Mit Kopf, Herz und Hand

Am vergangenen Wochenende (28.2. – 01.03.2014) fand im Haus „Neuland“ bei Bielefeld die Auftaktveranstaltung der Ausbildung zum Naturpädagogen des Deutschen Jagdverbandes e.V. (DJV) statt.

tbr Mo., 2014-03-03 00:00

Aktiv werden gegen gegen das Desinteresse an Natur und Umwelt. Lernort Natur zeigt wie.

Das Wissen um die Natur und die Tiere des Waldes geht bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen immer mehr zurück. Man kann das Desinteresse der Jugend und der Eltern beklagen und kritisieren, dass sich das Leben vieler Mitmenschen eher hinter dem PC oder vor dem Fernseher als im richtigen Leben abspielt. Oder man kann aktiv eingreifen. Und genau das ist die Absicht der Jägerschaft Grafschaft Bentheim.

Bei einer Lehrerfortbildung mit dem Lernort Natur-Mobil, auch Rollende Waldschule genannt, zeigten die Jäger Anfang November in Engden, wie Grund- und Hauptschulpädagogen Naturbildungsinhalte spielerisch und erlebnisreich vermitteln können. Hegeringleiter Klaus Spitzer stellte als Vertreter der Jägerschaft das Mobil vor und erläuterte den Teilnehmern die Ziele und die Bedeutung der Lernort Natur-Initiative der Jagdverbände. Die Waldpädagogen Steffi und Hans Schild zeigten, wie eine Rollende Waldschule pädagogisch erfolgreich eingesetzt und für eine lebendige Gestaltung eines Schulunterrichts genutzt werden kann. Anregend war für die Pädagogen aus den Grund- und Hauptschulen die Vermittlung von Lerninhalten zum Thema Wald, Wild, Landwirtschaft und Pflanzen sowie Jagd als Themen einer nachhaltigen Nutzung.

Neben der Wissensvermittlung steht auch das sinnliche Erleben, welches wieder Lust auf Natur machen will. Die Rollende Waldschule verbindet beides und wird darum in den Schulen immer populärer.

Klaus Spitzer, der auch ausgebildeter DJV-Naturpädagoge ist, formuliert das Anliegend der Jägerschaft so: „Wir Jäger glauben fest daran, das Interesse der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wecken und ihre Herzen öffnen zu können, indem das Bewusstsein für die Natur und die Tierwelt gefördert wird. Wir wollen den Menschen das Gefühl zurückgeben, ein Teil der Natur zu sein.“

DJV präsentiert neues Video über die Bildungsinitiative der Jäger.

Wie erklärt man einem Kind den Unterschied zwischen Feldhase und Kaninchen? Oder was hat das Mauswiesel mit dem Wolf gemeinsam? Lernort-Natur-Aktive wie auch Kinder bekamen am Wochenende beim Lernort-Natur-Training Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Auf dem Jägerlehrhof des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern gaben 14 Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Hase, Wildschwein und Fuchs rund 70 Kindern spannende Unterrichtsstunden.

Die Lernort-Natur-Aktiven kamen aus allen Teilen Deutschlands, um ihre Methoden der Naturpädagogik begutachten zu lassen. Kinder aus der ersten bis zur vierten Klasse konnten an vier Stationen unter anderem erfahren, warum der Feldhase weiße Unterwäsche trägt. Die Mentoren Nathalie Bunke, Anja Blank, Lina Vieres, Peter Vieres und Theodor Schmidtkunz beobachteten die Jägerinnen und Jäger bei ihrer “Waldstunde”. Tipps und Tricks konnten sofort bei der nächsten Gruppe angewendet werden.

Lernort Natur„Der Bedarf ist sehr groß“, sagt Anja Blank, wenn sie über Ihre Arbeit für Lernort Natur spricht. Sie betreut im LJV Mecklenburg-Vorpommern den Bereich Bildung und läd jeden Dienstag Schulklassen in die Geschäftsstelle ein. Der fortschreitenden Naturentfremdung unter Kindern wollen Jägerinnen und Jäger mit der Bildungsinitiative entgegenwirken – und die ist beliebt. Im Pädagogen-Training schulen erfahrene Referenten Einsteiger darin, wie eine „Waldstunde“ kindgerecht und wissenswert sein kann. Im September wurde das auf dem Jägerlehrhof des LJV Mecklenburg-Vorpommern mit 70 Kindern und 14 Jägern geübt. Der DJV und ein Kamerateam waren dabei. In dem fünf minütigen Video erläutert DJV-Bildungsreferent Ralf Pütz, Hintergründe der europaweit anerkannten Jägerinitiative. Referenten wie Nathalie Bunke, Anja Blank und Peter Vieres geben Einblick in ihre Arbeit als Umweltpädagogen. Das Video ist jetzt auf dem DJV-YouTube-Kanal online zu sehen – hier geht’s zum Video.

