nur zur Schadensabwehr, sondern auch zur Nutzung von Vogelarten des Anhangs I der Vogel-Richtlinie und Säugetierarten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie).

 

Wildtiermanagement und -monitoring

Jagd und Wildtiermanagement stellen keine Gegensätze dar – im Gegenteil: Jagd ist einerseits unverzichtbarer Teil des Wildtiermanagements und geht andererseits als gesellschaftlicher Auftrag mit jagdrechtlichen Befugnissen und Pflichten darüber hinaus. Zum Wildtiermanagement gehören insbesondere die Wildforschung, das Wildtiermonitoring (bezüglich der Wildtierarten und deren Lebensräume), das Erstellen und Umsetzen von Fachkonzepten und Fachplänen sowie Information und Beratung der Bevölkerung in Fragen des Umgangs mit Wildtieren. Wildtiermanagement ist eine öffentliche Aufgabe. Jagd und Hege leisten wesentliche Beiträge zum Wildtiermanagement und liegen somit im öffentlichen Interesse. Wildtiermanagement balanciert dabei die unterschiedlichen – öffentlichen und privaten – Ansprüche und Interessen aus und ergänzt die private, eigentumsbasierte Jagd dort, wo es nötig ist.

Wildtiermanagement kann dabei die Hege nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen, etwa durch Schaffung von Wildruhezonen. Auch hier liegt die Verantwortung für die einzelnen Maßnahmen in erster Linie bei den Jagdausübungsberechtigten.

Die Jagd stellt sich der Herausforderung, dass sachliche Entscheidungen über Wildtiere und deren Lebensräume auf einer fundierten Datengrundlage zu treffen sind. Daher sind die Initiierung sowie die Beteiligung am Arten- und Lebensraummonitoring für die Jägerschaft Verpflichtung, gesellschaftliche Aufgabe und ethischer Auftrag zugleich. Insoweit belassen es Jägerinnen und Jäger aber nicht nur bei der Datenerhebung, sondern bringen ihre Expertise auch in die Ableitung von Schlussfolgerungen und Handlungsnotwendigkeiten ein. Entscheidungen über den Umgang mit Wildtieren und deren praktischer Vollzug dürfen nur zusammen mit der Jägerschaft getroffen werden.

 

Hegegemeinschaften

Bei der Hege kommt es künftig vermehrt auf die Koordination und Vernetzung der Beteiligten an. Den Hegegemeinschaften wird deshalb eine stärkere Rolle als bisher zukommen. Beispiele sind die großräumige Wildbewirtschaftung, die Lebensraumgestaltung einschließlich der Wildschadensvermeidung, die Fütterung, die Beteiligung an öffentlichen Planungsvorhaben, das Prädatorenmanagement, die Besucherlenkung, Maßnahmen gegen invasive Arten und die Umsetzung großräumiger Managementmaßnahmen und Pläne, insbesondere bei geschützten Arten.

Wesentlich für die Hegegemeinschaften ist dabei ebenfalls der Grundsatz der Eigenverantwortung. Die Gründung von und die Mitgliedschaft in Hegegemeinschaften sollen grundsätzlich auf freiwilliger Basis erfolgen. Eine Einbindung von Hegegemeinschaften in bestehende Verbandsstrukturen (Kreisgruppe, Hegeringe) ist dabei sinnvoll.

 

Fütterung

Die Fütterung von Wildtieren muss möglich bleiben. Sie ist in unserer Kulturlandschaft schon wegen der Lebensraumzerschneidung erforderlich. Gründe für eine Fütterung sind darüber hinaus Wildschadensverhütung, Wildlenkung und Tierschutz. Wildtiere in winterlichen Notzeiten verhungern zu lassen gehört nicht zu unserer Kultur. Dies wäre eine Abkehr von einem verantwortlichen Umgang mit Wildtieren, dem sich Jäger und Grundeigentümer verpflichtet fühlen. Eine fachgerechte und angemessene Wildfütterung hat keine negativen Auswirkungen auf die Biodiversität. Ein vollkommenes Fütterungsverbot in der Kulturlandschaft widerspricht zudem dem Tierschutzgedanken. Jede Fütterung muss aber den örtlichen Verhältnissen und den physiologischen Bedürfnissen der jeweiligen Wildart angepasst sein.

