Delegierte feiern 25 Jahre Lernort Natur und diskutieren die Grundsatzposition Jagd

Etwa 400 Delegierte und Gäste waren vergangenen Donnerstag und Freitag der Einladung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) nach Wolfsburg zum Bundesjägertag 2016 gefolgt. Schwerpunkte waren unter anderem das Jubiläum der Jägerinitiative Lernort Natur, der Beschluss zur Beitragserhöhung sowie die Erarbeitung eines Entwurfspapiers zur „Grundsatzposition Jagd“.

In der Kundgebung am Freitag sprach der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt MdB, zu den Delegierten und Gästen. In seiner Rede verkündete er den Durchbruch bei den Verhandlungen in der Regierungskoalition um die Novellierung des Bundesjagdgesetzes. „Mein Ziel ist es, im Hinblick auf das Führen von halbautomatischen Jagdwaffen wieder Rechtssicherheit und damit den bisherigen Zustand wieder herzustellen“, sagte Schmidt vor den Delegierten. „Ich bin optimistisch, dass wir noch vor der Sommerpause zu einer Regelung kommen werden.“

DJV-Präsident Fischer begrüßte das Verhandlungsergebnis: „Damit gibt es in Kürze endlich wieder Rechtssicherheit für Besitzer von halbautomatischen Jagdgewehren.“ Zudem sei die Novellierung überfällig, etwa angesichts der konträren Regelungen zu Jagdmunition oder Schießnachweis in den Bundesländern.

Bundesminister Schmidt dankte den Jägerinnen und Jägern für die geleistete Arbeit und würdigte deren zeitliches und finanzielles Engagement. „Man stelle sich vor, wir müssten ihre Leistungen staatlich erbringen“, so Schmidt, „mein Haushalt sieht das jedenfalls nicht vor.“

Beitragserhöhung ab 2019

Mit einer großen Mehrheit hatten bereits am Vormittag die Delegierten eine Beitragserhöhung von zwölf auf 17 Euro beschlossen, wirksam ab 2019. „Damit erhalten die Landesverbände und der Dachverband eine Planungssicherheit für die kommenden acht bis zehn Jahre“, begründete Kurt-Alexander Michael, Schatzmeister des DJV, diesen Schritt vor den Delegierten. Letztlich müsse die Grundfrage beantwortet werden, ob der DJV stärker proaktiv oder nur reaktiv handeln solle. „Wir müssen uns fragen, ob wir das Bild des Jägers in der Öffentlichkeit verbessern wollen, uns stärker als aktiver Naturschutzverband etablieren und künftig auch gerichtlich alle Register ziehen wollen“, so Michael weiter. Der Vergleich zeige deutlich: Dem DJV steht für seine Arbeit nur ein Bruchteil der personellen und finanziellen Ressourcen anderer Naturschutzverbände zur Verfügung. Der Etat des NABU-Bundesverbands beträgt beispielsweise 34,5 Millionen Euro (117 Mitarbeiter, Stand: 2014), BUND: 21 Millionen Euro (81 Mitarbeiter, Stand: 2015), der WWF verfügt über rund 66,8 Millionen Euro (247 Mitarbeiter, Stand 2015). Der DJV weist für das Jahr 2015 einen Etat von 2,8 Millionen Euro auf und beschäftigt 15 Mitarbeiter.

Grundsatzposition Jagd: Entwurfspapier erarbeitet

Bereits am Donnerstag hatten sich die Delegierten in zwei Arbeitsgruppen mit aktuellen verbandspolitischen Themen auseinandergesetzt. In der Veranstaltung „Grundsatzposition Jagd: So geht es weiter“ wurde ein erstes Entwurfspapier diskutiert, dass voraussichtlich im Herbst in die Kreisjägerschaften eingebracht und beim Bundesjägertag 2017 von den Delegierten endgültig verabschiedet werden soll. Die Grundsatzposition dient der Weiterentwicklung der Standortbestimmung von 2013 mit Blick auf die Zukunft.

In dem Workshop wurde zudem das sogenannte Markensteuerrad vorgestellt: ein Instrument, um die Kommunikation des gesamten Verbandes – also vom Hegering über die Kreisjägerschaften, Landesjagdverbände und den Dachverband – effektiver zu gestalten. Die Pressevertreter von DJV und der Landesjagdverbände hatten im Vorfeld gemeinsam die Grundzüge des Markensteuerrads erarbeitet.

Der zweite Workshop „Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre“ widmete sich der außerschulischen Umweltbildung. Vorgestellt wurden unter anderem erste Ergebnisse der deutschlandweiten Studie „Fokus Naturbildung“, die der DJV mit dem information.medien.agrar e. V. (i.m.a) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) initiiert hat. Unter der Leitung von Josef Schneider, zuständiges Präsidiumsmitglied, haben die Workshop-Teilnehmer eine Vorlage mit dem Titel „Lernort Natur im Verband und in der Gesellschaft verankert“ erarbeitet, die den Delegierten zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Damit werden Perspektiven für die Lernort-Natur-Initiative und Maßnahmen für die kommenden Jahre aufgezeigt: So soll beispielsweise die materielle Förderung stärker angestrebt, die Schulung der Lernort-Natur-Aktiven ausgeweitet und das Zertifikat DJV-Naturpädagoge weiterentwickelt werden.

Ehrungen für engagierte Jäger

Weitere Themen des diesjährigen Bundesjägertages waren das Jubiläum der Jägerinitiative Lernort Natur mit der Sonderpreis-Vergabe sowie die DJV-Mitgliederbefragung. Dazu hatte der DJV in einer repräsentativen Umfrage erstmals soziodemographische Daten zu Jagd und Jägern erhoben. Im Rahmen der Kundgebung wurden zudem mehrere Jäger für ihr langjähriges Engagement in Sachen Jagd geehrt.