Nutzen Sie das Video für Ihre Öffentlichkeitsarbeit: Verlinken Sie es auf Ihren Internetseiten, zeigen Sie es in Kindergärten oder auf Veranstaltungen und machen so Lernort Natur und die Arbeit der Jägerinnen und Jäger bekannt.

Up to date: Die Tierspuren-App als ditaler Helfer beim Naturerleben.

Wer hat dort sein Ei gelegt? Welches Tier verbirgt sich hinter dieser Feder? Zu wem gehören diese Abdrücke? Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Natur geht, kann viel entdecken. Die neue Naturführer-App „Tierspuren“ für das iPhone bietet Wissen ums Wild und jede Menge Freude am Naturentdecken und -erleben.

Eier, Nester, Gewölle oder Fußabdrücke sind das ganze Jahr über zu finden. Beim richtigen Zuordnen hilft nun die App „Tierspuren“ und bringt großen und kleinen Entdeckern zudem die Natur spielerisch, erzählend und interaktiv nahe. Eltern, Lehrer, Jäger können Fragen mithilfe ihres Smartphones direkt draußen vor Ort beantworten. Die App „Tierspuren“ bietet viele spannende Informationen zu zahlreichen wildlebenden Tieren wie Biber, Fischadler, Höckerschwan oder auch dem Kupferstecher. Herausgeber ist der GU-Verlag in Zusammenarbeit mit der Initiative Lernort Natur des Deutschen Jagdverbandes (DJV).

Mit der Naturführer-App „Tierspuren“ wird die Spurensuche zu einer spannenden Schnitzeljagd durch Wald und über Wiesen. Ob Eichhörnchen, Waldmaus oder Habicht – atemberaubende Bilder, detaillierte Illustrationen und spannende Steckbriefe ermöglichen tolle Einblicke in die Natur und verstärkten den Lerneffekt. Eine Besonderheit: Entdeckte Abdrücke lassen sich durch die „Layer-Funktion“ direkt mit den gesichteten Tierspuren abgleichen. Wer möchte, kann seine Entdeckungen fotografisch festhalten und in einem Ordner sammeln.

Das steckt drin in der Tierspuren-App:

  • Unkompliziert: Tierspuren bestimmen nach den Kategorien „Spuren & Fährten“, „Exkremente & Ausscheidungen“, „Nester & Baue“, „Eier & Gelege“, „Federn & Geweihe“, „Fraßspuren & Gewölle“ oder „Sonstige Spuren“
  • Informativ: Fakten zu Vorkommen, Größe und Nahrung der jeweiligen Tierart sowie Wissenswertes rund um das Thema Tierspuren
  • Persönlich: Eigene Entdeckt-Listen führen (inklusive Fotos, Notizfunktion und automatischer Standortbestimmung) sowie E-Mail und Facebook-Funktion
  • Unterhaltsam: Testen Sie Ihr Wissen im unterhaltsamen Quiz – macht auch Kindern Spaß
  • Übersichtlich: Einfache Handhabung, klare Gestaltung
     

Der Deutsche Jagdverband hat es sich mit der Initiative Lernort Natur zur Aufgabe gemacht, Kindern und Erwachsenen die Natur wieder näher zu bringen. Nachhaltiger Umgang mit der Natur steht dabei ebenso im Vordergrund wie das erlebnisorientiere Lernen und das Wissen um die natürlichen Zusammenhänge in Wald und auf Wiesen. Mehr als zwei Millionen Stunden haben die zirka 4.000 ehrenamtlich tätigen Jäger bundesweit in den vergangenen 22 Jahren – die Initiative wurde 1991 gegründet – für Lernort Natur geleistet. Das sind annähernd 10.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Monat – Tendenz steigend. Zu ihrer freien Zeit investieren die Jägerschaften rund 360.000 Euro jährlich in die Bildungsarbeit. Die Gelder fließen vorwiegend in die Gestaltung und Produktion von Lernort-Natur-Materialien, in die Öffentlichkeitsarbeit und in die Einrichtung von Walderlebnisschulen und Rollenden Waldschulen.

Lernort Natur abonnieren