Eine Fläche in der Größe von rund 40 Fußballfeldern brachten Jäger und Bauern dank des Wildschutzprogramms Feld & Wiese (WFW) des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) zum Blühen. Ermöglicht wurde die Blütenpracht durch ein spezielles Förderprogramm im Rahmen des WFW, das im April 2018 startete und für das bis jetzt rund 35.000 Euro eingesetzt wurden.

Seither konnten Jäger und Landwirte gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt im Offenland durch das WFW fördern lassen. Der Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem die Förderung von Saatgut für ein- und mehrjährige Ökologische Vorrang- und Blühflächen, von Rebhuhnfütterungen sowie von Fallen und Fallenmeldern. „Unser Maßnahmenkatalog unterstützt Lebensraumverbesserungen und Prädatoren-management – die beiden Säulen des WFW“, sagt WFW-Projektleiterin Sarah Wirtz. „Wenn Jäger und Landwirte eng zusammenarbeiten, kann der Verlust der Artenvielfalt auf unseren Feldern reduziert werden.“

25 Reviere aus neun Landkreisen haben vom Saatgutprogramm Gebrauch gemacht und eine Gesamtfläche in der Größe von rund 40 Fußballfeldern (ca. 43 Hektar) mit speziell für das WFW zusammengestellten Saatmischungen eingesät. „Das Besondere an den WFW-Mischungen: Die eingesäten Flächen bieten eine große Blütenvielfalt mit langer Blühdauer, was Insekten sehr zu Gute kommt“, so Wirtz. Die Bewohner des Offenlandes wie Feldhasen, Rebhühner, Kiebitze oder Feldhamster profitieren von der Pflanzenvielfalt durch ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot, Versteckmöglichkeiten und Schutz vor Witterung. Je nach Maßnahme und Saatgut-Auswahl (ein- oder mehrjährig) übernimmt das WFW zwischen 20 und 75 Prozent der Kosten für die Saatmischung.

90 Bausätze für Rebhuhnfütterungen förderte das WFW seit Beginn des Programms im April. Die Förderung dieser Maßnahme sieht eine 80-prozentige Kostenübernahme und die kostenfreie Lieferung von 25 Liter Futterweizen pro bestellter Fütterung vor. 21 Reviere aus neun Landkreisen bestellten die Bausätze. „Diese Maßnahme dient dazu, Rebhühner vor allem unmittelbar nach der Ernte und in den kommenden Wintermonaten bei der Nahrungssuche zu unterstützen“, betont die WFW-Projektleiterin.

Da Beutegreifer, wie der Fuchs, einen wesentlichen Faktor darstellen, der die Artenvielfalt im Offenland gefährdet, fördert das WFW zudem Fangjagd-Systeme (Fallen und Fallenmelder) mit 25 bis 40 Prozent der Kosten für Fanggeräte und 70 Prozent für Fallenmelder. „Beutegreifer lassen sich nicht allein durch die klassische Ansitzjagd regulieren“, erklärt WFW-Lebensraumberater Christian A. Lintow. „Nur eine intensive Fangjagd kann die hohen Raubwilddichten nachhaltig senken.“ Insgesamt gingen 39 Fanggeräte und 67 Fallenmelder an 18 Reviere in acht Landkreisen. Werden Fallenmelder am Fanggerät installiert, erhält der Jäger eine Benachrichtigung, sobald die Falle ausgelöst wurde. Das ermöglicht eine zeitnahe Kontrolle der eingesetzten Fallen.

„Das Förderprogramm des WFW ist auf großes Interesse bei Jägern und Landwirten gestoßen“, freut sich Wirtz. „Wir stehen aber erst am Anfang. Wenn wir mehr Kooperationen zwischen Jägerschaft und Landwirtschaft mit unserem Programm anregen können, wäre das ein echter Gewinn für die Artenvielfalt in Rheinland-Pfalz.“

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu in Nordrhein-Westfalen, behauptet in einem Zeitungsinterview, er habe noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen. Greifvögel im Jagdrecht seien gefährdet durch illegale Abschüsse und Vergiftung. DJV, LJV NRW und DFO meinen: Fakenews oder schlechte Erinnerungsgabe. Schließlich hat Tumbrinck schon Falken gemeinsam mit Jägern beringt.

Unverständnis herrscht bei Deutschlands Jägern und Falknern über das Interview des Nabu-Funktionärs Josef Tumbrinck von Mitte Juni in der Westdeutschen Zeitung. Dort versteift sich Tumbrinck auf die Aussage, er habe noch nie einen Jäger erlebt, der etwa für den Schutz eines Wanderfalkens einen Schornstein hochsteigt. Zudem stelle das Jagdrecht ein Einfallstor für illegale Abschüsse und Vergiftungen von streng geschützten Tieren dar. Der Deutsche Falkenorden (DFO), der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) protestieren gegen diese Stimmungsmache: Entweder sind es Fakenews oder Tumbrinck hat eine schlechte Erinnerungsgabe wie ein Foto aus dem Jahr 2015 zeigt.

Damals hatte der Nabu-Vorsitzende gemeinsam mit Falknern einen Wanderfalken auf einem Kirchturm beringt. Überdies haben geschützte Arten im Jagdrecht einen noch höheren Schutzstatus als unter dem Naturschutzrecht. „Mit solchen Behauptungen stellt die Führungsspitze des Nabu ihre Glaubwürdigkeit in Frage und gefährdet gute gemeinsame Artenschutzprojekte auf Arbeitsebene“, sagten die Präsidenten Hartwig Fischer (DJV) und Ralph Müller-Schallenberg (LJV NRW).

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist als Schlüsselart anzusehen, wenn es um aktiven Greifvogelschutz durch Jäger und Falkner geht: 1.099 Jungtiere haben sie zwischen 1973 und 2010 erfolgreich gezüchtet und ausgewildert. Seit 2011 wird das Schutzprojekt mit deutschem Knowhow in Polen weitergeführt. „Unsere langjährigen erfolgreichen Schutzbemühungen mit einem Satz völlig in Abrede zu stellen, verstehen wir nicht als das dringend notwendige Aufeinanderzugehen oder die Anerkennung der Leistungen beider Seiten. Ob Schornstein oder Kirchturm – unsere Basis war und ist gemeinsam in schwindelerregenden Höhen unterwegs, um die Bestände des Wanderfalken national wie international zu sichern. Jede andere Behauptung ist falsch“, so der DFO-Vorsitzende Hans-Albrecht Hewicker. Er hat auf das Tumbrinck-Interview jetzt mit einem offenen Brief reagiert.