Die DJV-Position zum Luchs hatte zuvor das Präsidium verabschiedet und damit klar gemacht, dass die Jagdverbände eine natürliche Rückwanderung des Luchses in geeignete Lebensräume unterstützen. Jäger übernehmen beim notwendigen Monitoring Verantwortung, indem sie sich aktiv einbringen und Daten zuliefern wie Fotofallenbilder oder Genproben. Des Weiteren wurde der Verbandsbericht des DJV für das Jagdjahr 2015/16 vorgestellt.

Der DJV vertritt rund 245.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Als Zusammenschluss von 15 deutschen Landesjagdverbänden setzt sich der Dachverband als anerkannte Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium des DJV und entscheidet über die Leitlinien des Verbandes.

Die Preisträger des Sonderpreises 25 Jahre Lernort Natur und die Jury auf dem Bundesjägertag 2016 in Wolfsburg
Die Preisträger des Sonderpreises 25 Jahre Lernort Natur und die Jury auf dem Bundesjägertag 2016 in Wolfsburg
Der DJV-Verbandsbericht 2016 wurde auf dem Bundesjägertag in Wolfsburg vorgestellt.
Der DJV-Verbandsbericht 2016 wurde auf dem Bundesjägertag in Wolfsburg vorgestellt.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (4.v.l) erhält Wildspezialitäten aus 15 Bundesländern.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (4.v.l) erhält Wildspezialitäten aus 15 Bundesländern.
Die DJV-Verdienstnadel in Bronze wurde für außerordentliche Leistungen verliehen.
Die DJV-Verdienstnadel in Bronze wurde für außerordentliche Leistungen verliehen.
DJV-Schatzmeister Kurt Alexander Michael (Präsident LJV Rheinland-Pfalz) stellt den Jahresabschluss 2015 vor und erläutert den Haushaltsplan 2017 sowie die mittelfristige Finanzplanung des Dachverbandes.
DJV-Schatzmeister Kurt Alexander Michael (Präsident LJV Rheinland-Pfalz) stellt den Jahresabschluss 2015 vor und erläutert den Haushaltsplan 2017 sowie die mittelfristige Finanzplanung des Dachverbandes.
Für besondere Verdienste um das Jagdwesen vergab der DJV drei Verdienstnadeln in Bronze, drei in Gold und einen Ehrenhirschfänger
Für besondere Verdienste um das Jagdwesen vergab der DJV drei Verdienstnadeln in Bronze, drei in Gold und einen Ehrenhirschfänger
DJV-Präsidiumsmitglied Joseph Schneider (Landesjägermeister Saarland) leitet den Workshop
DJV-Präsidiumsmitglied Joseph Schneider (Landesjägermeister Saarland) leitet den Workshop "Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre".
DJV-Bildungsreferent Ralf Pütz diskutiert mit den Teilnehmern über die künftige Ausrichtung der Bildungs-Initiative Lernort Natur.
DJV-Bildungsreferent Ralf Pütz diskutiert mit den Teilnehmern über die künftige Ausrichtung der Bildungs-Initiative Lernort Natur.
DJV-Präsidiumsmitglied Ralph Müller-Schallenberg (r.; Präsident LJV NRW) leitet den Workshop
DJV-Präsidiumsmitglied Ralph Müller-Schallenberg (r.; Präsident LJV NRW) leitet den Workshop "Grundsatzposition Jagd"
Über 130 Delegierte nahmen am Workshop
Über 130 Delegierte nahmen am Workshop "Grundsatzposition Jagd" teil.
Zahlreiche Journalisten der Tages- und Fachpresse begleiteten den Bundesjägertag in Wolfsburg.
Zahlreiche Journalisten der Tages- und Fachpresse begleiteten den Bundesjägertag in Wolfsburg.
In der festlich geschmückten Sankt-Marien-Kirche fand eine viel beachtete Hubertusmesse statt.
In der festlich geschmückten Sankt-Marien-Kirche fand eine viel beachtete Hubertusmesse statt.
Das Bläsercorps Fallersleben Hasenwinkel unter der Leitung von Alexander Wilhelm begleitet den Festabend in der Wolfsburger Vfl-Arena
Das Bläsercorps Fallersleben Hasenwinkel unter der Leitung von Alexander Wilhelm begleitet den Festabend in der Wolfsburger Vfl-Arena
Das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes auf dem Bundesjägertag 2016
Das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes auf dem Bundesjägertag 2016
Anlässlich des 25jährigen Jubiläums Lernort Natur gestalteten Jäger in Wolfsburg mit Waldschulen, Jagdhunden und Falken ein spannendes Programm für Kinder
Anlässlich des 25jährigen Jubiläums Lernort Natur gestalteten Jäger in Wolfsburg mit Waldschulen, Jagdhunden und Falken ein spannendes Programm für Kinder
Lernort-Natur-Pädagogen der Marie-Juchasz-Schule (Langelsheim) schnitzten und bastelten mit den Kindern
Lernort-Natur-Pädagogen der Marie-Juchasz-Schule (Langelsheim) schnitzten und bastelten mit den Kindern
Das Wildschwein war eine Hauptattraktion am Lernort-Natur-Stand.
Das Wildschwein war eine Hauptattraktion am Lernort-Natur-Stand.
Falkner begeisterten mit Schleiereule und Greifvögeln.
Falkner begeisterten mit Schleiereule und Greifvögeln.
DJV-Präsident Hartwig Fischer (r.) empfängt Christian Schmidt (l.), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.
DJV-Präsident Hartwig Fischer (r.) empfängt Christian Schmidt (l.), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft.
Rita Stockhofe (2.v.l) MdB, Berichterstatterin Jagd der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erkundet mit DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke (l.), der rheinlandpfälzischen Jagdkönigin Sarah I. (2.v.r) und Hartwig Fischer (r.) die Lernort-Natur-Stände.
Rita Stockhofe (2.v.l) MdB, Berichterstatterin Jagd der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erkundet mit DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke (l.), der rheinlandpfälzischen Jagdkönigin Sarah I. (2.v.r) und Hartwig Fischer (r.) die Lernort-Natur-Stände.
Petra Crone, Jagdpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit Kindern an einem Lernort-Natur-Stand.
Petra Crone, Jagdpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit Kindern an einem Lernort-Natur-Stand.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Gespräch mit einem Falkner.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im Gespräch mit einem Falkner.

