Quo vadis Wolf?

21. März 2014 (djv) Berlin

DJV fordert nationalen Managementplan mit Beteiligung aller
Interessensgruppen

Wolfstagung in Berlin 2014, Foto: Rolfes/DJV
Wolfstagung in Berlin 2014, Foto: Rolfes/DJV (Quelle: Rolfes/DJV)

Rückkehrer Wolf: Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute auf der gleichnamigen Tagung in Berlin ein Eckpunkte-Papier zum Wolf in Deutschland vorgestellt. Darin fordert der Dachverband der Jäger unter anderem einen bundesweiten Managementplan, der sich an internationalen Vorgaben orientiert. Insbesondere müsse die sozio-ökonomische Tragfähigkeit der Kulturlandschaft für den Wolf berücksichtigt werden, so der DJV. „Die Menschen im ländlichen Raum brauchen konkrete Antworten auf ihre Fragen zum Umgang mit dem Wolf – etwa für den Fall, dass einzelne Wölfe ihre angeborene Scheu vor dem Menschen verlieren und in Siedlungen auftauchen, so wie kürzlich in Reichwalde oder in Cottbus“, sagt Knut Falkenberg, zuständig für den Wolf im DJV.

Derzeit verabschiedet jedes Bundesland seinen eigenen Managementplan für den Wolf. „Bei einem prognostizierten Zuwachs der Population von 30 Prozent pro Jahr brauchen wir jedoch dringend eine nationale Koordination, Wölfe machen eben nicht vor Ländergrenzen halt“, so Falkenberg. Ein günstiger Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland könnte demnach bereits in einigen Jahren erreicht werden. Der DJV fordert Bund und Länder in seinem Eckpunktepapier auf, sich so schnell wie möglich ideologiefrei und undogmatisch damit auseinanderzusetzen, welche Folgen dies haben könnte. „Mittelfristig darf eine Neueinstufung des Wolfs in den Anhängen der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie kein Tabu sein“, sagt Falkenberg. Bereits heute genießt der Wolf nicht in allen europäischen Ländern den höchsten Schutzstatus.

Der DJV fordert in seinem Papier, die Jägerschaft beim Monitoring des Wolfsvorkommens und bei der Bewertung der Ergebnisse stärker einzubinden. So sei eine Akzeptanzförderung im ländlichen Raum möglich. Immer mehr Jäger lassen sich zu Wildtier- und Wolfsbeauftragten schulen und können Hinweise auf das Vorkommen des Großsäugers liefern. Der DJV ruft die Jäger bundesweit auf, ihr Potenzial, flächendeckend Daten zum Wolf zu liefern, künftig noch stärker zu nutzen. Über das etablierte DJV-Monitoring-Programm WILD (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) haben Jäger bereits Erfahrung in der Erhebung von Daten zu Wildtierbeständen.

Die Fachtagung „Rückkehrer Wolf – Willkommen ohne Wenn und Aber?“ wird vom DJV organisiert. Es ist die erste Veranstaltung auf Bundesebene, die Vertreter des klassischen Naturschutzes, der Jagd und anderer Nutzergruppen ebenso zu Wort kommen lässt wie Wissenschaftler, Behördenvertreter und Politiker. Der DJV wirbt für Akzeptanz, Ehrlichkeit und Offenheit aller Beteiligten im Umgang mit dem Wolf.

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