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Raus aus der Stadt – mit „Nettis Naturkindern“ auf Erlebnisreise

Beeren pflücken, Wildsteaks grillen, Karpfen füttern, ein Insektenhotel aufstellen – DJV-Präsident Hartwig Fischer und Spargelbauer Heiner Meyer empfangen Stadtkinder aus Hamburg für einen gemeinsamen Tag in der Natur. 

DJV-Präsident Hartwig Fischer auf Erlebnisreise mit Nettis Naturkindern (Quelle: Kapuhs/DJV)
DJV-Präsident Hartwig Fischer auf Erlebnisreise mit Nettis Naturkindern (Quelle: Kapuhs/DJV)

„Alle Kinder zu Netti“ ruft Annette von Karp über den Hof von Meyers Spargelgut und versammelt sogleich sieben Jungs und Mädchen um sich herum. Aus gut 130 Kilometern ist die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin mit den fünf und sechs Jahre alten Kindern angereist, die Teil eines Naturpädagogik-Kurses sind. Mit abwechselnden Projektpartnern bietet die passionierte Jägerin jahreszeitlich ausgerichtete Naturerlebnisse an, die die Motivation der Stadtkinder stärken und ihr Naturverständnis heben sollen.

Zusammengerückt beobachten die Kinder nun mit großen Augen den vorfahrenden Eiswagen, der seine Ankunft mit einem schrillen Klingeln bekannt gibt. Erster Kunde an der Theke ist die Hof-Hündin Bella, die wie gewohnt eine eiskalte Vanillekugel in der Waffel serviert bekommt. Unter Gelächter aller Anwesenden dürfen sich anschließend die Kinder ein Eis ihrer Wahl abholen. Mit teils verschmierten Gesichtern widmen sie sich wieder den Spielsachen auf dem großräumigen Hof. Schaukel, Bobby-Car und Trampolin sind im Dauereinsatz, ehe unser nächster Programmpunkt ansteht. Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), stattet zunächst alle Kinder mit Lernort-Natur-Mützen und Ansteckern aus, ehe er in seinen nahgelegenen Garten einlädt. Lernort-Natur ist die Umweltbildungsinitiative der Jäger und seit mehr als 25 Jahren etabliert.

Impressionen vom Ausflug

Annette von Karp mit einer glücklichen Alissa.

Mit Eis in der Hand wird Meyers Spargelhof spielerisch erkundet.

DJV-Präsident Hartwig Fischer lädt die Kinder in seinen Garten ein. Am Teich können Karpfen beobachtet werden.

Hartwig Fischer erklärt den Kindern das Insektenhotel.

Gemeinsam stellen wir das Insektenhotel am Teich auf.

Von dem nahgelegenen Hochsitz können Vögel beobachtet werden.

Im Heidelbeer-Feld wird genascht und gesammelt.

Der Traktor macht die Kinder sprachlos.

Ebenso wie die Uhus, eine Leidenschaft von Heiner Meyer.

Ein Haus für Biene, Ohrenknieper und Co.

Inmitten von alten Eichen und Birken versteckt sich ein mit Seerosen und Schilf gesäumter Teich, eine freie Stelle mit kleiner Holzbank bietet Sicht auf das Wasser. „Wie aus Lurch und Kaulquappe ein Frosch oder eine Kröte werden, die sich dann von Insekten ernähren oder der Waschbär, der die Kröte, aber auch Gelege und Jungvögel frisst  diese Zusammenhänge in der Natur zu erläutern, schafft Bewusstsein für natürliche Prozesse“, erklärt Fischer. Kleine Kröten entdecken wir an diesem Tag leider nicht. Aber die Brotflocken, die die Kinder mit viel Schwung ins Wasser werfen, finden zahlreiche Abnehmer. Karpfen und Plötzen saugen unter wachsamen Blicken der Jungen und Mädchen den Teig von der Oberfläche. Um auch den Bienen und Ohrenkniepern des kleinen Biotops ein Zuhause zu geben, stellen wir gemeinsam ein riesiges Insektenhotel auf. Neugierig erkunden die Kinder die verschiedenen Verstecke und Schlupflöcher, während Fischer den Sinn dieser Behausung erklärt. Nicht einer ist gelangweilt, die Worte und Erzählungen werden mit Wissbegier aufgesaugt. Auf dem nahgelegenen Hochsitz dürfen alle Kinder den Ausblick genießen, ehe wir zu einem kleinen Mittagssnack aufbrechen. Doch dieser muss erst geerntet werden. 