Besonderes Engagement in der Naturpädagogik: Der Deutsche Jagdverband verleiht auf dem Bundesjägertag in Wolfsburg den Sonderpreis "25 Jahre Lernort Natur"

„Wenn wir interessante Dinge vermitteln können und die Kinder mit Begeisterung dabei sind, ist es keine Arbeit, sondern Ansporn.“ Mit diesen Worten nahmen Carin Lau und Thomas Reisig am vergangenen Freitag den Sonderpreises "25 Jahre Lernort Natur" auf dem Bundesjägertag 2016 in Wolfsburg entgegen. Eine fünfköpfige Jury hatte zwischen zahlreichen Vorschlägen drei Gewinner ausgewählt.

Der mit 1.500 Euro dotierte 1. Platz ging somit an ein Konzept, welches zeigt, wie ein langjähriges Engagement für nachhaltige Bildung sorgen kann: Durch die Zusammenarbeit der Jägerschaft Döbeln in Sachsen mit dem Freizeitpark Töpelwinkel entstand die Junior-Ranger-Ausbildung – eine großartige Mischung von Wissensvermittlung und Natur erleben. Jeweils etwa 30 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 13 Jahren sind ein Jahr lang draußen unterwegs und lernen dabei viel über Landwirtschaft, Forst, Jagd und weitere Naturthemen. Wer die Abschlussprüfung schafft, ist Natur-Ranger. Jäger, Landwirte, Pflanzenexperten, Naturschützer – alle wirken zusammen, junge Menschen aus der Umgebung sind langfristig eingebunden. Diese Maßnahme ist anspruchsvoll und gibt den Jugendlichen eine Chance, sich zu orientieren – was nicht selten in einen naturnahen Berufsweg mündet.

Helfer, Stand, Land – alle wirken zusammen

Über den zweiten Platz und 1.000 Euro Preisgeld freute sich das Erlebnismuseum Lernort Natur in Monschau. Die Einrichtung, die von der Kreisjägerschaft Aachen getragen wird, geht auf die Initiative des Lernort-Natur-Obmanns Hermann Carl zurück. Durch seinen Einsatz, die Mitwirkung ehrenamtlicher Helfer und der Stadt Monschau ist in der Eifel eine Einrichtung entstanden, die fest in das touristische Konzept eingebunden ist und mit Schulen aus der gesamten Region kooperiert. „Jeder Atemzug, den wir tun, alles was wir essen und trinken, kommt aus der Natur“, sagte er im Rahmen der Preisverleihung. „Wir dürfen sie nutzen, allerdings nur so, wie sie es dauerhaft verträgt und nachhaltig bleibt.“ Durch die Jagd werde ein artenreicher und gesunder Wildbestand gesichert. Anhand der nachhaltigen Jagd solle den Kindern der vernünftige Umgang mit der Natur und deren Schutz vermittelt werden. „Unser Leben ist von der Natur sehr abhängig und von dem, was die Kinder später daraus machen.“

„Falsches Bild von der Jägerschaft“

Der dritte Preis, verbunden mit 500 Euro, zeichnet das Lernort-Natur-Engagement der Kreisgruppe Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) aus. Seit mehr als zwanzig Jahren gestaltet Obfrau Monika Berg Lernort Natur in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen und hat die Initiative damit in der gesamten Region zu einem Begriff gemacht. „Meinem Eindruck nach erkennen viele Kinder und auch Erwachsene die Zusammenhänge in der Natur nicht mehr und haben deshalb oft ein falsches Bild von der Jägerschaft und der Jagd", erklärt sie ihre Motivation.

Seit 1991 engagieren sich ehrenamtlich tätige Jägerinnen und Jäger in der Naturpädagogik. Mit dem Sonderpreis „25 Jahre Lernort Natur“ wurden nun hervorragende Leistungen in der Umweltbildung ausgezeichnet, stellvertretend für bundesweit mehr als 4.000 ehrenamtlich tätige Lernort-Natur-Aktive. Die Jury bildeten: Dr. Stephanie Dorandt (information.medien.agrar e. V.), Christoph Rullmann (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Joseph Schneider (Landesjägermeister Saarland), Heinz Kraft (DJV-Kommunikationstrainer) sowie Ralf Pütz (DJV-Bildungsreferent).


Lernort Natur

Vom Biologie-Unterricht über den Wandertag bis zur Projektwoche – für Lernort Natur gestalten gemeinsam mit Kindergärtnern und Lehrern pädagogisch geschulte Jägerinnen und Jäger Stunden in der Natur oder kommen in die Kita oder Schule und bringen alles mit: Präparate, Proben von Fellen und Pflanzen und das Lernort-Natur-Mobil. Die europaweit anerkannte Initiative wurde bereits zwei Mal – 2008 und 2010 – von der UNESCO als „Offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ anerkannt.