 

Jagd in Schutzgebieten

Auch in Schutzgebieten ist und bleibt die Jagd grundsätzlich erforderlich. Für eine Einschränkung bedarf es auch in diesen Gebieten besonderer fachlicher Gründe. In vielen Schutzgebieten findet bis heute ein Prädatorenmanagement (insbesondere in Bezug auf die Ausbreitung invasiver Arten) überhaupt nicht statt. Auch vermehrt sich das heimische Schwarzwild oft unvertretbar stark und führt zu vielerlei Beeinträchtigungen auch außerhalb von Schutzgebieten. Einschränkungen der Jagdausübung in Schutzgebieten sind ausschließlich nach dem Schutzweck denkbar, müssen aber nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben und zum Erreichen des Schutzzweckes erforderlich sein.

Bei der Einrichtung von Schutzgebieten sowie bei der Planung und Abstimmung der erforderlichen Maßnahmen sind die Jagdausübungsberechtigten zuvor einzubeziehen. Unberechtigte Einschränkungen der Jagdausübung fördern nicht die Biodiversität und Artenvielfalt, sondern verhindern sie.

 

Jagdhunde

Für die Ausübung der Jagd sind brauchbare Jagdhunde aus Gründen des Tierschutzes unverzichtbar und deshalb gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehört auch die tierschutzgerecht durchgeführte Ausbildung an (bzw. hinter) lebendem Wild.

Die Nachsuche mit einem gut ausgebildeten, brauchbaren Jagdhund ist aus Tierschutzgründen zwingend erforderlich. Die bestehenden landesrechtlichen Regelungen dazu sind weitgehend ausreichend. Sie sehen oft auch den Abschluss von Wildfolgevereinbarungen zwischen Reviernachbarn vor. Dies ist als eigenverantwortliche Regelung zwischen den Betroffenen einer gesetzlichen Regelung vorzuziehen, solange sichergestellt ist, dass dem Tierschutz dabei ausreichend Beachtung geschenkt wird.

In vielen Bundesländern dürfen anerkannte Nachsuchengespanne auch ohne vorherige Information des Revierinhabers Reviergrenzen überschreiten. Auch dies ist sinnvoll, weil es dem Tierschutz dient.

 

Wildschäden

Festzuhalten ist, dass nicht alles, was Wild in Wald und Flur nutzt, einen Wildschaden, beziehungsweise einen ersatzpflichtigen Wildschaden, darstellt. Dies deshalb, weil Feld und Wald auch Lebens- und damit Nahrungsraum des Wildes sind. Der Grundsatz des Wildschadensersatzes durch die Solidargemeinschaft der Jagdgenossenschaft hat sich im Wesentlichen bewährt.

Allerdings haben sich seit Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes die Verhältnisse in der Landwirtschaft durch die Weiterentwicklung von Technik, Pflanzenschutz, Düngung, Anbaumethoden sowie Art und Umfang der angebauten Feldfrüchte stark verändert. Hinzu kommen veränderte Klimabedingungen, die Einflüsse des Großraubwildes (z.B. Wolf) und eine starke Zunahme von Freizeitaktivitäten (auch nachts) in der Natur.

Die Zahl der nichtverpachteten Reviere steigt insbesondere wegen des Wildschadensersatzrisikos stetig an. Daher ist es nachvollziehbar, dass zunehmend alternative Modelle angewandt werden, wie z. B. eine Herausnahme bestimmter Kulturen aus der Haftung oder Beschränkung des Schadensumfanges (Quote). Hier ermöglicht es die Vertragsautonomie, weitere kreative Lösungen im gegenseitigen Interesse zu finden.