Die drei Verbände rufen Falkner und Jäger dazu auf, dem Nabu mit dem Hashtag #vogelzeigen in den sozialen Medien im wahrsten Sinne des Wortes einen Vogel zu zeigen: Von Rebhuhn über Auerhuhn, Wiesenweihe bis hin zu Rotschenkel und Wanderfalke – Jäger betreuen bundesweit zahlreiche Vogelschutzprojekte.
 
Weiterführende Informationen:

Greifvogelschutz durch Jäger:
https://d-f-o.de/greifvogel-und-naturschutz.html

Tumbrinck-Interview in der Westdeutschen Zeitung:
www.wz.de/home/panorama/nabu-landesvorsitzender-naturschuetzersind-nicht-die-feinde-der-jaeger-1.2705823


Der offene Brief von Hans-Albrecht Hewicker, Vorsitzender des Deutschen Falkenorden (DFO), an Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu Nordrhein-Westfalen:


Sehr geehrter Herr Tumbrinck,

Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?

„Ich habe jedoch noch nie einen Jäger gesehen, der etwa für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigt, um dort nach dem Rechten zu sehen.“ So lautet eine Ihrer Aussagen vom 19. Juni 2018 in der WZ, angesprochen auf Ihre Meinung zur Novellierung des LJG in NRW.

Erinnerungslücke: Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu NRW, beringt 2015 gemeinsam mit Jägern einen jungen Wanderfalken. Werter Herr Tumbrinck – um es ähnlich plakativ zu formulieren: Wir Falkner, die auch Jäger sind, denn Falknerei ist ein Teil der Jagd, steigen seit 1977 jedes Jahr sogar häufig für Wanderfalken auf Schornsteine und sehen dort nach dem Rechten!

Doch nicht nur auf Schornsteine: Wir klettern in Felswände, seilen uns dort auf und ab. Wir besteigen Bäume, stehen auf Drehleitern der Feuerwehr und sehr häufig sieht man uns in Hubsteigern, aktuell vor allem in Polen.

Es waren wir Jäger, es waren wir Falkner, die in den 1970ern damit begonnen haben, Wanderfalken zur Auswilderung zu züchten. Die Vermehrung von Greifvögeln in Menschenhand wurde ausschließlich von Falknern entwickelt – gegen den Widerstand von Naturschutzverbänden und insbesondere des NABU. Das Wissen, wie man einen gezüchteten Vogel erfolgreich auf sein Leben in der freien Wildbahn vorbereitet, ist Jahrtausende alt. Dieses Wissen entstammt aus der Jagd, entstammt einer der ältesten Jagdarten der Welt, die 2010 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde: Der Beizjagd.

Josef Tumbrinck (NABU-Vorsitzender NRW) hat mit Jägern junge Wanderfalken beringt und setzt diese auf einen Kirchturm zurückDas Projekt zur Wiederansiedlung durch Auswilderung von Wanderfalken, deren Population durch den DDT-Einsatz in den 1950er/60er Jahren auf ein Minimum zusammengebrochen war, war so erfolgreich, dass es 2010 nach 37 Jahren beendet werden konnte. 1.099 junge Wanderfalken sind in diesem Zeitraum gezüchtet und erfolgreich ausgewildert worden. Das ist neben der Horstbewachung, bei der wir oft zusammen mit Kollegen und Freunden aus dem NABU in Tarnzelten die Tage und Nächte verbracht und „nach dem Rechten“ gesehen haben, die Basis dafür, dass wir heute bundesweit eine nie dagewesene Bestandsdichte von Falco peregrinus in Deutschland vorfinden.

Der Himmel über Deutschland ist voll mit Wanderfalken. So voll, dass Jäger und Falkner mit ihrem Know-how und jungen Vögeln aus internationaler sowie heimischer Zucht aktuell das Projekt unserer polnischen Falknerfreunde zur Wiederansiedelung einer baumbrütenden Wanderfalkenpopulation in Polen unterstützen. Seit 2011 sind dort bisher 159 Wanderfalken aus der Zucht von DFO-Mitgliedern ausgewildert worden. Auch dort zeichnet sich die Wiederholung der deutschen Erfolgsstory ab!

Doch damit nicht genug: Gerade jetzt im Juni gelangen bundesweit fast täglich verunfallte, abgestürzte und völlig entkräftete junge Wanderfalken in die Hände von Jägern und Falknern. Dort werden sie – entsprechend dem Zustand des Patienten – medizinisch versorgt und gepflegt – bei Härtefällen inklusive einem Training, um sie fit für ihr Überleben in freier Wildbahn zu machen.

Oft ist es zum Glück mit dem Zurücksetzen der Findlinge in den elterlichen Horst oder zu Adoptiveltern getan: Dafür erklimmen wir neben Schornsteinen Kirchtürme, Hochhäuser, senkrechte Felswände und Strommasten. Oft und gerne unterstützt von Ihren Kollegen an der Basis, lieber Herr Tumbrinck.

Es mag aus Ihrer Sicht opportun sein (einträglich mag es im Hinblick auf die Spendenbereitschaft einer uninformierten Öffentlichkeit sicherlich sein), gegen Jagd und Jäger, gegen praktischen Naturschutz zu wettern. Vielleicht aber verlassen Sie ja bei Gelegenheit mal Ihren Schreibtisch und begleiten uns wie Ihre Basis vor Ort bei Pflege, Zurücksetzen, Training und Auswilderung der Wanderfalken in Falknerhand. Was Sie dann zu sehen bekommen werden, sind:

Jäger.

Einladung steht.

Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Albrecht Hewicker
Vorsitzender des Deutschen Falkenorden

Zwischen Bundestagsdebatten und Parteiführung hat FDP-Chef Christian Lindner nun doch Zeit gefunden, den lange angestrebten Jagdschein zu machen. An der privaten Jagdschule auf Gut Grambow westlich von Schwerin legte der 39-Jährige jetzt seine Jagdprüfung ab. 

Zwischen Bundestagsdebatten und Parteiführung hat FDP-Chef Christian Lindner nun doch Zeit gefunden, den lange angestrebten Jagdschein zu machen. An der privaten Jagdschule auf Gut Grambow westlich von Schwerin legte der 39-Jährige jetzt seine Jagdprüfung ab. Der in Neubrandenburg erscheinende «Nordkurier» hatte unter Hinweis auf ein Foto Lindners mit Jagdlehrer und Urkunde über dessen erfolgreichen Abschluss berichtet. «Weidmannsheil an unsere Jungjäger von der Juni Prüfung 2018», heißt es auf der Facebook-Seite der Jagdschule dazu.