 

Der Deutsche Jagdverband unterstützt eine Förderschule bei Goslar. Naturpädagoge Wolfgang Ritzke und sein Team erhalten einen Auto-Anhänger, der für die Schule gestiftet wurde.

Ein USB-Stick aus einer Abwurfstange? Schmuckbänder aus einer Jagdtrophäe? Im seinem Jagdrevier bei Goslar sucht Naturpädagoge Wolfgang Ritzke mit den Jugendlichen der Marie-Juchacz-Schule nicht nur nach Holz als Werkstoff. „Unsere Jungs und Mädels haben zuletzt aus Abwurfstangen vom Rehbock tolle Sachen gebaut. Wir geben nur den Anstoß, die Kreativität und das Engagement kommen von allein“, sagt Ritzke. DJV-Präsident Hartwig Fischer übergab jetzt einen Auto-Anhänger, der für die Schule gestiftet wurde.

Übergabe Anhänger Lernort NaturMit seinen Schülerinnen und Schülern ist der 68-jährige Langelsheimer schon seit Jahren bei vielen Lernort-Natur-Aktionen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) dabei, wie zuletzt auf der Messe "Pferd und Jagd" in Hannover. Vor drei Jahren begann er, zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO), mit dem Aufbau einer Lernort-Natur-Schule in Langelsheim. Die AWO hatte eine leerstehende Werkshalle in Langelsheim bei Goslar erworben und der ehemalige Lehrer an der Berufsbildenden Schule war bereit, die Räume fachgerecht herzurichten. In drei Jahren ist dort eine Förderschule entstanden, die Jugendlichen ohne Schulabschluss neue Perspektiven eröffnet. Sie zeigt auch, was mit jagdlicher Naturpädagogik alles möglich ist, denn Lernort Natur ist ein wichtiger Bestandteil des Aus- und Weiterbildungskonzeptes.

Mit dem Auto-Anhänger wird die Schule nun mit einem weiteren wichtigen Arbeitsmittel unterstützt. „Wir reden immer von Humankapital, ein unschöner Begriff. Es sind junge Leute, die hier eine Perspektive bekommen", sagt Hartwig Fischer. "Die Jugendlichen haben tolle Ideen und entwickeln mit deren Umsetzung auch ein ganz neues Selbstwertgefühl. Sie merken, dass sie gebraucht werden." Das sei der Verdienst von Wolfgang Ritzke und seinem Team. Dort gingen die jungen Menschen nicht verloren. Der Anhänger sei daher auch ein Dankeschön für die geleistete Arbeit.

Das passt, denn viel Material muss häufig transportiert werden, um in den Werkräumen arbeiten zu können. Was die Schülerinnen und Schüler produzieren, kann sich sehen lassen: Tische, Stühle, Regale, Nistkästen, Wandschmuck und viele spezielle Anfertigungen gehören zum Repertoire. Ein Hingucker auf Messen ist ein Boot, gebaut in wochenlanger Kleinarbeit und natürlich einsatztauglich - ein Beispiel der Handwerkskunst. Hochsitze baut Wolfgang Ritzke mit den Jungen und Mädchen ebenfalls. Vor den Werkshallen wachsen in Hochbeeten frische Kräuter und Salate, von der Jagd kommen Wurst und Würstchen. Alles wird selbst verarbeitet. "Wir zeigen, wo die Nahrung herkommt und wie sie verarbeitet wird", erklärt Ritzke. "Die Jugendlichen bekommen dadurch ein neues Verhältnis zu Lebensmitteln." 

Das Elfenhaus beispielsweise wird mittlerweile für Kindergeburtstage als Insektenhäuschen ElfenhausBastelsatz angefragt. Mit den Jugendlichen fertigen Ritzke und sein Team die Holz-Bauteile für ein ökologisches Spielzeug. Denn das Häuschen ist sogleich Unterkunft für Ohrenkneifer. Im Blumenkasten aufgestellt, werden auf diese Weise sogar lästige Blattläuse ferngehalten. 

Der DJV lädt zum Bundesjägertag nach Wolfsburg ein. Rund 400 Delegierte und Gäste werden erwartet. Im Fokus stehen die DJV-Mitgliederbefragung und das 25-jährige Jubiläum der Bildungsinitiative Lernort Natur.

"25 Jahre Lernort Natur – Bildung in Feld und Flur“: Die Jägerinitiative Lernort Natur begeht in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen und ist damit im Fokus des diesjährigen Bundesjägertags. Zu diesem laden der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Niedersachsen etwa 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland für den 10. Juni nach Wolfsburg ein. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium der deutschen Jägerschaft und fasst Grundsatzbeschlüsse.

In einer öffentlichen Kundgebung am Freitag spricht ab 15 Uhr der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt MdB, über aktuelle jagdpolitische Themen. Anschließend wird der Sonderpreis „25 Jahre Lernort Natur“ an drei Preisträger verliehen. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in der Umweltbildung, stellvertretend für bundesweit mehr als 4.000 ehrenamtlicLON_Training_Parchimh tätige Lernort-Natur-Aktive. 

Zudem werden erste Ergebnisse der bundesweiten Studie "Fokus Naturbildung" vorgestellt. Dafür hat der DJV zusammen mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft Jugendliche aller Schultypen aus dem gesamten Bundesgebiet hinsichtlich ihrer Einstellung zur Natur und deren Nutzung befragen lassen.

Wer sind "die" Jäger?

Wer sind "die" Jäger eigentlich? Wie viele Stunden sind sie wöchentlich in der Natur? Und wie viel Geld geben sie für Naturschutz aus? Eine aktuelle Studie soll Aufschluss über Jagd und Jäger in Deutschland geben: Erste Ergebnisse der repräsentativen DJV-Mitgliederbefragung werden auf dem Bundesjägertag vorgestellt.

