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Waschbär, Marderhund und Mink
Wildunfälle in Deutschland
Von Aalrute bis Zylinderverschluss
Was viele nicht wissen: Beliebte Redewendungen haben ihren Ursprung in der Jägersprache - wahrscheinlich weil sie sehr bildhaft sind. Schon Jacob Grimm, einer der berühmten "Gebrüder Grimm", bezeichnete die Jägersprache vor mehr als 200 Jahren als "poetisch und episch", da sie "eine Fülle von bildlichen Wörtern enthält, mit denen sie alle einfachen Begriffe auf das mannigfaltigste ausdrücken kann." Insgesamt etwa 6.000 Begriffe und Redewendungen umfasst die Fachsprache der Jäger. Darauf macht der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich des Tags der deutschen Sprache am 9. September aufmerksam. Dieser soll "für die Schönheit und Ausdruckskraft der deutschen Sprache" sensibilisieren.
Die zahlreichen Wörter und Redewendungen gehen teilweise zurück bin ins 7. Jahrhundert. Auch heute wird die bildhafte Sprache benutzt, um bei der Jagd auf den Punkt zu kommen. Sagt ein Jäger, "der noch rote Hirsch zog orgelnd auf dem Wechsel in den Einstand", dann meint er: Der Hirsch, noch in seinem Sommerfell, markierte laut röhrend sein Revier und ging dabei langsam einen Pfad entlang, den diese Tierart schon seit Generationen nutzt, in den Waldteil, den er tagsüber bevorzugt aufsucht.
Einige jagdliche Redewendungen haben es in unseren Alltag geschafft. Zu den bekanntesten gehört wohl "von etwas Wind bekommen". Die Windrichtung ist für einen Jäger von hoher Bedeutung: Im schlimmsten Fall trägt der Wind den Körpergeruch des Jägers zum Wild, das dann flüchtet. Heutzutage wird diese Phrase genutzt, wenn jemand eine brisante Information über Umwege erhält.
Geht jemanden heutzutage "etwas durch die Lappen", dann hat er wohl eine günstige Situation verpasst. Ein Blick ins 17. Jahrhundert bringt Klarheit über die Herkunft: Bei den sogenannten Lappjagden wurden kilometerlange Leinen mit Lappen behangen, um das Wild vor die Schützen zu treiben. Es kam jedoch vor, dass sich beispielsweise Hirsche durch die Lappen nicht irreführen ließen und durch die Lappen entkamen. Das Wild war also durch die Lappen gegangen.
Beliebte Redewendungen aus der Jägersprache im Überblick:
| Redewendung | Ursprung |
| "...Lunte riechen ..." |
Bei der Jagd mit Gewehren wurde früher das Schießpulver mit einer Lunte, also einer langen Zündschnur, gezündet. Dies war meist eine in Salpeter getränkte Baumwollschnur. Wollte der Schütze einen Schuss abgeben, so drückte er die glühende Schnur mit dem Abzugsmechanismus in das Schießpulver. Dieses Verfahren war nicht nur umständlich, es hatte auch den Nachteil, dass das Wild die Lunte roch: Salpetergeruch bedeutete Gefahr, das Wild flüchtete. Wenn jemand heutzutage eine Gefahrensituation rechtzeitig erkennt, dann hat er Lunte gerochen. |
| "...jemandem etwas ans Bein binden..." |
Da es früher ausschließlich dem Adel vorbehalten war, auf die Jagd zu gehen, wurden den Hunden der einfachen Bevölkerung ein Knüppel ans Vorderbein gebunden. Dadurch wurde der Hund daran gehindert, Wild nachzustellen oder es zu erlegen. Aus diesem Kontext leitet sich die heute bekannte Redewendung ab: Bindet man jemandem etwas ans Bein, erschwert man dieser Person das Leben oder drückt ihr eine schwere Aufgabe auf. |
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"...Zielwasser trinken" |
Der Elfmeter beim Fußball geht neben das Tor, typische Reaktion: "Der hätte mal mehr Zielwasser trinken sollen". Seinen Ursprung hat die Redewendung in der Jagd: Schnaps sollte im 19. Jahrhundert die Treffsicherheit erhöhen, da der Alkohol den Schützen beruhigt und so das Zielen erleichtert. Heute ist Alkohol vor und während der Jagd tabu. |
| "...am Drücker sein..." |
Hat der Jäger den Finger am Abzug seiner Waffe, dann ist er am Drücker. Der Jäger war somit unmittelbar davor, einen Schuss abzufeuern. Ist jemand am Drücker, versteht man heute darunter, dass eine Person etwas vorbereitet hat und über volle Entscheidungsgewalt verfügt. |
| "...die Löffel spitzen..." |