Der Leiter der Jagdschule, Helmut Herbold, bestätigte, dass Lindner nun geprüfter Jäger sei. Er habe in allen Prüfungen, einschließlich des Schießens, sehr gute Ergebnisse erzielt. Ein eigenes Jagdrevier könne der in Nordrhein-Westfalen beheimatete Politiker aber erst nach drei Jahren übernehmen. Laut Herbold legen auf Gut Grambow jährlich etwa 440 angehende Weidmänner ihre Prüfung ab.

Im Februar hatte Lindner in Berlin angekündigt, in diesem Frühjahr einen neuen Anlauf nehmen zu wollen, um endlich den Jagdschein zu machen. Wegen seiner beruflichen Belastung habe er die Prüfung mehrfach verschoben. So hätten ihn im vergangenen Jahr die Wahl und die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen davon abgehalten.

Wolf, Afrikanische Schweinepest und Artenschutz in der Agrarlandschaft sind Themen beim Bundesjägertag 2018 in Bremen. Etwa 400 Delegierte und Gäste sind vor Ort. Gestern führte eine Exkursion ins Bremer Blockland.

Unter dem Motto „Marke Jagd auf neuen Wegen“ tagt seit Donnerstag der Bundesjägertag in Bremen. Etwa 400 Delegierte und Gäste sind der Einladung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Landesjägerschaft Bremen in den Norden gefolgt.

Am Donnerstag führte eine Exkursion ins circa 3.000 Hektar große Bremer Blockland zu Polderflächen, die als Grünland bewirtschaftet werden. In einer einzigartigen Kooperation zwischen dem BUND Bremen und der Landesjägerschaft Bremen e.V. werden dort seltene Wiesenbrüter geschützt. Die Kombination von lebensraumverbessernden Maßnahmen und Fuchsbejagung ist erfolgreich: Die Zahl der Brutvögel hat sich seit 2013 verdoppelt.

Der Delegiertenversammlung am Vormittag folgt ab 15 Uhr die die Podiumsdiskussion zu Themen wie Afrikanische Schweinepest, Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und künftiger Umgang mit dem Wolf. Der Deutsche Jagdverband berichtet fortlaufend von der Veranstaltung auf seinen Kanälen Facebook, Twitter und Instagram.

Bundesjägertag 2018 - Delegiertenversammlung

Felle aus nachhaltiger Nutzung, Afrikanische Schweinepest und der Wolf: Wie vielschichtig die Verbandsarbeit ist, zeigt der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Jagdverbandes.

Anlässlich des Bundesjägertages 2018 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute in Bremen seinen neuen Verbandsbericht vorgestellt. 82 Seiten dokumentieren die Schwerpunktthemen des Jagdjahres 2017/18 und die Arbeit des Dachverbandes der Jäger. Im Fokus steht etwa die hochansteckende Virusinfektion "Afrikanische Schweinepest" mit Hinweisen dazu, wie Landwirte Jäger unterstützen können und wie das Tierfund-Kataster im Seuchenfall helfen kann.

Gewinnung und Verwertung von Fellen aus nachhaltiger Nutzung sind ein weiterer Schwerpunkt im Heft. Denn der Bedarf an qualitativ hochwertiger Ware aus nachhaltiger Jagd steigt: Die Fellwechsel GmbH bietet mit Bälgen von Wild aus heimischen Revieren eine Alternative. Der Bericht nennt Hintergründe zum Sammeln und zum Qualitätsmanagement. Klare Regelungen braucht es auch für den Umgang mit dem Wolf. Der DJV fordert die Politik zum Handeln auf und den Wolf ins Bundesjagdrecht – für ein besseres Qualitätsmanagement.

Zahlreiche weitere Themen haben den DJV im vergangenen Jagdjahr auf politischer Ebene beschäftigt wie die Änderungen des Waffengesetzes und das unstrukturierte Verfahren bei der Wahl der landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Zudem dokumentiert der Bericht die Arbeit am Wildtier-Monitoring des Verbandes, dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), und stellt wissenschaftliche Projekte mit Unterstützung des DJV vor. Wichtige Ereignisse für Verband und Jägerschaft sind unter der Rubrik „Schlaglichter“ zusammengefasst.

Lesenswert sind zudem Zahlen, Daten und Fakten zur Jagd und zum Verband sowie Informationen zur Akademie für Wild, Jagd und Natur und zur Pressearbeit: So ist der DJV etwa seit August 2017 neben Facebook, YouTube und Twitter auch auf Instagram aktiv. Auf nahezu allen Seiten des Heftes weisen Links auf Filme, Bildergalerien, Bestellmöglichkeiten oder zusätzliche Informationen hin. Den DJV-Verbandsbericht gibt es auf www.jagdverband.de als leseoptimiertes PDF oder zum Herunterladen. Bis zu 2 Exemplare können kostenlos im DJV-Shop bestellt werden, ab 3 Stück fallen Paket-Versandkosten an, die vom Besteller zu tragen sind.

Kontakt:

DJV-Service GmbH
Friesdorfer Straße 194a
53175 Bonn
(02 28) 38 72 90-0
info@djv-service.de

Jagdgegner sind mit ihrem Versuch gescheitert, Stiftungen und anderen Organisationen die Möglichkeit zu eröffnen, das Jagen auf ihren Grundstücken aus ethischen Gründen zu untersagen.

Zwei Stiftungen aus Niedersachsen und Bayern hatten in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde eingereicht. Das Bundesverfassungsgericht nahm beide Klagen nicht zur Entscheidung an, weil sie unzulässig seien, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde (Az. 1 BvR 3250/14, 1 BvR 3251/14).

Grundstückseigentümer, deren Flächen in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk liegen, sind prinzipiell dazu verpflichtet, das Jagen auf ihrem Besitz zu dulden. Einzelpersonen, die die Jagd ablehnen, können aber seit 2013 die sogenannte Befriedung ihrer Grundstücke beantragen. Anlass für die Gesetzesänderung war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. Für juristische Personen gibt es diese Möglichkeit nicht.

Die beiden Stiftungen wollten eine Ausweitung der Regelung erzwingen - ohne Erfolg. Die Verfassungsrichter prüften die Klagen wegen formaler Fehler allerdings nicht inhaltlich. Die Stiftungen hätten zentrale Fragen zunächst von den Fachgerichten klären lassen müssen.

Rund 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland kommen Mitte Juni nach Bremen zum Bundesjägertag. Gastgeber sind der DJV und die Landesjägerschaft Bremen. Wolf, Afrikanische Schweinepest, Artenschutz in der Kulturlandschaft - kontroverse Themen sind Inhalt einer Podiumsdiskussion. Ebenfalls auf dem Programm: eine Exkursion zu einem vorbildlichen Artenschutzprojekt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Bremen laden am 14. und 15. Juni zum Bundesjägertag in das Kongresszentrum Bremen ein. Etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland werden erwartet – darunter Delegierte der Landesjagdverbände, Landes- und Bundespolitiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Unter dem Motto „Die Marke Jagd auf neuen Wegen“ stehen unter anderem Felle aus heimischer Jagd als nachhaltige Ressource im Fokus.

