(Quelle: Kauer/DJV)

Sommer, Sonne, Zeckenzeit

22. Mai 2026 (DJV) Berlin

Mit steigenden Temperaturen wächst die Zecken-Gefahr. Sticht der Parasit zu, kann er Krankheitserreger übertragen. Doch bestimmte Wildtiere helfen, das Borreliose-Risiko zu senken.

Zecken warten in hohem Gras oder im Gebüsch auf Beute.
Zecken warten in hohem Gras oder im Gebüsch auf Beute. (Quelle: Canva/DJV)

Mit steigenden Temperaturen werden Zecken wieder aktiv, allen voran der Gemeine Holzbock. Die Spinnentiere lauern im hohen Gras oder im Gebüsch auf ihre Beute – in bis zu einem Meter Höhe. Dort lassen sie sich abstreifen und krabbeln dann in Richtung Haut. Von Bäumen springen sie nicht. Zecken übertragen Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt Tipps, um sich vor den Blutsaugern zu schützen.

Zecken übertragen Bakterien und Viren

Zecken sind Parasiten: Wenn sie Blut saugen, können sie Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Zum Beispiel Viren, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen. Die Symptome ähneln einer Grippe und können bis zur Hirnhautentzündung führen. Schutz bietet eine Impfung. Das Ansteckungsrisiko ist im Süden Deutschlands am höchsten. Deutschlandweit besteht dagegen nach einem Zeckenstich das Risiko einer Borreliose – ausgelöst durch Bakterien. Im Falle einer Infektion mit Borrelien helfen Antibiotika.

Zeckenschutz für Hunde

Für Menschen gibt es aktuell keinen Impfschutz gegen Borreliose. Hier haben Hunde mehr Glück: Eine Impfung hilft gegen einige Erreger. Gegen die als Hundemalaria bekannte Babesiose gibt es allerdings kein vorbeugendes Mittel. Sie wird von der eingewanderten Auwaldzecke übertragen. Der beste Schutz für die Vierbeiner ist konsequente Zeckenprophylaxe, zum Beispiel durch spezielle Halsbänder oder Kautabletten. Seltener erkranken Katzen oder Pferde an Borreliose.

Lange Kleidung und kurzes Gras schützen vor Stich

Für den Spaziergang entlang von ungemähten Wiesen oder Gebüschen empfiehlt der DJV lange Kleidung und geschlossene Schuhe. Wer sich noch besser schützen will, steckt die Hosenbeine in die Socken. Anti-Zeckensprays sind eine sinnvolle Ergänzung. Nicht vergessen: Zu Hause den Körper gründlich absuchen. Besonders gern saugen Zecken an Bauch, Brust oder Kniekehlen. Entlang von Wegen hilft übrigens ein gemähter Streifen gegen Attacken: Im kurzen Gras ist es im Sommer zu trocken für die Blutsauger.

Wenn die Zecke zugestochen hat

Wer eine Zecke am eigenen Körper entdeckt, sollte diese möglichst schnell entfernen. Experten raten: Mit einer Pinzette das Tier gerade herausziehen und nicht drehen, anschließend die Wunde desinfizieren. Bildet sich ein bis sechs Wochen nach dem Stich ein roter Ring um die Wunde, herrscht Borreliose-Gefahr. Betroffene sollten schnellstmöglich ärztliche Hilfe suchen. Gut zu wissen: Die Zecke überträgt Bakterien und Viren meist erst nach etwa 24 Stunden.

Wildtiere als Waschmaschine

Wissenschaftler haben festgestellt, dass Zecken Borreliose nicht auf Wiederkäuer wie Kühe oder Rehe übertragen können. Noch besser: Saugt eine Zecke an ihnen, verliert sie selbst alle Erreger. Der genaue Mechanismus ist unbekannt. Ziegen, Schafe oder Hirsche senken also das Risiko für den Menschen, sich mit Borreliose zu infizieren.

Einen Radiobeitrag zum Thema gibt es hier.

  1. Zecken sind keine Insekten: Mit ihren acht Beinen gehören sie zu den Spinnentieren – genauer gesagt zu den Milben.
  2. Zecken fallen nicht von Bäumen. Stattdessen lauern sie im hohen Gras oder in Büschen auf Beute.
  3. Zecken beißen nicht. Sie besitzen einen Stechrüssel, durch den sie Blut saugen. Medizinisch korrekt heißt es also Zeckenstich, nicht -biss.
  4. Saugt eine Zecke an Wiederkäuern wie Reh oder Hirsch, verliert sie alle Borreliose-Erreger.
  5. Zecken überleben in der Waschmaschine: Einen normalen 40-Grad-Waschgang überstehen die Milben unbeschadet. Kritisch wird es erst ab 60 Grad Celsius oder im Trockner.