Bereits am Donnerstag, 9. Juni, werden sich Delegierte in zwei Arbeitsgruppen mit aktuellen verbandspolitischen Themen auseinandersetzen. In der Veranstaltung "Grundsatzposition Jagd: So geht es weiter“ wird ein erstes Entwurfspapier erarbeitet, dass anschließend in die Kreisjägerschaften eingebracht und 2017 von den Delegierten endgültig verabschiedet werden soll. Der Workshop "Lernort Natur: Die nächsten 25 Jahre" widmet sich einem Perspektivpapier zur jagdlichen Naturpädagogik. Zudem stehen die Bundesjagdgesetz-Novelle und der künftige Umgang mit halbautomatischen Jagdwaffen als aktuelle jagdpolitische Themen auf der Agenda.

Der DJV vertritt rund 245.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Als Zusammenschluss von 15 deutschen Landesjagdverbänden setzt sich der Dachverband als anerkannte Naturschutzvereinigung für den Schutz von Wild, Jagd und Natur ein.

Informationen zu Programm und Anfahrt gibt's HIER

 

 

Alljährlich bauen Kinder und Jugendliche am Landgut Kemper und Schlomski (LGKS) Wildscheuchen vor Beginn der Frühjahrsmahd. Um gemein­sam mit den engagierten Jugendlichen noch mehr Landwirte auf das Thema Kitzrettung aufmerksam zu machen, fand der Wettbewerb dieses Jahr im Rahmen eines Natur­schutz- und Jagderlebnistages in Ulberndorf statt.

Spaß und Nützlichkeit miteinander verbinden: Das ist das Ziel der Aktion "Kids für Kitze" in Ulberndorf, Sachsen. Die Rede ist vom Verscheuchen der Rehkitze durch selbstgebaute Wildretter vor der Frühjahrsmahd. Anders als ausgewachsene Rehe, fliehen die Kitze beim Herannahen der lauten Mähmaschinen nicht. Aufgrund ihrer fast vollständigen Geruchlosigkeit und ihrer geringen Größe ist das reglose Liegen im hohen Gras für sie der ideale Schutz vor Beutegreifern. Sie bleiben selbst bei geringer Distanz in der Regel unbemerkt.

Genau dieses Verhalten wird Ihnen bei der Mahd zum Verhängnis. Jedes Jahr kommt eine Vielzahl von Kitzen durch das Mähwerk ums Leben oder wird schwer verletzt. Um dies zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Das gezielte Absuchen der Grünflächen mit Jägern, Helfern und Hunden direkt vor der Mahd ist eine davon. Eine weitere ist das Aufstellen von Wildscheuchen im hohen Gras 1-2 Tage zuvor. Durch die unbekannten, raschelnden und klappernden Gestalten beunruhigt, holen die Ricken ihre Jungtiere über Nacht aus der Wiese und bringen sie damit in Sicherheit.

Der alljährliche Bau von Wildscheuchen und der damit einhergehende Wettbewerb um die schönste Scheuche hat am Landgut Kemper & Schlomski inzwischen Tradition. Ursprünglich von den Mitarbeitern als hofinterner Wettstreit ins Leben gerufen, beteiligen sich inzwischen immer mehr naturschutzinteressierte Kinder und Jugendliche aus der Region an der ebenso humorvollen wie lebensrettenden Aktion.

Um noch mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und das Wissen um die Kitzrettung durch das Aufstellen von Wildscheuchen weiter zu tragen, ist der Wettbewerb in diesem Jahr zu Gast beim Naturschutz- und Jagderlebnistag auf dem Lindenhof in Ulberndorf. Organisiert vom Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und dem Jagdverband Weisseritzkreis, wird den Besuchern am 1. Mai auf dem schönen alten Gehöft mit den angrenzenden blühenden Streuobstwiesen allerhand geboten. Neben Ständen mit regionalen Erzeugnissen, von Kräutern und Imkereiprodukten, über traditionelles Handwerk bis hin zu kulinarischen Spezialitäten zum vor Ort genießen, ist alles dabei. Auch die jagdliche Ausstellung unter dem Scheunendach ist stilvoll gestaltet und den ganzen Tag über gut besucht.

Den Startschuss zum diesjährigen Wettbewerb geben die Jagdhornbläser mit einem ansprechenden musikalischen Beitrag. Dann kann es losgehen: Die ersten jungen Wildretter haben sich schon einige alte Kleidungsstücke aus dem Vorrat an Bastelmaterialien gesichert. Nun stopfen sie diese hingebungsvoll mit Heu aus und befestigen sie an den vorbereiteten mannshohen Holzkreuzen. Der Fantasie sind bei der Scheuchengestaltung keine Grenzen gesetzt. Gut ist alles, was wehen, rascheln und klappern kann, um später in den Wiesen möglichst großen Eindruck auf das Rehwild zu machen. So werden unter anderem jede Menge im leichten Wind aneinander schlagende Dosen und alte Töpfe, Flatterbänder und Tücher verbaut. Ein individuelles Gesicht und ein Name dürfen bei einer echten Scheuche  natürlich nicht fehlen. Detailverliebte Gestalter schmücken ihre Figur noch mit Halsketten und Löwenzahn im Heuhaar. Der Wildscheuchenwettbewerb erweist sich einmal mehr als familientauglich. Während die Erwachsenen die Kopfbedeckung befestigen, malen die Kinder Augen, Nase und Mund auf die Gesichter. 30 Kinder haben sich auf dem Gelände eingefunden und helfen, basteln und bauen für den Wildschutz. Die Kleinsten testen zwischenzeitlich, ob alle Scheuchen auch wirklich Geräusche machen können.

