(Quelle: Kauer/DJV)

Corona-Regeln für Bewegungsjagden im Überblick

11. November 2020 (DJV) Berlin

Bayern lässt als letztes Bundesland Drückjagden zu. Die Vorschriften in den Ländern unterscheiden sich im Einzelnen. Der DJV hat eine Übersicht der Regeln erstellt.

Drückjagden sind in allen Bundesländern wieder zugelassen.
Drückjagden sind in allen Bundesländern wieder zugelassen. (Quelle: Kauer/DJV)

Mittlerweile haben fast alle Bundesländer konkrete Hinweise für die Durchführung von Bewegungsjagden veröffentlicht. Bayern hat seit wenigen Tagen nun als letztes Bundesland auch "über die Erteilung einer Einzelfallgenehmigung" Drückjagden auf Schwarzwild zugelassen. Besonders strikt ist Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt für Jagdgäste aus angrenzenden Bundesländern ein Einreiseverbot. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die einzelnen Länderregelungen nun zusammengefasst. Ergänzt wird die Übersicht von Links zu weiterführenden Informationen.

Bereits Ende Oktober hat der DJV Bund und Länder aufgefordert, Bewegungsjagden trotz verschärfter Corona-Restriktionen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass erforderliche Reisen im Rahmen jeglicher Jagdausübung nicht unter eventuelle Einreise- oder Beherbergungsverbote fallen. Im November und Dezember erfüllen Jägerinnen und Jäger zwischen 30 und 60 Prozent ihrer staatlich festgelegten Abschusspläne. 

Hier gibt es eine Übersicht der aktuellen Corona-Regeln in den einzelnen Bundesländern:

Übersicht der Corona-Regeln in den Bundesländern

Text

Aus den Hinweisen des Ministeriums für ländlichhen Raum und Verbraucherschutz vom 2.11.2020: „(…) Bewegungsjagden fallen daher nicht unter das Verbot, da sie auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinne des § 10 Absatz 4 CoronaVO abzielen (…).“

Weiterführende Links:

Corona-Verordnung des Landes (1.11.2020)

Text

Es besteht ein generelles Veranstaltungsverbot, das auch Gesellschaftsjagden umfasst. Ausnahmen können zugelassen werden. 

Weiterführende Links:

Info des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten StMELF

Vollzugshinweise (9.11.2020)

Text

Bis zum 30.11. sind Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 zeitgleich Anwesenden verboten (§ 6 Abs. ). Außerdem ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur mit Angehörigen des eigenen Haushaltes und zwei weitere Personen aus verschiedenen Haushalten oder eines weiteren Haushaltes gestattet (max. 10 Personen - § 1 Abs. 4). Dies gilt jedoch nicht bei der "jahreszeitlich bedingt erforderliche Bewirtschaftung landwirtschaftlicher, gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Flächen" (§ 1 Abs. 5 Nr. 2). Nach Ansicht des DJV fallen Gesellschaftsjagden unter diese Ausnahme.

Weiterführende Links:

Verordnung (3.11.2020)

Text

Aus der Mitteilung der Staatskanzlei: „Wichtig für den Jagdbereich: Gesellschaftsjagden, soweit diese zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Tierseuchenbekämpfung und -prävention erforderlich sind, sind erlaubt.“

Weiterführende Links:

Verordnung (29.10.2020)

Mitteilung der Staatskanzlei (30.10.2020)

Corona-Merkblatt für Gesellschaftsjagden (2.11.2020)

Text

Veranstaltungen im Freien (die nicht der Unterhaltung dienen) sind mit bis zu 100 Personen zulässig. Es gelten aber weitere Voraussetzungen (v.a. Abstandsgebot, Hygienekonzept, Namensliste zur Kontaktverfolgung).

Weiterführende Links:

Verordnung (31.10.2020)

Text

Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 100 Personen möglich. Voraussetzung ist unter anderem

  • die Einhaltung der allgemeinen Hygienevorgaben,
  • die Erstellung eines Schutzkonzept,
  • die Erhebung von Kontaktdaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
  • das Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke.

Unter Beachtung dieser Rahmenbedingungen ist eine Durchführung von Jagdveranstaltungen möglich.

Weiterführende Links:

Meldung der Obersten Jagdbehörde

Verordnung (6.11.2020)

Text

Veranstaltungen sind nur bei besonderem öffentlichen Interesse und mit Genehmigung zulässig (§ 1 Abs. 2b). Es gelten zudem weitere Auflagen (v.a. Abstandsgebot, Hygienekonzept, Kontaktverfolgung). Aus einem Schreiben des Hessischen Umweltministeriums an den LJV: „Die Durchführung von Bewegungsjagden auf Schalenwild mit Schwerpunkt Schwarzwild ist weiterhin dringend geboten. Bewegungsjagden in Form von Gesellschaftsjagden sind eine wichtige Maßnahme zur Prävention der Tierseuche Afrikanische Schweinepest." Einige Landkreise genehmigen Bewegungsjagden bereits per Allgemeinverfügung.