Zum Auftakt informieren sich die Teilnehmer bei einer Exkursion in das „Bremer Blockland“ über ein gemeinsames Artenschutzprojekt von Landesjägerschaft Bremen und BUND. Ziel ist eine nachhaltige und effektive Raubwildbejagung, um vor allem Bodenbrüter in einem der bedeutendsten Wiesenvogelschutzgebiete Norddeutschlands zu erhalten. Markus Henke, Vizepräsident der Landesjägerschaft Bremen, leitet die Exkursion. Zudem werden verschiedene Rebhuhn-Projekte einzelner Landesjagdverbände am Veranstaltungsort vorgestellt.

Mit einer Podiumsdiskussion endet der öffentliche Teil des Bundesjägertages: Vertreter von Landnutzerverbänden diskutieren kontroverse Themen wie der künftige Umgang mit dem Wolf, Artenschutz in der Agrarlandschaft oder Afrikanische Schweinepest. Geplant ist ein Live-Übertragung im Internet.

Auf dem Bundesjägertag findet jährlich die Delegiertenversammlung statt, sie ist das höchste Beschlussgremium des DJV. Die Delegierten von 15 Landesjagdverbänden treffen Grundsatzentscheidungen und diskutieren über aktuelle jagdliche Themen. Ausgerichtet wird der Bundesjägertag vom DJV und jeweils einem Landesjagdverband. Weitere Informationen zur diesjährigen Veranstaltung gibt es hier: www.jagdverband.de/node/8515.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in einem aktuellen Positionspapier zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten. Eine generelle Bejagung ist damit nicht möglich, da der große Fleischfresser über die FFH-Richtlinie weiterhin streng geschützt ist.

Der Wolf war früher in ganz Europa verbreitet. Nachdem er im 18. und 19. Jahrhundert in West- und Mitteleuropa in vielen Gebieten im gesellschaftlichen Konsens durch menschliche Verfolgung zurück-gedrängt oder auf wenige, isolierte Vorkommen beschränkt wurde, gab es im Jahr 2000 wieder einen Reproduktionsnachweis von Wölfen in Deutschland (Muskauer Heide/Sachsen). Seitdem erschließen sich Wölfe mit zunehmender Geschwindigkeit neue Lebensräume und haben sich in den Bundes-ländern Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fest etabliert.

Nach letztem offiziellen Stand des Bundesamtes für Naturschutz wurden im Monitoringjahr 2016/17 in Deutschland mindestens 60 Wolfsrudel, 13 Paare und 3 territoriale Einzeltiere nachgewiesen. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl noch nicht erfasster Vorkommen und nicht territorialer Einzelwölfe. Für das Jahr 2016 konnten über 200 Wolfswelpen in Deutschland bestätigt werden. Die bisherige Dynamik von Populationswachstum und -ausbreitung hat dabei auch sehr optimistische Erwartungen deutlich übertroffen. Aus den belegten Ergebnissen des Monitorings in Deutschland lässt sich kontinuierlich ein Zuwachs von über 30 Prozent pro Jahr ablesen. Die Wiederausbreitung ist nicht zuletzt ein Resultat der von den Jägern mitgetragenen Schutzbemühungen auf nationaler und internationaler Ebene. So galt der Wolf in der Bundesrepublik Deutschland seit 1987 als streng geschützte Art. Mit der Wiedervereinigung wurde der Schutzstatus auf ganz Deutschland ausge-weitet und 1992 wurden Wölfe EU-weit unter den Schutz der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) gestellt (Deutschland: Anhang II und IV).

Ziel der FFH-Richtlinie ist die Wiederherstellung bzw. Bewahrung eines günstigen Erhaltungszustandes für die in den Anhängen genannten Arten. Dieser grundsätzlich zu begrüßende Ansatz erfordert den Blick auf die jeweils einzelne Art, genauso wie deren Wirkungen auf andere Arten bzw. deren Lebensräume. Für die großen Beutegreifer in Europa sind die fachlichen Kriterien für die rein artliche Beurteilung des Erhaltungszustandes in den „Leitlinien für Managementpläne für Großraub-tiere in Europa“ (Linnell et al. 2008) aufgeführt, welche die EU-Kommission als nicht rechts-verbindliche Auslegungshilfe heranzieht. Diese Leitlinien gehen ausschließlich von einer Bewertung des Erhaltungszustandes von Großraubtieren auf Populationsebene aus. Die deutsch-westpolnische Subpopulation lebt nach Ansicht zahlreicher Experten an der Westgrenze des zusammenhängenden nordosteuropäisch/baltischen Wolfsvorkommens, welches sich zügig ausbreitet und dessen günstiger Erhaltungszustand nie in Frage stand (u. a. Czarnomska et al. 2013, Herzog 2017). Der DJV teilt diese Ansicht. Ein genetischer Austausch innerhalb dieses Vorkommens ist nachgewiesen, was schon allein die Tatsache der Besiedelung Westpolens und Deutschlands aus dieser Region sowie nachgewiesene Zu- und Abwanderungen von Wölfen belegen.

Die Tatsache, dass es in den vergangenen Jahrzehnten ununterbrochen zu einer Zuwanderung von Wölfen in die heutigen neuen Bundesländer gekommen ist, der bis 1990 mit einer konsequenten Bejagung dieser Individuen begegnet wurde, zeigt für sich genommen bereits den günstigen Erhaltungszustand der osteuropäischen Population.

Daneben lassen neuere Entwicklungen erkennen, dass sich von Frankreich und der Schweiz ausgehend Tiere der Alpinen Wolfspopulation bis nach Baden-Württemberg bzw. ins nördliche Lothringen ausgebreitet haben. Zudem kam es im Jahr 2017 im Bayerischen Wald durch die Bildung eines Wolfspaares erstmals zur Vermischung von Tieren der abruzzo-alpinen und der baltisch-osteuropäischen Population in Deutschland, womit die wichtige Vernetzung zwischen diesen beiden Populationen eingeleitet ist.