Wenn ein Hase Gefahr wittert, richtet er die Löffel (Ohren) auf, und dreht sie in alle Richtungen, um mögliche Gefahren besser wahrzunehmen. Jäger nennen diesen Vorgang "die Löffel spitzen". Daraus abgeleitet hat sich die Redewendung, die häufig gebraucht wird, wenn besondere Konzentration und Aufmerksamkeit gefordert ist. |
| "...zur Strecke bringen ..." |
Ist das Wild nach einer Treibjagd erlegt, ist es zur Strecke gebracht worden. Der Ausdruck nimmt darauf Bezug, dass das erlegte Wild von den Jägern zusammengetragen und am Sammelpunkt nach einer bestimmen Ordnung aufgereiht wird. Dieser Vorgang wird auch "Strecke legen" genannt. Heute benutzt man die Redewendung, wenn beispielsweise ein Straftäter überwältigt und festgenommen wurde. |
| "...in die Binsen gehen..." | Bei der Jagd auf Enten kann es passieren, dass sich das Tier in die Binsen flüchtet - Gräser, die im und am Wasser wachsen und nur schwer zugänglich sind. Die Chance, das Tier in diesem dichten Gewächs zu finden, ist zumindest ohne ausgebildeten Hund gering. Aus diesem Grund steht die Phrase heutzutage für einen herben Verlust oder eine misslungene Aktion in einer durchaus aussichtsreichen Situation. |
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"...auf den Leim gehen..." |
Bevor der Jäger mit Flinte, Büchse und Co. auf Jagd ging, musste er sich anderer Hilfsmittel bedienen: Bei der Jagd auf Vögel wurden die bevorzugten Rastplätze mit Leim beschmiert. Einmal dort hineingesetzt, kam das Federvieh nicht mehr weg und konnte vom Jäger eingesammelt werden. Mit fortschreitender technischer Entwicklung wurde diese spezielle Jagdpraktik jedoch nicht mehr angewendet. Auch heute steht der Satz dafür, dass eine Person auf eine Täuschung reingefallen ist. |
In dem 50 Quadratkilometer großen Infektionsgebiet um die östliche Stadt Zlin in Tschechien dürfen Wald und Felder nicht mehr von Menschen betreten werden. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Gruppen wie Förster und Landwirte. Rund 350 Schilder sollen auf das neue Verbot aufmerksam machen. Das teilte der Präsident der Verwaltungsregion Zlin, Jiri Cunek, kürzlich mit. Die Polizei werde die Einhaltung der Anordnung überwachen.
Zusätzlich installierten die Behörden einen Zaun: Der rund 70 Zentimeter hohe, elektrische Weidezaun verwendet eine Spannung von 10.000 Volt, die aber nur für den Bruchteil einer Sekunde abgegeben wird. Mit dem Zaun soll verhindert werden, dass infizierte Tiere das 40 Quadratkilometer große Ansteckungsgebiet verlassen und die Krankheit weitergeben.
Eingesetzt werden auch sogenannte Vergrämungsmittel - übelriechende
chemische Duftstoffe. Regionspräsident Jiri Cunek machte sich in
einem Hubschrauber ein Bild von der Lage.
Die Landwirte wurden angewiesen, auf einer Fläche von 115 Hektar die
Ernte nicht einzufahren. Die Wildschweine sollen genug Nahrung
vorfinden, damit sie nicht weiterwandern. In den umliegenden Regionen
wird vermehrt auf die Wald- und Feldbewohner Jagd gemacht. Seit Mitte
Juli wurden nach Angaben der staatlichen Veterinärbehörde mehr als
1.290 Tiere abgeschossen. Im betroffenen Gebiet selbst wird nicht
gejagt, damit die Wildschweine nicht daraus verscheucht werden.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat seine Risikoeinschätzung kürzlich für die Einschleppung der Seuche nach Deutschland angepasst. Die Experten stufen das Risiko durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen nicht mehr als gering ein, sondern als mäßig. Als größte Gefahr für die Einschleppung gilt weiterhin der Mensch, der über nicht gegarte, kontaminierte Schweineprodukte den Erreger nach Westen tragen könne. Das Einschleppungsrisiko durch den Menschen wird weiter als hoch eingestuft.
Die Afrikanische Schweinepest verläuft für die infizierten Tiere in
der Regel tödlich. Seit Beginn des Ausbruchs in Tschechien Ende Juni
wurde das Virus bei 77 Tierkadavern festgestellt. Für den Menschen
ist die Tierseuche ungefährlich. Bei einem Übergriff auf Hausschweine
drohen allerdings erhebliche wirtschaftliche Schäden, da es keine
Impfung gibt.
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