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Blei im Wildbret

Wie gefährlich ist Blei im Wildbret tatsächlich?

 (Quelle: DJV)
(Quelle: DJV)

Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in Auftrag gegebene Studie „Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret“ (LEMISI) unter Leitung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) kam zu dem Ergebnis, dass bleihaltige Geschosse im Vergleich mit bleifreien Geschossen mehr Blei in das Wildbret eintragen. Je weiter Teile vom Schusskanal entfernt sind, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort Blei enthalten ist oder nachgewiesen werden kann. Die Nutzung von Verbundkern-Geschossen führt zu keinem geringeren Eintrag von Blei in das Wildbret. Fakt ist: Grundsätzlich ist eine Minimierung des Bleieintrages möglich.

Während Kupfer und Zink essenziell für den Menschen sind, gilt Blei als hochgiftig. Es ist unbekannt, welche Dosis Blei keine Wirkung auf den Menschen hat. Aus diesem Grund hat die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA keinen Wert für die tägliche tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) an Blei abgeleitet. Durch viele menschliche Aktivitäten ist Blei jedoch überall in der Umwelt vorhanden und gelangt so in geringen Mengen auch in Lebensmittel. Während Verbraucher über Getreide, Gemüse und Leitungswasser, die wenig Blei enthalten, durch die schiere Menge des Verzehrs den größten Anteil an Blei über Nahrungsmittel aufnehmen, kann Wildbret eine Quelle mit möglicherweise hohem Bleigehalt sein – wenn es mit bleihaltiger Munition erlegt wurde.

Bei geringem Wildbretverzehr spiele die zusätzliche Menge an Blei für Erwachsene zwar so gut wie keine Rolle. Sollte Wild jedoch extrem häufig (50 bis 90 Mal pro Jahr) verzehrt werden, sei dies ein Risiko, so die Forscher. Besondere Bedenken äußern Experten bei Kindern und schwangeren Frauen. Gerade im Stadium der frühkindlichen Entwicklung kann die Aufnahme kleinster Mengen von Blei Einfluss auf Gehirn und Nervensystem haben. Als Hauptrisikogruppe identifiziert das BfR Jägerfamilien.

Der EFSA zufolge sollte der Eintrag von Blei in Lebensmittel, wo es möglich ist, vermieden werden. Diese Möglichkeit besteht bei der Nutzung von bleifreier Munition, die tierschutzgerecht tötet.