Forderung:

  • Der DJV fordert die Bundesregierung dringend auf, ihre Bemühungen zum Aufbau eines wissenschaftlich belastbaren Wolf-Monitorings in Abstimmung mit Polen zu intensivieren und mit dem Baltikum sowie mit Frankreich, der Schweiz, den Benelux-Staaten und Dänemark aufzunehmen, um mittelfristig das Ziel eines gemeinsamen, grenzüber-schreitenden Managements zu erreichen. Das Monitoring einer grenzüberschreitenden Wolfspopulation darf nicht an Ländergrenzen oder bürokratischen Hürden scheitern. Insbesondere müssen Monitoring-Ergebnisse national und international zeitnah abgestimmt und veröffentlicht werden.
  • Die bereits vorhandenen und künftig zu erwartenden Ergebnisse der zahlreichen molekularen Analysen sind in regelmäßigen Abständen in einer Datenbank zu veröffentlichen und gemäß dem Umweltinformationsgesetz (UIG) jedermann zugänglich sein.
  • Der Schwerpunkt genetischer Untersuchungen ist auf die Zusammenhänge des deutschen Wolfsvorkommens zu denen in den Nachbarländern zu legen.
  • Für Deutschland sind zusätzliche unabhängige und zertifizierte Referenzlabore auszuwählen, um einerseits Kapazitätsengpässen entgegen zu wirken, ggf. in Zweifelsfällen durch Kontrollanalytik Unsicherheiten auszuräumen und schließlich die Möglichkeit für Ringversuche im Sinne einer permanenten Qualitätskontrolle zu ermöglichen.
  • Der DJV fordert von den Entscheidungsträgern eine Klarstellung, dass gemäß den Leitlinien der „Large Carnivore Initiative for Europe“ (LCIE) die Bezugsgrößen für den Erhaltungszustand des Wolfes immer für eine gesamte Population gelten und nicht etwa für Vorkommen innerhalb politisch abgegrenzter Gebiete oder biogeografischer Regionen.

 

Umfassendes Wildtiermanagement gefordert

Der Wolf ist in Deutschland wieder großflächig anwesend. Als Großraubtier steht er damit in zahl-reichen Beziehungen zu anderen Tierarten, zu deren oftmals geschützten Lebensräumen und zum Menschen. Im Rahmen eines ganzheitlichen Wildtiermanagements sind neben den Beständen seiner klassischen Beutetiere auch andere Wild- und Nutztierarten zu berücksichtigen, aus denen sich z.B. Hegeverpflichtungen oder Artenschutzmaßnahmen für die Jägerschaft, Forstverwaltungen und Grundeigentümer ergeben. Dies gilt insbesondere für Wildtierarten, die im Gegensatz zum Wolf keinen positiven Populationstrend aufweisen. Gleiches gilt für die Lebensräume und Biotope in denen Wölfe leben. So kommt es z.B. nicht selten vor, dass das Vordringen von Wölfen in geschützte Natura 2000 Gebiete in Widerspruch mit den geschützten FFH-Lebensraumtypen des Grünlandes gerät, die ausschließlich durch eine naturnahe Weidewirtschaft erhalten werden können.

Verantwortungsvolles Wildtiermanagement verlangt eine gleichrangige Berücksichtigung der in einem Lebensraum vorkommenden Wildtierarten. Die Eingrenzung z.B. des Rotwildes auf behördlich ausgewiesene Bewirtschaftungsgebiete in einigen Bundesländern ist mit der Forderung nach der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes nicht vereinbar.

In das Wildtiermanagement müssen die praktischen Erfahrungen der Jägerinnen und Jäger einbezogen werden; sie dürfen nicht ausgegrenzt werden. Ihre Erkenntnisse aus der Praxis sind für die wissenschaftliche Betrachtung unverzichtbar. In allen Gremien des Wolfsmanagements müssen die Jägerinnen und Jäger, Landbewirtschafter und Eigentümer fest eingebunden werden.

Ferner muss das gesamte Wildtiermanagement auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt werden und bedarf auch in seinem theoretischen Ansatz einer deutlichen Professionalisierung sowie einer Zieldefinition. In Bezug auf die Wolfspopulation muss dies unabdingbar bedeuten, dass eine klare und nachvollziehbare Aussage über die maximale Anzahl der in den verschiedenen Lebensräumen vorkommenden Tiere getroffen wird. Dabei gilt es auch die sozio-ökonomische Tragfähigkeit zu berücksichtigen, die in aller Regel unter der ökologischen Tragfähigkeit des Raumes liegt (Linnell et al. 2008). Erst anhand einer solchen Festlegung kann und muss entschieden werden, welche Maßnahmen des praktischen Managements langfristig ergriffen werden, um die Wolfs-population auf einem allgemein akzeptierten Niveau zu halten.

Forderung:

  • Die derzeit in Deutschland noch bestehenden Rotwildbewirtschaftungsgebiete sind aufzu-lösen, um die Nachhaltigkeit seiner Bewirtschaftung auf der gesamten Fläche sicher zu stellen.
  • Das Muffelwild verdient ein Schutz- und Erhaltungskonzept. Es ist eine in Deutschland seit langem heimische Art, deren weltweit größte Vorkommen heute in Mitteleuropa leben, aber in ihren ursprünglichen Insellebensräumen hochgradig gefährdet sind. Der Bestand in der Muskauer Heide wurde frühzeitig durch den Wolf ausgelöscht, das für den Erhalt der Art genetisch wertvolle Vorkommen in der Göhrde (Niedersachsen) steht kurz davor (Herzog und Schröpfer 2016).
  • Die Regulierung der Schalenwildbestände nach rein ökonomischen Gesichtspunkten der Forstwirtschaft ist in Wolfsgebieten nur unter der Einschränkung möglich, dass die Bestände nachhaltig gesichert sind.
  • Wolfs-Hybriden sind aus Gründen des Artenschutzes unerwünscht und von daher zu entnehmen. Hybriden sind vom strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes auszunehmen.

 

Aus Sicht der Jägerschaft sind folgende Fragen zu klären:

  • Wie entwickeln sich Wolf-Beutetier-Beziehungen in der Kulturlandschaft?
  • Welchen Einfluss hat der Wolf langfristig bei flächendeckender Präsenz auf das bestehende Tierartenspektrum, dessen Bestand und Verhaltensänderungen bei bestimmten Arten?
  • Welche Schutz- und Hegemaßnahmen sind bei drohendem oder erkennbarem Artenverlust einzuleiten?
  • Welche jagdpraktischen Auswirkungen hat die Anwesenheit des Wolfes u. a. auf das Verhalten des Schalenwildes, die Wildschadensentwicklung in Wald und Feld, die Gefährdung von Hunden im jagdlichen Einsatz?

Die Jägerschaft ist bereit, die Durchführung geeigneter Forschungsprojekte zu unterstützen.