In der Praxis sollte unabhängig vom Schadensersatz die Vermeidung von Wildschäden Vorrang haben. Dabei sind bei der Verhütung von Wildschäden Grundeigentümer und Bewirtschafter ebenso in die Verantwortung zu nehmen wie die Jagdausübungsberechtigten.

Spitzenkandidat Dr. Hans-Heinrich Jordan hat es in die Vertreterversammlung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau geschafft. Das Ergebnis der Sozialwahl steht fest.

Der Wahlausschuss der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat heute das Ergebnis der Wahlen zur Vertreterversammlung verkündet. Als Vertreter der Jagdliste zieht Dr. Hans-Heinrich Jordan in die Vertreterversammlung ein. "Wir können die Interessen der Jagdrevierinhaber in der SVLFG sehr viel besser vertreten, wenn wir selbst mitreden können", sagte Dr. Jordan.

Bei der Sozialwahl wurden die Vertreter der Versicherten in der gesetzlichen Unfallversicherung gewählt. Dabei gab es nur in der Gruppe der "Selbstständigen ohne fremde Arbeitskräfte" eine Wahl mit Wahlhandlung. Dabei haben der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Bayerische Jagdverband (BJV) gemeinsam eine Liste aufgestellt und gemeinsam für eine bessere Vertretung der Jagdinteressen in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gekämpft. Die Liste wurde allerdings nicht als gemeinsame "Liste Jagd" der beiden Verbände zugelassen, sondern nur als "Freie Liste".

Die Kritik, die es bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen gegeben hatte, ist nach wie vor nicht verstummt. Viele Wahlberechtigte haben bis zuletzt keine Wahlunterlagen bekommen und konnten daher nicht wählen. Das Verfahren zur Erteilung des Wahlausweises hat nach Aussage von Dr. Jordan viele Mitglieder von Pächtergemeinschaften benachteiligt. "Das ganze, aufwändige Verfahren hat nicht zum besseren Verständnis der SVLFG in der Jägerschaft beigetragen und hat in beiden Verbänden erhebliche Kräfte gebunden", sagte BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. Dennoch wollten DJV und BJV die Chance zur Zusammenarbeit nutzen und die Interessen der Jägerschaft beherzt wahrnehmen, so Jägervertreter Dr. Jordan. Die Jagdverbände prüfen die ihnen gemeldeten Fälle von Unregelmäßigkeiten und werden anschließend über eine mögliche Anfechtung der Wahl entscheiden.

Die Sozialversicherung teilt mit, dass erst 215.000 Wahlunterlagen verschickt wurden, der Versand aber noch läuft. Für eine Beteiligung ist es noch nicht zu spät.

Der Versand der Wahlunterlagen zur Sozialwahl läuft, ist aber noch nicht abgeschlossen, wie die Sozialversicherung für Landwirtschaft Forsten und Gartenbau (SVLFG) vorgestern mitgeteilt hat. Bislang sind nach SVLFG-Angaben lediglich rund 215.000 Wahlunterlagen versandt worden. Die Berufsgenossenschaft hat jetzt angekündigt, über die gesetzlich vorgesehene Frist hinaus (18. Mai) eingehende Anträge auf Wahlunterlagen zu bearbeiten und – soweit zeitlich noch möglich – Wahlunterlagen zu verschicken. Die Sozialwahl ist eine reine Briefwahl. Die Wahlunterlagen müssen bis spätestens zum Wahltag am 31. Mai 2017 bei der SVLFG eingegangen sein.

Die SVLFG weist darauf hin, dass Wahlberechtigte, die bisher noch keinen Fragebogen für die Sozialwahl 2017 erhalten haben oder ihn nochmals benötigen, diesen über die Telefonhotline (030) 889 117 117 anfordern können. Nach Informationen, die dem Deutschen Jagdverband (DJV) vorliegen, ist die Erreichbarkeit der Hotline allerdings stark eingeschränkt. Insgesamt knapp 300 Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Sozialwahl haben Revierpächter dem DJV in fünf Tagen gemeldet. Der Dachverband der Jäger bittet darum, auch weiterhin Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Sozialwahl unter www.jagdverband.de/sozialwahl zu melden und prüft Möglichkeiten der Wahlanfechtung. Revierpächter und Eigenjagdbesitzer, die immer noch keine Unterlagen erhalten haben, sollten sich ungeachtet dessen dringend an die Hotline wenden.

