(Quelle: Kauer/DJV)

Jäger aus ganz Deutschland treffen sich in Suhl

6. Juli 2026

Rekorde beim Jägernachwuchs und der Nutria-Jagd, ein Grundsatzpapier über ethische Standards und spannende Diskussionen zu aktuellen Jagd-Themen: Der Bundesjägertag in Suhl hatte viel zu bieten. Auch politische Prominenz aus Bund und Land folgte dem Ruf des DJV.

Helmut Dammann-Tamke spricht auf der Delegiertenversammlung auf dem Bundesjägertag 2026 in Suhl
Helmut Dammann-Tamke spricht auf der Delegiertenversammlung auf dem Bundesjägertag 2026 in Suhl (Quelle: Jona/DJV)

(Berlin, 6. Juli 2026) Rund 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland kamen am Freitag und Samstag auf Einladung des Deutschen Jagdverbands (DJV) und des Landesjagdverbands Thüringen zum Bundesjägertag nach Suhl. Der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt betonte zum Auftakt in seiner Rede, dass die Jagd zu Deutschland gehöre: "Jagd ist nicht nur gelebte Tradition, Jagd ist auch gelebter Naturschutz."

Kanzler Merz: legalen Waffenbesitz nicht unnötig verkomplizieren

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich in einer Videobotschaft an die Jägerinnen und Jäger richtete, unterstrich die Bedeutung der Jagd: "Jägerinnen und Jäger sind der Natur eng verbunden, geben Wissen weiter und pflegen Tradition." Mit Blick auf die laufende Novellierung des Waffenrechts versprach er, dass diese "den legalen Waffenbesitz von Jägern nicht unnötig verkomplizieren soll." Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatsekretär beim Bundesminister des Innern, stieß ins gleiche Horn und betonte, dass die Maßgaben im Koalitionsvertrag verbindlich seien: "Das Waffenrecht muss praxisgerechter werden. Noch mehr Regulierung ist nicht Gegenstand unserer Arbeit. Das müssen auch die Bundesländer respektieren." Viel wichtiger sei es, das Problem mit illegalem Waffenbesitz anzugehen, so de Vries.

Bundeslandwirtschaftsminister Rainer: Wort gehalten beim Wolf

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer beklagte, dass in der Öffentlichkeit oft ein verzerrtes Bild von der Jagd gezeichnet werde. Dabei seien fachkundige Jägerinnen und Jäger elementar für eine intakte und artenreiche Natur. Hinsichtlich des Wolfs habe die Bundesregierung Wort gehalten, so Rainer: "Wir haben dafür gesorgt, dass der Wolf im Jagdrecht ist. Wir brauchen jetzt regionale Maßnahmen. Der Wolf in der Hamburger Innenstadt braucht andere Lösungen als der Wolf auf der Alm."

DJV-Präsident Dammann-Tamke: größter jagdpolitischer Erfolg seit Jahrzehnten

Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht bezeichnete DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke als größten jagdpolitischen Erfolg seit Jahrzehnten. "Der Deutsche Jagdverband und die Jagd in Deutschland sind auf der Erfolgsspur", so Dammann-Tamke. Besonders erfreut zeigte sich der DJV-Präsident auch über den Besuch des neuen Präsidenten des bayerischen Landesjagdverbands, Hubert Stärker. Mit ihm nahm erstmals seit 2009 wieder ein Vertreter des Landesjagdverbands Bayern an einem Bundesjägertag teil. "Ich wünsche Hubert Stärker ein glückliches Händchen und Fortune im Bayerischen Jagdverband", so Dammann-Tamke. "Das DJV-Präsidium und ich haben in Bezug auf eine Rückkehr des Bayerischen Jagdverbands in den DJV immer betont: Die Tür ist offen, die Hand ist ausgestreckt – wo auch immer die Reise endet." Auch Hubert Stärker betonte, wie wichtig eine Jägerschaft ist, die zusammensteht: "Wir brauchen starke Landesjagdverbände und einen starken DJV."

Positionspapier zur Jagdethik verabschiedet

Unter dem Motto "Kompetenz im Revier – Ethik im Handeln" diskutierten die Jägerinnen und Jäger auch über ethische Standards bei der Jagd und verabschiedeten dazu ein Grundsatzpapier. DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke sagte dazu: "Wir zeigen gemeinsam jeden Tag: Jagd bedeutet nicht nur Entnahme, Jagd bedeutet Verantwortung."

Rekorde bei Jungjägern und Nutria-Jagd

Außerdem konnte der DJV auf dem Bundesjägertag gleich mehrere neue Rekorde vermelden: So gab es im Jahr 2025 so viele Jungjäger wie noch nie zuvor. 18.423 Prüflinge haben das "grüne Abitur" bestanden. Dieser Rekord zeige, dass die Jagd in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, so Helmut Dammann-Tamke. Auch die Nutria-Jagdstatistik erreichte im Jagdjahr 2024/25 mit 131.157 erlegten Tieren einen neuen Höchstwert. Die invasive Art gefährdet nicht nur heimische Tierarten, sondern stellt auch eine Gefahr für den Hochwasserschutz dar.

Alle Zahlen und Veröffentlichungen gibt es auf der Internetseite des DJV sowie in den Social-Media-Kanälen des DJV.