Transparenz im Umgang mit Monitoring-Daten

Jäger übernehmen Verantwortung, indem sie sich - zum Teil auch auf vertraglicher Basis - aktiv in das Monitoring der Bundesländer einbringen und Daten über Hinweise auf Wolfsvorkommen zuliefern (u.a. Bilder aus Fotofallen, Spurenprotokolle, Losungsfunde, Rissbegutachtungen). Die Jäger fordern im Gegenzug aber auch die dauerhafte Einbindung bei der Bewertung der wissenschaftlichen Ergebnisse für die Praxis.

Über die jährlichen Monitoring-Berichte der Länder zum Wolf ist der Austausch mit allen Betroffenen zu fördern. Die zusammengefassten Ergebnisse des Monitorings sind auch auf Bundesebene zeitnah in Form eines anschaulichen Berichtes zur Verfügung zu stellen und entsprechend zu kommunizieren. Die eingerichtete Beratungs- und Dokumentationsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) erfüllt diesen Zweck bislang nur unzureichend.

Forderung:

  • Es ist ein solides, nationales wie grenzüberschreitendes Monitoring aus- bzw. aufzubauen. Dazu sind Systeme für den Wolfsnachweis zu entwickeln, bei denen insbesondere die Wiedererkennung weiblicher Tiere erhöht wird (z.B. Besenderung, Welpenfang und Markierung). Die anzuwendenden Methoden sind dem rasch anwachsenden Wolfsbestand anzupassen. Der Versuch des flächendeckenden Einzelnachweises ist alsbald durch ein „stratifiziertes Monitoring“ zu ersetzen (vgl. hierzu Reinhard et al. 2015, Punkt 3.4).
  • Es ist dafür Sorge zu tragen, dass die Anzahl „erfahrener Personen“ entsprechend dem Populationswachstum der Wölfe erhöht wird.
  • Die Benennungskriterien für „erfahrene Personen“ sind neu zu überarbeiten. Die Schulung zum Wolfsberater/Wildtierbeauftragten soll zur Erfüllung von Aufgaben aus den Managementplänen befähigen. Aus diesem Personenkreis sind dann zunehmend auch qualifizierte Jäger als „erfahrene Personen“ zu benennen.
  • Der Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland ist jährlich einzuschätzen. Der DJV weist darauf hin, dass die nach Art. 17 der FFH-Richtlinie vorgesehenen Berichte nur der Überwachung der Ziele dieser Richtlinie dienen und nicht als Grundlage für Entscheidungen über Ausnahmen nach Art. 16 der Richtlinie dienen können. Hierfür sind die Voraussetzungen (zu denen der günstige Erhaltungszustand gehört) jeweils im Einzelfall und unabhängig vom sechsjährigen Berichtszeitraum festzustellen.
  • In Bezug auf Wahrnehmung und Akzeptanz der bundesweiten Beratungs- und Dokumentationsstelle sind Nutztierhaltung und Jägerschaft gleichberechtigt einzubinden.
  • Das BMUB wird aufgefordert gemeinsam mit den Ländern unter Einbindung der betroffenen Interessengruppen bis zum Jahr 2020 einen nationalen Managementplan für den Wolf zu entwickeln und diesen mit den betreffenden Nachbarstaaten abzustimmen.

 

Aufklärung durch intensive Öffentlichkeitsarbeit

Die Ausbreitung des Wolfes in Deutschland verläuft derzeit nicht ohne Konflikte. Diese Entwicklung wird sich weiter verschärfen.

Der DJV plädiert daher für eine realistischere Öffentlichkeitsarbeit, die eine Akzeptanz des Wolfes langfristig erhalten kann. Das heißt, die Bevölkerung muss sachliche Informationen und unbürokratische Hilfestellungen zum Umgang mit dem Wolf erhalten. Dies ist umso wichtiger, da vermehrt Wölfe mit geringer Scheu auftreten. Wer es mit dem Wolf ernst meint, muss bei Auftreten von wirklichen Problemen auch konsequent handeln und informieren! Ansonsten wird die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung unnötig aufs Spiel gesetzt. Insgesamt darf der Wolf weder verharmlost, noch verteufelt werden. Der DJV verurteilt das illegale Töten großer Beutegreifer.

Forderung:

  • Bund und Länder entwickeln ein einheitliches Vorgehen im Umgang mit „verhaltensauffälligen Wölfen“. Dabei muss die Sicherheit der betroffenen Bevölkerung absolute Priorität haben. Die abgestimmten Maßnahmen müssen rechtssicher und praktikabel umsetzbar sein.
  • Auch das in letzter Konsequenz notwendig werdende Töten verhaltensauffälliger Tiere oder ganzer Rudel auch aus Gründen der öffentlichen Sicherheit ist dabei klar zu regeln und offensiv zu kommunizieren.

Wie geht es weiter?

Die Einstufung des Wolfes im Jahr 1992 in den Anhang IV der FFH-Richtlinie entstammt einer Zeit, als dieser über 130 Jahre auf heutigem deutschem Territorium nicht mehr regelmäßig vorkam und seine Rückkehr offenbar nicht erwartet wurde. Der Wolf erfüllt heute nicht mehr die Kriterien für die Aufnahme in Anhang IV. Seine aktuelle Populationsentwicklung stellt eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Im Umgang mit dem Wolf sind gerade die Erfahrungen der Länder zu nutzen, in denen der Wolf nie ausgestorben war und die daher den verantwortungsvollen Umgang mit ihm nicht verlernt haben.

Der Wolf wird sich in einer Zivilisationslandschaft grundsätzlich nicht selber regulieren, d.h. er wird auch in Deutschland in absehbarer Zeit reguliert werden müssen. Die Jägerschaft wird ihre Verant-wortung wahrnehmen, sobald die Politik die rechtlichen Rahmenbedingungen dazu geschaffen hat. So können u. a. die Regelungen zur Schutzjagd in Schweden, wo der Wolf ebenfalls im ganzen Land in Anhang IV FFH-RL eingestuft ist, beispielgebend für Deutschland sein.