Wahlberechtigt sind alle Revierinhaber (jeweils alle Mitpächter) sowie deren Ehepartner. Angeschrieben mit einem Fragebogen zur Feststellung der Wahlberechtigung wurde aber meist nur derjenige (Mit-)Pächter, an den auch der jährliche Beitragsbescheid geschickt wird. Der vorliegende Fragebogen kann entweder für die anderen Mitpächter kopiert oder bei der Hotline erneut angefordert und jeweils separat ausgefüllt werden. Außerdem muss in diesen Fällen als Nachweis eine Kopie des Pachtvertrages mitgeschickt werden. Für Ehepartner wird kein eigener Fragebogen benötigt, sie müssen aber extra angegeben werden. Nähere Informationen hat der DJV im Internet veröffentlicht unter www.jagdverband.de/sozialwahl2017.

Der DJV hat gemeinsam mit dem Bayerischen Jagdverband eine Liste zur Sozialwahl eingereicht, die aber nicht als „Liste Jagd“, sondern als „Freie Liste Jordan, Piening, Schneider, Wunderatsch, Ruepp“, Liste 11, zugelassen wurde.

Bitte beachten:

Falls Wahlunterlagen für die Sozialwahl eingegangen sind, auf denen jedoch nicht die Liste 11 („Freie Liste Jordan, Piening, Schneider, Wunderatsch, Ruepp“) angegeben ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Sozialwahl eines anderen Trägers der gesetzlichen Sozialversicherung, wie etwa der Krankenkasse oder der Rentenversicherung. Die Sozialwahlen finden im Moment bei jedem Träger der gesetzlichen Sozialversicherung als separate Wahlen statt. Auch andere Sozialversicherungsträger verschicken derzeit Unterlagen zur Sozialwahl.      

Beim Ablauf der Sozialwahl der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau hat es große Probleme gegeben. Einige Jagdpächter haben zu spät oder gar keine Registrierungsunterlagen erhalten, obwohl die Frist zur Rückmeldung bereits Mitte April ausgelaufen ist. Der DJV prüft Möglichkeiten der Wahlanfechtung.

(Berlin, 11. Mai 2017) Viele Revierinhaber hatten die Registrierungsunterlagen für die Sozialwahl der Versicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) noch gar nicht erhalten, obwohl die verlängerte offizielle Registrierungsfrist bereits abgelaufen war. Aus Sicht des Deutschen Jagdverbandes (DJV) steht eine ordnungsgemäße Durchführung der Wahl in Frage. Der DJV prüft daher Möglichkeiten der Wahlanfechtung.


Im Moment benötigt der Verband möglichst viele Informationen über Unregelmäßigkeiten. "Falls Revierhinhaber immer noch keine Unterlagen bekommen haben, rufen wir sie hiermit auf, sich auf unserer Seite www.jagdverband.de/sozialwahl zu registrieren", appelliert DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hans-Heinrich Jordan. Auch diejenigen, die zu spät oder erst nach mehrfachem telefonischen Nachfragen ihre Registrierungsunterlagen erhalten haben, werden gebeten, sich über das DJV-Formular zu registrieren. Zudem ist am 10. Mai die Frist für die Zustellung der Wahlunterlagen abgelaufen. Falls Revierinhaber zwar registriert sind, aber bis heute keine Wahlunterlagen erhalten haben, werden Sie ebenfalls gebeten, sich über das Formular zu registrieren. Zwar seien nicht alle Revierinhaber berechtigt, die Wahl anzufechten. Je mehr sich aber registrierten, desto umfangreicher könne man die Unregelmäßigkeiten nachweisen. In diesem Zug informiert der DJV auch die Bundeswahlleiterin Rita Pawelski.

