(Quelle: Kauer/DJV)

Neue EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen geplant

6. Mai 2026 (DJV) Berlin

Missbräuchliche und grausame Praktiken sollen bekämpft werden. Eingriffe zugunsten der Gesundheit wie das Kupieren bleiben erhalten, was der DJV begrüßt. Neue Standards für die Hundezucht können Jäger betreffen.

Künftig sollen Hunde und Hauskatzen EU-weit registriert und gechipt werden.
Künftig sollen Hunde und Hauskatzen EU-weit registriert und gechipt werden. (Quelle: Kauer/DJV)

Das Europäische Parlament hat mit großer Mehrheit einer Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen zugestimmt. Hauptziel: illegale, missbräuchliche und grausame Praktiken zu bekämpfen – vor allem in der kommerziellen Zucht. Weiterhin erlaubt: Medizinische Eingriffe, die den Gesundheitszustand von Hunden oder Katzen erhalten, verbessern oder Verletzungen vorbeugen – also auch das Kupieren von Jagdhunden. Zudem soll es künftig eine generelle Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen geben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt beide Entscheidungen und kritisiert gleichzeitig, dass die EU mit diesen weitreichenden Regelungen für den Tierschutz in die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten eingreift. Im Vorfeld hat sich der DJV gemeinsam mit dem europäischen Dachverband FACE für den Erhalt des Kupierens bei Jagdhunden und die Interessen privater Hundehalter eingesetzt.

Chip-Pflicht für alle Hunde und Katzen

Einher gehen soll die geplante Registrierung unter anderem mit einer generellen Chip-Pflicht für alle Hunde und Katzen. Tierheime, Verkäufer und Züchter müssen die Pflicht innerhalb von vier Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung umsetzen. Alle anderen Tierhalter haben 10 Jahre Zeit für Hunde und 15 Jahre für Katzen. Verbunden ist die Chip-Pflicht mit dem Aufbau einer nationalen Datenbank innerhalb von zwei Jahren. Nach dem Europäischen Parlament muss noch der EU-Rat zustimmen, bevor die Verordnung in Kraft tritt. Damit ist in den nächsten Monaten zu rechnen. Erst danach beginnen die Übergangsfristen. Die Verordnung gilt schließlich unmittelbar für alle EU-Länder.

Neue Regelungen für kommerzielle Hundezucht geplant

Die geplanten Detailregelungen für das Inverkehrbringen von Tieren sind vor allem für Züchter wichtig. Sie können Jägerinnen und Jäger betreffen, die in der kommerziellen Hundezucht tätig sind. Es soll beispielsweise Mindeststandards für den Tierschutz geben, ebenso Vorgaben für Raumtemperatur und Lichtverhältnisse. Weniger strenge Anforderungen sollen für Kleinzüchter mit bis zu zwei Würfen pro Kalenderjahr gelten.