Eine Handvoll Beeren

Zu Meyers Spargelgut gehört nicht nur das knackige Stangengemüse, sondern auch Felder mit Süßkartoffeln, Melonen und Heidelbeeren. Durch letztere pirschen wir nun mit kleinen Schalen und ernten die fruchtig blauen Beeren: manche in die Schale, manche direkt in den Mund. Zufrieden beobachten Heiner Meyer und Sohn Steffen-Alexander die kleinen Erntehelfer und geben Tipps, wo die richtig dicken und saftigen Beeren zu finden sind. Und natürlich dürfen die Kinder die Ernte mit nach Hause nehmen. Meyer erzählt, dass Netti mit den Kindern im Anschluss schon Muffins gebacken und Marmelade eingekocht hat. „So können wir die Kinder an die Natur heranführen. Nahrungsmittel selbst zu pflücken, zu kosten und zu verarbeiten ist ein wichtiger Schritt, unsere Umwelt zu verstehen und wahrzunehmen“, sagt er und fügt hinzu, dass er viel Glück im Leben hatte und froh sei, wenn er davon etwas weitergeben kann. Innerhalb einer knappen Stunde füllen sich gut 15 Schälchen mit Heidelbeeren, ehe die Nachricht, dass der Grill bereit sei, uns schlagartig aufbrechen lässt. 

Nettis Jahresplan

Die marinierten Damwild-Steaks liegen bei unserer Ankunft am Hof schon bereit. Den Tisch decken wir noch gemeinsam, während die sieben Unermüdlichen erneut das Trampolin stürmen. Annette von Karp hat stets einen Blick auf ihre Schützlinge, achtet auf Höflichkeit und einen verantwortungsvollen Umgang in und mit der Natur. Gegessen wird erst, wenn auch der letzte seine Hände gewaschen und seinen Platz eingenommen hat. Dass das Fleisch von einem Wildtier aus den umliegenden Wäldern stammt, verstehen wohl noch nicht alle. Aber auch dafür hat Netti schon einen Plan, eigentlich hat sie für jeden Monat im Jahr einen Plan.

So ging es im Mai mit den Kindern in den Wald, um das Erwachen der unterschiedlichen Bäume zu entdecken. Die Hirschbrunft hören und sehen sowie Pilze sammeln, ist fest eingeplant für September. Die Naturpädagogin hofft, dieses Projekt, eine Aktion der Ursula-Kühling- und Paul-Jähn-Stiftung, noch auszubauen und in zwei, drei Jahren weitere Mitarbeiter beschäftigen zu können. „Die Natur mit allen Sinnen zu erleben, stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder, vermittelt Geborgenheit und weckt Verständnis für die Lebensgrundlagen aller Mitmenschen“, erklärt sie und wünscht sich zugleich, dass die Kinder das Erlebte an ihre Eltern herantragen. 

Und was machst du den ganzen Tag? Traktor fahren!

Zum Ende des Tages gibt es noch etwas Außergewöhnliches zu erleben: Nacheinander dürfen die Jungen und Mädchen in dem nagelneuen Traktor von Heiner Meyer Platz nehmen. Die Augen und Münder weit aufgerissen, kommen sie aus dem Staunen über Größe, Technik und Kraft nicht mehr heraus. Das gleiche Bild zeigt sich, als wir die Voliere mit den Uhus besuchen, eine persönliche Leidenschaft von Meyer, der die größte Eulenart zur Auswilderung züchtet. Zum Abschied geben uns alle Kinder die Hand, nehmen ihren angestammten Platz im schwarzen Kleinbus ein, während wir bereits den nächsten Ausflug besprechen. Es wird sicherlich etwas mit Jagd zu tun haben. 

Naturpädagogik mit Lernort Natur

Annette von Karp befindet sich derzeit in der Zusatzausbildung zur zertifizierten Waldpädagogin. Lernen in und mit der Natur ist zukunftsweisend. Der Deutsche Jagdverband bietet über die Akademie für Wild, Jagd und Natur die Ausbildung zum Naturpädagogen an. Einige Absolventen haben sich anschließend spezialisiert und beschäftigen sich etwa gezielt mit Waldpädagogik für körperlich und geistig behinderte Kinder, andere bieten erlebnisorientiertes Lernen für Jugendliche mit vielen Abenteuern und „Mutproben“ an. Weitere Infos zu Lernort Natur gibt es unter www.lernort-natur.de.