Weiterführende Links:

Regelungen der Landkreise und kreisfreien Städte zur Beantragung von Gesellschaftsjagden

Verordnung (5.11.2020)

Text

Gesellschaftsjagden sind als Veranstaltungen zulässig, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge dienen (§ 8 Abs. 2). Es gelten weitere Bestimmungen (Abstandsgebot, Mund-Nasen-Bedeckung, Hygienekonzept, Kontaktverfolgung). Für Jagdgäste aus angrenzenden Bundesländern gilt ein Einreiseverbot.

Weiterführende Links:

Verordnung (31.10.2020)

Hinweise zur Durchführung von Drückjagden

Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums (3.11)

Text

„Auch Gemeinschaftsjagden (Drückjagden) auf Schalenwild zur gesetzlich vorgeschriebenen Abschussplanerfüllung und zur Prävention vor der ASP (Afrikanische Schweinepest) sind weiterhin zulässig, da sie der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit oder einer Tätigkeit der Gefahrenabwehr zuzuordnen sind. Einer vorherigen Genehmigung bedarf es nicht, dennoch sind die Vorgaben der „Corona-Verordnung“ einzuhalten.“ Es gelten also das Abstandsgebot oder die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, ein Hygienekonzept muss vorliegen, Kontaktverfolgung muss sichergestellt sein.

Weiterführende Links:

Verordnung (30.10.2020)

Regelungen zur Jagdausübung

Organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild (5.11.2020)

Text

Veranstaltungen zur Jagdausübung, soweit diese zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der Wildschweinpopulation erforderlich sind, sind zulässig (§ 13 Abs. 2). Der Mindestabstand kann erforderlichenfalls "bei nach dieser Verordnung zulässigen Veranstaltungen zur Jagdausübung bezogen auf feste und namentlich dokumentierte Gruppen von jeweils höchstens fünf Personen innerhalb der Gesamtgruppe der Teilnehmer" unterschritten werden. Die Kontaktrückverfolgung ist sicherzustellen.

Weiterführende Links:

Verordnung (30.10.2020)

Text

Gesellschaftsjagden sind in Rheinland-Pfalz zulässig. Es gilt das Hygienekonzept für Gesellschaftsjagden.

Weiterführende Links:

Mitteilung des Landesjagdverbandes

Verordnung (30.10.2020)

Hygienekonzept für Gesellschaftsjagden

Text

Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind nur zulässig, wenn für deren Durchführung ein dringendes und unabweisbares rechtliches oder tatsächliches Bedürfnis besteht. Nach der amtlichen Begründung sind "Drück- und Treibjagden sowie ähnliche Jagdformen (...) zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen, insbesondere zur verstärkten Bejagung hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest weiterhin zugelassen."

Weiterführende Links:

Verordnung (30.10.2020)

Text

Das Sozialministerium hat festgelegt, dass Formen der gemeinschaftlichen Jagdausübung (Gesellschaftsjagden, Bewegungsjagden, Ansitz-Drückjagden, Drückjagden, Gruppenansitze etc.) grundsätzlich auch nach der derzeit geltenden Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober 2020 möglichsind, sofern ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt.

Weiterführende Links:

Mitteilung des Gesundheitsminsteriums (5.11.2020)

Verordnung (30.10.2020)

Text

"Gesellschafts- und Bewegungsjagden auf Schalenwild dienen der Seuchenprävention und dem Schutz vor Wildschäden und damit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Damit sind sie zu den in § 2a Abs. 1 Satz 4 der 8. SARS-CoV-EindV aufgeführten zulässigen Veranstaltungen zu zählen."

Weiterführende Links:

Hinweise des Landesverwaltungsamtes (5.11.2020)

Verordnung

Text

Aus der Begründung der Verordnung: "Zu § 5 (Veranstaltungen) Absatz 7 normiert für bestimmte Veranstaltungen und Einrichtungen Ausnahmen. […] Ebenfalls unter diese Ausnahme fallen Gesellschafts- und Bewegungsjagden auf Schalenwild, einschließlich der An- und Abreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diese Jagden dienen der Seuchenprävention (z.B. afrikanische Schweinepest) und dem Schutz vor Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft und damit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit." Es gelten aber das allgemeine Abstandsgebot sowie das Gebot, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Darüber hinaus sind die erforderlichen Hygienemaßnahmen zu treffen.

Weiterführende Links:

Verordnung (1.11.2020)

Text

Unter den vorgegebenen Abstands- und Hygienebestimmungen sind auch alle notwendigen Tätigkeiten der Jagd weiter zulässig.

Weiterführende Links:

Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums (3.11.2020)

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