(Quelle: Kauer/DJV)

Kinderstube Natur: Tierischer Nachwuchs braucht jetzt Ruhe

18. März 2026 (DJV) Berlin

Mit dem Frühlingsbeginn startet die Brut- und Setzzeit in Wald und Feld. Rehkitz, Frischling und Küken brauchen nun Ruhe. Warum Spaziergänger und Hundebesitzer jetzt besonders Rücksicht nehmen sollten.

Ducken und Tarnen schützt vor Fressfeinden.
Ducken und Tarnen schützt vor Fressfeinden. (Quelle: Rolfes/DJV)

Stockente und Kaninchen starten im März, Reh und Fasan erst im Mai: Die Rede ist von der Brut- und Setzzeit. Nun verwandeln sich Wald, Feld und Flur in eine große Kinderstube. Wildtierkinder setzen auf Tarnung und Täuschung, um in der Natur zu überleben. Daher bittet der Deutsche Jagdverband (DJV) Spaziergänger und Hundebesitzer jetzt um besondere Rücksicht.

Bitte nicht anfassen!

Auch, wenn sie hilflos aussehen: Einsame Wildtierkinder zu berühren oder gar mitzunehmen ist falsch verstandene Tierliebe. Auch wenn Spaziergänger sie nicht sehen: Die Eltern wachen über ihren gut getarnten, nahezu geruchlosen Nachwuchs aus sicherer Entfernung. So locken sie keine Fressfeinde an. Naturbesucher sollten gesunde Jungtiere auf keinen Fall berühren: Menschlicher Geruch an Kitz und Küken kann dazu führen, dass Elterntiere den Nachwuchs verstoßen. Der DJV rät Naturliebhabern, Wildtiere besser aus sicherer Distanz mit dem Fernglas zu beobachten. Spaziergänger sollten aktuell unbedingt auf Wegen bleiben. Das bedeutet weniger Stress für die Tiere und verhindert, versehentlich auf ein Nest zu treten.

Hunde an die Leine

Hohes Gras, Schilf oder Dickicht sind ideale Verstecke für den Nachwuchs von Nestflüchtern wie Wildschwein, Reh oder Feldhase. Hier gilt besondere Vorsicht für Hundebesitzer: Begegnen sie einem Wildschwein mit Nachwuchs, wird es für den besten Freund des Menschen schnell gefährlich. Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs vehement. Deshalb sollten Hunde beim Spaziergang im Einflussbereich des Menschen bleiben – vorzugsweise an der Leine. Bei einer Begegnung rät der DJV: sich bemerkbar machen, langsam zurückgehen und auf keinen Fall wegrennen.

Tipps zum wildtierfreundlichen Verhalten in der Natur gibt es in der Broschüre "Wer‘s Wild mag, bleibt ruhig". Zusätzliche Infos gibt es hier.

  • Jungtiere nicht berühren oder mitnehmen. Sie sind meist nicht verlassen – ihre Elterntiere befinden sich in der Nähe. Menschlicher Geruch kann sie zu Waisen machen.
  • Vierbeiner an die Leine nehmen: Neugierige Hunde können Jungtiere aufschrecken und verletzen. Treffen sie auf Wildschweine mit Nachwuchs, können diese den Hund angreifen. Das kann schnell zu schweren Verletzungen führen.
  • Auf den Wegen bleiben: Wer querfeldein läuft, kann die gut getarnten Jungtiere und Gelege übersehen und beschädigen.