Selbst nachdem alle Scheuchen fertig gestaltet sind und hübsch in Reih und Glied angeordnet dastehen, kommen viele neugierige und ernsthaft interessierte Fragen von den Besuchern. Was ist noch mal der Unterschied zwischen Vogel- und Wildscheuchen? Macht das auch in den eigenen Grünflächen Sinn? Und müssen die Figuren eigentlich menschenähnlich aussehen, um eine Wirkung zu haben? Veranstalterin Bärbel Kemper und Forstwissenschaftlerin Kerstin Heyne beantworten alle Fragen gern, klären auf und motivieren, selbst aktiv zu werden, um das Leid der Kitze zu verhindern.

Wie gut die Methode in der Praxis funktioniert, beweist die eigene Erfahrung: Seit dem Aufstellen der Scheuchen ist bei der Mahd der weitläufigen waldnahen Wiesen am LGKS kein einziges Kitz durch Mähmaschinen zu Tode gekommen. Wie viel Spaß die Kitzrettung außerdem machen kann, ist an diesem Tag deutlich sichtbar. Mit dem öffentlichen Wettbewerb konnte das Landgut-Team bislang jedes Jahr mehr Landwirte und Eigentümer bewirtschafteter Grünflächen für die Aktion gewinnen. 

Lehrerin Heike Meyer nutzt seit zehn Jahren das Lehrangebot von Lernort Natur - mit großem Erfolg. Auf der Bildungsmesse didacta in Köln trafen wir sie am DJV-Stand zum kurzen Interview.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) ist mit der Bildungsinitiative Lernort Natur auf der Messe didacta in Köln vertreten. Hier stellen Jäger Konzepte für den außerschulischen Unterricht vor sowie zahlreiche Info-Materialien, Spiel- und Bastelsätze zu unseren heimischen Wildtieren. Lehrerin Heike Meyer ist zum zehnten Mal vor Ort und erzählt begeistert von ihren Erfahrungen mit Lernort Natur. Grund genug, ihr ein paar Fragen zu stellen:

DJV: Wie sind sie auf die Bildungsinitiative Lernort Natur aufmerksam geworden?

Heike Meyer: Ich bin seit 2002 Lehrerin an der Sekundarschule in Beverungen (NRW). Seither besuche ich regelmäßig die Bildungsmesse didacta um mich über Neuheiten zu informieren. Vor zehn Jahren bin ich in Stuttgart auf den Stand und das Angebot des DJV aufmerksam geworden. Zeitgleich machte eine Freundin den Jagdschein, so dass ich mit dem Thema Jagd und Lernort Natur immer vertrauter wurde.

Wie haben sie das Thema in den Schulunterricht integriert?

In unserer Schule bieten wir für die sechste und siebte Klasse den Wahlpflichtkurs "Ökosystem Wald" an. Da passt es natürlich, mit den Schülern den Wald vor Ort zu erleben. Die Kreisjägerschaft Holzminden hat uns mit dem Lernort-Natur-Mobil begleitet. So konnten sich die Schüler ein Bild von unseren heimischen Wildtieren machen. Zusammen mit den Jägern haben wir zudem Holzstifte gebastelt, Holundersirup selbst hergestellt und natürlich Fährten gelesen. Zudem nutze ich das Lernort-Natur-Material für den Unterricht im Klassenraum. Farbfolien, Poster, Arbeitsblätter und Kopiervorlagen zu den heimischen Tierarten sind ja so aufbereitet, dass sie unkompliziert eingesetzt werden können.

Wie kommt der außerschulische Unterricht bei den Schülern an?

Angesetzt sind die Seminare zumeist bis 14Uhr. Nur selten werden wir pünktlich fertig. "So möchten wir immer Unterricht machen", bekomme ich dann zu hören. Es ist jedes Mal ein tolles Erlebnis, bei dem die Schüler spielerisch Wissen erlernen. Faszinierend ist auch, das ein fächerübergreifender Unterrricht auf diese Weise möglich ist. So lassen sich auch Themen vermitteln, die im normalen Unterricht nicht so attraktiv sind.

Überzeugt Sie als Lehrerin das pädagogische Konzept von Lernort Natur?

Die Kinder lernen hier mit allen Sinnen. Ich habe auch festgestellt, dass dadurch Wissen viel leichter aufgenommen und Bezüge hergestellt werden können. Lernen in und mit der Natur ist ein zukunftsweisender Aspekt der Pädagogik. Wir werden versuchen, das Konzept in Projektwochen öfter umzusetzen.

 

Der Deutsche Jagdverband ist mit der Bildungsinitiative Lernort Natur auf der Messe "didacta" in Köln vertreten. Jäger stellen neue Materialien und pädagogische Konzepte vor.

25 Jahre jung ist Lernort Natur. Seit 24 Jahren ist die Bildungsinitiative des Deutschen Jagdverbandes (DJV) mit einem eigenen Stand auf der Messe didacta in Köln vertreten und gehört damit zu den ersten Ausstellern. Noch bis zum 20. Februar sind die Jägerinnen und Jäger in Halle 7, Stand D 040.

Zahlreiche interessierte Besucher konnte das Team unter der Leitung von DJV-Bildungsreferent Ralf Pütz schon an den ersten zwei Messetagen begrüßen. Sehr gefragt sind die neuen Tierposter für Klassenraum und Unterricht, sowie die Spiel- und Bastelsätze für alle Altersgruppen. Weiterhin stellt der Verband das pädagogische Konzept der Initiative vor und vermittelt Kontakt zu den Naturpädagogen vor Ort. Unterstützt wird der DJV von der Kreisjägerschaft Köln, die mit ihrer Rollenden Waldschule ein echter Publikumsmagnet ist.

