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Umstieg auf alternative Munition

Alte Waffe? Neue Munition? – Was man beim Umstieg auf „bleifrei“ beachten muss!

Beim Umstellen von bleihaltiger auf bleifreie Büchsenmunition gibt es drei Dinge zu beachten: Welches Material wurde vorher geschossen? Auf welches Material steigt man um? Und wie ist der allgemeine Zustand der Waffe? – Nicht immer muss häufiger oder umfangreich mit chemischen Mitteln gereinigt werden.

Die Geschossmaterialien kann man grob in drei verschiedene Klassen unterteilen. Zu unterscheiden sind Reinkupfergeschosse (weicher als bleihaltige Mantelgeschosse), Tombakgeschosse (gleich hart) und Messing bzw. Bronzegeschosse (härter als bleihaltige Geschosse).

Neues Geschoss/Altes Geschoss

Tombak

(z.B. Hornady GMX, Federal Trophy Copper, Winchester PowerCore, Nosler E-Tip)

Reinkupfergeschoss

(z.B. Barnes, Jaguar, GPA, Sax KJG, Mayerl Aero, Lapua Naturalis)

Messing/Bronze

(z.B. Lutz Möller MJG, RWS Bionic Yellow, Kieferle RS, S&B Exergy, Sauvestre FIP)

Tombak

Keine chemische Reinigung erforderlich.

(z.B. Geco Teilmantel auf Hornady GMX)

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z.B. von Geco Teilmantel auf Lapua Naturalis)

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z. B. von Sellier & Bellot SPCE auf Möller MJG)

Reinkupfer

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z.B. von Barnes TTSX auf Hornady GMX)

Keine chemische Reinigung erforderlich.

(z.B. von Barnes TTSX auf Lapua Naturalis)

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z.B. von Barnes TSX auf Möller MJG)

Messing / Bronze

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z.B. von Möller MJG auf Hornady GMX.)

Chemische Grundreinigung empfohlen.

(z. B. von Sellier & Bellot Exergy auf Barnes TTSX)

Keine chemische Reinigung erforderlich.

(z. B. von RWS Bionic Yellow auf Kieferle RS)

Bei jedem Wechsel zwischen den Material-Gruppen oder von beschichteten zu unbeschichteten Geschossen (oder umgekehrt), wie die nickelplattierten RWS Evo Green, Norma Kalahari, Brenneke TIG/TUG Nature oder kunststoffbeschichteten Brenneke TAG, Reichenberger HDB, Winchester (E-Tip) und die Trainingspatrone (CineShot) sollten mindestens eins bis drei Kontrollschüsse abgegeben werden. Manchmal ist eine chemische Zwischenreinigung mit erneutem Einschießen notwendig.

Stimmt die Treffpunktlage und Präzision sollte der Schütze nach einer verschossenen Packung im Revier das Geschoss hinsichtlich der Wirksamkeit (z. B. über das Verhalten des Stückes nach dem Schuss und dessen Fluchtstrecke) prüfen und die Munitionssorte gegebenenfalls nach seinen jagdlichen Anforderungen Wildart, Wildgewicht und Jagdentfernung ändern.

Wartung und Pflege

Nur bei Reinkupfergeschossen muss häufiger gereinigt werden als bisher. Nach etwa 40 bis 60 abgegebenen Schüssen ist eine Laufreinigung mit chemischen Laufreinigern (z.B.: Robla Solo, Hoppes Benchrest oder dem amoniakfreien Bore-Blitz oder M-Pro 7) empfohlen.

Die größte Gefahr für den Lauf ist allerdings der Pulverschmauch der mit der Luft reagiert und den Laufstahl angreifen kann. Deshalb empfiehlt es sich nach jedem Schießen oder starken Temperaturwechseln (Kondenswasser) den Pulverschmauch mit einem Öl oder CLP zu neutralisieren und den Lauf so trocken zu wischen, dass eine Treffpunktverlagerung durch den sogenannten Ölschuß verhindert wird. Grundsätzlich sollte jede Waffe zum Ende der Jagdzeit gründlich gereinigt werden.

Einschießen

Das Einschießen sollte grundsätzlich auf dem Schießstand unter Einhaltung der Präzisionsmindestanforderung (Streukreis auf 100 m nicht größer als 4 cm bis 5 cm) erfolgen. Vor allem nach erfolgter chemischer Grundreinigung kann es beim Umstellen einige Schuss benötigen, bis sich genügend von dem Geschoßmaterial im Lauf verteilt hat, um für gleichbleibende Präzision und Treffpunktlage zu sorgen.