Falls Wahlunterlagen für die Sozialwahl eingegangen sind, auf denen jedoch nicht die Liste 11 (Freie Liste Jordan, Piening, Schneider, Wunderatsch, Ruepp) angegeben ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Sozialwahl eines anderen Trägers der gesetzlichen Sozialversicherung, wie etwa der Krankenkasse oder der Rentenversicherung. Die Sozialwahlen finden im Moment bei jedem Träger der gesetzlichen Sozialversicherung als separate Wahlen statt. Auch andere Sozialversicherungsträger verschicken derzeit Unterlagen zur Sozialwahl.

Alle Informationen zur Sozialwahl gibt es unter http://www.jagdverband.de/sozialwahl2017

Der DJV hat heute aktuelle Monitoring-Daten zu Wildtieren in Deutschland veröffentlicht. Im Fokus standen 2015 gebietsfremde Arten wie Waschbär, Marderhund und Mink. Jäger erfassten zudem das Vorkommen von Biber, Fischotter und Nutria. Insgesamt werteten Wissenschaftler Daten zu 15 Tierarten und zwei häufigen Wildkrankheiten aus.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute die Online-Version des Jahresberichts 2015 für das Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Darin enthalten: Daten zu 15 heimischen Wildarten und zwei Wildkrankheiten, die Jäger in knapp 24.000 Revieren erhoben haben. Der 52-seitige Bericht liefert neben interessanten Fakten detaillierte Informationen zur bundesweiten Verbreitung der Arten sowie zu deren Populationsentwicklung in den vergangenen Jahren. Die Ergebnisse sind mit zahlreichen Karten und Grafiken illustriert.

Einen Schwerpunkt im WILD-Jahresbericht 2015 bilden die semiaquatischen Arten Biber, Fischotter und Nutria. Das Ergebnis: Bei allen drei Arten sind deutliche Ausbreitungstendenzen festzustellen. Insbesondere die Nutria ist in immer mehr Revieren anzutreffen. So konnte diese in den vergangenen zehn Jahren ihr Verbreitungsgebiet verdoppeln und kommt 2015 in 16 Prozent aller Reviere vor. Auch die Verbreitung der gebietsfremden Arten Waschbär, Marderhund und Mink, die Jäger bereits seit 2006 erfassen, wird detailliert im WILD-Jahresbericht erörtert. Erstmals enthält der Bericht zudem Informationen zur Verbreitung der Bisamratte, die im Rahmen der Flächendeckenden Erfassung 2015 das erste Mal durch das WILD-Monitoring erfasst wurde. Ergänzt wird der Bericht durch Gastbeiträge von Wissenschaftlern, die Einblick in aktuelle Forschungsthemen geben.

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschland ist eine Initiative des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und seiner Landesjagdverbände. Jäger erfassen und dokumentieren bereits seit 2001 gemeinsam mit Wissenschaftlern die Verbreitung und Bestandsentwicklung ausgewählter Wildarten auf wissenschaftlicher Basis.

Den aktuellen WILD-Bericht 2015 sowie weitere Informationen zum
Projekt gibt es ab sofort im Internet:
www.jagdverband.de/content/ergebnisse-und-publikationen

Bis zu drei Printexemplare können ab Ende April kostenfrei über die DJV-Service GmbH angefordert werden, bei mehr Ausgaben sind die Versandkosten zu zahlen: Friesdorfer Str. 194a, 53175 Bonn,
Tel. 0228 / 3 87 29-00
E-Mail: info@djv-service.de

Dass gefräßige Waschbären eine Gefahr für viele kleine Tiere sind, wird von Umweltschützern schon lange beklagt. In diesen Tagen gehen sie sogar an Krötenzäunen auf Beutezug. Der NABU fordert die ganzjährige Jagd auf Waschbären. Die Jäger weisen allerdings im Sinne des Tierschutzes auf den Muttertierschutz hin, der gewahrt bleiben muss.