DJV-Präsident Hartwig Fischer, der heute den Lernort-Natur-Stand besuchte, war vom Interesse der Messebesucher begeistert: „Wir erleben hier, wie Lehrkräfte zielgerichtet naturpädagogische Angebote bei uns nachfragen. Kinder und Jugendliche erleben durch Lernort Natur die heimische Flora und Fauna aus einem neuen Blickwinkel. Dies ist ein wirksames Instrument im Rahmen der  Öffentlichkeitsarbeit und ein Anliegen der Jägerschaft. Mit über 200 Lernort-Natur-Mobilen sind Jägerinnen und Jäger bundesweit im Einsatz. Mit diesen Mobilen, zeitgemäßem Material und einem spannenden Angebot wird Natur für alle Altersgruppen erlebbar.“

Lernort Natur bietet einen lebendigen Zugang zu Natur und Umwelt, der nicht nur Kinder und Jugendliche in seinen Bann zieht. Hier werden alle Sinne angesprochen. Die Initiative zeigt, wie spannend die heimische Flora und Fauna ist und wie lohnend ihre (Wieder-) Entdeckung sein kann. Erlebnispädagogik und die handwerkliche Betätigung mit Naturmaterialien runden das Angebot ab.

Noch bis zum 20. Februar sind die Jägerinnen und Jäger auf der didacta. In diesem Jahr wieder in der Gemeinschaftsschau „Landwirtschaft und Ernährung erleben lernen“ mit vielen anderen Partnern aus dem Agrarbereich in Halle 7, Stand D 040. Vorbeischauen lohnt sich.

Weitere Eindrücke vom Messeauftritt gibt es auf Facebook. 

Auf der Messe "Jagd & Hund" in Dortmund überreicht DJZ-Chefredakteur Dr. Rolf Roosen (l.) einen 5.000-Euro-Scheck an DJV-Präsidenten Hartwig Fischer.

 

Der Paul Parey Zeitschriftenverlag unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des DJV: Auf der Messe "Jagd und Hund" in Dortmund hat DJZ-Chefredakteur Dr. Rolf Roosen (l.) einen 5.000-Euro-Scheck für die Bildungsinitiative Lernort Natur an DJV-Präsidenten Hartwig Fischer übergeben. Die erfolgreiche Bildungsinitiative der Jäger begeht in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum: Seit 1991 engagieren sich ehrenamtlich tätige Jägerinnen und Jäger bundesweit in der Naturpädagogik.

Lernort Natur - die Initiative der Jäger - zeigt auf der Bildungsmesse Didacta vom 16. bis 20. Februar in Köln ein vielfältiges Angebot

Seit einem Vierteljahrhundert machen die Jägerinnen und Jäger im Deutschen Jagdverband (DJV) mit ihrer Initiative Lernort Natur ein vielfältiges Angebot für lebendigen Naturkundeunterricht aller Schul -und Altersstufen. Im Jubiläumsjahr sind sie, wie jedes Jahr, auf der didacta und zeigen, wie spannend die Vermittlung des Wissens über die heimische Flora und Fauna sein kann.

Der Jagdverband blickt im Jubiläumsjahr nicht nur zurück: "Die Lernort-Natur-Initiative lebt vom großen Engagement der ehrenamtlich Aktiven. Wir haben zum Beispiel mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung weiterhin ein Zukunftsthema im Fokus und zeigen Wege auf, dieses Thema anschaulich zu vermitteln," sagt Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV). 

Im Jahre 1991 wurde die Initiative gestartet und hat seitdem viele Menschen aller Altersstufen in ihren Bann gezogen. Was Anfangs eine attraktive Methode der jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit war, hat sich zu einem bundesweit anerkannten außerschulischen Bildungsangebot entwickelt. Das Angebot ist vielfältig und regional an den Möglichkeiten der jeweiligen Kreisjägerschaften orientiert. Da gibt es einzeln wirkende Lernort-Natur-Aktive, ganze Gruppen oder, und das immer mehr, den Einsatz von Lernort-Natur-Mobilen, die die Natur zu den Menschen bringt. Dieses Konzept hat sich besonders in städtischen Gebieten bewährt, wo es z.B. für eine Schule nicht immer möglich ist, raus in einen Wald zu fahren.

Um die Jägerinnen und Jäger auf ihre Einsätze gut vorzubereiten, bietet der DJV ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm und die Möglichkeit einer Zertifizierung zum DJV-Naturpädagogen an. Vielfältiges Material für die Natur- und Umweltbildung hat der Verband ebenfalls produziert. 

Lernort Natur wurde in den Jahren 2008 und 2010 als "Offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet: "Das hat die ausgezeichnete Arbeit unserer ehrenamtlichen Bildungsexperten bestätigt und uns nachhaltig motiviert, diesen Weg zukunftsorientiert weiterzugehen", betont Fischer.

Auf der diesjährigen didacta in Köln präsentiert sich die Lernort-Natur-Initiative  in der Gemeinschaftsschau „Landwirtschaft & Ernährung – erleben lernen“ in Halle 7 Standnummer C-040/D-041. Leicht zu erkennen an der Rollenden Waldschule der Kreisjägerschaft Köln. 

Neuer Standort und neues Konzept: Der Deutsche Jagdverband präsentiert sich mit seinen Partnern vom 15. bis 25. Januar 2016 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin (Halle 4.2, Stand 300).

Modern, naturnah und an neuem Standort: Der Deutsche Jagdverband (DJV) präsentiert sich auf der Grünen Woche 2016 vom 15. bis 24. Januar erstmals in Halle 4.2. Fragen zu Wildtieren in der Stadt oder zur Hundeausbildung? Wildfleisch genießen oder im Biotop Greifvögel und andere heimische Arten erleben? Gemeinsam mit seinen Partnern hat der DJV ein völlig neues Messekonzept entwickelt, das rundum informiert und alle Sinne anspricht. Auf modernen Themeninseln mit Multimedia-Screens erfahren Messe-Besucher durch Videos, Broschüren und Expertengespräche Wissenswertes zur Jagd in Deutschland.

