(Quelle: Kauer/DJV)

Kleiner Marder, großer Schaden

12. August 2026

Im Sommer ist Paarungszeit beim Steinmarder. Zu dieser Jahreszeit häufen sich die Marderschäden an Auto und Haus. Warum Marder zubeißen und wie sich Schäden vermeiden lassen, erklärt der DJV.

Der Steinmarder ist auch unter dem Namen Automarder bekannt
Der Steinmarder ist auch unter dem Namen Automarder bekannt (Quelle: Rolfes/DJV)

(Berlin, 12. August 2026) Das Risiko für Marderschäden steigt im Sommer an: Der Gesamtverband der Versicherer meldet in der warmen Jahreszeit besonders viele Marderbisse an Autos. Hinter dem auch Automarder genannten Tier verbirgt sich der Steinmarder. Der hat im Sommer Paarungszeit, männliche Tiere sind jetzt besonders aktiv und territorial. Wissenschaftler vermuten: Riecht ein Marder die Duftspur eines Artgenossen, etwa im Auto, reagiert er agressiv. Zerbissene Kabel im Motorraum sind die Folge. Auch außerhalb der Paarungszeit verursachen die Tiere nächtlichen Lärm oder üble Gerüche auf dem Dachboden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt, wie sich Verbraucher wirksam schützen können.

Autos von Pendlern sind besonders gefährdet

Die Raubtiere nutzen Dachböden, Garagen und Motorräume als Unterschlupf oder Speisekammer. Leider attackieren sie dort immer wieder Dämmungen oder verschiedene Schläuche. Die verbreitete Annahme: Riecht die vertraute Speisekammer nach einem Artgenossen, gefällt das dem Marder überhaupt nicht. Dann beißt er zu – und verursacht teure Schäden. Das betrifft insbesondere Berufspendler, wenn sie ihr Auto unwissentlich in einem fremden Marderrevier parken.

Früh handeln spart Kosten

Typische Hinweise auf einen Marderbesuch sind Nahrungsreste im Motorraum, Kratzgeräusche auf dem Dachboden oder unangenehme Gerüche. Wer früh reagiert, kann größere Schäden vermeiden. Nützliche Tipps gibt es im DJV-Video zum Steinmarder im Siedlungsbereich.

Einen Radiobeitrag zum Thema gibt es hier.

  • Sicher parken: Eine geschlossene Garage bietet den besten Schutz vor Beißattacken des Steinmarders.
  • Barrieren nutzen: Wer draußen parkt, kann mit welligem Maschendraht (Kükendraht) unter dem Motorraum den Zugang für den Marder erschweren.
  • Gerüche einsetzen: Anti-Marder-Sprays im Motorraum aus dem Fachhandel oder Baumarkt versprechen eine abschreckende Wirkung.
  • Technik einbauen: Marderschutzsysteme mit elektrischen Impulsen, Ultraschallgeräte mit wechselnden Frequenzen sowie Schutzschläuche für Kabel können Schäden verhindern.
  • Duftspuren entfernen: Bei Verdacht auf einen Marderbesuch kann eine professionelle Motorwäsche Gerüche beseitigen.
  • Zugänge verhindern: Fassadenbegrünung zurückschneiden und Rankgitter so montieren, dass Marder nicht aufs Dach gelangen. Da der Marder ungeahnt weit springen kann, sollten Baumäste mindestens vier Meter Abstand zur Dachfläche haben.
  • Schwachstellen beseitigen: Lose Abschlussbleche und Dachziegel oder verrottete Holzverkleidungen sind typische Einstiegsstellen, sogenannte Mardertüren. 
  • Einschlupflöcher sichern: Öffnungen, oft zwischen Dachrinne und Dachpfannen, können mit gelochtem Blech verschlossen werden. Wichtig: nur abdichten, wenn sich kein Tier im Gebäude befindet.
  • Aufstieg verhindern: Baumstämme lassen sich mit glatten Metallmanschetten sichern, um das Hochklettern zu verhindern. Das schützt nicht nur vor Mardern, sondern auch vor Waschbären.
  • Nahrungsquellen vermeiden: Offene Komposthaufen oder frei zugängliche Futternäpfe locken Marder, Fuchs oder verwilderte Hauskatzen an. Deshalb: Kompost abdecken und Tierfutter über Nacht ins Haus räumen.