
DJV fordert klare ökologische Prioritäten für die GAP‑Förderperiode 2028–2034
Mit rund 16,7 Millionen Hektar stellt die Agrarlandschaft den größten zusammenhängenden Lebensraumkomplex für zahlreiche Offenlandarten dar. Deren Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass die kommenden Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) entscheidend dafür sein werden, wie sich die ökologische Qualität der Agrarlandschaft in den nächsten Jahren entwickelt.
Langfristige Bewirtschaftungskontinuität muss gesichert werden
Der DJV weist darauf hin, dass die Direktzahlungen maßgeblich die Bewirtschaftungsentscheidungen der landwirtschaftlichen Betriebe prägen und damit unmittelbare Auswirkungen auf Habitatqualität, Strukturvielfalt und ökologische Stabilität haben. In der Stellungnahme heißt es: „Strukturreiche Lebensräume entstehen nicht durch kurzfristige Programme, sondern durch langfristige Bewirtschaftungskontinuität.“ Diese Kontinuität müsse in der neuen Förderperiode gesichert werden.
Kritisch bewertet der DJV die Absenkung der Mittelzuweisung für 2027 auf 89 Prozent. Die Kürzung um rund 600 Millionen Euro könne zu kurzfristigen Bewirtschaftungsänderungen führen, die wertvolle Lebensräume gefährden. Der Verband fordert daher, die Auswirkungen dieser Absenkung klar darzustellen und die bereits umgeschichteten Mittel vollständig und wirksam für Agrarumwelt‑ und Klimamaßnahmen einzusetzen.
Besonders hervor hebt der DJV die Bedeutung der Öko‑Regelungen. Die geplante Mittelaufstockung wird begrüßt, müsse jedoch zwingend mit einem wirkungsorientierten Monitoring verknüpft werden. Extensiv bewirtschaftetes Dauergrünland sei ökologisch wertvoll und stärke die Vernetzung von Lebensräumen; diese Wirkung müsse messbar dokumentiert und für die Weiterentwicklung der Maßnahmen genutzt werden.
Regelungen zu Weidehaltung und biodiversitätsorientierten Maßnahmen müssen erhalten bleiben
Scharfe Kritik übt der DJV am Wegfall zweier geplanter Öko‑Regelungen: Weidehaltung und biodiversitätsorientierte Maßnahmen. Beide Instrumente seien ökologisch hochwirksam und gleichzeitig praxistauglich. Ihr Wegfall nehme Landwirten wichtige Optionen, strukturreiche Lebensräume zu schaffen. Der DJV fordert, diese Maßnahmen in der neuen Förderperiode 2028–2034 erneut aufzugreifen und prioritär zu berücksichtigen.
Auch die geplante Verschiebung von rund 600 Millionen Euro in die kommende Förderperiode bewertet der DJV kritisch. Sollten die Mittel übertragen werden, müssten sie im GAP‑Strategieplan klar zweckgebunden für Maßnahmen mit hoher ökologischer Wirkung verankert werden, um ein Versickern im allgemeinen Budgetdruck zu verhindern.
Der DJV fordert, dass die neue GAP‑Förderperiode ökologische Wirkziele verbindlich verfolgt und Landwirten praxistaugliche Instrumente zur Verfügung stellt. Nur wenn Biodiversität und betriebliche Realität gemeinsam gestärkt werden, könne die GAP einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung einer widerstandsfähigen und artenreichen Agrarlandschaft leisten.