Mitarbeiter des Jagdgebrauchshundverbands (JGHV) und Hundetrainerinnen beantworten Fragen wie: „Ist mein Hund ein Jagdhund?“ Sie stellen zudem am DJV-Stand und auf der Hallenbühne verschiedene Jagdhunderassen vor, erklären, wie die Zusammenarbeit bei der Jagd und im Alltag am besten funktioniert und geben Erziehungs-Tipps – natürlich auch für Hundebesitzer ohne jagdlichen Bezug. Der Deutsche Falkenorden, einer der größten Falknerverbände weltweit, stellt das immaterielle Kulturerbe Falknerei vor. Habicht, Harris Hawk, Wanderfalke und Steinadler können Besucher hautnah erleben. Zudem informiert der DFO über seine Arbeit im Greifvogelschutz. Die Jäger zeigen in Halle 4.2., dass heimischer Hirschgulasch oder Fuchspelz Produkte einer tierschutzgerechten Jagd sind. 

Wer wissen möchte, worin sich Waschbär und Marderhund unterscheiden oder welchen Verwandtschaftsgrad Baum- und Steinmarder haben, ist im naturnahen Biotop des DJV richtig: Auf rund 170 Quadratmetern können Besucher aller Altersklassen unter fachkundiger Anleitung des Lernort-Natur-Teams pirschen und ihr Wissen zu heimischen Tieren testen. Noch mehr wissenswerte Fakten vermitteln die neu gestalteten Lernort-Natur-Poster mit Waschbär, Marder, Wolf und weiteren Wildtierarten, die auf der Messe erhältlich sind. Stadtjäger beantworten während der Messe Besucherfragen zum Umgang mit Wildtieren, etwa dem Marder auf dem Dachboden oder dem Wildschwein im Garten.

Richtig aktiv werden können Kinder auf dem halleneigenen „Marktplatz“. Dort bieten erfahrene Naturpädagogen das Basteln mit unterschiedlichen Naturmaterialien an: den Bau von Nistkästen beispielsweise oder den „Kleinsten Wald der Welt“. Wilde Happen gibt es natürlich auch: Täglich werden Spezialitäten vom heimischen Wild wie herzhaftes Gulasch, Wildbouletten oder saftiger Schinken von Gastronom Erich Einecke – Inhaber vom „Gasthaus am Gorinsee“ – angeboten. Unter dem Motto „Wild aus der Region“ kann alles probiert und gekauft werden. Wie einfach Wildbret zubereitet werden kann, zeigen Chefkoch und Restaurantinhaber Georg Barta aus Baden-Württemberg und der DJV an mehreren Tagen auf der Hallenbühne – Topfgucken und Verkostung inklusive.

Informationen zum DJV-Messeauftritt und zum Programm gibt es auf www.jagdverband.de; der DJV berichtet während der Messe auf www.facebook.com/Jagdverband und www.twitter.com/jagdverbandDJV. Wildbretanbieter und „wilde“ Restaurants finden Sie auf www.wild-auf-wild.de. Die Messe findet statt vom 15. bis 24. Januar 2016 in den Messehallen unterm Funkturm Berlin.

Übrigens: Der Deutsche Jagdverband nimmt auch 2016 am Schülerprogramm „Grüne Woche young generation“ teil. Klassen, die unter naturkundlicher Anleitung durch das Biotop pirschen wollen, melden sich einfach über die Messe an: http://gruenewoche.de/FuerBesucher/Schuelerprogramm/Eventliste.jsp

Das Programm und alle wichtigen Termine am DJV-Stand und auf dem Marktplatz in Halle 4.2 finden sich HIER.

 

Gastronom Erich Einecke – Inhaber vom „Gasthaus am Gorinsee“ – bereitet am DJV-Stand  täglich wilde Happen, wie Gulasch oder Wildbouletten, zu.
Gastronom Erich Einecke – Inhaber vom „Gasthaus am Gorinsee“ – bereitet am DJV-Stand täglich wilde Happen, wie Gulasch oder Wildbouletten, zu.
Jagdhornbläser sorgen an den Wochenenden für Musik und Stimmung am DJV-Stand.
Jagdhornbläser sorgen an den Wochenenden für Musik und Stimmung am DJV-Stand.
Mitarbeiter des Jagdgebrauchshundverbands (JGHV) und Hundetrainerinnen stellen Jagdhunde vor und geben Erziehungs-Tipps.
Mitarbeiter des Jagdgebrauchshundverbands (JGHV) und Hundetrainerinnen stellen Jagdhunde vor und geben Erziehungs-Tipps.
Auf dem DJV-Messestand werden die neuen Tierposter vorgestellt und zum Verkauf angeboten.
Auf dem DJV-Messestand werden die neuen Tierposter vorgestellt und zum Verkauf angeboten.
Im rund 170 Quadratmeter großen Biotop können Besucher aller Altersklassen unter fachkundiger Anleitung des Lernort-Natur-Teams pirschen und ihr Wissen zu heimischen Tieren testen.
Im rund 170 Quadratmeter großen Biotop können Besucher aller Altersklassen unter fachkundiger Anleitung des Lernort-Natur-Teams pirschen und ihr Wissen zu heimischen Tieren testen.
Auf den DJV-Medienwänden werden die neuen Animationsfilme
Auf den DJV-Medienwänden werden die neuen Animationsfilme "Wildtiere in der Stadt" vorgestellt.
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