Mink (Neovison vison)

Auch: Amerikanischer Nerz

Für die Pelzmode um 1900 in vielen Ländern Europas als Farmtier in großen Stückzahlen gezüchtet, haben sich entwichene und freigelassene Minke in vielen Gebieten etabliert. Als Neozoon (Neubürger in der heimischen Fauna) besetzt der Mink heute die Position des schon vorher sehr seltenen oder auch lokal ausgestorbenen Europäischen Nerzes. Schutzprojekte zur Wiederansiedlung der letzteren Wassermarderart können nur dort erfolgreich sein, wo Minke nicht vorkommen oder reduziert werden.    

Mink (Quelle: Wikipedia/Anna Wójtowicz)
Mink (Quelle: Wikipedia/Anna Wójtowicz)

Kennzeichen

  • gestreckter, schlanker rund 60 Zentimeter langer Körper, davon entfallen 20 Zentimeter auf den Schwanz; verhältnismäßig kurze Beine
  • Das dichte Fell ist dunkelbraun gefärbt und glänzend, es können auch graue oder silberfarbene Tiere auftreten (Farmflüchtlinge)
  • markantes Kennzeichen: immer dunkle Oberlippe und ein heller Unterkieferfleck
  • Männchen werden 1500 Gramm, die Weibchen nur bis 800 Gramm schwer

Unterschied zwischen Amerikanischem Nerz, Europäischem Nerz und Iltis

  • Sieht seinem europäischen Vertreter – dem Europäischen Nerz – zum Verwechseln ähnlich, ist aber größer und kräftiger.
  • die Schnauze ist beim Europäischen Nerz meist vorn auch an der Oberlippe, um den Nasenspiegel herum, vorhanden
  • mit dem Iltis sehr nah verwandt; unterscheidet sich von diesem durch den etwas flacheren Kopf und die kürzeren Beine, der Mink ist im Vergleich gleichgroß oder größer als der Iltis.

 

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • ursprünglich aus Nordamerika, in weiten Teilen der USA und Kanadas verbreitet; aktuell in Europa schon weit verbreitet und etabliert
  • Anfang des 20. Jahrhundert zur Pelzgewinnung nach Europa verbracht, gelangten immer wieder Farmtiere in die freie Natur – nicht zuletzt durch “Befreiungsaktionen” von radikalen Tierschützern – so dass zahlreiche Freilandvorkommen entstanden. Gegenüber dem Europäischen Nerz gilt der Balg des Minks immer noch als wertvoller, weil er wollhaariger und weicher ist.
  • Landraubtier der Ordnung Carnivora, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae).

Lebensraum

  • ans Wasser gebunden; leben bevorzugt an Flüssen und Seen, wo sie sich meistens im Uferbereich aufhalten
  • Gewässer müssen höhere Vegetation an den Ufern aufweisen (Deckung)
  • selten weiter als 50m vom Gewässerrand entfernt

Nahrung

  • Fleischfresser , jahreszeiten- und lebensraumabhängig, hauptsächlich Fische, Krebse, Frösche, Lurche, Bisamratten, Insekten, Mäuse, Bodenbrüter und ihre Gelege

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • dämmerungs- und nachtaktive Jäger , daher Sinne  und Jagdtechniken sehr gut auf das Leben im Dunkeln angepasst
  • Sinne wie beim Iltis stark ausgeprägt
  • Schwimmt und taucht sehr gut
  • Lautäußerungen untereinander sind ein Keckern; arg bedrängte Minke lassen einen schrillen Ton hören und fauchen.

Fortpflanzung

  • Ranz-oder Paarungszeit: Ende Februar bis Ende März
  • Tragzeit zwischen 40 und 65 Tagen (2 bis 4 Wochen Keimruhe möglich)
  • ein Wurf im Jahr zwischen Mai und Juli mit einem bis neun Jungen; die Nachkommen werden blind geboren und öffnen nach 32 bis 35 Tagen die Augen

Lebensweise und Lebenserwartung

  • nachtaktiver Einzelgänger wie der Iltis, bevorzugt stillen und einsamen Lebensraum
  • sehr ortstreu außer bei Nahrungsamangel (Streifzüge)
  • stark territorial, gegenüber Artgenossen aggressiv
  • Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarungszeit
  • gute Schwimmer und Taucher zur Beute auf Fische und Krebse
  • Baue befinden sich in Ufernähe mit bis zu acht Eingängen pro Bau
  • gern werden auch Bootshäuser als Unterschlupf genutzt
  • jagen auch auf dem Land nach Nagetieren und Kaninchen, auch die vorwiegend am Wasser lebenden Bisamratten zählen zu ihren Beutetieren.
  • Höchstalter in der Natur ca. 3-5 Jahre

Gefahren für den Mink

  • Natürliche Feinde sind Füchse, Fischotter; natürliche Reduktion durch Staupe
  • Hauptgefährdungsfaktoren sind Habitatzerstörung, Gewässerverschmutzung und die Bejagung durch den Menschen, auch streunende Katzen und Hunde

Bestand

  • in Deutschland in einem starken Aufwärtstrend, verbunden mit expansiven Arealerweiterungen
  • Einzelnachweise des Minks gibt es für ganz Deutschland.
  • Schwerpunkte der Verbreitung sind aber der ostdeutsche Raum und Schleswig-Holstein.

Der Mink im Jagdrecht

  • Ganzjährig bejagbar in TH, ST, MV, HE, BB
  • Jagdzeiten in BE, NI, SN



Quellen

  • Miller, Christiane (2008): Wildtierkunde Kompakt . BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. München