Forderung:

  • Die Verantwortlichen von Bund und Ländern werden aufgefordert, sich schon jetzt damit auseinanderzusetzen, wie die sich weiter ausbreitende Wolfspopulation künftig auf einem stabilen, den Lebensraumbedingungen und der sozio-ökonomischen Tragfähigkeit angepassten Niveau gehalten werden kann.
  • In Bund und Ländern sind einheitliche und effektive Strukturen zur Umsetzung von pragmatischen Managementplänen einzurichten. Dabei sind Jägerinnen und Jäger, Landbewirtschafter und Grundeigentümer einzubinden.
  • Der Wolf ist baldmöglichst von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie zu überführen.
  • Der Wolf ist in den Katalog der bejagbaren Arten des Bundesjagdgesetzes aufzunehmen. Eine Regelung entsprechend § 28 a Bundesjagdgesetz ist sachgerecht.
  • Die Aufnahme ins Jagdrecht ist unabhängig von einer Aufnahme in Anhang V der FFH-Richtlinie, auch Arten aus Anhang IV dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden. Dabei müssen im Jagdrecht die Ausnahmegründe nach Art. 16 der FFH-Richtlinie vollständig umgesetzt werden. Dazu gehören auch die rechtlichen Instrumente, um den Vorgaben der Richtlinie nachzukommen (so darf z.B. für Anhang-IV-Arten keine allgemeine Jagdzeit festgelegt werden). Die Rechte der Jagdausübungsberechtigten und Jagdrechts-inhaber sind zu wahren.
  • Die Einrichtung von staatlichen Fang- und Entnahmetrupps als Parallelstruktur zur Jägerschaft wird abgelehnt. Es sind verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nach denen die fachlich qualifizierte Jägerschaft handeln kann.
  • Regelungsbedarf besteht auch für schwer verletzte Wölfe, etwa durch den Straßenverkehr.
  • Höherrangige Ziele müssen gewahrt bleiben: so sind beispielsweise Küstendeiche und Almen nicht durch Zäunung zu schützen (s. hierzu auch Mech 2017).
  • Der Ausgleich von Schäden durch Wölfe an Jagdhunden ist gesetzlich zu regeln.

 

Quellen:

Czarnomska, S. D. et al. (2013): Concordant mitochondrial and microsatellite DNA structuring bet-ween Polish lowland and Carpathian Mountain wolves. Conservation Genetics 14: 573-588.

Herzog, S. (2017): Die Populationen des Wolfes (Canis lupus) in Europa: Herleitung eines opera-tionalen Konzeptes für das Management. Expertise. https://tu-dresden.de/bu/umwelt/forst/wb/ wildoekologie/ressourcen/dateien/publikationen/PopulationsbiologieWolf2017.pdf?lang=de

Herzog, S. und R. Schröpfer (2016): Das Mufflon Ovis ammon musimon (Pallas, 1811) in Europa: Faunenverfälschung oder Maßnahme der ex-situ-Generhaltung? Säugetierkundliche Informationen, 10: 259-264.

Linnell J., V. Salvatori and L. Boitani (2008): Guidelines for population level management plans for large carnivores in Europe. A Large Carnivore Initiative for Europe. Report prepared for the European Commission. Rom.

Mech, L. D. (2017): Where can wolfes live and how can we live with them. Biological Conservation 210: 310-317.

Reinhard, I. et al. (2015): Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland. BfN-Skripten 413. Hrsg. Bundesamt für Naturschutz. Bonn-Bad Godesberg. 94 S.

 

    Berlin, DJV-Präsidium, 22. März 2018

Im vergangenen Frühjahr haben Jäger durchschnittlich 11 Feldhasen pro Quadratkilometer auf Wiesen und Feldern in Deutschland gezählt. Die meisten Tiere haben im Nordwestdeutschen Tiefland gelebt: 17 pro Quadratkilometer. Im Vergleich zum Herbst haben die Bestände im Schnitt um sechs Prozent zugenommen.

Rund 11 Feldhasen pro Quadratkilometer besiedeln im Schnitt Felder und Wiesen in Deutschland. Damit bleiben die Bestände stabil. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler nach der vorläufigen Auswertung von Daten aus knapp 550 Referenzgebieten (ohne Bayern und Sachsen) für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Die meisten Langohren haben Jäger im Nordwestdeutschen Tiefland (17 pro Quadratkilometer) gezählt, insbesondere in der Wesermarsch, im Münsterland und am Niederrhein. Danach folgt das Südwestdeutsche Mittelgebirge (12), mit Schwerpunkten entlang des Rheins und im Großraum Stuttgart. Danach kommt das Alpenvorland (11) und das Westdeutsche Mittelgebirge (10). Im Nordostdeutschen Tiefland und im Ostdeutschen Mittelgebirge (jeweils 6) leben deutlich weniger Feldhasen. WILD ist ein Projekt des Deutschen Jagdverbands (DJV) und seiner Landesverbände.

Zuwachs wieder positiv

Nach einem Negativwert im Vorjahr lag die Nettozuwachsrate 2017 bundesweit bei plus sechs Prozent. Wissenschafler haben hierfür die Zählergebnisse aus dem Frühjahr mit denen des Herbstes verglichen. Im vergangenen Jahr wurden also mehr Feldhasen geboren als gestorben sind. Besonders hoch war die Nettozuwachsrate im Südwestdeutschen Mittelgebirge (11 Prozent), gefolgt vom Nordwestdeutschen Tiefland (10). Im Nordostdeutschen Tiefland (-3) und im ostdeutschen Mittelgebirge (-7) waren die Werte allerdings negativ.

Klima, Lebensraum und Fressfeinde sind entscheidend

„Nasskaltes Wetter im Frühjahr setzt Junghasen ebenso zu wie viele Fressfeinde oder mangelhafte Habitate“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Die Bejagung von Raubsäugern wie Fuchs oder Marder ist besonders wichtig. Hasen benötigen zudem strukturreiche Flächen mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie Rückzugsräume. Vor allem in Ostdeutschland sind die bewirtschafteten Flächen allerdings groß und strukturarm. Durch ungünstige Witterungsverhältnisse, insbesondere im Frühjahr, kommt es zur Unterkühlung der Junghasen und somit zu erhöhter Sterblichkeit. Zwar war der März 2017 sehr warm, Kälteeinbrüche mit Frost in der zweiten Aprilhälfte setzten den Hasen allerdings zu. Vor allem im Norden war der Sommer zudem reich an Niederschlägen, eine nachgewiesene Ursache für tödliche Infektionen bei Junghasen. Auch der Straßenverkehr ist eine Gefahr: Aktuelle DJV-Statistiken zeigen, dass der Anteil der Verkehrsopfer in der Jagdstatistik bundesweit bei über 33 Prozent, in Brandenburg sogar bei 76 Prozent liegt.

Daten aus 17 Jahren

Mit dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands dokumentieren Jäger und Wissenschaftler seit 2001 die bundesweite Entwicklung der Feldhasenbestände. Grundlage ist eine sogenannte Scheinwerfertaxation im Frühjahr und Herbst: Jäger zählen Feldhasen nachts mit normierten Scheinwerfern auf festgelegten Strecken, Wissenschaftler werten die Daten anschließend aus. Weitere Informationen zu WILD bietet der jährliche Bericht: bit.ly/2I6AAvb

Der DJV begrüßt die vorgesehenen Änderungen des Bundesjagdgesetzes hinsichtlich Munition, Schießübungsnachweis und Jungjägerausbildung. Auch die Ankündigung, den Schutzstatus des Wolfes zu überprüfen, stößt auf Zustimmung.

