Nilgans (Alopochen aegyptiacus)

Im 18. Jahrhundert als Ziergeflügel nach Großbritannien eingeführt und beispielsweise in Schloßparks gehalten. Sie ist ein erfolgreicher Neubürger (Neozoon) und gehört zu den invasiven Arten in Europa. Mittlerweile ist sie in freier Wildbahn in immer mehr Gebieten Deutschlands zu beobachten und scheint einheimischen Wasservogelarten gegenüber sehr konkurrenzstark.

Nilgans mit Gössel (Quelle: Günter Schnitzler CC-BY-SA-3.0-de )
Nilgans mit Gössel (Quelle: Günter Schnitzler CC-BY-SA-3.0-de )

Kennzeichen

  • bunte Gefiederfärbung (dunkel grau- bis rotbraun, heller Kopf) mit charakteristischem dunklem Augen- und Brustfleck sowie Halsring
  • kontrastreiches Flügelmuster im Flugbild
  • kein Geschlechtsdimorphismus
  • verhältnismäßig lange rosa/rötliche Beine (Ständer).
  • dunkel gerandeter rötlicher Schnabel
  • Größe 63-73cm,  Gewicht 2 bis 2,5 kg

 

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Nilgänse wurden bereits von den alten Ägyptern, den Griechen und den Römern als Ziervögel gehalten. In Westeuropa begann ihre Haltung in menschlicher Nähe im 18. Jahrhundert.
  • Häufigster Wasservogel Afrikas, in Europa beliebter Parkvogel.
  • Gesicherte Bestände in England, den Niederlanden, Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen. Schwerpunkt der Verbreitung ist der Niederrhein.
  • Die Nilgans gehört zur Ordnung Anseriformes, zur Familie Anatidae und der Unterfamilie Anatinae. Wie die Brandgans ist sie eine sogenannte Halbgans, in ihrem Aussehen zwischen Gans und Enten stehend.

 

Lebensraum

  • Die Nilgans ist ursprünglich in Afrika südlich der Sahara und in Ägypten beheimatet, hier kommt sie an den unterschiedlichsten Gewässertypen vor.
  • Genauso anpassungsfähig zeigen sich Nilgänse jetzt auch insbesondere in NRW und Niedersachsen, wo sie in Bergsenkungsgewässern und Feuchtwiesen, in Bach- und Flussauen, an Baggerseen und Kiesgruben, an Fisch- und Parkteichen, in Rieselfeldern und an Talsperren vorkommen.

Nahrung

  • überwiegend Gräser, Triebe, Samen und Früchte von Wasserpflanzen, Getreide
  • Nehmen auch sehr gerne Silage, um lange Winterperioden zu überdauern.
  • fressen auch wirbellose Wassertiere und Insekten

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Sie sind wenig ruffreudig, aber bei sozialen Kontakten oft recht laut.
  • Männchen mit heiserem Zischen, Weibchen mit schrillem Schnattern
  • recht scheue und wachsame Vögel; ihr Flug ist mehr gänse- als entenartig.

Fortpflanzung

  • Balz und Brut beginnt im März/ April, während dessen streng territorial und nicht selten sehr aggressiv gegenüber anderen Wasservögeln.
  • Flexibel in der Wahl des Nistplatzes: Boden- und Baumbrut, in Gebäuden und Erdhöhlen, aber stets in Gewässernähe. Besetzen auch leere Greifvogelhorste, Storchen- oder Krähennester.
  • Brutdauer: 28 - 30 Tage
  • Hohe Nachwuchsrate:  6 bis 10 Eier

Die Nilgans im Jagdgesetz

  • Die Nilgans unterliegt laut Bundesjagdgesetz nicht dem Jagdrecht; aufgrund der starken Ausbreitung wurde jedoch in einigen Bundesländern eine Jagdzeit festgelegt.

 

Quellen

  • Cramp, S. et al.(1977): Handbook of the Birds of Europe, the Middle East and North Africa. Vol. I Ostrich to Ducks. Oxford University Press.
  • Svensson, L.; Mullarney, K.; Zetterström, D. (2011): Der Kosmos Vogelführer. 2.Auflage, Franck-Kosmos Verlag, Stuttgart