LJV Baden-Württemberg: Kein Wald ohne Jagd

Mit dem “Tag des Waldes” am 21. März ist das Internationale Jahr der Wälder offiziell eingeläutet worden. Mit dabei sind auch die Jäger, die sich auf ganz besondere Weise für den Wald verantwortlich fühlen.

Jagd hat in Deutschland seit jeher eine besondere Bedeutung für die Waldentwicklung. In Zeiten einer ungeordneten Holznutzung im Mittelalter blieben viele große zusammenhängende Waldgebiete nur deshalb erhalten, weil sie von den Landesherren aus jagdlichem Interesse mit weitgehenden Nutzungseinschränkungen belegt wurden. Der Wald hat also von der Jagd profitiert. Die ersten “Forstwissenschaftler” des 17. und 18. Jahrhunderts waren ebenfalls Jäger. Sie kannten sich in und mit dem Wald am besten aus und schufen die Grundlage für das, was heute als nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland und vielen anderen mitteleuropäischen Ländern zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Rehe und Hirsche ernähren sich auch von Waldbäumen. Muss man sie deshalb als Schädlinge abtun? Foto: Erich Marek

Zur modernen, nachhaltigen Forstwirtschaft gehört auch weiterhin zwingend die Jagd. Ihre Wertschätzung hat sich allerdings mancherorts umgekehrt, indem Reh und Hirsch nur noch als Gegenspieler der Waldverjüngung angesehen werden. Der Landesjagdverband wehrt sich dagegen, dass diese Tierarten ausschließlich aus dem menschlichen Blickwinkel als Schädlinge eingestuft werden, und betont ihre Daseinsberechtigung als Teil des Ökosystems Wald.

Ebenso wollen sich die Jäger nicht als Schädlingsbekämpfer verstanden wissen. Landesjägermeister Dr. Dieter Deuschle erklärt: “Selbstverständlich berücksichtigen wir Jäger die Interessen einer ordnungsgemäßen land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung, aber wir sind nicht nur ihre Dienstleister. Jagen ist weit mehr als nur Rehe schießen. Jäger sind anerkannte Naturschützer und leisten ehrenamtlich wertvolle Beiträge zur Biodiversität.”