Die Parteien CDU, CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt, dass die künftige Bundesregierung die in der vergangenen Legislaturperiode gescheiterte Novellierung des Bundesjagdgesetzes nun doch vornehmen möchte. Geplant sind bundeseinheitliche Regelungen für Jagdmunition mit dem Ziel, die Tötungswirkung zu optimieren und gleichzeitig den Bleieintrag ins Wildbret zu minimieren. Zudem soll es einen deutschlandweit einheitlichen Schießübungsnachweis geben, ebenso eine einheitliche Jäger- und Falknerausbildung sowie -prüfung. "Wir haben in den vergangenen Jahren einen wissensbasierten Weg unterstützt und begrüßen es sehr, dass die Politik unseren Empfehlungen nun folgen wird", sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

Wolf: Ängste und Sorgen ernst nehmen

Positiv beurteilt der DJV, dass der Schutzstatus des Wolfes überprüft werden soll, um "eine notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können". Zudem soll ein Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen entwickelt werden. Hartwig Fischer: "Die Politik nimmt damit die berechtigten Ängste und Sorgen der vom Wolf betroffenen ländlichen Bevölkerung ernst!" Der DJV hatte im vergangenen Jahr immer wieder auf die zunehmenden Konflikte mit Wölfen hingewiesen und praktikable Lösungen im Umgang mit verhaltensauffälligen Tieren angemahnt. Im Gegensatz zum Bundesamt für Naturschutz sind für den Dachverband der Jäger Wölfe verhaltensauffällig, wenn sie mehrfach in Siedlungsnähe auftauchen oder sogar nachts hindurchgehen. Eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitzt der Wolf nicht. Situationen wie in Cuxhaven, wo Wölfe sich zwischenzeitlich auf ausgewachsene Rinder spezialisiert und die ersten Deichschafe getötet haben, müssen künftig von Beginn an unterbunden werden. Den aktuellen Wolfsbestand schätzt der DJV auf rund 800 Tiere in Deutschland, die Fortpflanzungsrate liegt bei über 30 Prozent pro Jahr. Der Wolf ist eine Herausforderung für Weidetierhaltung und Artenvielfalt in Deutschland und damit für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege

Fördermaßnahmen in der Landwirtschaft unbürokratischer gestalten

Der DJV begrüßt die angestrebte Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) ab 2020. Angesichts des Verlustes von biologischer Vielfalt im agrarisch genutzten Raum sieht es der DJV als dringend notwendig an, die Förderstrukturen gezielter und insbesondere auch unbürokratischer auszurichten. Derzeit werden 50 Prozent der Ackerfläche Deutschlands (6,8 Mio. Hektar) mit nur noch drei Fruchtarten - Mais, Raps und Weizen - bestellt und intensiv bewirtschaftet. Profiteur ist das anpassungsfähige Wildschwein, das dort in der Vegetationsperiode von Anfang Mai bis in den Oktober nur schwerlich bejagt werden kann. Auf dem Rückzug sind hingegen spezialisierte Arten wie Feldhase, Rebhuhn oder Fasan. In diesem Zusammenhang bewertet der DJV die geplante Ackerbaustrategie (inklusive Aktionsprogramm Insektenschutz) positiv. Nach Ansicht der Jäger gehören dazu auch produktionsintegrierte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. 

Jagdschneisen mit Blühstreifen kombinieren

Darüber hinaus sollten alle zur Verfügung stehenden förderrechtlichen Möglichkeiten umgesetzt werden, um eine effektive Bejagung des Schwarzwildes in der Agrarlandschaft zu ermöglichen - etwa die unbürokratische Anlage von Bejagungsschneisen. Dazu gehört auch eine konsequente Umsetzung der Agrarzahlungenverpflichtungen-Verordnung und ein sinnvoller Umbau der Agrarumweltmaßnahmen mit Nutzungsmöglichkeit für den Landwirt nach der Brut- und Setzzeit. In der Praxis könnte dies bedeuten: Der Landwirt legt im Frühjahr mit der Aussaat in allen Kulturen Jagdschneisen aus mehrjährigen Wildplanzenmischungen an, die zur Biogasgewinnung genutzt werden können. Bis Ende Juni bieten die Blühstreifen Insekten und Bodenbrütern  Nahrung und Lebensraum. Danach werden die Wildpflanzen für die Biogasproduktion geerntet, zurück bleiben Stoppelflächen für die effektive Bejagung der Wildschweine.

Der DJV begrüßt den vorgeschlagenen Dialog zwischen Landwirten, Jägern und anderen Naturschützern, um den Schutz der heimischen Flora und Fauna vor nicht heimischen Tier- und Pflanzenarten zu verbessern. Auch der Aufbau eines wissenschaftlichen Monitoringzentrums zur Biodiversität ist längst überfällig. Der DJV sieht hier gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Monitoringprogramm WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands).

Bundesprogramm Wiedervernetzung umsetzen

Besonders bedauert der DJV das fehlende Bekenntnis der möglichen Koalitionspartner zum Themenkomplex "Biotopverbund/Wiedervernetzung/Grüne Infrastruktur". Hierzu hatte der DJV im März 2017 eine große Fachtagung in Berlin unter Mitwirkung des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz ausgerichtet und zusammen mit ADAC und Naturschutzverbänden ein breites Bündnis für die Vernetzung von Lebensräumen geschmiedet. Das ausführliche Forderungspapier sieht konkrete Maßnahmen für die Umsetzung in der Praxis vor. Das bereits bestehende Bundesprogramm Wiedervernetzung ist nach wie vor nicht mit einem konkreten Finanzvolumen hinterlegt. Knapp 100 prioritäre und 30.000 sekundäre Konfliktstellen im Verkehrsnetz warten immer noch auf eine Entschärfung zugunsten der Verkehrssicherheit und des Artenschutzes.

Ob auf der Grundlage des ausgehandelten Koalitionsvertrages eine neue Bundesregierung gebildet wird, steht noch nicht fest: Die Parteigremien müssen noch zustimmen, bei der SPD wird es sogar ein Mitgliedervotum geben. Der Bundestag wählt dann die Bundeskanzlerin. Der Deutsche Jagdverband wird in jedem Fall gegenüber der neuen Bundesregierung die Interessen der Natur, des Wildes und der 384.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland mit Nachdruck vertreten - wissensbasiert und praxisorientiert.

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