Gemeinsam Jagd erleben

Dass Jagd aktiver Naturschutz ist, demonstrierten Alena, Anna und Niko in Uslar (Niedersachsen). Im Rahmen der Aktion ‚Gemeinsam Jagd erleben‘ bauten die drei Jägerinnen mit dem Nachwuchs Bruthilfen für Singvögel.

Ein guter Beitrag zum Artenschutz: Jägerinnen bauen mit Kindern Nistkästen
Ein guter Beitrag zum Artenschutz: Jägerinnen bauen mit Kindern Nistkästen

‚Wir fördern den Nachwuchs‘ - das hatten wir an jenem warmen Tag im Juni vor. Dabei ging es uns nicht ausschließlich um die Nachwuchsförderung, sondern besonders um den Schutz und die Hege der heimischen Tierwelt. Das nächste Frühjahr kommt bestimmt, deshalb schien uns der Bau von Nistkästen ein geeignetes Projekt, um die Schönheit und Schutzwürdigkeit unserer Natur besser sichtbar und erlebbar zu machen.  

Kleiner Beitrag, große Wirkung

Das Anbringen von Nistkästen ist eine sehr einfache und gleichzeitig effektive Möglichkeit, einen Beitrag für den heimischen Artenschutz zu leisten. Denn nicht nur Singvögel nehmen diese künstlichen Bruthöhlen gerne an, auch Fledermaus, Siebenschläfer und Haselmaus fühlen sich nach der Aufzucht in den verlassenen ‚Häusern‘ wohl.
Wussten Sie, dass Jäger jedes Jahr im Durchschnitt rund 270.000 Nistkästen aufhängen und betreuen? Wenn man davon ausgeht, dass pro Kasten drei Küken schlüpfen, wachsen darin jährlich 800.000  Jungvögel heran. 

Selbst ist das Kind

Nistkästen bauenMalte (7 Jahre) war unserer Einladung mit Begeisterung gefolgt und griff - nach einem kleinen Vortrag über höhlenbrütende Singvögel und die anderen Nutznießer der Nisthilfen - sogleich zu Hammer und Nägeln. Bevor es ans Werkeln ging, mussten jedoch zunächst alle Einzelteile des Bausatzes, den wir über eine regionale Behindertenwerkstatt bezogen hatten, sortiert werden. Malte studierte sorgfältig die Anleitungsbilder; nach und nach entstand mit Hilfestellung ein akzeptables Vogelhaus. Das Hämmern bereitete dem Grundschüler besonders viel Freude und so verbrauchten wir doch mehr Nägel, als eigentlich vorgesehen. Zum Schluss wurde die obere Abdeckung mit Dachpappe versehen, um den Nistkasten vor Nässe zu schützen. Zudem entschied der stolze Bauherr, dass sich alle mit ihrem Namen verewigen sollten - und so wurden schnell bunte Stifte organisiert und das Häuschen bekam den finalen, künstlerischen Schliff. 

En beten scheef hett Gott leef

Als wir das fertige Bauwerk betrachteten, mussten wir schmunzeln. Es war windschief und hier und da lugten ein paar Nägel aus dem Holz. Egal. Für Malte war es das schönste auf Erden. Und seinen Zweck erfüllte es allemal. Nach einer kleinen Verschnaufpause, in der es Wildwürstchen vom Grill gab, musste nur noch ein geeigneter Platz her. Malte wählte einen Baum aus, den er besonders gut beobachten konnte. Schnell wie ein Äffchen erklomm er den stabilen Stamm und erklärte stolz: ‚Hier wird der Nistkasten aufgehängt!‘
Zum Abschied schenkten wir dem Siebenjährigen als Dank für seine fleißige Mithilfe ein weiteres Bauset. ‚Das mache ich morgen, ich kann das ja jetzt schon ohne euch‘, sagte er freudestrahlend.
‚Danke Malte für die lustigen Stunden und Dein Engagement für unsere Natur und Wildtiere.‘

Die Aktion
Mitgehen, erleben, berichten: So funktioniert „Gemeinsam Jagd erleben“ (#jaeben16). Bis zum 30. November 2016 sind wieder alle Jägerinnen und Jäger des Landes aufgerufen, sich an der Mitmachaktion zu beteiligen. Interessierte Gäste sollen im Revier „begreifen“, was Jagd ausmacht. Zu gewinnen gibt es interessante Preise