Überall in Niedersachsen haben Tierfreunde in diesen Tagen Krötenschutzzäune errichtet, damit Amphibien bei der Wanderung zu ihren Laichgewässern nicht von Autos überrollt werden. Von freiwilligen Helfern werden die Tiere in Eimern aufgefangen und über die Straße getragen, damit sie ihren Weg gefahrlos fortsetzen können.

Im Raum Hessisch Oldendorf im Weserbergland zum Beispiel kümmert sich Rudolf Meyer vom Umweltverband NABU seit Jahren ehrenamtlich um den Krötenschutz. An den Fangzäunen gebe es aber immer öfter ungebetene Gäste, sagt Meyer. «Waschbären machen sich dort über die Kröten her.» Teilweise töten sie die Tiere reihenweise.

Nachdem die NABU-Helfer zahlreiche tote Kröten entdeckt hatten, stellten sie Wildkameras auf. Damit konnten sie dokumentieren, wie Waschbären die Tiere häuten und sich dann das Muskelfleisch schmecken lassen. Darüber hatte zuerst die «Deister- und Weserzeitung» berichtet.

Laut NABU finden Amphibienschützer vielerorts immer wieder tote und angefressene Erdkröten, Molche, Gras- und Moorfrösche. Oft seien die Tiere stark verstümmelt, es fehlten Gliedmaßen, die Haut sei auseinandergerissen.

«Waschbären fressen generell auch Frösche und Kröten», sagte der NABU-Amphibien-Experte Christian Höppner. Dabei würden Kröten wegen ihrer giftigen Hautdrüsen vor dem Fressen von den Waschbären gehäutet. «Wir haben schon viele tote Grasfrösche, Erdkröten und Kreuzkröten gefunden», sagte Höppner. Alleine bei einer Studie im Kreis Schaumburg waren es rund 150. Nahe Wernigerode am Harz, so berichtet der NABU, hätten Waschbären vor einigen Jahren die Hälfte der dort laichenden Kröten verspeist.

Die Beutegreifer seien immer wieder auch an Amphibienzäunen aktiv, sagte Experte Höppner. Dort seien Waschbären für Kröten eine massive Gefahr. Im Weserbergland sei das Problem allgegenwärtig. 

Die Landesjägerschaft sei für eine intensive Bejagung der Waschbären, sagte Sprecher Florian Rölfing. Dies gelte auch für andere invasive Arten, wie den Marderhund. Allerdings muss nach Meinung der Jäger bei der Bejagung aus Gründen des Tierschutzes immer der Muttertierschutz beachtet werden: Für die Jungenaufzucht notwendige Tiere dürfen nicht gejagt werden. Waschbären fräßen Singvögel, die Gelege von Bodenbrütern, aber auch kleine Säugetiere und eben Amphibien. «Dadurch haben sie einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt», sagte Rölfing.

Da Waschbären vor allem in der Dämmerung und in der Nacht unterwegs seien, sei auch die Jagd mit Fallen von großer Bedeutung, sagte der Sprecher der Jägerschaft. «Wir wenden uns daher entschieden gegen Versuche, die Fangjagd einzuschränken.»

Der Waschbär hat sich mittlerweile in Niedersachsen stark ausgebreitet. Im vergangenen Jagdjahr wurde die Rekordzahl von mehr als 10 000 Waschbären erlegt. Vor zehn Jahren waren nur 2400. Bundesweit weist die Jagdstatistik für das Jagdjahr 2015/16 über 128.100 Waschbären auf - das sind vier mal so viele wie zehn Jahre zuvor. 

Waschbären seien im übrigen nicht die einzigen Plünderer am Krötenzaun, sagte NABU-Tierschützer Meyer. «Auch Wildschweine suchen dort nach Amphibien und fressen dann sogar die Fangeimer leer.» Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands frisst auch der aus China stammende Marderhund Amphibien und kann zur Gefahr werden. Auch der heimische Fuchs kann gezielt Amphibienzäune nach Beute absuchen und so zur Gefahr werden.

 

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